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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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Of ILLINOIS 

^20.6 

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V.A7 

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BIOLOCf 



Terhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch - botanischen Gesellschaft 

in Wien. 

Herausgegeben von der Gesellschaft. 

Fledig-irt von Dr. Carl Fritseh, 

k. k. a. 0. Universitäts-Professor. 

Jahrgang 1897. 
XLVII. Band. 

Mit 3 Tafeln, 25 Figuren im Texte und 1 Karte. 



Wien, 1897. 

Pur das In- und Ausland besorgt durch A. Hölder, k. und k. Hof- und Üniversitäts-Buclihändicr. 

Druck von Adolf Holzhausen, 
k. unfl k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in AVien. 

Adresse der Redaetion: Wieu, I., Wollzeile 12. 



S80.G 

V^^ ACtSüBRARY 



Uebersiclit der in diesem Bande enthaltenen Sections- 
berichte und geschäftlichen Mittheilungen. 



Seite 

General -Versammlung am 5. Mai 1897 263 

Berichte der Section für Botanik 3, 45, 112, 205, 274, 577, 642 

„ Kryptogamenkunde 2, 47, 115, 207, 272, 352, 581, 649 
„ Lepidopterologie . . 1, 45, III, 203, 271, 577, 641 

„ Zoologie 3, 114, 642 

„ über Ausschuss-Sitzungen 5, 209, 351 

Enthüllung des Endlicher-Denkmals 639 



7328 I 5 



stand der Gesellschaft zu Beginn des Jahres 1898. 



Protector: 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 
Leitung der Gesellschaft 

im Jahre 1898. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1898.) 
P. T. Herr Dräsche Freiherr v. Wartimberg, Dr. Richard. 

YiceprUsidenten : (Gewählt bis Ende 1898.) 

P. T. Herr Maren zeller, Dr. Emil v. 
„ „ Ostermeyer, Dr. Franz. 

Secretäre: (Gewählt bis Ende 1898.) 

P. T. Herr Fritsch, Dr. Carl. 
„ „ Handlirsch, Anton. 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1898.) 
P. T. Herr Kaufmann, Josef. 

AusschussrUthe : ^) 

. T. Herr Aden sanier, Dr. Theodor. 

„ Attems, Dr. Carl Graf. 
„ ,, Braun, Heinrich. 
„ „ Brunner v. Wattenwyl, Dr. Carl 
„ „ Brunnthaler, Josef. 



(Gewählt bis Ende 1898.) 



Die Obmänner der Sectionen sind im Ausschüsse stimmberechtigt. 



Lcitiing der Gescllscliaft. 



V 



P. T. Herr Burg er stein, Dr. Alfred. (Gewählt bis Ende 1898.) 

„ „ Csokor, Dr. Johann. „ „ 

„ „ Eichenfeld, Dr. Michael Eitter v. „ „ 

„ „ Fuchs, Theodor. „ „ 

„ „ Gangibauer, Ludwig. „ „ 

„ „ Grobben, Dr. Carl. „ „ 

„ „ Hab ich, Otto. „ „ 

„ Haläcsy, Dr. Eugen v. „ „ 

„ Heeg, Moriz. 

„ „ Heimerl, Dr. Anton. „ „ 

„ „ Hungerby ehler, Julius Edler v. „ „ 

„ „ Krasser, Dr. Fridolin. „ „ 

„ „ Linsbauer, Dr. Ludwig. „ „ 

„ „ Lorenz, Dr. Ludwig v. „ „ 

„ „ Lütke müUer, Dr. Johann. „ „ 

„ ,, Mayr, Dr. Gustav. „ „ 

„ „ M tili n er, M. Ferdinand. „ „ 

„ „ Pfurtscheller, Dr. Paul. „ „ 

„ „ Pintner, Dr. Theodor. „ „ 

„ Eebel, Dr. Hans. „ „ 

„ „ Spaeth, Dr. Franz. „ „ 

„ „ Sturany, Dr. Eudolf. „ „ 

„ „ Wilhelm, Dr. Carl. „ „ 

„ „ Zahlbruckner, Dr. Alexander. „ „ 



Redactions - Comite. ^) 

P. T. Herren: Dr. Carl Fritsch, Anton Handlirsch, Dr. Fr. Krasser, 
Dr. Ludw. V. Lorenz, Dr. Paul Pfurtscheller, Dr. Th. Pintner, Dr. Alex. 
Zahlbruckner. 

Bilbliotheks - Comite. 

P. T. Herren: Josef Brunnthaler und Dr. Alex. Zahlbruckner. 



Leitung der Sectionen. 

Sectioii für Zoologie. 

Obmann: Herr Dr. Carl Grobben, k. k. Universitäts-Professor. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Theodor Pintner. 
Schriftführer: Herr Dr. Theodor Adensamer. 



1) Die Schriftführer der Sectionen hahen Sitz und Stimme im Redactions-Comite. 



VI 



Leitung der Sectionen. 



Section für Coleopterologie. 

Obmann: Herr Josef Birnbacher, k. k. Hofrath. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Ludwig Gangibauer, k. k. Custos. 
Schriftführer: Herr Dr. Franz Spaeth. 

Section für Lepidopterologie. 

Obmann: Herr Dr. Hans Eebel. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Otto Hab ich. 
Schriftführer: Herr Dr. Carl Schima. 

Sectioii für Ornithologie. 

Obmann: Herr Dr. Ludwig Lorenz v. Liburnau. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Carl Mayerhofe r. 
Schriftführer: Herr Dr. Adolf Steuer. 

Section für Botanik. 

Obmann: Herr Prof. Dr. Günther Beck E. v. Mannagetta. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Eugen v. Haläcsy. 
Schriftführer: Herr Dr. Ludwig Linsbauer. 

Section für Kryptogamenkunde. 

Obmann: Herr Dr. Alexander Zahlbruckner. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Johann Lütkemüller. 
Schriftführer: Herr Josef Brunnthaler. 

Section für Planktonkunde. 

Obmann: Herr Prof Dr. Berthold Hatschek. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Ludwig Linsbauer. 
Schriftführer: Herr Dr. Adolf Steuer. 



Kanzlist der CrcseHschaft : 
Herr Cornelius Frank, VIII., Lenaugasse 11. 

Gesellschaftslocale : 

Wien, I., Wollzeile 12. — Täglich (mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) von 
3 — 7 Uhr Nachmittags geöffnet. 



VII 



Subventionen. 



Von Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
„ Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Carl. 
„ Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 
„ Seiner k. u. k, Hoheit dem hochwürd. durchl. Herrn Erzherzoge 
Eugen. 

„ Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Friedrich. 
„ Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Franz Ferdi- 
nand d'Este. 
„ Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 
„ Seiner kgl. Hoheit dem Herrn Herzoge von Cumberland. 
„ dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
„ dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



VlII 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 

1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Arneth, Alfred Frh. v. 
„ „ Fekete, Gabriel v. 
„ „ Fuchs, Josef. 

Heinrich, Carl. 



P. T, Herr Juranyi, Dr. Ludwig. 
„ „ Leitgeb, P. Ludwig. 
„ „ Moj sisovics, Dr. August V 
„ „ Siegmund, Wilhelm. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Bresadola, R. G. 
„ „ Czapek, Dr. Friedrich. 
„ „ Dimitz, Ludwig. 
„ „ Heyden, Leopold. 



P. T. Herr Kronfeld, Dr. Moriz. 
„ „ Ludwig, Josef. 
„ „ Meeraus, Dr. Emil. 
„ „ Nietsch, Dr. Victor. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages durch 

Postnachnahme : 



P. T. Herr Bauer, Anton. 
„ „ Beutel, Johann. 
„ „ Dam in, Narcis. 
„ Maggi, August. 



P. T. Herr Mantin, Georges. 
„ „ Ross, Dr. Normann. 
„ „ Scholtys, Alois. 



Im Jahre 1897 eingetretene Mitglieder. 

(Nach Erscheinen des Mitglieder -Verzeichnisses.) 

P. P. Herr Barbey, August, derz. I., Annagasse 1 . . . . Wien. 

„ „ Hilger, Dr. Constantin, Custos am herzogl. Natu- 

ralien-Cabinet Carlsruhe. 

„ Kalchberg, Adolf Frh. v., XIII,/1, Tirolerg. 4 (L.) Wien. 

„ „ Konta, Ignaz, k. k. Hofrath, IV. /l, Grosse Neu- 
gasse 16 (L.) Wien. 

„ „ Naufok, Albert, Vin./2, Josefstädterstrasse 52 (L.) Wien. 

„ „ Patzelt, Dr. Victor, dirig. Arzt im allgemeinen 

Krankenhause Brüx. 

„ „ Rathay, Emerich, Director d. ön.-pom. Lehranstalt Klosterneuburj 

„ „ Sedlaczek, W., Forsteleve, Carl Ludwigplatz 12 Innsbruck. 

„ „ Spitz, Robert, Privatbeamter, XVII./l, Geblerg. 39 Wien. 



stand der Gesellschaft zu Beginn des Jahres 1897. 



Protector: 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 
Ehrenmitglieder: 

P. T. Herr Bartsch, Franz, k. k. Ober-Finaiizrath. 

„ „ Brauer, Dr. Friedr., k. k. Universitäts-Professor. 
„ „ Brunner V. Watte nwjd, Dr. Carl, k. k. Hofrath. 

„ Claus, Dr. C, k. k. Hofrath. 
„ „ Hauer, Dr. Franz v., k. k. Hofrath. 
„ „ Kerner v. Marilaun, Dr. Anton, k. k. Hofrath. 
„ „ Pelikan Freih. v. Plauenwäld, Anton. 
Wiesner, Dr. Julius, k. k. Hofrath. 



Leitung der Gesellschaft 

im Jahre 1897. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1898.) 
P. T. Herr Dräsche Freiherr v. Wartimberg, Dr. Richard. 

Yicepräsidenteii : (Gewählt bis Ende 1898.) 

P. T. Herr Marenzeller, Dr. Emil v. 
„ „ Ostermeyer, Dr. Franz. 

Secrefäre: (Gewählt bis Ende 1898.) 

P. T. Herr F ritsch, Dr. Carl. 
„ „ Handlirsch, Anton. 

Rechuuiig-sfiihrer: (Gewählt bis Ende 1898.) 
P. T. Herr Kaufmann, Josef. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 



II 



Leitung der Gesellscliaft. 



Ausschussrätlie : ^) 

P. T. Herr Aden sanier, Dr. Theodor. (Gewählt bis Ende 1898.) 

„ „ Braun, Heinrich. „ „ 

„ „ Brunner v. Wattenwyl, Dr. Carl. „ „ 

„ „ Brunnthaler, Josef. „ „ 

„ „ Burgerstein, Dr. Alfred. „ „ 

„ „ Csokor, Dr. Johann. „ „ 

„ „ Eichenfeld, Dr. Michael Ritter v. „ „ 

„ „ Fuchs, Theodor. „ „ 

„ Gangib au er, Ludwig. 

„ „ Grobben, Dr. Carl. „ „ 

„ „ Hab ich, Otto. „ „ 

„ Haläcsy, Dr. Eugen v. „ „ 

„ „ Heimerl, Dr. Anton. „ „ 

„ „ Hungerbyehler, Julius Edler v. „ „ 

„ „ Kornhuber, Dr. Andreas. „ „ 

„ „ Krasser, Dr. Fridolin. „ „ 

„ „ Linsbauer, Dr. Ludwig. „ „ 

„ „ Lorenz, Dr. Ludwig v. „ „ 

„ „ Lütke müller, Dr. Johann. „ „ 

„ Mayr, Dr. Gustav. „ „ 

„ „ Müllner, M. Ferdinand. „ „ 

„ „ Pfurtscheller, Dr. Paul. „ „ 

„ „ Pintner, Dr. Theodor. „ „ 

„ „ Eebel, Dr. Hans. „ „ 

„ „ Spaeth, Dr. Franz. „ „ 

„ „ Sturany, Dr. Rudolf. „ „ 

„ „ Wilhelm, Dr. Carl. „ „ 

„ „ Zahlbruckner, Dr. Alexander. „ „ 

Redactious - Comite. ^) 

P. T. Herren: Dr. Carl F ritsch, Anton Handlirsch, Dr. Fr. Krasser, 
Dr. Ludw. V. Lorenz, Dr. Paul Pfurtscheller, Dr. Th. Pintner, Dr. Alex. 
Zahlbruckner. 

Bibliotheks - Comite. 

P. T. Herren: Josef Brunnthaler und Dr. Alex. Zahlbruckner. 



^) Die Obmänner der Sectionen sind im Ausschusse stimmberechtigt. 

2) Die Schriftführer der Sectionen haben Sitz und Stimme im Redactions-Comite. 



Leitung der Sectionen. 



III 



Leitung der Sectionen. 

Section für Zoologie. 

Obmann: Herr Dr. Carl Grobben, k. k. Universitäts-Professor. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Theodor Pintner. 
Schriftführer: Herr Dr. Theodor Adensamer. 

Section für Coleopterologie. 

Obmann: Herr Josef Birnbacher, k. k. Hofrath. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Ludwig Gangibauer, k. k. Custo.s. 
Schriftführer: Herr Dr. Franz Spaeth. 

Section für Lepidopterologie. 

Obmann: Herr Dr. Hans Eebel. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Otto Hab ich. 
Schriftführer: Herr Dr. Carl Schima. 

Section für Ornithologie. 

(Dürfte sich zu Beginn des nächsten Jahres constituiren.) 

Section für Botanik. 

Obmann: Herr Prof. Dr. Günther Beck E. v. Mannagetta. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Eugen v. Haläcsy. 
Schriftführer: Herr Dr. Ludwig Linsbauer. 

Section für Kryptogamenkunde, 

Obmann: Herr Dr. Alexander Zahlbruckner. 
Obmann-Stellvertreter: Herr Dr. Johann Lütkemüll er. 
Schriftführer: Herr Josef ßrunnthaler. 



Kanzlist der Gesellschaft: 

Herr Cornelius Frank, VIII., Lenaugasse 11. 

Gesellschaftslocale : 

Wien, I., Wollzeile 12. — Täglich (mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) von 
3 — 7 Uhr Nachmittags geöffnet. 



a* 



IV 



Subventionen. 



Von Seiner k. n. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
„ Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Carl. 
5, Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Eainer. 
„ Seiner k. u. k. Hoheit dem hochwürd. durchl. Herrn Erzherzoge 
Eugen. 

„ Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Friedrich. 
„ Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Franz Ferdi- 
nand d'Este. 
„ Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 
„ Seiner kgl. Hoheit dem Herrn Herzoge von Cumberland. 
„ dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
„ dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



Mitglieder -Verzeichniss . 



Mitglieder - Verzeicliniss. 



Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 

Bezeichnung der Sectionen : Z. = Zoologie, C. — Coleopterologie, L. = Lepidopterologie, 0. = Ornitho- 
logie, B. = Botanik, K. = Kryptogamenkunde. 

P. T. Herr Ackerl, Hochw. Josef, Stadtpfarr-Cooperator (C.) Vöcklabruck. 
„ „ Adensamer, Dr. Theodor, I., Bellariastrasse 8 (Z.) Wien. 
„ „ Altenberg, Felician, Apotheker, V., Margarethen- 
strasse 75 Wien. 

„ „ Anger, Friedr., Cand. phil., III./2, Hoernesg. 3 (B.) Wien. 

„ „ Angerer, P. Leonh., Bened.-Ord. -Priester (Z.B.K.) Kremsmünster. 

„ „ Antipa, Dr. Gregor, Director d. naturh. Mus. (Z.) Bukarest. 

„ „ Apfelbeck, Victor, Gustos am Landesmuseum (C.) Sarajevo. 
„ „ Arneth, Alfred v.. Exe, k. k. Director des geheimen 

Staatsarchives Wien. 

„ „ Arnold, Dr. Ferd., kgl. Gber-Landesgerichtsrath, 

Sonnenstrasse 7 (K.) München. 

„ Attems, Dr. Carl Graf, L/1, Hegelgasse 19 (Z.) Wien. 

„ „ Äusserer, Dr. Carl, e. Prof., VIII., Lenaug. 2 (Z.) Wien. 

„ „ Aust, Carl, k. k. Bezirksrichter (O.B.) . . . St. Gilgen. 

„ Babor, Dr. F. Josef, VIL, 748 (Z.) Prag. 

„ „ Bachinger, August, Professor am Landes-Eeal- 

gymnasium, N.-Oe. (B. K.) Horn. 

„ „ Bachinger, Isidor, k. k. Bezirks-Schulinspector, 

Wienerstrasse 41 (Z. K.) Wr.-Neustadt. 

„ Bachofen v. Echt, Adolf, Brauereibesitzer, III./l, 

Hauptstrasse 33 (0.) Wien. 

„ „ Bäumler, J. A., Erzherzog Friedrichstr. 26 (B. K.) Pressburg. 

„ „ Bannwarth, Th., Lithograph., VIII., Alserstr. 55 Wien. 

„ „ Barbey, William, Cant. Vaud, Schweiz (B. K.) Valleyres-sous-Eances. 

„ „ Bargagli, Marchese C. Piero, Via di Bardi, 

Palazzo Tempi (B. C.) Florenz. 



VI 



Mitglieder - Verzeichniss. 



P. T. Herr Bartsch, Frz., k. k. Ob.-Finanzrath, III., Salmg. 14 Wien. 

„ „ Bauer, Antou, Stadtgärtner, III., Heumarkt 2 (B.) Wien. 

„ „ Bauer, Dr. Carl, k. k. Universitäts-Gärtner (B.) Czernowitz. 

„ „ Baumgartner, Jul., k. k. Finanz-Concipist (B.K.) Stein a. d. Donau. 

„ „ Beck Ritter V. Mannagetta, Dr. Günther, Custos 
und Vorstand der botanischen Ahtheilung des k.k. 
naturh. Hofmuseums, IX., Bleicherg. 13 (B. K.) Wien. 

„ „ Beer, Berthold, Dr., IX., Maximilianplatz 13 , Wien. 

„ „ Berg, Dr. Carl, Director des Museums (Z.) . . Buenos -Ayres. 

„ „ Berger, Albert, Lithograi^h, VIII., Tigergasse 17 

(Z. B. L.) Wien. 

„ „ Bergh, Dr. Eudolf, Professor, Primararzt, Vester- 

gade 26 (Z.) Kopenhagen. 

30 „ „ Bergroth, Dr. Ewald, Finland (Z.) Tammerfors. 

„ „ Bernhauer, Dr. Max, Notars-Substitut (C.) . . Stockerau. 

„ „ Beiitliin, Dr. Hein., Director der Handelsschule, 

St. Georg, Hansaplatz 2 (Z. C.) Hamburg. 

„ „ Beutl, Johann, Bürgerschul-Lehrer, III./ 1, Barich- 
gasse 12 (B. K.) Wien. 

„ „ Birnbacher, Josef, Hofrath am k. k. Verwal- 

tungs- Gerichtshofe, III., Schützengasse 9 (C.) . Wien. 

„ „ Bisching, Dr. Anton, k. k. Schulrath, Ober-Real- 

schul-Professor i. P., IV., Alleegasse 30 (Z. B.) Wien. 

„ „ Bischof, Josef, Stud. med., XVIII., Leitermeier- 
gasse 45 (Z.) Wien. 

„ „ Blasius, Dr. R., Prof., Inselpromenade 13 (Z. 0.) Braunschweig. 

„ „ Blasius, Dr. Wilhelm, Director am herzogl. natur- 
historischen Museum, Gaussstrasse 17 (Z. B. 0.) Braunschweig. 

„ „ Bobek, Casimir, Professor, St. Anna .... Krakau. 
40 „ „ Bohatsch, Otto, Kaufmann, V., Ziegelofeng. 3 (L.) Wien. 

„ „ Bornmüller, Josef, Thüringen (B.) Berka a. Ilm. 

„ „ Brauer, Dr. Friedrich, Custos am k. k. natur- 
histor. Hofmuseum und Professor der Zoologie 
an der Universität, IV., Schaumburgerg. 18 (Z.) Wien. 

,, „ Braun, Heinrich, XI./l, Simraeringer Haupt- 
strasse 9 (B. K.) Wien. 

„ „ Brauneis, Dr. Alfons, IX./2, Marianneng. 13 (L.) Wien. 

„ „ B r eidler, J., Architekt, Schillerstrasse 54 (B. K.) Graz. 

„ „ Breit, Josef, Privatbeamter, VII./ 1, Mariahilf er- 

strasse 120 (C.) Wien. 

„ „ Bresadola, R.G., Piazzetta dietrol2, ilDuomo(K.) Trient. 

„ „ Bruce, Dr. S. N., 34, Kensington Gardens Square London. 

„ „ Brunner V. Wattenwyl, Dr. Carl, k. k. Hofrath 

i. P., VIII., Trautsohngasse 6 (Z.) Wien. 



Mitglieder -Vei zcicbuiss. 



VII 



He IT Briiuiithaler, Josef, Privat beamter, IV. /2, Igel- 
gasse 11 (B. K.) Wien. 

„ Brusina, Spiridion, Universitäts-Professor und 

Director des zoologischen Museums (Z. 0.) . . Agram. 

„ Burgerstein, Dr. Alfred, Gjmn.-Prof. u. Privat- 

Docent an der k.k.Univ., II./l,Taborstr. 75 (B.K.) Wien. 

„ Calberla, Heinrich, Bürgerwiese 8 (L.) . . . Dresden. 

„ Carus, Dr. Victor v., Prof. an der Universität (Z.) Leipzig. 

„ Gassi an, Joh. Ritt, v., Dir. d. DampfschifFf.-Ges. Wien. 

„ Celerin, Dominik, Magister der Pharmacie, I., 

Wollzeile 13 (B. K.) Wien. 

„ Chimani, Dr. p]rnst, k. u. k. General-Stabsarzt, 

I., Rothenthurmstrasse 27 (Z.) Wien. 

„ Chimani, Dr. Otto, Apotheker (B.) Polnisch-Ostrau. 

„ Chyzer, Dr. Cornel, k. Ministerialrath, Länczhid- 

utcza 6 (Z.) Budapest. 

„ Cidlinsky, Carl, k. k. Postcassier, III., Erdberger- 

strasse 39 (C.) Wien. 

„ Cischini, Franz Ritter v., k. k. Staatsanwalt, 

I., Schultergasse 5 Wien. 

„ Claus, Dr. C, k. k. Professor der Zoologie i. R., 

Hofrath, XIX./l, Prinz Eugenstrasse 13 (Z.) . Wien. 

„ Cohelli, Dr. Ruggero de (Z.B.) Roveredo. 

„ Csato, Joh. V., Gutsbesitzer, Vicegespan, k. Rath, 

Ungarn (B. 0.) Nagy-Enyed. 

„ Csokor, Dr. Johann, Professor amk.k. Thierarznei- 
Institut (Z.) Wien. 

„ Cypers V. Landrecy, Victor, beiHohenelbe (B.K.) Böhm.-Harta. 

„ Czapek, Dr. Friedrich, k. k. Professor an der deut- 
schen Universität (B.) Prag. 

„ Dalberg, Friedrich Baron, k. u. k. Kämmerer, 

I., Weihburggasse 21 (0.) Wien. 

„ Dalla Torre, Dr. Carl v., k. k. Universitäts-Pro- 
fessor, Meinhardtstrasse 12 (Z. B. 0.) . . . . Innsbruck. 

„ Damiaiiitsch, Martin, k. und k. General- Auditor 

i. P., IV., Favoritenstrasse 1 Wien. 

Frau Damiaiiitsch, IV., Favoritenstrasse 1 . . . . Wien. 
Herr Dam in, Narcis, Prof. d. naut. Schule, Croatien (Z.) Buccari. 

„ Degen, Dr. Arpäd v., Leiter der k. ung. Samen- 

Controlstation, Sändorgasse 4 (B.) Budapest. 

„ Degenkoll), Hermann, Rittergutsbesitzer in 

Sachsen (B.) Rottwerendorf. 

„ Demi, Arnold, Dr. med., XIIL, Hietzinger Haupt- 
strasse 11 (C.) Wien. 



VIII 



Mitglieder -Verzeichniss. 



P. T. Herr Dewoletzky, Dr. Rudolf, Gymnasial-Professor, 

Gymnasiumgasse 4 (Z. B.) Czernowitz. 

„ „ Dimitz, Ludwig, k. k. Ministerialrath, VIII., 

Laudongasse 16 (Z.) Wien. 

„ „ Doli, Eduard, Realschul-Director, I., Ballgasse 6 Wien. 

„ „ Dörfler, Ignaz, Director der botanischen Tausch- 

anstalt, III./l, Barichgasse 36 (B.) .... Wien. 
80 „ „ Dolenz, Victor, Professor an der deutschen Staats- 
Realschule (Z.) . , Budweis. 

„ „ Dräsche Freiherr v. Wartimberg, Dr. Richard, 

I., Giselastrasse 13 Wien. 

„ Frau Draskovich v. Trakostjan, Marie Gräfin, 

Ungarn Nemet-Ujvär. 

„ Herr Drude, Dr. Oscar, Professor und Director des 

botanischen Gartens (B. K.) Dresden. 

„ „ Dumba, Nikolaus, Herrenhaus-Mitglied, I./l, Park- 
ring 4 Wien. 

„ „ DzieduszycM, Graf Wladimir, Franziskaner- 
platz 45 (Z. 0.) Lemberg. 

„ „ Eg-g-er, Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . Treibach. 

„ „ Ehrlich, Josef, k. k. Hofgärtner (B.) .... Laxenburg. 

„ „ Eichenfeld, Dr. Michael Ritter v., k. k. Ober- 
Landesgerichtsrath, VIII., Josefstädterstr 11 (B.) Wien. 
90 „ „ Ellis, J. B., Esq., New-Yersey, U. S. (K.) . . . Newfield. 

„ „ Em ich Ritter v. Emöke, Gustav, k. Truchsess, 

IV., Sebastianiplatz 8 (L.) Budapest. 

„ „ Entleutner, Dr. A. F., Privatgelehrter, Burg- 
graf enstrasse 14 (B.) Meran. 

„ „ Entz, Dr. Geza, Professor am Polytechnicum (Z.) Budapest. 

„ „ Escherich, Dr. Carl, Prebrunnstrasse (Z. C.) . Regensburg. 

„ „ Evers, Georg, Rector, Pastor a. D., Ferrina 2 (B.) Trient. 

„ Frl. Eysn, Marie, Imbergstrasse 10 (B.) Salzburg. 

„ Herr Fatio Victor, Dr. phil., Rue Beilot 1, Suisse (Z. 0.) Geneve. 

„ „ Fekete, Hochw. Gabr. Fidelis V., Priester, Steierm. U.-Premstätten, 
„ Felix, Dr. Paul v., I., Kärntnerring 10 (B.K.) . Wien. 
100 „ „ Feuer, Dr. David, Waiznerstrasse Budapest. 

„ „ Ficker, Gustav, Gymnasial-Professor, VI./l, Am- 
merlingstrasse 6 (Z.) Wien. 

„ „ Flgdor, Gustav, Grosshändler, IL, Kaiser Josef- 
strasse 38 Wien. 

„ „ Figdor, Dr. Wilh., Assistent am pflanzenphysiol. 

Institut der Universität, L, Kantgasse 3 (B. K.) Wien. 

„ „ Flatt V, Alföld, Carl, Güterdirigent, Comitat 

Bihar, Ungarn (B.K.) Elesd. 



Mitglieder - Vcrzeiclmiss. 



T. Herr Pleischmanu, Friedrich, XVIII./l, Michaeler- 
strasse 29 (L.) Wien. 

„ Flügel, Dr. Felix, Scheukendorferstrasse 9 . . Leipzig. 

„ Förster, J. B., N.-Oe. (K.) Rabensteiu. 

„ Fontaine, Cesar, Naturalist, Provinz Hennegau Papignies. 

„ Formänek, Dr. Eduard, Gymnasial-Professor, 

Anastasius Grüngasse 4 (B. K.) Brünn. 

„ Franjie, Hochw. P. Angelus Travnik. 

„ Frank, Dr. Johann, Advocat, I., Operngasse 8 . Wien. 

„ Franz, Carl, Doctor der Medicin, Mähren (K. 0.) Rossitz. 

„ Freyn, Jos., Civil-Ingen., Baurath, Smichow (B.) Prag. 

„ Friedrich, Dr. Adolf, Apotheker, XV., Schön- 

brunnerstrasse 26 Wien. 

„ Fritsch, Dr. Anton, Professor und Gustos am 

naturhistorischen Museum (Z.) Prag. 

„ Fritsch, Dr. Carl, k. k. a. o. Universitäts-Professor, 

VIII., Lederergasse 23 (B. K.) ...... Wien. 

„ Fritsch, Josef, Ober-Inspector der Aussig-Teplitzer 

Eisenbahn, Dammstrasse 801 (Z. B.) . . . . Teplitz. 

„ Fuchs, Dr. Johann, prakt. Arzt (L.) Stockerau. 

„ Fuchs, Josef, k. Rath, III., Hauptstrasse 67 . Wien. 

„ Fuchs, Theodor, Director der geologisch-paläonto- 
logischen Abtheilung des k. k. naturhistorischen 
Hofmuseums, IX., Nussdorferstrasse 25 (Z. B. K.) Wien. 

„ Gallenstein, Hans v., k. k. Professor an der 

Staats-Ober-Realschule (Z.B.) Görz. 

„ Gander, Hochw. Hieron., Canonicus, Tirol (B. K.) Innichen. 

„ Gangibauer, Ludwig, Custos am k. k. natur- 
historischen Hofmuseum, IV., Hauptstr. 40 (C.) Wien. 

„ Garbowski, Thadd. Ritter v., Dr. phil., Assistent 
am I. zoologischen Institut an der Universität, 
VIII., Florianigasse 23 (Z. L.) Wien. 

„ Garcke, Dr. August, Professor und Custos am k. 

botan. Museum, Gneisenauerstrasse 20 (B.) . . Berlin, S. W. 

„ Geitler, Leopold, k. u. k. Artillerie-Hauptmann Jaroslau. 

„ Genersich, Dr. Anton v., Prof., Ullöi-ut 24 (Z.) Budapest. 
Frau Gerold, Rosa v., I., Postgasse 6 (B.K.) . . . Wien. 
Herr Ginzberger, August, Dr. phil., II./2, Fugbach- 
gasse 3 (Z. B. K.) Wien. 

„ Glowacki, Julius, Prof. am Landes-Real-Gymn. Cilli. 

„ Goldschmidt, Friedrich Wilhelm, I./l, Heinrichs- 
gasse 2 (Z. B. C. L.) Wien. 

„ Goldschmidt, Theodor Ritt, v., k. k. Baurath, 

I., Kärntner ring 15 Wien. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. b 



X 



Mitglieder - Verzeichuiss. 



P. T. Herr Gondola-Ghedaldi, Baron Gravosa. 

„ „ Graf fe, Dr. Eduard, Inspector der k.k. zoologischen 

Station, S. Andrea 2 (Z.) Triest. 

„ „ Gremblicli, Hochw. Julius, Gymn. -Prof., Tirol (B.) Hall. 

„ „ Gr im US Ritt. v. Grimburg, Carl, Professor (B.) St. Pölten. 
„ Grobben, Dr. Carl, Univ.-Prof., XVIII./l, Anton 

Frankgasse 11 (Z.) Wien. 

„ „ Gross, Heinrich, Garstener Strasse 9 (L.) . . . Steyr. 
„ „ Grossbauer, Fritz v., k. k. Eentcassier, Post 

Isper, N.-Oe. (K.) Roregg. 

140 „ „ Grunow,Alb.,Chemiker d.Metallwfab., N.-Oe. (K.) Berndorf. 
„ „ Gsangler, Hochw. Anton, Consistorialrath, Rector 

des Piaristen-Collegiums (C.) Krems. 

„ Günner, Dr. Anton, IV./2, Favoritenstr. 23 (B.) . Wien. 

„ Haas, Dr. Carl, k. k. Prof., VI./2, Matroseng. 8 (B.) Wien. 

„ „ Hab erler, Franz R. v., Dr. jur., I., Bauernmarkt 1 Wien. 

„ Habich, Otto, Fabrikant, XVII./l, Geblerg. 66 (L.) Wien. 

„ „ Hackel, Eduard, Gymnasial-Professor (B.) . . St. Pölten. 

„ „ Hacker, Hochw. P.Leopold, Pfarrer, N.-Oe. (Z.C.) Gansbach. 

„ „ Haläcsy, Eugen V., Dr. med., VII., Schrankg.l (B.) Wien. 

„ „ Halfern, Friedrich v.,Gutsbes,, bei Aachen (Z.C.) Burtscheid. 
150 „ „ Hampe, Dr. Hermann, Hof- u. Gerichts-Advocat, 

I., Herrengasse 6 Wien. 

„ „ Handlirsch, Anton, Assistent am k. k. natur- 

histor. Hofmuseum, IV., Rubensgasse 5 (Z.) . Wien. 
„ „ Hartmann, Ferdinand, Privatbeamter, V., Matz- 

leinsdorferstrasse 56 (Z.) Wien. 

„ „ Hatschek, Dr. Berthold, Professor der Zoologie 

an der Universität (Z.) Wien. 

„ „ Hauer, Franz R. v., Hofrath, I., Burgring 7 . Wien. 

„ „ Haussknecht, Dr. Carl, Professor d. Botanik (B.) Weimar. 
„ „ Hecke, Ludwig, Assistent an der Hochschule für 

Bodencultur, VIII., Lederergasse 8 (K.) . . . Wien. 

„ „ Hede mann, Wiih. v., Ny Toldbadgade 37 (L.) . Kopenhagen, 

„ „ Heeg, Moriz, Privatbeamter, IL, Circusg 35 (K.) Wien. 

„ Heiden, Leopold, Oberlehrer, VII., Kandelg. 30 (C.) Wien. 
160 „ „ Heid er, Dr. Arthur R. v., Professor der Zoologie 

an der Universität, Mailfredygasse 4 (Z ) . . Graz. 

„ „ Heider, Dr. Carl, Professor der Zoologie (Z.) . Innsbruck. 

„ „ Heidmann, Hochw. Alberik, Abt des Stiftes . Lilienfeld. 
„ „ Heimerl, Dr. Anton, Prof. a. d. Staats-Realschule 

im XV. Bezirk, XIIL/2, Hadikgasse 34 (Z. K.) Wien. 
„ „ Heinz, Dr. Anton, Professor der Botanik an der 

croatischen Universität (B.) Agram. 



Mitglieder -Verzeichuiss. 



XI 



T. Herr Heiuzel, Ludwig, Doctor der Medicin, VII., 

Kirchengasse 3 (B.) Wien. 

„ Helfert, Dr. Josef Alex. Freih. v., geh. Rath, Exc. Wien. 

„ Heller, Dr. Camillo, Universitäts-Prof. i. R, (Z.) Innsbruck. 

„ Heller, Dr. Carl M., Custos d. k. zool. Mus. (Z. C.) Dresden. 
Frau Henneberg, M., geb. Hinterhuber, IX. /2, 

Hoefergasse 12 Wien. 

Herr Hensch, Dr. Andreas, k. u. k. Regiments-Arzt, 

IX./l, Müllergasse 14 (Z. C.) Wien. 

„ Hepperger, Dr. Carl v., Advocat (B.) .... Bozen. 

„ Hetschko, Alfred, Professor der Lehrerbildungs- 
anstalt (Z. C.) Teschen. 

„ Heyden, Dr. L. v., Bockenheim, Schlossstr. 54 (C.) Frankfurt a. M. 

„ Hinterberger, Hugo, Lector für Photographie a. 

d. k. k. Univ., IX./2, Pelikang. 18 (alle Sectionen) Wien. 

„ Hirschke, Hans, k. u. k. Hauptmann, IV./2, 

Weyringergasse 13 (B. L.) Wien. 

„ Hochstetter, Dr. Ferdinand, k. k. Univ.-Prof. (Z.) Innsbruck. 

„ Hönig, Rud., k. k. Reg.-Rath, IV., Waaggasse 8 Wien. 

„ Hopf fg arten, Baron G. Max, b. Langensalza (C.) Mülverstedt. 

„ Hormuzaki, Constantin v., Josefsg. 8 (B. C. L.) Czernowitz. 

„ Hornung, Carl, Apoth., Blumenzeile 15, Siebenb. Kronstadt. 

„ Horväth, Dr. Geza v., Director am National- 

Museum (Z.) Budapest. 

„ Hütterott, Georg v., kais. Japan. Consul . . Triest. 

„ Hummler, Gustav Paganetti, Entomolog, Süd- 

Dalmatien, bei Cattaro (Z. C.) Castelnuovo. 

„ Hungerbyehler Edler v. Seestätten, Julius, 

I., Wollzeile 23 (Z. B. K. L.) Wien. 

„ Hu SS, Armin, Professor am evang. Collegium (L.) Eperies. 

„ Huter, Hochw. R., Pfarrer, Tirol, Post Sterzing (B.) Ried. 

„ Hutten V. Klingenstein, Moriz, k. u. k. Major 

a. D., Steiermark (L. Z.) Marburg. 

„ Jaworowski, Dr. Anton Ritt, v., Professor am 

IV. Gymnasium (Z.) Lemberg. 

„ Jeannee, Dr. Josef, I., Pestalozzigasse 3 (L.) . Wien. 

„ Juränyi, Dr. Ludw., Univ.-Prof. der Botanik (B.) Budapest. 

„ Jurinac, Dr. Adolf E., Prof. am Gymn., Croatien Warasdin. 

„ Kabät, Jos. Em., Zuckerfab.-Dir., Böhmen (B. K.) Welwarn. 

„ Karell, Ludwig, Dr. phil., Fachlehrer und Schrift- 
steller, IV., Schleifmühlgasse 13 (Z.) .... Wien. 

„ Karlinski, Dr. J. v., k. u. k. Regiments- und 

Bezirks-Arzt, Bosnien (Z.K.) Visoko. 

„ Kaufmann, Josef, IV., Rubensgasse 5 (Z. C.) . Wien. 



XII 



Mitglieder -Verzeichniss. 



P. T. Herr Keissler, Carl Eitt. v., Dr. phil., XIII., Cumber- 

landstrasse 10 (B. K.) Wien. 

„ „ Keller, Louis, Bürgerschullehrer, VI./2, Mollard- 
gasse 29 (B.) Wien. 

„ „ Kempny, Dr. Peter, prakt. Arzt, N.-Oe. (Z. L.) Gutenstein. 

„ „ Kerner E. V. Marli au n, Dr. Anton, Universitäts- 
Professor, Dir. des botan. Gartens, Hofrath (B.) Wien. 
200 „ „ Kerner, Josef, Hofrath, Landesgerichts-Präsident 

i. E., Faberstrasse 6 (B. K.) Salzburg. 

„ „ Kernstock, E., Eealschul-Prof., Wulfeng. 11 (K.) Klagenfurt. 
„ Khek, E., dipl. Apotheker, XVII., Jörgerstr. 64 (B.) Wien. 

„ „ Kindervater, Emil, Buchhalter, VIII./ 1, Koch- 
gasse 19 (L.) Wien. 

„ „ Kinsky, Fürst Ferdinand, Durchlaucht . . . Wien. 

„ „ Kissling, Hochw. P. Benedict, Pfarrverweser (B.) Scliwarzeubadia.d.Gölsoii. 

„ „ Klemensiewicz, Dr. Stanislaus, Gymnasial-Pro- 

fessor, Kurkowagasse 2 d (Z. L.) Lemberg. 

„ „ K 1 b, Dr. AI., Hof- und Gerichts -Advocat, I., Maxi- 
milianstrasse 4 (B.) Wien. 

„ „ Kmet, A., röm.-kath. Pfarrer, b. Schemnitz (B. K.) Prencow. 

„ „ Knapp, Josef Armin, naturhist. Hofmuseum (B.) Wien. 
210 „ „ Knauer, Dr. Bl., k.k. Schulrath, VIII., Bennog. 31 Wien. 

„ „ K n au er, Dr. Friedrich, III./2,Sophienbrückeng. 15 Wien. 

„ „ König, Anton, Dr. phil., Gymnasial-Professor, 

Langegasse 110, Böhmen (Z.) Saaz. 

„ König, Dr. H., Arzt, VIII., Barossg. 81 (Z.B.K.O.) Budapest. 

„ „ Kohl, Franz Fr., Gustos -Adjunct am k. k. natur- 
historischen Hofmuseum, XVIII., Canong. 19 (Z.) Wien. 

„ „ Kolombatovic, Georg, k. k. Professor an der 

Gber-Eealschule Spalato. 

„ „ Körle wie, Anton, Professor am Ober-Gymnasium Agram. 

„ „ Kornhuber, Dr. Andreas, k. k. Hofrath, V./l, 

Kettenbrückengasse 3 (Z. K.) Wien. 

„ „ Kraatz, Dr. G., Präsident der deutschen entomo- 
logischen Gesellschaft, Linkstrasse 28 (C.) . . Berlin, W. 

„ „ Krankel, Dr. J., k. u. k. Ober-Stabsarzt, IV./l, 

Hechtengasse 2 Wien. 

220 „ „ Krasser, Dr. Fr., Privatdocent an der k. k. Uni- 
versität, XVIII., Staudgasse 47 (B. K.) . . . Wien. 

„ „ Kraus, Dr. M. C., Director der k. bayer. Akademie 

f. Landwirthschaft, Ober-Baiern, bei Freising (B.) Weihenstephan. 

„ „ Krauss, Dr. Hermann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 (Z.) Tübingen. 

„ „ Kr ist, Dr. Josef, k.k. Landes-Schulinspector i. E., 

Halbarthgasse 12 Graz. 



Mitglieder -Verzeicliuiss. XIII 

P. T. Herr Kroüfeld, Dr. Moriz, Eedacteur des „Fremdeii- 

blatt", I./l, Wollzeile 17 Wien. 

„ „ Krueg, Julius, Doctor der Medicin, Döbling (Z.) Wien. 

„ „ Kubes, P. Augustin, Quardian, Böhmen (B. Z.) . Schüttenbofen, 

„ „ Künstler, G. A., Realitätenbes., IX., Sobieskig. 25 Wien. 

„ „ Kulczynski, Ladislaus, k. k. Professor am 

St. Hyacinth-Gymnasium (Z.) Krakau. 

„ „ Kuiitze, Dr. Otto, Villa Girola, Italien (B. K.) . San Remo. 

„ „ Kurz, Aut., Privatbearater, III., Salesianerg. 8 (C.) Wien. 

„ „ Kurz, Carl, k. k. Medicamenten-Dir. in R., Böhmen Rokitzan. 

„ Lach, A.,städt. Oberlehrer, II.,Gr.Pfarrg. 17 (Z.C.) Wien. 

„ „ Lauche Wilhelm, fürstl. Liechtenstein'scher Hof- 

garten-Director (B.) .... Eisgrub. 

„ „ Lebzelter, Ferd., k. k. Polizei-Ober-Commissär, 

III., Ungargasse 30 Wien. 

„ „ Leder, Hans, Forscliungsreisender, Oesterreichisch- 

Schlesien (Z. C. L.) Jauernig. 

„ Leitgeb, Hw. P. L., Pfarrer, bei St. Pölten (B. K.) Pyhra. 

„ „ Leonhard!, Adolf Freih., Gutsbes., bei Wittingau Platz. 

„ „ Liechtenstein, Johann, reg. Fürst von und zu Wien. 

„ Linsbauer, L., Dr. phil., V./2, Kohlg. 53 (B.K.) Wien. 

„ „ Lippert, Chr., Hofrath, IV., Favoritenstr. 11 (K.) Wien. 

„ „ Low, Paul, IV., Kleine Neugasse 14 (Z.) . . . Wien. 

„ „ Loitlesberger, C, Gymnasial-Lehrer (K.) . . M.-Weisskirchen. 

„ „ Lorenz v. Liburnau, Dr. Ludwig, Custos am 

k.k. naturhist. Hofmuseum, VII., Burgg. 9 (Z. 0.) Wien. 

„ „ Lostorf er, Adolf, Dr. med., I., Wollzeile 3 . . Wien. 

„ „ Ludwig, Dr. Ernst, Hofrath, Prof. a. d. Univ. Wien. 

„ „ Ludwig, Josef, Bürgerschul-Director, XV. . . Wien. 

„ „ Lütke niüller, Dr. Johann, Primarius, IV., Flora- 
gasse 7 (B. K.) Wien. 

„ „ Luze, Gottfr., Bürgerschul-Lehrer, XVI., Veronica- 

ga.sse 25 (C.) Wien. 

„ „ Maggi, August, k. u. k. Hauptmann, N.-Oe., bei 

Kirchstetten Gross-Bruckhof. 

„ „ Maiwald, P. 7., Gymnasial-Professor, Böhmen (B.) Braunau. 

„ „ Mandl, Carl, Privatbeamter, IV. /l. Grosse Neu- 
gasse 44 (C.) Wien. 

„ „ Mantin, Georges, 54, Quai de Billy (B.) . . . Paris. 

„ „ Marchesetti, Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 

„ „ Maren zeller, Dr. Emil v., Custos am k. k. natur- 
historischen Hofmuseum, VIII., Tulpeng. 5 (Z.) Wien. 

„ „ Marktanner-Turneretscher, Gottlieb, Custos, 

Hauptplatz 11 (Z.B. K.) Graz. 



XIV 



Mitglieder -Verzeicliniss, 



P. T. Herr Maschek, A., fürstl. Rohan'scher Garten-Dir. (B.) Sichrow. 

„ „ Massopust, Hugo, Via Coroneo 23 Triest. 

„ „ May jun., Hugo, I./l, Kärntnerstrasse 31 (L.) . Wien. 

„ „ Mayerhofer, Carl, Ehren-Mitglied der k. k. Hof- 
oper, XIII., Hietzinger Hauptstrasse 13 (B. K. 0.) Wien. 
260 „ „ Mayr, Br. Gustav, kais. Rath, Professor, III, 

Hauptstrasse 75 (Z.) Wien. 

„ „ Mayr, Gustav, Betriebs-Inspector der Nordbahn, 

II./2, Nordbahnstrasse 32 (B.) Wien. 

„ „ Mazarredo, D. Carlo de, Berg- und Forst- 
Ingenieur, Claudio Coello 24 (Z. B.) . . . . Madrid. 

„ „ Meeraus, Dr. Emil, k. k. Minist.-Secretär (Z. C ) Triest. 

„ „ Mehely, Ludwig v., National-Museum (Z.) . . Budapest. 

„ „ Melichar, Dr. Leopold, k. k. Ministerial-Secretär, 

IX./3, Maximilianplatz 14 (Z. C.) Wien. 

„ „ Metzger, Anton, Beamter der I. österreichischen 

Sparcasse i. R., III., Siegelgasse 1 (L.) . . . Wien, 

„ „ Miebes, Hochw. Ernest, Provincial des Piaristen- 
ordens, 892/11 Prag. 

„ „ Mik, Josef, k. k. Schulrath, Professor am akademi- 
schen Gymnasium, III., Marokkanerg. 3 (Z. B.) Wien. 

„ „ Mitis, Heinrich Ritt, v., k. u. k. Militär-Official, 

XIII., Linzerstrasse 90 (L.) Wien. 

270 r n Moj sisovics V. Moj svar, Dr. August, k. k. Pro- 
fessor, Custos des Landesmuseums „Joanneum", 
Maiffredygasse 2 (Z.) Graz. 

„ „ Moll, Beruh. J., Cand. phil., IX./l, Serviteng. 7 (B.) Wien. 
„ Moll, Rud., Fabrikant, XIII., Lainzerstr. 15 (B. K.) Wien. 

„ „ Molisch, Dr. Hans, k.k. o. ö. Univ.-Prof., pflanzen- 
physiologisches Institut, Carlsplatz 3 (B.) . . Prag. 

„ „ Müller, Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt (C.) . . Bregenz. 

„ „ Müller, Hochw. Florian, Pfarrer, Post Lassee, 

bei Marchegg (B.) Groissenbrunn. 

„ „ Müller, Hugo M., I., Grünangergasse 1 . . . Wien. 

„ „ Müllner, Michael Ferdin., XIV./2, Reichsapfel- 
gasse 39 (Z. B.) Wien. 

„ „ Mulley, Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct (B.) Ober-Laibach. 

„ „ Natterer, Ludwig, k. u. k. Ober-Lieutenant im 

35. Infanterie-Regiraente, üfergasse 1 (C.) . . Pilsen. 
280 „ „ Nawaschin, Dr. Sergius v., Director des botan. 

Gartens an der Universität, Russland (B. K.) Kiew. 

„ „ Nedwed, Carl, Gutsbesitzer, P. Hegyfalu, Ungarn Szt.-György. 

„ „ Netuschi 11, Franz, k. u. k. Hauptmann, Militär- 
geographisches Institut (C.) Wien. 



Mitglieder -Verzeicbniss. 



Herr Neufelliier, Carl. Privatbeamter, I./l, Aiiglo- 

Wechselhaus, Heidenscliuss 3 (Z. C. L.) . . . Wien. 
„ Neugeb au er, Leo, Direetor der k. u. k. Mariuc- 

Eealschule (B.) Pola. 

„ Nickerl, Ottokar, Doctor d. Med., Nr. 779/11 (Z.) Prag. 
„ Nietsch, Dr. Victor, Prof. a. d, Staats-Realschule Graz. 
„ Nonfried, Anton, Gutsbesitzer, Böhmen (C.) . Rakonitz. 
„ Ofeiiheimer, Autoii, IV., Belvederegasse 6 . . Wien. 
„ Osten-Sackeu, Carl Robert Freih. y., Wrede- 

platz 1 (Z.) Heidelberg. 

„ Ostermeyer, Dr. Franz, Hof- und Gericlits- 

Advocat, I., Bräunerstrasse 11 (Z.B.K.) . . . Wien. 
„ Palacky, Dr. Joh., Prof. a. d. Univ., Direetor des 

geographischen Cabinets, Krakauerg. 11 (Z. B. 0.) Prag. 
„ Palla, Dr. Eduard, Privat-Docent an der Univ., 

Assistent am botan. Garten, Leechgasse 22 E (B.) Graz. 
„ Palm, Jos., Dir. a. Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis (Z.) Ried. 
„ Paltauf, Dr. Richard, Universitäts- Professor, 

IX. /3, Lackirergasse 1 (Z. K.) Wien. 

Pantocsek, Dr. Josef, Sanitäts-Rath, Direetor des 

kgl. ung. Landes-Krankenhauses (B. K.) . . . Pressburg. 
„ Paszlavszky, Josef, Realschul -Professor, IL, 

Batthyänygasse 8 (Z.) Budapest. 

„ Paul, Josef, Apotheker, Marktplatz 80 (B.K.) . Mähr.-Schönberj: 
„ Pausinger, Felix v., Stud. phil., VIII./l, Wicken- 

burggasse 3 (Z. C. L. 0.) Wien. 

„ Pechlaner, Ernst, Prof. a. d. Handels -Akad. (B.) Innsbruck. 
Frl. Pehersdorf er, Anna, Fachlehrerin, O.-Oe. (B.K.) Steyr. 
Herr Pelikan v. Plauenwald, Ant. Frh. v., k. k. Vice- 

Präs. u. Fin.-Land.-Dir. i. R., Seilerstätte 12 (C.) Wien. 
„ Penther, Dr. Arnold, IX., Währingerstrasse 5 (Z.) Wien. 
„ Pfannl, Edm., Realitätenbesitzer, N.-Oe. (Wiener 

Adresse: VI., Webgasse 7), Post Freiland (Z. 0.) Lehenrotte. 
„ Pfeiffer, Hochw. Anselm, Prof. am Gymn. (B.) Kremsmünster. 
„ Pfeiffer Ritt. v. Wollheim, Ferd., Secretär der 

k. k. Südbahn-Ges., IV. /2, Weyringerg. 11 (K.) Wien. 
„ Pfoser, Hochw. Gottfried, Prof. am k. k. Schotten- 
gymnasium, I./l, Freiung 6 (B.) Wien. 

„ Pf urt scheller, Dr. Paul, Gymnasial -Professor, 

m./l, Streichergasse 10 (Z. L.) ...... Wien. 

„ Pier er, Dr. F. S. J., Schiflfsarzt i. R., Ob.-Oe., an 

der Kremsthal-Bahn (Z. 0.) St. Marien. 

„ Pinker, Rudolf, Revident der k. k. österr. Staats- 
bahnen, VI./2, Wallgasse 17 (C.) Wien. 



XVI 



Mitglieder -Vei-zeicliuiss. 



310 P. T. Herr Piutner, Dr. Theodor, Couservator am I. zoologi- 
schen Institut der Universität (Z.) Wien. 

„ „ Piringer, M., Oberlehrer, IV., Alleegasse 11 (B. C.) Wien. 

„ „ Platz, Graf Josef, k. k. Bezirks-Commissär, Frosch- 
heimer Hauptstrasse 21 (Z. B. 0.) Salzburg. 

„ „ Pokorny, Emanuel, Dir. d. Handels-Akademie (Z.) Troppau. 

„ „ Preis secker, Dr. Carl, k. k. Commissär der 

General-Direction der Tabakregie Wien. 

„ „ Preissecker, Fr., XIX. /l, Prinz Eugenstr. 15 (L.) Wien. 

„ „ Preissmann, Ernest, k. k. Aich-Ober-Inspector, 

Burgring 16 (B.) Graz. 

„ „ Preudhomme de Borre, Alfred, Villa de la 

Fauvette, pres Geneve, Schweiz (C.) .... Petit Saconnex. 

„ Prinz, Johann, Ober-Inspector der Nordbahn, 

II./2, Franzensbrückenstrasse 14 (L.) .... Wien. 

„ „ Protits, Georg, Dr. phil., Gymnasial-Lehrer (B. K.) Serajewo. 
320 „ „ Püngeler, Rudolf, Amtsrichter, Bismarckstr. 99, 

bei Aachen (L.) Burtscheid. 

„ „ Rebel, Hans, Dr. jur. et phil., Assistent am naturh. 

Hofmuseum, VI., Magdalenenstrasse 14 (Z. L.) . Wien. 

„ „ Rechinger, Carl, Dr. phil., Assistent an der 

Universität, IV./l, Wohllebengasse 19 (B.) . . Wien. 

„ Frau Redtenbacher, Helene, Lehrerin, XVIII., Gjm- 

nasiumgasse 27 (B. K.) Wien. 

„ Herr Redtenbacher, Josef, Prof., IV./l, Phorusg. 5 (Z.) Wien. 

„ „ Reichert, Carl, Mikroskop -Fabrikant, VIII./2, 

Bennogasse 24/26 (Z.) Wien. 

„ „ Reimoser, Eduard, Fachlehrer, N.-Oe. (B. C.) . Feldsberg. 

„ „ Reiser, Othmar, Custos am Landes-Museum (Z. 0.) Serajewo. 

„ „ Reiss, Dr. Franz, prakt. Arzt, bei Klosterneuburg Kierling. 

„ „ Reitter, Edmund, Entomologe, Mähreu (Z. C.) . Paskau. 
.330 „ „ Rettig, Heinrich, k. k. botan. Gärtner, XVIII./l, 

Anastasius Grüngasse 12 (B.) Wien. 

„ „ Reuss, Dr. August Leop. Ritt, v., Professor, I., 

Wallfischgasse 4 Wien. 

„ „ Rey, Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 . . . . . Leipzig. 

„ „ Richter, Ludwig, VI., Andrässy-ut 3 (B.) . . Budapest. 

„ „ Rimmer, Dr. Franz, Seminarlehrer (K.) ... St. Pölten. 

„ „ Robert, Franz v., L, Zedlitzgasse 4 Wien. 

„ „ Röder, V. v., Rittergutsbes., Herzogth. Anhalt (Z.) Hoym. 

„ „ Rösler, Dr. L., Director der k. k. chemisch- 
physikalischen Versuchsstation (B. K.) .... Klosterneuburg. 

„ „ Ronniger, Ferd., Disponent, I., Rothethurmstr. 15 Wien. 

„ „ Rossi, Ludwig, k. und k. Hauptmann (B.) . . . Karlstadt. 



Mitglieder -Veizcicluiiss. 



XVIT 



T. Herr Rossmanit, Dr. Theodor Ritt, v., k. k. Geueral- 

Secretär der Börsekammer, I., Börseplatz 3 . Wien. 

„ Rothschild, Albert, Freiherr v Wien. 

„ Rothschild, BaroiiXathaiiiel,IV.,Theresianumg. Wien. 

„ Rüper tsberger, Hochw. Mathias, Pfarrer, Post 

Mühldorf, Niederösterreich (C.) Nieder-Rauiu 

„ Salter, Sigmund, IX./3, Lackirergasse 6 (Z. B.) Wien. 

„ Sandanj, F. J., k. k. Polizei-Rath i. R., I./l, 

Seilerstätte 10 (B.) Wien. 

„ Scherffel, Aladar, Privatier, Ungarn (B. K.) , Iglo. 

„ Schieferer, Mich., Ruckerlberg, Fischerg. 82 (L.) Graz. 

„ Schierholz, Dr. C, Chemiker, III., Kegelg. 2 a (Z.) Wien. 

„ Schima, Dr. Carl, k. k. Ministerial-Concipist, 

II.y 2, Circusgasse 40 (L.) Wien. 

Frau Schloss, Natalie, I., Strauchgasse 2 (B.) . . . Wien. 

Herr Schnabl, Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 63 (Z.) Warschau. 

„ Schollmayer, Heinrich, fürstl. Schönburg'scher 
Oberförster, bei St. Peter, P. Grafenbrunn, Krain 

(alle Sectionen) Masun. 

Scholtys, Alois, Assistent in der k. k. Hofzucker- 
bäckerei, I./l, Hofburg Wien. 

„ Schopf, Adolf, Fachlehrer, III./l, Apostelg. 22 (ß.j Wien. 

„ Schreiber, Dr. Egyd, Dir, d, Staats-Realsch. (Z.) Görz. 

„ Schrötter Ritter v. Kristelli, Dr. Hermann, 

IX., Mariannengasse 3 (B.) Wien. 

„ S ehr oll, Anton, Kunstverlag, I., Maximilianstr. 9 Wien. 

„ Schuler, Johann, Professor an der k. u. k. Marine- 
Akademie (K.) Fiume. 

„ Schuster, Adrian, Professor an der Handels- 
Akademie, IV. /l, Hechtengasse 5 (C.) . . . Wien. 

„ Schwarz, Baron Carl v., Villa Schwarz . . . Salzburg. 

„ Schwarz-Senborn, Wilhelm Freih. v., Excell. Wien. 

„ Schwarzenberg, Fürst Adolf Josef, Durchl. . Wien. 

„ Scudder, Samuel, Professor am Harward College, 

156, Brattie Street, U. S. (Z. L.) Cambridge, 

„ Siebeck, Alexander, fürstl. Khevenhüller'scher 

Ober-Forstmeister, N.-Oe. (Z.) Riegersburg. 

„ Siebenrock, Friedrich, Custos-Adjunct am k. k. 

naturhistorischen Hofmuseum, I., Burgring 7 (Z.) Wien. 

„ Siegmund, Wilhelm jun., Böhmen Reichenberg. 

„ Sigl, Hochw. P. Udiskalk, Gymnasial-Director . Seitenstetten. 

„ Skalitzky, Dr. Carl, k. k. Hofrath, VIII./l, 

Wickenburggasse 14 (C.) Wien. 

„ Sohst, C. G., Johns Allee 9 Hamburg. 

Z. ß. Ges. B. XLVII. C 



XVI II 



Mitglieder -Vcrzeichniss. 



370 P. T. Herr Sostaric, Max, Cand. phil., VIII./l, Lammgasse 12 Wien. 
„ „ Spaeth, Dr. Franz, Magistrats-Beamter, III./l, 

Hauptstrasse 26 (C.) Wien. 

„ „ Stäche, Dr. G., k. k. Ober-Bergrath, Director 

der geologischen Eeichsanstalt Wien. 

„ Stapf, Dr. Otto, Privat-Docent a. d. Univ. Wien, 

derz. Assistant for India am Herbarium der 

Eoyal Gardens, 2, Clarence Eoad, England (B. K.) Kew. 
„ „ Stein dachner, Dr. Fr., k. u. k. Hofrath, Director 

des k. k. naturhistorischen Hofmuseums (Z.) . Wien. 
„ „ Steiner, Dr. Julius, Prof. am Staats-Gymnasium, 

VIII., Florianigasse 29 (B. K.) Wien. 

„ „ Steinwender, Dr. Paul, k. k. Notar .... Salzburg. 
„ „ Stellwag V. Gar ion, Dr. Carl, Hofrath, k. k. 

Universitäts-Professor Wien. 

„ „ Sternbach, Otto Freiherr v., k. u. k. Oberst i. P. Bludenz. 

„ Steuer, Ad., Dr. phil., VIII./l, Laudong. 16 (Z. 0.) Wien. 

380 „ „ Stieglitz, Hochw. Franz, Domherr, Walterstr. 8 Linz. 

„ „ Stierlin, Dr. Gustav, Schweiz (C.) Schaffhausen. 

„ „ Stockmayer, Dr. Siegfried, S., Districts-Arzt, 

N.-Oe. (B.K.) Unt.-Waltersdorf. 

„ „ Strasser, Hochw. P. Pius, bei Eosenau (K.) . Sonntagsberg. 
„ Strauss, G., Sparc.-ßeamt., VII., Neubaug. 76 (C.) Wien. 
„ Strauss, Leop., Fachlehrer, V./2, Tichtelg. 15 (C.) Wien. 
„ „ Strobl, Hochw. P. Gabriel, Gymn.-Dir. (Z. C.) ildmont. 
„ „ Sturany, Dr. Eudolf, VI., Kaserngasse 7 (Z.) . Wien. 
„ „ S tu ssiner, Josef, k. k. Postcontrolor, Wiener- 
strasse 15 (Z. C.) Laibach. 

„ „ S z y s z y 1 w i c z, Dr. Ignaz Eitt. v., Prof. a. d. land- 

wirthschaftl. Hochschule, bei Lemberg (ß. K.) Dublany. 
390 „ „ Tangl, Dr. Eduard, k. k. Universitäts-Professor, 

Albertinengasse 3 (B.) Czernowitz. 

„ „ Tempsky, Friedrich, Buchhändler Prag. 

„ „ Teuchmann, Fr., Zeichner, VII., Burggasse, 

Hotel Höller (B.) Wien. 

„ „ T ey her, Alois, Lehrer, III. /l, Barichgasse 23 (B.) Wien. 
„ „ Thomas, Dr. Friedrich, herzoglicher Professor, 

bei Gotha (Z. B. K.) Ohrdruf. 

„ „ T ob isch, Dr. J. 0., Districtsarzt, Kärnten (B. K.) Eosegg. 

„ Toldt, Carl, Stud. phil., IX./3, Ferstelgasse 6 (Z.) Wien. 

„ „ Tomasini, Otto E. v., k. u. k. Hauptmann (Z.) Eagusa. 

„ „ T Opitz, Anton, Schulleiter, bei Grein, Ob.-Oe. (B.) St. Nikola. 
„ „ Trail, Dr. James H. W., Universitäts-Professor 

der Botanik, Schottland (B.) Aberdeen. 



Mitglieder -Vcrzeichniss. 



XIX 



Herr Tremmel, Frz , Bürgerschullehrer, XVII., Rötzer- 
gasse 8 (Z.) . . . Wien. 

„ Treusch, Leopold, Beamter der I. österreichischen 

Sparcasse, I., Graben 21 (B.) Wien. 

„ Trexlerv. Lindenau, Theodor, Official der k.u.k. 

Reichs-Centraleassa, IX. /2, Fluchtgasse 6 (L.) . Wien. 

,. Troyer, Dr. Alois, Advocat, Stadt (C.) ... Steyr. 

Tscherniki, Carl, k. k. Hofgärtner (B.) . . . Innsbruck. 
Tschusi Ritter zu Schmidhoffen, Victor, bei 

HaUein (0.) Tännenhof. 

„ Uhl, Dr. Eduard, VI., Mariahilferstrasse 57 (B.) . Wien. 

„ Valenta Edler v. Marchthurn, Dr. A., k. k. 

Regierungs-Rath, Professor Laibach. 

„ Velenovsky, Dr. Josef, Professor der Botanik an 

der böhmischen Universität (B.) Prag. 

.. Verhoeff, C, Dr. phil., bei Bonn (Z.) .... Poppelsdorf. 
Terrall, (x, H., Sussex Lodge, England (Z.) . . Newmarket. 
Vesely, Josef, Vorstand der k. u. k. Hofburggarten- 
Verwaltung, I. (B.) Wien. 

„ Vielguth,Dr.F.,em.Apoth.,Schwazstr.27(B. K.) Salzburg. 
Vi erhapper, Friedrich, Cand. phil., IV./ 1, Wohl- 
lebengasse 15 (B.) Wien. 

,, Viertl, A., k. u. k. Hauptmann i. P., Frauziskaner- 

gasse 18 (C. L.) Fünfkirchen. 

„ Vogel, Franz A., k. k. Hof-Garteninspector, XIII. /l, 

Schönbrunn (B.) Wien. 

„ Vogl, Dr. August, k. k. Universitäts- Professor, 

k. u. k. Hofrath, IX., Ferstelgasse 1 . . . . Wien. 

„ Wachtl, Friedr., k. k. Prof. a. d. Hochsch. f. Boden- 

cultur, XVIII./l, Weinhauserstrasse 21 (alle Sect.) Wien. 

„ Wagner, Dr. Anton, k. u. k. Regiments -Arzt, 

Theresianische Akademie, N.-Oe. (Z.) .... Wr.-Neustadt. 

„ Wagner, Ernst, XVIII./l, Martinsstrasse 23 (L.) Wien. 

„ Wagner, Fritz, XVIIL/l, Martinsstrasse 23 (L.) Wien. 

„ Walter, Hw. J., P.-O.-P., Gym.-Prof., I., Herreng. 1 Prag. 

Walz, Dr. Rudolf, Gymnasial-Professor (Z.K.) . Stockerau. 

„ Washington, St. Bar. v., Schloss Pols, Steierm.(0.) Wildon. 

„ Wasmann, E., S. J., bei Roermond, Holland (Z. C.) Exaeten. 

„ Weinländer, Dr. Georg, Gymn. -Professor (Z. B.) Krems a. d. Donau. 

„ Weinzierl, Dr. Theod. Ritt, v., Vorstand d. Samen- 

Control -Versuchsstation, I., Ebendorferstr. 7 (B.) Wien. 

,. Weisbach, Dr. August, k. u. k, Ober-Stabsarzt, 

Sanitäts-Chef des 15. Corps Serajewo. 

. Weiser, F., k. k. Landesg.-Rath, IV., Hptstr.49 (B.j Wien. 

«* 



XX 



Mitglieder -Verzeichniss. 



P. T. Herr Werner, Franz, Dr. pliil., Assistent im II. zoolog. 

Institute der Universität, VIII, Josefsg. 11 (Z.) Wien. 

„ „ Werner,R.,Stud.med. vet.,X.,Himbergerstr.22(Z.) Wien. 

„ „ Wettstein Ritt. v. Westersheim, Dr. Richard, 

Professor an der deutschen Universität (B.) . Prag. 

„ „ Weyers, Josef Leopold, 35, Rue Joseph II. . Brüssel. 

„ „ Wichmann, Dr. Heinr., Laboratoriums-Vorstand, 

XVIII./l, Michaelerstrasse 25 (B. K.) . . . . Wien. 

„ „ Wied er mann, Hochw. Leopold, Pfarrer, Post 

Sieghartskirchen (B.) Rappoltenkirchen. 

„ „ Wierer v. Wierersberg, Ludwig, k. k. Bezirks- 
gerichts -Adjunct, Nieder Österreich Korneuburg. 

„ „ Wiesbauer, Josef, k. k. Postsparcasse-Beamter, 

VIII., Josefstädterstrasse 83 (C.) Wien. 

„ „ Wiesner, Dr. Julius, Hof rath, k. k. Professor der 

Botanik an der Universität (B. K.) .... Wien. 

„ „ Wilczek, Graf Hans, Excellenz, geh. Rath . . Wien. 

„ „ Wilhelm, Dr. Carl, Professor an der Hochschule 

für Bodencultur, XIX, Chimanistrasse 26 (B.) . Wien. 

„ „ Wingelmüller, Alois, Beamter der Staats-Eisen- 

bahngesellschaft, XVIII./ 1, Carl Ludwigstr. 6 (C.) Wien. 
„ Witting, Eduard, VII., Zieglergasse 27 (B.) . . Wien. 

„ „ Wocke, Dr. M. F., Klosterstrasse 10 (L.) . . . Breslau. 
„ Wolfert, A., Lehrer, XIII./l, Steckhoveng. 11 (B.) Wien. 

„ „ Wo 1 s z c z a k, Dr . Eust. , Prof. a. Poly technicum (B.) Lemberg. 

„ „ Worouin, Dr. M., Professor Wassili Ostroff 9, Lin. 

Haus 2 (K.) St. Petersburg. 

„ „ Wostry, Josef, Beamter im k. k. Finanz-Mini- 
sterium, XVIII./l, Sternwartestrasse 18 (Z. C.) Wien. 
„ Wright, Dr. Perc, Prof. d. Bot., Trinity Coli. (B.) Dublin. 

„ „ Zahlbruckner, Dr. Alexander, Assistent am k. k. 

naturh. Hofmuseum, VII./2, Neustiftg. 18 (B. K.) Wien. 

„ „ Zareczny, Dr. Stan., Prof. am III. Gymn. (Z.B.) Krakau. 
„ Zermann, P. Chrysost., Gymn.-Prof. (Z. C. 0.) Melk. 

„ „ Zickendrath, Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki (K.) Moskau. 
„ Zivotsky, J., ev. Katechet, IL, Praterstr. 78 (B.) Wien. 

„ „ Zugschwerdt, Oscar, Börse Vertreter der Credit- 

Anstalt, XV., Dingelstedtgasse 2 (C.) .... Wien. 

„ „ Zukal, H., Uebungslehrer an der k. k. Lehrerinnen- 
Bildungsanstalt, VIII., Lerchengasse 34 (K.) . Wien. 



Irrthiimer im Verzeichniss und Adressänderungen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung bekannt gegeben werden. 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



XXT 



Ausgeschiedene Mitglieder. 

1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Amrhein, Antou. 
„ „ Benda, Franz. 
y, „ Benseier, Friedrich. 
^ „ Bergen stamm, Julius 
Edler v. 

„ „ Bur meiste r, Heinrich. 
„ „ Erschoff, Nikolaus. 
„ „ Haszlinski, Friedrich. 
„ „ Horcicka, Carl R. 
„ „ Kaspar, Rudolf. 



P. T. Herr Koelbel, Carl. 

„ „ Margo, Theodor. 

„ „ Raimann, Dr. Rudolf. 

„ „ Rogenhofer, Alois. 

„ „ Scherfei, Aurel. 

„ „ Schiedermayr, Dr. Carl. 

„ „ Sennholz, Gustav. 

„ „ Senoner, Adolf. 

„ „ Stohl, Dr. Lucas. 

„ Tief, Wilhelm. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Binder, Franz. 

„ „ Bittner, Dr. Alex. 

„ „ Böhm, Franz. 

„ „ Breitenlohne r, Dr. Jos. 

„ „ Gr äff, Dr. Ludwig. 

„ „ Halbmayer, Ernst. 

„ „ Harasic, Ambros. 

„ „ Hiendlmayr, Anton. 

„ „ Kaudetzky, Em. 

„ K rafft, Dr. G. 

„ „ Kraus, Alois. 

„ „ Lichtenstern, Franz 

Freih. v. 

„ „ Maly, Carl. 



P. T. Herr Muhl, Oswald. 

„ „ Paszitzky, Dr. Eduard. 

„ „ Rakovac, Dr. Ladislav. 

„ „ Räthay, Emerich. 

„ „ Reuth, Emerich. 

„ Rollett, Dr. Emil. 

„ ,, Scheuch, Eduard. 

„ „ Schiffner, Rudolf. 

„ „ Seiler, Dr. Rudolf. 

„ „ Simony, Dr. Oscar. 

,, „ Strauss, Josef. 

„ „ Stummer, Dr. Rudolf. 

„ „ Tschör oh, Franz. 

„ „ Zabeo, Graf Alfons. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages durch 

Postnachnahme: 



P. T. Herr Adamovic, Alois. 
„ „ G rohmann, Hans. 
„ „ Köllner, Carl. 

„ Komers, Carl. 
„ „ Krebs, Otto. 
r, „ Procopianu, Aurel. 



P. T. Herr Rippel, Conrad. 
„ „ Schleicher, Wilhelm. 
„ „ Schräm, Otto. 
„ „ Simonkai, Ludwig. 

„ Strobl, Carl. 
„ „ Vojtek, Richard. 



XXII 



Lehranstalten unrl Bibliotheken. 



Lehranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 



Gegen Jahresbeitrag. 

Berlin: Königl. Bibliotliek. 

Brixen: Fürstbischöfliches Gymnasium Vincentinum. 
Brünn: K. k. erstes deutsches Ober-Gymnasium. (Nohn.) 
Dornhirn (Vorarlberg) : Communal-Ünter-Realschule. 
Feldkirch (Vorarlberg): Pensionat Stella matutina. 
Görs: Landesmuseum. 

„ K. k. Ober-Eealscbule. 

„ K. k. Ober-Gymnasium. (Q.) 
Graz: K. k. erstes Staats-Gymnasium. 
10 „ K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Kalkshurg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagenfurt: K. k. Ober-Gymnasium. 

Klausenhurg : Landwirthschaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Laibach: K. k. Lehrer-Bildungsanstalt. 

„ K. k. Staats-Ober-Eealschule. 
Lemberg: K. k. Polytechnikum. 
Leoben: Landes-Mittelschule. 
Linz: OefFentliche Bibliothek. 

„ Bischöfliches Knaben-Seminar am Freinberge. 
20 Ltissin: K. k. nautische Schule. 
Marburg: IL. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 
Meran: K. k. Gymnasium-Direction. 
Ober-Hollabrunn : Landes-Eealgymnasium. 
Oedenburg: K. kath. Ober-Gymnasium. 
Olmütz: K. k. Studienbibliothek. 

„ K. k. Ober-Eealschule. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 

„ K. k. Lehrer-Bildungsanstalt. 
30 Prag: K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt. 

„ Botanisches Institut der k. k. deutschen Universität. 

„ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchu.) 
Przibram: K. k. Lehrer-Bilduugsanstalt. 



Lebianstaltcii und Bibliotliokcn. 



XXIII 



Eied (Ober-Oesterreicli) : K. K. Staats-Ober-Gymnasiiim. 
Boreredo: Museo Civico. (P.) 

Salzburg: Fürbterzbischöfliclies Gymnasium „Borromaeum". 

„ K. k. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Schässhurg: Evangeliscbes Gymnasium. 
Stockerau : Landes-Realgymnasium. 

Tahor: Höhere landwirthschaftlich-industrielle Landes -Anstalt. (P. f.) 
Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 
Teschen: K. k. Staats-Realschule. 
Troppau: Landes-Museum. (Nchn.) 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Tübingen: Königl. Universitäts-Bibliothek. 

Ungarisch-Hradisch : K. k. deutsches Staats-Real-Obei'gymnasium. 
Villach: K. k. Real-Obergymnasium. 
Wcisswasser, Böhm.-: Forstlehranstalts-Direction. 
Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, I., Christinengasse 1. 
„ Oesterreichischer Apotheker -Verein. 

„ Kaiser Franz Josefs-Gymnasium der inneren Stadt, Hegelgasse. 

Leopoldstcädter k. k. Staats-Ober-Realschule, IL, Vereinsgasse 21. 

K. k. Staats-Gymnasium, IL, Taborstrasse 24. 

Botanisches Museum der k. k. Universität, III., Rennweg 14. 
„ K. k. Staats-Ober-Realschule, III., Radetzkystrasse 2. 

K. k. Staats-Realschule, Währing, Wienerstrasse 49. 

K. k. Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorfergasse 20. 
„ Zoologisch-botanische Bibliothek der k. k. technischen Hochschule. 
Wiener- Neustadt : Niederösterreichisches Landes-Lehrer-Seminar. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 

Graz: Deutscher Leseverein an den Grazer Hochschulen. 

Mo8tar: K. k. Ober-Gymnasium. 

Prag: Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 

Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 

Wien: K. k. Hofbibliothek. 

„ Communal-Gymnasium Gumpendorf. 

„ „ „ Leopoldstadt. 

„ „ Ober-Realschule Gumpendorf, VI., Marchettigasse. 

« n « n I-, Schottenbastei 7. 

« „ „ Wieden. 

„ K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Landesausschuss-Bibliothek. 



XXIV 



Wisseuseliaftlicbe Anstalten. 



Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 



Oesterreich-Ungarn. 

Bregenz : Landes-Museums -Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schlesisclie Gesellschaft zur Beförderimg des Ackerbaues. 
Budapest: K. ungarische Akademie der Wissenschaften. 
„ „ „ geologische Anstalt. 
„ „ „ geologische Gesellschaft. 
„ Ungarischer naturwissenschaftlicher Verein. 
„ Redaction der naturhistorischen Hefte des Nationalmuseunis. 
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 
10 „ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 

Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

„ Ferdinandeum. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und der Industrie 

in Kärnten. 

Klausenburg : Medicinisch-naturwissenschaftlicher siebenbürgischer Museumsvereiu. 
Leipa, Böhm.-: Nordböhmischer Excursions-Club. 
Leutschau: Ungarischer Karpathen -Verein. 
20 Linz: Museum Francisco-Carolinum. 

Prag: K. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen, Wenzelsplatz 16. 

„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 
Sarajevo: Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini. 
Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitats. 
Triest: Museo civico di storia naturale. 

„ Societä adriatica di scienze naturali. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 
30 „ K. k. naturhistorisches Hofmuseum. 

„ Naturwissenschaftlicher^Verein an der Universität. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XXV 



Wien: K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 

K. k. geographische Gesellschaft. 

K. k. geologische Eeichsanstalt. 

Deutscher und österreichischer Alpeuverein. 

Verein für Laudeskunde von Niederösterreich. 

Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

Deutsches Reich. 

Altcnburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 
Arnstadt: Deutsche botanische Monatsschrift (G. Loimbach). 
Augshurg: Naturhistorischer Verein. 
Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin: Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
„ Berliner Entomologischer Verein (B. Hache). 
^ Deutsche entomologische Gesellschaft. 
„ Deutscher Seefischerei -Verein, Linksstrasse 42. 

„ „Hedwigia", Organ für Krjptogamenkunde (Prof. Hieronymus, Botan. 
Museum, Grunewaldstrasse 6/7). 
Naturwissenschaftliche Wochenschrift (Verlag von Ferdinand Dümmler, 

Zimmerstrasse 94, S. W. 12). 
Archiv für Naturgeschichte (Nicolai 'sehe Buchhandlung). 
„ Entomologische Nachrichten (Friedländer). 
Natura e Novitates. 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preussischen Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein der preussischen Rheinlande und Westphalens. 
Brauns chiceig : Naturwissenschaftliche Rundschau (Vieweg & Sohn). 
Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar im Elsass: Societe d'histoire naturelle. 
Banzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Barmstadt: Verein für Erdkunde. 

Bonau-Eschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
Bresden: Gesellschaft „Isis". 

„ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Bürkheim: „Pollichia" (naturwissenschaftlicher Verein der baierischen Pfalz). 
Büsseldorf: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Erlangen: Biologisches Centralblatt. 

„ Physikalisch-medicinische Societät. 
Frankfurt a. M. : Scukenbergische uaturforschende Gesellschaft. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. d 



XXVI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Frankfurt a. M. : Eedaction des Zoologischen Gartens. 

Frankfurt a. 0. : Naturwissenschaftlicher Verein für den Eegierungsbezirk Frank- 
furt a. 0. 

„ Societatum Litterae (Dr. Ernst Huth). 

Freihurg i. B. : Naturforschende Gesellschaft. 

Glessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Buchh. Richter), 
Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Greifswald: Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Eügen. 
80 Güstroiv: Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 

Halle a. d. S. : Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ „Die Natur" (Schwatschke'scher Verlag). 

„ Kaiserl. Leopold.-Carolin. deutsche Akademie der Naturforscher 

Hamburg -Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

,, Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
Heidelberg: Naturhistorisch-medicinischer Verein. 
90 Helgoland: Biologische Station. 

Jena: Medicinisch-naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

Karlsriihe: Allgemeine botanische Zeitung (A. Kneucker, Wredeplatz 48). 
Kiel: Commission zur wissenschaftlichen Untersuchung der deutschen Meere. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg: Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Botanische Zeitung (Verlagsbuchhandlung Arth. Felix). 
„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 
„ Eedaction der Zeitschrift für angewandte Mikroskopie (Carolinenstr 15)1 
100 „ Verein für Erdkunde. j 
„ Zoologischer Anzeiger (W. Engelmann). | 
„ Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie (W. Engelmann). 
Lübeck: Naturhistorisches Museum. 
Magdeburg : Naturwissenschaftlicher Verein. 
München: Königl. baierische Akademie der Wissenschaften. 

„ Bayerische botanische Gesellschaft. | 
„ Forstliche naturwissenschaftliche Zeitschrift (Odeonplatz 2). 
„ Gesellschaft für Morphologie und Physiologie. 
Münster: Westphälischer Provinz -Verein für Wissenschaft und Kunst. 
110 Neudamm: lUustrirte Wochenschrift für Entomologie (J. Neumann). . 
Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 
Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Passau: Naturhistorischer Verein. 



Wissenschaftliche Austaltou. 



XXVII 



Plön (Holstein): Biologische Station. 
Eegensbiirg: Zoologisch-miueralogisclier Verein. 

„ Königl. baierische botanische Gesellschaft. 

Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg. 
Weimar: Botanischer Verein Thüringen. 
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

Aarau: Argauische Naturforschende Gesellschaft. 
Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

Bern: Allgemeine schweizerische naturforschende Gesellschaft. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische entomologische Gesellschaft. (Theodor Steck, Natur- 
historisches Museum.) 
CJmr: Naturforschende Gesellschaft. 

Frauenfeld: Mittheilungen der Turgauischen Naturforschenden Gesellschaft. 
Genf: Societe de physique et d'histoire naturelle. 
) Lausanne: Societe vaudoise des sciences naturelles. 
Neufchätel: Societe des .sciences naturelles. 
Sion: Societe murithienne de Valais. 
St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Zürich : Naturforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische botanische Gesellschaft (Jardin botanique). 
„ -Hottingen: Soeietas Entomologica. 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vetenskaps Sällskapet. 
„ Universitäts-Bibliothek. 
3 Gothenburg : K. Vetenskaps Sällskapet. 
Lund: Botaniska Notiser. 

„ K. Universität. 
Stavanger: Museum. 
Stockholm: K. Vetenskaps Akademie. 

„ Entomologiska Föreningen, 94 Drokninggatan. 
Tromsö: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
Upsala: Vetenskaps Societät. 
„ K. Universität. 

Dänemark. 

Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 

d* 



XXVIII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Holland. 

Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenscliappen. 

„ Koninklijke Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra. 
Haag: Nederlandsche Entomologisclie Vereeniging. 
Harlem: Musee Teyler. 

„ HoUandsche Maatschappij de Wetenscliappen. 
Middelburg : Genootschap de Wetenscliappen. 

Rotterdam: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging (a la Station zoologique 
Helder). 

Utrecht: Provincial Utrechtsclie Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 



Belgien. 

160 Brüssel: Academie Royale des sciences, des lettres et des beaux-arts de Belgique 
(Commission des echanges internationaux.) 
„ Societe Eoyale de Botanique de Belgique. 
„ „ entomologique de Belgique. 

„ „ malacologique de Belgique. 

„ „ Beige de Microscopie. 

Gent: Kruidkundige Genootschap „Dodonaea" (Prof. Mac Leod). 
Liege: Redaction de la Belgique Horticole (Morren). 

„ Societe Royale des Sciences. 
Luxemhourg : „Fauna", Verein Luxemburger Naturfreimde. 

„ Societe de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 

170 „ „ des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxembourg 



Grossbritannien . 

Belfast: Natural History philosophical Society. 
Bubiin: Royal Irish Academy. 

„ Geological Society. (Trinity College.) 
„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 
„ Geological Society. 
„ Botanical Society. 

„ Proceedings Scottish Microscopical Society. 
180 Glasgow: Natural history Society. 
Keiv: Royal botanical Garden. 
Liverpool: Biological Society. 
London: Entomological Society. 

„ The Entomologist (54, Hatton Garden). 

„ Entomologist's Monthly Magazine (1, Paternoster Row). 



Wissenschaft liehe Anstalten. 



XXIX 



London: Geological Society (Burlington House, W.). 

Linnean Society (Picadilly, W.). 
„ Royal microscopical Society (Kings College). 
„ Royal Society (Burlington House, W.). 

Science Gossip. 

The Naturalist. 

Zoological Society. 
Manchester: Literary and philosophical Society. 
Newcastle npon Tync: Tyneside Naturalist's Fiold club. 
Terth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D. Annat Lodge). 
Tring: Novitates Zoologica. 

Russland. 

Charkow: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
Dorpat: Naturforscher-Gesellschaft. 

Ekatherinenhurg : Societe ouralienne d"amateurs des sciences naturelles. 
Eelsingfors : Finska Yetenskaps-Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica. 

Kiew: Societe des Naturalistes. 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
Petersburg: Academie Imperiale des sciences. 

„ Kaiserlicher botanischer Garten. 

„ Societas entomologica rossica. 
Riga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Acireale (Sicilien): Accademia dei scienze, lettere ed arti. 

„ Societä italiana dei Microscopisti Sicilia. 
Ävellino: Rivista di Patologia vegetale. 
Bologna: Accademia delle scienze. 
Florenz: Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze. 

„ Monitore zoologico italiano (Istituto Anatomico). 

„ Redazione dei nuovo Giornale botanico. 

„ Societä entomologica italiana. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societä di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 
Mailand: Societä italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 

„ Societä crittogamologica italiana. 
Messina: Mulpighia, Rivista Mensuale di Botanica. 
Modena: Societä dei naturalisti. 



XXX 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Modena: Accademia di scienze, lettere ed arti. 

„ Societä malacologica italiana. (Segretario Prof. Daute Pantenielli, 
Univers., Modena.) 
Neapel: Accademia delle science. 

„ Mittheilungen der zoologischen Station (Dr. Dohm). 
., Societä di Naturalisti. 
230 Padua: E. Istituto e giardino botanico dell' Universitä. i 
Nuova Notarisia (Dott. C. B. de Toni). 
„ Societä veneto-trentina di scienze naturali. 
Palermo: Reale Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. 

„ Societä di Acclimazione. 
Pisa: Societä toscana di scienze naturali. 
Born: Reale Accademia dei Lincei. 
„ Societä italiana delle scienze. 

„ Jahrbücher des botanischen Gartens (Prof. Pirotta). 
„ Societä Romana per gli Studi zoologici. 
240 Siena: Reale Accademia dei Fisiocritici. 

„ Rivista italiana di scienze naturali. 
Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 

„Neptunia", Rivista per gli Studi di scienza pura ed applicata (Dott. Davic 
Levi Morenos, 3422, Venezia). 
Verona: Accademia di Agricoltura, commercio ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Societe Linneenne du Nord de la France. 
Angers: Societe d'etudes scientifiques. 
Bordeaux: Societe Linneenne. 
Caen: Societe Linneenne de Normandie. 
Cherhourg: Societe des sciences naturelles. 
250 Dijon: Academie des sciences, arts et belles-lettres. 
Lille: Societe des sciences de l'agriculture et des arts. 

„ Revue biologique du Nord de la France. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 
„ Societe d'Agriculture. 

Societe botanique de Lyon (Palais des arts, place des terreaux). 
„ Societe Linneenne de Lyon. 
Marseille: Faculte des sciences. 
Nancy: Societe des sciences. 
„ Academie de Stanislas. 
260 Nantes: Societe des sciences naturelles de l'Ouest de la France. 
Paris: Journal de Conchiliologie. 

Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 
„ Societe botanique de France. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XXXI 



Paris: Societe entomologiqiie de France. 

„ Societe mycologique de France (84, Eue de Grenelle). 

„ Societe zoologique de France. 
Voitiers: Le Botaniste (34, Rue de la Channe). 
Honen: Societe des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Coinibra: Sociedad Broteriana (Boletin annual) 
Lissahon: Academia real das sciencias. 
Porto: Annaes de Sciencias Naturaes. 

^ Sociedade Carlos Eibeiro (Revista de Sciencias Naturaes E, Socides). 

Spanien. 

Madrid: Sociedad espanola de historia natural. 

Asien. 

Batavia: Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wettenschappen. 

„ Natuurkundige Vereeniging in Nederlandiscli-Indio 
Bombay: Journal of the Bombay Natural History Society. 
Calcutia: Asiatic Society of Bengal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China brauch. 

Afrika. 

Cairo: L'Institut Egyptien. 

Amerika. 

a) Nordamerika. 

Alhany : New- York State Museum. 
Boston: American Academy. 

„ Society of Natural History. 
Brookville (Franklin County): Brookville Society of Natural History. 
Buffalo: Society of Natural Sciences. 

Cambridge: American Association for the advancemeut of science. 

„ Museum of comparative Zoology. 
Chapel Hill: Elisha Mitchell Scientific Society. 
Chicago: Botanical Gazetta, University of Hlinois. 
Columhus: Geological Survey of Ohio. 
S. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
Halifax, N. S.: Nova Scotian Institute of Natural Science. 
Kew-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 



XXXII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Laurence (Kansas): Universitj. 

London (Ontario, Canada): Canadiau Entomologist. 

St. Louis: Academy of Science. 

„ The Missouri Botanical Garden. 
Madison: Wisconsin Academy of Sciences. 
Maine: Portland Society of Natural History. 
300 Menden: Transactions of the Meriden Scientific. 

Minnesota: Minneapolis Geological and Natural History Survcy of Minnesota 

(N. H. Winchell, Director U. S. a.). 
Des Moines: Jowa Academy of Sciences. 
Montreal: Geological and Natural history Survey of Canada. 

„ Eoyal Society of Canada. 
Neiü-York: Academy of Sciences. 

„ American Museum of Natural History (Bulletin and Memoirs). 
„ Entomological Society, 16 and 18 Broad Street, New- York City. 
„ Society of Natural History (olim Lyceum). 
„ Torrey Botanical Club. 
310 Philadelphia: Academie of Natural Sciences. 

„ American Entomological Society. 

American Naturalist (Prof. E. D. Cope, 2102 Pine Street). 
„ American Philosophical Society. 

„ Botanical Laboratory of the University of Pensylvania. 

„ Transactions of the Wagner Free Instit. of Science, 

„ Zoological Society of Philadelphia. 

JRochester, N. Y.: Academy of Science. 
Salem: Essex Institute. 
Toronto: Canadian Institute. 
320 „ Fruit Growers Association of Ontario. 
Trenton: Natural History Society. 

Washington: Departement of Agriculture of the United States of North Americ 
„ Entomological Society. 

„ Smithsonian Institution. 

„ United States commission of fish and fisheries. 

„ United States Geological Survey. 

Wooster: Ohio Agricultural Experiment Station. 

b) Mittel- und Südamerika. 

Buenos -Äyres: Museo publico. 

„ Eevista Argentina de Historia Natural. 

33Q „ Sociedad cientifica argentina. 

Cordoha: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 
Mexico : Deutscher wissenschaftlicher Verein. 

„ Memorias de la Sociedad Cientifica, Antonio Alzate. 



Wissenschaftlicbe Anstalten. 



XXXIII 



Jlexicu: Mubeo iiaciuual inexicaua. 

„ Sociedad inexicaua de historia uatural. 
Montevideo: Museo Nacioiial. 
Para (Brasilien): Boletin do Museo Paraense. 
Bio de Janeiro: Arcliivos do Museo nacional. 
San Jose: Museo Nacional de Costa Eica. 
Santiago: Societe scientifique de Chile. 
Sao Paulo: Museo Paulista. 

Australien. 

Adelaide: Philosophical Society. (South Australiau Institute.) 
Melhoiuiie: Public Liberary, Museum and National Gallery of Victoria. 
Sf/dney: Australasian Association for the Advancement of Science on the University. 
Linnean Society of New South Wales. 

„ Royal Society of New South Wales. 

^ The Australian Museum. 



Z. B. Ges. Bd. XLVII. 



e 



XXXIV 



Von der Gesellschaft angekaufte periodische Schriften. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Berichte der Deutschen botanischen Gesellschaft in Berlin. 

Bibliotheca zoologica. Herausg. von Carus und Engelmann. 

Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausg. von A. Engler. 

Botanischer Jahresbericht. Herausg. von Dr. E. Koehne (fr. Dr. L. Just). 

Botanisches Centralblatt. Herausg. von Dr. Oscar Uhlworm. 

Claus C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien und 

der zoologischen Station in Triest. 
L'Echange, Lyon. 

Flora (Allgemeine botanische Zeitung). 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 
Insectenbörse, Leipzig. 
Miscellanea Entomologica, Narbonne. 
Oesterreichische botanische Zeitschrift. 
Eevue Bryologique, Cahan. 

Wiener Entomologische Zeitung. Herausg. von J. Mik, E. Reittor und 
F. Wachtl. 

Zoologischer Jahresbericht. Herausg. von der zoolog. Station in NeapeL 
Zoologische Jahrbücher. Herausg. von Spengel. 



3 



Constituirende Versammlung der Section für Lepidopterologie 

am 4. December 1896. 

Nachdem Herr Dr. H. Kebel als Einberufer der Versamm- 
lung die Erschienenen begrüsst und die Ziele der zu gründenden 
Section erörtert hat, wird zur Wahl der Eunctionäre geschritten, 
bei welcher 

Herr Dr. H. Eebel zum Obmann, 
„ Otto Hab ich zum Obmann-Stellvertreter, 
„ Dr. Carl Schima zum Schriftführer 

gewählt wurden. 

Sodann macht Herr Dr. ßebel die Mittheilung-, dass die Mit- 
gliedschaft der Section an jene der k. k. zoologisch -botanischen 
Gesellschaft gebunden sei, dass aber über Vereinbarung mit dem 
Secretariate die mit der Beitrittserklärung zur Section nen eintretenden 
Herren den Jahresbeitrag erst für das am 1. Jänner 1897 beginnende 
Vereinsjahr zu entrichten haben und schon von jetzt ab die Eechte 
der Mitglieder der Gesellschaft ausüben können. 

Die Section erscheint somit von nachstehenden Herren gebildet: 

P. T. Herr Bohatsch, Otto. 
„ .. „ Fleischmann, Friedrich 
,, „ „ Fuchs, Dr. Johann. 



Goldschmid, Friedr. W. 
Hab ich, Otto. 
Hirschke, Hans. 
Hungerbyehler, J. 
Kempny, Dr. Peter. 
Kindervater, Emil. 



P. T. Herr May jun., Hugo. 

„ „ „ Mitis, Heinrich Ritt. v. 

„ „ „ Pfurtscheller, Prof. Dr. 

„ „ „ Preissecker, Fritz. 

„ „ „ Rebel, Dr. Hans. 

„ „ „ Schima, Dr. Carl. 

„ „ „ T rexler v. Lindenau, 

Theodor. 

„ „ „ Wagner, Ernst. 



Herr Ernst Wagner meldet überdies den Beitritt seines Sohnes, 
des Herrn Fritz Wagner an. 

Ferner haben ihren Beitritt in Aussicht gestellt die Herren 
Dr. Alfons Brauneis, Anton Metzger und Johann Prinz. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 1 



2 Constituirende Versammlung der Scction für Lepidopterologie. 

Als Zeitpunkt für die Versammlungen der Section wird der 
erste Freitag jedes Monats bestimmt, und zwar finden die Vereini- 
gungen, wenn keine anderwärtige Verständigung ergeht, im Gesell- 
schaftsiocale um 7 Uhr Abends statt. Auf eine specielle Einladung 
zu diesen programmmässigen Versammlungen verzichteten die Er- 
schienenen. 

Nunmehr setzt Herr Dr. Kebel seine bereits im vorigen Winter 
begonnenen Vorträge zur „Einführung in ein wissenschaftliches 
Studium der Lepidopteren" fort und gibt eine allgemeine „Einleitung 
in die Biologie". 



II. Bericht der Section für Kryptogamenkunde. 

Versammlung am 11. December 1896. 
Vorsitzender: Herr Dr. Alex. Zahlbruckner. 

Nach Erölfnung der Versammlung machte der Vorsitzende die 
Mittheilung von dem Ableben des Mitgliedes der Section, des Herrn 
Prof. Dr. K. Eaimann. 

Die Versammlung erhob sich zum Zeichen der Trauer. 

Ferner verliest der Vorsitzende die Liste der neu eingetretenen 
Mitglieder der Section. 

Hierauf sprach Herr Dr. F. Krasser „lieber die Anatomie 
und Physiologie des pflanzlichen Zellkernes im Allgemeinen". 

Ferner besprach Herr J. Brunnthaler „Die Wurzelknöllchen^ 
der Characeen" unter Vorlage von Alkoholmaterial, welches demselben 
von Herrn Dr. Giesenhagen (München) freundlichst hiezu zui 
Verfügung gestellt wurde. 

Herr Dr. J. Lütkemüller legte Nordstedt's Index Desmi- 
diacearum vor und besprach eingehend die Einrichtung und der 
Werth dieses Werkes. 

Nach Vorlage neuer Literatur durch Herrn Dr. Alex. Zahl- 
bruckner wurde die Sitzung geschlossen. 



I 



Versammlungen der Section für Zoologie am 11. December 1896 und 8. Jänner 1897. 



3 



Versammlung der Section für Zoologie 

am 11. December 1896. 
Es fanden folgende Vorträge statt: 

Herr Dr. E. v. Marenz eller: „Ueber das Skelet der Stein- 
korallen." 

Herr A. Handlirsch: „lieber Kaubbeine bei Arthropoden" 
(mit Demonstrationen). 

Herr Dr. Fr. Werner: „Die neueste Ansicht über die Ent- 
stehung der Klapper bei den Klapperschlangen." 

* * 

In der am 8. Jänner 1897 stattgefundenen Versammlung 
wurden folgende Vorträge gehalten: 

Herr Dr. Th. Pintner: „Einiges über Vererbung und Nicht- 
vererbung erworbener Eigenschaften." 

Herr Dr. Carl Graf Attems: „lieber Trichoplax und Treptoplax." 



V. Bericht den Section für Botanik. 

Versammlung am 15. December 1896. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. G. Beck V. Mannagetta. 

Die statutenmässig vorzunehmende Neuwahl der Functionäre 
der Section wird in der Weise erledigt, dass die Herren, welche bis- 
her die Stelle von Functionären versehen haben, durch Acclamation 
neuerdings gewählt werden. Sodann folgen die einzelnen Vorträge. 

Herr Dr. A. Zahlbruckner demonstrirt aus den Gewächs- 
häusern des k. k. Augartens : die Gesneriacee Saint-PauUa ionaniha 
Wendland, als Usambara- oder Bismarck -Veilchen eingeführt, deren 
blauviolette Blüthen eine gewisse äusserliche Aehnlichkeit mitVeilchen- 
bltithen haben ; ferner den Blüthenstand von Änthurium Ändreanum, 

1* 



4 



Versammlung der Section für Botanik am 15. Deceraber 189G. 



endlich ein blühendes Exemplar einer aus China stammenden Orchi- 
dee, Liparis sp. 

Herr Dr. C. v. Keissler bespricht die interessanten morpho- 
logischen und biologischen Verhältnisse der „Urnenblätter" der tropi- 
schen, epiphytischen Asclepiadacee Dischidia Eafflesiana, in deren 
schlauchförmig gestaltete Blätter die an den Zweigen knapp neben 
der Insertionsstelle der Blätter entspringenden Adventivwurzeln hinein- 
wachsen, wodurch diese gegen zu starke Austrocknung geschützt 
werden. Ausserdem mögen diese Wurzeln gelegentlich auch Wasser 
oder darin gelöste Substanzen aus manchen Urnenblättern aufnehmen, 
da aufrechte Urnenblätter als Wasser und Humus sammelnde, theil- 
weise auch als Insecten fangende Organe fungiren können. Der Vor- 
tragende zeigt auch ein instructives Exemplar eines Urnenblätter 
tragenden Zweiges, von Schiffner in Java gesammelt, vor. 

Herr L. Keller gibt einen für Niederösterreich neuen Stand- 
ort von Ädenophora lilifolia an; er fand nämlich die Pflanze bei 
Kalksburg, wo sie auf nassen Wiesen vorkommt. 

Herr Prof. Dr. Gl. v. Beck bemerkt, es sei eigenthümlich, dasg 
diese Pflanze, bei uns eine Bewohnerin nasser Wiesen, von ihm ii 
Bosnien stets nur auf Felsen wachsend gefunden wurde. 

Herr Dr. E. v. Haläcsy lenkt die Aufmerksamkeit der Floristei 
auf Scrophularia vernalis, welche Pflanze, nach ihm zugekommene] 
schriftlicher Mittheilung des Lehrers Höf er, in zahlreichen Exem- 
plaren an Auräudern bei Fischamend gefunden worden sein soll 
Sollte sich diese Angabe bestätigen, so wären in diesem Jahre zwe 
für Niederösterreich neue Scrophularia 'Arten gefunden worden (ly^ 
canina und S. vernalis). Neilreich führt S. vernalis als unsiche I 
an, auf Jacquin hin, der in den Miscellaneis, ohne nähere Stand 
Ortsangabe, sagt, genannte Pflanze wachse an Waldrändern in Oester 
reich, und Dollin er, der in seiner Enumeratio den Hermannskoge 
als Standort angibt, wo sie aber bestimmt nicht vorkommt. 

Herr Prof. Dr. G. v. Beck bemerkt hiezu, dass die in Ked 
stehende Pflanze an dem neuen Standorte vielleicht nur als vei 



Versammlung der Section für Botanik am 15. December 1896. — Ausscbuss-Sitzung. 5 



wildert zu betrachten sei, weil sich in der Nähe Baumschulen 
befinden. 

Zum Schlüsse spricht Herr Prof. Dr. G. v. Beck, unter steter 
Berücksichtigung und Kritik der bekannten Arbeit v. Stern eck 's 
über Alectorolophus und unter Demonstration reichen Materiales, 
über dinarische Alectorolophus- k\iQ\\. 



Bericht über die Ausschuss- Sitzung 

am 4. Jänner 1897. 

Herr Dr. H. Bebel berichtet über die Constituirung der 
Section für Lepidopterologie (siehe oben, S. 1), deren Statuten ge- 
nehmigt werden. 

Das vom Cassier Herrn J. Kaufmann vorgelegte Präliminare 
für 1897 wird genehmigt. 

Herr Secretär Prof. Dr. C. Fritsch berichtet, dass das hohe 
Ministerium für Cultus und Unterricht zur Herstellung des End- 
licher -Denkmales eine Subvention von 200 fl. bewilligt hat 
und ausserdem genehmigte, dass die Kosten des Sockels aus dem 
staatlichen Universitäts-Gebäudecredit bestritten werden. Es wird 
somit die Enthüllung dieses Denkmales im Arcadenhofe der Wiener 
Universität jedenfalls noch im Laufe des Jahres 1897 erfolgen können. 



Am 11. Jänner 1897 beging der hohe Protector der Gesell- 
schaft, Herr Erzherzog Bainer, die Feier seines 70. Geburtstages. 
Eine Deputation, bestehend aus dem Präsidenten Dr. Bichard Frei- 
herrn V. Dräsche, dem Ehrenmitgliede Hofrath Dr. C. Brunn er 
v. Watte nwyl und dem Secretär Herrn Anton Handlirsch, brachte 
demselben die Glückwünsche der Gesellschaft dar. 



6 



A. L. Montandon. 



Hemiptera eryptoeerata. 
Farn. Naucoridae. — Sous-fam. Cryptocricinae. 

Par 

A. L. Montandon. 

(Eingelaufen am 21. Jänner 1897.) 

Cette division de la famille des Naucoridae se distingue par la pro- 
fonde echancrure de la partie anterieure du pronotum dans laqnelle la tete s'en- 
fonce jusqu'aux yeux, comme chez les Cheirochelinaef seulement chez ces 
derniers le rostre est eloigne du bord anterieur de la tete, au fond d'une assez 
profonde depression du dessous de la tete et le labre n'est pas apparent, tandis 
que chez les Cryptocricinae le rostre est situe tout pres du bord anterieur 
de la tete et le labre est tres apparent. 

Les genres de cette sous-famille se distingueront facilement de la maniere 
suivante : 

A. — Partie anterieure de la tete proerainente au devant des yeux; les joues 
acuminees sous le bord anterieur de la tete, proeminentes en avant de 
chaque cöte du labre. 

B. — Forme ovalaire, attenuee en avant, angles posterieurs du pronotum en 
lobes arrondis, proeminents en arriere, cötes lateraux du pronotum creneles. 

Cryptocricus Sign. 

B. B. — Forme oblongue a cötes lateraux paralleles, pronotum tronque droit 
posterieurement, cotes lateraux du pronotum entiers, non creneles. 

Idiocarus nov. gen. 

Ä. Ä. — Partie anterieure de la tete subarrondie, ne depassant presque pas le 
niveau anterieur des yeux, les joues non saillantes ni acuminees en avant 
en dessous de chaque cöte du labre. 

C. — Ecusson pas plus large ä la base que long sur la ligne mediane ; pieces 
laterales du prosternum ne se rejoignant pas au milieu derriere les hanches 
anterieures; femurs anterieurs tres dilates des deux cötes, mais surtout sui 
leur tranche anterieure oü se replie le tibia. 

Tseudambrysus nov. gen. 
CG. — Ecusson beaucoup plus large ä la base que long sur sa ligne mediane, 
Ouvertüre des hanches anterieures fermee en arriere par les pieces late- 
rales du prosternum qui se rejoignent au milieu, femurs anterieurs dilat6 
seulement sur la tranche posterieure, peu ou pas du tout sur la tranchf, 
anterieure oü se replie le tibia Amhrysus Stäl 



Hemiptcra cryptoceiuta. 



7 



Cryptoeviciis Sign. 

C. Barozzi Sign. Le type de cette espece qui ra'a cte obligeainmeiit 
cominunique par radministration du k. k. Hofmuseum de Vienne, est un insecte 
brachjptere ä elytres assez raccourcies, tronquees, droites en arriere, recouvrant 
a peine la raoitie de Tabdomen. La forme generale est assez allongee et attenuee 
en avant; le bord anterieur de la tete subtronque, depassant le niveau anterieur 
des yeux d'une longueur egale au diametre transversal de l'oeil; les joues proemi- 
nentes, acuminees en avant de ehaque cute du labre sous le bord anterieur; le 
labre plus large que long, subarrondi au sommet. La tete s'enfonce jusqu'aux 
yeux dans la profonde echancrure du devant du pronotum; les yeux sont petits, 
subglobuleux, un peu plus longs que larges et quelque peu convergents en 
avant. 

Les cotes lateraux du pronotum creneles, presque droits, tres peu arques, 
peu divergents en arriere avec les angles anterieurs arrondis, non proeminents 
en avant; les angles posterieurs en lobes arrondis proeminents en arriere. Le 
sillon transversal inegal, assez fort, tres rapproche du bord. posterieur. L'ecusson 
un peu plus large ä la base que long sur la ligne mediane. La marge elytrale 
sur le meme niveau ä sa base que les cotes lateraux du pronotum, un peu elargie 
en arriere; elytres aussi longues que larges en arriere. Les angles posterieurs 
du counexivum non proeminents ni acumines, sauf au dernier segment. Parties 
genitales du cf composees de plusieurs pieces dans le genre de Celles des Mono- 
nycliidae, avec l'opercule central legerement rejete sur la gauche en regardant 
l'insecte en dessous; les Segments genitaux devant la piece avec les angles late- 
raux posterieurs legerement acumines. 

Les pattes intermediaires et posterieures assez greles, surtout les tibias qui 
sont plus courts que les femurs ä la paire intermediaire et plus longs que les 
femurs ä la paire posterieure. Les femurs anterieurs assez dilates, arques sur la 
tranche anterieure ainsi que sur la tranche posterieure, avec les tibias greles, 
arques, se coucbant exactement sur la courbe de la tranche anterieure du femur, 
acumines au sommet et unionguicules, l'ongle paraissant faire la continuation 
du tibia. 

Partie inferieure du corps tres aplatie; ouverture des hanches anterieures 
fermee en arriere par les pieces du prosternum qui se rejoignent sans cependant 
etre soudees au milieu. Hanches intermediaires et posterieures peu separees sur 
la ligne mediane et assez rapprochees entre elles. 

Couleur generale tres uniforme en dessus comme en dessous, pattes com- 
prises, d'un noir brunätre sale, entierement mat, ä surface un peu granuleuse. 

Longueur 102 wzm, largeur max. ä l'abdomen hmm. Chili (coli. Signo- 
ret). K. k. Hofmuseum de Vienne. 

Par la forme de sa tete proeminente au devant des yeux et ses joues acu- 
minees en avant en dessous de ehaque cöte du labre, cette forme est voisine du 
genre suivant. 



8 



A. L. Müutiiudou, 



Idiocarus nor. gen. 

Forme allongee ä cötes lateraux paralleles. Partie anterieure de la tete 
assez proeminente au devant des yeux avec le bord anterieur ä arete tranchante, 
non replie en dessous, couvrant le labre qui est arrondi en avant, un peu trans- 
versal et depasse lateralement de cbaque cote par les joues acuminees au sommet 
mais ne depassant pas le bord anterieur de la tete; ce caractere remarquable 
n'est visible qu'en regardant l'insecte en dessous. 

Pronotum profondement echancre en avant, tronque posterieurement. 

Ecusson grand, triangulaire, un peu plus large que long; commissure du 
clavus ä peine le quart de la longueur de Fecusson. Elytres allongees, membrane 
bien developpee recouvrant l'extremite de l'abdomen chez les . 

Femurs anterieurs renfles ; tibias anterieurs arques, fortement sillonnes sur 
la tranche superieure avec leurs tarses uniarticules, paraissant soudes, termines 
en pointe; tarses posterieurs plus de deux fois et demi plus courts que leurs 
tibias et aussi plus greles de moitie. Rostre tres court, labre recouvert par le 
bord anterieur de la tete. 

Ce genre est assez voisin des formes americaines: Ambrysus Stäl et sur- 
tout Gryptocricus Sign, aupres desquelles il vient naturellement se ranger. Par 
la forme de la tete proeminente au devant des yeux, les joues saillantes et acumi- 
nees en dessous de chaque cote du labre et la profonde echancrure du pronotum 
derriere la tete eile se rapprocbe beaucoup plus du genre Cryptocricus Sign., 
mais sa forme allongee ä cötes lateraux paralleles et son grand ecusson Ten 
eloignent suffisamment. Cryptocricus Sign, tres attenue en avant et avec ses 
elytres tronquees a un peu l'apparence d'un Cimex lectularius. 

Idiocarus elongatus nov. spec. D'un brun noir brillant sur toute 
la partie superieure avec des petites taches jaunätres sur la tete et le bord ante- 
rieur du pronotum. Pattes plus claires. 

Tete aussi longue que large avec les yeux; partie anterieure depassant 
le niveau des yeux d'un peu plus de moitie de la longueur du diametre longi- 
tudinal de l'ceil, ä cötes lateraux un peu obliques, legerement convergents en 
avant et le bord anterieur arrondi. Yeux allonges, presque deux fois plus longs 
que larges, legerement convergents en avant. Espace interoculaire en avant un 
peu plus de deux fois la largeur du diametre transversal de l'oeil. Partie poste- 
rieure de la tete un peu plus large que la partie anterieure, enfoncee dan^^ 
l'echancrure arrondie du bord anterieur du pronotum. Surface de la tete fine- 
ment granuleuse, legerement convexe, brune foncee avec deux taches jaunätres 
longitudinales souvent confluentes de chaque cote pres des yeux. 

Pronotum assez fortement convexe, insensiblement elargi d'avant en arriere, 
les angles anterieurs atteignant le niveau du tiers posterieur de l'oeil, les cötes 
lateraux legerement arques, finement rebordes, le bord posterieur tronque droit 
entre les angles lateraux un peu aigus, arrondis au sommet. Sur le disque de 
la partie anterieure une forte depression sillonnee en travers fait suite ä l'echan- 
crure derriere le cote anterieur tres visiblement reborde et la partie posterieure 



Hemipteni cryptocerata. 



9 



est traversee par un profond sillon transversal, parallele au bord posterieur dont il 
est tres rapproche. La surface du pronotum brillante, tres finement granuleuse, 
brune noirätre avec deux petites taches jaunätres obliques sur le bord anterieur, 
une de chaque cöte de la depression centrale. Le bord posterieur est aussi tres 
etroitement jaunätre sale et cette teinte mal accusee remonte aussi parfois en 
lisere le long des cötes lateraux. 

Ecusson lisse, noirätre, brillant, assez fortement convexe, avec quelques 
fines rides transversales sur les cötes lateraux et un sillon enfonce transversal 
sur le disque ä la base. Eljtres brunätres, plus foncees ä l'extremite, tres fine- 
ment granuleuses, brillantes, membrane noire. Marge elytrale dirigee droite en 
arriere, ä cötes paralleles avec de longues soies jaunätres sur sa surface, s'eten- 
dant jusqu'au milieu de l'elytre dont le bord lateral subitement oblique apres 
Tembolium laisse ensuite ä decouvert les segments du connexivum d'un jaune 
brunätre. L'abdomen ä cötes lateraux paralleles est largement arrondi ä l'ex- 
tremite. Chez les 9 l'extremite de la membrane ne cacbe pas l'extremite de 
l'abdomen. 

Dessous du corps brunätre, prosternum carene. Pattes jaunes brunätres, 
parfois plus claires, jaunätres, les aretes toujours un peu plus foncees. Femurs 
anterieurs tres dilates, finement granuleux pres du bord anterieur et superieur 
de la dilatation avec ime fine denticulation regulierement espacee en dessous de 
ce bord. Tibias posterieurs greles, plus longs que les femurs avec de longues et 
fines soies jaunätres serrees sur la trancbe superieure; ces soies parfois collees 
et appliquees contre le tibia sont alors peu visibles. Tarses posterieurs et inter- 
mediaires greles assez allonges, bi-articules ä premier article plus court que le 
second; crocbets longs, aigus et tres arques. 

Longueur 10"7 — IVl mm, largeur b—h'S mm. Sud-Est de la Nouvelle 
Guinee, Haveri, Paumomou Riv., des cbasses de Mr. Loria 1892/93; collections 
du Musee Civique de Genes et la mienne. 

Tseilämnbrysus noT. gen. 

Corps oblong, ä cötes lateraux subparalleles; tete mediocre, tres legere- 
ment proeminente au devant des yeux; cötes internes des yeux droits, paralleles. 
Labre tres transversal, arrondi en avant. Pronotum ecbancre derriere la tete qui 
s'enfonce de moitie dans l'ecbancrure; les angles anterieurs du pronotum attei- 
gnant le niveau du milieu des yeux. Bord posterieur tronque droit dans toute la 
largeur. Ecusson grand, en triangle subequilateral, commissure du clavus moindre 
que la moitie de la longueur de Tecusson. Elytres grandes, laissant le connexivum 
ä decouvert, sauf vers la base. Membrane presque nulle, ä peine valvante. Ouver- 
türe des hanches anterieures non fermee en arriere. Carene du mesosternum 
forte, assez elevee, tuberculeuse. 

Femurs anterieurs tres dilates sur la tranche anterieure oü vient se coller 
le tibia, tarses anterieurs uniarticules, sans ongles. 

j Z. B. Ges. Bd. XLVII. 2 



10 A. L. Montandon. 

Ce gen. e... pou- u.e e.p.ce de Maaa,a.ea. e.t ... voi.n des A^ryU 
americäins dont il a tout ä fait l'aspect; il en differe par le bord anterieur de la 
tete iin peu plus proeminent au devant des yeux, par Tecusson subequilateral qui 
est toujours beaucoup plus large ä la base qua sur les cötes lateraux chez les 
Ambrysus; par la commissure du clavus sensiblement moindre que la moitie de la 
longueur de l'ecusson; chez les Ambrysus eile est au moins moitie ou plus de 
moitie de la longueur de l'ecusson ; par la membrane peu developpee ; par Fouver- 
ture des hanches anterieures ouverte en arriere, eile est fermee chez les Ambrysus, 
et enfiu par la forme du femur anterieur dilate des deux cötes mais surtout ä 
sa partie anterieure oü le tibia vient se replier, tandis qu'au contraire chez les 
Ambrysus le femur est dilate seulement ä sa partie posterieure, opposee au cöte 
oü se replie le tibia. 

Pseudarnhrysus Fairmairei hot. spec. Partie anterieure de la 
tete avec le bord arrondi, legerement proeminent au devant des yeux; un peu 
plus courte que la partie posterieure derriere les yeux. Espace interoculaire en- 
viron deux fois le plus grand diametre transversal de l'oeil, un peu plus etroit 
que la longueur de la tele sur la ligne mediane; surface tres finement granu- 
leuse jaunätre avec deux bandes longitudinales brunes subcontigues sur la ligne 
mediane, se retournant lateralement en avant le long du bord anterieur jusqu'ä 
l'angle anterieur interne de l'oeil; une petite tache longitudinale jaune apres le 
milieu sur chacune des bandes brunes et quelques points bruns epars sur les es- 
paces jaunes entre la bände et l'oeil. 

Pronotum convexe ä cötes lateraux arques, subparalleles posterieurement, 
tres convergents anterieurement oü les angles anterieurs presque di'oits, ä peine 
aigus, arrivent au niveau du milieu de l'oeil, le bord anterieur assez profonde- 
ment echancre, d'abord sinue derriere les yeux puis obtusement sinne derriere 
l'espace interoculaire; la tete s'enfon^ant dans l'echancrure un peu plus de la 
moitie de sa longueur. Les angles lateraux posterieurs presque droits, arrondis 
au sommet. Surface du pronotum tres finement granuleuse, superficiellement 
ridee transversalement en avant derriere le milieu de l'echancrure et en arriere 
le long du bord posterieur. Bord anterieur etroitement noir, envoyant en arriere 
une bände noire assez large qui se bifurque ä peu de distance de son point de 
depart, les deux prolongements coupes ensuite par deux figures en triangles sub- 
equilateraux couvertes de points noirs, limitees et zigzaquees de lignes noires 
souvent interrompues, le sommet des triangles atteignant le bord anterieur, la- 
bases contigues sur la ligne mediane, reposant sur la partie posterieure ä rides 
transversales sans points noirs oü les deux prolongements longitudinaux de la. 
bifurcation anterieure reparaissent ainsi qu'une partie des lineoles des triangles 
sans atteindre cependant jusqu'au bord posterieur; les marges laterales sont ir- 
regulierement marquees de points noirs mal accuses presque jusque vers le bord 
externe. 

Ecusson ä granulations fines, denses et bien visibles, noirätre avec le.^ 
bords lateraux tres etroitement brunätres, le sommet et deux taches transversale; 
pres de la base egalement brunätres. 



Hemiptera cryptocerata. 



11 



Elytres tres finement granuleuses, noirätres k petites marbrures brimätres 
peil visibles; sur rembolium ces moiichetiires sont plus grandes et jaunätres avec 
le bord externe etroitement jaiinatre sans ponctuation noire. Les elytres sub- 
]);iralleles sur les deux cinquiemes basilaires, se retrecissant derriere rembolium, 
sans sinuosite apparente et laissant alors a decouvert les segments du connexivum 
jaunätres sur leur moitie anterieure, noirs sur leur moitie apicale avec les augles 
posterieurs des segments tres peu saillants, non proeminents. 

Dessous du corps brunätre, couvert d'une pubescence dense et courte, 
rousscitre, laissant a decouvert et lisses la partie mediane de l'abdomen, maculee 
de taches jaunätres sur les derniers segments, et la piece genitale. Le connexivum 
brun en dessous, finement borde de noir avec une tache longitudinale jaimätre 
sur la moitie anterieure interne de chacun des segments. 

Pattes jaunätres, extremite des tibias et tarses un peu rembrunis. Longueur 
14 mm, largeur max. 8 mm. 

Madagascar, ma collection; un seul exemplaire du ä la generosite de notre 
eher maitre Mr. le Dr. Fairmaire ä qui je me fais un plaisir de dedier cette 
curieuse et interessante espece. 

Ambrysiis Stäl. 

A. — Echancrure anterieure du pronotum assez profonde avec les cötes 
obliques, meme derriere les yeux, convergents en arriere sur toute leur 
longueur. Yeux tres convei'gents en avant sur toute leur longueur; bord 
anterieur du pronotum sans depression mediane apparente. 

B. — Cötes lateraux du pronotum visiblement creneles, angles anterieurs du 
pronotum aigus, angles lateraux posterieurs tronques, non proeminents en 
arriere A» crenulatus iiOY. spec. 

B. B. — Cötes lateraux du pronotum non creneles, angles anterieurs du pro- 

notum droits ou obtus, angles lateraux posterieurs arrondis, legerement 
proeminents en arriere. 

C. — Surface de la tete et du pronotum finement et densement granuleuse, 
forme ovale allongee, angles anterieurs du pronotum droits. 

A, ohlongultis nov. spec. 

C. C. — Surface de la tete et du pronotum assez fortement et densement ponc- 

tuee, forme ovale tres attenuee en avant, angles anterieurs du pronotum 

obtus A, ctttenuatus nov. spec. 

A. A. — Echancrure anterieure du pronotum plus obtuse, moins profonde, avec 
les cötes plus ou moins transversaux derriere les yeux, ou bien, les cötes 
ä peine obliques derriere les yeux, mais alors avec les yeux paralleles au 
moins sur leurs deux tiers posterieurs. 

B. — Pronotum lisse, ä ponctuation rare et espacee meme sur les cötes lateraux. 

E. — Tete tres large, aussi large avec les yeux que la moitie de la largeur 
du pronotum en arriere, pronotum sans depression apparente ni rides sur 

le milieu du bord anterieur A, pulchellus nov. spec. 

2* 



12 A. L, Montandon. 

E. E. — Tete tres sensiblement plus etroite, yeux compris, qiie la moitie de la 

largeur du pronotum en arriere; pronotum avec une le'gere depressioaj 
parfois tres superficielle, ridee transversalement sur le milieu du bord'^ 
anterieur. 

F. — Espace interoculaire plus large en arriere que la lougueur de la tete, 
cötes lateraux du pronotum tres faiblement arques avec d'assez gros points 
enfonces epars sur la marge, surtout en avant . . Ä. pudicus Stäl. 

F. F. — Espace interoculaire sensiblement plus etroit que la longueur de la 

tete, cötes lateraux du pronotum tres fortement arques, sans gros points 

enfonces sur la marge A, parviceps nov. spec. 

D. D. — Pronotum densement ponctue, surtout lateralement. 

G. — Taille petite, au dessous de 8 mm de longueur. Depression mediane du 
bord anterieur du pronotum faible, transversalement ridee. Teinte claire. 
Largeur de la tete yeux compris un peu moindre que la moilie de la 
largeur du pronotum en arriere; yeux convergents en avant. 

A, californicus nov. spec. 

G. G. — Taille plus forte, au dessus de 9 mm de longueur. 

H. — Bord anterieur du pronotum tres visiblement reborde derriere les yeux; 
depression du milieu du bord anterieur ridee transversalement et ponctuee 
entre les rides; partie interoculaire de la tete retrecie en avant; tete avec 
une tres faible depression longitudinale en forme de sillon median, plus 
visible en arriere A. melanopterus Stäl. ^) 

H. H. — Bord anterieur du pronotum non ou peu visiblement reborde et alors 

seulement au milieu. 
I. — Angles anteriours du pronotum tres proeminents, acumines en angles 
tres aigus. Tete petite, un peu plus longue que l'espace interoculaire en 
arriere, tres sensiblement plus courte que le pronotum sur la ligne mediane 
longitudinale. Yeux convergents en avant sur leur tiers anterieur, sub- 
paralleles sur les deux tiers posterieurs. Longueur de la tete et du pro- 
notum reunis subegale ä la moitie de la largeur du pronotum en arriere. 
Les angles posterieurs des segments du connexivum en pointe un peu aigue, 
mais peu proe'minents; depression du milieu du bord anterieur du pro- 
notum fortement ponctuee, les points ranges en rides transversales. 

A. Bergi nov. spec. 

1. 1. — Angles anterieurs du pronotum moins proeminents, presque droits, a 
peine aigus. 

J. — Tete etroite, aussi longue que la largeur de l'espace interoculaire en 
arriere ; longueur de la tete et du pronotum reunis un peu plus grande que 
la moitie de la largeur maximale du pronotum. 
K. — Yeux sensiblement convergents en avant sur toute leur longueur, espace 
interoculaire tres retreci en avant, pronotum tres sensiblement plus long 



1) C'est aussi probatlement dans cette categorie que vient se ranger A. fucatus Berg que je 
ne connais pas en nature. 



Hemiptera cryptocerata. 



13 



que la tete sur la ligne mediane. Taille plus graude: 131mm. Angles 
posterieurs des segmcuts du connexivum acuiniues et proeminents en arriere. 

A. puncticollis Stäl. 

K. K. — Yeux faiblement convergents sur leur moitie anterieure, espace inter- 
oculaire ä cötes lateraux paralleles sur la moitie posterieure. Pronotum 
a peine plus long que la tete sur la ligne mediane. Taille plus petite: 
9 5 — lO'S m77i. Angles posterieurs des segments du connexivum non acumi- 

nes ni proeminents A, Mexicanus uov. spec. 

/. /. — Tete large; longueur de la tete et du pronotum reunis egale ou un peu 
moindre que la moitie de la largeur maximale du pronotum. Pronotum egal 
ou imperceptiblement plus long que la tete sur la ligne mediane. 
L. — Angles posterieurs des segments du connexivum non acumines; taille 
de ^. Mexicanus Montand.. dessin de ^. guttatipennis Stäl; yeux conver- 
gents en avant sur toute leur longueur . . A, hybrida nov. spec. 

L. L. — Angles posterieurs des segments du connexivum acumines, taille plus 
grande. 

M. — Yeux tres convergents en avant sur presque toute leur longueur; lar- 
geur de l'espace interoculaire au milieu subegale ä la longueur de la tete, 

beaucoup plus etroite en avant A. guttatipennis Stäl. 

M. M. — Cötes internes des yeux subparalleles ou tres faiblement convergents 
en arriere, ä peine convergents en avant seulement sur le tiers anterieur. 
Espace interoculaire, meme en avant, plus large ou subegal ä la longueur 
mediane de la tete A. Signoreti Stäl. 

Amhrysiis crenulatus noT. spec. De forme oblongue, jaunätre sur 
la tete, le pronotum, les pattes et tout le dessous du corps; ecusson et elytres d'un 
brua fonce uniforme sauf une etroite marge jaunätre sur le bord de l'embolium. 

Tete petite, jaune brillante, tres sensiblement moins large avec les yeux 
^ue la moitie de la plus grande largeur du pronotum; plus longue sur sa ligne 
nediane que large entre les yeux posterieurement; ces derniers tres convergents 
?n avant sur toute leur longueur, la largeur de l'espace interoculaire en avant, 
igale ä la moitie de la longueur de la tete. Surface de la tete un peu bombee, 
isse en avant, assez grossierement ponctuee en arriere. 

Pronotum jaune brillant, assez regulierement et grossierement ponctue sur 
oute sa surface sauf l'etroite bände posterieure qui est presque lisse derriere le 
:illon transversal tres superficiel. La ponctuation confluente formant quelques 
issez fortes rides transversales sur le milieu de la partie anterieure. Cötes late- 
•aux du pronotum presque droits, faiblement, mais visiblement cre'neles sur le 
)ord; tres convergents en avant avec l'angle anterieur assez aigu un peu arrondi 
Lu sommet; l'angle latei-al posterieur largement coupe, subtronque. Quelques-uns 
lies points enfonces de la partie posterieure de la tete et du disque du pronotum 
'ont le'gerement rembrunis, un peu noirätres par places. 

Ecusson et elytres d'un bruu fonce uniforme brillant, ä ponctuation assez 
,ense mais fine et tres superficielle; commissure du clavus etroitement jaunätre 



14 



A. L. Montandon. 



ainsi que le bord externe de rcmbolium; membrane brime foucee violacee, mate. 
Les marges eljtrales peii dilatees, siibparalleles. 

Connexivum jaune brillant avec les bords tres faiblement creneles et les 
angles posterieurs termines 6n assez longiie pointe aigue dirigee en arriere, peii 
saillante lateralement, suivant bien la legere coiirbe des cotes de Tabdomen. 

Dessous du corps jaunätre mat, un peu rembruni sur la poitrine. Pattes 
jaunes brillantes ainsi que le dessous de la tete et le rostre, ce dernier ä peine 
rembruni au sommet. Labre tres transversal, subarrondi en avant, jaune brunätre. 

Longueur lO'i mm, largeur 5 "3 mm. 

Nouvelle Grenade, Ocana. Ma collection. 

Cette jolie petite espece tres brillante et tres reconnaissable ä la faible 
crenulation des cotes lateraux du pronotum est assez voisine comme forme de la 
tete ä Ä. oUöngulus Montand.; mais cette derniere espece mate est plus petite, 
moins allongee proportionnellement et ditfere en outre par la forme tres caracte- 
ristique de son pronotum ä angles lateraux posterieurs arrondis et proeminents 
en arriere. 

Ambrysus ohlongulus nov. spec. Forme un peu allongee, d'un jaune 
clair tres pale sur la tete, le pronotum, le dessous du corps et les pattes; ecusson 
et elytres brunes, embolium jaunätre. 

Tete assez etroite, plus longue que large entre les yeux en arriere, s'en- 
fon^ant d\m peu plus de moitie de sa longueur dans la profonde echancrure du 
pronotum; yeux tres convergents en avant sur toute leur longueur; espace inter- 
oculaire en avant de moitie plus etroit qu'en arriere. Bord anterieur de la tete 
subtronque, tres obtusement arrondi, imperceptiblement proeminent au devant 
des yeux. Sur la ligne fictive du milieu transversal au niveau du sommet des 
angles antcrieurs du pronotum, la partie interoculaire est ä peine un peu plus 
du double du diametre de l'oeil. 

La surface de la tete un peu mate, tres finement et densement ruguleuse 
avec deux tacbes subarrondies brunätres sur le Vertex, une de chaque cöte de la 
ligne mediane, envoyant lateralement un petit prolongement oblique brunätre 
dans la direction des yeux et se continuant en avant sur le milieu en deux lignes 
etroites de points bruns confondus, se rejoignant en avant ä une tache brunätre, 
arretee bien avant le bord anterieur. 

Pronotum tres profondement e'chancre sur le bord anterieur, les cotes de 
l'echancrure convergents en arriere sur toute leur longueur, meme au niveau de 
l'angle posterieur de l'oeil devant la seconde sinuosite. Pronotum pas plus long 
que la tete sur la ligne mediane; sa largeur, au niveau du fond de Fechancrure 
egale ä deux fois la longueur et posterieurement un peu plus de deux fois efc 
deux tiers de la longueur mediane. Angles anterieurs droits, cotes lateraux 
faiblement arques en avant, droits et tres obliques ensuite, les angles posterieurs 
arrondis, legerement proeminents en arriere, le cöte posterieur largement^et tred 
obtusement sinue. Les cotes lateraux et posterieur sont jaunätres päles imj* 
macules, les lateraux plus largement que le posterieur, ce dernier limite en avart 
par une ligne transversale de tacbes brunes plus ou moins confluentes sans aucuiri 



Hemiptera crjrptocerata. 



15 



depressioii meine sur les extremites, tenant lieu de sillon transversal. Cette ligne 
brune est assez etroitement interroinpue au milieu oü une petite tache pale de 
la meme teinte qiie la partie posterieure, s'avance sur le disque un peu clargie 
anterieurement et marquee en avant de deux points bruns bien visibles. La 
partie anterieure entre les marges est pointillee de brun; les points bruns lais- 
sant lateralement des espaces plus päles, longitudinaux; plus confluents vers le 
milieu oü le brun forme une tache nungeuse derriere Fechancrure anterieure. 

Ecusson brunätre, tres finenient et densement ruguleux avec le sommet 
jaunätre. Elytres assez uniformement brunätres, tres finement et densement 
granuleuses avec la commissure du clavus etroitement jaunätre un peu moins 
des deux tiers de la longueur de l'ecusson. Embolium peu dilate jaunätre sur le 
bord externe, tres legerement rembruni sur les deux tiers internes et avec une 
tache brune de meme teinte que Telytre sur le tiers posterieur. Marge elytrale 
tres faiblement et obtusement sinuee apres l'embolium, Membrane noirätre. 

Dessous du corps et pattes entierement jaunätres, tres faiblement rem- 
bruni sur les pieces internes de la poitrine, prosternum carene, sa carene tangeante 
en avant avec celle de la partie posterieure de la tete; mesosternum bicarene, 
fortement sillonne longitudinalement au milieu entre les deux carenes. Lahre 
brun fonce, tres transversal, deux fois plus large que long, occupant ä la base 
au bord anterieur de la tete presque tout l'espace compris entre les yeux. Rostre 
jaunätre. 

La teinte mate de cet insecte non ponctue, sa forme allongee et son pro- 
notum profondement echancre ä angles anterieurs droits suffiraient dejä ä le 
reconnaitre de toutes les autres especes du genre. 

Longueur 8"5 mm, largeur max. au premier tiers des elytres 5 mm. 

Costa Rica, Talamanca (Bovallius); collection du Musee Royal de 
Stockholm. 

Ambrysus attemiatus iiot. spec. En ovale assez allonge, tres sen- 
siblement attenue en avant, d'un brun jaunätre peu brillant ä peu pres uniforme 
sur toute la partie superieure avec quelques taches plus claires sur le disque de 
la tete et pres des yeux, sur la partie anterieure du pronotum derriere les yeux 
et sur le milieu du disque, les marges du pronotum et de l'embolium egalement 
jaunätres. 

Tete large, aussi large, yeux compris, que la moitie de la largeur maximale 
du pronotum en arriere; finement et densement ponctue'e sur toute la surface; 
subegale en longueur ä la largeur de l'espace interoculaire en arriere; les yeux 
tres convergents en avant sur toute leur longueur; largeur de l'espace inter- 
oculaire en avant un peu plus grande que la moitie de la longueur de la tete. 
Lahre assez proeminent, presque aussi long que large, arrondi en avant. 

Pronotum avec les cötes latcraux ä peine arques, convergents en avant 
sur toute leur longueur, l'angle anterieur tres peu proeminent, un peu obtus; 
l'angle lateral posterieur droit, non tronque, ä peine arrondi au sommet. Ponc- 
tuation du pronotum fine et dense, assez reguliere sur toute la surface. Des 



16 



A. L. Montandon. 



petites soies tres fines, mais assez longues sont erigees tout le long de l'etroite 
marge jaune des cotes lateraux. Sillon transversal fin, peu visible sur le disque, 
plus profond lateralement. Partie posterieure etroite, derriere le sillon, ponctuee 
et brunätre comme la partie anterieure. 

Ecusson uniformement brunätre, finement et densement ponctue ainsi que 
les elytres; marge de Fembolium etroitement jaunätre avec des soies tres fin es 
erigees comme sur les cotes du pronotum. Sinuosite de la marge eljtrale presque 
nulle derriere l'embolium. Commissure du clavus plus longue que la moitie de 
la longueur de l'ecusson. Membrane noirätre. Connexivum jaunätre avec une 
vague bände brunätre transversale pres du bord posterieur de chacun des segmeuts, 
les angles posterieurs des segments termines en pointe acuminee assez saillante 
et dirigee en arriere. Dessous du corps et pattes uniformement jaunätres. 

Longueur 8 2 mm, largeur max. ä l'abdomen 4"5 mm. 

Villa Rica, Bresil (1893, Dr. P. Jordan); collection du k. k. Hofmuseum 
de Vienne. 

La forme attenuee en avant et la teinte brunätre assez uniforme de cette 
petite espece la feront facilement reconnaitre ä premiere vue. Sa ponctuation est 
plus dense et mieux accentuee que chez A. californicus Montand. dont la forme 
est subarrondie. 

Ambi^ysus pulchellus noT. spec, Eessemble un peu ä premiere vue 
ä A. pudicus Stäl, comme taille et comme couleur, mais proportionnellement un 
peu plus etroit, moins elargi en arriere; les petites tacbes brunätres un peu 
mieux marquees sur la tete et le pronotum; ce dernier ä ponctuation nulle, meme 
sur les cotes lateraux, sans depression ni rides sur le milieu du bord anterieur 
du pronotum. Le pronotum tres peu elargi en arriere ä cotes lateraux presque 
paralleles posterieurement, ä sillon transversal presque nul, tres faiblement marque 
meme sur les cotes; la partie posterieure derriere le sillon päle, egalement lisse, 
mais couverte de tres petits points noirs peu denses et peu visibles. La tete tres 
visiblement ponctue'e de cbaque cöte pres des yeux et beaucoup plus large pro- 
portionnellement que chez A. pudicus Stäl, aussi large avec les yeux que la moitie 
de la plus grande largeur du pronotum. 

Ecusson et elytres d'un brun fonce uniforme sans tacbes ni parties plus 
claires sauf Fembolium qui est jaunätre sur toute sa largeur sur les trois quarts 
basilaires, brunätre sur le quart posterieur; la marge elytrale est tres legerement 
sinue'e derriere Fembolium. Commissure du clavus un peu plus de moitie de la™ 
longueur de l'ecusson. Connexivum jaunätre ä peine ombre sur une bände un 
peu large recouvrant Fextremite et la base des segments; les angles posterieurs 
des segments non proeminents. 

Longueur 8 mm, largeur 4'8 mm. 

Guatemala; collection du Musee de Hambourg. 

Le k. k. Hofmuseum de Vienne possede aussi un exemplaire malheureuse- 
ment tres defectueux de la collection Signoret, sans indication de patrie, que 
je crois pouvoir rattacber ä cette espece. 



Hemiptera cryptoccrata. 



17 



Amhrysus pudiciis Stäl. Tete et pronotum lisses, ce dernier avec 
des points enfonces epars sur les cötes. D'assez fortes rides transversales re- 
couvrant la petite depression du milieu du bord anterieur du pronotum. Jaunätre 
ä dessins de points bruns peu marques sur la tete et le pronotum; le sillon 
transversal du pronotum bien accuse,. la teinte plus claire sur la partie posterieure 
lisse derriere le sillon transversal. Le pronotum tres elargi en arriere ä cötes 
lateraux tres convergents en avant sur toute leur longueur, l'angle lateral poste- 
rieur assez largement subtronque, un peu arrondi. Les yeux sont aussi assez 
forteraent convergents en avant sur toute leur longueur; la longueur de la tete 
un peu plus forte que la largeur de l'espace interoculaire en arriere et sa lar- 
geur, yeux compris, est tres sensiblement moins de raoitie de la plus grande 
largeur du pronotum. 

Eljtres brunätres claires un peu plus fonce'es sur le milieu du disque ; un 
petit point jaunätre sur le milieu du bord posterieur de l'eljtre. Embolium 
jauue dans toute sa largeur sur les trois quarts basilaires, brun sur l'extremite; 
marge elytrale imperceptiblement sinuee derriere Tembolium, commissure du 
clavus moitie plus courte que la longueur de l'ecusson; connexivum jaunätre, ä 
peine et tres etroitement rembruni sur les sutures des segments avec les angles 
posterieurs des segments tres peu proeminents en arriere. 

Longueur 7"7— 8wm, largeur 4"8— 5'2 mm. 

Mexique; collections du Musee Royal de Stockholm et du k. k. Hofmuseum 
de Vienne (coli. Signoret). 

Anibr'ysus 2>(^^"vic€ps uov. spec. En ovale subarrondi, jaunätre päle, 
brillant sur la tete, le pronotum, la partie externe des elytres et les pattes. 
Ecusson et elytres ä peine rembrunis. 

Tete petite, ä peine un peu plus du tiers, yeux compris, de la plus grande 
largeur du pronotum, un peu plus loiigue que large entre les yeux en arriere; 
yeux tres faiblement convergents en avant, subparalleles sur les deux tiers poste- 
rieurs; surface de la tete lisse, ä ponctuation presque nulle ä peine visible sur 
les cötes pres des yeux. Deux tacbes brunätres claires assez vagues sur la base 
ie la tete. 

Pronotum lisse ä ponctuation presque nulle meme lateralement, ä cötes 
iat-eraux tres dilates anterieurement, fortement arques, subarrondis; subparalleles, 
\ peine divergents en arriere sur leur moitie posterieure. Angle lateral posterieur 
3resque droit, tronque au sommet. Sillon transversal tres superficiel, peu visible 
ivec une petite fossette un peu mieux marquee lateralement sur ses extremites 
issez eloignees du bord lateral. Deux ou trois rides tres superficielles au milieu 
lu bord anterieur derriere la tete; quelques faibles taches brunätres päles tres 
/agues sur le disque de la partie anterieure. 

Ecusson ä peine rembruni avec les bords etroitement jaunätres. Elytres 
;ouvertes de taches brunätres päles assez grandes, mais mal limitces, laissant 
out l'embolium jaune päle et une large marge derriere Tembolium jusqu'ä l'ex- 
remite de l'elytre plus claire que le disque. Membrane brunätrc avec quelques 

I Z. B. Ges. Hd. XLYII. 3 



18 



A. L. Montandon. 



petites taches jaunätres subarrondies assez visibles pres de l'extremite de l'elytre. 
Connexivura jaune pale, legerement rembruiii sur la base des seginents, avec les 
angles posterieurs des segments termines en assez longue pointe aigue dirigee 
en arriere, mais peu proeminente lateralement, suivant bien la courbure des 
bords de l'abdomen. 

Dessous du corps jaunätre mat avec une tache brunätre sur le milieu du 
mesosternum, elargie en avant en deux branches divergentes qui atteignent de 
cbaque cote le bord posterieur du prosternum; une autre tache brunätre de 
chaque cote pres des hanches intermediaires, sur la suture des meso- et metapleures. 

Longueur 8"6 mm, largeur max. 6 mm. 

Mexique (coli. Signoret); k. k. Hofmuseum de Vienne. 

Bien que je n'aie vu qu'un seul exemplaire dont la partie anterieure de la 
tete est un peu endommagee, cette espece ne peut etre confondue avec aucune 
autre, sa forme tres arrondie, la forte courbe des cotes de son pronotum et la 
petitesse relative de sa tete la feront distinguer ä premiere vue. 

Ambrpsus californicus nov. spec. Forme ovale, Tete jaunätre ocreuse, 
aussi longue que large entre les yeux posterieurement; espace interoculaire ä cotes 
lateraux subparalleles sur la moitie posterieure, progressivement retreci en avant 
sur la moitie anterieure; sa largeur en arriere egale ä trois fois le diametre 
transversal de l'oeil sur le meme niveau. Surface de la tete tres finement ponc- 
tuee, la ponctuation un peu plus forte pres des yeux. Vertex presque lisse, fine- 
ment ruguleux avec la tache traditionnelle du genre un peu elargie, tres attenuee 
en avant, scindee au milieu longitudinalement, mais tres vague, brunätre, mal 
accentuee. 

Pronotum ä peine plus long que la tete sur la ligne mediane, l'angle 
anterieur presque droit ä peine aigu, non acumine; les cotes lateraux faiblement 
arques divergents en arriere sur toute ieur longueur; l'angle lateral posterieur 
largement arrondi. Sillon transversal bien visible, enfonce, assez fort sur les 
cotes, etroitement interrompu au milieu; la ponctuation fine et dense sur toute 
la surface, un peu plus accentuee sur les deux tiers anterieurs des marges late- 
rales. Le bord anterieur qui parait finement reborde entre les yeux est marquQ 
aussi derriere le milieu de fines rides transversales assez serrees. Les marges 
jaunätres ocreuses, assez larges; le disque de la partie anterieure un peu rembruai 
par des points et petites taches brunätres assez mal accusees, les deux medianes 
longitudinales un peu plus visibles, arquees, convergentes en avant et en arriec^ 
mais non confluentes, laissant la ligne mediane plus päle, immaculee, retrecie es 
avant et en arriere, elargie un peu apres le milieu, atteignant en avant le bos^ 
anterieur etroitement noirätre, et en arriere le sillon transversal ; la partie post% 
rieure derriere le sillon jaunätre tres päle, immaculee, finement et densemeni 
ponctuee, ratissee sur une marge etroite le long du bord posterieur du pronotum™ 

Ecusson jaune brunätre, finement et densement ponctue avec des rides, 
tres visibles, peu regulieres, un peu en reseau par places, surtout vers la basef | 
la principale de ces rides occupe le milieu longitudinal de la moitie posterieure 



Hemiptera cryptocerata. 



19 



de recusson et est coupee en croix un peu avant le sommet par uiie autre ride 
transversale. 

Elytres tres finement et densement ponctuees, granuleuses, d'un jaune 
brunätre assez uniforme avec la marge de rembolium plus claire, jaunätre. 
Commissure du clavus un peu plus longue que la moitie de la longueur de 
Tecusson. Membrane brunätre, un peu plus foncee que les elytres. Connexivum 
jaune brunätre, ä peine un peu plus fonce sur une etroite bände couvrant les 
sutures; les angles posterieurs des segments presque droits, tres faiblement acu- 
mines et non proeminents. 

Labre tres petit, transversal, subarrondi en avant. Rostre brunätre, plus 
fonce ä l'extremite. Dessous du corps en grande partie assez uniformement 
brunätre, pattes jaunätres, les femurs plus päles que les tibias. 

Longueur 7 2 mm, largeur 4'5 min. 

S. Californie (Morrison); collection du Musee Royal de Stockholm. 

Cette petite espece malgre sa ponctuation assez dense sur le pronotum a 
assez l'aspect des A. piidicus Stäl et A. piilchellus Montand.; la forme de son 
pronotum est intermediaire entre Celles de ces deux especes, moins elargie en 
arriere que chez A. pudicus Stäl, mais ä cötes lateraux divergents en arriere 
sur toute leur longueur et non subparalleles sur la moitie posterieure comme 
chez A. pulchellus Montand. et avec l'angle lateral posterienr plus largement 
arrondi que chez ces deux especes. 

Amhrysiis melanopterus Stäl. Le type de Stäl (Mexique, de la coli. 
Signoret) actuellement au k. k. Hofmuseum de Vienne qui m'a ete obligeam- 
ment communique est un insecte d'assez grande taille, 11 "8 mm de longueur sur 
6'7 mm de largeur max., c'est-ä-dire de dimensions un peu moindres que Celles 
des A. Sifjnoreti Stäl, guttatipennis Stäl, puncticoUis Stäl, Bergi Montand.; 
diflferant sensiblement de ces derniers, outre sa teinte foncee meme sur le pro- 
notum sauf l'etroite bände claire de la partie posterieure, par sa forme moins 
elargie ä cötes lateraux subparalleles; les cötes lateraux du pronotum fortement 
arques en avant sont aussi subparalleles sur leur tiers posterienr, c'est-ä-dire que 
le pronotum n'est pas entierement retreci d'arriere en avant sur toute sa lon- 
gueur; les angles posterieurs sont droits, ä peine subarrondis au sommet. La tete 
plus petite proportionnellement que chez les especes pre'cedemment citees est 
egale en largeur, yeux compris, ä environ le tiers de la largeur du pronotum en 
arriere et d'une longueur ä peine un peu plus forte que la largeur entre les 
yeux posterieurement. Ces derniers tres convergents en avant sur toute leur 
longueur, la surface de la tete et du pronotum ponctuee, avec une petite fossette 
sur le milieu de la base de la tete ayant Fair de se prolonger en avant en sillon 
longitudinal. Le dessous du corps et les pattes sont aussi moins clairs, jaunes 
brunätres. 

Amhi^jsus Bergi iiov. spec. Outre les caracteres differentiels enu- 
meres au tableau des especes du genre, cette grande espece a les elytres brunätres, 
plus claires vers la base, plus fonce'es vers l'extremite, le clavus etroitement 

3* 



/ 



20 A. L. Montandon. 1 

jaunätre sur la base, le long de Feciisson et sur la commissure. Emboliiim moinJ 
dilate que chez Ä. guttatipennis Stäl ou A. Signoreti Stäl, mais mieux arrondl 
au bord externe que chez Ä. puncticollis Stäl; jaunätre avec une grande taches^ 
brune oblique couvrant l'angle posterieur interne; le bord externe de l'elytre non 
sinue derriere Tembolium. Connexivum entierement jaunätre, ä peine et tres 
etroitement rembruni sur les sutures des segments dont les angles posterieurs 
sont un peu aigus, mais peu proeminents. Cotes lateraux de lechancrure ante- 
rieure du pronotum subobliques sur toute leur longueur, tres faiblement trans- 
verses derriere les yeux, ces derniers subparalleles sur les deux tiers posterieurs. 
La ponctuation tres forte et tres dense, de points enfonces un peu disposes en 
lignes transversales sur les cotes lateraux du pronotum, remontant legerement 
sur le disque et formant meme quelques rides obliques posterieurement pres des 
angles lateraux ä l'extremite du sillon transversal fortement enfonce de cbaque 
cöte, plus faible au milieu; la partim posterieure du pronotum, derriere le sillon, 
päle, tres densement ponctuee partout et parsemee de tres petits points noirs 
assez denses jusque sur la partie posterieure de l'angle lateral. 
Longueur 13 mm, largeur 7"5 mm. 

Buenos -Ayres; collection du Muse'e Eoyal de Stockholm. 

Cette espece remarquable par l'angle anterieur du pronotum tres aigu et 
proeminent, depassant en avant le niveau du milieu de l'oeil, ne saurait etre 
rapportee ä Ä. fucatus Berg qui doit etre proportionnellement beaucoup plus 
large et qui provient des provinces montagneuses de Tucuman et Cordoba situees 
ä Touest de la Eepublique Argentine. Le mode de coloration parait aussi ditfe- 
rent; chez Ä. Bergi Montand. les taches et la ponctuation brunes de la tete et 
du pronotum sont peu visibles; mais la depression ridee ponctuee du milieu du 
bord anterieur du pronotum doit etre assez semblable chez les deux especes. A. 
Bergi Montand. ne saurait non plus etre confondu avec A. melanoptenis Stäl du 
Mexique qui est de plus petita taille, IVS mm de long sur 6 7 mm de largeur et 
proportionnellement plus etroit, tres reconnaissable par sa tote ponctuee, rugu- 
leuse sur les cotes, la ponctuation du disque du pronotum plus accentuee, Tem- 
bolium etroitement borde de jaunätre. 

Amhrysus puncticollis Stäl du Texas, collection du Musee Eoyal de 
Stockholm, est proportionnellement plus etroit que les A. Signoreti Stäl et A. 
guttatipennis Stäl. De 13'7 mm de longueur sur 8 2 mm largeur max. Elytres et 
clavus entierement et uniformement fonces, avec la commissure du clavus etroite- 
ment jaunätre et Tembolium jaunätre sur toute sa largeur sur la moitie basilaire 
et brunätre sur la moitie posterieure sauf un etroit lisere jaunätre sur la marge. 
Embolium moins dilate que chez les deux especes prece'demment citees et que 
chez A. Bergi Montand.; le bord externe de Telytre non sinue derriere l'embolium. 
Les Segments du connexivum entierement jaunätres, remarquables par la dent tres 
aigue, prolongee en arriere qui termine les angles posterieurs des segments. Le 
sillon transversal du pronotum assez bien marque, la partie posterieure derriere le 
sillon, päle, lisse, sans rätissures apparentes, ä ponctuation tres fine et tres rare, 
mais parsemee de tres petits points noirs assez denses. 



Ilemiptera cryptocerata. 



21 



Ambrysus Mexicanus noT. spec. Forrae ovale, tres peii convexe; 
toute la partie superieure, tete, pronotum, ecusson et elytres, finemeut et dense- 
ment ponctuee. 

Tete aussi longue que large entre les yeux en arriere; yeux legerement 
convergents en avant siir leur moitie anterieure, espace interoeulaire ä cötes 
lateraux paralleles siir la moitie posterieure oü il est ä peine im peii plus du 
double du diametre transversal de l'oeil. Ponctuation de la tete tres superficielle, 
mieux marquee pres des yeux. Une assez large tache brunätre occupe le milieu 
de la partie posterieure de la tete se rejoignant le plus souvent lateralement ä 
une autre tache brune situee pres de l'angle postörieur interne des yeux; la 
tache mediane scindee au milieu envoie en avant deux lineoles brunätres mal 
accuse'es qui n'arrivent pas jusqu'au bord anterieur de la tete; et des taches 
laterales s'echappent aussi deux petits prolongements brunätres raccourcis, par- 
fois i\ peu pres nuls; le milieu du disque entre les yeux le plus souvent legerement 
rembruni. 

Pronotum peu elargi en arriere, un peu plus de deux fois et demi plus 
large posterieurement que la longueur sur la ligne mediane; l'angle lateral presque 
droit, arrondi au sommet, l'epaule un peu proeminente en dedans de l'angle 
lateral formant un semblant d'angle posterieur tres faiblement proeminent en 
arriere; le bord posterieur du pronotum droit entre les epaules; les cote's lateraux 
tres legerement arques, convergents en avant sur toute leur longueur; angle 
anterieur presque droit, ä peine aigu. Sur les deux tiers anterieurs de la marge 
laterale, la ponctuation est plus forte, plus dense, avec quelques tres petites taches 
brunes formant parfois de petits nuages qui s'avancent jusque pres du bord 
lateral en avant. La partie anterieure du pronotum avec quelques tres tines rides 
transversales parfois peu visibles parmi la ponctuation sur le milieu, derriere 
l'echancrure; mouchetee de points et de taches brunes peu accentuees, une mediane 
en avant, courte et bifurquee posterieurement, et deux laterales arquees une de 
chaque cote, divergentes en avant et en arriere. Le sillon transversal tres faible- 
ment indique par une tres fine ligne enfoncee mieux marquee sur les cötes; 
partie posterieure jaunätre pale, tres finement et assez densement ponctuee avec 
quelques tres courtes ratissures par places, peu visibles. 

Ecusson jaune brunätre, finement et densement ponctue avec les angles 
iaunätres päles, la tache jaune du sommet remontaut jusque sur le milieu du 
disque en fine ligne longitudinale. 

Elytres tres finement et dense'ment ponctuees, d'un brun tres dair, vague- 
ment plus fonce sur le milieu du disque; clavus plus päle, parfois ä peine rem- 
bruni vers l'extremite; commissure du clavus environ les deux tiers de la longueur 
de l'ecusson. Embolium assez dilate, jaunätre päle sur ses trois quarts anterieurs. 
üne petite tache jaunätre sur le disque de l'elytre pres de l'angle interne de 
l'embolium et une autre sur le milieu du bord posterieur, ces taches parfois tres 
peu visibles. Marge elytrale tres obtusement sinuee derriere l'embolium; mem- 
brane brune foncee. Segments du connexivum jaunätres, marques d'une tache 
Tiangulaire brunätre sur l'angle anterieur externe, se prolongeant parfois tres 



22 



A. L. Montandon. 



etroitement en arriere le long de la marge, les angles posterieurs non saillants, 
imperceptiblement proemineiits en arriere. 

Lahre tres petit, tres transversal, jaunätre; le premier article du rostre 
brun clair, le second bnm fonce. Dessous du corps et pattes jaunätres, de grandes 
tacbes sur la poitrine et une bände longitudinale mal limitee sur le milieu des 
cötes de l'abdomen, rembrunies. 

Longueur 9'3— 10'5mw, largeur 5 7 — Q 2mm. 

Mexique (Boucard), coUection du Musee Koyal de Stockholm; Mexique 
(Bilimek), k. k, Hofmuseum de Vienne et la mienne. 

Cette espece ressemhle beaucoup comme dessin ä A. guttatipennis Stäl, 
mais eile est beaucoup plus petite et proportionnellement un peu moins large, 
le pronotum moins elargi en arriere, les angles posterieurs du connexivum beau- 
coup moins attenues et moins proeminents en arriere; les rides de la partie 
anterieure du pronotum nulles chez Ä. guttatipennis Stäl sont legerement mar- 
quees chez Ä. Mexicanus Montand. qui est aussi d'une teinte plus claire, surtout 
sur l'ecusson et les elytres. 

Ambrysus hyhrida hoy. spec. Cette espece est intermediaire entre 
Ä. mexicanus Montand. et A. guttatipennis Stäl. De la taille de la premiere 
ä laquelle eile ressemhle aussi par la forme des segments du connexivum non 
proeminents ni acumines, eile en diifere par la forme generale un peu moins 
allongee, plus arrondie et aussi par les yeux legerement convergents sur toute 
leur longueur; la tete un peu plus courte, un peu moins longue ou subegale a la 
largeur de l'espace interoculaire en arriere; la longueur de la tete et du pro- 
notum reunis subegale ou un peu plus courte que la moitie de la largeur du 
pronotum en arriere; ces derniers caracteres la rapprochent de A. guttatipennis 
Stäl dont eile a aussi ä peu pres la meme teinte, mais eile s'en separe facile- 
ment par la taille sensihlement plus petite et les angles posterieurs des segments 
du connexivum non acumines. En outre eile differe des deux especes par la 
ponctuation de la partie superieure de la tete et du pronotum plus forte, sen- 
sihlement plus visible, en rides mieux accusees sur le milieu de la partie ante- 
rieure du pronotum. 

Mexique; collection du k. k. Hofmuseum de Vienne et la mienne. 

Ambrysus guttatipennis Stäl. Egalement du Mexique, collection 
du Musee Royal de Stockholm, presque de meme taille que le suivant A. Signoreti 
Stäl et presque aussi large; 13'3 mm de longueur sur 8'3 mm de largeur; plus 
fonce ä elytres brunätres avec une petite tache discoidale et un point longitudi- 
nalement allonge sur le milieu de l'extre'mite de la corie, jaunätres; rembolium 
jaunätre sur toute sa largeur sur les deux tiers basilaires, brun sur le tiers 
posterieur; le clavus entierement brun sauf sur la commissure etroitement 
jaunätre; la marge elytrale obtusement sinuee derriere l'emholium; les segments 
du connexivum brunätres sur le tiers basilaire, jaunätres ensuite; le sillon trans- 
versal du pronotum presque nul; la partie posterieure du pronotum derriere le 
sillon, päle, finement ratissee longitudinalement, les ratissures bien visibles au 



Hemiptera cryptocerata. 



23 



moins sur le bord posterieiir ä ponctuation tres fine, concolore, et assez dense 
partout oü les ratissures manquent. 

Ämhrysus Signoreti Stäl. Mexique, collection du Musee Royal de 
Stockholm, du k. k. Hofmuseura de Vienne et la mienne. Plus grand et de forme 
plus elargie que les autres especes; 131mm de longueur sur S'8 mm de largeur. 
Sa teinte jauuätre claire avec de grandes taches brunes sur les elytres lui donne 
un aspect tres reconnaissable ä premiere vue. Le clavus jaunätre pale avec une 
petita tache brune vers la base et une vers l'extremite. La marge eljtrale est 
obtusement sinuee derriere l'embolium, ce dernier tres elargi, jaunätre sur toute 
sa largeur sur les trois quarts basilaires, brunätre sur le quart posterieur; les 
Segments du connexivum bruns sur le tiers basilaire, jaunätres ensuite. Le sillon 
transversal du pronotum bien visible, mais assez superficiel et un peu interrompu 
au milieu; la partie posterieure du pronotum derriere le sillon, tres-päle, lisse a 
ponctuation tres fine, concolore et peu dense. 

Deux exemplaires egalement de Mexique de la collection Signoret (k. k. 
Hofmuseum de Vienne) etaient etiquetes par Signoret: N. Foeyi Guer., nom 
qui ne saurait leur convenir. 



Carcinocoris, ein neues Hemipteren-Genus, 
und Bemerkungen über die Raubbeine der Insecten. 



Allgemein bekannt ist die Thatsacbe, dass die Beine der Insecten durch 
Anpassung in der verschiedensten Weise modificirt werden. So unterscheidet 
man Grabbeine, Schwimmbeine, Sprungbeine, Raub- oder Fangbeine u. s. w., je 
nach dem Zwecke, dem diese modificirten Extremitäten nunmehr dienen. In 
den folgenden Zeilen soll die letztgenannte Kategorie etwas eingehender be- 
sprochen werden. 

Schon das Wort Raub- oder Fangbein sagt uns, dass dessen Aufgabe in 
dem Erfassen und möglichst sicheren Festhalten einer Beute besteht, um das 
Aussaugen oder Verzehren derselben zu erleichtern und auf diese Weise die 
Mundtheile in ihrer Function zu unterstützen. Naturgemäss werden es in der 
Regel die Vorderbeine sein, welche sich zu Raubbeinen ausbilden, und zwar in 
erster Linie bei solchen Raubinsecten, deren Mundtheile nicht besonders gut zum 



Von 



Anton Handlirscli. 



(Mit zwei Abbildungen im Texte.) 



(Eingelaufen am 2. Jänner 1897.) 



24 



A. Handlirsch. 



Erfassen einer Beute geeignet sind. Thatsächlicli treffen wir aucli unter den mit 
kräftigen zangenartigen Mandibeln versehenen Eaubkäfern (Staphyliniden, Cara- 
biden etc.) ebenso wenig ein typisches Eaubbein, wie unter den als kräftige 
Beisser bekannten Locustiden, während bei den mit viel schwächer entwickelten 
Kiefern begabten Mantiden oder bei räuberischen Insecten, deren Mundtheile als ' 
saugende bezeichnet werden, also z. B. Dipteren und besonders Rhynchoten, Raub- 
beine in allen Entwicklungsstufen zu finden sind. 

Gerade in der Ordnung der Rhynchoten kann man am besten sehen, in 
welcher Weise die Raubbeine entstehen. Hier finden wir eine Anzahl Formen, 
(Hydrometriden, Reduviiden), bei welchen sich die Tibie in der Beugung eng an 
den Schenkel anschmiegt, entschieden das einfachste Mittel zur Erreichung des 
gewünschten Erfolges. 

In weiterer Ausbildung tritt dann entweder eine Längsrinne an dem 
Schenkel (Belostoma) oder eine Anzahl Dornen und Borsten auf (Rhynchoten: 
Reduviiden, jE'wesa etc.; Dipteren: Ochtera mantis ; Orthopteren: Mantis; Neuro- 
pteren: Mantispa), die nur als Ergänzung oder Verbesserung des Fangapparates 
zu betrachten sind. Es wird ferner auch der Tarsus in Mitleidenschaft gezogen, 
indem er sich entweder an dem Apparate betheiligt (Belostoma) oder als über- 
flüssig und vielleicht sogar hinderlich atrophirt. So ist bei Nepa, Manatra u. a. 
nur mehr ein Glied erhalten und bei den Phymatiden entweder der ganze Tarsus 
verschwunden (Macrocephalus), oder zurückgeschlagen und in einer Rinne an der 
Vorderseite der Schiene verborgen (Fhymata). 

Mit den oben besprochenen Raub- oder Fangbeinen der Insecten analoge, 
aber nicht homologe Gebilde finden sich in grossem Formenreichthum auch bei 
anderen Arthropoden, z. B. bei den Crustaceen (Squilla, Gammarus etc.) und 
Arachniden. 

Hier in diesen Classen tritt aber auch ein vollkommenerer Typus des Fang- 
beines auf, die Scheere, zu welcher bisher unter den Insecten ein Analogon 
noch so viel wie unbekannt war. 

Ich sage, so viel wie unbekannt, denn schon im Jahre 1861 beschrieb 
Fieber ein Hemipteren-Genus aus der Familie der Phymatiden unter dem 
Namen Carcinochelis .(= Krebsscheere). Eine dürftige Diagnose in einer Be- 
stimmungstabelle ist, ausser dem Namen, alles, was man bisher über dieses- 
interessante Thier wusste. 

Die monographische Bearbeitung der oben genannten Hemipterenfaniilie 
wird mir nun Gelegenheit geben, sowohl Fi eher 's Carcinochelis, als auch eine 
zweite, nahe verwandte neue Gattung, die ich Carcinocoris nennen will, eingehend 
zu charakterisiren. 

Bei diesen zwei Hemipterengattungen sind, wie gesagt, die Vorderbeine zü- 
einer completen Krebsscheere umgewandelt, indem der Schenkel am Ende neben m 
der Insertion der Schiene einen unbeweglichen Fortsatz trägt, an welchen sich die 
Schiene anschmiegt. Alle übrigen Formen derselben Familie (Phymatidae) haben 
stark ausgebildete Raubbeine der zuerst beschriebenen Form, stark entwickelten 



Carcinocoris, ein neties Heinipteren-Genus, n. Bemerk, üb. d. Kaulibeiuo d. Insccteu. 25 



Schenkel mit zurückschlagbaier, fast krallenartiger Schiene und atrophirtem oder 
rudimentärem Tarsus, und es könnte im ersten Momente überraschen, in einer 
verhältnissmässig homogenen Familie plötzlich eine Form mit so abnormer Bein- 
bildung anzutreffen. Doch ist die Verschiedenheit in der Beinform bei näherer 
Betrachtung keine gar so bedeutende und eigentlich eine rein äusserliche, denn 
das Scheerenbein ist sehr leicht auf die typische Form des Fangbeines zurück- 
zuführen, wenn man eine der nächstverwändten Phjmatidengattungen, Macro- 




cephalus {leiicographus Westw.), betrachtet, bei welcher die excessive Erweiterung 
des Schenkels bereits einen Uebergaug zur Form des (Jardnocom-Beines andeutet. 

Ein sehr gutes Beispiel für die nahen Beziehungen zwischen Fangbein und 
Scheere liefert die Amphipodengattung Phronima (sedentaria), wo das fünfte 
Beinpaar im weiblichen Geschlechte in eine vollkommen ausgebildete Scheere 
endigt, während dasselbe Beinpaar im männlichen Geschlechte sich mehr dem 
Typus des Fangbeines nähert. 

Yorläufijj^e Beschreibimg der Grattung Carcinocoris. 

Mit Carcinochelis Fieb,, Macrocephalus Swed. und Amblythyreus Westw. 
am nächsten verwandt. 

Kopf ähnlich wie bei Carcinochelis, etwas kürzer als bei Macrocephalus, 
nicht weit vor die Augen verlängert, ohne Fortsatz ober den Fühlern; am Ende 
nicht so stark ausgebuchtet wie bei Macrocephalus. Bucculae von der Seite 
gesehen weit vorspringend, am unteren Bande deutlich eingekerbt. Augen und 
Ocellen ähnlich wie bei Macrocephalus, ebenso der Eüssel, dessen Endglied 
dünner ist als die zwei vorhergehenden und bis zwischen die Vorderhüften reicht. 
Fühler mässig schlank; ihr erstes Glied fast cylindrisch, das zweite kurz keulen- 
förmig, das dritte länger keulenförmig, das vierte länger als jedes der zwei 
vorhergehenden und stark keulenförmig verdickt. Pronotura ähnlich wie bei 
Macrocephalus gebaut, an den Seitenkanten nicht flügelartig verbreitert, oben 
mit zwei nach hinten divergirenden Längskielen, die Seitenecken ober der Insertion 
der Vorderflügel mehr oder weniger spitz vorgezogen, der Hinterrand gegen das 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 4 



26 A. Handlirscli. Carcinocoris, ein neues Hemipteren-Genus, und Bemerkungen etc. 



Scutellum fast gerade abgeschnitten. Thoraxseiten ohne Fühlerrinne. Das Scu- 
tellum erreicht fast die Länge des Hinterleibes und ist schmal zungenförmig, 
flach mit scharfem feinen Längskiel in der Mitte und gerandeten Seiten. 

Hüften der Vorderbeine sehr lang, Trochanteren kurz, Schenkel stark ent- 
wickelt und am Ende neben der Insertion der Schiene in einen langen Fortsatz aus- 
gezogen, an dessen fein gesägte Vorderseite sich die an der Beugungsseite gleich- 
falls fein gesägte Schiene, so wie der bewegliche Finger der Krebsscheere an den 
unbeweglichen anlegt. Tarsus der Vorderbeine verschwunden. Mittel- und Hinter- 
beine von normaler Form, schlank, deren Tarsen mit zwei kleinen Basalgliedern 
und langem Klauenglied. 

Chorium der Vorderflügel ziemlich schmal, etwas über die halbe Flügel- 
länge reichend, mit zwei deutlichen Längsadern; Clavus sehr klein; Membran 
gross, mit vier Längsadern, von denen die erste ziemlich undeutlich wird. 
Zwischen der dritten und vierten Längsader liegen am Rande des Choriums zwei 
kurze Zellen. 

Hinterleib fast rhombisch, in der Gegend des dritten Segmentes am 
breitesten, entschieden breiter als der Thorax. Die Endsegmente sind in beiden 
Geschlechtern ähnlich gestaltet wie bei Macrocephalus. 

Der Kopf, die drei ersten Fühlerglieder, die Beine, der Prothorax, die 
Ränder des Hinterleibes und das Scutellum sind mit zahlreichen sehr verschieden 
gestalteten Dornen auffallend reichlich besetzt. Die Sculptur ist durchaus leder- 
artig, die Färbung, wie bei allen Phymatiden, im männlichen Geschlechte dunkler 
als im weiblichen. 

An den auffallend geformten Vorderbeinen ist diese Gattung, so wie 
Carcinochelis Fieber von allen anderen Phymatiden sofort zu unterscheiden. 
Die Fieber 'sehe Gattung unterscheidet sich von der oben beschriebenen in erster 
Linie durch das Scutellum, welches nur die halbe Länge des Hinterleibes erreicht. 

Bisher sind mir zwei Carcinocoris -Arten bekannt geworden; die eine, von 
Fea in Birmanien (Gar in Cheba) gesammelte nenne ich C. erinaceus, di 
andere, mir von Herrn Noualhier zugeschickte Art aus Süd-Indien (Trichino 
poly, Pulney Hills) nenne ich nach ihrem Entdecker C. Castetsi. 

C. erinaceus ist im Ganzen schlanker und hat bedeutend längere Fühle 
als Castetsi. Die Dornen sind bei der ersten Art viel grösser und auff'allender; 
dafür aber nicht so zahlreich wie bei der zweiten. Das Schildchen ist bei 
erinaceus nur an der Peripherie bedornt, bei Castetsi auf der ganzen Fläche mil 
kleinen Dörnchen besetzt. Die Grösse schwankt bei beiden Arten zwischen ( 
und 8 mm. 

Eine genaue Beschreibung wird in meiner Monographie der Phymatidei 
erscheinen. 



Microlcpidopterologiscbc Saramel-Ergobnisse ans Herkulesbad (Mebadia). 



27 



Microlepidopterologisehe Sammel- Ergebnisse 
aus Herkulesbad (Mehadia). 

Von 

W, T. Hedemann 

in Kopenhagen. 
(Eingelanfen am 2. Jänner 1897.) 

Vom 27. Mai bis 28. Juni 1896 hielt ich mich behufs Sammeins von Micro- 
lepidopteren in Herkulesbad, resp. dem naheliegenden Mehadia auf. Obgleich 
der selige Josef Mann im Jahre 1859 dort gesammelt hat, liegt meines Wissens 
bisher kein Sammelverzeichniss aus dieser interessanten Gegend vor. 

Künftigen Sammlern, die dieses Gebiet zu besuchen gedenken, möchte ich 
rathen, Herkulesbad als Standquartier zu wählen, weil es alle Vortheile guter, 
ja vorzüglicher Unterkunft und Kost bietet, während in dem Flecken Mehadia 
beides sehr primitiver Art ist und ausserdem ein günstiges Sammelterrain der 
zahlreichen Viehweiden und des starken Feldbaues wegen erst in weiterer Ent- 
fernung zu erreichen ist. 

Ich bereute, so früh dorthin gekommen zu sein, weil die Fauna trotz der 
südlichen Lage zu Ende Mai kaum so weit entwickelt war, wie bei Wien zu 
Anfang des Monats. 

Bezüglich des Terrains verweise ich auf die vorzügliche Beschreibung des- 
selben in dem kleinen Buche: „Die Donaustrecke Bäziäs— Ada-Kaleh — Eisernes 
Thor und der Curort Herkulesbad", von J. E., k. k. Major. In demselben findet 
sich eine sehr genaue Specialkarte des Gebietes Mehadia— Herkulesbad im Mass- 
stabe von 1 : 25.000. 

Herr Dr. Rebel in Wien war so gütig, den weitaus grössten Theil meiner 
Ausbeute zu bestimmen, einzelne Arten auch Herr Bang-Haas in Dresden. 
Beiden Herren sei hiermit herzlichst gedankt! 

Dass mein 32tägiger Aufenthalt nur 183 Arten lieferte, hat hauptsächlich 
seinen Grund in den höchst ungünstigen Witterungsverhältnissen dieses Jahres 
in Herkulesbad. 

Pyralidae. 

Eurrhypara Urticata L. 

Botys Funebris Ström var. Ochomaculata L., aurata Sc, sanguindlis L. (in 
typischen Stücken ohne Uebergang in die südlichen Varietäten), hyalinalis 
Hb., nuhilalis Hb., terrealis Tr., crocealis Hb. (häufig und in fast zeichnungs- 
losen Stücken, auf denen die Querstreifen sehr undeutlich hervortreten), sam- 
hucalis W.-V., fulvalis Hb. (selten), cyanalis Lah. (nur 1 9 3,m 23. Juni 
an Felsen auf dem rechten Czerna-Ufer zwischen Herkulesbad und dem 
Meierhof), Olivalis W.-V. 

4* 



28 



W. V. Hedemann. 



Euryereon verticalis L. 
Nemophüa noctuella W.-V, 
Psamotis pulveralis Hb. (selten). 

Orohena aenealis W.-V., sophialis F. (sehr vereinzelt in scharf gezeichneten 
Stücken). 

Scoparia ochrealis W.-V., crataegella Hb. 
Nymphula Stagnata Dan. 
Hypsopygia costalis F. 
Orthopygia rubidalis W.-V. 

Cledeohia Moldavica Esp. Vom 7. Juni an sehr gemein auf trockenen, blumen- 
reichen Abhängen in allen Farbennuancen von dunkel Rothbraun bis hell 
Graugrün. 

Crambidae. 

Cramhus pascuellus L., dumetellus Hb., craterellus Sc, chrysonuchellus Sc, 
luteellus W.-V. 

Phycitidae. 

Acröbasis Zelleri Rag. (tumidella Zk.). Auf der Franz Josefs-Höhe dicht beim 

Pavillon am 28. Juni aus Eichengebüsch geklopft. 
Trachonitis cristella Hb. Nur 1 am 27. Juni. 
Hypochalcia ahenella Zk. 
Pempelia adornatella Tr. 

Homoeosoma sinuella F. (sehr gemein auf der Coronini-Höhe), nimhella Z, 

Pterophoridae. 

Oxyptilus leonuri Stange (nur 1 am 30. Mai auf der Wiese der Coronini- 
Höhe), pilosellae Z., parvidactylus Hw. 
MimaeseopUlus stigmadactylus Z. 
Leioptilus tephradactylus Hb. 

Psenophorus hrachydactylus Tr. Ende Juni nur in wenigen scharf gezeichneten 

Exemplaren im schattigen Walde bei den Szecheny -Wiesen. 
Äciptilia tetradactyla L. 

Alucitidae. 

Alucita desmodactyla Z. 

Tortrieidae. 

Teras quercinana Z. Obgleich Mann in seiner „Fauna des Erzherzogthums 
Oesterreich" von dieser Art angibt: „Sehr häufig in Mehadia", ist es mir 
doch nur einmal geglückt, am 23. Juni ein frisches cT aus einem Eichen- 
gebüsch zu klopfen. 

Tortrix podana Sc, crataegana Hb., laevigana W.-Y., seniialbana Gn., ochreana 
Hb., comvayana F. (in sehr dunklen Stücken, d. h. das braune Aussendritte] 
der Vorderflügel beinahe schwarz), loeflingiana L., treitschJceana Tr. (im 



Microlepidopterologische Saramel-Ergotnisse aus Herkulesbad (Mehadia). 



29 



Walde hinter dem Cursaloii häufig, aber Anfangs Juni schon stark ge- 
flogen), grotiana F. 

Sciaphila Walühomiana L. und var. incertana Tr., dbrasana Dup., nuhüana Hb. 
Olindia hyhridana Hb. 

Cochylis fulvana F. R. (selten), zephyrana Tr., hartmanniana Cl., aleella Schulze, 

rupicola Curt., pallidana Z. 
PentJiina variegana Hb., primiana Hb., nigricostana Hw. var. remyana H.-S. 

(ziemlich häufig), lapideana H.-S. (nicht eben selten am Waldwege 

zwischen dem Cursalon und den Szecheny -Wiesen). 
Polychrosis hicinctana Dup. (lugdunana Gn.) (einzeln auf den Wiesen der 

Coronini-Höhe), Kreithneriana Horn. 
Exartema latifasciana Hw. Ziemlich häufig. 

Aphelia lanceolana Hb., furfurana Hw. (Ende Mai ein abgeflogenes Stück). 
Sericoris rurestrana Dup. var. lucivagana Z., cespitana Hb., iimhrosana Frr., 

striana W.-V., Capreolana H.-S., arcuella CL, acliatana F. 
Semasia expaUidana Hw. (nur auf einer feuchten Bergwiese in der Nähe der 

Coronini-Höhe, aber hier gemein), aspidiscana Hb. 
Paedisca campoliniana W.-V., penMeriana W.-V., ocellana W.-V., suffusana Z., 

hrunnichiana Fröl., graphana Tr., dbiegana Dud., woeheriana W.-V. 
Grapholitha fimehrana Tr., fissana Tr., inquinatana Hb. (nur 1 $ am 21. Juni 
H an einer sonnigen Stelle des Weges zwischen dem Cursalon und den 
l|k Szecheny -Wiesen), janthinana Dup., succedana Froel. (Ende Mai, Anfangs 

Juni in sehr kleinen Exemplaren, bei denen die weisse Farbe sehr ein- 

geschränkt und öfters grau überhaucht ist). 
Carpocapsa grossana Hw. 
Phtho rohlast is flexana Z. 

Phoxopteryx upupona Tr., mitterhacJieriana W.-V., hadiana W.-V. 
Dichroramplia petiverella L., sequana Hb., gruneriana H.-S. 

Tineidae. 

Choreutis myllerana F. In auffallend grossen Exemplaren nicht selten. 

Simaethis oxyacanthella L. 

Fumea affinis Reutti. 

Diplodoma marginepunctella Stph. 

Euplocamus anthracinalis Sc. 

Bläboplianes imella Hb. 

riwea arcella F., cloacella Hw., albicomella H.-S. 

Incurvaria miiscalella F. 

Nemophora swammerdamella L., pilella F. 

ideZa rufifrontella Tr., mazzolella Hb., degeerella L., Croesella Sc, viridella Sc. 
Teichohia verhiiella Stt. 

Eyponomenta stannellus Thnbg., evonymellus Sc, 
Argyresthia mendica Hw., curvella L. 
Plutella cruciferarum Z. 

i , 



30 W. V. Hedemann. Microlepidopterologisclie Sammel-Ergebnisse aus Herkulesbad. 



Cerostoma sequella GL, radiatella Don., parenthesella L. 
Eidophasia messingiella F. R. 
Depressaria assimilella Tr., depressella Hb. 
Teleia fugitivella Z. 
Becurvaria nanella Hb. 
Poecilia alhieeps Z. 
Apodia hifractella Dgl. 
Änacampsis Ugulella Z. 
Brachycrossata cinerella Gl. 
Ehinosia denisella F. (äusserst gemein), sordidella Hb., ferrugella W,-V., formO". 

sella Hb. 
Cleodora striatella Hb. 

Ypsolophus renigerellus Z. (nur in wenigen Stücken im Walde beim Tekelj- 

Tempel), ustulellus F., fasciellus Hb. 
Sophronia sicariella Z., illustrella Hb. 
Megacraspedus separatellus F. R., hinotellus F. R. 
Pleurota pyropella W.-V. 
Holoscolia forficella Hb. 
Hypercallia citrinalis Sc. 
Enicostoma lohella W.-V. 
Harpella staintoniella Z., hractella L. 

Lampros tripuncta Hw., luctuosella Dup., augustella Hb., tinctella Hb. 
Oecophora minutella L., flavifrontella Hb., panzerella Stph. (äusserst gemein). 
Blastobasis phycidella Z. Ziemlich verbreitet; ich habe sie immer nur aus 

Carpinus hetula gescheucht. 
Glyphipteryx equitella Sc. 

Gracilaria alchimiella Sc, roscipennella Hb. (= Juglandella Mn.), hofmanniella 
Schieb. 

Omw guttea Hw., fagivora Frey, carpinella Frey. 

Coleophora milvipennis Z., leucapennella Hb., galUpennella Hb., coronillae Z., 

currucipennella Z., deauratella Z. 
Chrysoclista Unneella Gl. 
Stagmatophora albiapicella H.-S. 
Antispila treitscMeiella F. R. 
Cosmopteryx Schmidiella Frey. 
Elachista luticornella Z. 
Lithocolletis ahrasella Z., geniculella Rag. 

Bucculatrix crataegi Z. und zwei Exemplare einer neuen Art, die zu beschreibe 
Herrr Dr. Rebel später die Güte haben wird. 

Mier optery gi dae . 

Eriocephala myrtetella Z. (nur in einem Stück auf der Goronini-Höhe erbeutet) 
rablensis Z., thunbergella F. 



Ueber einen neuen Diantims aus dem Balkan, 



31 



lieber einen neuen Diantlms aus dem Balkan. 

Von 

Friedrich Yierliapper jun. 

(Eingelaufen am 15. Jänner 1897.) 

Boissier führt in seiner „Flora orientalis" (1867), Vol. I, p. 503 Sibthorp's 
und Smith 's Dianthus alpinus (Prod. Fl. Graec. [1813], I, p. 288, non L.) als 
Dianthiis haematocahjx (Boiss. et Heldr., Diagn., Ser. II, 1, p. 65) y. alpinus 
an und citirt den Parnassus und thessalischen Olympus als Standorte desselben, 
[ch fand nun, dass die thessalische Pflanze, welche sich in Heldreich 's Herbar 
ms dem Jahre 1851 und 1852 findet, von jener des Parnass, die wohl als 
?igentlicher Dianthus alpinus Sibth. et Sm. anzusprechen ist, nicht unerheblich 
ibweicht. Fast noch typischer tritt die Verschiedenheit von letzterer an der 
1896 von Dr. A. Baldacci in Albanien am Berge Smolika gesammelten Pflanze 
bervor. Ich beschreibe die Nelke der Berge Olympus und Smolika als: 

m Dianthus Pindicola n. sp.^) 

(Sectio Barhulatum Will.) 

Synonyma: Dianthus haematocalyx y. alpinus Boiss., Fl. or. (1867), 
Vol. I, p. 503, z. Th.; Heldr., Exsicc, 1851; Haussknecht in Symbolae ad 
floram Graecam in Mittheilungen des Thür. Botan. Vereines, Neue Folge, Heft V, 
1893. — Dianthus haematocalyx var. nana Heldr., Exsicc, 1852. 

Humiiis, dense caespitosus. Eami steriles internodiis dbbreviatis fasci- 
culati. Kami floriferi vel caule 1 — 2paribus foliorum, hasi fasciculo foliorum 
instructo, vel flore in caespite sessili. Caules Semper uniflori, erecti, tetragoni, 
asperi, 5—4 cm alti, virides. Folia hasalia lineari-lanceolata, 5—10 mm 
longa, 1 — 15mm lata, hasi margine memhranaceo ciliolato late vaginante 
connata, acutiuscula-acuta, crassiuscula, rigidiuscula, viridia, tri- 
nervia, nervo mediano infra prominente, nervis lateralibus margine incrassato 
marginantihus, gldbra, in margine manifeste sursurnscahrida; caulina 
internodia rix superantia, hasi margine memhranaceo, angusto, ciliolato connata 
in vaginam nodum^ ohvallantem, crassitiem caulis longitudine circiter aeguantem, 
summa squamas calycis adaequantia. Squamae calycinae 4 — 6, calyci approxi- 
matae, subtus ut folia caulina summa pilis minutissimis magis minusve 
asperulae, tubo calycis duplo vel vix breviores, 9 — 13mm longae, pars 
hasalis 3mm lata, scarioso-herbacea, margine 5— 1mm lato, pallide 



*) Die Abbildung dieses und des Dianthus SiMhorpii werde ich in einer demnächst erscheinen- 
den Arbeit bringen. 



3'2 Friedrich Vierhapper jun. I 

memhmnaceo, subciliolato ohovata, purpurea, rarius viridis, ahruptius- 
cule acuminata in cuspidem 1 — 16 mm latam, 6mm longam, erecto-patentem, 
linear i-lanceolatam, acutam, herbaceam, flaccidiusculam, viridem, mar- 
gine non memhranaceo sursum-scahridiusculam ; squamae in parte basali obsolete 
septem-multinerviae, in cuspide manifeste trinerviae, nervis lateralibus 
marginantibus. Flores erecti, Semper solitarii. Calyx oblonge cylindraceus, 
minute ventricosus, 14 — 16mm longus'^), 4 — 5mm latus, basi non an- 
gustatus, pilis minutis obtectus, scariosus, purpureus, rarius viridis, 
35striatus, striis basin versus vix, ad apicem magis prominentibus, dentibus 
basi subobcordata late lanceolatis, 4— 5 mm longis, 2mm latis, acuminatis 
vel obtusiusculis, marginibus latis usque ad cuspidem membranaceis, magis 
minusque ciliatis se quincuncialiter tegentibus; margines tegentes purpureae, 
tectae pallidae. Lamina petalorum obovato-spatulata, 7 mm longa, 6 — 7 mm 
lata, purpurea, in unguem pallidum, calycis altitudinem aequantem sensim 
attenuata, supra magis minusve usque ad margines puberula et ad faucem 
pilis longioribus barbulata, in margine exteriore plus minus grosse et irregu- 
lariter dentata. Stamina fUainentis pallidis calyce excedentibus antherisque 
flavis. Germen ellipsoideo-cylindraceum, glabrum, stigmatibus duobus filiformibus 
plumosis. 

Vorkommen: Thessalien: Olympus (Heldreich, 1851, 1852); Alba- 
nien: Zygos-Berg bei Metsovo in der Waldregion des Pindus Tymphaeus (Held- 
reich, Haussknecht, 1885), Smolika bei Konitza (Baldacci, 1896). 

Während die Pflanze von der Waldregion des Zygos-Berges durch ihren 
kräftigeren Wuchs, die manchmal zwei- bis dreiblüthigen Stengel und grösseren 
Kelche schon an Dianthus Jiaematocalyx Boiss. et Heldr. erinnert, stellen die 
Nelken vom Olympus und Smolika-Berge, fast völlig einander gleichend, einen 
wohl zu sondernden Typus dar. Bei letzteren überwiegt, gegenüber jenen vom 
Olymp, noch mehr die krautige Consistenz aller Theile, die Spitze ihrer Kelch- 
schuppen ist etwas kürzer und breiter, der Kelch um weniges weiter. Aber 
diese Differenzen, bei genauer Uebereinstimmung aller anderen wichtigen Merk* 
male, sind sehr geringfügig im Vergleiche mit jenen, welche zwischen diesen 
beiden, dieselbe Species repräsentirenden Nelken auf der einen und der Pflanze 
des Parnass auf der anderen Seite zu beobachten sind. 

Gewiss ist es nicht Zufall, dass Held reich in seinen Exsiccaten einmal 
für Dianthus Pindicola den Namen Dianthus haematocalyx var. nana gebraucht, 
während er Dianthus Sibthorpii stets als Dianthus haematocalyx var. alpinus 
bezeichnet. 

Davon, dass Sibthorp unter seinem „in montibus Graeciae" vorkommen- 
den Dianthus alpinus die Nelke des Parnassus verstanden hat, konnte ich mich 
durch ein Original-Exemplar im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wiea 
überzeugen; ob sich aber diese Benennung Sibthorp's auch auf die Pflanze vomf; 
Olymp erstreckte, ist mir imgewiss. Boissier hat unter seiner Varietät alpinus. 



>) Tubus saramt Zähnen ; ebenso bei Diantlnis SiUhorpii. 



Ueber einen neuen Dianthus aus dem Balkan. 



33 



beide Typen miteinbegriffen und seine Diagnose in einer für beide passenden All- 
gemeinheit gehalten. Ich schlage also für den Diantims des Parnass eine neue 
Bezeichnung vor: 

lyianthiis SihtJiorpii ni. 

(Sectio Barbulatim Will.). 

Synonyma: Dianthus alpimis Sibth. et Sm., Prod. Fl. Graec. (1813), I, 
p. 288; Dianthus haematocalyx y. alpinus Boiss., Fl. or. (1867), Vol. I, p. 503, z.Th. 

Humilis, dense caespitosus. JRami steriles internodiis abbreviatis fasci- 
cidati. Caides Semper uniflori, erecti, tetragoni, 5—6 cm longi, 2—3paribus 
foliorum instructi, basi fasciculo foliorum, minute asperuli vel glabrius- 
culi, glaucescentes. Folia linearia, 10 — 20mm longa, 1 — 12mm lata, 
acuta, rigida, glaucescentia, trinervia, nervis lateralibus margine minute 
incrassato marginantibiis, in margine sursumscabridiuscula. Squamae 
cahjcinae4—6, calyci approximatae, subtus tuberculis minutis pruinosae, 
13— 21 mm longae, pars basalis 4— 6 mm lata, scariosa, margine 1 — 15 mm 
lato, cartilagineo pallido vel dilute fusco, minutissime ciliolato late elliptica 
vel late obovata, pallide virescens vel dilute purpurascens, multi- 
nervia, abrupte attcfiuata in cuspidem l—2mm latam., 6 — 10 mm long am, 
erecto-patentem, lineari-lanceolatam, acutam, strictam, glaucescentem, tri- 
multinerviam, margine sursumscabridiuscidam. Flor es erecti, Semper solitarii. 
Calyx cylindraceus, ample ventricosus, in apicem coarctatus, 16— 20 min 
longus, 5— 6mm latus, tuberculis minutis pruinosus, stricte scario- 
sus, pallide virescens vel dilute purpurascens, 35- vel 45striatus, striis 
ad basin non, ad apicem manifeste prominentibus, dentibus late lanceolatis, 

5— 6 nun longis, 15 — 2'5mm latis, acuminatis, margine basin versus mem- 
branaceo, ciliolato. Petalorum lamina deltoideo-spatulata, 7 — 9 mm longa, 

6 — 7mm lata, dilute purpurea, sensim attenuata in unguem calyceni 
aequantem., supra plus minus puberula et per totam superficiem, vel solum ad 
faucem barbidata. 

Vorkommen: Griechenland: Parnassus (Sibthorp, Heldr. u. s. w.), 
Kiona (Haläcsy, Reiser); Albanien: Glükesurit, Kaudaviz im Grivas-Gebirge 
(ßaldacci, 1892), Lops (Baldacci, 1894). 

Die weniger steife Consistenz, die geringeren Dimensionen, die dunklere 
Färbung und die meist stärkere Trichombekleidung seiner Stengel und Blätter, 
der nicht oder nur wenig bereiften Kelchschuppen und der viel weniger bauchigen, 
gleichfalls nicht oder nur wenig bereiften Kelche, sowie die tiefer purpurnen 
Fetalen bewirken den auch habituell sehr deutlich hervortretenden Unterschied 
des zierlichen Dianthus Pindicola von dem durch die Steifheit aller seiner 
Theile gewissen mediterranen Halb-Xerophyten gleichenden Dianthus Sibthorpii. 
Dieser steht dem mehrblüthigen, höherwüchsigen Dianthus haematocalyx, als 
dessen Varietät man ihn mit Boiss ier — wohl mit grösserem Rechte als den 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 5 

I 



34 



Friedrich Vierhapper jun. 



Dianthus pruinosus Boiss. et Orph., Diagn., Ser. II, VI, p. 28 = Dianthus haemato- 
calyx ß. pruinosus Boiss., Fl. or. (1867), Vol. 1, p. 503, z. Th., non Janka — be- 
zeichnen kann, viel näher als dem Dianthus Pindicola, den man immerhin auch 
für dem Dianthus haematocalyx sehr nahe verwandt wird halten müssen. 

An Dianthus Frey nii Y?in das, Neue Beitr. in den Sitzungsher. der böhm. 
Gesellsch. der Wissensch. (1890), p. 255; Beck, Flora von Südbosn. und der 
Herceg. in Annalen des k. k. naturhist. Hofmus. (1891), S. 332, Taf. VIII, Fig. 6, 
mit welchem Dianthus Pindicola den rasigen, polsterförmigen Wuchs der 
meisten Gebirgsnelken gemeinsam hat, erinnert dieser durch seine dunkel, aller- 
dings nicht schwärzlich purpurn gefärbten Kelche und die gleiche Gestalt der 
Kelchzipfel, ist aber mit dieser in allen Theilen, abgesehen von den bebärteten 
Fetalen, kahlen Pflanze, welche schlaffe, stumpfliche, meist nicht randnervige 
Blätter, breite, glockige, nicht bauchige Kelche und nur 2 — 4 sich allmälig in 
eine lange Spitze verschmälernde Kelchsehuppen besitzt, nicht sehr nahe verwandt. 

Dianthus hrevicauUs Fenzl, Pugill. pl. nov. (1842), p. 10, aus Kleinasien 
gleicht dem Dianthus Pindicola an niedrigem Wüchse. An seinen viel längeren, 
weniger steifen und nicht so dicklichen, dreinervigen oder auch fünfnervigen 
Blättern umsäumen aber die zwei äussersten Nerven nicht oder nur gegen die 
Spitze zu den Eand, dem sie jedoch immer sehr nahe gerückt sind. Kelch- 
schuppen besitzt er meist vier, seltener zwei oder sechs. Dieselben, in ihren 
Dimensionen sehr variabel, verschmälern sich allmälig in die im Vergleich zu 
Dianthus Pindicola längere, minder breite Spitze. Die Kelche sind bei gleicher 
Länge schmäler, noch weniger bauchig, mit nicht so spitz ausgezogenen Zähnen. 

Von Dianthus Sibthorpii, welcher schon durch seine weitbauchigen Kelche, 
die nur noch die nächst stehenden Typen: Dianthus haematocalyx und pruinosus 
besitzen, von allen anderen, eventuell zu einem Vergleiche in Betracht kommenden 
Arten gut unterschieden ist, weicht Dianthus hrevicauUs nach Boi ssier (vide 
Fl. or. [1867], Vol. I, p. 503) folgendermassen ab: „P'acie et characteribus D. 
haematocalyci var. alpino similis differt foliis et cuspide squamarum ohtusis 
flaccidis, calyce angustiori non ventricoso"" . 

Nach Asche rson 's Vorgehen in „Synopsis der mitteleuropäischen Flora" 
(1896) lassen sich wohl Dianthus pruinosus, haematocalyx, Sibthorpii und 
Pindicola unter einer Gesammtart vereinigen, für die ich Heldreich's nur 
für Dianthus haematocalyx bestimmte Bezeichnung Dianthus ventricosus (exs. 
2657) als die bezeichnendste halte. 

In pflanzengeographischer Beziehung bewohnt: 

die Ebene Dianthus pruinosus, 

die Waldregion . . . Dianthus haematocalyx, 

das Hochgebirge . . . Dianthus Pindicola und Dianthus Sibthorpii. 

Dianthus Pindicola ist ein Bewohner der höchsten Punkte des nördlichen 
Pindus (Smolika) und des thessalischen Olympus. Dianthus Sibthorpii vertritt 
auf den Hochgebirgen Mittelgriechenlands (Parnassus, Kiona) und des westlichen 
Theiles Albaniens auf dem Grivas-Gebirge (Glükesurit, Lops) den Dianthus 



Ueber einen neuen Diantims aus dem Balkan. 



35 



haematocahjx der griechischen Bergwälder. Dieser, durch seinen höheren und 
kräftigeren Wuchs, seine 2 — 5bliUhigen Stengel, die schmalen, allmä,lig in eine 
lange Spitze ausgezogenen Kelehschuppen und die langen, verhält nissmässig 
schmalen Kelche von Diantims Pindicola und Sibthorpii leicht unterscheidbar, 
hat also in ersterem einen nördlichen, in letzterem einen südlichen Vertreter auf 
den höchsten Höhen der Berge Griechenlands. 

Ueber eine neue Daplme-kii aus Persien. 

Von 

Dr. Carl t. Keissler. 

(Eingelaufen am 18. Jänner 1897.) 

Gelegentlich einiger Studien über die Gattung Daplme traf ich im Wiener 
Universitätsherbar auf eine von Dr. Stapf bei Kasrun in Persien gesammelte 
Daphne-Avt, die unter oleoides Schreb. lag, von derselben aber erheblich abwich, 
und welche Stapf im Herbar als scabrifolia bezeichnet hatte, ohne jedoch 
den Namen zu publiciren, da das Exemplar weder Blüthen noch Früchte trug. 
Auf eine mit der Stapf 'sehen ganz übereinstimmende Pflanze stiess ich später 
ebenfalls unter oleoides im Herbar Boissier (herb. Bungeanum, Iter persicum, 
1859, inter Chabir et Kermau; auf der Etiquette stand die Bemerkung: „ad 
oleoidem non?"). Auch dieses Exemplar hatte weder Blüthen noch Früchte und 
konnte also für eine Beschreibung gleichfalls nicht verwendet werden, da ja die 
Pflanze ebenso gut in eine andere Gattung hätte gehören können. So wollte ich 
denn schon die ganze Sache ruhen lassen, als mir zufällig Herr Bornmüller 
schrieb, er habe bei seiner letzten Eeise in Persien bei Kerman eine Daphne 
gesammelt, die der oleoides am nächsten stünde, welche er aber für neu halte, 
und sei geneigt, nachdem er erfahren habe, dass ich mich mit der Gattung 
Daphne beschäftige,^) mir seine persische Pflanze zu übersenden. Auf das hin 
machte ich Herrn Bornmüller Mittheilung von der Stapf'schen und Bunge- 
schen Pflanze und ersuchte ihn, mir seine Pflanze zur Einsicht zu schicken, was 
Herr Bornmüller auch that.^) Es stellte sich jetzt, wie ich schon vermuthet 
hatte, wirklich heraus, dass die von ihm bei Kerman gefundene Pflanze^) identisch 
mit der von Stapf und mit der von Bunge gesammelten, welch' letztere ja 
auch von Kerman stammt, sei. 

Und da die Born müller "sehen Exemplare wohl entwickelte Blüthen und 
Früchte besitzen, entschloss ich mich, nachdem eine Untersuchung gelehrt, dass 

•) Durch meine kleine Abhandlung „Ueber eine neue Daphne -Art und die geographische 
Verbreitung derselben, sowie die ihrer nächsten Verwandten"; vgl. diese „Verhandlungen", 1896, S. 214. 
^) Ich danke demselben hiemit bestens für seine Freundlichkeit. 
Er hatte dieselbe im Herbar als D. carmanica bezeichnet. 

5* 



36 



Carl V. Keissler. 



es sich um eine gute Art handle, dieselbe im Einverständnisse mit Herrn Born- 
müller zu puhliciren und dem Dr. Stapf zu Ehren, der die Pflanze im Herbar 
schon früher mit einem Namen, wie erwähnt, belegt hatte, zu benennen: 

Daphne Stapfii Borninüller et Keissler noy. spec. 

Frutex trunco erecto, laxe ramoso, cortice griseo-hrunneo. Bami suh- 
corymhosi, longissimi, crassi, stricti, sparse foliosi, ramulis hrevibus, 
alternis, sat crehris, gracilihus, arrectis, rectis vel curvis, pauce foliosis, 
apice florif eris, efoliorum ramorum axillis enascentihus praediti, 
apice praeterea plerumque furcati, ipsi apice non florif eri, sicut ramuli 
pulverulento-puheruli, interdum fere glahri, laeves, teretes. FoUa ohovata 
usque ad late-ohovata, hasi attenuata, apice rotundata, pungenti- 
mucronata (rarius sine mucrone vel leviter emarginata), sessilia, semper- 
virentia, coriacea, crassa, rigidissima, evenia (nervo modo mediano subtus 
crasso eminente), sat densis, alhis, adpressis setulis, quae granulis 
hemisphaericis insidunt, praedita, de^num setulis 7nox deciduis 
granulis inprimis margine eminentihns granulata, ramis plus minus 
arrecta. Capitula sat numerosa, ramulis brevihus e ramis enascentihus 
terminalia, ehracteata, sessilia, 3 — 4flora. Flores alho-lutei, pilis sericei, 
sessiles. jReceptaculum cylindricum, amplum, mox inflatum et ovoideum, tarde 
deciduum. Sepala ovata, cuspidato-acutiuscula, receptaculo triplo hre- 
viora. Ovarium sericeum. Stigma sessile. JBacca ovoidea. coccinea, adpresse- 
pilosa, sicca. 

Frutex ca. Im altus. Bami ca. 25— 40 cm longi, ramuli ca. 3— 6 cm 
longi. Folia ca. 1 5— 2 5 cm longi, ca. 1'2 cm lata. Flores ca. 13 cm longi. 
Beceptaculi diameter anthesi 0'2 cm, fructiferi 0'4 cm. Bacca ca. 0'9 cm longa, 
3 cm lata. 

Geographische Verbreitung, Südliches und östliches Persien (Kasrun, 
ca. 100 Tcm westlich von Schiras; Provinz Kerman). 

Ich sah Exemplare von: Kotel Drun bei Kasrun, 2250 ?w (leg. Stapf, 
1885, Herbar des botan. Museums der Universität Wien); in montosis inter 
Chabbir et Kerman (herb. Bungeanum, April 1859; Herbar Boissier [Genf]); in 
apricis aridis montium („Kuh-i-Syrdsch") inter Kerman et Syrdsch, 2300 — 2700 m, 
prov. Kerman (J. Bornmüller, Iter persico-turcicum 1892/93, Nr. 4563). 

Weitere Standorte aus der Provinz Kerman (nach brieflicher Mit- 
theilung des Herrn Bornmüller): Sonnige Lehnen am Fusse der Berge am 
Dorfe Deh-bala bei Kerman, 2200— 2300 m (Nr. 4559 der oben genannten 
Pflanzencollection) ; an den Hügeln und Bergen Kuh-i-tachme (1900— 2000 m) und 
Kuh-tagh-ali (2000— 2200 m) südöstlich von Kerman (Nr. 4560, 4562); am Kuh-i- 
Dschupar bei Kerman, 2800 m (Nr. 4561); am Berge Kuh-i-Nasr, 2800 ??/ 
(Nr. 4564); am Südhange des Schah-Kuh im District Eahbur, 2700 m (Nr. 4565) 

Die eben beschriebene Art schliesst sich am meisten ?in D. oleoides Schreb 
an, hat aber auch einige Beziehungen zu D. cachemiriana Meissn. Was zunächst 



Uoter eine neue Daphne-Art aus Porsien. 



37 



oleoidcs betrifft, so ist vor dieser J). Stapf ii besonders dadurch ausgezeichnet, 
dass die jungen Blätter ziemlich dicht mit ganz kleinen, steifen Borsten 
bedeckt sind, die auf kleinen, halbkugeligen Höckern aufsitzen und 
der Blattfläche dicht sich anlegen. Später fallen die Borsten nahezu 
völlig ab und nun treten die Höcker, auf welchen die Borsten 
sassen, auf der ganzen Fläche hervor und sind namentlich am 
Rande der Blätter deutlich zu sehen. Die Blattoberfläche erhält hiedurch 
ein gekörneltes Aussehen, wie man schon mit freiem Auge bemerken kann. Bei 
oleoides sind keine Borsten vorhanden, sondern nur mehr oder minder dicht 
stehende, später meist abfallende, weiche, flaumige Haare; ferner ist die Blatt- 
oberfläche vollkommen glatt, ohne irgend welche Erhöhungen. So weit mir 
bekannt, ist die für D. Stapfii angegebene Ausbildung von Borsten und 
Höckern an den Blättern überhaupt bei keiner anderen Daphne-krt 
bisher angetroffen worden. 

Auch die Verzweigung und die Stellung der Blüthen bilden ein 
wichtiges Unterscheidungsmerkmal von oleoides. Bei D. Stapfii nämlich theilt 
sich der Stamm in einige wenige, sehr lange Aeste, die über ihre ganze Länge hin 
beblättert sind. An verschiedenen Stellen über diese Aeste zerstreut gehen aus den 
Achseln der Blätter Axilla rsprosse hervor, die wesentlich kürzer und dünner 
als die Aeste sind, nur wenige Blätter tragen und an der Spitze stets je ein 
Blütheuköpfchen führen^), während der Hauptast selbst terminal 
keine Blüthen trägt. Die Blüthen sind also mit Rücksicht auf den Haupt- 
ast eigentlich axillar, mit. Rücksicht auf die Seitenäste allerdings terminal. Bei 
oleoides dagegen ist der Stamm ein- oder mehrfach doldentraubig getheilt. Die 
einzelnen Aeste sind viel kürzer als bei Stapfii, tragen stets an der Spitze 
die Blüthenköpfchen und nicht an seitlichen Axillartrieben. 

Weiters kann noch angeführt werden, dass bei D. Stapfii die Blätter viel 
breiter, an der Spitze abgerundet und mit einer Stachelspitze versehen sind.^) 
Von oleoides a. hrachyloha Meissn. ist die neue Art noch speciell durch die 
grösseren Blätter und geringe Blüthenzahl in einem Köpfchen (bei hrachyloha 
Blätter rS cm lang, 0'3 — 4 breit, Blüthen zu 5 — 8), now oleoides ß. jasminea 
Meissn. durch die eiförmigen Kelchblätter, um ein Drittel kürzer als das Recepta- 
culum (bei jasminea lanzettlich, fast so lang als das Receptaculum), verschieden. 

Was B. cachemiriana Meissn. anbelangt, so fehlen bei derselben eben- 
falls die Borsten und Höcker,^) so wie bei oleoides. Ausserdem sind bei 
der ersteren die Blüthen kurz gestielt und der Blüthenstand, der auch ge- 
stielt ist, nimmt namentlich gegen die Fruchtreife eine deutlich traubige 



') Hin und wieder tritt sogar der Fall ein, dass der Axillarspross nur 1 cm lang wird und 
keine Blätter, sondern nur das Blüthenköpfchen trägt ; manchmal sitzt ein Köpfchen ohne Axe direct 
in der Blattachsel. 

2) Mitunter fehlt die Stachelspitze, die Blätter sind dann ahgerundet oder schwach aus- 
geschweift; hei oleoides sind die Blätter spitzlich zulaufend. 

Bei cachemiriana fehlt zudem jede Spur einer Behaarung an den Blättern, während 
bei oleoides die Blätter mehr oder minder behaart sind. 



38 



Cariv. Keissler. Ueber eine neue Daphne- Art aus Persien. 



Gestalt an, während bei D. Stapfii der Blüthenstand ausgesprochen köpfchen- 
f örinig und sitzend ist. Bei cachemiriana, die ungefähr dieselbe Verzweigung 
wie oleoides hat, entwickeln sich allerdings auch als axillar anzusprechende 
Blüthenstände. Aber erstens entspringen dieselben nur aus den Achseln der 
obersten Laubblätter, und zwar blos in der Zweizahl, zweitens ist neben 
den an das Ende des Astes gerückten zwei axillaren Inflorescenzen, 
stets eine terminale vorhanden. Die Laubblätter der cachemiriana sind über- 
dies grösser (3 5 cm lang, 1 cm breit), die Kelchblätter nur um die Hälfte kürzer 
als das Eeceptaculum. 



Referate. 



Piilblicationen ülber Lepidopteren. 

(Referent Dr. H. Eebel.) 

The Entomologist's Monthly Magazin.^) See. Series, Vol. VI (XXXI), 1895. 

Wals in gh am, Lord. „Pre-occupied names and genera in the Micro- 
Lepidoptera" (p. 40—43). 

Eine lange Liste theils vergebener, theils aus anderen Gründen zu be- 
anständender Gattungsnamen. 

Crompton, Sidney. „Notes on some Butterflies of Tenerife" (p. 43 — 45, 
87-90). 

Die Mittheilungen enthalten an neuen faunistischen Angaben nur die 
wahrscheinlich auf unrichtiger Bestimmung beruhende Behauptung (p. 89) des 
Vorkommens von Colias Hyale L. und Colias Electra L. auf Tenerife. 

Colias Edusa, die ich bisher als einzige Colias -Art von den Canaren 
kennen lernte, wird dort zuweilen etwas dunkler, erreicht aber niemals das tiefe 
Colorit der contiuentalen Electra. Verschiedene Formen der Edusa Aberration 
Helice Hb. mögen die Bestimmung Colias Hyale L. (nebst Heiice Hb.) ver- 
anlasst haben. 

Bank es, Eust. R. „Remarkable variety of Seoparia truncicolella Stt." (p.49). 
Eine Aberration mit sehr heller Grundfarbe erhält den Namen ^pallida^. 
Auld, Henry A. „A hunt for PJiorodesma Smaragdaria"" (p. 57 — 59, 119), 
Die Raupe wurde auf Ärtemisia maritima gefunden (cfr. Barrett, 
ibid., p. 94). 

Barrett, C. G. „Further notes on the habits of Psyche Villosella Ochs," 
(p. 60—61). 

Beobachtungen über die Copula (cfr. Stevens, p. 97). 



1) Wie in früheren Jahren wurde auch diesmal eine für continentale Leser berechnete Aus- 
wahl aus dieser Zeitschrift getroifen. Der Referent. 



Referate. 



39 



Richardson, N. M. „Occurrence of Tinea vincidella H.-S. at Portland, 
with notes ou its life history" (p. 61 — 65). 

Ausführliche, auch descriptive Mittheilung über diese für die Fauna 
Englands neue Art. 

Porritt, G. T. „Description of the larva of Teplirosia Extersaria'* 
(p. 65—67). 

Eingehende Beschreibung der ersten Stände dieser auf dem Continente als 
Boarmia Luridata Bkh. bekannten Art. Eine Erg.änzung zu Porritt 's Mit- 
theilungen gibt 

Fenn, C. „Notes on the larva etc. of Teplirosia Extersaria^ (p. 81). 

Bland ford, W. F. H. „Recent experiments on the means of protection 
by Ähraxas grossiilariata L." (p. 70 — 72). 

Mittheilungen über die neuen interessanten Versuche Prof. Plateau's 
(Mem. Soc. Zool. Fr., 1894, p. 375—392) über die warnende Färbung dieser Art. 

Barrett, C. G. „Notes on a mass of cocoons of Äphomia soeiella L." 
(p. 72-74). 

Ueber die regelmässige Anordnung der gesellschaftlich angelegten Cocons 
(cfr. Merrifield, ibid., p. 96). 

Durrant, J. H. „A contribution to the history of the species known 
as Lita ocellatella Stt." (p. 82—84). 

Eine kritische Sichtung der Synonymie dieser Art, wonach als deren Autor 
Boyd (Ent. Wk. Int., IV, p. 143) zu gelten hat (cfr. Bankes, ibid., p. 173). 

Chapman, T. A. „Are the antennae of the pupa free in the family 
Tineidae?"' (p. 86). 

Der Autor fand bei den (wenigen) untersuchten Arten die Fühler der 
Puppe in freien Scheiden liegen. 

Edwards J. „Notes on certain Asiatic Hesperidae" (p. 91 — 93). 

Moore verwechselte die Geschlechter zweier Arten, deren Synonymie 
sonach zu lauten hat: 1. Capila Jayadeva Moore (9 = Pisola Zennara Moore cf) 
und 2. C. Moorei Edw. (cT = C. Jayadeva Moore 9; $ = Pisola Zennara 
Moore 9)- 

Erionota Acroleuca Wood-Mason and Niceville ist nicht synonym mit 
E. grandis Leech. 

Barrett, C. G. „A small form of Nonagria lutosa^^ (p. 95). Das Exemplar 
hatte nur die Grösse der Leucania obsoleta. 

Bradley, R. C. „Notes on Tinea pallescentella''' (p. 96 — 97). 

Die Motte wurde zahlreich in einem Keller gefunden. Alle Versuche, die 
aus den Eiern erhaltenen Raupen aufzuziehen, misslangen. (Referent machte vor 
Jahren dieselbe unangenehme Erfahrung.) 

Durrant, J. H. „Notes on the occurrence of Steganoptyclia Pygmaeana 
Hb. at Merton in 1894" (p. 105—106). 

Die Seltenheit des 9 erklärt sich dadurch, dass sich dasselbe beim Klopfen 
fallen lässt und nicht auffliegt. 



40 



Eeferate. 



Derselbe. „Description of the hitherto unknown imago of Fumea? 
Limulus Rgbfr." (p. 106—109). 

Die aus den merkwürdig gestalteten Säcken (cfr. diese „Verhandlungen", 
1889, Sitzungsber., S. 60—61, Fig.) von Ceylon gezogene Art bildet ein neues 
Genus der Depressariadae: Pseudodoxia Durrant. Die schon mehrmals ab- 
gebildeten Säcke werden neuerlich in Holzschnitt gebracht. 

Barrett, CG. „Food-Plants of Elachista cerusella"' (p. 134—135). Die 
Eaupe wurde auf Phalaris arundinacea gefunden. 

Wood, John. „Extracts from a note book" (p. 155 — 160). 

Interessante biologische Angaben über Paedisca oppressana, Dicrorampha 
plumhana, Pamplusia mercuriana Hb. (Raupe auf Calluna vulgaris), Peronea 
cristana, Catoptria ulicetana, Lobesia reliqiiana (Betula (jlutinosa), Gelechia 
gemmella, Koeslerstammia erxlehella. 

Barrett, C. G. „Occurrence of Solenohia Wocicii Hein, in Britain" 
(p. 163-164). 

Ausführliche Mittheilungen über die Entdeckung dieser Art in England; 
über weiteres Vorkommen berichtet Bankes (p. 219—220). 

Derselbe. „An imago of Tortrix Piceana L. with a larval head" (p. 177). 

Derartige Missbildungen, welche auf Störungen im Häutungsprocesse be- 
ruhen, wurden schon wiederholt bekannt gemacht. 

Lawford, J. B. „Disease of the eye, caused by the penetration of Cater- 
pillar hairs" (p. 179—180). — Die das Augenlicht gefährdenden Raupenhaare 
rührten von Bomhyx riihi her. 

Durrant, J. H. „A protest against giving names to the preparatory 
stages of insects" (p. 189—192). 

Der Fall von Pseudodoxia (cfr. vorne), deren Säcke zuerst von Mac 
Lachlan als jene einer Phryganide, hierauf durch Rogen hofer als eine 
Psychide bekannt gemacht wurden, bis die Entdeckung der Imago ergab, dass 
die Art zu den Gelechien gehört, gibt Anlass zu ziemlich überflüssigen Ver- 
wahrungen vor Benennungen erster Stände. 

Barrett, C. G. „Increasing melanism in the British Geometridae^ 
(p. 198-205). 

Es werden nachfolgende Geometriden Englands besprochen, bei welchen 
Melanismus beobachtet wurde: Ämphidasys Betularia, Boarmia Äbjetaria, 
B. Pepandata, B. Bohoraria, B. Binudularia, Phigalia Pilosaria, Hibernia 
Progemmaria, Venusia Cambrica. Dazu 

Tugwell, W. H. „Additional Notes on increasing melanism in British 
Geometridae" (p. 225—227). 

Nyssia Hispidaria, Hemerophila Abruptaria (kommt bei London fast 
schwarz vor), Tephrosia Punctidata, Hibernia Leucophearia, Strenia Clathrata, 
Larentia Multistrigaria, Eupitheda Castigata, E. Älbipunctata var, Angelicata, 
E. Rectangulata var. Nigrosericeata (cfr. p. 241—242). 

Porritt, G. T. „Description of the larva of Boarmia Consortaria"' \ 
(p. 226—227). — Ausführliche Beschreibung der Raupe. j 



Referate. 



41 



fTugwell, William Henry. Der auch durch Publicationen bekannte 
englische Lepidopterologe starb am 24. September 1895 im 64. Lebensjahre (p. 243). 

t Riley, Prof. Charles Val. Der durch seine reiche schriftstellerische 
Thätigkeit, namentlich auf dem Gebiete der landwirthschaftlichen und forstlichen 
Entomologie, allgemein bekannte amerikanische Entomologe starb am 14. Sep- 
tember 1895 an den Folgen eines Sturzes vom Fahrrade (p. 269—270). 
jk Bower, B. A. „'Remiivks oi\ Scoparia BasistrigaUs Knnggs^ (p. 273— 274). 

Descriptive Mittheilungen, wonach die Artrechte gegen Scoparia Amhi- 
gualis Tr. behauptet werden. 

Tugwell, W. H. „Note on the first larval stage of Staiiropus Fagi"' 
(p. 274 — 275). — Die Jugendzustände der Art werden besprochen. 

Barrett, Ch. G. „Further Notes on Fumea BetuUna Z." (p. 275—276). 

Descriptive Angaben über das Aussehen beider Geschlechter nach frischen 
englischen Stücken. 

Derselbe. „On the larva of Mamestra Änceps Hb. {Infesta Tr.)" (p. 276 
bis 277). — Beschreibung der ersten Stände. 

Derselbe. „Teras Contaminana : an unexpected apricot-pest" (p. 278). 

Das Vorkommen der Raupe dieser Art in jungen Aprikosenfrüchten war 
bisher unbekannt. 

Farn, A. B. „Hybrids between cT Enomos alniaria and 9 F. angularia^ 
(p. 280—281). — Ein interessanter, neuer Fall von Hybridation wird besprochen. 

Meyrick, Edw. „Handbook of British Lepidoptera." London, 1895. Referat 
darüber von Lord Walsingham (p. 283—286). 

Ibid., See. Series, Vol. VII (XXXII), 1896. 

Oberthür, Charles. „Notes on Erebia Melas^^ (p. 1 — 3). 

Eine in Südtirol bei Madonna di Campiglio in einer Höhe von ca. 8000' 
erbeutete Erebia wird als Melas var. Nicholli Oberth. bekannt gemacht. Herr 
H. Calberla, welcher die Art gleichzeitig mit englischen Sammlern dort erbeu- 
tete, hält sie mit Dr. S tau dinge r für eine Form von Glacialis Esp. (cfr. Stau- 
dinger später, ibid., p. 53 und Calberla, „Iris", IX, S. 377). 

Leman, Fr, C. „Supplementary notes on Erebia 3Ielas'^ (p. 4). — Berichtet 
über die schwierigen Terrainverhältnisse des Fangplatzes. 

King-Bright-Reid. „Ten weeks collecting Lepidoptera in Unst (Shet- 
land)" (p. 5—9). 

Das Bemerkenswertheste sind nachfolgende auf den Shetland-Inseln bisher 
nicht aufgefundene Arten : Leucania pallens, Peronea aspersana, Dichrorampha 
Jierhosana, D. consortana, Xylopoda fabriciana, Ochsenheimeria bisontellaf 
Tinea lapella, JDepressaria badiella, Gelechia terrella, G. tenebrella, Chrysoclista 
Schrankella, Elachista rhynchosporella, E. eleochariella. 

Nicholson, W. E. „Notes on butterflies observed in the South of Spain 
in June 1895" (p. 11 — 15). — Es wurden nur aus Südspanien bereits bekannte 
Arten beobachtet. 

Z. B. Ges. Bd. XL VII. 6 



42 



Referate. 



Bankes, E. R. „On a new species of tlie genus Aryyrestliia Hb. froni 
England" (p. 25—26). 

Diese neue, der Laevigatella zunächst stehende Ai't wird „Ätmoriella'* 
genannt und wurde ausser an mehreren Orten Englands, auch in Preussisch- 
Schlesien bei Schönberg gefunden, wie sich aus Stücken in Zeller's Sammlung 
ergeben hat. 

Briggs, C. A. „Tephrosia Crepuscularia^^ (p. 36 — 37). 

Unter Bezug auf Barrett's Mittheilungen im vorigen Jahrgange dieser 
Zeitschrift (p. 199) wird die Synonymie dieser Art zu klären gesucht, woran 
wieder Barrett (p. 37 — 38) eine Literaturstudie knüpft. 

Staudinger, 0. „Notes on Erebia Glacialis Esp. {Alecto Hb.) and E. 
Melas Hbst." (p. 53—54). 

Der Autor rechtfertigt seine Ansicht über die Zugehörigkeit der von Ober 
thür (ibid., p. 1) für eine JfeZas -Varietät angesehenen Erebia zu E. Glacialis Esp, 

Prideaux, R. M. „Notes on the life-history of Lycaena Ärgiolus^ 
(p. 76 — 78). — Die Raupen der ersten Generation wurden auf Eupatorium 
cannahinum beobachtet. 

Druce, H. H. „Description of a new species of Bornean Lycaenidae' 
(p. 78—79). — Lehera Anna n, sp. von Nord-Borneo. 

Chapman, J. A. „Concerning Solenohia Triquetrella etc." (p. 79 — 80). 

Die Zahl der Tarsen und Fühlerglieder ist bei den 9 dieser sackbewohnenden 
Arten verschieden. 

Freer, Rieh. „Melanism in British Geometridae" (p. 87—88). — Ein 
Supplement zu Barrett's Mittheilungen über diesen Gegenstand (ibid., 1895, 
p. 198 ff ). 

Bankes, E. R. „Coleophora unipunctella erroneously reputed to have 
oecurred in Britain" (p. 88—89). 

Die Art wurde irrthümlich als in England vorkommend angesehen. 

Walsingham, Lord. „The m^^osed Arg7jresthia illuminatella L." (p. 98 
bis 99). 

Unter Bezugnahme auf die von Bankes beschriebene ne'ue Arg, Atmoriellt 
(vorne) macht der Besitzer der Zell er 'sehen Sammlung eingehende Miltheilunger 
über das darin vorhandene Material dieser Gruppe, 

Barrett, C. G. „On a variety of Leucania Fallens and a probably ne^ 
species of the same genus" (p. 99—100). 

Von Leucania Pallens wird eine dunkle Aberration besprochen, die abeij 
nicht mit Ectypa Hb. zusammenfallen dürfte (cfr. Tutt, ibid., p. 138). 

Besonderes Interesse erregt die Entdeckung einer neuen Leucania-kv^\ 
welche im Juli an der Küste von Essex durch G. F. Mathew gefangen wurde] 
Dieselbe steht der L. Pallens zunächst und gleicht im Aussehen sehr einer kleinei 
Nonagria Lutosa (Vectis), trennt sich aber davon sogleich durch behaai te Augen] 
Barrett nennt diese angeblich neue Art: Eavicolor (p. 100). 

Tutt (p. 162) hält Eavicolor für eine PaZZens -Aberration mit aus dunklei 
Punkten gebildeter Querlinie der Vorderflügel. B 



Referate. 



43 



Barrett, C. G. „Sonie queries concerning British Microlepidoptera left 
unanswered bj the late Möns. Ragonot" (p. 135 — 137). 

Betrifft Ablahia Osseana Sc, die Raupe von Cheimatophila tortricella Hb. 
und Grapliolitha Zebeana Rtzb. 

Sharp, D. „On the structure and development of the Lepidopterous wing" 
(p. 137-138). 

Eine gedrängte Darstellung der Anlage und Entwicklung der Flügel während 
der Ontogenese. 

Bankes, E. R. „Occurrence of ColeopJiora Glitsella Hfm. in Britain" 
(p. 145-148). 

Ausführliche, auch descriptive Mittheilungen über diese auf Vaccinium 
Vitis Idaea lebende, in Schottland neu aufgefundene Art. 

Fernald, Prof. C. H. „The Gyps Moth in England" (p. 169—173). 

Ein Extract aus der kürzlich in Amerika (Mass. Offic. Rep.) erschienenen 
umfassenden Monographie von Forbush und Fernald über Ocneria Dispar L. 
(cfr. eine Anzeige des Werkes, p. 186—187). 

Sladen, F.W. L. „On the habits Apliomia SocielW (p. 173—175). 

Mittheilungen über die in 5om/jtts-Nestern lebende Larve (cfr. Chapman 
und Barrett im vorigen Jahrgänge). 

Mac Lachlan, Roh. „The generie term Neuronia as applied in Tricho- 
ptera and Lepidoptera" (p. 175). 

Da der Gattungsname Neuronia bei Trichopteren bereits 1815 gegeben 
wurde, jener bei Lepidopteren (durch Hübner) aber erst zwischen 1822 — 1826, 
soll letztere Gattung eine Umtaufe erfahren. 

Barrett, C. G. „Description of the pupa of Hesperia comma L." (p. 226 
bis 227). 

1^ B a z e 1 1, E. L. „ Teplironia hiundularia double brooded in both races" (p. 229). 
^ Bei Springfield wurde im März die dunkle Form (= Boarmia Crepuscularia) 
gefunden und aus deren Eiern im Juli eine kleine, weisse Form hiundularia) 
erzogen. Weiters wurden von der gewöhnlich nur im Mai und Anfangs Juni auf- 
tretenden hellen Form (hiundularia) auch Exemplare im Juli gefunden, welche 
etwas dunkler bestäubt waren, als jene der zweiten Generation von Crepuscularia. 
Daran knüpft Barrett (ibid. et p. 267 — 268) die Bemerkung, dass beide Formen 
nicht artlich zu trennen seien, eine Frage, die bekanntlich schon eine ganze 
Literatur erzeugt hat und worauf J, E. Robson (p. 266—267) neuerlich eingeht. 

Walsingham, Lord. „Notes on a visit a Corsica" (p. 264—268). 

Interessante, auf Microlepidopteren Bezug habende Mittheilungen. 

Durrant, J. H. „Gelechia Peliella Tr., an enigma" (p. 248— 249) und 

Walsingham, Lord. „Gelechia Suppeliella n. sp., distinguished from 
Teliella Tr." (p. 250—251). 

Die in England vorkommende Art wurde bisher mit der continentalen für 
identisch gehalten. Beide leben in gleicher Weise auf Rumex. Die englische Art 
hat aber eine grüne, die continentale eine braune Larve und der Falter zeigt 

6* 



44 



Referate. 



bei der englischen Art (= Suppeliella Wlsghm.) die beiden oberen Punkte (in 
der auffallenden, aus drei Punkten gebildeten Eeihe der Vorderflügel) gerade unter- 
einander stehend, während sie bei der continentalen Peliella schräg liegen. 



Zopf, W. Uebersicht der auf Flechten schmarotzenden Pilze („Hed- 
wigia", Bd. XXXV, 1896, Nr. 6, S. 312-366). 

Die sowohl von den Mycologen, wie von den Lichenologen behandelten 
Flechtenparasiten boten infolge ihrer zweifachen Literatur, ebenso wie andere 
Grenzgebiete der Forschung, von jeher Schwierigkeiten. Zopf erwirbt sich ein 
grosses Verdienst und kann des Dankes sicher sein, dass er — als Vorarbeit einer 
Monographie — die bisher bekannt gewordenen Flechtenparasiten in übersichtlicher 
Weise zusammenstellt und durch die beigefügten Diagnosen der Schmarotzer diese 
Zusammenfassung zu einem mit Erfolg verwendbaren Bestimmungsbuche dieser 
Organismen gestaltet. Das Grundschema der Aufzählung bilden jene Flechten- 
arten, auf denen bisher Parasiten beobachtet wurden; diese sind alphabetisch 
angeordnet und heben sich durch fetten Druck gut aus dem Texte hervor. 
Bezüglich der Nomenclatur der Flechteuarten schliesst sich der Verfasser theils 
Ko erber, theils Th. M. Fries an. Den einzelnen Lichenenspecies sind dann 
die Schmarotzer subsummirt. Den Parasiten sind Diagnosen (in deutscher 
Sprache) beigefügt; sie sind "wohl kurz gehalten, reichen aber zur Erkennung 
der Art aus. Wiederholt sich ein und derselbe Parasit bei mehreren Flechten 
verschiedener Gattung oder Art, so wird, bezüglich der Beschreibung auf jene 
Art der Eichenen hingewiesen, wo die Diagnose zuerst gegeben w^urde. Bei 
jenen Flechten, welche für das Vorkommen von Schmarotzern besonders günstig 
sind und deren eine grössere Anzahl beherbergen, wird die Uebersicht durch die 
systematische Anordnung der Parasiten erleichtert, z. B. : 

JPeltigera caninci (L ). 

A. Nur in Conidienform bekannt. 

Fusarium Peltigeme West., lUosporium carneum Fr. etc. 

B. Ascomyceten mit Perithecien. 

a) Mit rothen, weichen Perithecien. 

Nectria lichenicola (Ges.), N. lecanocles (Ges.) etc. 
h) Mit schwarzen, derben Perithecien. 

Pleospora Peltigerae Fkl., P. peltigericola (Nyl ) etc. 

C. Mit Apothecien. 

Mycohilimbia ohsciirata (Smrft.), M. Killiasii (Hepp) etc. 

Die Specialliteratur über die Flechtenparasiten wird in der Einleitung 
aufgeführt. Bei den einzelnen Flechtenparasiten selbst wird in der Regel auf 
den literarischen Nachweis nicht näher eingegangen, es wird hier nur auf grössere 
Sammelwerke (Rehm, Saccardo u. A.) als nächste zugängliche Quelle für die 
Diagnose hingewiesen. Dr. A. Zahlbruckner. 



Section für Lepidopterologie. 



Versammlung am 2. Jänner 1897. 

In der zahlreich besuchten Yersammlung melden nachstehende 
Herren ihren Beitritt zur Section und als neu eintretende Mit- 
glieder der k. k. zoologisch -botanischen Gesellschaft an: 

P. T. Herr B r a u n e i s, Dr. Alfons. 
„ „ Kalchberg, Adolf Freiherr v. 
„ „ Konta, Ignaz, k. k. Hofrath. 
„ „ Pieszczek, Adolf, Hofrath der kais. Deutschen 
Botschaft. 

Nach kleineren Mittheilungen fährt Herr Dr. H. Rebel in 
seinen Vorträgen zur „Einführung in ein wissenschaftliches Studium 
der Lepidopteren" fort und spricht über den „Einfluss des Lichtes 
und der Temperatur bei Lepidopteren". 



VI. Bericht der Section für Botanik. 



Versammlung am 12. Jänner 1897. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. G. Beck V. Mannagetta. 

' Herr Dr. L. Linsbauer hält einen Vortrag über „Ameisen- 
pflanzen", gibt einen üeberblick über den gegenwärtigen Stand 
unserer Kenntnisse der Myrmekophilie und demonstrirt instructive 
Spiritusexemplare von Vertretern der ßubiaceengattungen Myrme- 
codia und Hydnophytum aus der von Herrn Hofrath Wiesner aus 
Tava mitgebrachten Sammlung. 

; Z. B. Ges. Bd. XLVIT. 7 



46 



Versatnmlung der Section für Botanik am 12. Jänner 1897. 



Zum Schlüsse theilt der Vortragende eine von ihm gemachte 
Beobachtung mit, wonach in seinem Garten gezogene Exemplare 
von Iris spuria L. von zahlreichen Ameisen besucht wurden, während 
andere, unmittelbar daneben wachsende 7ns -Arten von Ameisen- 
besuch frei waren. Frische, noch besser aber abgeschnittene, mit 
der Schnittfläche in Wasser tauchende Blüthen, in dampfgesättigter 
Atmosphäre, zeigten rings um den Fruchtknoten austretende kleine 
Tröpfchen, die, wie die Probe mit Fehling's Lösung und der Ge- 
schmack derselben ergaben, einer ziemlich zuckerhältigen Flüssig- 
keit angehören und welche aus einem Ringe von (functionslosen ?) 
Spaltöffnungen der äusseren Fruchtknotenwand abgeschieden werden 
dürften. Erst zur Zeit des Verblühens der genannten Pflanzenart 
wahrgenommen, konnte diese Erscheinung leider nicht mehr genauer 
untersucht werden, was im heurigen Sommer nachgeholt werden soll. 

Herr Prof. Dr. G. v. Beck bemerkt hiezu, es sei vielleicht eine 
hierher gehörige Erscheinung, wenn von ihm auf Querschnitten durch 
Fruchtknoten von Liliaceen und Smilaceen wiederholt Septaidrüsen 
beobachtet wurden, die dann also als Nectarien aufzufassen seien. 

Herr Dr. E. v. Haläcsy bespricht eine neue Lonicera von 
der Balkanhalbinsel: Lonicera Formaneidana. (Siehe diese „Ver- 
handlungen", Bd. XLVI, 1896, Heft 10, S. 473.) 

Herr Prof. Dr. C. Fritsch demonstrirt einen für Oester- 
reich-Ungarn neuen Ca^ama^r osi(is-Bastard: C. Torgesiana 
Hausskn. (pseudophragmites X varia). Dieser von Haussknecht 
aus Garmisch in Südbaiern beschriebene Bastard wurde von Herrn 
J. Bornmüller am 26. August 1896 an einem Grabenrand unter- 
halb Neu-Prags im Pragserthal (Tirol), in ungefähr 1300 m Meeres- 
höhe, auf Kalkunterlage, in einem einzigen kräftigen Stocke zwischen 
den Stammeltern gefunden. Herr Bornmüller überliess ein Herbar- 
Exemplar dem botanischen Museum der Universität Wien. 

Im Jahre 1895 wurden bekanntlich von Torges^) zwei andere 
Calamagrostis-B2istM'dG für Tirol nachgewiesen: C. Epigeios X pseudo- 
phragmites und C. Epigeios X varia. 



») Mittheilungen des Thüringischen botanischen Vereines, Neue Folge, Heft VIII, S. 13 — 16* 



Versammlung der Sectiou für Botanik am 12. Jänner 1897. 



47 



Sodanu spricht Herr stud. phil. F. Anger über einige inter- 
essante Pflanzenfunde aus Niederösterreich. 

1. Vicia orohoides WU. Bei Neulengbach; praealpine Pflanze 
in der Sandsteinzone des Wienerwaldes. Sommer 1891. 

2. Jonopsidium acaule Kchb. In der Krieau des Wiener Praters. 
Heimat: Lusitanien und Marocco. 30. Mai 1895. 

3. Dracocephaliim thymiflorum L. Wiener Prater, am Donau- 
canale nächst der Staatsbahnbrücke. Wurde vom Vortragenden in 
den Jahren 1893 — 1895 dort angetroffen. Stammt aus Russland 
und Nordasien, und wurde bereits in Schweden, sowie bei Königs- 
berg in Preussen eingeschleppt beobachtet. 

Herr Dr. C. v. Keissler hält sodann einen Vortrag über die 
Verbreitung und die Formen von Daphne alpina. 

Herr Prof. Dr. G. v. Beck demonstrirt endlich ein schönes, 
aus den Klosterneuburger Forsten stammendes Exemplar einer 
„Zapfensucht" zeigenden Eothföhre. 



III. Bericht der Section für Kryptogamenkimde. 

Versammlung am 29. Jänner 1897. 
Vorsitzender: Herr Dr. Alex. Zahlbruckner. 

Der Vorsitzende begrüsst als Gast Herrn Dr. Kuckuck aus 
Helgoland und theilt ferner mit, dass Herr Dr. Fr. Krasser ver- 
hindert ist, seinen angekündigten Vortrag zu halten. 

Herr Dr. Kuckuck gab, von dem Vorsitzenden aufgefordert, 
eine kurze Schilderung der kgl. Biologischen Anstalt auf Helgo- 
land, an welche er einige Notizen über die Algen Vegetation von 
Helgoland knüpfte. Der Vortragende führte etwa Folgendes aus: 

Die Gründung der Helgoländer Station, nicht zum geringsten Theil auf 
die energischen Bemühungen Pringsheim's zurückzuführen, fällt in das Jahr 
1892. Die Station untersteht dem preussischen Cultusminister und wird von 

7* 



48 



Versammlung der Section für Kryptogamenkunde am 29, Jänner 1897. 



einem Zoologen, Professor Dr. Heincke, geleitet, welchem drei Assistenten zur 
Seite stellen, einer für Zoologie, einer für Seefischerei und einer für Botanik. 
In dieser Dreitheilung liegt gleichsam schon das Programm der Anstalt, welche 
ausser rein wissenschaftlichen Zielen auch die Lösung von praktischen Fragen 
der Seefischerei durch wissenschaftliche und praktische Versuche verfolgt. Ferner 
macht sich die Station auch die Untersuchung der Nordsee in chemischer, physi- 
kalischer und geologischer Hinsicht zur Aufgabe, und beabsichtigt, sobald erst 
die nöthigen Räumlichkeiten vorhanden sind, die Abhaltung von Vorträgen und 
Unter richtscursen. 

Die Arbeitsräume befinden sich in einem sehr günstig an der Ostspitze 
des Unterlandes in unmittelbarer Nähe des Wassers gelegenen Hause, welches 
von der Regierung zu diesem Zwecke angekauft wurde und das im Ganzen 19 
freilich recht kleine Räume enthält. Neuerdings ist durch Einrichtung des da- 
neben gelegenen alten Postgebäudes etwas mehr Platz geschaifen worden. Ein 
grösserer, ebenfalls auf dem Unterlande liegender Schuppen dient zur Auf- 
bewahrung, Reparatur und Herstellung von Netzen und Fischereigeräthen aller 
Art und enthält zugleich eine Tischlerwerkstätte. Ausserdem besitzt die Anstalt 
einen kleinen Steinschuppen, dessen grössere, durch eine Steinwand abgetrennte 
und durch vier Fenster erhellte Abtheilung im vorigen Jahre als botanisches 
Aquarium eingerichtet Avurde, während ein kleinerer Nebenraura schon längere 
Zeit als Stapelplatz für die Spiritus- und Petroleumvorräthe dient. Durch die 
„Stiftung Pringsheim", eine von den Erben Pringsheim's, der Frau 
Geheimrath Prof. Dr. Ladenburg und der Frau Rittergutsbesitzer Dr. Garst, 
im Sinne ihres dahingeschiedenen Vaters der Anstalt überwiesene Schenkung von 
25.000 Mark, ist die Station in die Lage versetzt worden, das von der Helgo- 
länder Landschaft überlassene alte Conversationshaus zu einem Museum umzu- 
bauen, in welchem mit der Zeit ein zusammenfassendes Bild aller für die Natur- 
geschichte der Nordsee wichtigen Einzelheiten geboten werden soll. Schon in 
diesem Sommer wird unter Anderem die berühmte Gaetke'sche Vogelsammlung 
in diesem „Nordseemuseum" zur Aufstellung kommen. 

Sind naturgemäss mit dem Mangel eines modern eingerichteten Labora- 
toriumgebäudes mancherlei Unzuträglichkeiten verknüpft, so wird der Besucher 
doch, wie der Vortragende hofft, mit den meisten Einrichtungen zufrieden sein. 
Die für auswärtige Gelehrte mit Chemikalien und Utensilien in der hergebrachten 
Weise, übrigens sehr reichlich, ausgestatteten Arbeitsplätze, deren jetzt sechs ein- 
gerichtet sind,^) haben sämmtlich vorzügliches Licht zum Mikroskopiren. Die 
gegenwärtig gegen 3000 Katalognummern umfassende Bibliothek ist in vier 
Zimmern aufgestellt und mit vieler Sorgfalt und nicht unerheblichen Kosten 
zusammengebracht worden. Dies war um so nöthiger, als die Beschaffung von 
Büchern aus Universitätsbibliotheken bei der isolirten Lage Helgolands immer 
einen Zeitverlust bedeutet. Sehr vollständig ist die Ausrüstung mit Chemikalien 
aller Art; auch wer speciell über Conservirungs- oder Färbemethoden zu 



1) Im Bedarfsfalle übernimmt die Anstalt auch die Einrichtung von Arbeitsplätzen in Privatlogis. 



Versaminhmg der Scctiou für Kryptogaiuenkundo am 25). Jänner 1897. 



49 



arbeiten wünscht, wird hier kaum etwas vermissen. Nicht weniger reichhaltig 
ist die Ausstattung mit Mikroskopen, Präparirinstrumenten, Mikrotomen und 
all' den speciellen Apparaten der zoologischen Technik. Doch wird in der 
Regel, was hervorgehoben sein mag, erwartet, dass auswärtige Gelehrte sich ihr 
eigenes Mikroskop mitbringen. Eine gute photographische Stativcamera (18 X 24) 
mit Steinheil'scher Linse und ein mikrophotographischer Apparat stehen zur all- 
gemeinen Verfügung.*) Alle Hilfsinstrumente, wie Nadeln, Pincetten, Messer u. dgl., 
ferner sämmtliche Zeichnenutensilien und eine reiche Auswahl von Glastuben und 
Glasgefässen für conservirte Pflanzen oder Thiere sind stets vorräthig und werden 
zum Selbstkostenpreise abgegeben. Nur die Aquariumeinrichtungen, obgleich in 
der letzten Zeit erweitert, werden so lange mangelhaft bleiben, als für dieselben 
nicht durch besondere Bauten die nöthigen Vorkehrungen getroffen werden können. 
Vorläufig können Culturen und Zuchtversuche nur in kleineren oder grösseren 
Glasbecken vorgenommen werden, die aber mit stetigem Wasserzufluss, sowie mit 
Durchlüftungsapparaten verschiedener Construction verbunden werden können. 
Hier bald in grossartigem Massstabe Wandel zu schaffen, würde der Vortragende 
als das nächste Ziel der Biologischen Anstalt bezeichnen. 

Für die Excursionen dienen eine 10 m lange, seetüchtige Kutterschaluppe 
mit zweicylindrigem Petroleummotor (4 — 6 Pferdekräfte), zwei Segelboote und 
zwei Ruderboote. Die nautische Leitung der Excursionen ist einem Fischmeister 
anvertraut, welcher drei dauernd im Dienste der Anstalt stehende Fischer unter 
sich hat. Mit dem Motor können auch grössere Excursionen unternommen werden ; 
so wurden mit demselben wiederholt zoologische und botanische Excursionen von 
mehrtägiger Dauer nach den nordfriesischen Inseln und der Elbemündung aus- 
geführt. Für Dredschfänge stehen botanische und zoologische Schleppnetze zur 
Verfügung, für Planktonfänge einige grosse Brutnetze, verschiedene kleine Ober- 
flächennetze, das kleine Ap st ein 'sehe Verticalnetz und das grosse quantitative 
Hensen'sche Netz. Ausserdem besitzt die Station ein grosses Grundschleppnetz 
(Kurre), Angelleinen und alle sonstigen zur praktischen Fischerei nöthigen Fang- 
geräthe und Vorrichtungen. 

Ein junger, als Conservator ausgebildeter und mit dem Mikrotom ver- 
trauter Helgoländer kann in besonderen Fällen auch von den auswärtigen Ge- 
lehrten zu kleineren Arbeiten verwendet werden. Zu einfacheren Dienstleistungen 
sind zwei Diener angestellt. 

Die botanische Abtheilung ist neuerdings in zwei Zimmern der ersten 
Etage des Hauptgebäudes untergebracht. Das eine Zimmer dient als Labora- 
torium für den ständigen Assistenten, das andere als Sammlungszimmer und als 
botanische Bibliothek. Das in zwei Schränken aufbewahrte Herbarium umfasst 
ausser dem Helgoländer und dem deutschen Algenherbarium auch ein allgemeines 
Algenherbarium, welches schon jetzt als verhältnissmässig reichhaltig bezeichnet 
werden kann und schätzungsweise ca. 1500 Nummern enthält. Abgesehen von der 
Phykotheka universalis, welche den Grundstock bildet, sind durch Kauf und 



Eine Dunkelkammer ist natürlich auch vorhanden. 



50 



Versammlung der Section für Kryptogamenkunde am 29. Jänner 1897. 



Tausch Sammlungen fast aller Meerestheile für dasselbe erworben worden; nicht 
genug können wir hier die Liberalität des Stifters der morphologischen und ent- 
wicklungsgeschichtlichen Phykologie, Dr. E. Bornet in Paris, rühmen, welcher 
der Anstalt neuerdings eine ca. 600—700 Nummern umfassende Sammlung meist 
französischer Algen aus den Doubletten des Thür et 'sehen Herbars überwies. 
Doch sind wir auch einer Reihe anderer Herren zu vielem Danke verpflichtet, so 
den Herren Foslie, Batters, Collins, Rodriguez, Kolderup, Rosenving, 
Debray u. A. m. Besonders bevorzugt wurden natürlich fürs Erste die Algen 
näher liegender Küsten, wie der nordischen, dänischen, englischen und französi- 
schen Küstenstriche. Eine Sammlung krustenförmiger, besonders den Corallina- 
ceen angehöriger Algen, darunter eine schöne Collection nordischer Lithothamnien 
von Foslie, eine Sammlung conservirter und in Spiritus aufbewahrter Algen 
(darunter viele vom Vortragenden gesammelte Arten der istrianischen Küste), eine 
noch nicht fertig montirte Demonstrationssammlung mikroskopischer Präparate, 
ein von Herrn Sandstede (Zwischenahn) überwiesenes Herbarium der Helgo- 
länder Flechten und eine Sammlung Helgoländer Phanerogamen, die, besonders 
durch die einmaligen Vorkommnisse beachtenswerth, von dem bekannten Helgo- 
länder Ornithologen Gaetke z^usammengebracht und durch eine leider etwas 
lückenhafte Collection von Knuth vermehrt wurde, vervollständigen die Samm- 
lungen der botanischen Abtheilung. 

Die algologische Bibliothek, wenn auch bisher die des Kieler Instituts 
an Vollständigkeit noch nicht erreichend, hat doch schon einen beträchtlichen 
Umfang angenommen. Es finden sich darin, abgesehen von einigen älteren, 
schwer zu erlangenden Sachen, alle Hauptwerke der nordischen, englischen 
französischen, italienischen, deutschen und amerikanischen Algenschriftsteller, 
besonders auch die grossen Abbildungswerke. Dazu kommen eine Reihe minder 
umfangreicher und speciellerer Abhandlungen und etwa 20 Collectaneenbände, zu 
denen die kleineren Broschüren vereinigt wurden. Auch die Diatomeenliteratur ist 
durch die wichtigeren Erscheinungen vertreten. Den Autoren, die uns reichlich mit 
Separatabzügen ihrer Veröffentlichungen bedachten, sind wir hier gleichfalls zu 
herzlichem Dank verpflichtet. Dieser speciellen Algenbibliothek steht eine allgemeine i 
Bibliothek zur Seite, welche durch die neuerlichen Zuwendungen aus dem Nach- j 
lasse des verstorbenen Geheimrathes Pringsheim eine wesentliche und willkom- | 
mene Bereicherung erfahren hat. Der Botaniker findet darin nicht nur einej 
Auslese der verschiedensten Handbücher, sondern auch eine Reihe wichtiger} 
periodischer Schriften, unter Anderem die Just 'sehen Jahresberichte, die Berichte; 
der deutschen botanischen Gesellschaft, das Botanische Centralblatt, die Bota- 
nische Zeitung u. s, w. Pringsheim 's Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik 
sind leider nur ganz unvollständig darunter, doch werden wir diese unentbehr- 
liche Zeitschrift sobald wie möglich zu erwerben suchen. Andere auch für die 
Botaniker wichtige Zeitschriften sind in der zoologischen und in der allgemeinen 
Bibliothek aufgestellt, so das Biologische Centralblatt, die Veröffentlichungen der 
preussischen Akademie, die Veröffentlichungen der Neapeler Station, die Berichte^ 
der Kieler Commission, die Ergebnisse der Plankton-Expedition, die No'va Acta. 



Versammlung der Section für Kryptogamenkunde am 29. Jänner 1897. 



51 



das Archiv für Naturgeschichte, die Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie, 
die Challenger Eeports ii. A. m. 

Die Anstalt selbst publicirt ihre Schriften gemeinschaftlich mit der Kieler 
Commission zur Untersuchung der deutschen Meere, deren Mitglied der Director der 
Station ist, unter dem Titel: „Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen". 
Es liegen bisher vor: Band I, dessen erstes Heft mit den Arbeiten der Station 
1894 erschien, Heft 2 mit den Arbeiten der Commission; Band II, Heft 1 mit 
den Arbeiten der Station ist 1896 erschienen; ein zweites Heft, welches weitere 
Arbeiten der Helgoländer Station bringt, wird im Laufe dieses Frühjahrs er- 
scheinen. Die „Wissenschaftlichen Meeresuntersuchungen" stehen natürlich allen 
Gelehrten, die an unserer Station arbeiten, für ihre Publicationen zur Verfügung. 

Es wird nach Möglichkeit dafür gesorgt werden, dass auswärtige Botaniker 
einen Platz in der ersten Etage angewiesen erhalten, so dass Bibliothek und 
Sammlungen ohne Unbequemlichkeiten benützt werden können. 

Gesuche um einen Arbeitsplatz sind unter Angabe des Zeitpunktes an 
Herrn Prof. Dr. Heincke in Helgoland zu richten. Die Benützung der Arbeits- 
plätze ist, abgesehen von einer Zuwendung an den Bibliotheksfond im Betrage 
von mindestens 10 Mark, kostenlos. 

Ein entschiedener Nachtheil liegt für die Station in den theueren Lebens- 
verhältnissen von Helgoland. Sind auch die Wohnungsmiethen bei vorheriger 
Vereinbarung nicht hoch zu nennen, so beansprucht der Lebensunterhalt doch 
mehr als auf dem Festlande. Für einen ein monatlichen Aufenthalt dürfte bei 
allerdings bescheidenen Ansprüchen ein Aufwand von 130—150 Mark genügen. 
Bei der Ueberfahrt tritt auf den Dampfern gegen eine vom Director auszu- 
stellende Legitimationskarte eine Ermässigung von bO^lo ein. Auch bei Benützung 
der Seebäder erhalten die an der Station arbeitenden Herren eine Vergünstigung, 
und natürlich sind dieselben von der Curtaxe befreit. Die Direction ist gerne 
bereit, den die Station besuchenden Herren in allen diesen Beziehungen hilf- 
reiche Hand zu bieten. 

Diejenigen, die Genaueres über Gründung, Einrichtung, Ziele u. s. w. der 
Biologischen Anstalt zu erfahren wünschen, seien auf den Bericht Prof. Heincke 's 
im ersten Hefte der „Wissenschaftlichen Meeresuntersuchungen" verwiesen. 

* * * 

Im Allgemeinen ist Helgoland unstreitig der für Untersuchung von lebenden 
Meeresalgen geeignetste Punkt der deutschen Gewässer. Ein oberflächlicher Ver- 
gleich mit dem Algenbestand der westlichen Ostsee könnte freilich zu einer 
anderen Meinung führen. Sehen wir von den pelagischen Pflanzen, den Diatomeen, 
Peridineen u. s. w., sowie von den festsitzenden oder grundbewohnenden Diatomeen 
einmal ab, welche für die bezeichneten Meeresabschnitte noch einer zusammen- 
fassenden Bearbeitung harren, so sind aus der westlichen Ostsee bisher ca. 250, 
von Helgoland dagegen kaum 200 Meeresalgen bekannt geworden. Dabei ist nun 
aber Folgendes zu berücksichtigen: Die 250 Nummern der westlichen Ostsee ver- 
theilen sich über ein ausgedehntes Areale, welches von den Küsten Schleswig- 



52 



Versammlung der Section für Kryptoj^amenknnde am 29. Jimner 1897. 



Holsteins bis zu einer Linie Darser Ort — Gjedser Odde reicht, die 200 Arten 
Helgolands aber finden sich auf einem Flächenraum vereinigt, der, reichlich ge- 
rechnet, etwa der Kieler Föhrde bis zum Bülker Leuchtthurm entspricht. Für 
die westliche Ostsee fand Keinke (1889) 70 Phaeophyceen, zu denen folgende 
neun seitdem von mir für jenes Gebiet constatirte Algen hinzukommen: Ecto- 
carpus dasycarpus Kck., JbJ. siliculosus (Dillw.) Kjellm., E. peniciUatus J. Ag., 
E. criniger Kck., Phaeostroma pustulosum Kck., Ascocyclus orbicularis Magn., 
Phycocelis aecidioides (Rosenv.) Kck., Microcyphar Zosterae Kck., Petroderma 
macuUforme (Wollny) Kck., sowie 01t man ns' Streblonema aequale (= Phae- 
stroma aequale [Oltm.] mihi), also im Ganzen 80 Arten. Von Rhodophyceen 
zählt Reinke 1889 57 Arten auf, oder, Ehodochorton minutum (Suhr) Rke. und 
Phyllophora parvula Darb, hinzugerechnet, 59 Arten. Von Chlorophjceen 
gibt er in der Algenflora 66 Speeles an; spätere Untersuchungen von Reinbold 
fügten dieser Zahl 11 Nummern hinzu, und mit den von Oltmanns bei Warne- 
münde gefundenen Äcorocliaete parasitica Oltm. und Ulvella fucicola Rosenv. 
kommen wir auf 79 Chlorophyceen. Cyanophyceen wurden endlich 1889 
von Reinke 30 aufgezählt, deren Zahl Reinbold auf 48 vermehrte. — In 
seiner Aufzählung der braunen und rothen Algen von Helgoland (1891) gibt 
Reinke für diese Lisel ca. 55 Phaeophyceen an. ^) 1894 fügte ich dieser 
Aufzählung 16 weitere Arten hinzu, und in einer in Kürze erscheinenden 
Abhandlung werden noch 14 neue Nummern namhaft gemacht. Die Zahl der 
Helgoländer Phaeophyceen steigt also von 55 auf 85. 1891 konnte Reinke 
für Helgoland ca. 57 Rhodophyceen angeben. Die bis zum heutigen Tage 
fortgesetzten Untersuchungen förderten 15 neue Arten zu Tage, so dass die Zahl 
der Helgoländer Rhodophyceen auf 72 steigt. Von Chlorophyceen zählte 
ich 1894 25 Arten bei Helgoland, denen ich jetzt vier weitere hinzufügen kann. 
Von Cyanophyceen kann ich dagegen für Helgoland bisher nur sieben Arten 
namhaft machen. Runden wir die angegebenen Zahlen, der Wahrscheinlichkeit 
entsprechend, ab, so erhalten wir ungefähr folgende Daten: 

Phaeoph. ßliodoph. Chloroph. Cyanoph. Im Ganzen 

Westliche Ostsee ... 85 65 85 55 290 
Helgoland 95 80 40 15 230 

oder in Worten ausgedrückt: die Anzahl der Phaeophyceen ist bei Helgoland 
etwas, die der Rhodophyceen ziemlich beträchtlich grösser als in dem viel- 
mals grösseren Gebiete der westlichen Ostsee. Dagegen besitzt die westliche Ostsee 
über doppelt so viel Chlorophyceen und fast viermal so viel Cyanophyceen 
als Helgoland. Sobald man nur die Kieler Föhrde (vgl. Reinbold, Die Algen 
der Kieler Föhrde) in Betracht zieht, stellen sich die Zahlen für Helgoland be- 
züglich der Phaeophyceen und Rhodophyceen noch günstiger, bezüglich der Chloro- 
phyceen und Cyanophyceen aber weniger ungünstig; umgekehrt, vergleichen wir 
nicht Helgoland allein, sondern die deutsche Bucht der Nordsee mit dem Gebiet, 



') leb gebe nur eine ungefähre, niedrig gegriffene Zabl, da einige Arten vielleicbt doch zu 
;treichen sind. 



Versamulluug der Scctiou für Kryptagauieukunde um 21». Jiluuer 1897. 



53 



dessen Flora Reinke so gründlich stiidirt hat, so kommen wir zu einem bezüg- 
lich des Helgoland enthaltenden Meeresabschnittes noch weit günstigeren Resultat. 
Besonders seit Reinbold's Untersuchungen der nordfriesischen Inseldistricte sind 
für das im Ganzen spärlich bewachsene Wattenmeer und die es umsäumenden 
Insel- und Festlandsküsten eine Reihe von Algen bekannt geworden, die Helgo- 
land fehlen, und ich selbst habe diese Liste bei einer im Sommer 1896 unter- 
nommenen Excursion nicht unwesentlich vermehren können. Dass dennoch die 
ungleiche Grösse der beiden verglichenen Areale nicht allein so stark diflferirende 
Werthe wie die oben für die grünen und blaugrünen Algen gewonnenen verschulden 
kann, dass vielmehr noch andere Gründe für die auffallende Armuth Helgolands 
an diesen Algen vorhanden sein müssen, zeigt die Gegenüberstellung von Kieler 
Föhrde und Helgoland, welche hinsichtlich dieser beiden Algengruppen für 
dns letztere Gebiet noch immer ungünstig genug ausfällt. Den Grund für diese 
Erscheinung habe ich schon früher kurz angedeutet. Bei Helgoland fehlen alle 
jene Arten, die entweder direct im Brackwasser leben oder doch eines zeitweisen 
Sinkens des Salzgehaltes zu bedürfen scheinen und sich deshalb an Küstenstellen 
ansiedeln, wo durch Flussmündungen erhebliche Schwankungen desselben je nach 
Wind, Wetter und Wasserstand herbeigeführt werden. Wer sich daher mit diesen 
Algen zu beschäftigen wünscht, der wendet sich besser an das für algologische 
Untersuchungen ebenfalls vorzüglich eingerichtete botanische Institut in Kiel. In 
Helgoland dominiren, wenn man so sagen soll, die rein marinen Vertreter der 
Algen, die Phaeophyceen und Rhodophyceen, die ja bekanntlich im Süsswasser 
nur wenig Vertreter haben, während man schwanken kann, ob im Süss- oder im 
Salzwasser die Chlorophyeeen und Cjanophyceen ihren grössten Formenreichthum 
entfalten, und wohl eher geneigt sein möchte, sich für das erstere zu entscheiden. 
Der ganze Charakter der Helgoländer Meeresvegetation ist ein ausserordentlich 
üppiger, und besonders im Frühjahre, wenn die ausgedehnten submarinen Lami- 
narien -Wälder im frischen Laube prangen, von grosser Schönheit. 

Es mangelt an Raum, um auf die sehr interessante pflanzengeographische 
Stellung der Helgoländer Algenvegetation hier einzugehen, doch will ich kurz 
hervorheben, dass für eine grosse Reihe besonders von braunen und rothen Algen 
unsere Insel der einzige Standort an der ganzen deutschen Küste ist. Es mögen 
hier unter Anderen genannt sein: Sphacelo derma lielgolcmdicum, Sphacelaria 
radicans, Spli. fiircigera, Cladostephiis verticillatus, Gl. spongiosus, Isthmoplea 
sphaerophora, Pogotrichum filiforme, Ectocarpus Reinboldi, E. Hohnesii, E. 
lucifiigus n. sp., E. tomentosoides, Sporochnus pedunculaUis, Arthrocladia vil- 
lüsa, Aglaozonia reptans, Cutleria muUifida, Tilopteris Mertensii, Dictyota 
dichotoma, Helminthora divaricata, Helminthodadia purpurea, Scinaia fur- 
cellata, Chylocladia rosea, Ch. parvula, Delesseria ruscifolia, Cliondria dasy- 
phylla, Polysiphonia atroruhescens, Plumaria elegans, Laurencia pinnatifida, 
Compsothamnion gracillimum, Hhodochorton floridulum, Gloiosiphonia capil- 
laris, Petrocelis Hennedyi, Cruoria stilla n. sp., Plagiospora gracilis n. g., n. sp., 
HJiododermis parasitica, Corallina rubens, Lithothamnion Sonderi, L. laevi- 
gatum, L. polymorpJium u. a. m. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 8 



54 



Versammlucg der Section für Kryptogamenkundo am 29. Jänner 1897. 



Zum Schlüsse möge darauf hingewiesen werden, dass das Plankton Helgo- 
lands sehr reich an Diatomeen und Peridineen ist. Auch würde es der Vortragende 
mit Freude begrüssen, wenn ein Diatomeenkenner die überaus mannigfaltige, auch 
viele interessante biologische Erscheinungen darbietende und für das Veget'ations- 
bild sehr wichtige Flora der festgewachsenen Diatomeen zum Gegen.stand einer 
Untersuchung machte, die freilich alle Jahreszeiten berücksichtigen müsste. Denn 
die biologische Anstalt ist während des ganzen Jahres geöffnet und stets findet 
sich wenigstens ein Beamter am Platze, der den uns etwa besuchenden Botanikern 
hilfreich zur Hand gehen würde. Auch ist es nicht schwer, Diatomeenmaterial 
jederzeit zu beschaffen, während für das Studium besonders der Phaeophyceen 
und Rhodophyceen gewisse Jahresabschnitte, vorzüglich der Frühling bis in den 
Juni hinein und dann der Spätsommer und Herbst (vom August bis zum October) 
den Vorzug verdienen. Handelt es sich um Untersuchung bestimmter Pflanzen, 
so ist es immer rathsam, sich vor der Bestimmung des Zeitpunktes auch mit dem 
botanischen Assistenten in Verbindung zu setzen. Uebrigens wird eine Liste der 
wichtigeren Algen mit Angabe der Monate, in welchen ihre verschiedenen Fort- 
pflanzungsorgane auftreten, und mit Daten über die Häufigkeit ihres Vorkommens 
in Bälde an anderer Stelle veröffentlicht werden. Endlich mag nochmals darauf 
hingewiesen werden, dass die Station den Versandt von lebenden und conservirten 
Algen und Algenexsiccaten gegen mässige Preisvergütung übernimmt. Möge davon 
besonders auch für die botanischen Praktika ein immer ausgedehnterer Gebrauch 
gemacht werden. 

Der Besuch der Helgoländer Station seitens der Botaniker konnte bisher 
nicht eben lebhaft genannt werden; die Anzahl der Herren, die bei uns kürzere 
oder längere Zeit arbeiteten, erreicht kaum ein halbes Dutzend. Vielleicht liegt 
dies daran, dass gegenwärtig wenigstens in Deutschland und Oesterreich fast 
Niemand über lebende Meeresalgen arbeitet. Und doch bieten gerade diese 
Gewächse in jeder Hinsicht so viel des Interessanten und werden vielleicht auch 
für den Physiologen in nicht zu langer Frist das Material zu wichtigen Unter- 
suchungen abgeben. Sollte dieser Vortrag auch einen der österreichischen 
Botaniker, insbesondere einen der Zuhörer veranlassen, zum Studium der Algen 
an die See zu gehen, so wäre sein Zweck erreicht; ganz besonders aber würde 
es den Vortragenden freuen, w^enn er zum Ort seiner Algenuntersuchungen Helgo- 
land wählen würde, wo ihm seitens der Station eine freundliche Aufnahme 
gewiss wäre. 

Hierauf demonstrirt Herr Fercl. Pfeiffer Ritt. v. Wellheim 
eine Anzahl mikroskopischer Präparate, nach seinen vorzüglichen 
Methoden angefertigt, welche lebhaftesten Beifall fanden. 

Schliesslich legt Herr Dr. Alex. Zahlbruckner die neue 
Literatur vor. 



Naclinif an Constantin Frciborrn v. Ettingshausen. 



55 



Coiistantiii Freiherr v. Ettingshausen. 



IsTachruf 




Prof. Dr. Rudolf Höriios 



(Eingelaufen am 12. Fel)ruar 1897.) 



in Graz. 



von 



Der vor wenigen Tagen (am 1. Februar) in Graz im 71. Jahre seines der 
Wissenschaft geweihten Lebens verstorbene ausgezeichnete Naturforscher Con- 
stantin Freiherr v. Ettingshausen gehörte zu jenen Männern, welche durch 
Wilhelm v. Haidinger, der an dem Aufblühen der Naturwissenschaften in Oester- 
reich so wesentlichen Antheil hatte, angeregt und gefördert wurden. 

Wenige von den „Freunden der Naturwissenschaften", deren Mittheilungen 
und Abhandlungen v. Haidinger herausgab, ehe eine kais. Akademie der 
Wissenschaften, eine geologische Reichsanstalt, eine zoologisch-botanische und 
eine geographische Gesellschaft in Wien geschaffen wurden, sind heute noch am 
Leben. Aus ihrem Kreise ist mit C. v. Ettingshausen einer der hervor- 
ragendsten geschieden, der dem Wahlspruch v. Haidinger 's „Nie ermüdet 
stille stehen" durch eine frühzeitig begonnene und unausgesetzt bis an das 
Lebensende fortgeführte, emsige und erfolgreiche Thätigkeit im Dienste der 
Wissenschaft alle Ehre machte. 

C. V. Ettingshausen wurde am 16. Juni 1826 zu Wien als Sohn des 
namhaften Physikers und Mathematikers Andreas E. v. Ettingshausen ge- 
boren. Er studirte anfänglich in Kremsmünster, dann in Wien und erwarb da- 
selbst das Doctorat der Medicin, wandte sich aber mit Vorliebe dem Studium 
der Naturwissenschaften und insbesonders der Untersuchung lebender und fossiler 
Pflanzen zu. Seine ersten Arbeiten auf dem Gebiete der Pflanzenkunde der Vor- 
welt, der „Phytopalaeontologie", auf welchem er bis an sein Lebensende un- 
ermüdlich thätig war, wurden 1849 von Haidinger in den Berichten über die 
Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften veröffentlicht. Nach Grün- 
dung der geologischen Reichsanstalt nahm er an den Arbeiten derselben den 
lebhaftesten Antheil, er bereiste die wichtigsten österreichischen Fundorte fossiler 
Pflanzenreste und brachte mit wahrem Bienenüeiss ein ungeheueres Matei'iale zu- 
sammen, dessen Studium er mit gleicher Energie und Emsigkeit vornahm. Die 
ersten Bände des Jahrbuches der geologischen Reichsanstalt enthalten zahlreiche 
Mittheilungen v. E ttingshausen's über die Ergebnisse seiner überaus reich- 
haltigen Aufsammlungen und über die Resultate seiner sorgfältigen Unter- 
suchungen; umfassende, durch zahlreiche Tafeln erläuterte Monographien öster- 
reichischer fossiler Floren wurden von Ettingshausen in den ersten beiden 
Bänden der Abhandlungen derselben Anstalt veröffentlicht. 



8* 



56 



Rudolf Börnes. 



iSchüii am 2. Juli 1858, also im Alter von 27 Jahren wurde Ettings- 
hausen in Anerkennung seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen 
zum correspondirenden Mitglied der kais. Akademie der Wissenschaften gewählt, 
welcher er sonach durch 44 Jahre angehörte. Im folgenden Jahre (1854) als 
Professor der populären Physik, der Mineralogie und Botanik für beide Lehr- 
curse an die medicinisch-chirurgische Josephs-Akademie berufen, wurde er bei 
Auflösung dieser Akademie 1871 zum o. ö. Professor der Botanik und Phyto- 
palaeontologie an der Grazer Universität ernannt. Im Jahre 1875 bekleidete er 
die Würde des Decans der philosophischen Facultät, im Jahre 1881 jene des 
Rectors der Carl Franzens-Universität. Wie in Wien, so war Ettingshausen 
auch in Graz unausgesetzt thätig, und wenn schon seine früheren Arbeiten ihm 
den Euf eines Phytopalaeontologen ersten Ranges sicherten, so hat er auch 
durch die in Graz durchgeführten Untersuchungen die wichtigsten und weitest- 
tragenden Resultate, insbesonders durch die Anwendung der Descendenzlehre auf 
die sich allmälig umgestaltende Pflanzenwelt erzielt. 

Während Ettingshausen bei Beginn seiner phytopalaeontologischen 
Studien auch die Pflanzenreste älterer Formationen zum Gegenstand seiner 
Forschungen machte und mehrere werthvolle Abhandlungen über palaeozoische 
und mesozoische Floren veröfi'entlichte, wandte er sich später hauptsächlich der 
Erforschung der tertiären Pflanzenreste zu. Er erzielte hiebei die besten Erfolge 
durch sorgsame Vergleichung der tertiären Pflanzen mit ihren heute lebenden 
Nachkommen, wobei ihm der Natur selbstdruck, welcher durch die k. k. Staats- 
druckerei unter Auer 's Direction zur höchsten Vollkommenheit gebracht wurde, 
ausgezeichnete Dienste leistete. Weder an frischen, noch an getrockneten Blättern 
ist es in vielen Fällen möglich, den feineren Bau des Skeletes der pflanzlichen 
Flächenorgane so leicht und deutlich zu sehen, wie es bei Vergleichung mit fossilen 
Blattresten erwünscht ist. Der Naturselbstdruck aber gestattet nicht blos den 
Umriss des Blattes, sondern auch dessen Nervation und insbesondere den für 
den Vergleich mit fossilen Resten so wichtigen Verlauf der Secundärnerven auf 
das Genaueste zu studiren. Ettingshausen machte von dem Naturselbstdruck 
ausgedehntesten Gebrauch, indem er ihn im Dienste der Phytopalaeontologie 
ausnützte, er hat aber auch die Kunde der heutigen Flora gerade durch An- 
wendung dieser Darstellungsmethode mächtig gefördert. Im Jahre 1855 ver- 
öfi'entlichte Ettingshausen in Gemeinschaft mit A. Pokorny das Prachtwerk: 
„Physiotypia plantarum austriacarum" mit 300 Tafeln in Folio, 30 in Gross- 
Quart, 1861 das grosse Werk: „Die Blattskelete der Dicotyledonen" mit 95 Folio- 
Tafeln, 1862 die „Physiographie der Medicinalpflanzeu" mit 294 Abbildungen in 
Naturselbstdruck. Von den auf die jetzige Flora Bezug habenden grösseren \ 
Werken Ettingshausen 's sei hier nur noch das „Photographische Album der } 
Flora Oesterreichs", Wien, 1864, mit 173 photographischen Tafeln, genannt. j 

Das Hauptgebiet der wissenschaftlichen Thätigkeit Ettingshausen 's 
bildete aber stets die vorweltliche Flora. Er war allezeit bestrebt, neues Unter- j 
suchungsmateriale durch umfassende Aufsammlungen zusammen zu bringen, und ! 
während der Zeit seines Grazer Aufenthaltes lieferten ihm die überaus reichen | 

i 
! 



Nachruf an Constantin Freiherrn v. Ettingshansen. 



57 



Fundstellen der Steiermark immer neue Schätze, die er durch Anwendung der 
von ihm so genannten Frostsprengung in bester Weise zu gewinnen wusste. Der 
Garten seines Hauses in der Laimhurggasse war in jedem Winter erfüllt von 
Steinen mit Pflanzeneinschlüssen, die durch jene Methode ans Licht gebracht 
wurden. So gelang es ihm, in grosser Zahl und prächtiger Erhaltung jene 
Pflanzenreste zu gewinnen, die heute so viele Museen und Sammlungen schmücken. 
Die geologische Reichsanstalt und das naturhistorische Hofmuseum in Wien, das 
British Museum in London, das steiermärkische Landesmuseum Joanneum, sowie 
das phytopalaeontologische Institut der Universität Graz besitzen zahlreiche durch 
Ettingshausen gesammelte und von ihm bearbeitete fossile Pflanzenreste. Auch 
im Nachlasse des Verblichenen befindet sich noch eine reichhaltige, werthvolle 
phytopaläeontologische Sammlung. 

Ettingshausen beschrieb nicht allein in zahlreichen Monographien, deren 
fast alljährlich mehrere in den Sitzungsberichten und in den Denkschriften der 
kais. Akademie der Wissenschaften in Wien erschienen, die tertiären Localfloren 
Oesterreichs, er wurde auch wiedei-holt von der Royal Society und vom British 
Museum nach England berufen, um die in London aufgestapelten Schätze an 
fossilen Pflanzen zu untersuchen und zu beschreiben, welche ehrenvollen Auf- 
gaben Ettingshausen in den Jahren 1878 bis 1882 löste. Als Frucht seiner 
damaligen Arbeiten erschienen zahlreiche Abhandlungen in den Proceedings 
der Royal Society, in den Publicatious der Palaeontographical Society 
und im Quarterly Journal der Geological Society, sowie im Geological 
Magazine. Ettingshausen erhielt ferner aus allen Weltgegenden, aus Java, 
Sumatra, Japan, Australien, Südafrika, Brasilien Pflanzenversteinerungen zur 
Bearbeitung eingesandt und war dadurch in der Lage, überaus werthvolle Arbeiten 
über die Beziehungen der jüngeren Floren der ganzen Erde zu liefern. 

Abgesehen von dem Werthe der überaus zahlreichen, sorgfältigen Schilde- 
rungen fossiler Pflanzenreste, welche wir Ettingshausen verdanken, muss es 
als dessen bleibendes Verdienst anerkannt werden, dass er eingehend das Auftreten 
neuholländischer und amerikanischer Elemente in den tertiären Floren Europas 
darlegte, während er umgekehrt auch das Vorkommen europäischer Florenelemente 
unter den Pflanzenresten der Südhemisphäre nachweisen konnte. Ettings- 
hausen erkannte ferner in den Varietäten der tertiären Pflanzen die Stamm- 
formen der heutigen Arten, und wies die allmälige Umgestaltung der geologisch 
älteren in die jüngeren und schliesslich in die heute noch lebenden Formen nach. 
Er lieferte durch seine umfassenden Untersuchungen auf dem Gebiete der Phyto- 
palaeontologie glänzende Bestätigungen der Lehre Darwin 's von der allmäligen 
Umgestaltung der Lebewesen, und es können die Formenreihen, welche Ettings- 
hausen für zahlreiche Pflanzen {Castanea, Fagus, Pinns etc.) nachwies, als 
ebenso sichere und schlagende Beweise für die Descendenz-Theorie betrachtet 
werden, wie beispielsweise die Neumayr 'sehen Fmpara-Formenreihen aus den 
jungtertiären Paludinenschichten. 

Ettingshausen unterstützte diese Darlegungen in den letzten Jaliren 
auch durch Untersuchungen über atavistische Blattformen, welche bei heute 



58 



Rudolf Höines. Nachruf an Constantin Frcihcrrn v. Ettingshausen. 



lobenden Pflanzen unter gewissen Bedingungen (Frostwirkung und andere, ähn- 
lich wirkende Beschädigungen) zu Tage treten. Ettingshausen's eigene, sowie 
die von ihm geförderten Untersuchungen Prof. Krasan's und Noe v. Archen- 
egg's lieferten in dieser Richtung sehr interessante Ergehnisse. 

Als Ettingshausen am 16. Juni 1896 das 70. Lehensjahr vollendete, mit 
welchem der österreichische Professor von seiner Lehrstelle zurückzutreten hat, 
wurde dem verdienstvollen Gelehrten, wie in ähnlichen Fällen üblich, von Seite 
des Unterrichtsministeriums die weitere Thätigkeit für die Dauer eines Jahres 
zugestanden; es war dem Senior der philosophischen Facultät der Universität 
Graz aber nicht gegönnt, dieses Ehrenjahr zu vollenden. Schon im Sommer 1896 
von schwerer Krankheit heimgesucht, erholte er sich wohl im Herbst ein wenig 
und nahm emsig wie immer die Arbeiten in dem von ihm gegründeten phyto- 
palaeontologischen" Institute wieder auf; mitten in denselben hat nun den Forscher, 
der sich selbst üie Ruhe gönnte, der Tod ereilt und zu dauernder, unfreiwilliger 
Rast gezwungen. 

Der langen Laufbahn Ettingshausen's hat es an ehrenvoller Anerken- 
nung nicht gefehlt. Von Seite Oesterreichs wurde er durch die Verleihung des 
Titels eines Regierungsrathes, von Bayern durch den St. Michael-Orden erster 
Classe, von Italien durch den Kronen-Orden ausgezeichnet, und von zahlreichen 
gelehrten Gesellschaften des In- und Auslandes zum Ehren- oder correspondirenden 
Mitgliede gewählt. Die Carl Franzens-Universität in Graz verliert in Constantin 
V. Ettingshausen einen trefflichen Lehrer, Oesterreich einen ausgezeichneten 
Naturforscher, — für sein dauerndes Andenken hat er selbst durch seine Werke 
gesorgt. 



Ueber einige Arthropoden der Umgebung von Triest. 

Von 

Dr. Bohuinil Nemec 

in Prag. 

(Mit Tafel I.) 

(Eingelaufen am 2. Jänner 1897.) 

Ich hatte zu Ostern des vorigen Jahres Gelegenheit, in der Umgebung von 
Triest einiges Arthropodenmaterial zu sammeln. Obzwar die Arthropodenfauna 
der österreichischen Küstenländer schon so ziemlich gut bekannt ist, gelang es 
mir doch, einige neue faunistische Daten zu constatiren, und ich erlaube mir in 
der vorliegenden Arbeit, ihren ersten Theil mitzutheilen. 

1. Isopodeu. 

In seinem „Systematischen Verzeichnisse" der Höhlenfauna Krains (Berl 
Entom. Zeit., 1882) hat Joseph unter dem Namen TypJiloniscus stygius einer 



inndl. der 1:. Je. zool.-hot. Ges., »pj^f j B, Nemec: 

Sand XL VII, 18D7. Arthropoden d. Umgeh, von Triebt. 




or del. 



Uebcr einige Arthropoden der Umgebung von Triest. 



59 



unterirdischen Landisopoden beschrieben, der in zwei Höhlen, Corgnale und 
Gabroviza, vorkommen soll. Er selbst sagt, dass er dieses Thier „mit einigem 
Bedenken" zu der von Schöbl (Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch, in 
Wien, Bd. XL, 1860, Nr. 9) aufgestellten Gattung Typhloniscus stellt. Die Form 
soll in den genannten Höhlen „frei am Fledermausdünger leben". Sodann führt 
Joseph die Charakterzüge auf, durch welche sich Typhloniscus stygius von 
Typhloniscus Steinii unterscheiden soll: 1. Es misst 5"2— 6*25 mm an Länge, 
2—2 Qmm an Breite. Die 9 sind etwas breiter, aber ebenso lang als die cT. 
2. Die Farbe ist nicht schneeweiss, sondern graugelb, . . . Die feinen Tuberkeln 
nnd spitzen, gekielten Schuppen auf der Oberseite sind weiss; dem unbewaffneten 
Auge erscheinen dieselben als Pünktchen. 3. Die zwei ersten Segmente des Post- 
abdomen sind zwar schmäler als die folgenden, besitzen aber beim cT wie letztere 
ebenfalls keine seitlichen Fortsätze. Das letzte Segment ist dreieckig, beim 
mit einer medialen kielförmigen Leiste. Beim 9 fehlt dieselbe. 4. Die Schuppen 
der Hinterränder aller Segmente unterscheiden sich nicht von denen der übrigen 
Oberfläche. 5. Die Chitinborsten der Schwanzanhänge sind zu vier vorhanden. 

Diese Beschreibung ist für das sichere Wiedererkennen des Typhloniscus 
stygius kaum verwendbar, da sie nur oberflächlich den Habitus betrifft. 

Ich habe beim Besuch der Gabroviza-Grotte einen Isopoden gefunden, 
dessen Habitusbild merkwürdig mit der angeführten Schilderung des Typhloniscus 
stygius übereinstimmt. Das gilt von der Grösse, von dem Verhältnisse der Breite 
bei den beiden Geschlechtern (die sind im Allgemeinen etwas länger als die 9)» 
von der Farbe und der Beschaffenheit der zwei ersten Postabdominalsegmente, 
lieber die Chifinborsten der Schwanzanhänge kann ich nicht berichten, da die- 
selben bei meinen Individuen etwas lädirt waren. Auch sind bei meinen Indi- 
viduen keine Tuberkeln zu erkennen. Höchst wahrscheinlich ist meine Form mit 
der von Joseph angeführten identisch. Doch ist es kein Typhloniscus (= Platy- 
arthrus), sondern ein Trichoniscus. Um die Möglichkeit dieser Identität anzu- 
deuten, bezeichne ich meine Form als 

T'i^ichoniscus stygius iioy. spec. 

Älho-flavidus, corpore satis elongato, angusto, 9 corpore ovali. Oculi 
nuJli. Antennulae triarticulatae, articulo basali maximo. Äntennarum flagelluvi 
quaituor articuli efficiunt, articulus II. maximus. Flagellum longitucUne an- 
tenmrum articulum quintum superans. Processus frontales tetragoni. Appen- 
äicum caudalium articulus hasalis segmentum ultimum paulum superans. Post- 
ahdominis duo segmenta prima angustissima, segmentum ultimum trigonum, 
apice truncato. 

Mas: Pedum paris septimi articulus tertius processu interno valido in- 
stmctus. Appendices copulatorii paris primi graciles, apice liguliformi, striato, 
paris nlterius longum, triarticulatum. 

Körper nicht zusammenrollbar, ziemlich gestreckt, eng, bei den Weibchen 
breiter, gedrungener und oval (Taf. I, Fig. 1, cT, Fig. 2, 9). Farbe im Allge- 
meinen schmutzig weiss, ins Gelbliche spielend, auf der Dorsalseite scheinen die 



60 



Bobumil Nemec. 



schneeweissen, im Pericardialgewebe gelegenen Harnconcremente durcli. Kopf 
schmäler als das erste Thoracalsegment, vorne fast gerade abgestutzt (Fig. 1), 
beim Weibchen mehr abgerundet (Fig. 2). Frontalfortsatz fehlt. Die seitlichen 
Fortsätze dreieckig. Die Antennulen dreigliedrig, das Basalglied ist das grösste. 
das Endglied trägt drei blasse Sinneskolben. Die Antennen kürzer als bei den 
übrigen Trichonisciden. Das vierte und fünfte Glied fast gleich lang, das Fla- 
gellum viergliederig, länger als das fünfte Glied, das zweite Glied am längsten. 
Die Augen fehlen. 

An den Mundtheilen ist besonders das Maxilliped durch den Besitz eines 
sehr langen Tastertheiles (Taf. I, Fig. 5 h) auffallend. Derselbe überragt an Länge 
alle übrigen Mundtheile und erscheint sanft nach unten gebogen. Sein Ende ist 
mit vielen Sinneskolben und Haaren besetzt. Der Ladentheil (Fig. 5 a) ist kleiner; 
er trägt einen viergliederigen, mit feinen Haaren besetzten Anhang. Die linke 
Mandibel trägt einen durchsichtigen, gezähnten Anhang und einen krummen 
Zahn. Die rechte zeigt zwei Zähne. Die Unterlippe ist endwärts schwach zwei- 
lappig und trägt da vier gelblichbraune Zähnchen. 

Das vierte Thoracalsegment ist am breitesten, obzwar die Seitenumrisse 
fast parallel sind. Das erste und zweite Postabdominalsegment verschmälert, die 
folgenden zwei mit ausgezogenen hinteren Epimeralecken, das letzte Segment 
dreieckig, abgestutzt (Taf. I, Fig. 3). 

Das Basalglied der Uropoden keulenförmig, wenig länger als das letzte 
Segment (Fig. 3). Der äussere Anhang (A) fast gleich lang wie der innere (i), 
aber etwas stärker. Im Ganzen ist das Postabdomen mässiger nach hinten ver- 
schmälert als bei anderen Trichonisciden. 

Gangbeine alle gleichgestaltet. Nur bei dem Männchen zeigt das siebente 
am dritten Gliede den von Weber bei Trichoniscus roseus Koch aufgefundenen 
mächtigen Fortsatz (Fig. 6 i F). Hier ist der Fortsatz, welcher als Klammer- 
apparat bei der Copulation behilflich ist, noch mächtiger als bei Tr. roseus. 

Copulationsorgane: Der mediane Anhang (Ausführungsgang der vasa defe- 
rentia) (Taf. I, Fig. 7) läuft fein zugespitzt aus. Hier {M) mündet auch der feine, 
ihn durchziehende Canal. Das erste Paar der Copulationsanhänge fein, durch- 
scheinend, der mittlere Theil sehr dünn (Fig. 7 m). Am Ende ist der Anhang 
löfFelförmig verbreitert (l), fein quergestreift. Der distale Theil wird von einem 
Canal (0) durchzogen, in welchen ein trichterförmiger Eingang (bei a;) führt. 

Die am zweiten Postabdominalsegmente angebrachten Copulationsanhänge 
sind dreigliederig (Taf. I, Fig. 8) und verhältnissmässig sehr lang, da sie das 
letzte Körpersegment fast noch überragen. Sie sitzen einem complicirten chiti- 
nösen Balkensystem auf (Fig. 8 B). Das letzte Glied ist mit einem Häkchen ver- 
sehen. Dieses zweite Paar der Copulationsorgane zeigt keine Einne und auch 
keinen inneren Canal. Es ist also unmöglich, dass es als penes fungire. Obzwar 
Schöbl's Meinung, dass als wahre penes das zweite Paar der postabdominalen 
Copulationsanhänge fungirt, sich für die meisten Landisopoden als ganz richtig 
erwiesen hat — bei einer PorcelUo-kvt habe ich dafür einen directen Beweis 



Ueber einige Arthropoden der Umgebung von Triest. 



61 



gebracht — , inuss man hier annehmen, dass die samenführenden Organe im 
ersten Paare der Copulationsorgane zu suchen sind. Ihre Insertion und löffei- 
förmige Endausbreitung zeigen jedoch, dass sie in die Geschlechtsöffnungen nicht 
eindringen können. Ihre Function erfüllen sie wahrscheinlich dadurch, dass sie 
sich, an die Geschlechtsöfltnung eng anlegen. Dabei ist aber eine viel festere 
Aneinanderklemmung der beiden copulirenden Individuen erforderlich, als bei dem 
Modus, wo die samenführenden Organe in die Geschlechtsöffnung (resp. in das 
chitinöse receptaculum seminis) eindringen. Zu diesem Zwecke besitzt das 
Männchen unserer Form am siebenten Beinpaare die beschriebenen Klammer- 
fortsätze. 

Ich habe schon erwähnt, dass nach Web er 's Schilderung auch Trichoniscus 
roseiis solche Klammerfortsätze besitzt. Bei ihm sind auch die Copulationsanhänge 
sehr ähnlich gestaltet, wie ich sie eben für Tr. stygius beschrieben habe. Wahr- 
scheinlich wird auch hier die Copulation in der Weise vor sich gehen, wie bei 
unserer Form. 

Die Aehnlichkeit zwischen Trichoniscus roseus und stygius ist sehr auf- 
fallend. Verwandtschaftlich müssen diese beiden Formen einander sehr nahe 
stehen. Es ist interessant, hier derjenigen verwandtschaftlichen Beziehungen zu 
gedenken, welche Weber zwischen seinen Arten Tr. batavus und Leydigii an- 
führt. Die structurellen Unterschiede sind auch bei diesen Formen minutiös und 
unauffallend. Am auffallendsten ist der Umstand, dass Tr. hatavus gut ent- 
wickelte Augen besitzt, wogegen Leydigii derselben völlig entbehrt. Der letztere 
lebt am Strande der Zuider-See; Weber bezeichnet ihn als „echtes Mitglied der 
fauna subterranea". Weber ist es sogar gelungen, den ganzen Uebergang von 
Tr. hatavus zu Leydigii zu verfolgen, so dass er eine geschlossene Kette von 
einzelnen Abstufungen des Sehorgans von seinem vollkommenen Zustande bis zu 
einer solchen Reduction, wo selbst die bezügliche Stelle des Kopfes nicht einmal 
die leiseste Andeutung des ehemaligen Bestehens dieses Organes erkennen liess, 
feststellen konnte. 

Solche Uebergangsformen zwischen Trichoniscus roseus und stygius fand 
ich zwar nicht, doch ist es sehr verlockend, per analogiam derartige, wenn auch 
jetzt nicht mehr existirende Formen auch hier anzunehmen, oder wenigstens 
vorauszusetzen, dass beide Arten von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. 
Während sich nun in einer Gruppe der Nachkommenschaft die Augen ganz gut 
erhielten,^) gingen sie bei der anderen völlig verloren. 

In zweierlei Richtung kann man dies erklären: 1. Es waren in der einen 
Gruppe innere bestimmende Ursachen vorhanden, welche dahin zielten, den Ge- 
sichtssinn, wie er in den Augen ausgebildet ist, zur Degeneration zu bringen. 
Einige Angehörige dieser Gruppe wurden zu Höhlenbewohnern oder überhaupt 
zu unterirdischen Thieren, da nur sie sich hier im Kampf ums Dasein erhielten. 



') Die Trichonisciden besitzen unicorueale Augen, wie dies für Haplophihalmus schon Schöbl 
angegeben hat. Doch deutet dieser Umstand auf keine Reduction oder Degeneration. Vielmehr kann 
mun diese Erscheinung in gewisser Hinsicht als Anpassung und relative Vervollkommnung ansehen. 
Z. B. Ges. Bd. XL VII. 9 



62 



Ii h u m i 1 N e m e c. 



Sie können aber auch am Licht leben, wenn ihnen natürlich das Fehlen der 
Augen keinen Sehaden zubrachte. Darnach sollen also einige Gruppen über- 
haupt geneigt sein, ohne Einfluss des Dunkels blind zu werden. Und diese 
Gruppen geben den Ursprung der Höhlenfauna. Es sei hier jedoch darauf hin- 
gewiesen, dass manche Fälle, welche zu Gunsten dieser Theorie angeführt werden, 
eigentlich derselben nicht gerecht werden. Z. B. alle blinden, sogenannten ober- 
irdischen Isopoden leben eigentlich im Dunkel und bilden denjenigen Theil der 
fauna subterranea, der unter Steinen, Holz, Blättern und Humus anzutreffen ist 
und meistentheils dieselben Eigenschaften aufweist, wie sie für die Höhlenfauna 
angeführt werden. Platyarthrus z. B. ist völlig blind, aber er lebt auch völlig 
im Dunkeln in Ameisencolonien. Am Licht wird er nie angetroffen. Haplo- 
pMhalmus hat sehr schwach entwickelte Augen, er lebt auch unter der Erde, 
„eine Spanne bis eine halbe Elle tief unter dem Easen". In manchen Fällen 
scheint es wirklich richtig zu sein, dass bei ganzen Gruppen eine gewisse 
Neigung, Tendenz zur Degeneration der Augen vorkommt (Süsswassercopepoden). 
Doch könnte auch diesen Thatsachen, besonders mit Hilfe der Weismann 'sehen 
Theorie von der Degeneration einzelner Organe, auf welche sich nicht mehr die 
natürliche Zuchtwahl erstreckt, ein anderes Gepräge verliehen werden, als welches 
ihnen z. B. von Garman gegeben wurde. 2. Es werden Augen durch den Ein- 
fluss des Dunkels (Lichtmangels) zum Schwinden oder zur Degeneration gebracht. 
Es gibt hier also keine inneren, in einer gewissen Tendenz arbeitenden Ursachen, 
sondern äussere Ursachen bestimmen das Schwinden der Augen. Es gibt so viele, 
dem weitaus grössten Theile der Höhlenthiere zukommende gemeinsame Merk- 
male, und unter diesen befindet sich auch das Fehlen oder die Degeneration der 
Augen, dass man sehr stark zu der Ueberzeugung gedrängt wird, es handle sich 
bei den Höhlenthieren wirklich um Folgen von äusseren Einflüssen. Zwei Formen, 
deren grosse structurelle Uebereinstimmung uns anzunehmen berechtigt, dass sie 
phyletisch sehr nahe verwandt sind, unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, 
dass eine von ihnen — die oberirdisch lebende — gut entwickelte Augen besitzt, 
die andere — höhlenbewohnende — deren völlig entbehrt. Warum sollten in 
einer Gruppe von Individuen innere Ursachen, die zur Blindheit zielen, ent- 
stehen, wogegen bei der Gruppe von anderen blutsverwandten Individuen diese 
Ursachen nicht auftauchten? Viel näher liegt es, hier einen Causalnexus zwischen 
dem Lichtmangel und der Reduction des Augensinnes zu suchen. Das gilt speciell 
für die besprochenen Trichonisciden. Man kann sich übrigens den Einfluss des 
Lichtmangels als in verschiedenartiger Weise wirkend vorstellen. Entweder direct, 
physikalisch, oder indirect, indem er für die Richtung der Selection (auch der 
inneren und der Germinalsection) massgebend wird. 

Die Eigenthümlichkeiten, welche die dunkelwohnende Fauna aufweist, 
konnten also in zwei Richtungen zu Stande kommen: 1. Durch die Neigung 
einzelner Gruppen zu solchen Eigenthümlichkeiten und 2. durch den äusseren 
Einfluss des bezüglichen Milieu. Es werden vielleicht manche die oben berührten 
Fragen betreff'enden Streitigkeiten durch die Annahme beseitigt werden, dass der 
Charakter der Dunkelfauna gemischten Ursprungs ist. 



lieber einige Arthropoden der Umgebung von Triest. 



63 



Ausser zahlreichen anderen Landisopoden, über die ich erst später berichten 
will, fand ich bei Triest (in dem bekannten Boschetto) auch Haplophthalmus 
eleqans Schöbl (= Mengei Zaddach?), dessen Augen sichtlich in Rückbildung 
begrüBTen sind, und den völlig blinden FlatyartJmis Iloffmannseggii Brdt., beide 
in Ameisencolonien. 

3. IjophopvocHis lucidus Chalande spec. 

Im Jahre 1888 beschrieb Chalande aus Frankreich einen neuen Poly- 
xenus, den er Polyxenus lucidus benannte. Später fand denselben Silvestri 
in Italien. Ebenfalls Pocock, welcher den neuen Poljxeniden zu einem neuen 
Genus erhob, und da Chalande das Fehlen der Augen übersehen hatte, be- 
zeichnete er ihn auch als eine neue Species (Lo'plio'proetus coecus). Silvestri 
überzeugte sich später, dass Pol. lucidus und Loph. coecus eine einzige Art vor- 
stellen; er führt das Thier als Lophoprocüis lucidus Chalande spec. an. 

Ich habe dieses interessante Thier bei Triest im Boschetto in Ameisen- 
colonien aufgefunden. An der unteren Seite der die Colonien bedeckenden 
Steine war es hier in grosser Menge vorhanden. Das Thier ist sofort als eine 
von Polyxenus lagurus L. verschiedene Species zu erkennen. Es ist grösser, 
schneeweiss, auch sträubt es seine Haarpinsel anders und auffallender als Pol. 
lagurus. 

Das Thier besitzt wirklich keine Augen. Doch frisch untersucht, zeigt es 
am Kopfe, gerade an der Stelle, wo bei Polyxenus lagurus die Augen liegen, 
einen gelblichbrauneu Pigmentfleck, welcher jedoch im Alkohol bald verschwindet. 
An Querschnitten kann man den optischen Nerv, an dessen distalen Enden 
Gruppen von Zellen liegen, feststellen. In diesen Zellen, die unzweifelhaft die 
gewesenen Retinalzellen vorstellen, kann man auch ungemein feine Partikelchen 
von gelblichem Pigment finden. Die Augen sind hier also noch nicht völlig 
verschwunden, wie dies für manche andere Myriapoden gilt. 

Auch Lophoproctus lucidus ist ein gewissermassen unterirdisches Thier, 
welches alle Eigenthümlichkeiten der subterranen Fauna besitzt. Ich fand ihn in 
Gesellschaft von Platyarthrus, Haplophthalmus, Lepismina und Scolopendrella, 
welche alle dieselben eigenthümlichen Charakterzüge aufweisen, wie Lopho- 
proctus selbst. 

Lophoproctus lucidus und Polyxenus lagurus zeigen sehr nahe Ver- 
waudtschaftsbeziehungen. In den Mundtheilen sind die vorhandenen Unterschiede 
sehr minutiös; auffallender, obzwar nicht principiell, in der Färbung und 
Stellung der dorsalen Haargebilde. Wichtiger ist der Unterschied in der Be- 
schaffenheit der Beine. Das Ende der Beine bei Polyxenus zeigt Haftpapillen 
(Verhoeff), bei Lophoproctus fehlen dieselben vollständig und es enden die 
Füsse mit einem normalen Klauengebilde. Die Reduction der Augen, welche 
Lophoproctus zukommt, ist als Gattungsmerkmal nicht verwendbar. 



64 



Bohumil Nemec. Veher einige Arthropoden der Umgebung von Triest. 



Literatur - Yerzeicliniss. 

Schöbl, J., HaplopJitlialmus, eine neue blinde Gattung der Crustacea Isopoda etc. 

(Zeitschr. für wissensch. Zoologie, Bd. X, 1860.) 
Joseph, F., Systematisches Verzeichniss der in den Tropfsteingrotten von Krain 

einheimischen Arthropoden etc. (Berliner I]ntom. Zeit., 1882.) 
Weber, M., Anatomisches über Trichonisciden. (Archiv für mikroskop. Anatomie, 

Bd. 19, 1881.) 

Packard, A. S., The cave fauna of North Amerika etc. (Nat. Acad., Vol. IV, 
1886.) 

Nemec, B., Studie o Isopodech. 1. (Sitzungsber. der kgl. böhm. Gesellsch. der 

Wissensch, in Prag, 1895.) 
Silvestri, F., Contribuzione alla conoscenza dei Chilopodi, Symphyli, Pauropodi 

e Diplopodi dell' ümbria e del Lazio. (Soc. Rom. Studi Zoolog., Vol. III, 

1894.) 

Verhoeff, C, Notizen über Polyxenus lagurus. (Zool. Anz., Nr. 500, 1896.) 



Erklärung der Abbildungen. 

Tafel I. 
Trichoniscus stygius iiov. spec. 

Fig. 1. Männchen. 
„ 2. Weibchen (etwas mehr vergrössert). 

„ 3. Das letzte Segment mit den Uropoden. i innere, Ä äussere Schwanz- 
anhänge. 

„ 4. Excretionssäcke, a aus dem sechsten, b aus dem siebenten Thoracal- 
segmente. 

„ 5. Ende des Maxillipeds. a innerer Anhang (Lade ?), b Tasteranhang, 
B Hauptstück. 

„ 6. Männchen, siebentes Bein. iF innerer Klammerfortsatz. 

„ 7. Männchen, vd mittlerer Anhang (Ausführungsgang der vasa deferentia, 

M ihre Ausmündung), m mittlerer Theil der ersten Copulations- 

anhäuge, x trichterförmiger Einführungsort zum Canal C, l löflfel- 

förmige Endausbreitung. 
„ 8. Männchen, zweites Paar der Copulatiousanhänge, 1, 2, 3 ihre drei Glieder, 

B das chitinöse Basalgerüst, L Decklamelle. 



Beitrag zur Kenntniss des Genus Scleropterus Scliöuh. 



65 



Beitrag zur Kenntniss des Genus Scleropterus Schönh. 

Von 

A. Otto. 

(Eingelaufen am 5. Februar 1897.) 

Rüsselfurche zwischen den Mittelhüften als tiefe Grube endigend. Rüssel 
bis zur Spitze deutlich punktirt. 

Vordertibien beim und $ ohne Endsporn, beim vor der Spitze mehr 
weniger einwärts gebogen. Mittel- und Hintertibien mit ziemlich starkem End- 
sporn. Alle Tibien fast rund. 

Schenkel ziemlich schlank, ungezähnt. 

Pjgidium breiter als lang, quer, an der Spitze abgestutzt. 

Letzter Hinterleibsring des (j^ der Länge nach flach vertieft. 

I. Scleropterus Schönh. 

Rüsselfurche zwischen den Mittelhüften verflacht endigend. 

Alle Tibien beim cT mit kleinem, feinem Endsporn, die Hintertibien mit 
schwacher Ausrandung vor der Spitze, die Vordertibien gerade; beim $ alle Tibien 
ohne Endsporn. Alle Tibien fast rund. 

Schenkel ziemlich schlank, meist schwach gezähnt. 

Pjgidium breiter als lang, quer, an der Spitze abgestutzt. 

Letzter Hinterleibsring des an der Spitze deutlich grubig vertieft und 
ausgerandet. II. Scleropteridius nov. subgen. 

Rüsselfurche zwischen den Mittelhüften als flache Grube endigend. 

Alle Tibien des mit kleinem Endsporn, beim 9 alle Tibien ohne End- 
sporn. Vordertibien des cT gerade, Hintertibien des cT an der Spitze nach innen 
verbreitert, mit tiefer Ausrandung. Tibien deutlich flachgedrückt. 

Schenkel schwach keulenförmig, stark gezähnt. 

Pj'gidium so lang als breit, an der Spitze oval gerundet, 
k Letzter Hinterleibsring beim c/" kaum vertieft und ausgerandet. 
M III. jRhytidosoma Steph. 

~ I. Scleropterus. 
a) serratus Germ. 
h) Offenaus Boh. 

II. Scleropteridius. 

a) ScleropteHdius fallax nov. spec. 

Schwarz, mit feinen weissen Härchen in den Punkten auf Kopf und Hals- 
schild und dicht weiss beschuppter Vorder-, Mittel- und Hinterbrust; Fühler, 
Schienen und Tarsen meist rothbraun. Kurz oval mit kurz eiförmig gerundeten, 
stark gewölbten Flügeldecken. Rüssel von der Länge des Halses, dicker und 



66 



A. Otto. 



etwas kürzer als bei RJiytidosoma glohulus, ziemlich stark gebogen, vor der Fühler- 
einlenkung glänzend, mit feinen zerstreuten Punkten ; hinter der Fühlereinlenkung 
dicht, stark, besonders an den Seiten längsrunzelig, ebenso wie der Kopf dicht 
punktirt. Die Fühlerfurche gerade, scharf begrenzt, der Fühlerschaft gegen die 
Spitze schwach verdickt, die Geissei ohne Keule etwas länger als der Schaft; 
sechsgliedrig, die ersten Glieder länger, das fünfte und sechste kaum so lang als 
breit, fast quer; das zweite Glied halb so breit und fast länger als das erste, 
doppelt so lang als breit. Sie sind gelbbraun, gegen die Spitze rothbraun. Die 
Augen rund oder von schwach dreieckigem Umfang, sehr schwach gewölbt. 

Halsschild fast doppelt so breit als lang, stark gewölbt, seitlich gerundet, 
mit der grössten Breite vor der Mitte, von da nach vorne mehr abgesetzt und 
stärker, nach rückwärts weniger, aber stets deutlich verengt; vor der Spitze 
manchmal sehr schwach, meist gar nicht eingeschnürt, der Vorderrand mitunter 
schwach ausgerandet; mit einer Mittelfurche, die sich gegen das Schildchen zu 
vertieft, auf der hinteren Hälfte. 

Die Augenlappen wenig vorragend, die Augen bei umgelegtem Rüssel fast 
ganz bedeckend. 

Die Punkte der Oberfläche sind grob, viel grösser als auf dem Kopfe, 
dicht, nur auf der Scheibe um die Mittelfurche mit etwas grösseren, flachen, 
glänzenden Zwischenräumen. 

Die Flügeldecken sind kurz oval, sehr stark gewölbt, nach rückwärts stark 
abfallend, so lang als breit, etwa ein Drittel breiter als der Halsschild, etwas 
vor der Mitte am breitesten, von da an viel mässiger als bei (ßohulus nach vorne 
verengt, während bei diesem die grösste Breite mehr gegen die Basis gerückt, 
der Abfall gegen den Halsschild viel stärker ist, die Schultern deutlicher vor- 
treten, die Form daher im Allgemeinen mehr gerundet dreieckig «rscheint. Sie 
sind tief und stark punktirt gefurcht mit hohen, fast kielförmigen Zwischen- 
räumen, die mit kleinen, niederliegende schwarze Borsten tragenden Höckerchen 
besetzt sind. An der Naht vor dem Schildchen ist ein kleiner, etwa doppelt so 
langer als breiter weisser Schuppenfleck. Die Beine, ebenso der Bauch sind mit 
kleinen weissen schuppenförmigen Härchen dünn, die Ränder der Hinterleibs- 
segmente etwas dichter besetzt, die Schenkel sind schwarz, ziemlich schlank, bei 
den ungezähnt, bei stark entwickelten 9 J^it kleineren, undeutlichen Zähnchen 
auf den Mittel- und Hinterschenkeln. 

cf. Alle Schienen mit sehr kleinem Endsporn versehen. 

Die ersten Ventralsegmente mit ziemlich starkem, die folgenden mit mehr 
flachem Eindruck, mässig grob und nicht sehr dicht punktirt, das letzte sehr 
flach ausgerandet, nebst dem vorletzten stärker eingedrückt, der Eindruck feiner 
punktirt, an den Rändern länger behaart, die Haare am Hinterrande des letzten 
Segmentes beiderseits büschelförmig abstehend. 

Die mehr ovale Form der Flügeldecken, stärkerer Glanz, die lichter ge- 
färbten Fühler, Schienen und Tarsen, vor Allem die ungezähnten oder sehr un- 
deutlich gezähnten Schenkel lassen diese Art leicht von jRhytidosoma glohulus 
unterscheiden. Länge V8—2mm. 



Beitrag zur Kenntniss des Genus Scleroptenis Schonb. 



67 



Von mir im Moos der oberen Waldregion der Karawanken und der Alpen 
von Niederösterreich, von Herrn Gustos Gangibauer an gleichen Orten und 
ausserdem im Bachergebirge und in der Gottschee in Krain gesammelt. 

Diese Art wurde vielfach für Rhytidosoma glohulus gehalten und findet 
sich in den Sammlungen mit demselben vermengt. Die Beschreibung von 
Herbst, Natursjst. der lusecten und Käfer, VI, S. 398, Nr. 376, Taf. 91, Fig. 7: 
„Curculio glohulus, Mus. Hellvig. C. longirostris, feinorihus dentatis, ater, 
corpore suhglohoso, elytris striatis, mterstitiis crenatis, macula scutellari alba'', 
kann nur auf Rhytidosoma glohulus bezogen werden. Dass die „Hüften be- 
waffnet" sein sollen, wie die der Diagnose folgende Beschreibung angibt, dürfte 
auf einer Verwechslung mit „Schenkel" beruhen. Ebenso deutet die Vaterlands- 
angabe Deutschland auf glohosus, wo derselbe häufig auf Pappekrten vorkommt, 
wie auch Bedel in Faune du bassin de la Seine für Frankreich anführt. 

Ebenso schliesst auch die Beschreibung des Rhytidosoma glohulus Gyll, 
Ins., III, S. 235, Nr. 138: „Pedes longiusculi, validi, nigropicei, squamulis cinereo- 
albidis crehre adspersi, femorihus clavatis, omnino dente parvo armatis'', 
jeden Irrthum in der Deutung der Art aus. Vergleicht man dagegen die Beschrei- 
bung von Rhytidosoma dentipes Rttr., Deutsche entomol. Zeit., 1885, S. 369, so 
passt dieselbe vollständig auf Rhytidosoma glohulus Bihät., da Herr Reitter die 
oben beschriebene oder eine der ihr verwandten, im Folgenden beschriebenen 
Arten auf diese bezog und die Herbst'sche Art, auf die seine Beschreibung: 
„. . . squamulis alhidis suhsetuliformihus, brevihus minus dense ohtectus . . . 
elytris brevihus, subglohosus, antice truncatis . . . pedibus robustis, nigris, femori- 
hus potie medium dentatis etc.", deutlich hinweist, als neu beschrieb. 

h) Scleropteridius monticola nov. spec. 

Etwas grösser als der Vorige, schwarz, glänzend, Spitze des Fühlerschaftes, 
die ersten Geisselglieder, sowie die Tarsen dunkelbraun, in der Beschuppung und 
Behaarung mit dem Vorigen übereinstimmend. 

Kurz oval mit kurz eiförmig gerundeten Flügeldecken. Rüssel so lang als 
der Halsschild, beim stärker als beim $ gebogen, an der Spitze glänzend, 
zerstreut punktirt, hinter der Fühlereinlenkung dicht, seitlich längsrunzelig, feiner 
als der Kopf punktirt; dieser mit sehr feinen, wenig deutlichen Härchen in den 
groben, dichten Punkten; die Augen und Fühler wie bei Scleropteridius fallax 
gebildet. 

Halsschild weniger wie doppelt breit als lang, stark gewölbt, seitlich 
schwach gerundet, von der Basis zur Mitte gleich breit, von da gegen 
die Spitze gleichmässig verengt, mit einem sehr flachen Eindrucke beiderseits, 
vor der Spitze nicht eingeschnürt, der Vorderrand in der Mitte mitunter sehr 
schwach ausgerandet. Die Mittelfurche vor dem Schildchen meist weniger deut- 
lich, die Punktirung grob, auf der vorderen Hälfte dichter als rückwärts. 

Flügeldecken wie beim Vorigen kurz oval, stark gewölbt, vor der Mitte 
am breitesten, mit noch mehr als beim Vorigen abgeflachten Schultern, wodurch 
dieselben gegen den Halsschild weniger abgesetzt erscheinen. Sie sind stark 
punktirt gefurcht; die Zwischenräume und der Nahtfleck wie beim Vorigen. 



68 



A. Otto. 



Die Beine sind schwarz, Tarsen meist dunkelbraun, die Schenkel mit 
einem sehr feinen, kleinen, wenig deutlichen Zähnchen bewaffnet. 

cf. Alle Schienen mit einem kleinen Endsporn. Die ersten Ventral- 
segmente mit flachem Eindrucke, ziemlich grob, nicht sehr dicht punktirt. Das 
letzte in der Mitte eingedrückt und ziemlich stark ausgerandet, der Eindruck 
an den Rändern mit kurzen Haaren schwach besetzt. 

Vom Vorigen ausser der mehr länglichen Form und weniger vortretenden 
Schultern hauptsächlich durch die Form des Halsschildes, die schwarzen Schienen 
und wie wohl schwach, doch deutlich bewehrten Schenkel, sowie durch die Bil- 
dung und Behaarung der letzten Ventralsegmente deutlich unterschieden. Länge 
2—2*2 mm. 

Von Herrn Custos Gangibauer im Rodnaer Gebirge auf dem Gipfel des 
Koronjis in Grasbüscheln gesammelt. 

c) Scleropteridius austriacus nov. spec. 

Von der Form und Färbung des Scleropteridius fdllax, aber grösser und 
kräftiger gebaut. Schwarz mit mehr deutlicher greiser Behaarung auf Kopf und 
Halsschild und gröberer Beschuppung der Unterseite. Rüssel etwas länger, sonst 
ebenso wie der Kopf dem des Vorigen gleichend. Die Augen deutlicher dreieckig, 
der Fühlerscbaft und die ersten Geisselglieder rothbraun, diese gestreckter, so 
dass die letzten noch mindestens so lang als breit sind. 

Der Halsschild doppelt so breit als lang, dabei' breiter, aber ebenso wie 
beim Vorigen gebildet mit an der rückwärtigen Hälfte parallelen Seiten. Der 
Vorderrand in der Mitte etwas ausgerandet und häufig bräunlich gefärbt. Die 
Oberfläche stark gewölbt mit besonders beim starker Mittelfurche, auf der 
hinteren Hälfte, grob und ziemlich dicht punktirt, die Punkte vor dem Hinter- 
rande und in der Furche mit schuppenförmigen greisen Haaren. 

Flügeldecken von der Form des fallax, in den Schultern breiter als beim 
Vorigen, daher etwas bauchiger und kürzer erscheinend. Sculptur derselben und 
der Schuppenfleck an der Naht wie bei den Vorigen. 

Die Schenkel sind schlank, braunschwarz bis schwarz, greis behaart und 
alle nicht stark, aber deutlich gezähnt. Schienen und Tarsen rothbraun. 

Alle Schienen mit einem sehr feinen Endsporn. Die ersten Ventral- 
segmente flach, sehr grob (doppelt so grob als bei den vorigen Arten) punktirt. 
Die Punktirung zwischen den Hinterhüften kantenartig begrenzt, das letzte 
Ventralsegment sehr schwach grubenförmig eingedrückt, am Hinterrand etwas 
flach ausgerandet und hier mit schuppenförmigen greisen Haaren dicht besetzt. 

Die Rüsselfurche, Mittel- und Hinterbrust dicht mit dicken weissen Haaren 
stärker als bei den beiden Vorigen besetzt. Länge 2 — 2'3 mm. 

Abgesehen von der Differenz der männlichen Geschlechtscharaktere unter- 
scheidet sich diese Art von den beiden Vorigen, mit denen sie wohl gewisse Merk- 
male gemeinsam hat, durch Grösse, im Allgemeinen kräftigere Gestalt und viel 
stärkere Zahnung der Schenkel, von fallax, mit dem dieselbe in der P'orm der 
Flügeldecken und Färbung der Beine übereinstimmt, unterscheidet sie sich durch 



Reitrag znr Kcnntniss des Genus Sderoptern.'! Scliönb. 



69 



die Form des Halsschildes, von der vorigen Art durch breiteren Halsscliild, die 
in den Schultern breiteren Flügeldecken, rothbraunc Schienen und stärker ge- 
zähnte Schenkel. 

Von Herrn Custos Gangibauer in Lunz und Fitten (Niederösterrcich), 
von Dr. Brancsik bei Trencsin in den Karpathen gesammelt. 
III. Ehytidosoma Steph. 

a) globiilus Herbst, Natursyst. der Insecten und Käfer, VI, S. 398, Nr. 376 
= dentipes Reitt., Deutsche Entomol. Zeit., 1885, S. 39G. 



Artlioyiia (Coniangium Kbr.) saci^omontana n. sp. 

Von 

P. Pius Strasser. 

(Eingelaufen am 5. März 1897.) 

Thallus tenuis nigrofusciis vel prorsus evanescens, madef actus sordide 
flavovirescens. Gonidia palmellea conglobata magna (Gonidia chroolep. non 
vidi). Äpothecia adpressa, primo plana, dein fere convexa, orhicularia plerum- 
que, rarius difformia, disco rugoso atrofusco magnitudine multo variantia 3 
ad Imm, äpothecia intus fusca K — . Epithecium non granulosum atro- 
fuscum nec K nec ac. nitr. colore mutatur. Hypothecium sordide fuscescens, 
praecipue thecium suhincolor, aeque ac thecae et sporae Jodo flavescentes. Para- 
physes non discretae. Sporae incolores, hicellulares inaequaliter divisae, de- 
lineatione fusiformes, parte hreviore superiore non rotunda sed nonnihil attenuata 
vel subcuspidata, dimidio inferiore parte longiore acuminata, 20 — long., 
8 — 9 /j, lat. Asci Sspori, subcylindrici, apice rotundati, 120— 200 long., 20 ix 
lat. Spermogonia non vidi. 

Diese Ärthonia mag ihren Platz in der Nähe der Ä. lapidicola Tayl. 
[J.. vagans var. Koerberi (Lahm) Almqu., Monogr. Arth. Scand., p. 51] finden, 
ist jedoch von dieser, wie auch von Ä. ruderella Nyl. auf den ersten Blick selbst 
makroskopisch als ganz verschieden zu erkennen. Unter dem Mikroskop zeigen 
sich noch auffälligere Unterschiede von allen in Henry Willey's Synops. of the 
genus Ärthonia, Ser. B., p. 24 zum Formenkreis der Ä. lapidicola Tayl. gehörigen 
Arten. Die unterscheidenden Hauptmerkmale sind: Auffällige Grösse und Form 
der meist deutlich eingeschnürten Sporen und die aussergewöhnliche Länge der 
Schläuche. 

Diese Flechte scheint hier auf dem Sonntagberg (nions sacer!) nicht häufig 
zu sein. Bisher nur auf einzelnen aus dem mit Föhren und Lärchen bestandenen 
Waldboden hervorragenden Sandsteinblöcken an der Südseite des Berges beobachtet. 



Z. B. Ges. Bd. XLVII. 



10 



70 



Constantin v. Hormuzaki, 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 

Von 

Constantin Freili« t. Hormuzaki. 

(Mit einer Karte.) 
I. Theil. 

(Eingelaufen am 1. Fetruar 1897.) 

EinleitLing. 

1. Floren- und Faunengebiete der Bukowina. 

Die längs des östlichen und südlichen Aussenrandes der Karpathen gelegenen 
Gebiete weisen in faunistischer und floristischer Hinsicht eine Fülle so eigen- 
artiger Erscheinungen auf, dass jede systematische Zusammenstellung der eines 
dieser Länder bewohnenden Organismen, welcher Ordnung immer sie angehören 
mögen, geeigneter sein könnte, Aufschlüsse über die bei der Verbreitung der 
Thiere und Pflanzen thätigen Einflüsse zu gewähren, als eine beliebige mittel- 
uud westeuropäische Localfauna oder Flora. 

Während man aber unter den Pflanzen, theilweise auch unter den Käfern, 
namentlich den ungeflügelten, hier zahlreichen eigenen, östlichen Arten begegnet, 
die in der Ptegel mit den gewöhnlichen mitteleuropäischen vicariiren, äussert sich 
die Verschiedenheit unserer L^*pidopterenfauua gegenüber der des centralen Europa 
in ganz " '^"^^eise : denn nur äusserst wenige von den Bukowiner Arten 
werden dort gar nicht angetroffen, wohl aber kommen hier manche weit ver- 
breitete Lepidopteren in anderen, den nordasiatischen nahestehenden, oft sogar 
gleichen Localrassen vor. ^) Das Wichtigste ist aber zweifellos die höchst merk- 
würdige Zusammenstellung, in der die verschiedenen Arten bei uns auftreten, 
wobei eine gewisse, auch bei der Flora und der gesammten übrigen 
Fauna wahrzunehmende Gesetzmässigkeit herrscht, sowohl in dem Beisammen- 
wohnen sonst grundverschiedener Elemente, als auch hinsichtlich der scharfen, 
regelmässig verlaufenden Arealgrenzeu vieler Arten, die gerade dieses Gebiet 
durchschneiden. 

Es sei mir gestattet, gleich hier in Kürze einige Beispiele anzuführen, die 
besser als jede Beschreibung diese Verhältnisse beleuchten. In ganz Mittel- 
und Westeuropa wird es gewiss keinen Ort geben, wo, wie hier bei 
Czernowitz, in derselben Gegend, ja sogar an denselben Flugplätzen 



') Vgl. diese „Verhandlungen", Bd. XLV, 1895, S. 225 ff. 



VerhaiL 



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Verlmitill.Jrrk k zool lml Grs .V2.IJ;. /»»,-. 




7 



Die Schmetterlinge (Lcpidoptcru) der Bukowina. 71 

folgende Arten beisaninien fliegen: eiuestheils entschieden montane oder nor- 
dische Typen wie Parnassius Hrneniosyne, Erehia Aethiops, Ägrotis Birivia, 
Plusia Interrofjationis, Cidaria Jlfontanata, Cidaria Affinitata, Eupithecia 
Campanulata, Endromis Versicolorn, Notod. Dromedarnis, DasycMra Sele- 
nitica n. s. w., andererseits aber Thais Polyxena, Arcjynnis Pandora, Smerinthus 
Querciis, Penthoph. Morio, Saturnia Pyri, Saturnia Spini, Dianthoecia Luteayo, 
Calpe Capucina, Catocala Conversa, Acidalia Nitidata, Flaeeidaria, Caiist. 
Flavicaria und viele andere, die ich später namentlich aufzähle. 

Aber auch die entgegengesetzte Erscheinung ist ebenso bemerkenswerth, 
nämlich die, dass manche sonst über weite Länderstrecken gleich- 
massig verbreitete Arten hier verschiedene, durch eine scharfe 
Grenzlinie gesonderte Gebiete bewohnen. So wird man, um nur einige 
beliebige Beispiele herauszugreifen, einerseits etwa Papilio Podalirius, Sphinx 
Ligiistri, Saturnia Pyri, Xanthia Gilvago, Lygris Associata, andererseits 
Melitaea Aurinia, Sphinx Pinastri, Saturnia Pavonia, Xanthia Flavago 
Fabr., Lygris Peticidata bei uns ebenso wenig beisammen finden, als etwa eine 
Eiche und einen Heidelbeerstrauch; denn erstere erreichen schon in geringerer 
Höhe, als sonst, ihre obere Grenze, letztere sind aber ausschliesslich Gebirgs- 
bewohner. 

Ich habe mich bemüht, diese Erscheinungen, denen wir hier auf Schritt 
und Tritt begegnen, stets mit Aufmerksamkeit zu beobachten und durch einzelne 
Beiträge — die ich am Schlüsse der Einleitung aufzähle — , so lange das Material 
meiner Sammlung für eine systematische Bearbeitung noch zu unvollständig war, 
nach und nach bekannt zu machen. Nun glaube ich, dass nach den Sammel- 
ergebnissen von 1895, und ganz besonders nach dem an Schmetterlingen über- 
aus ergiebigen Sommer von 1896, eine Aufzählung aller hier vorkommenden 
Lepidopteren gerechtfertigt wäre, umso mehr, als die Bukowina in dieser Bezie- 
hung gegenüber den beiden Nachbargebieten Galizien und Eumänien zurück- 
geblieben ist, und jede Vervollständigung der Kenntniss der ostkarpathischen 
Fauna nur dazu beitragen könnte, die erwähnten verwickelten Verhältnisse ge- 
nauer zu ergründen. 

Im Folgenden werde ich es vermeiden, allgemeine Beobachtungen, die ich 
schon in den früheren Publicationen hinlänglich erörtert habe, nochmals zu wieder- 
holen, möchte aber zur Ergänzung der nachstehenden Ausführungen auf die von 
mir im Jahre 1894 veröffentlichten „Untersuchungen über die Lepidopterenfauna 
der Bukowina" hinweisen, worin alle bemerkenswerthen Erscheinungen, die mir 
an der hiesigen Fauna auffielen, zusammengefasst und ausführlich besprochen 
werden. Diesmal soll nur auf einige Gesichtspunkte aufmerksam gemacht werden, 
die mir damals bei dem noch weniger reichhaltigen Lepidopterenmateriale ent- 
gangen sind; ferner sollen einige früher schon erwähnte Beobachtungen den 
neuesten Sammelergebnissen entsprechend ergänzt oder richtiggestellt werden. 
Hiebei muss ich mich auch mit den floristischen Verhältnissen der Bukowina 
beschäftigen, da mir dies für die richtige Würdigung der damit zusammen- 
hängenden Verbreitung der Lepidopteren unerlässlich scheint. 

10* 



72 



Constantin v. Hormuzaki, 



Zunächst möchte ich besonders die von Hofrath Prof. A. Kerner^) ange- 
nommene Unterscheidung verschiedener Florengebiete auch auf die Bukowiner 
Verhältnisse angewendet wissen. Da nämlich diese Gebiete gleichzeitig ausge- 
sprochene klimatische Eegionen darstellen, äussert sich deren verschiedener 
Charakter ganz auiFallend ebenso rücksichtlich der gesammten Fauna, insbeson- 
dere auch der Käfer und Schmetterlinge. Die Eintheilung Prof. Kerner 's hat 
vor allen ähnlichen den grossen Vorzug, dass dabei von allgemeinen Gesichts- 
punkten ausgegangen und die Gesammtheit der wesentlichen Erschei- 
nungen berücksichtigt wird, wodurch die natürliche Zusammengehörigkeit ver- 
wandter Gebiete erkannt, Verschiedenartiges jedoch auseinandergehalten wird. 

Dass die baltische und pontische Eegion, um die es sich hier haupt- 
sächlich handelt, zwei grundverschiedene und gut begrenzte natürliche Gebiete 
sind, zeigt sich bei der Lepidopterenfauna ebenso wie bei der Vegetation. Dass 
hier wie dort oft gleiche Arten, ja selbst einzelne gleiche Pflanzengesellschaften 
(wie z. B. der Buchenwald) beiden Gebieten gemeinsam sind, darf, wenn man 
eben das Ganze ins Auge fasst, nicht beirren. 

Diese beiden Regionen sind es nun, die den grössten Theil der Bukowina 
einnehmen, und zwar die pontische den Nordosten, die baltische den Südwesten. 
Jedenfalls ist es von Wichtigkeit, die Grenzen zwischen beiden Gebieten genau 
kennen zu lernen. Auf der vorerwähnten Florenkarte der österreichisch-ungarischen 
Monarchie von Prof. Kerner entspricht aber die.se Begrenzung in der Bukowina 
(und Rumänien) nicht dem wirklichen Verlaufe der Linie, was auch leicht voi-aus- 
zusehen war, da in den allgemein gehaltenen Werken, die dem Verfasser der 
genannten Karte für die Bukowina und deren Nachbargebiete zur Verfügung 
standen, auf das pflanzengeographische Moment kein Gewicht gelegt wird. Im 
Ganzen kann man nämlich sagen, dass das Gebiet der baltischen Flora 
und Fauna hier sowie in der ganzen Moldau bedeutend weiter nach Norden 
und Osten reicht, daher eine breitere Zone zwischen der pontischen Flora 
Siebenbürgens und derjenigen des Tieflandes östlich von den Karpathen bildet, 
als nach der erwähnten Karte anzunehmen wäre. Tirgu Ocna, ja sogar Slanic 
in der Moldau sind dort als zum pontischen Gebiete gehörig eingezeichnet, 
während doch in der Umgebung beider Orte^) Nadelwälder vorherrschen und 
grosse Flächen mit Heidelbeeren und Heidekraut, Calluna vulgaris Salisb., der 
für die baltische Flora wichtigsten Charakterpflanze, bedeckt sind. Letztere ist 
bis in die Karpathen der südlichsten Moldau verbreitet; er.st in der Walachei (am 
Berge Pentileu im Bezirke Buzeu) tritt die südliche Bruckenthalia spiculifolia 
Rchb. an deren Stelle. Somit müsste der ganze Ostabhang der Karpathen zur 
„karpathischen" Unterabtheilung des baltischen Florengebietes gezählt werden; 
der „dacische" Gau hingegen, der in Siebenbüi'gen weiter nach Norden reicht. 



1) Die Österreicliisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild ; Uebersichtsband, naturwissen- 
schaftlicher Theil, S. 18.5—248. Ferner Florenkarte von Oesterreich-Ungarn, bearbeitet von Prof. 
Dr. Anton Ritt. v. Kerner, k. k. Hofrath. VV^ien, Verlag von Ed. Holzel. 

2) Vgl. D.Brändza, Prodromul floreT romäne. ßucarest; Acadeniia romana, 1879—1883. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Biikowina. 



73 



beginnt also am Aussenrande des Gebirges erst weit südlicher mit der bekannten 
scharfen Biegung der Karpatheu nach Westen, etwa bei Focsani. 

In der Bukowina ist die baltische Flora (und Fauna) nicht blos — wie 
nach der „Florenkarte von Oesterreich-Ungarn" anzunehmen wäre — auf die 
Karpathen beschränkt, sondern erstreckt sich nordöstlich auch über einen Theil 
des einer jüngeren geologischen Formation (dem Miocän und Diluvium) an- 
gehörenden Hügel- und Flachlandes. Man kann sich davon sehr leicht über- 
zeugen, wenn man beispielsweise bei K ras na, einem ungefähr im Mittelpunkte 
der Bukowina gelegenen Orte, einen der ersten Karpathenberge besteigt. Da 
überblickt man nach Süden und Westen die langen Gebirgsreihen der Sandstein- 
zone bis zu den sich im Hintergrunde erhebenden TJrgebirgsmassen und Kalk- 
bergen; nach Norden und Osten hingegen die weite Ebene, die dort durchaus 
mit ausgedehnten, fast ungemischten Nadelwaldungen (aus Tannen, Abies pecti- 
nata DC, bestehend) bedeckt ist, an deren Stelle an einzelnen Punkten der 
gewöhnliche Wachholder, Juniperus communis L., tritt. Erst 21 /cm (in der 
Luftlinie gemessen) nordöstlich vom Fusse des Gebirges trifft man auf zusammen- 
hängende Eichenwälder, während ebendort die Nadelhölzer gleichzeitig ver- 
schwinden, wodurch auch die Grenze zwischen baltischem und pontischem 
Gebiete gegeben ist. Die Feststellung dieser Grenze in der Bukowina wird da- 
durch erleichtert, dass die ersten Nadelhölzer {Äbies pectinata DC), denen man 
vom Tieflande kommend begegnet, unvermittelt in grossen, fast reinen Beständen 
auftreten, ebenso wie die unmittelbar im Nordosten sich anschliessenden Laub- 
wälder vorherrschend aus Eichen (Quercus pedunculata Ehr.) zusammengesetzt 
sind, wogegen die beiden Gebieten gemeinsamen Buchenwälder gerade an der 
Grenzscheide mehr zurücktreten. 

Zum pontischen Gebiete zähle ich den gesammten nördlichen und öst- 
lichen Theil der Bukowina, den ich früher (Unters, über die Lepidopterenfauna 
der Bukow., S. 27 ff.) als Tiefland, Hügelland oder Region der gemischten Laub- 
wälder bezeichnet habe, einschliesslich des Gebietes der ursprünglichen (Steppen-) 
Wiesen (a. a. 0., S. 31), zum baltischen den als „Bergregion" bezeichneten Süden 
und Westen des Landes, wobei ich schon damals (S. 36) betonte, dass diese Region 
nicht mit den Karpathen zusammenfällt, sondern in das Hügelland und die 
Ebene hinübergreift. Die scharfe Grenzlinie, welche die beiden Gebiete von ein- 
ander trennt, zieht (von der galizischen Grenze beginnend) zuerst von Nord- 
westen nach Südosten, später beinahe von Norden nach Süden. Deren Verlauf 
ist folgender: Das unterste Thal des Tscheremusch (Grenzflusses gegen Galizien) 
mit Eichenwäldern u. s. w. müsste bis etwa oberhalb des Dorfes Russisch-Banilla 
zum pontischen Gebiete gezählt werden, während die Hügelketten, die den Fluss 
am rechten Ufer begleiten, wenigstens in ihren oberen, mit Nadelholz bedeckten 
Theilen der baltischen Flora angehören. Alsbald wendet sich jedoch diese Linie 
nach Süden und durchschneidet die erwähnte Hügelkette, die Wasserscheide 
zwischen Tscheremusch— Pruth einerseits und Serethfluss andererseits, und trift't 
oberhalb Slobozia-Comaresti auf den letzteren. Die weiter östlich zwischen 
Pruth und Serethfluss sich hinziehenden Hügelketten bleiben demnach, bis auf 



74 



Constantiü v. Hormuzaki. 



geringe Inseln, auf die ich noch zurückkomme, ganz im pontischen Gebiete. Von 
dem erwähnten Punkte abwärts bis etwa gegen Hliboka bildet das Thal des 
grossen Sereth eine sehr deutliche Grenzscheide beider Gebiete. Die Thalebene 
selbst, mit stellenweise ausgedehnten Sumpfwiesen, auf denen Spiraea salicifoUa L., 
Ächillea Ptarmica L., Gentiana Pneumonanthe L., Veronica longifolia L., an 
feuchteren Stellen Carex, Juncus, Schilfrohr, Iris Pseudacorus L. u. s. w. zu treffen 
sind, ebenso die Höhenzüge am rechten Flussufer mit Nadelwald, Pyrolaceen etc. ge- 
hören entschieden zum baltischen, jedoch schon die ersten, trockenen, nach Süden 
geneigten Abhänge am linken Ufer, mit Eichenwäldern, Cytisus-Büschen (zwischen 
Slobozia-Comaresti und Bobesti) u. s. w., zum pontischen Gebiete. Es ist merk- 
würdig, welche Gesetzmässigkeit dabei herrscht, denn man wird dort auf der 
einen Seite bestimmt keine wildwachsende Tanne oder Fichte, auf der gegen- 
überliegenden keine Eiche antreffen. Doch kommen auch noch in den untersten 
Theilen des weiter südwestlich gelegenen kleinen Sereththales, bei Kupka und 
Budenitz (380 m), einzelne Gruppen und Haine von Eichen vor, die aber den 
durchaus baltischen Charakter der Gegend nicht beeinträchtigen. Bei Krasna 
wird man auch schon in der Ebene keine Eichen finden. 

Von Hliboka abwärts tritt der grosse Serethfluss mit beiden Ufern in das 
pontische (Laubwald- und Steppen-) Gebiet ein, die baltische Flora und Fauna zieht 
sich auf die oberen Theile des Hügelzuges zurück, der im Norden der Eadautzer Ebene 
die Wasserscheide zwischen Suczawa- und Serethfluss bildet. Bei Eadautz beschreibt 
die Grenzlinie zwischen baltischem und pontischem Gebiete einen Bogen im Westen 
der genannten Stadt, so dass schon deren unmittelbare westliche und südliche 
Umgebung den montanen, die nördlich gelegenen (und nach Süden abfallenden) 
Hügelgelände (Orsoi u. s. w.) mehr den pontischen Charakter tragen, obwohl 
dort die Begrenzung beider Gebiete weniger scharf hervortritt, als im Sereth- 
thale. Weiter südlich verläuft die Linie im Hügellande in einer gewissen Ent- 
fernung vom Fusse der Karpathen, dem sie sich immer mehr nähert, also etwas 
östlich von den Dörfern Marginea und Pärtesti, westlich von Burla und Arbore. 
Der weiter südlich folgende, noch der Miocänformation angehörende, bis über 
700 m hohe Hügelzug Ciungiurile zwischen Gurahumora und Stupca ist in 
seinen oberen Theilen, sowie am Westabhange schon ausschliesslich mit Tannen- 
wald, am östlichen jedoch weiter abwärts mit gemischtem Laubwalde bedeckt; 
auch die mehr der „pontischen" Fauna angehörende Neptis Aceris Lep. erreicht 
gerade an der Ostseite dieses Höhenzuges ihre Verbreitungsgrenze gegen die 
montane Region. Südlich von Gurahumora, wo die pontische Flora keilförmig 
längs des Moldowaflusses aufwärts dringt, fällt die Grenze zwischen dieser und 
der baltischen (montanen) mit dem Fusse des Gebirges, d. h. dem Beginne der 
Sandsteinzone (Eocän- und Kreideformation) zusammen. Schon bei Valesaca 
reichen Eichenhaine und andere in deren Gefolge vorkommende Charakter- 
pflanzen bis hart an das Gebirge heran, wo dann unvermittelt an dessen Nord- 
ostabhange die geschlossenen Nadelwälder beginnen. Dasselbe Verhältniss herrscht 
dann auch weiter in der nördlichen und mittleren Moldau; erst weit südlichei 
bei Odobesti und vollends in der Walachei dringt umgekehrt die pontische Flon 



Die Sclimotterlinge (Lcpicloptera) der Bukowina. 



75 



imd Fauna in das Karpathengebirge ein, und die montane Region nimmt dort 
in einer grösseren Höhe ihren Anfang. 



Innerhalb unserer montanen (baltischen) Region kann man die Wahr- 
nehmung machen, dass je weiter wir in das Gebirge aufwärts dringen, desto 
deutlicher der mitteleuropäische (baltische) Charakter zum Vorschein kommt, 
und nach und nach immer neue Pflanzen, sowie auch Lepidopteren auftreten, 
die wir im Tieflaude gänzlich vermissten. Die Heidelbeere (Vaccinkmi Myrtillus L.) 
kommt in der Nadelholzregion des Hügellandes nicht vor, wohl aber treten dort 
mehrere Pyrolaceen und Lycopodien durch ihre Häufigkeit in den Vordergrund; 
aber auch auf den ersten Karpathenbergeu (z. B. dem Rune bei Krasna) herrscht 
genau derselbe Charakter, wie in der montanen Region ausserhalb der Sandstein- 
zone. In den höheren Theilen der Gebirgsthäler begegnet man schon den ersten 
Heidelbeeren, die z. B. bei der Glashütte von Krasna-Ilski im obersten Serezel- 
thale und allen Seitenthälern in einer Höhe von 580 m gesellig auftritt; gleichzeitig 
erscheinen dort wildwachsende Sträucher von Lonicera Xylosteum L. und Spiraea 
Ulmaria L., dann Botrychium rutaefolium Br., Gentiana ascleinadea L. u. a. 
Wie in der unteren montanen Region die Tanne, so ist in unserem höheren 
Gebirge die Fichte von etwa 800 m aufwärts der ausschliesslich herrschende Wald- 
baum; erst in dieser (a. a. 0., S. 39) als subalpine Unterabtheilung bezeichneten 
Region begegnet man der Preisseibeere, Vaccinium Vitis Idaea L., und den 
Ericaceen im engeren Sinne, die in der Bukowina durch vier Arten ^) vertreten 
sind. Das Heidekraut, Ccdluna vulgaris Salisb., kommt nur an wenigen Stellen 
spärlich vor, gelangt aber bei Slänic in der Moldau zu bedeutender Massen- 
entfaltung, und die dort beobachtete Agrotis Strigula Thnb., gewiss nicht die 
einzige an dieser Pflanze lebende Lepidopterenart, deutet auch auf eine ent- 
sprechende Heidefauna. 

In einigen höher (über 780 m hoch) gelegenen Gebirgsthälern der Bukowina 
treffen wir endlich auch auf die für die baltische Region besonders charakte- 
ristischen Hochmoore mit einer reichen Moorflora und Fauna (a. a. 0., S. 40). 

Trotz der noch sehr unvollständigen Kenntniss, die ich bisher gerade über 
die Lepidopteren der höheren montanen oder subalpinen Region erlangen konnte, 
scheint es, dass auch einige Schmetterlingsarten, die später aufgezählt werden, 
nur dort auftreten, obwohl sie anderwärts auch in tieferen Regionen vorzu- 
kommen pflegen, andere wieder erreichen schon im Mittelgebirge innerhalb der 
Karpathen ihre obere Verbreitungsgrenze (z. B. die Apaturen). Somit kommt 
der Unterschied zwischen der unteren und oberen montanen (subalpinen) Region 

1) Ärctostaphylos officinalis Yf . et Gr., Andromeda polifoliaL. (von Herrn A. Procopianu 
entdeckt), Calluna vulgaris Salisb. (von Procopianu und Anderen, jedoch nur höchst vereinzelt 
angetroffen), Azalea procumbens L., am Suhard in der alpinen ßegion. 

Wie lückenhaft die Kenntniss der Bukowiner Flora auch jetzt noch ist, geht daraus hervor, 
dass von diesen vier Arten blos die erste in allen bisher erschienenen Publicationcn (Herb ich, 
Knapp u. s. w.) erwähnt wird. 



76 



Constantin v. Ilormuzaki. 



auch bei der Lepidopterenfauna zur Geltung, weshalb ich letztere als Unter- 
abtheilung aufrecht erhalten habe. 

Innerhalb der pontischen Eegion wäre das Gebiet der gemischten Laub- 
wälder von dem der ursprünglichen Steppenwiesen zu unterscheiden, wie ich 
dies an anderer Stelle (a. a. 0., S. 27 ff. und S. 31 ff.) ausführlicher auseinander- 
gesetzt habe. Auf der beiliegenden Karte sind die Gegenden mit ursprünglichem 
Graswuchse ebenfalls kenntlich gemacht, und zwar die beiden im Süden des 
Landes gelegenen „Steppeninseln" nach der von Procopianu^) beschriebenen 
Umgrenzung, die übrigen nach eigener Ermittlung. Von Lepidopteren sind für 
die ursprünglichen Wiesen zahlreiche Zygaenen {Ächilleae, Meliloti, Carniolica etc.), 
dann Gucullia Ahsynthii und Thalpochares Pitrpurina bemerkenswerth.^) 

Nordöstlich von dem zusammenhängenden Gebiete unserer montanen Region 
befinden sich aber noch einige ganz vom Laubwald- und Steppengebiete um- 
gebene Inseln, die als vorgeschobene Glieder der karpathisch-baltischen Flora und 
Fauna aufgefasst werden müssen. Dahin zähle ich die obersten Partien am 
West- und Nordabhange des bis 539 m hohen Cecinaberges bei Cernowitz und 
des südwestlich mit ihm zusammenhängenden Hügellandes, ebenso auch die 
oberen Theile der ungefähr gleich hohen, dem Cecina am jenseitigen, linken 
Pruthufer gegenüberliegenden Höhenzüge bei Cernauca. In den schattigen Buchen- 
wäldern dieser Gegenden ist der Boden mit dichten Moospolstern bedeckt, worin 
wir die bekannte Oxalis Acetosella L. und je zwei Lycopodium- und Pyrola- 
Arten^) eingestreut finden, während auf Wiesen an feuchten Stellen Parnassia 
palustris L., Chrysosplenium alternifolium L., Molinia coerulea Mönch und 
mehrere Eriophot'um -Arten auffallen. Die seit etwa 30 oder 40 Jahren dort 
gepflanzten Fichten und Kiefern gedeihen vortrefflich und erreichen in verhältniss- 
mässig kurzer Zeit eine bedeutende Grösse, ein Beweis, dass ihnen das Klima 
zusagt. Obwohl also dort wildwachsende Nadelhölzer nicht vorkommen, trägt 
doch die Vegetation den Charakter der baltischen Flora, und kann unmöglich ; 
einer anderen zugezählt werden. Von Lepidopteren fliegt in diesem Gebiete der j 
für die baltische Fauna höchst charakteristische Polyomm. Virgaureae und der ! 
bei uns sonst subalpine Lye. Hylas Esp. Unmittelbar daran grenzt allerdings j 
die echte pontische Grasflur, die gerade südlich von Cernowitz sehr schön ent- ; 
wickelt, längs des Ostabhanges des Cecina hinaufreicht und auch dessen kahlen, 
sandigen Gipfel einschliesst. Dort treffen wir schon hohe Borragineenstauden, 
wie Anchusa Barrelieri Bess., ferner: Aster Amellus L., Gytisus austriacus L. 
und C. leucanthus W. Kit., auch das bekannte Federgras, Stipa pennata L. 
Nicht zu vermengen mit den früher erwähnten baltischen Florenelementen sind 

') „Zur Flora von Suczawa" in diesen „Verhandlungen", Jahrg. 1892, und „Zur Flora der 
Horaiza", ebenda, Jahrg. 1893. 

Unter den Säugethieren unserer Steppengebiete ist das Öteppenmurmelthier, Arctomys[ 
Bobac^ sehr erwähnenswerth. Da dessen Vorlcommen in unseren Gegenden wiederholt bezweifelt; 
wurde, muss ich auch an dieser Stelle nochmals betonen, dass ich ein hier bei Czernowitz gefundenes 
Exemplar selbst gesehen habe. Die Art wurde auch schon von Schirl bei Zutschka erbeutet, 

3) Lycopodmm Stlago L. und L. complanatum L., Pyrola rotundifolia L. und P. minor L 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



77 



manche auf uusereii ursprünglichen Wiesen hier im Tieflande vorkommende 
Pflanzen, die anderwärts nur im Gebirge angetrofi'en werden. So sammelte ich 
z. B. auf dem Hügel Ocru südlich von Cernowitz unter anderen: Veratrum 
alhum L., Gymnadenia conopsea R. Br., Lilium Martagon L., Centaurea axil- 
laris Willd., Prnnella grandifJora Jacq., Astragalus Onohrychis L., Digitalis 
grandiflora L. u. s. f., neben den vorher aufgezählten Steppenpflanzen. Wir 
haben hier olfenbar eine ganz analoge Erscheinung vor uns, wie bei den zu 
Beginn genannten, in das Tiefland eindringenden Gebirgsschmetterlingen. 

* * * 

Ausser der baltischen und pontischen ist von den von Prof. Kerner an- 
genommenen natürlichen Regionen noch eine dritte, ebenfalls sehr gut umgrenzte, 
in der Bukowina vertreten, nämlich die alpine. Hiebei muss ich, der Voll- 
ständigkeit wegen, wiederholen, was ich schon früher (a. a. 0., S. 40 If.) öfter 
betonte: dass erstens das Bukowiner Gebirge infolge der continentalen Lage 
schon in weit geringerer Erhebung den Hochgebirgscharakter trägt, als dies etwa 
in den Alpen der Fall ist; dass ferner nicht allein die höchsten Kämme und 
Gipfel über der (zwischen 1500 und 1600 w gelegenen) Baumgrenze, sondern auch 
manche bedeutend niedrigere Bergspitzen und Hochplateaus, die zuweilen kaum 
1400 m erreichen, als alpine Inseln anzusehen sind, jedoch nur solche, wo die 
ursprüngliche Vegetation aus kraut- und grasartigen Gewächsen besteht. 

Als Beispiel erwähne ich den blos 1425 m hohen Kalkberg Gäina bei Mol- 
dowa, wo Gnaphalium Leontopodium Scop. in Menge zu finden ist, ferner die 
Berge Tarnit;a (1476 m), Cliffi und andere südöstliche Ausläufer des Rareu, auf 
denen trotz der verhältnissmässig geringen Höhe unter vielen anderen auch die 
folgenden Pflanzen vorkommen: Anemone narcissiflora L., Viola alpina L., Dian- 
thus petraeus W. Kit., Silene ZaivadsUi Herbich, JDrijas octopetala L., Saxifraga 
luteo-viridis Schott et Kotschy, Gnaphalium Leontopodium Scop., Swertia 
punctata Bmgt., Eritriehium nanum Schrad. var. Jankae Simonkai, Androsace 
lactea L., Primula carpathica Gris. et Sch., schliesslich als Krummholz Juni- 
perus nana Willd. Diese wenigen, als Beispiele herausgegrifi'enen Arten werden 
wohl genügen, um die Zugehörigkeit der betreff'enden Gebiete zur alpinen Region 
in klarster Weise darzuthun. Die genaue geographische Lage unserer alpinen 
Gebiete habe ich nach bisheriger Ermittlung auf der beiliegenden Karte eben- 
falls kenntlich gemacht. 

* * * 

Vergleicht man nun die Lepidopterenfauna unseres (pontischen) Hügel- 
und Tieflandes mit der montanen (baltischen) Region, so wird es auffallen, dass 
da auch ganz ähnliche Verhältnisse vorliegen, wie bei der Vegetation. Manche 
Arten werden auf das eine oder das andere dieser beiden Gebiete beschränkt sein 
und deren Arealgrenzen mit der betreff'enden klimatischen und floristischen Region 
ziemlich übereinstimmen; in anderen Fällen macht sich blos ein Vicariiren be- 

Z. B. Ges. Bd. XI-VII. 11 



78 



Constantin v. Hormuzaki. 



merkbar, so dass von gewissen, nahe miteinander verwandten Arten die eine in 
der „baltischen" Region die vorherrschende, d. h. weitaus häufigere ist, in der 
„pontischen" jedoch nur als Seltenheit auftritt, und umgekehrt. 

Wichtig ist es jedenfalls, dass bei solchen Arten, bei denen man früher^) 
eine von Nordosten nach Südwesten ziehende, den Continent in ziemlich gerader 
Linie durchschneidende Aequatorialgrenze annahm, diese Linie in Wirklichkeit 
einen anderen Verlauf hat. Anfangs ziemlich regelmässig vom Wolgagebiet und 
den südlichen Ausläufern des Ural ausgehend, dann der bekannten Scheide zwischen 
Wald- und Steppengebiet in Südrussland folgend, wird die Südgrenze mancher 
nördlichen Lepidopterenart, sobald sie in Ostgalizien die Karpathen trifft, ent- 
sprechend dem Zuge dieses Gebirges fast rechtwinkelig nach Südosten abgelenkt 
vmd dringt dann längs der Karpathen nach Süden bis in die Bukowina, Moldau 
und Walachei. Bei manchen Arten scheint sich die Arealgrenze mit dem Gebiete 
der „baltischen" Flora genau zu decken und schiebt sich in dieser Gegend zungen- 
förmig weiter nach Süden und Südosten. Hiebei bezeichnen also die Karpathen 
die Aequatorialgrenze der betreffenden Arten. Umgekehrt kommen wieder die hier 
und gleichzeitig in Ungarn und Siebenburgen einheimischen pontischen Formen 
im Karpathengebirge ebenso wenig vor, als in Mitteleuropa, beispielsweise Ar- 
gynnis Pandora, Smer. Quercus u. a. 

Zahlreiche mittel- und selbst nordeuropäische Lepidopteren erreichen dem- 
nach zum Theile in der Bukowina, meist aber erst in Rumänien den südlichsten 
Punkt ihrer Verbreitung in Europa überhaupt. Eine ähnliche Erscheinung könnte 
anderwärts auch beobachtet werden, wo ein höheres Gebirge auf einer weiten 
Strecke von Norden nach Süden zieht. In den Alpen macht sich, abgesehen von 
der eigentlichen hochalpinen Fauna, ein Eindringen von, dem nord europäi- 
schen Flachlande eigenen Arten, wie Org. Ericae, Das. Selenitica, Loph. 
Carmelita, Not. Bicoloria, Gar. Ärcuosa etc. ^) weniger bemerkbar. Denn erstens 
liegt der Nordfuss der Alpen südlicher und, was auch von Wichtigkeit ist, west- 
licher als der nördlichste Theil der Karpathen und ist im Norden von Gebieten 
mit gemässigtem, wärmerem Klima umgeben, als diese. Hier vermittelt dagegen 
das sich weit nach Norden bis in die Nachbarschaft der Sudeten erstreckende 
Karpathensystem den Zusammenhang mit dem nordosteuropäischen Flachlande. 
Der auffallende Gegensatz zwischen den nördlichen Typen unserer montanen 
fjjaJtischen) Region und der Fauna des weiter abwärts gelegenen Flachlandes ist 
umso bedeutender, als hier die Karpathen in ein klimatisch grundverschiedenes 
Gebiet, das pontische, halbinselförmig eindringen, was bei den Alpen nach Norden 
hin nicht der Fall ist. Dieses Verhältniss wird auf Prof. Kerners Florenkarte 
überaus anschaulich zur Geltung gebracht, wobei sich die Südostkarpathen scharf 
von ihrer Umgebung abheben, hingegen bei dem nördlichen Abhänge der Alpen 
und bei den übrigen mitteleuropäischen Gebirgen ein solcher Unterschied nicht 
vorhanden ist. 

>) Speyer, Die geographische Verbreitung der Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz. 
Leipzig, 1858—1862. 

2) In Ostgalizien TJiolomiges Turfosalis. 



Die Schmetterlinge (Lcpidoptera) der Bukowina. 



79 



Ein mit dem Vordringen uordeuropäischer Lepidopteren in unseren 
Karpathen ganz analoges Verhältniss kommt etwa in den ebenfalls von Norden 
nach Süden verlaufenden Gebirgen Italiens zur Geltung, wo eine Eeihe mittel- 
europäischer Arten als Bergthiere vorkommt; ebenso bei der Verbreitung der 
arktischen Fauna längs der Hochgebirge Nordamerikas. 

Diese Erscheinung lässt sich ungezwungen mit dem Klima in Zusammen- 
hang bringen und dadurch erklären, dass unser Gebirge in klimatischer Beziehung 
eine grössere Aehnlichkeit mit dem nördlichen Mitteleuropa aufweist, als das Tief- 
land. Das Klima unserer Bergregion ist nicht blos feuchter und reicher an 
Sommerregen, sondern im Vergleiche zum Flachlande geradezu gemässigt zu 
nennen. In Krasna ist der Frühling zwar ausserordentlich verspätet, doch treten 
die Herbstfröste — trotz des kühleren Sommers — regelmässig später ein, als in 
der benachbarten Ebene. Auch im Winter ist die Witterung gleichmässiger. Unter 
den Lepidopteren unserer Bergregion können Caradrina Exigua (aus Krasna) 
und Mam. Peregrina (aus Kupka) als „oceanische" Formen gelten. Andere Arten 
dagegen, und zwar gerade manche echte Gebirgsthiere steigen in dem rauheren 
continentalen Klima ^) der sich unmittelbar an das Gebirge anschliessenden 
Gegenden der „pontischen" Region tief in die Ebene herab, es sind diejenigen, 
die ich schon zu Beginn als bei Czernowitz vorkommend aufgezählt habe. Ebenso 
wenig darf übersehen werden, dass einzelne Süd- und Osteuropäer (z. B. Neptis 
Äceris, Leuc. Vitellina u. a.) in unsere montane Eegion eindringen, was wohl 
theilweise dadurch zu erklären ist, dass das „baltische" und „pontische" Gebiet 
hier im Hügel- und Flachlande unvermittelt aneinander grenzen, und ersteres 
sich gewissermassen keilförmig in Gegenden mit südöstlichem Charakter ein- 
schiebt, wodurch die Verbreitung pontischer Arten in die montanen Grenzgebiete 
begünstigt wird.^) In Mitteleuropa dagegen umfasst die baltische Region grosse 
geschlossene Ländercomplexe, die überdies durch natürliche territoriale Hinder- 
nisse (die Alpen und Karpathen) von dem weit entfernten eigentlichen Wohn- 
gebiete der zur pontischen Fauna zählenden Arten getrennt sind. Nur stellenweise 
verbreiten sich einzelne davon auch dort in die Grenzbezirke des baltischen 
Gebietes, so etwa Col. Myrmidone, Thais Polyxena, Neptis Äceris, Sat. Pyri, die 
längs des Donauthales weiter nach Westen gedrungen sind. Abgesehen von wenigen 

1) Vgl. auch A. V. Caradja, a. a. 0., „Iris", Dresden, Bd. VIII, S. 10. 

Dass das Klima unseres Tieflandes nicht blos während verschiedener Zeiten innerhalb eine 
Jahres sehr grosse Schwankungen aufweist, vielmehr auch die einzelnen Jahre mitunter in dieser 
Hinsicht bedeutend von einander abweichen, ist z. B. daraus zu ersehen, dass ich die Männchen von 
Anisopteryx Aescularia im Jahre 1896 in Czernowitz schon am 13. Februar im Freien fliegend an- 
traf, wogegen im vorhergehenden Frühlinge diese Art erst am 6. April erschien und früher unmög- 
lich hätte ausschlüpfen können, weil die seit dem Winter angehäufte Schneedecke noch am 1. April 
fast 1 771 hoch lag. 

') Ob aber auch bei den Lepidopteren eine analoge Erscheinung wahrzunehmen wäre, wie dies 
von Prof. Kerner bezüglich des Vorkommens mediterraner (aquilonarer) Pflanzenrelicte inner- 
halb des baltischen Florenreiches festgestellt wird (a. a. 0., S. 244 ff.), lässt sich bei dem 
gegenwärtigen Stande der Erforschung unseres Gebirges durchaus nicht beantworten. Hinsichtlich der 
Flora kommt jedoch diese Erscheinung, wie mir Herr Procopianu mündlich mittheilte, auch in der 
Bukowina an verschiedenen Stellen sehr deutlich zur Geltung. 

11* 



80 



Constantin v. Hormuzaki. 



Ausnahmen, sind aber auch in der Bukowina die eigentlichen charakteristischen 
Süd- und Osteuropäer entschieden auf das Tiefland beschränkt. 

Ich lasse hier die nach den neueren Sammelergebnissen vervollständigte 
Aufzählung solcher Bukowiner Arten folgen, die als nördliche, oder aber als 
südliche und südöstliche Typen gelten können, womit aber keineswegs gemeint 
sein soll, dass von den betreifenden Arten einige nicht auch vereinzelt in süd- 
licheren (beziehungsweise nördlicheren) Gegenden vorkommen, vielmehr wird mit 
dieser Bezeichnung auf deren eigentliche Heimat hingewiesen, wo sie als regel- 
mässige und häufigere Bewohner zu Hause sind. Die bei uns nur im Hoch- 
gebirge vorkommenden Arten sind dabei ausgenommen. Zu den nördlichen 
Formen wären etwa zu zählen Pol. Virgaureae, Lyc. Optilete, Lim. Populi, Arg. 
Laodice, Lith. Muscerda, L. Griseola, Pleretes Matronula, Hep. Humuli, Orgyia 
Ericae, Dasych. Selenitica, D. Äbietis, Lasioc. var. Lohulina, Endr. Versicolora, 
Harp. Bicuspis, Not. Dromedarius, N. Bicoloria, Ljoph. Carmelita, Cymat. Du- 
plaris, Aspli. Flavicornis, Panthea Coenohita, Ägrotis Collina, Ä. Conßua, A. 
Cuprea, A. Birivia (anderwärts nur im höheren Gebirge, gehört auch in diese 
Gruppe), Neuronia Cespitis, Hydroecia Micacea, H. Petasitis (sonst mehr in 
Nordwesteuropa ^) und Sibirien), Non. Sparganii, N. Arundinis, Leuc. Impudens, 
L. inipura, L. Ohsoleta, Caradrina Arcuosa, Amph. Perflua, Taen. Populeti, 
Pachnohia Leucographa, Xylina Ingrica, Aster. Nuheculosus, Cucullia Frauda- 
trix, Plusia Interrogationis, Anarta Cordigera, Toxoc. Pastinum, Zand. Tarsi- 
crinalis, Rhyp. Melanaria, Boarmia Abietaria, B. Consonaria, Lygris Associata, 
Cid. Immanata, C. Vespertaria, C. Unidentaria, C. OUvata, C. Picata, C. Affmi- 
tata, Eupith. Campanulata, E. Assimilata, E. Succenturiata, E. Togata, E. 
Lariciata. 

Andererseits möchte ich als südliche und südöstliche Typen folgende 
Bukowiner Arten bezeichnen: Thais Polyxena, Colias Chrysotheme, C. Myrmi- 
done, Th. Acaciae, Lyc. Meleager, Limen. Camilla, Neptis Aceris, Van. Xantho- 
melas, Arg. Daphne, A. Pandora, Par. Egeria, Deil. Livornica, D. Nerii, Smer. 
Qiiercus, Ino Budensis, Zyg. Brizae, Penthophora Morio, Laelia Coenosa, 
Sat. Pyri, S. Spini, Not. Argentina, Bryoph. Beceptricula, Dianth. Luteago, 
Leuc. Vitellina, Cuc. Prenanthis, Calpe Capucina, Heliothis Armiger, H. Peltiger, 
Thal}). Purpurina, Catocala Conversa, Acidalia Nitidata, A. Flaccidaria, A. 
Herhariata, A. Humiliata, A. Caricaria, Crocallis Tusciaria, Caustoloma Flavi- 
caria, Boarmia Selenaria, Aspilates Gilvaria, Cidaria Fluviata. 

Bei sehr vielen Arten der ersten Gruppe entspricht die Aequatorialgrenze, 
wie schon erwähnt, dem baltischen Faunen- und Florengebiete; sie dringen also, 
dem Bogen der Karpathen folgend, bedeutend weiter nach Süden als anderwärts. 
In den Karpathen Rumäniens wurden noch einige hierher zu zählende Arten 
aufgefunden, die in der Bukowina grösstentheils gewiss bisher nur übersehen 



1) Hier wären noch einige Arten zu nennen, die (wenigstens innerhalb Europas) in der Buko- 
wina einen der östlichsten Punkte ihrer Verbreitung erreichen, und zwar: Nudaria Mundana, 
Nola Confusalis (auch am Amur), Dnjnohia Mdagona, Calymnia Affinis, Orthosia MaciUnta. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



81 



worden sind, z. B. Not. Chaonia, Äcr. Älni, Ägr. Strigula Thnb., Char. Graminis, 
Calamia Lutosa, Miih. Imhecüla u. a. Die sonst in Ländern mit feuchtem, 
gemässigtem Klima verbreitete, in Rumänien auf das Gebirge beschränkte Mania 
Maura gehört ebenfalls dazu. 

Wie so manche der früher genannten Gebirgsbewohner sind auch von 
diesen nördlichen Arten einige speciell in der Bukowina noch im 
höheren Hügellande innerhalb der Laubwaldregion anzutreffen, wo, wie erwähnt, 
auch in floristischer Hinsicht einige Inseln mit baltischem Charakter sich 
weiter nach Nordosten vorschieben; sie fehlen aber durchgehends dem südlicher 
und östlicher gelegenen Tieflande Südrusslands und sind in Rumänien ganz auf 
die Karpathen beschränkt. 

Bei der Mehrzahl der Arten der zweiten Gruppe wird deren von Nord- 
osten nach Südwesten oder von Osten nach Westen verlaufende Polargrenze durch 
die Ostkarpathen vollständig unterbrochen und beschreibt eine hakenförmige 
Figur um dieses Gebirge herum. 

Die Vertheilung der Lepidopteren innerhalb der Bukowina selbst 
wird also jedenfalls durch diese Grenzlinien wesentlich beeinflusst. Sehr viele 
gewöhnliche, auch sonst weit verbreitete Arten gehören wohl der pontischen und 
baltischen (theilweise sogar der alpinen) Region gemeinsam an, andere dagegen 
bleiben entschieden auf eine von beiden beschränkt, und jedes von diesen Terri- 
torien hat demnach seine besonderen Vertreter, von denen wieder manche als 
Seltenheit zwar in die andere Region hinübergreifen, aber dadurch, dass sie nur 
in einem der oft genannten Gebiete (dem baltischen oder pontischen) häufig 
und verbreitet sind, als dort eigentlich einheimisch betrachtet werden 
müssen. Die hier folgende Aufzählung einiger charakteristischer Lepidopteren 
soll diese Verhältnisse veranschaulichen. Diese Eintheilung in Arten der 
baltischen und solche der pontischen Region bezieht sich aber blos auf 
deren Verbreitung in der Bukowina; in anderen Ländern mögen davon 
verschiedene Verhältnisse vorliegen. 

I. Gruppe. 

Arten, deren Heimat die baltische (montane) Region ist.*) 

Papilio Machaon, Parnassius Apollo, (Pieris var. Bryoniae, typisch,) 
Col. Palaeno, Thecla Betulae, Polyommatus Virgaureae, P. Älciphron, 
P. var. Euryhia, P. Dorilis, typisch, P. Amphidamas, Lycaena Optilete, L. 
Hylas, L. Sehrus, L. Arion, L. Areas, Limen. Sibylla, (Nept. var. Lud- 
milla,) Van. Urticae, Arg. Pales var. Arsilache, Arg. Niobe, Argynnis Im, 
Erebia Ligea, Coen. Iphis, G. Typhon, Syr. CartJiami. 

Sphinx Pinastri, Sesia Cephiformis. 



*) Die durch gesperrten Druck hervorgehobenen Arten kommen als Seltenheit auch in der 
anderen Region vor, die übrigen sind nach bisheriger Ermittlung auf das betreffende Faunengebiet 
beschränkt. — Die Varietäten sind zwischen Klammern gesetzt. 



82 



CoDstantin v. Hormuzaki, 



Call ig. Mini ata, Lith. Griseola, Nem. Plantaginis, Psyche Muscella, 
Orgyia Ericae, Dasych. Ahietis, Laria nigrum, Psil. Monacha, Las. Pini, 
L. var. Lohulina, Sat. Pavonia, Endr. Versicolora, Harp. Bicuspis, Loph. 
Carmelita, L. Camelina, Not. Bicoloria, Pyg. Pigra, GonopJi. Derasa. 

Acronycta Strigosa, typisch, Panth. Coenohita, Ägrotis Polygona, A. 
Orhona, A. CoUina, A. Triangulum, A. Baja, A. Stigmatica, A. Dahlii, A. 
Festiva, A. Conflua, A. Cuprea, A. Simulans, A. Birivia, A. Corticea, A. 
Prasina, Neur. Popiilaris, N. Cespitis, M. Advena, M. Tincta, M. Albi- 
colon, M. Pisi, M. Dentina, M. Peregrina, M. Peticulata, Dianth. Filigrama, 
D. Nana, D. Compta, Polia Flavicincta, P. Chi, Dich. Aprilina, Had. Porphyrea, 
H. Adusta, H. Lateritia, H. Scolopacina, Chi. Hyperici, Hydr. Micacea, H. 
Petasitis, N. Sparganii, N. Arundinis, L. Impudens, L. Pallens, X. Comma, 
L. Lythargyria, L. Turca, Car. Exigua, C. Arcuosa, Ac. Caliginosa, Bus. 
Tenehrosa, Amph. Tragopoginis, A. Perflua, Cal. Pyralina, typisch, Plast. 
Betusa, Orth. Lota, Xanthia Flamgo, X. Fulvago, Xyl. Ingrica, X. Furci- 
fera, Ast. Nuheculosus, Cuc. Fraudatrix, Plusia Bractea, PI. Gamma, An. 
Cordigera, Cat. Fraxini, C. Nupta, C. Sponsa, C. Pr amissa, Tox. Viciae, 
T. Craccae, Av. Flexula, (Herrn, var. Carpathica,) Hyp. Pr oho seid alis. 

Acidalia Emarginata, Pell. Vihicaria, Num. Capreolaria, Ell. Pros- 
apiaria, Metr. Mar garitaria, Sei. Bilunaria, Croc. Elinguaria, Boar- 
mia Secundaria, B. Äbietaria, B. Eepandata, B. Lichenaria, B. 
Glahraria, B. Punctularia, Gnoph. Obscuraria, G. Dilucidaria, Od. Atrata, 
An. Praeformata, Triph. Duhitata, Lygr. Prunata, L. Beticulata, 
Cid. Botata, C. Truneata, C. Immanata, C. Olivata, C. Viridaria, C. 
Vespertaria, C. Montanata, C. Dilutata, C. Caesiata, C. Albulata. 

IL Gruppe. 

Arten, deren Heimat die pontische (Laubwald- und Steppen-) 

Region ist. 

Papilio Podalirius, (var. Zanclaeus,) Thais Polyxena, Ap. Crataegi, 
Col. Chrysotheme, C. Myrmidone, Th. Ilicis, Th. Acaciae, Th. Quercus, (Pol. 
Dorilis var. Orientalis,) (Lyc. Argiades aberr. Decolorata,) L. Bellargus, L. 
Meleager, L. Cyllarus, (Apat. var. Metis,) Lim. Camilla, (Nept. Lucilla, typisch,) 
Nept. Aceris, Van. Xanthomelas, Arg. Daphne, A. Laodice, A. Pandora, 
Pararge Egeria, Hesp. Actaeon, H. Sylvanus. 

Sphinx Ligustri, Beil. Livornica, B. Nerii, Smer. Quercus, Sesia 
Asiliformis, Ino Budensis, I. Geryon, Zyg. Brizae, Z. Achilleae, Z. Meliloti, 
Z. Angelicae, (Z. Ephialtes aberr. Trigonellae,) (Z. aberr. Aeacus,) Z. Carnioliea. 

Spil. Mendica var. Rustica, Heter. Limacodes, Psyche Unicolor, Penth. 
Morio, Laelia Coenosa, Porth. Chrysorrhoea, Ocn. Betrita, Las. Querci- 
folia, L. PopulifoUa, L. Ilicifolia, Sat. Pyri, S. Spini, Not. Argentina. 

Biloba Coeruleocephala, (Acronycta var. Bryophiloides,) Bryoph. 
Heceptricula, Moma Orion, Agr. Flammatra, A. Praecox, M. Genistae^ 



Die Schmetterlinge (Lopidoptera) der Bukowina. 



83 



M. Chrysozona, Dianth. Luteago, D. Capsincola, Had. Lithoxylea, H. Sor- 
dida, Amph. Livida, Dicyda Oo, (Cal. Pyralina var. Cuprea,) Cal. Affmis, 
Plast. SubUisa, Orth. Macilenta, X. Gilvago, X. Ocellaris, Cuc. Prenanthis, C. 
Tanaceti, C. Artemisiae, C. Ahsynthii, C. Argentea, Calpe Capucina, Plusia 
Moneta, P. Modesta, Aedia Funesta, Heliaca Tenehrata, Heliothis 
Peltiger, Acontia lAictuosa, A. Lucida, Thalpoch. Purpurina, Eucl. Mi, (var. 
Litterata,) Pseudoph. Lunaris, Cat. Elocata, Catoc. Conversa, Hyp. Ohesalis, 
H. Rostralis, H. Costaestrigalis. 

Acid. Muricata, A. Humiliata, A. Nitidata, A. Incanata, A. Flaccidaria, 
Ahr. Sylvata, A. Grossulariata, Sei. Lunaria, Croc. Tusciaria, Caust. 
Flavicaria, Boarmia Gemmaria, B. Roboraria, Phas. Glarearia, Ph. Petraria, 
Asp. Gilvaria, Lith. Farinata, Lygr. Associata, Cid. Candidata, C. Soldaria 
Turati, C. Luteata, C. Ohliterata. 

Wie ein Blick auf die Arten der I, Gruppe lehrt, ist unsere montane 
Region auch in Bezug auf deren Lepidopterenfauna dem mittleren und nörd- 
lichen Deutschland, mit dem es nach Kerner eine und dieselbe floristische 
Provinz bildet, ungleich ähnlicher als unser Tiefland. Solche Arten, die also 
der baltischen Region ausschliesslich oder vorwiegend angehören, sind demnach 
in der Bukowina Gebirgsbewohner, während sie weiter westlich in Mitteleuropa, 
schon von Lemberg und dem Flussgebiete der Ostsee angefangen, auch in der 
Ebene allgemein verbreitet vorkommen. Alle oft erwähnten Eigenthümlichkeiten 
der Bukowiner Fauna hingegen, die diese von der des mittleren Europa unter- 
scheiden, sind im Tieflande am deutlichsten ausgebildet. 

Der Unterschied zwischen der Lepidopterenfauna unserer montanen (balti- 
schen) Region und der des westlichen und mittleren Europa besteht — ab- 
gesehen von dem schon erwähnten Vorkommen vereinzelter Südosteuropäer auch 
in diesem Gebiete — hauptsächlich darin, dass viele weit verbreitete Arten dort, 
ebenso wie dies auch im Tieflande der Fall ist, in eigenen, mitunter den 
sibirischen Formen nahe verwandten Localrassen auftreten, wovon ich 
einige schon früher (vgl. diese „Verhandlungen", Bd. XLV) besprochen habe. 

Nur bei äusserst wenigen Lepidopteren konnte ich die gewiss merkwürdige, 
aber nach dem früher Gesagten leicht zu erklärende Erscheinung wahrnehmen, 
dass die östliche Localrasse nur im Tieflande, in der montanen Region hingegen 
die mitteleuropäische (baltische) Grundform auftritt. So fliegt beispielsweise 
Pol. Dorilis 9 bei Czernowitz nur in der var. Orientalis Stgr., im Gebirge in der 
typischen Form; die Ang. Prunaria-Wsbimchen haben im Tieflande eine lebhafter 
rothgelbe Grundfarbe und weniger schwärzliche Flecken als gewöhnlich, im Ge- 
birge unterscheiden sie sich nicht von normalen; Cal. Pyralina kommt in der 
unteren Region nur in der lichten, von mir als aberr. Cuprea beschriebenen Form 
vor, im Mittelgebirge fliegt neben dieser, aber häufiger die typische Stammform. 
Am auifallendsten ist aber in dieser Beziehung die Acr. var. BryopMloides (Ent. 
Nachr., 1891), die bei Czernowitz als locale Rasse die Art vertritt, während alle 
Stücke aus der montanen Region der Grundform in Grösse und Färbung voll- 



84 



Constantin v. Hormuzaki, 



ständig gleichen. Dass aber z. B. bei Neptis Lucilla scheinbar das umgekehrte 
Verhältniss vorliegt, da diese Art im Tieflande in der typischen, im Gebirge 
jedoch in der Form var. Ludmilla fliegt, darf nicht beirren, denn auch die Grund- 
form dieser in Mitteleuropa fast gänzlich fehlenden Art kann nicht in dem Sinne, 
wie es in den anderen aufgezählten Fällen zutrifft, als „baltische" Rasse gelten. 

Von den in der I. Gruppe genannten Arten kommt ein kleiner Theil blos 
in der höheren, subalpinen Region vor, und zwar: Parn. Apollo, Col. Palaeno, 
Pol. Ämphidamas, Lyc. Sehrus, Arg. Pales var. Arsilache, Syr. Carthami, Nem. 
Plantaginis, Plus. Bractea, Gnoph. Obscuraria, G. Dilucidaria, Boarmia Gla- 
hraria, Cid. Caesiata. Auch von diesen sind viele in Westeuropa in der Ebene 
anzutreffen. 

Schliesslich sind einige Arten, darunter meist allerdings echte Hochgebirgs- 
thiere, bisher nur aus der alpinen Region bekannt, nämlich: Mel. Aurinia und 
var. Merope, Arg. Pales, typisch und Uebergangsform zur var. Isis, Arg. Amathusia, 
Er. Manto Esp., E. Lappona, E. Tyndarus, E. Euryale, Spil. Altheae, Syr. 
Serratulae, Hepialus Carna, Acid. Fumata, Halia Brunneata, Cid. Verherata, 
C. Lugubrata, C. Minorata, C. Adaequata. 

Die verhältnissmässig grosse Mannigfaltigkeit, welche die Bukowiner 
Lepidopterenfauna als Gesa mmtheit betrachtet unstreitig aufweist, lässt sich 
also jedenfalls auch damit in Zusammenhang bringen, dass von den vier Floren- 
und klimatischen Provinzen, die von Prof. Kerner für die österreichisch- 
ungarische Monarchie angenommen werden, nicht weniger als drei auch inner- 
halb der Bukowina vertreten sind, 

2. Allgemeines; Loealfaunen; Vergleich mit den Nachbarländern. 

Wie ich schon früher (Unters, über die Lepidopterenfauna der Bukow., 
S. 87 ff.) ausführlich erörtert habe, besteht eine der Haupteigenthümlichkeiten 
der Lepidopterenfauna sowohl der Bukowina als auch der südlichen Nachbar- 
gebiete (Moldau) darin, dass verhältnissmässig viele Arten entweder höchst 
beschränkte Standorte bewohnen, oder aber nur ganz sporadisch in Mehrzahl 
erscheinen, um nach ein bis zwei Jahren spurlos zu verschwinden. Nicht damit 
zu verwechseln sind einzelne Arten, die sich in manchen Jahren, wie es scheint, 
auffallend vermehren und dann plötzlich in bedeutender Individuenzahl, aber 
gleichzeitig an verschiedenen Orten, wo sie sonst nie gesehen wurden, auftauchen, | 
wie z. B. Deil. Livornica im Herbste 1892, Heliothis Scutosus im Sommer 1896. ' 

Die erwähnten Verhältnisse bringen es nun mit sich, dass eine hiesige 
Localfauna von beschränktem Umkreise, oder gar nach einer Beobachtungszeit 
weniger Jahre, artenarm erscheint, die localen Unterschiede aber ziemlich be- 
deutend sind. Man kann sicher sein, bei einer Sammelzeit von nur einigen Jahren 
ausser den ganz gewöhnlichen und sehr verbreiteten Arten blos einen geringen 
Bruchtheil besserer und interessanter Thiere zu finden und gewinnt daher den 
Eindruck einer dürftigen Fauna. Sammelt man aber dann weiter, so wird man 
alljährlich annähernd dieselbe Anzahl von in der betreffenden Gegend noch nie 



Die öclimetterlinpe (Lepidopteru) der Bukowina. 



85 



beobachteter Arten auffinden, ganz wie in den ersten Jahren. Selbstverständlich 
rauss das auch eine Grenze haben, doch wird unvergleichlich längere Zeit hin- 
durch immer wieder Neues entdeckt werden, wodurch eben das Sammeln in solchen 
Ländern viel mehr Anregung bietet, und der erste Eindruck später dem entgegen- 
gesetzten, dem des Artenreichthums, Platz macht. Das hat aber seinen Grund 
eben darin, dass unsere Gegenden mehr Arten beherbergen, als ein gleich grosses 
Gebiet im westlichen Mitteleuropa, jedoch ein un verhält nissmässig grösserer 
Theil davon blos sporadisch, selten oder ganz local auftritt. 

Bis jetzt ist die Umgebung von Czernowitz am besten erforscht, ausser- 
dem, aber weit weniger gründlich, K ras na, Radau tz und Kupka; nach anderen 
Localitäten wurden nur flüchtige Sammelausüüge unternommen. 

Czernowitz liegt im Tieflande (158 — 252m über dem Meere) innerhalb 
des „pontischen" Floren- und Faunengebietes, umgeben von gemischten Laub- 
waldungen und ursprünglichen, theilweise in bedeutender Flächenausdehnung 
unberührt erhaltenen Steppenwiesen, deren Gebiet sich von den südlichen Ab- 
hängen des Cecina über die Hügelkette Ocru bis nach Rumänien erstreckt; in 
geringer Ausdehnung finden sich solche Wiesen auch ganz unmittelbar im Osten 
der Stadt, am Ufer einiger an der nach Süden führenden Bahn gelegener Teiche. 
Die Laubwälder (besonders die von Zutschka, Cernauca etc.), vorwiegend aus 
Eichen, Buchen u. s. w. zusammengesetzt, tragen den Charakter der pontischen 
Region, eine Ausnahme machen die obersten Theile des Cecina und andere Höhen- 
züge, wovon schon die Rede war. 

Die Lepidopterenfauna der Umgebung von Czernowitz (in einem Umkreise 
von etwa 14 km nach Norden, 10 km nach Westen, 6 km nach Süden und blos 
2 km nach Osten) ist nach bisheriger Ermittlung weitaus reichhaltiger als jede 
andere Bukowiner Localfauna und beläuft sich gegenwärtig auf 611 Arten Gross- 
schmetterlinge, während von jedem anderen Orte nur wenig über 400 Arten 
bekannt sind. Theilweise ist dieser Reichthum jedenfalls natürlich, aber auch 
auf die bessere Erforschung zurückzuführen, da hier seit zwei Jahren mehrere 
Sammler gleichzeitig thätig sind. Von den über 770 Macrolepidopteren, die bis 
jetzt — trotz der noch ungenügenden Kenntniss, die wir von den Sesiiden, Psy- 
chiden und Spannern haben — aus der Bukowina bekannt geworden sind, wurden 
132 nur bei Czernowitz aufgefunden. Diese aufzuzählen, wäre zwecklos, da viele 
davon mit der Zeit ge-wiss auch noch an anderen, weniger bekannten Orten ent- 
deckt werden dürften. Ich nenne hier blos solche Arten, die bei Czernowitz durch 
grosse Häufigkeit auffallen und alljährlich angetroff'en werden, sonst aber in der 
Bukowina sehr selten sind oder ganz fehlen, wie: Th. W. album, Arg. Laodice, 
Sphinx Lifjustri, Plusia Moneta, Zand. Grisealis, Caust. Flavicaria, Eucosmia 
Certata, Cidaria Obliterata, Luteata und viele andere, die ich im speciellen 
Theile ausführlicher bespreche. 

Wie ich schon früher gelegentlich (a. a. 0., S. 52, 53) erwähnte, drangen 
mit den Nadelholzculturen einige blos an Fichten und Kiefern lebende Lepido- 
pteren in die Umgebung von Czernowitz, wo sie früher unmöglich einheimisch 
gewesen sein konnten, da diese Baumarten hier wildwachsend nicht vorkommen. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 12 



86 



Constantin v. Hormuzaki. 



Ich gebe hier die vervollständigte Aufzählung dieser auch 1895 und 1896 zum 
Theile sehr häufigen Arten; es sind ausschliesslich Spanner, und zwar: EUopia 
Prosapiaria, Macaria Liturata, Mac. Signaria (die früher auch erwähnte, aber 
an Laubholz lebende Mac. Alternaria gehört nicht hierher), Boarmia Secundaria, 
Cid. Variata (1895 und 1896 geradezu in Unmenge), endlich vier Eupithecien: 
Pusillata F., Äbietaria Göze, Togata Hb. und Lariciata Frr, 

Das Sammelgebiet von Krasna umfasst im Wesentlichen blos das Terri- 
torium der Gemeinde Krasna-Ilski, ^) also ein sehr natürlich begrenztes, abge- 
rundetes Ganzes, nämlich das Thal und die Quellen des Baches Serezel und mehrere 
bedeutende Seitenthäler. Nur der kleine Bach Bilca fliesst schon nach Süden zur 
Suceava in die Radautzer Ebene ab. Der Serezelbach, sowie dessen grössere 
(rechtsseitigen) Nebenbäche fliessen alle zunächst nach Norden, dann nach Osten 
und Nordosten. Das Thal des Serezel, ebenso das wichtigste Seitenthal „Solo- 
ne^u" liegen in ihrem oberen Theile, die übrigen Nebenthäler ganz innerhalb 
der Karpathen-Sandsteinzone, der Ort Krasna selbst hingegen hart am Nordost- 
abhange des Gebirges in einer Höhe von 450—550 m über dem Meere, durchaus 
in der montanen Region. Die Vegetation besteht im Gebirge fast nur aus Wäl- 
dern, die vorherrschend aus Tannen, theilweise auch aus Buchen zusammen- 
gesetzt sind; grössere Partien sind auch ausschliesslich mit Birken, andere im 
obersten Serezelthale und an den Abhängen oberhalb der schon erwähnten Glas- 
hütte mit Fichten (Äbies excelsa) bestanden. Wiesen sind nur in unbedeutender 
Ausdehnung im Thale des Serezel und auf einzelnen Bergkuppen vorhanden. In 
der Ebene sind — abgesehen von den bebauten Flächen — auch ausgedehnte 
Tannenwälder vorherrschend; in dem muldenförmigen unteren Solonetthale, durch 
das sich der gleichnamige Bach zwischen Auen von Alnus incana, Weiden u. s. w. 
schlängelt, treffen wir die bedeutendsten Wiesenflächen, die zum grossen Theile 
auch mit Gebüschen von Haselnusssträuchern, Alnus glutinosa, Birken, Juni- 
perus communis etc. bedeckt sind. Weiter aufwärts im Gebirge bildet der er- 
wähnte Bach den Waldsee „Jeser". Von den sonstigen zahlreichen Thälern nenne 
ich blos das an der Westseite des 750 m hohen Runcu, zwischen diesem und der 
nächsten (im Dealu Crucii 871 m hohen) Bergkette gelegene Thal „Valea Runcu- 
lui". Die dritte Bergreihe endlich, die sich südwestlich an der Wasserscheide der 
Suceava erhebt, erreicht im „Petruschka" 1145 m, ist also um einige Meter höher 
als etwa der Brocken im Harze. Fast die gleiche Erhebung hat auch die am 
linken Serezelufer gelegene Bergkette mit dem 1091 m hohen „Paltin". Diese 
höheren Partien tragen schon mehr subalpinen Charakter; auf den Wiesen fällt 
besonders das massenhafte, gesellige Vorkommen der Gentiana carpathica 
Wettst. auf. 

Aus der Gegend von Krasna kenne ich bisher 417 Macrolepidopterenarten. 
Wenn ich also früher unser Mittelgebii-ge als äusserst lepidopterenarm 
hinstellte, so wird auch dies nicht in dem Masse, als ich anfangs annahm, sondern 



') Zum Unterschiede von dem benachbarten Krasna-Putna, das sich mehr gegen die Ebene 
ausbreitet. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



87 



blos für die Zahl der häufigen Arten und jedenfalls nur für jede ein- 
zelne Localfauna gelten können. Wenn jedoch mehrere entfernte Orte oder gar 
das Mittelgebirge als Gesammtheit betrachtet würden, dann dürfte sich 
auch für dieses Gebiet, ähnlich wie für das Hügelland, infolge der bedeutenden 
localen Verschiedenheit eine grössere Mannigfaltigkeit der Fauna ergeben, was 
auch aus der vorher gegebenen Aufzählung der in der montanen Region ein- 
heimischen Arten zu ersehen ist. 

Von den bisher aus Krasna bekannten Grossschmetterlingen fehlen in 
der Czernowitzer Gegend 71, darunter aber blos 6 Tagfalter, je ein Sphingide 
und eine Sesia, 17 Spanner; der grösste Theil entfällt somit auf die Eulen (40), 
deren Reichthum für die dortige Gegend charakteristisch ist, und wovon 20 Arten 
überhaupt an keinem anderen Orte in der Bukowina beobachtet wurden. Unter 
den Eulen fällt besonders die Gattung Ägrotis auf, die in Krasna durch 31 
(davon sieben nur dort beobachtete) Arten vertreten ist. Die Tagfalter sind ver- 
hältnissmässig am schwächsten besetzt (80 Arten gegen 82 aus der Gegend von 
Radautz und 102 von Czernowitz), sehr viele davon sind aber so ausserordentlich 
selten, dass sie zur Charakteristik der Gegend nichts beitragen. Auch sonstige 
bei Tag fliegende Arten kommen späi-licher vor, z. B. blos fünf Zygaenen (gegen- 
über 11 aus der Czernowitzer Gegend), daher wird man bei Tage auf Waldwiesen 
eine äusserst artenarme Fauna, aber dafür mitunter einen bedeutenden Reich- 
thum an Individuen antreffen. 

Sehr bemerkenswerth ist es, dass in Krasna einige Arten, die sonst mono- 
phag an Eichen leben, als häufige und ständige Bewohner vorkommen, obwohl 
diese Baumart der ganzen Gegend fehlt. Es sind: Theela Quercus, Not. Trepida, 
Cat. Sponsa, C. Promissa, Zand. EmortuaUs, die ich zum Theile in frischen 
Stücken an Linden und Weissbuchen traf, an denen die Raupe gelebt haben 
dürfte. Bei Czernowitz, also im Gebiete der Eichenwälder, kommen obige Arten 
theils selten, C. Promissa gar nicht vor, woraus zu ersehen ist, wie unab- 
hängig die Verbreitung der Lepidopteren von dem Vorhandensein 
der gewöhnlichen Nahrungspflanze bleibt, und dass dabei mitunter nur 
klimatische Einflüsse massgebend sind. 

Die Gegend von Kupka, deren Lepidopterenfauna durch die Sammlungen 
des verstorbenen k. k. Oberförsters Heinrich Schirl einigermassen bekannt wurde, 
umfasst kein einheitliches Gebiet. Der Ort selbst (336 m über dem Meere), sowie 
die zu beiden Seiten das untere Thal des „kleinen" Sereth begleitenden Höhen- 
züge gegen Petroutz und CorcestT, der in Schirl's Tagebüchern oft genannte 
Wald „Ar^ovetu" u. s. w. tragen ganz den montanen Charakter wie die Ebene 
im Nordosten von Krasna, mit vorwiegenden Tannenbeständen, und auch die 
Fauna zeigt eine unverkennbare Aehnlichkeit mit der von Krasna. Doch dehnte 
Schirl seine Sammelausflüge auch weiter innerhalb seines Forstbezirkes aus, 
z, B. gegen Kamenka, das mehrmals in diesen Notizen erwähnt wird und schon 
weiter südöstlich, am grossen Sereth in der (pontischen) Laubwaldregion liegt, 
und dem Steppenplateau „Horaiza" benachbart ist. Oefter sammelte Schirl 
auch in dem am linken (Nord-) Ufer des grossen Sereth, in der Thalcbene dieses 

12* 



88 



Constantin v. Hormuzaki. 



Flusses gelegenen Eichenwald von Carapciu; da er sich aber mit ganzen Gruppen 
von Lepidopteren (worauf ich noch zurückkomme) gar nicht beschäftigte, lässt sich 
ein zusammenfassendes Bild über die Localfauna von Kupka nicht gewinnen. 

Die Umgebung von Eadautz endlich besteht, in dem von Prof. Pawli- 
tschek (Beob. über die Macrolepidopterenfauna von Eadautz, 1893) angenom- 
menen Umfange, ebenfalls aus mehreren, zum Theile weit von einander entfernten 
Localitäten, die in der genannten Publication genauer beschrieben werden. Die in 
der Ebene, etwa 370 m hoch gelegene Stadt gehört, ebenso wie deren nördliche, 
östliche und südöstliche Umgebung, wie ich es schon erwähnte, zum Tieflande, 
und zwar zur Laubwaldregion, die westlich und südwestlich gelegenen Sammel- 
gebiete dagegen zur montanen Eegion, und liegen theilweise schon am Fusse 
der Karpathen, z. B. das sogenannte „H'^i'deggthal'*, oder, wie das SO km nord- 
westlich von Eadautz, 12 Icm südlich von Krasna entfernte Straja, sogar schon 
im Mittelgebirge selbst. Man sollte daher eine reichhaltige Fauna erwarten; doch 
sind von dort einschliesslich aller nach dem Erscheinen von Prof. Pawlitschek's 
Publication, 1893—1895, von deren Verfasser neu aufgefundenen Arten 421 Gross- 
schmetterlinge, also nur um Weniges mehr als aus Krasna, bekannt, obwohl die 
Frühlingsfauna des letzteren Ortes noch der Erforschung harrt. Von diesen 
Arten sind 19 noch an keiner anderen Bukowiner Localität beobachtet worden. 
Das Verzeichniss der dort vorkommenden Lepidopteren könnte bei fortgesetzten 
Forschungen gewiss noch eine bedeutende Bereicherung erfahren. ' 

Eine eigenartige und gewiss interessante Fauna beherbergt das schon 
erwähnte Thal des grossen Sereth (340 — 380m über dem Meere) nach dem 
Austritte dieses Flusses aus dem Gebirge. 

Obwohl ich immer nur sehr kurze Zeit dort zubrachte, fand ich bei 
meinen flüchtigen Excursionen doch einige Arten, die sonst nirgends in der 
Bukowina vorzukommen scheinen, nämlich: Melitaea Dictynna, Lithosia Miis- 
cerda, Orgyia Ericae, Nonagria Sparganii, N. Ärundinis, Leuc. Impudens, 
L. Turca, Toxoc. Pastinum, Geom. Papilionaria. Auch der von Schirl bei 
Carapciu gesammelte Lyc. Areas gehört dazu. Die meisten von diesen Arten 
sind Bewohner nordischer Moorgegenden, die hier in dem sumpfigen Hochthale 
mit seinem feuchten, nebelreichen Klima günstige Lebensbedingungen gefunden 
zu haben scheinen. 

* * * 

Nach den neuesten Sammelergebnissen zeigt es sich bei einem Vergleiche 
der Bukowiner Lepidopterenfauna mit der unserer Nachbarländer,, dass hier 
eine stattliche Anzahl von Lepidopteren vorkommt, die in dem einen oder anderen 
der angrenzenden Gebiete noch nicht nachgewiesen wurden. Hiebei berücksichtige , 
ich blos die ebenfalls am Aussenrande der Karpathen gelegenen Länder: Galizien | 
im Nordwesten und Eumänien im Südosten; denn die jenseits des Gebirges, an 
dessen Süd- und Westseite gelegenen Gebiete (Siebenbürgen, Ungarn) weisen 
schon zu abweichende Verhältnisse auf, als dass sie zu einem solchen Vergleiche 



Dio Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



89 



herangezogen werden könnten, ebenso auch die weiter entfernten ebenen Steppen- 
gegenden Südrusslands. 

Folgende in der Bukowina einheimische Arten werden von keinem 
Autor als in Galizien beobachtet genannt, kommen jedoch in Rumänien 
auch vor : Limenitis Camilla, Vanessa L. album, Deil. Nerii, Smer. Quercus, Sesia 
Muscaeformis, Ino Budensis, Arctia Maculosa, Psyche Viadrina, Basych. Ähie- 
tis, Laelia Coenosa (in Rumänien erst bei Turnu Severin in der südwestlichen 
Walachei), Bryoph. Beceptricula, B. Älgae, Äcjrotis Polygona (im Süden erst in 
der Dobrudscha), A. Dalüii, Ä. Festiva, A. Conflua, A. Bectangula, A. Crassa, 
M. Peregrina, Dianth. Carpophaga, Had. Adusta, H. ünanimis, Hydr. Petasitis, 
Leuc. Viiellina, Car. Exigua (auch nicht in der Moldau, sondern erst in der 
Dobrudscha), C. Arcuosa, Amph. Livida, Orth. Blacilenta, Xyl. Ingrica, Cuc. 
Lucifuga, Calpe Capucina, Plusia C. aureuni, P. Pulchrina, Erastr. Venustula, 
Acid. Caricaria, Ac. Flaccidaria, Eupith. Campanulata, E. Alhipunctata, E. 
Pumilata. 

Ausserdem werden Papilio var. Zanclaeus und alle localen Varietäten, 
die für die Bukowina charakteristisch sind, von galizischen Autoren nicht er- 
wähnt, dürften aber zum Theile blos unbeachtet geblieben sein. 

Eine noch grössere Anzahl von Bukowiner Lepidopteren wurde bisher 
in Rumänien nicht beobachtet, sind aber in Galizien auch aufgefunden 
worden, und zwar: Colias Palaeno, Polyomm. Amphidamas, Lyc. Areas, Ar- 
gynnis Poles, Sesia Conopiformis, Nola Cristatula, Nud. Mundana, Basych. 
Selenitica, Las. Bicifolia, Las. var. Lolmlina, Not. Trepida, Torva, Primae. 
var. Bodonaea, Bryn. Melagona, Gluph. Crenata, Pyg. Anachoreta, Agrotis 
Collina, A. Cuprea, Mam. Tincta, Advena, Albicolon, Äliena, Had. Suhlustris, 
H. Hepatica, H. Pahulatricula, Hydroecia Micacea, N. Sparganii, N. Arun- 
dinis, Cuc. Artemisiae, C. Argentea, Plus. Moneta, P. Modesta, Tox. Pastinum, 
T. Viciae, Br. Nothum, Acid. Immutata, Ahr. Sylvata, Eug. Erosaria, Qroc. 
Elinguaria, Mac. Alternaria, M. Signaria, Boarmia Glahraria, Halia Brunneata, 
Phas. Petraria, Asp. Gilvaria, Eue. ündulata, Lygris Associata, Cid. Aptata, 
Suffumata, Minorata, Eup. Togata, Pusillata. 

Am interessantesten ist unstreitig die kleine Gruppe solcher Bukowiner 
Lepidopteren, die bisher weder in Galizien, noch in Rumänien aufgefunden 
wurden. Es sind folgende 18 Arten : Lyc. Optilete, Argynnis Amathusia, Erehia 
Tyndarus, Orgyia Ericae, Acronycta Euphrasiae, Panthea Coenobita, Luperina 
Matura, Ijcucania Impudens, Anarta Cordigera, Bhyparia Melanaria, Crocallis 
Tusciaria, Lohophora Pohjcommata, Cidaria Soldaria Turati, Eupith. In- 
signiata, E. Pygmaeata, E. Actaeata, E. Assimilata, E. Lariciata. 

3. Erforschung der Bukowiner Lepidopterenfauna. 

Von älteren Sammlern ist mir blos der schon erwähnte Oberförster Heinr. 
Schirl bekannt, der sich in den Sechziger- bis Anfang der Siebzigerjahre mit 



90 



Constantin v. Hormuzaki, 



dem Sammeln verschiedener Naturobjecte, darunter auch Schmetterlingen, be- 
schäftigte; er war zuerst in Seietin, einem an der oberen Suceava im höheren 
Mittelgebirge (754 w) gelegenen Orte, später durch längere Zeit (bis 1870) in 
Kupka, zuletzt in Zutschka und Czernowitz thätig. Schirl hat jedoch über 
seine Sammelergebnisse nichts veröffentlicht; was mir darüber bekannt ist, ent- 
nehme ich aus dessen handschriftlichen Aufzeichnungen und der theilweise noch 
erhaltenen Sammlung. Ich habe jetzt nochmals dessen gesammte Handschriften 
durchgesehen, ebenso auch die vielseitigen lepidopterologischen Correspondenzen 
mit seinen Tauschfreunden, mit denen Schirl in lebhaftem Verkehre stand, und 
fand dabei auch einige von ihm selbst herrührende Mittheilungen über die 
Lepidopterenfauna von Kupka. Auf diese Weise konnte ich, bis auf einige un- 
wesentliche Arten, bei allen von Schirl gesammelten Schmetterlingen den 
genauen Fundort feststellen. Ein Theil von Schirl 's Bukowiner Sammlung 
befindet sich in meinem Besitze, so dass ich in vielen Fällen auch die durchwegs 
tadellos erhaltenen Original-Exemplare vergleichen konnte, ein anderer Theil in 
der hiesigen k. k. Lehrerbildungsanstalt; früher besass auch das Naturaliencabinet 
des Czernowitzer Ober-Gymnasiums eine Anzahl Schirl'scher Lepidopteren, deren 
Benützung mir der damalige Professor der Naturgeschichte, Dr. R. Junowicz, 
gestattete. Die Bestimmungen stammen grösstentheils von dem als Entomologen 
bekannten Hauptmann Vier tl, sind daher selbst bei solchen Arten, die mir nicht 
vorliegen, zuverlässig. Das Material ist aber ziemlich ungleichmässig, d. h. lücken- 
haft; gut vertreten sind neben wenigen Tagfaltern und Sphingiden besonders 
die Spinner im engeren Sinne, deren Zucht Schirl eifrig betrieb, dann die in 
einem von ihm erfundenen Köderapparat erbeuteten Eulen; andererseits werden 
jedoch kleinere Tagfalter (wie Polyommatus, Coenonym'plia, Hesperiden) und 
Zygaenen fast gar nicht erwähnt, ebenso von Deltoiden und Microlepidopteren 
blos wenige, Sesiiden und Psychiden fehlen ganz. Auch Spanner scheint Schirl 
nur ausnahmsweise gesammelt zu haben, denn von 146 Arten, die sein Saram- 
lungs -Verzeichnis« enthält, lassen sich blos 31 als in der Bukowina gefunden 
feststellen, die auch theilweise in der von mir erworbenen Schirl'schen Samm- 
lung vertreten sind. 

Die Angaben, die ich den handschriftlichen Aufzeichnungen Schirl's ent- 
nehme, habe ich bei der folgenden Aufzählung der Bukowiner Arten, soferne 
sie nicht zu weitläufig waren, wörtlich wiedergegeben. 

In neuester Zeit hat Prof. Dr. Pawlitschek durch seine 1893 erschienene, 
schon genannte „Macrolepidopterenfauna" alle bis zum Jahre 1892 aus der Gegend 
von Eadautz bekannten Grossschmetterlinge weiteren Kreisen bekannt gemacht. 
Diese Arbeit ist — abgesehen von meinen eigenen Publicationen, die ich am 
Schlüsse der Einleitung aufzähle — das Einzige, was über die Bukowiner 
Lepidopteren in die OefFentlichkeit gedrungen ist, und ihr Werth liegt haupt- 
sächlich in den äusserst genauen Angaben über die Erscheinungszeit und Ent- \ 
Wicklungsdauer der von dem Verfasser beobachteten und gezogenen Arten. 

Seit 1892 sammelte Prof. Pawlitschek noch bei Eadautz und im Hoch- 
gebirge, dann nach dessen Uebersiedlung nach Czernowitz auch in der hiesigen 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



91 



Umgebung, und überliess mir einen Theil seiner Ausbeute, darunter mehrere für 
das Gebiet neue oder wenig beobachtete Arten, in der freundlichsten Weise zur 
Benützung. 

Mein eigenes Sammelgebiet endlicli umfasst mehrere Localitäten, wovon 
ich zwei in lepidopterologischer Hinsicht genauer, die übrigen blos ganz flüchtig 
kennen lernte. Die nördlichsten und westlichen Theile der Bukowina sind mir 
noch immer ganz unbekannt, und auch von anderen Sammlern fast gar nicht 
besucht worden. Ich sammle seit Jahren im Frühlinge, der ersten Hälfte des 
Sommers bis Juni oder Anfang Juli, dann im Spätherbste in und um Czernowitz, 
und zwar meist in der näheren Umgebung am rechten Pruthufer, die in der 
folgenden Darstellung auch dann immer gemeint ist, wenn der Bezeichnung 
„Czernowitz" keine weitere Fundortsangabe beigefügt wird; hiezu zähle ich: die 
grösseren Gartencomplexe der äusseren Stadttheile, die Wiesen und Schilfflächen 
in der Nähe einiger schon erwähnter Teiche, die Laubwäldchen bei Horecea, 
Rosch etc., den sogenannten Weinberg am rechten Pruthufer, 230 w über dem 
Meere, mit Wiesen, Strauchgruppen und jüngeren Kiefernanpflanzungen, schliesslich 
die sich an dessen Nordfusse längs des Pruth ausdehnenden, von Grasplätzen 
unterbrochenen Auen. Oefter machte ich auch Ausflüge nach den südlich von 
der Stadt gelegenen „ursprünglichen" Wiesengebieten, den Laubwäldern am 
Cecinaberge und dem am jenseitigen Pruthufer gelegenen Eichenwalde von 
Zutschka, einem an Lepidopteren sehr reichen Fundorte. Wiederholt hatte ich 
auch zu den verschiedensten Jahreszeiten Gelegenheit, in der Umgebung des 
14 km nördlich von Czernowitz, im Mittelpunkte des waldreichen Hügellandes 
zwischen Pruth und Dniester gelegenen Dorfes Cernauka zu sammeln, einer 
Gegend, die von anderen Czernowitzer Entomologen nicht besucht zu werden pflegt. 

Von sonstigen Bukowiner Orten kenne ich blos Krasna in lepidoptero- 
logischer Beziehung einigermassen gründlicher. Anderwärts konnte ich immer 
nur während kurzer Zeit einige lepidopterologische Beobachtungen anstellen, so 
z. B. an verschiedenen im mittleren Thale des grossen Sereth gelegenen Orten, 
von Mai bis October, aber stets nur einige Tage hindurch, höchstens eine Woche 
lang im Zusammenhange, und zwar in Slobozia-Comaresti, Panka, Storo- 
jinez, Ropcea und Carapciu am Sereth. Namentlich der zuerst genannte 
Ort ist zum Sammeln von Lepidopteren ausserordentlich günstig; er liegt an den 
südlichen Abhängen der Hügelketten, die sich am linken Ufer des Sereth und 
einiger kleinerer Bäche erheben, von drei Seiten von zusammenhängenden Laub- 
wäldern eingeschlossen. Im Jahre 1892 sammelte ich von Mitte Juli bis Mitte 
September in und um Gurahumora, das im Süden des Landes, im Gebirge am 
Austritte des Flusses Moldowa aus der Karpathen-Sandsteinzone, 480 w hoch 
gelegen ist. Doch war dieser kurze Aufenthalt bei unseren eigenartigen Faunen- 
verhältnissen nicht hinreichend, um besonders nennenswerthe oder doch sonst 
nirgends in der Bukowina beobachtete Arten aufzufinden. Auch in das höhere 
Gebirge von Cämpulung, Dorna, Kirlibaba, auf die Lutschina u. s.w. 
unternahm ich einige Ausflüge im August und September, von wo ich eine reich- 
haltigere Ausbeute an Lepidopteren mitbrachte. 



92 



Constantin v. Hormuzaki, 



Seit dem Erscheinen meiner zusammenfassenden Arbeit „Untersuchungen 
über die Lepidopterenfauna der Bukowina", worin auch die genannten Locali- 
täten eingehender beschrieben werden, sammelte ich im Jahre 1895 zum ersten 
Male den ganzen Sommer hindurch bis Ende August in der Gegend von Czerno- 
witz, wobei ich einige im Hochsommer fliegende, früher übersehene Arten beob- 
achten und bei anderen die Erscheinungszeit genauer ermitteln oder eine zweite 
Generation feststellen konnte. Die Ausbeute des Jahres 1896 in der Umgebung 
von Czernowitz und Krasna gehört — wahrscheinlich infolge der besonders 
günstigen Witterung — zu den ergiebigsten und hat meine bisherige Kenntniss 
der Bukowiner Fauna ganz bedeutend bereichert. 

Ausser dem von mir selbst gesammelten Materiale erhalte ich aber von 
Zeit zu Zeit auch einige Lepidopteren von mehreren befreundeten Herren, die 
sich nicht mit Entomologie befassen und blos hin und wieder gelegentlich ein- 
zelne Stücke mitnehmen; so namentlich von Herrn A. Procopianu, der zu 
botanischen Zwecken die ganze Bukowina bereiste und dabei auch für mich eine 
erhebliche Anzahl von Lepidopteren einsammelte, und zwar hauptsächlich an 
dessen früherem Wohnorte Capu Campului (südöstlich von Gurahumora), sowie 
dem benachbarten, an der Grenze von Rumänien gelegenen Valesaca, dann bei 
Suceava und besonders an den verschiedensten Punkten der alpinen Region, 
ferner noch an zahlreichen zerstreuten Orten, unter anderen bei Dorna, Lo- 
puschna, Czernowitz, Werentschanka u. s. w. 

Auch von anderer Seite erhielt ich gelegentlich einzelne bei Czernowitz 
und Zutschka gefangene Exemplare, unter denen sich nach und nach manche 
bessere Art vorfand. Eigentliche grössere Sammlungen, deren ich, da ich eben 
darnach suchte, auch mehrere in der Bukowina antraf, konnte ich aber für die 
vorliegende Arbeit fast gar nicht benützen, denn in den meisten Fällen waren 
dabei neben Stücken von zweifelloser Bukowiner Herkunft auch andere palä- 
arktische, ja selbst nordamerikanische Arten untereinandergemischt, die Fundorte 
nie angegeben, wodurch also das Ganze als werthlos betrachtet werden musste. 

Seit 1894 beschäftigt sich auch Herr Sigmund Jasilkowski in Czerno- , 
witz eifrig mit dem Sammeln von Lepidopteren, und war so freundlich, mir einen j 
Theil seiner Ausbeute im Tausche zu überlassen. Das Meiste davon stammt aus | 
der Umgebung von Czernowitz (Cecina und Zutschka) und von Ausflügen, die I 
Herr Jasilkowski im Sommer 1896 in das Hochgebirge, namentlich auf den; 
1653 m hohen Rareu, und Ende August nach Kozman unternahm. Letzterer Ort 
liegt im Nordwesten von Czernowitz gegen das Dniestergebiet, jedoch noch ganz 
in der Laubwald region. 

Endlich wurden, ebenfalls 1896, von Herrn Dr. Wl. Philipowicz an einer 
ausserhalb der Stadt in den Weidenauen am Pruthufer zur Beleuchtung eines 
Brettsäge-Etablissements angebrachten elektrischen Lampe eine bedeutende' 
Anzahl werthvoller Spinner (Notodonta, Lasiocanipa, Lophopteryx -Arten u. a.) 
und mehrere Eulen, die man alle sonst nur höchst vereinzelt zu Gesicht bekommt, 
in grosser Individuenzahl und frischen Stücken erbeutet. 



Die Sclimetterliugo (Lcpidoptcra) der Bukowina. 



93 



Wie ich schon in früheren Publicationen anführte, befinden sich im zoolo- 
gischen Institute der Czernowitzer Universität einige Lepidopteren aus der Buko- 
wina, die seinerzeit von Prof. Dr. Vitus Gr ab er, und zwar theils von ihm selbst, 
oder doch unter seiner Anleitung bei Czernowitz und im Hochgebirge gefangen 
und gezogen wurden. Es sind zwar wenige, aber umso werthvollere Arten. Leider 
unterliess ich es damals, nach dem genaueren Fundorte zu fragen. 

Alles dies bezieht sich aber blos auf Grossschinetterlinge. Von Micro- 
lepidopteren kenne ich hingegen (ausser einigen SchirTschen) blos die von 
mir selbst bei Czernowitz und Krasna gesammelten Arten; es sind deren sehr 
wenige, da ich mich mit dieser Gruppe nur nebenbei beschäftigte. Nichts- 
destoweniger füge ich am Schlüsse das Verzeichniss der Kleinschmetterlinge eben- 
falls bei, weil auch darunter einige interessante Nord- und Südeuropäer vor- 
kommen, deren Verbreitung in der Bukowina jedenfalls erwähnt zu werden verdient. 

4. Sehlussbemerkungen. 

Wie schon bemerkt wurde, ist das Dniesterplateau im Norden des Landes, 
ferner das gesammte Flussgebiet des oberen grossen Sereth, des Tscheremusch 
und seiner Nebenflüsse nahezu ganz unerforscht; es sind das noch bedeutende 
Strecken des Tieflandes wie auch des Gebirges. Um also diese Lücken in der 
vorliegenden Zusammenstellung einigermassen weniger fühlbar erscheinen zu 
lassen und ein vollständigeres Bild der Bukowiner Fauna zu geben, habe ich 
alle im Thale des Grenzflusses Tscheremusch auf der galizischen Seite von Kuty 
aufwärts vorkommenden, ferner die bei Zaleszczyk am Dniester, also ebenfalls 
hart an der Bukowiner Grenze beobachteten Lepidopteren mit in das Verzeichniss 
aufgenommen. Leider wurde gerade in diesen Gegenden auch von den galizischen 
Entomologen blos gelegentlich flüchtiger Ausflüge gesammelt, so dass nur vier 
unter den von dort erwähnten Arten auf dem Bukowiner Territorium selbst 
noch nicht aufgefunden wurden. 

Von sonstigen, in den Nachbargebieten einheimischen, aus der Bukowina 
hingegen nicht festgestellten Arten habe ich in der Regel nur solche bei der 
folgenden Aufzählung berücksichtigt, von denen es wahrscheinlich ist, dass sie 
auch hier vorkommen dürften, und diese in fortlaufenden Anmerkungen kurz 
erwähnt. Auch hierbei Hess ich im Allgemeinen, mit geringen Ausnahmen, die 
Fauna von Siebenbürgen (wovon die unmittelbar an der Bukowiner Grenze 
gelegenen Gegenden entomologisch unerforscht sind) und Ungarn, ebenso die 
von Südrussland unerwähnt. Die nur aus dem nördlichen und westlichen Gali- 
zien (dem Flussgebiete der Ostsee) oder andererseits dem südlichsten Rumänien 
(Walachei und Dobrudscha) bekannten Arten wurden gleichfalls nur ausnahms- 
weise genannt, weil der grössere Theil davon bei uns thatsächlich fehlen dürfte. 
Das Hauptgewicht legte ich einerseits auf die Fauna der Karpathen Rumäniens 
und der mir theilweise aus eigener Anschauung bekannten oberen Moldau über- 
haupt, weil die dort am besten erforschten Gegenden (Grumazei^ti, Tirgu Neam^u, 
Varatic u. s. f.) in nächster Nachbarschaft der Bukowina liegen und analoge Ver- 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 13 



l 



94 



Constantiu v. Ilormuzaki 



hältnisse aufweisen, wie diese. Von der galizischen Fauna wurden insbesondere 
die in den östlichsten Gegenden bis Stanislau vorkommenden Arten berücksichtigt. 
Dass von den beiderseits, d. h. sowohl in der nördlichen Moldau als auch in 
Ostgalizien, in der dazwischen liegenden Bukowina aber noch nicht aufgefundenen 
Arten die meisten hier blos übersehen wurden, ist wohl mit aller Wahrscheinlich- 
keit anzunehmen. 

Bei den Bukowiner Lepidopteren bespreche ich blos deren Verbreitung 
innerhalb des Landes ausführlich, wenn es nöthig erscheint, auch deren Vor- 
kommen in den unmittelbaren Nachbargebieten, habe es jedoch unterlassen, auf 
deren sonstige Verbreitung — mit Ausnahme von besonders interessanten Fällen — 
einzugehen, da ich der erst kürzlich erschienenen Arbeit des Herrn v. Caradja 
über die Grossschmetterlinge Rumäniens („Iris", Dresden, 1895 und 1896), worin 
in dieser Beziehung zahlreiche Angaben enthalten sind, nichts Neues hinzufügen 
könnte, und möchte daher ganz besonders auf den genannten, höchst werthvollen 
Beitrag zur Kenntniss der Fauna eines bis dahin recht wenig berücksichtigten 
Theiles von Osteuropa hinweisen. 

Die Fundorte der einzelnen zu besprechenden Arten werden, ausgenommen 
bei wenigen der allergewöhnlichsten, immer namentlich aufgezählt, und der 
Name einer jeden Ortschaft, von wo die Art sicher festgestellt ist (mit Aus- 
nahme solcher Orte, die zur Umgebung von Czernowitz zu zählen sind) durch 
gesperrten Druck hervorgehoben. Wenn Sammelergebnisse Anderer erwähnt 
werden, ist dies immer ersichtlich gemacht, in der Regel dadurch, dass der 
Name des betreffenden Autors abgekürzt in Klammern nach dem Fundorte dazu- 
gesetzt wird; auch bei Exemplaren, die ich von anderen Sammlern erhalten habe, 
ist dies ausdrücklich bemerkt. Wo dies aber nicht geschieht, auch kein anderer 
Autor genannt wird, handelt es sich stets um meine eigenen Beobachtungen. 

Die Angaben über die Lepidopterenfauna von Radautz, die ich der Publi- 
cation Prof. Pawlitschek's entnehme, sind meist abgekürzt und nur da, wo 
die Erscheinungszeit von der gewöhnlichen abweicht oder sonst in bemerkens- 
werthen Fällen, genau wiedergegeben. 

Bei Arten, die sowohl von mir als auch von Anderen gesammelt wurden, 
beginne ich, der Uebersichtlichkeit wegen, immer mit meinen Beobachtungen, 
die ich ausführlicher behandle, und füge dann die übrigen in Kürze bei. 

Die in der Bukowina vorkommenden Varietäten beschreibe ich stets genau 
nach den Exemplaren meiner Sammlung, meist auch dann, wenn die Form schon 
benannt ist, und zwar einestheils deshalb, weil unsere Stücke von den betreifenden 
Typen zuweilen etwas abweichen oder sogar blos als Uebergangsformen aufgefasst 
werden können, andererseits auch aus dem Grunde, weil manche Beschreibungen 
nicht genug ausführlich gehalten sind und gerade sehr wichtige Merkmale öfter 
übersehen werden; schliesslich wird durch eine genaue Beschreibung der hiesigen 
Exemplare die Identität mit den Formen, denen ich sie zuzähle, erwiesen, und 
wenn ich mich vielleicht in der Auffassung mitunter doch geirrt haben sollte, 
bleibt auf diese Weise dennoch jeder Zweifel über die Frage ausgeschlossen, 
welche Form ich eigentlich gemeint habe. Abgesehen davon, werden Alle, die in 



I 



Die Schmetterliuge (Lopidoptcra) der Hukowiua. 95 



der Bukowina Lepidoptereu sammeln, an der Hand der vorliegenden Zusammen- 
stellung die hier vorkommenden Varietäten leicht bestimmen können. 

Bei der Bearbeitung der Tagfalter ergab sich die Nothwendigkeit, einige 
abändernde Formen neu zu benennen; es sind durchgehends solche, die sich von 
der Stammart mehr entfernen, als manche der schon einen Namen führenden, 
mir zum grossen Theile in sicheren Stücken vorliegenden Varietäten. Hierbei 
handelt es sich meist um Localrassen, an denen unsere Gegenden sehr reich 
sind, und die ich in grosser Zahl gleicher Exemplare besitze, oder aber um 
Aberrationen, die sich an gewissen Localitäten öfter wiederholen. In anderen 
Fällen wurden auch manche bemerkenswerthe Abänderungen blos beschrieben, 
doch nicht benannt. 

Im Allgemeinen bin ich der auch von Dr. Staudinger vertretenen An- 
sicht, dass locale oder sonst oft wiederkehrende Varietäten unbedingt einen be- 
sonderen Namen erhalten sollen, und zwar ganz abgesehen davon, dass hiedurch 
der Tauschverkehr und die Beschalfung eines doch auch wissenschaftlichen 
Zwecken dienenden Vergleichsmateriales wesentlich erleichtert wird, auch noch 
aus folgendem, nach meiner Meinung höchst wichtigem Grunde. Werden näm- 
lich die in einer bestimmten Gegend vorkommenden Varietäten benannt, dadurch 
in die Nomenclatur eingereiht und in lepidopterologische Werke allgemeineren 
Inhalts aufgenommen, so kann, falls dieselbe Form später in anderen, entlegenen 
Gebieten wiedergefunden wird, deren Identität leicht festgestellt werden, was zu 
neuen Schlussfolgerungen über die faunistischen Verhältnisse der beiden Gebiete 
führen und manche unklare Erscheinung näher beleuchten könnte. 

Alle in der Bukowina neben der Stammart einheimischen Varietäten und 
sonstigen abändernden Formen sind, der besseren Uebersicht wegen, unter dem 
Speciesnamen mit kleinerem Drucke angeführt; wird dagegen eine Art hier nur 
durch eine Localrasse vertreten, dann folgt der Name der Varietät unmittelbar 
nach dem Speciesnamen und mit demselben Drucke wie dieser. 

Die Anwendung der Bezeichnungen var. (varietas) und ab. (aberratio) be- 
zieht sich ausschliesslich auf die Bukowiner Abänderungen, da auch diese 
Unterscheidung bei den in verschiedenen Gebieten anders gearteten Verhältnissen 
keinen Anspruch auf allgemeine Giltigkeit erheben kann. 

Die Anführung von Synonymen hielt ich im Allgemeinen für überflüssig, 
da doch schwerlich ein Missverständniss über die in der bekannten Reihenfolge 
des Staudinger'schen Kataloges aufgezählten Arten obwalten könnte; nur wenn 
von anderen Autoren ein älterer Name angewendet wurde, habe ich diesen, so- 
ferne ich die betreffende Angabe erwähne, auch genannt. 

Bei der Bestimmung einzelner schwieriger Arten war mir Herr Dr. 
0. Staudinger, der trotz vielseitiger Beschäftigung die Revision eines Theiles 
davon selbst übernahm, behilflich, ferner Herr A. Bang-Haas, einige Stücke 
hat auch Herr Dr. H. Rebel durchgesehen; es sei mir gestattet, den genannten 
Herren hiefür auch bei dieser Gelegenheit meinen besten Dank auszudrücken. 

Die vorliegende systematische Zusammenstellung enthält 
sämmtliche zur Zeit aus der Bukowina bekannten Lepidoptereu. 

13* 



96 



Constantin v. Hormuzaki. 



Irrthümer, die in meinen früheren Veröffentlichungen unterlaufen sind, habe ich 
am geeigneten Orte richtig gestellt. Im Allgemeinen muss ich aber hervorheben, 
dass durch das vorliegende Verzeichniss alle früheren, widersprechenden Angaben 
widerrufen werden, sowohl die in meinen eigenen Publicationen enthaltenen, als 
auch die zerstreuten Daten in den Werken von Fritz Rühl und Heyne (palä- 
arktische Grossschmetterlinge) und A. v, Caradja („Iris"), die, soferne sie sich 
auf die Bukowina beziehen, ausschliesslich auf meinen Informationen beruhen, 
wobei aber, wie ich sehe, einige Angaben offenbar nur durch Missverständniss 
Eingang fanden. 

5. Verzeichniss der von mir benützten faunistischen Werke. ^) 

Ä. Für die Lepidopterenfauna der Bukowina. 

Beobachtungen an der Macrolepidopterenfauna von Radautz, nebst einem Ver- 
zeichnisse der daselbst bisher gefundenen Arten. Von Dr. Alfred Pawli- 
tschek, k. k. Professor am Staatsgymnasium zu Radautz (Bukowina). Im 
Jahresberichte des Radautzer Gymnasiums, 1893. 

B. Für die Lepidopterenfauna von Galizien. 

1. Enumeratio lepidopterorum Haliciae orientalis, auctore Maximiliano Sila 

Nowicki. Leopoli, 1860. 

2. Motyle Galicyi. Przez Dra. Maksymiliana Sile No wickiego, we Lwowie, 1865.^) 

3. Beitrag zur Lepidopterenfauna Galiziens. Von Prof. Dr. Max Nowicki in 

Krakau. Verhandl. der k.k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1865, S. 175—192. 

4. Wykaz motyli z okolic Nowego Sacza, przez Dra. StanisJawa Klemens ie- 

wicza. W. Krakowie, 1883. Ber. d. Physiogr. Comm., XVII, S. 200—225. 

5. Motyle wieksze Stanislawowa i Okolicy. Napisal Jan Werchratski. Krakow, 

1892. 

6. Materialien zu einer Lepidopterenfauna Galiziens, nebst systematischen und 

biologischen Beiträgen. Von Thaddäus Garbo wski. Sitzungsber. der kais. 
Akad. der Wissensch, in Wien, Bd. CI, 1892, S. 869—1004. 

7. Verzeichniss einiger für Galizien neuer Schmetterlinge. Von Dr. St. Kieme n- 

siewicz. Societas Entomologica, Zürich, VIIL Jahrg., 1893, S. 137— 139. 

8. Beiträge zur Lepidopterenfauna Galiziens. Von Dr. Stan. Klemensiewicz. 

Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1894, S. 167—190. 

C. Für Rumänien. 

1. Aufzählung der im Jahre 1865 in der Dobrudscha gesammelten Schmetter- 
linge. Von Josef Mann. Verhandl. der k.k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 
1866, S. 321. 



1) Werke allgemeinen lepidopterologischen Inhaltes werden hierbei nicht aufgezählt. 

2) Enthält nur Tagfalter. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina 



97 



2. Catalogul Lepidopterolor diu Romauia. De Dr. N. Leon. Jassi, 1890. 

3. Die Grossschmetterlinge des Königreiches Rumänien. Von Aristides v. Ca- 

radja. „Iris", Dresden, Bd. VIII, 1895, S. 1—102; Bd. IX, 1896, S. 1—112. 
(In dieser zusammenfassenden Darstellung werden alle bisher über 
^ die Lepidopterenfauna von Rumänien erschienenen einzelnen Beiträge 
p kritisch behandelt.) 

4. Schriftliche Nachträge von A. v. Caradja (1896). 

D. Für andere Nachbarländer. 

V. Franzenau, Verzeichniss der bis jetzt in Siebenbürgen aufgefundenen Lepido- 

pteren. Verhandl. und Mittheil, des Siebenb. Vereins für Natur wissensch., 

Jahrg. I, 1850, S. 54-64. 
- Nachtrag dazu, Jahrg. III, 1852, S. 181—186. 
Czekelius, Dr. C, Verzeichniss der bisher in der Umgebung von Hermannstadt 

gefangenen Macrolepidopteren. Verhandl. und Mittheil, des Siebenb. Vereins 

für Naturwissensch., Jahrg. XLII, 1892. 
Horvath, Dr. Geza und Pavel, Jänos, Enumeratio Macrolepidopterorum Hun- 

gariae (Magyarorszc4g nagy-pikkelyröpüinek rendszeres nevjegyzeke), 1874. 
V. Nordmann, Die im Gebiete der Fauna Taurico-Caucasica beobachteten 

Schmetterlinge. Moskau, 1851. 
Speyer, Dr. Adolf und Speyer, August, Die geographische Verbreitung der 

Schmetterlinge Deutschlands und der Schweiz. Leipzig, 1858 und 1862. 

E. Zeitschriften. 

1. Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 

2. Entomologische Nachrichten. Herausgegeben von Dr. Karsch, Berlin. 

3. Societas Entomologica, Zürich. 

4. Deutsche Entomologische Zeitschrift („Iris"), Dresden. 

5. Rovartani Lapok, Budapest. 

6. The Entomologist's Record and Journal of Variation, J. W. Tutt, London. 

6. Verzeichniss meiner früheren Publicationen , die sich auf 
die Lepidopterenfauna der Bukowina und der Nachbargebiete 

beziehen. 

1. Äcronycta var. Bryophiloides, eine neue Varietät der ^. Strigosa F. Entom. 

Nachrichten, Berlin, Bd. 17, 1891, S. 145—147. 

2. Beschreibung einiger neuer Tagfalter -Varietäten aus der Bukowina und den 

Nachbargebieten. Entom. Nachrichten, Berlin, Bd. 18, 1892, S. 1—8. 

3. Lepidopterologische Beobachtungen in der Bukowina. Entom. Nachrichten, 

Berlin, Bd. 18, 1892, S. 305—821. 

4. Saisondimorphismus bei Papilio Podalirius L. in der Bukowina. Societas 

Entomologica, Zürich, VIII. Jahrg., 1898/94, p. 2—3. 



98 



Constantin v. Hormuzaki. 



5. Varietäten von Lycaenen aus der Umgebung von Czernowitz. Ibid., p. 18. 

6. Nachtfang am Köder und an blühenden Weiden im ersten Frühlinge 1893. 

Ibid., p. 27—28. 

7. lieber Boarmia Crepuscularia aberr. Schillei Klem. und Deü. Livornica. 

Ibid., p. 35—36. 

8. Eupithecia Bucovinata. Ibid., p. 41—42. 

9. Einige bemerkenswerthe Lepidopterenformen aus der Bukowina. Ibid., 

p. 58-59. 

10. Bemerkungen über Polyomm. var. Rutilus Wemb, und Hypena Ohsitalis Hb. 

Ibid., p. 130-131. 

11. Ueber Zygaena JEphialtes L, und dessen in der Bukowina vorkommende 

Varietäten. Ibid., p. 169—170. 

12. Aufzählung der bisher aus dem Königreiche Eumänien bekannten Tagfalter,^) 

mit Berücksichtigung der Nachbarländer; nebst Nachtrag. Entom. Nach- 
richten, Berlin, Bd. 19, 1893, S. 240—246, 265—283, 304. 

13. Ueber einige Abänderungen von Lepidopteren aus der Bukowina und aus 

Rumänien. Ebenda, Bd. 20, 1894, S. 2—8, 53—57. 

14. Erehia Manto Esp. var. Trajanus, eine neue Varietät aus den Ostkarpathen. 

Societas Entomologica, Zürich, IX. Jahrg., 1894, p. 161—162. 

15. Untersuchungen über die Lepidopterenfauna der Bukowina. Czernowitz, 1894. 

(In Commission bei R. Friedländer & Sohn, Berlin.) 

16. Bemerkungen über Varietäten einiger in der Bukowina einheimischer Gross- 

schmetterlinge. Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. XLV, 
1895, S. 225-254. 



7. Abkürzungen. 



Gar. 




Aristides v. Gar ad ja in Grumäze^ti bei Tirgu-Neamtu, Rumänien. 


J. 




Sigmund Jasilkowski in Czernowitz. 


Now. 




Dr. Max v. Nowicki, a. a. 0. 


Pwl. 




Dr. Alfred Pawlitschek, k. k. Gymnasial-Professor in Czernowitz, 






früher in Radautz. 


Pwl. M. 




Dr. A. Pawlitschek, Macrolepidopterenfauna von Radautz etc. 


Ph. 




Dr. W. Philip owicz in Czernowitz. 


Proc. 




Aurel Procopianu, Inspector des botanischen Gartens in Bukarest, 






früher in Capu-Cämpului (Bukowina). 


Sch. 




Heinrich SchirTs Tagebücher, Notizen und Correspondenzen. 


Sch. S. 




Schirl's Sammlung (bezeichnet aber blos den Theil dieser Samm- 






lung, der sich in meinem Besitze befindet). 


W. 




J. Werchratski, a. a. 0. 



1) Die von mir in Dulcesti u. s. w. im Bezirke Roman (Rumänien) gesammelten Hetero- 
ceren, ebenso die nach 1893 dort aufgefundenen Tagfalter habe ich nicht selbst veröiFentlicht, son- 
dern meine Notizen dem Herrn A. v. Caradja zur Benützung überlassen, welcher die betreifenden 
Angaben in seine mehrfach erwähnte Arbeit („Irls", 1895 und 1896) aufgenommen hat. 



Die Scbmctteilinge (Lcpidoptera) der Bukowina. 



99 



Erklärung der Karte. 

I. Pontiselies Gebiet, bis 850 oder 450 m Seehöhe. 

A. Laubwaldregion [hellgelb], continentales Klima. 
P»' B. Ursprüngliche Steppenwiesen [dunkelgelb], trockenes continen- 
tales Klima. 
II. Baltisches Gebiet, feuchtes Klima. 

A. Montane Region [hellgrün], von 350 (oder im südlichen Theile 

des Landes 450 wi) bis 800 m (oder 900 w). 

B. Obere montane (subalpine) Region [dunkelgrün], von 800 oder 

900 m aufwärts bis zur Baumgrenze. 
III. Alpiue Region [rosa]. 

Krummholz und Alpenmatten über der Baumgrenze, einschliesslich 

tder über 1400 w hohen Plateaus und Kämme mit ursprüng- 
licher Wiesen Vegetation. Baumgrenze zwischen 1500 und 
1600 m. 



1. Politisches Grebiet. 



A. Laubwaldregion. 



Ursprüngliche Wald Vegetation (gemischte Laubwälder): Eichen 
(Qiiercus pedunculata und Qu. sessiliflora), Linden (Tilia), Ahorne, Acer cam- 
pestre, A. platanoides, A. tataricum, Carpinus betulus, Ulmus excelsa Brh., U. 
effusa, U. campestris, Fraxinus excelsior, stellenweise Buchen (Fagus silvatica), 
Populus tremula u. s. w. 

Strauchvegetation (üebergang zur Steppe): Prunus spinosa, P. avium, 
Evonymus verrucosa, Viburnum Lantana, Bhamnus, Lonicera, Cotoneaster, 
Crataegus, Staphylea pinnata, Berberis etc. 

Auen: Salix alba, fragilis etc., Populus alba, nigra etc., Alnus glutinosa. 



B. Ursprüngliche Wiesen (Steppenwiesen) 

mit einzelnen Strauchgruppen von Prunus Chamaecerasus Jacq.; ferner: Clematis 
recta, Anemone nigricans Stöi-k, Adonis vernalis, Silene Otites, Gypsophila 
altissima, Dianthus capitatus, Dictamnus albus, Potentilla patula W. K., Orobus 
pannonicus Jacq., Cytisus austriacus, leucanthus, nigricans etc., Saxifraga tri- 
dactylites, Cirsium pannonicum Gand., Jurinea mollis Rchb., Centaurea macu- 
losa, Scorzonera purpurea, Phyteuma canescens, Campanula sibirica, Litho- 
spermum purpureo-coeruleum, Anchusa Barrelieri, A. ochroleuca, Echium 
rubrum, Nonnea pulla, Verbascum phoeniceum, Digitalis grandißora, Veronica 
incana, Salvia nutans, Scutellaria altissima, S. alpina, Phlomis tuberosa, 
Ajugn Cliamaepithys, A. Laxmanni, Teucrium montanum, Iris caespitosa Pall., 



100 



Cüustantiü v. Hormuzaki. 



I. hungarica W. K., I. sibirica L. u. a., Muscari leucophaeum, M. tenui- 
florum, M. comosum, Veratrum nigrum, V. album, Carex humilis, Ändropogon 
Ischaemon etc. 

Sumpf flächen mit Phragmites communis, Scirpus ovatus, S. mari- 
timus etc. 

Dürre, sandige Hügel mit Äster Amellus, Heiichrysum arenarium, 
Stipa pennata, Carex praecox Jacq. etc. 

Oharakteristisclie Säugethiere, Vögel und Reptilien. 

Spalax typhlus, Arctomys Bohac, Spermophilus guttatus, Otis tarda, 
Limosa rufa, Tringa Temminkii, Totanus ochropus, Ardea egretta, Anas fusca, 
Pseudopus Pallasii u. s. w. 

Im Laubwalde: Canis Lupus, Meies taxus, Cervus Capreolus, Sus 
scrofa u. s. w. 

Oharakteristisclie Insecten. 

Orthoptera: Pachytylus migratorius. 

Coleoptera: Carabus var. sublaevis Drap., C. excellens F., C. Besseri 
Fisch., C. scabriusculus Ol., Pelor blapoides, Agdbus biguttatus Ol., Gyrinus 
hungaricus Seidl., Lucanus cervus L., Gymnopleurus mopsus Fall., Lethrus 
cephalotes Fall., Anomala vitis F., A. aenea Deg., Anisoplia austriaca Hbst., 
A. cyathigera Scop., Hoplia pollinosa Kryn., Cetonia hungarica Hbst., C. spe- 
ciosissima Scop., Gnaptor spinimanus Fall., Meloe cicatricosus Leach., Poly- 
drusus inustus Germ., lAxus cardui Ol., Larinus serratulae Cap., L. turbinatus 
Gyll., L. longirostris Gyll., Minyops costalis Gyll., Othiorhynchus velutinus 
Germ., Phyllobius Mariae Faust, Borcadion fulvum Scop., D. pedestre Poda, 
D. striatum Dahn., D. equestre Laxm., Morimus tristis F., Orina tristis F., 
Luluperus cyaneus Joann. 

Lepidoptera: Thais Polyxena, Col. Chrysotheme, Myrmidone, Th. lli- 
cis, Acaciae, Lyc. Meleager, Limen. Camilla, Neptis Aceris, Argynnis Daphne, 
Pandora, Par.Egeria L., Hesp. Actaeon, Beil. Nerii, Smer. Quercus, InoBudensis, 
Zyg. Brizae, Achilleae Meliloti, Carniolica, Penthoph. Morio, Ocneria Betrita, 
Sat. Pyri, Spini, Notod. Argentina, Bianth. Luteago, Amph. Livida, Bicycla 
Oo, Cucullia Prenanthis, Absynthii, Calpe Capucina, Gattung Acontia, Gattung 
Thalpochares, Catoc. Conversa, Acid. Nitidata, A. Flaccidaria, Crocallis Tus- 
ciaria, Caust. Flavicaria, Aspil. Gilvaria, Cid. Candidata etc. 

II. Baltisches Grcbiet. 

A. Montane Region. 

1. Hügelland bei Czernowitz (Cecina etc.). 

Buchenwald (Fagus silvatica) mit Moospolstern, Polypodium vulgare, j 
Lycopodium Selago, L. complanatum, Chrysospl. alternifolium, Oxalis Aceto-- 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



101 



sella, Pijrola roUmdifolia, P. minor; feuchte Wiesen: Molinia coerulea Mnch., 
Eriophorum latifoliiim, E. angustifolinm, Parnassia palustris etc. 

Coleoptera: Carabns Eschert Palld., Bosalia alpinaL., Chrysom. imr- 
purasceyis Germ., Chr. coerulea Ol., Timarcha metallica Laich., Pachyhrachys 
hnliciensis Mill., Molytes carinaerostris Küst., Neuraphes suhparallelus Saulc. etc. 

Lepidoptera: Pol. Virgaureae, Lyc. Arion, Ell. Prosapiaria, Boarm. 
Secundaria, Eupithecia Togata, Ahietaria, Pusillata, Lariciata etc. 

2. Untere montane Region der Karpathen und des mit diesen 
zusammenhängenden Hügel- und Flachlandes. 

Tannenwald {Äbies pectinata DC), Pyrola secunda, uniflora, Lyco- 
podium clavatum, auch Buchenwald mit Pyrolaceen, Lycopodien u. s, w. wie 
oben; ferner: Juniperus communis, Acer Pseudoplatanus, Betula alba (gesellig), 
Heidelbeere (Vaccinium Myrtillus); Spiraea Ulmaria, Monotropa Hypopithys, 
Goodyera repens, Epipactis latifolia, Hellehorus viridis, Circaea alpina, Epi- 
lobium Dodonaei, Impatiens nolitangere, Gentiana asclepiadea, Botrychium 
rutaefolium, Struthiopteris germanica, Scolopendrium vulgare etc.; vereinzelt: 
Ahies excelsa, Pinus silvestris. 

Wald wiesen: Avena planiculmis, Scabiosa, Succisa, Knautia, Centaurea 
Jacea, Bhinanthus major, Lotus corniculatus, Trifolium montanum, Betonica 
officinalis, Salvia verticillata, Gentiana carpathica u. s. w. 

Sumpfwiesen: Gentiana Pneumonanthe, Achillea ptarmica, Veronica 
longifolia, Juncus, Typha, Carex (muricata, canescens, caespitosa etc.), Epi- 
pactis palustris. 

Auen: Alnus incana, Salix aurita, alba etc., Spiraea salicifolia, Myri- 
caria germanica. 

Charakteristische Säugethiere, Vögel und Fische. 

Vespertilio Bechsteinii, Felis lynx, Mustela martes, M. Erminea, Myoxus 
nitedula Pall., Cervus elaphus, Aquila nipalensis, chrysaetos, Nyctea nivea, Frin- 
gilla montifringilla, Ampelis garrula, Motacilla sulphurea, Loxia curvirostris, 
Caprimulgus europaeus, Cypselus melba, Tetrao Bomsia, Trutta fario, T. la- 
custris, Thymallus vulgaris u. s. w. 

Charakteristische Insecten. 

Coleoptera: Carabus var. Escheri PUd., C. Ullrichii Germ., C. var. Wolffi 
Dej., C. decorus Seidl., Pterostichus transsilvanicus Chaud., Trechus latus Putz., 
Tr. palpalis Dej., Platambus maculatus L., Sinodendron cylindricum L., Eury- 
thyrea austriaca L., Chalcophora mariana Lap., Melanophila acuminata Deg., 
Lampyris noctiluca L., Phosphaenus hemipterus Goeze, Dascillus cervinus L., 
Clerus formicarius L., Larinus obtusus GyW., L. jaceae F , Dryophthorus lyme- 
xylon F., Anthribus albinus L., Ottriorhynclms alpinus Reitt., 0. dives Germ,, 
Hylobius fatuus Rossi, Clytus lama Muls., Cyrtoclytus capra Germ., Leptura 
cerambyciformis Schrk., L. cincta F., L. arcuata Pz., L. maculata Poda, L. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 14 



102 



C u s t a u t i n v. II o r mii z a k i. 



quadrifasciata L., L. attenuata L., Fachyta qiiadrimaculatci L., Chrysomelci 
Jiaemoptera Jj , Orina var. smaragdina Ws., Phaedon tumidulus Germ. u. s. w. 

Lepidüj tora: Pol. Älciphron, Lyc. Optilete, L. Ärion, Neptis var. Lud- 
milla, Argynnis Niohe, Erehia Ligea, Coen. Iphis, Sphinx Pinastri, Orgyia 
Ericae, DasycJi. Ahietis, Lasioc. Pini, Saturnia Pavonia, Lophopt. Carmelita, 
Not. Bicoloria, Panthea Coenohita, Ägrotis Collina, Dahlii, Festiva, Cuprea etc. ; 
Mamestra Tincta, Pisi etc., Dianthoecia Nana, Compta; Gattung Polia, Hadena 
Lateritia, Hydroecia Petasitis, Gattung Nonagria, Leucania Impudens, Lyth- 
argyria etc., Caradrina Exigua, C. Ärcuosa, Rusina Tenebrosa, Xylina Ingrica, 
Aster. Nubeculosus, Cat. Promissa, Gattung Toxocampa, Numeria Capreolaria, 
Boarmia Äbietaria, Odezia Ätrata, Cidaria Vespertaria, Dilutata, Älbulata etc. 

B. Obere montane (subalpine) Region. 

Fichtenwald, ausschliesslich Abies excelsa, stellenweise Kiefernwald, 
Birke, Eibe (Taxus baccata); Preisseibeere (Vaccinium vitis idaea) und Ericeae: 
Arctostaphylos officioialis W. et Gr., Calluna wZ^/ans Salisb.; ferner: Spiraea 
ulmaria, S. chamaedrifolia, Bubus saxatilis L., Arnica montana, Orchis globosa, 
Salix silesiaca, Pedicularis exaltata, Melampyrum saxosum,, Adenostyles alpina, 
Aspidium Lonchitis. 

An feuchten Stellen, Sümpfen: Scirpus caricinus, Typha Shuttle- 
worthii, Bhynchospora alba Vahl u. s. w. 

An Felsen: Silene dubia, Moehringia muscosa, Aconitum moldavicum, 
Sempervivum hirtum, S. montanum, Sedum glaucum, S. maximum, Botrychium 
Lunaria u. s. w. 

Torfmoore: Sphagnum, Vaccinium uliginosum, Oxycoccos palustris, 
Drosera rotundifolia und longifolia, Comarum palustre, Calla palustris, Andro- 
meda polifolia, Scheuchseria palustris, Triglochin pälustre u. s. w. 

Charakteristische Säugethiere, Vögel und Reptilien. 

Ursus arctos, Mustela lutreola, Gypaetos barbatus, Otocorys alpestris, 
Pinicola enucleator, Tetrao urogallus, T. lagopus, T. tetrix, Pelias berus u. s. w. 

Charakteristische Insecten. 

Coleoptera: Carabus violaceus L., C. arvensis Wast, C. Montandoni 
Buys, Pterost. Findeli Dej., Ceruchus tenebrioides F., Adelocera fasciata L., 
Corymbites guttatus Germ., Sericus brunneus L., Denticollis linearis L., Otiorrh. 
fuscipes Ol., 0. nodosus F., 0. confmis Friv,, 0. egregius Mill., 0. lepidopterus F., 
0. pauxillus Rchb., Pachyta Lamed L., Gaurotes virginea L., Oximirus Cursor L., 
Pidornia var. Ganglbaueri Orm., Chrysomela opulenta Suffr. etc. 

Lepidoptera: Parn. Apollo, Colias Palaeno, Pol. Amphidamas, Lyc. 
Sebrus, Argynnis Pales var. Arsilache, A. Ino, Erebia var. Adyte, Coenonympha 
Typhon, Syrichthus Carthami, Nemeophila Plantaginis, Plus. Bractea, Gattung 
Anarta, Gattung Gnophos, Boarmia Glabraria, Cid. Caesiata. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



103 



III. Alpine Region. 

Krummholz: Pinns Mughus, Juniperus nana. 

Immergrüne Sträucher: Azalea procumbens, Empetrum nigrum, auch 
Vaccinium uliginosum ; Weiden: Salix phylicifolia. 

Alpenmatten- und Felsenflora, z. B. : Anemone narcissiflora, Viola 
hiflora, V. alpina, Dianthus petraeus, Silene Zaicadskii, Helianthemum alpestre, 
Drijas octopetala, Potentilla aurea, Geum montanum, Saxifraga Aizoon, S. 
luteo- viridis, S. contraversa u. A., Gnaph. Leontopodium, Scorzonera rosea, 
nieracium villosum, Phyteuma orbiculare, Campanula alpina, Gentiana excisa, 
Swertia punctata, Eritrichium nanum var. Jankae, Androsace lactea, Soldanella 
alpina L., Primula carpathica, Corthusa Matthioli, Pinguicula alpina, Gymna- 
dcnia albida, Allium victoriale, Juncus trifidus, Eriophorum capitatum, Carex 
capillaris, Plileum alpinum, Poa alpina, Selaginella spinulosa, Woodsia hyper- 
borea u. s. w. 

Charakteristische Säugethiere. 
Antilope rupicapra (Gemse). ^) 

Charakteristische Insecten, 

Coleoptera: Carabus euchromus Palld., Poecilus Koyi Germ., Ptero- 
stichus Jurinei Pz. und var. Heydeni Heer, Pt. foveolatus Daft., Byrrhus 
inaequalis Er., Aphodius mixtus Villa, Eros Aurora Hbst., Othioch. var, an- 
gustatiis Stierl, 0. obsidianus Boh., 0. Kollari Gjll., Leptura virens L., Chrysom. 
olivacea SufF., Orina intricata Germ., 0. alpestris Schümm., 0. virgulata Germ., 
0. cacaliae Schrk. var. senecionis Schümm., 0. speciosissima Scopoli, 0. var. 
carpathica Kraatz. 

Lepidoptera: Melitaea var. Merope, Arg. Pales, A. Amathusia, Erebia 
Manto. E. Lappona, E. Tyndarus, E. Euryale, Spil. Altheae, Syr. Serratulae, 
Hepialus Carna, Acid. Fumata, Halia Briinneata, Cid. Verberata, C. Lugubrata, 
C. Minorata, C. Adaequata. 



Die schraffil'te Querlinie bezeichnet den Xordostabhang- des Oelbirges, 
d. h. die geologisch und plastisch sehr scharf ausgeprägte Grenze zwischen der 
Karpathensandsteinzone (Kreide- und Eocänformation) und dem jüngeren Hügel- 
und Tieflande (Miocän und Diluvium). Die.se Linie bildet aber im Allgemeinen 
(mit Ausnahme des südlichsten Landestheiles von Gurahumora gegen Südosten) 
keine klimatische, floristische und faunistische Grenzscheide. 



') Im Nachbargebiete von Siebenbürgen und der Moldau auch Arctomys marmota. 



14* 



104 



Referate. 



Referate. 

Dubreuilh W. et Beille L. Les parasites animaux de la peau humaine. 
Paris, Masson, 1897. 

Die Hautparasiten des Menschen werden in diesem compendiösen, kleinen 
Handbuche eingehend besprochen und der Mehrzahl nach gut abgebildet. Es 
sind durchwegs Arthropoden aus den Gattungen Sarcoptes, Ixodes, Ärgas, 
Demodex, Leptus, Dermanyssus, Cimex, Pediculus, Hypoderma, Dermatohia, 
Ochromyia, Culex, Simulium und Pulex. Das durchaus praktische Werk ist in 
erster Linie den Aerzten zu empfehlen. A. Handlirsch. 

Brauer, Prof. I)r. Friedr. Beiträge zur Kenntnis« aussereuropäischer 
Oestriden und parasitischer Muscarien. (Denkschr. der mathem.- 
naturw. Classe der kais. Akad. der Wissensch, in Wien, Bd. LXIV, 1896, 
S. 257—282, mit einer Tafel.) 

Die Anregung zu dieser Arbeit gab der gelungene Versuch, die Magen- 
fliege des indischen Elephanten aus Larven zu erziehen, welche in der Schön- 
brunner Menagerie in grosser Zahl ein frisch importirtes junges Exemplar des 
Wohnthieres verliessen. Der Verfasser hat schon früher auf die Kenntniss der 
Larve hin ein eigenes Genus — Cobholdia — begründet, dessen Berechtigung 
nunmehr vollkommen bestätigt wird. 

Ausser der eingehenden Besprechung und Charakterisirung dieses Ele- 
phantenparasiten (Cohholdia elephantis) sind in der Abhandlung noch viele 
Werth volle Beiträge zur Kenntniss der Oestriden enthalten: Oestrus-L^rven aus 
Antilopen und Ziegen^ Gyrostigma-Jj^^ryen aus Mhinoceros hicornis, Cobholdia- 
Larven aus dem afrikanischen i]lephanten, Gastrophilus-LM'Yeu aus Equus 
Boehmi und Bogenhofera dasypoda n. sp. (Imago) aus Brasilien. 

Besonderes Interesse beanspruchen die geistvollen „Schlussbemerkungen 
über die Verwandtschaft der Oestridengattungen und ihr Verhältniss zu den 
übrigen Muscariengruppen". Brauer sieht in Cobholdia eine synthetische oder 
Urtype, welche Charaktere fast aller genuinen Oestridenformen in sich vereinigt, 
und kommt zu dem Schlüsse, dass die Gruppe der Oestriden keine polyphyletische, 
also keine unnatürliche sei. A. Handlirsch. 

Friese, Heiur. Die Bienen Europas (Apidae europaeae) nach ihren Gat- 
tungen, Arten und Varietäten auf vergleichend morphologisch-biologischer 
Grundlage bearbeitet. III. Solitäre Apiden. Genus Podalirius. Berlin, Fried- | 
länder & Sohn, 1897. 316 S. mit 61 Abbildungen. i 
Von den 256 Arten dieser unter dem Namen AnthopJiora allgemein be- l 
kannten Gattung werden 202 auf Grund sorgfältiger morphologischer Studien ' 
in vier Subgenera und 24 Artgruppen eingetheilt und gründlich charakterisirt. | 
Biologie, Verbreitung und Synonymie sind, wie in allen Arbeiten Frieses,: 
gewissenhaft und mit vollem Verständniss behandelt. Analytische Tabellen er-j 
leichtern die Bestimmung. i 



Referate. 



105 



Friese 's Eintheilung mag hier im Auszuge mitgetheilt werden: 

1. Subgen. Habropoda Sm. 1. Gruppe tarsatus. 

2. „ Paramegilla Priese. 2. Gr. ireos. 

3. „ Amegilla Friese. 3. Gr. eruhescens, 4. Gr. quadrifasciatus, 

5. Gr. oraniensis, 6. Gr. nuhicus, 7. Gr. himaculatus, 
8. Gr. astragali, podagrus, 9. Gr. gracilipes, 10. Gr. ferru- 
gineus, 11. Gr. puhescens, 12. Gr. vulpinus. 

4. „ Podalirius Latr. s. str. 13. Gr. senilis, 14. Gr. fulvitarsis, 

15. Gr. senescens, 16. Gr. rohustus, 17. Gr. hispanicus, 
18. Gr. nigrocinctus, 19. Gr. dufourii, 20. Gr, nigriceps, 
21. Gr. romandii, 22. Gr. retustis, 23. Gr. acervorum, 
24. Gr. furcatus. A. Handlirsch. 



Stadelmann H. und Lucas K. Die Thierwelt Ostafrikas und der Nachbar- 
gebiete. IV. Lief. 2—3: Hymenopteren. S. 1—74, mit einer Tafel. 

Der allgemeine Theil enthält eine kurze Anleitung zum Fangen und 
Präpariren der Hymenopteren, Notizen über Lebensweise, Faunistisches und 
Literatur. 

Im speciellen Theile — einer Aufzählung der ostafrikanischen Hymeno- 
pteren — werden zahlreiche neue Arten beschrieben und für Pompiliden und 
die Gattungen Xylocopa und Synagris Bestimmungstabellen beigebracht. Die 
Bearbeitung der Pompiliden ist von Lucas, alles Andere von Stadel mann. 

A. Handlirsch. 

Pospichal, Eduard. Flora des österreichischen Küstenlandes. 1. Band. 
Wien, Deuticke, 1897. Gr.-8°. XLIII und 574 Seiten, 14 Tabellen. 4 fl. 80 kr. 

Seit Tommasini's Zeiten pflegten die österreichischen Botaniker die 
stille Hoffnung, dass es diesem hochgeachteten Forscher, welcher wie kein Anderer 
so viele Vorarbeiten und Reisen zur floristischen Erforschung der österreichischen 
Küstenländer unternommen und ein riesiges Pflanzenmateriale zu diesem Zwecke 
aufgestapelt hatte, gegönnt sein werde, auch eine Flora des von ihm so gründlich 
gekannten Gebietes zu veröffentlichen. Leider war dem nicht so. Es erschien 
aus Tommasini's Hand neben kleineren Arbeiten nur eine Aufzählung der 
Pflanzen Veglias (1875), während jene von Lussin erst nach seinem Tode von 
Marchesetti 1895 edirt wurde. Hingegen bereicherte Freyn die Literatur durch 
eine vorzügliche, erweiterte Aufzählung der Flora von Südistrien (1877), Marche- 
setti aber bearbeitete die Zusammenstellung der Flora von Parenzo (1890); doch 
für das Gebiet von Triest, für die gefürsteten Grafschaften Görz und Gradiska 
lagen wohl viele Vorarbeiten (namentlich von Krasan), aber keine Zusammen- 
stellung der Flora vor. Darum müssen wir das vorliegende Buch auf das Freudigste 
begrüssen, umso mehr, da es nicht eine einfache Zusammenstellung der Flora, 
sondern ein veritables verdienstreiches Florenwerk darstellt. Eine Hoffnung sehen 
wir aber in demselben nicht erfüllt. Das Werk umfasst nämlich nicht sämmt- 
liche österreichische Küstenländer, sondern einen wohl ziemlich willkürlich aus 



106 



Referate. 



denselben herausgegriffenen Theil derselben, den man etwa als die weitere Um- 
gebung von Triest bezeichnen könnte, da die istrische Halbinsel südwärts der 
Linie Arsa- und Quitomündung samnit den Quarneroküsten, ebenso wie die nörd- 
liche Hälfte von Görz und Gradiska ausgeschlossen blieben. 

Betrachten wir nun den Inhalt des sich in vortheilhaftester Weise reprä- 
sentirenden Buches. Wir finden zuerst eine anziehend geschriebene Schilderung 
der Landschaften im österreichischen Küstenlande, wobei das über die Vegetation 
Wissenswerthe Erwähnung fand. Demgemäss konnte der Verfasser sich auch in 
dem nachfolgenden Capitel über die Flora kürzer fassen, wobei freilich der Pflanzen- 
geographie nicht nach jeder Hinsicht Eechnung getragen wurde. Die medi- 
terrane Flora, deren Nordgrenze nach dem Verfasser erst mit dem Beginne der 
Macchien abgesteckt wird, also so ziemlich mit der Südgrenze des behandelten 
Gebietes zusammenfällt, schiebt ihre Pflanzen staffelweise nach Norden und Nord- 
westen vor, um zuletzt nur noch an isolirten, bevorzugten Localitäten (S. Pietro 
d'Isola, Auresina, Valentin) einige Repräsentanten dauernd zu erhalten. Ihr reiht 
sich die neutrale Flora an, als welche der Verfasser die Karstflora im weiteren 
Sinne auffasst, die den grössten Theil des Gebietes besetzt hält. Noch weiter 
nordwärts gegen die julischen Alpen beginnt die baltische Flora (im Sinne 
Kern er 's) und die Alpenflora. Die pontische Flora besitzt nur spärliche 
Antheile in der Vegetation, welche entgegen dem Verfasser sicherlich noch um 
einige nicht dazu zu rechnende Pflanzen, wie Hedraeanthus, Peltaria, Cerinthe 
Smithii, zu verringern wäre. 

Wie üblich, enthält das Buch nur die Gefässpflanzen, von welchen sehr 
weitgehende und mit wenigen Ausnahmen correcte Beschreibungen entworfen 
werden. Die Variationskreise der Arten hat der Verfasser sorgfältig behandelt, 
ebenso iinterliess es derselbe nicht, sich der Hervorhebung der wichtigsten Syno- 
nyme, einer vorwiegend richtigen Citation und genauer Anführung der Standorte 
zu befleissen. Gewährsmänner für die Funde werden nicht mitgetheilt, weil der 
Verfasser sich der grossen Mühe unterzog, sämmtliche Pflanzen an Ort und Stelle 
aufzusuchen, und nur die eingesehenen Standorte aufnahm. Die skeptische Vor- 
sicht gegenüber den Aufzeichnungen anderer Botaniker, welche den Verfasser 
beseelt, wäre aber wohl nur dann am Platze gewesen, wenn sich begründete 
Zweifel in die Vertrauenswürdigkeit älterer oder jüngerer Angaben ergeben hätten. 
Die Forschungsresultate Anderer zu verschweigen, steht einem Quellen werke wohl 
nicht zu. Das gilt bei vorliegendem Werke nicht allein bei den Standorten, die 
demnach manche Lücke aufweisen,^) sondern noch bei Weitem mehr in der syste- 
matischen Gliederung. Wir finden es geradezu unbegreiflich, dass sich der Ver- 
fasser um so viele anerkannt gründliche Werke dpr wissenschaftlichen Systematik 
nicht bekümmerte. Schon bei den Pteridophyten bemerken wir die Umgehung 
von Luerssen's grundlegender Arbeit, nebstbei die Beibehaltung der gänzlich; 



1) So f etilen, um nur ein Beispiel anzuführen, die Angaben über das Vorkommen von OpMo- 
glossum vulgatum, Scolopendrium vulgare, Crocus Heuffelianus, Epipactis ruhiginosa, Gymnadenitt 
odoratissima, Daphne mezereum am Monte Maggiore. H 



Referate. 



107 



unpassenden Bezeichnung Bhizocarpae. Noch auffälliger wird dies bei den Gru- 
mineae, wo weder Benthanrs oder Hackel's Bearbeitung (w'elch' letztere 
doch in dem leicht zugänglichen Werke „Die natürlichen Pflanzenfamilien" er- 
schien), noch wichtige Monographien, so HackeFs Anäropogoneae, Berücksichti- 
gung erfahren, sondern ganz veraltete Anschauungen über die Gruppirung der 
Gräser aufgegriffen werden. Die „Natürlichen Pflanzenfamilien" scheinen dem 
Verfasser auch sonst nicht wie bei den Najadeae, Äraceae, AUsmaceae zur Hand 
gewesen zu sein, gleichwie manche Monographien, als Maw: Crocus, Michel i: 
AUsmaceae, Rohrbach: Silene, Williams: Dianthus u. a. 

Der Werth des Buches liegt somit in dem, fast möchte es erlaubt sein, zu 
sagen: zu ausführlich gehaltenen, beschreibenden Theile der Arten und deren 
Formenkreise. In der leidigen Nomenclaturfrage hält der Verfasser kein starres 
Princip aufrecht, womit er wohl den einzig richtigen Mittelweg getroffen haben 
mag. Er nimmt weder für Gattungen, noch für Arten immer den ältesten Namen 
an, wie es z. B. die Verwendung der Genusnamen: Piptatherum. Cynodon, Mal- 
■colmia, Capsella, Myricaria, und jene der Speciesnamen: Ahies pectinata DC., 
Larix europaea DC., Picea excelsa L. K., Silene inflata Sm., Erysimum odo- 
ratum Ehrh. darthun. Gewisse Gattungsnamen, über deren unrichtige Verwen- 
dung volle Klarheit herrscht, wie Limodorum (cfr. Beck, Flora von Niederöst., 
S. 215; Pfitzer in Engler's Jahrb. für System., XIX, S. 23; Beck in Verh. 
der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1895, S. 32), Nasturtium (cfr. Beck, 1. c, 
S. 468 oder Fritsch in Verh. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1894, 
S. 315, 318), Hutchinsia, Leersia, hätten wir gerne vermisst. 

Die Literaturcitate sind zumeist richtig. Eines hat der Verfasser aber nicht 
geprüft, nämlich, ob das beigesetzte Citat der von ihm angewendeten Umgrenzung 
einer Pflanzengruppe auch vollkommen entspräche. Der Verfasser citirt z. B. zur 
Familie Asaraceae, welche bei ihm die Gattungen Aristolochia und Asarum ent- 
hält, Beck, Flora von Niederösterr., S. 593; abgesehen von der durch ein Ver- 
sehen unrichtigen Seitenangabe, die 542 lauten soll, ist das Citat unrichtig, denn 
in meinem Werke enthält die 49. Familie Asaraceae nur die Gattung Asarum. 
In des Verfassers Sinne hätte demnach das Citat aus den Werken Jussieu's 
oder Endlicheres entnommen werden müssen. Gleiches wiederholt sich bei 
Gattungen und Sectionen. Die Gattung Convallaria incl. Polygonatum wurde 
vor Neilreich's Flora von Niederösterr. schon von mehreren Dutzend Autoren 
in Anwendung gebracht; in meiner Flora von Niederösterr. findet man keine 
Sectio Heleoehloa, wie citirt und angenommen wird, sondern nur eine Gattung 
Heleochloa im Sinne der Agrostologen. Bei den Speeles sehen wir durchwegs 
nur Linne's Spec. plant., ed. II, statt ed. I citirt. 

Dass in der Umgrenzung der Arten jeder Forscher seine mehr minder 
begründeten Anschauungen pflegt, ist selbstverständlich, darum seien nur einige 
Abweichungen von dem üblichen Gebrauche erwähnt. Zostera angustifolia Horn, 
blieb eigene Art, ebenso erscheinen drei kaum haltbare Arten aus der Gruppe 
der Molinia coendea; Muscari Kerneri March, wird zu M. botryoides, Ornitho- 
gnhtm sphaerocarpum Kern, zu 0. pyrenaicum, Orchis commutata Tod. zu 0. 



108 



Referate. 



tridentata, 0. fragrans Viv. zu 0. coriophora und Melica picta C. Koch wohl 
mit Unrecht zu M. nutans gezogen; Ardbis Scopoliana Boiss. Avird trotz der 
Untersuchungen Boissier's und Fritsch's (cfr. diese „Verhandhingen", 1894, 
S. 312) wieder zur Braba ciliata Scop. 

Von neuen Arten finden wir Iris erirrhim (äff. sihiricae), Orchis coceinea 
(? ustulata X Änacamptis), Amaranthus glomeratus, Cerastium spurium (äff. 
triviali), Dianthus exilis (äff. monspessulano). 

Für die Bestimmung der systematischen Gruppen ist in sehr zweckmässiger 
Weise durch 14 beigeheftete Tabellen Vorsorge getroffen, während in den Gat- 
tungen selbst eine Gliederung in kleinere Gruppen stattfand. Eine schöne Aus- 
stattung und eine besonders übersichtliche Gruppirung des Stoffes zeichnen das 
Werk vortheilhaft aus. 

Somit können wir unser Urtheil nur in dem zusammenfassen, dass wir das 
erste zusammenfassende Florenwerk über die österreichischen Küstenländer auf i 
das Freudigste begrüssen, denn es füllt trotz seiner Mängel eine bisher immer - 
empfundene Lücke in der Kenntniss unserer heimischen Flora aus, es bezeugt | 
ein redliches Streben des Verfassers, das Beste zu leisten, und dafür zollen wir 
dem Verfasser den besten Dank. Dr. G. v. Beck. 

Bäumler, J. A. Beiträge zur Kryptogamenflora des Pressburger 
Comitates. Die Pilze. (Sep.-Abdr. aus den Verhandl. und Mittheil, des 
Vereines für Natur- und Heilk. in Pressburg, 1897. 8°, S. 129—206.) 

Es ist das Verdienst Bäumler 's allein, dass heute die Umgebung der 
Stadt Pressburg zu den mykologisch best durchforschten Gebieten unserer 
Monarchie gehört. Die älteren Angaben Lumnitzer's, Endlicher 's und 
Bolla's fallen da kaum in's Gewicht, sie beziehen sich zumeist auf Ubiquisten 
oder innerhalb kritischer Gruppen oft auf Sammelspecies. Mit dem vorliegenden 
dritten Beitrag beträgt die Zahl der bisher in dem verhältnissmässig kleinen 
Gebiete aufgefundenen Pilze 444 Gattungen mit 1478 Arten. Diese vertheilen 
sich systematisch gruppirt folgendermassen. 

Gattungen. Arten. 



Hymenomyceten 83 424 

Gasteromyceten 10 23 

Hypodermeae 19 158 

Phycomyceten 19 46 

Pyrenomyceten 88 255 

Discomyceten 75 175 

Tuheraceae 3 3 

Myxomyceten 23 42 

Sphaeropsideae 52 228 

Hyphomyceten 70 122 

Schizomyceteae Monadineae 2 2 



In Bezug auf Gediegenheit und Verlässlichkeit ist der vorliegende Beitrag 
seinen beiden Vorgängern vollkommen ebenbürtig. Die einzelnen Gruppen sind 



Referate. 



109 



nach den neuesten Arbeiten durchgearbeitet, die Angaben entsprechen daher ganz 
unseren modernen Ansichten innerhalb der betreffenden Gruppen. Durch zahl- 
reiche Angaben, genaue Messungen und kritischen Inhalt, durch Beschreibung 
neuer Arten erhebt sich die Arbeit Bäumler 's über das Niveau eines Beitrages 
zu einer Localflora, sie gestaltet sich vielmehr zu einem wichtigen Document 
über die Kenntniss der einheimischen Pilze. Dr. A. Zahlbruckner. 

Claus, C. Lehrbuch der Zoologie. Marburg, Elwert'sche Verlagsbuch- 
handlung, 1897, 6. Aufl. (bezw. 10. Aufl.). 

Mit der eben erschienenen Bearbeitung hat das berühmte Lehrbuch, 
welches in den ersten vier Auflagen den Titel „Grundzüge der Zoologie" führte, 
von da an aber in abgekürzter Form als „Lehrbuch der Zoologie" ausgegeben 
wurde, seine zehnte Auflage erlebt und damit dreissig Jahre dem einführenden 
Unterricht in der zoologischen Wissenschaft gedient. Diese Thatsachen, ein deut- 
liches Zeichen der Vorzüge des Buches, sind ihm der beste Geleitbrief und lassen 
weitläufige Referate fast überflüssig erscheinen. So können wir uns darauf be- 
schränken, nur die Veränderungen hervorzuheben, die das Buch in der letzten 
Auflage erfahren. Letztere erstrecken sich wohl zumeist nur auf den allgemeinen 
Theil, während der specielle fast vollständig unverändert blieb, so dass das 
Buch in der Anordnung des Stoff'es seinen Charakter fast vollkommen bewahrte;^) 
selbst die Systematik der Insecten, Reptilien etc. wurde beibehalten und auch 
die Abbildungen wurden nur in geringem Masse durch neue ersetzt (Ämphioxus); 
dagegen wurden die Literaturangaben in den Fussnoten um einige neuere Arbeiten 
vermehrt. Durch einige Abkürzungen und vielfache Anwendung eines kleineren 
Druckes wurde die Seitenzahl auf 966 reducirt. 

Im allgemeinen Theile finden die modernen Theorien über die letzten 
Lebenseinheiten Berücksichtigung. Besondere Aufmerksamkeit wird dem histo- 
logischen und embryologischen Theile gewidmet, wo die Angaben über die com- 
plicirten Vorgänge der Kerntheilung, Befruchtung etc. um Einiges vermehrt 
wurden. Verfasser spricht sich gegen die amitotische Kerntheilung und gegen 
Haeckel's Monerentheorie aus. Durch einige gute Holzschnitte sind die für den 
Anfänger schwierigen Capitel aus der Embryologie, dann die Conjugations Vorgänge 
bei Infusorien verständlicher gemacht worden. Selbst die viel umstrittene, derzeit 
schon vielfach geleugnete, kürzlich indessen von Fr. Reinke wieder zugegebene 
»[uadrille des centres hat Verfasser nun auch in sein Lehrbuch aufgenommen 
und auch die Original -Abbildungen von Fol beigegeben. Ad. Steuer, 

Wettstein, R. r. Die europäischen Arten der Gattung Gentiana aus 
der Section Endotriclia Froel. und ihr entwicklungsgeschicht- 
licher Zusammenhang. Denkschr. der kais. Akad. der Wissensch, in Wien, 
mathem.-naturw. Classe, Bd. LXIV, 1897. 

Schon in den Jahren 1891/92 hat der Verfasser in der Oesterreichischen 

botanischen Zeitschrift unsere mitteleuropäischen endotrichen Gentiana- Alton 



') Im allgemeinen Theile erfährt die Aufzählung der Thierkreise eine kleine Aenderung; 
im zweiten Abschnitte dagegen ist die alte Eintheilung erhalten geblieben. Der Referent. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 15 



HO 



Kefeiatc. 



eingehend bearbeitet. Inzwischen hat er seine Studien hierüber weiter fortgesetzt 
und auf alle europäischen Arten ausgedehnt, ohne übrigens die aussereuropäischen 
ganz ausser Betracht zu lassen. Als Hauptaufgabe stellte sich der Verfasser die 
Aufdeckung des entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhanges der bis heute 
bekannten endotrichen Gentiana -Arten. In dieser Hinsicht kommt Wettstein 
zu folgenden Resultaten: Unter den europäischen Endotrichen finden sich zu- 
nächst drei isolirt stehende Arten: G. crispata Vis. (im westlichen 1'heile der 
Balkanhalbinsel), G. Neapolitana (Froel.) (Abbruzzen) und G. Caucasea Curt. 
(Kaukasus, Persien); ferner zwei kleine Gruppen: die der G. campestris L. und 
die der G. Amarella L.; endlich eine sehr formenreiche Gruppe, welche früher 
gewöhnlich als G. Germanica Willd. bezeichnet wurde. Die beiden erwähnten 
kleinen Gruppen wurden der Hauptsache nach schon von Murbeck (1892) klar- 
gelegt. Die Klarstellung der schwierigen Gruppe der „G. Germanica Willd." 
blieb Wettstein vorbehalten. Der Saisondimorphismus spielt bei der Gliederung 
dieser Artengruppe eine grosse Rolle. Die Sommerformen wurden früher ge- 
wöhnlich als G. ohtusifolia Willd. bezeichnet. 

In Oesterreich-Ungarn kommen folgende Arten vor: 

1. G. crispata Vis. Dalmatien, Hercegovina und Bosnien. — 2. G. Baltica 
Murb., eine einjährige Pflanze mit vierzähligen Blüthen, der G. campestris h. 
nahe verwandt. Böhmen. — 3. G. campestris L. (Sommerform: G. Suecica Froel., 
Herbstform: G. Germanica Froel., non Willd.). Böhmen und westliche Alpen. 

— 4. G. calycina (Koch) (Sommerform: G. antecedens Wettst., Herbstform: 
G. anisodonta Borb.). Südliche und Centralalpen. — 5. G. pilosa Wettst. Süd- 
tirol, Kärnten, Krain, Görz. — 6. G. Norica Kern. (Sommer-Parallelart der G, 
Sturmiana Kern.). Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark. — 7. G. Stiirmiana 
Kern. Böhmen, Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Kärnten, Steiermark. 

— 8. G. solstitialis Wettst. (Sommer-Parallelart der G. Bhaetica Kern, und G. 
Wettsteinii Murb.). Tirol, Salzburg, Kärnten, Krain, Steiermark. — 9. G. Wett- 
steinii Murb. (G. Germanica Willd, p. p., non Froel.). Böhmen, Mähren, Schle- 
sien, Vorarlberg. — 10. G. Bhaetica Kern. (incl. G. Stiriaca W^ettst.). Tirol, 
Salzburg, Steiermark, Niederösterreich. — 11. G. Murheckii Wettfit. Stilfserjoch 
in Tirol. — 12. G. Bulgarica Velen. Siebenbürgen. — 13. G. lutescens Velen. 
{G. praeflorens Wettst.) (Sommer-Parallart der G. Austriaca Kern.). Niederöster- 
reich. — 14. G. Austriaca Kern. Im pannonischen Florengebiete. — 15. G. 
praecox Kern. (Sommer-Parallelart der G. Carpatica Wettst.). Niederösterreich, 
Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Ungarn, Bukowina, Siebenbürgen. — 16. G. 
Carpatica Wettet. Verbreitung wie bei Voriger. — 17. G. lingulata Ag. (Sommer- 
art aus dem Stamme der G. Amarella L.). Nordböhmen, Nordungarn. — 18. G. 
axillaris Schm. (Herbstart aus dem Stamme der G. Amarella L.). Böhmen, Mähren, 
Galizien, Nordungarn. — Von Bastarden wurde bisher im Gebiete nur G. cam- 
pestris X Wettsteinii gefunden. 

Drei Karten, drei Tafeln mit photographischen Reproductionen (Habitus- 
bilder, zum Theil auch Original-Exemplare) und eine Tafel mit Analysen sind der 
interessanten und gründlich durchgearbeiteten Abhandlung beigegeben. Fritsch. 



Section für Lepidopterologie. 



Versammlung am 5. Februar 1897. 

Zu Beginn der Versammlung meldet das Vereinsmitglied Herr 
Dr. Anton Günner seinen Beitritt zur Section an. 

Herr Dr. H. Eebel macht sodann Mittheilungen über den 
am 15. Jänner d. J. plötzlich erfolgten Tod des Gustos Alois Rogen- 
hof er. Die für die heimische Fauna besonders interessante Privat- 
sammlung des Verstorbenen, welche bis inclusive der Noctuen in 
einem Schranke aufgestellt ist, gelangte durch eine Verfügung der 
Witwe in den Besitz des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, wo sie 
eine sehr werthvolle Bereicherung der Landessammlung zu bilden 
bestimmt ist. 

Hierauf bespricht Herr Dr. Rebel die neuesten Arbeiten von 
A. R. Grote, betreffend die Familien der Apateliden (Acronyctiden) 
und Saturniiden, und legt dieselben zur Ansicht vor. 

Weiters demonstrirt derselbe die ihm von den Herren Klos 
und Flach zugekommenen Früchte von Sebastiana pavoniana, einer 
Euphorbiacee aus Centraiamerika, welche von den Larven eines 
Wicklers (Carpocapsa saltitans Westw.) bewohnt werden und als 
sogenannte „springende Bohnen" schon oftmals Gegenstand lite- 
rarischer Mittheilungen waren. Eine der sich lebhaft bewegenden 
Früchte wurde geöffnet und die Lage der darin befindlichen Raupe 
festgestellt. 

Herr Otto Hab ich macht sodann Mittheilungen über die un- 
gleiche Entwicklung von CucuUia prenantJiis Boisd. und Eupithecia 
veratraria H.-S. bei gesteigerter Temperatur, sowie über eine bei 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 16 



112 



Versammhing der Section für Lepidopterologie am 5. Februar 1897. 



der Puppe letztgenannter Art und bei jener von Dianthoecia nana 
Kott. vorhandene Schutzhülle. 

An der darüber entstandenen Discussion betheiligen sich die 
Herren Dr. Schima und Goldschmid. 

Schliesslich setzt Herr Dr. H. Kebel seine Vorträge zur „Ein- 
führung in ein wissenschaftliches Studium der Lepidopteren" fort. 



VII. Bericht der Section für Botanik. 

Versammlung am 9. Februar 1897. 

Vorsitzender: Herr Dr. E. V. Haläcsy. 

Zunächst demonstrirt Herr Dr. C. v. Keissler ein aus dem 
botanischen Universitätsg-arten stammendes Exemplar der Ameisen- 
pflanze Cecropia cinerea, deren Eigenthümlichkeiten er dabei zur 
Sprache bringt. 

Sodann spricht Herr J. Dörfler, unter Vorzeigung der be- 
treffenden Pflanzen, „üeber Farbenspielarten von Gentianen". 

Der Vortragende demonstrirte eine Reihe von Farbenabweiclinngen, insbe- 
sondere Albinos von Gentiana- Arten und hob hervor, dass man dieselben in zwei 
Gruppen scheiden könne. Ein Theil davon, und zwar der grössere, beruht auf 
ganz vereinzelten und zufälligen Vorkommnissen, die betreffenden Farbens])iel- 
arten sind deshalb an den verschiedensten Orten, aber immer als sehr selten 
beobachtet worden; der zweite Theil umfasst solche, welche in bestimmten Ge- 
bieten in grosser Menge Jahr für Jahr constant auftreten, die Normalform dort 
mitunter ausschliessen und daher füglich als Localrassen betrachtet werden können. 

Zu den ersteren Formen gehören: Gentiana Clusii f. alhiflora, G. ascle- 
piadea f. alhiflora, G. glacialis f alhiflora und G. purpurea var. flavida Gremli; 
zu der zweiten Varietätenreihe gehört Gentiana Sueciea var. Hartmanniana 
Baenitz. Im Anschlüsse hieran sei eine Localvarietät der Gentiana Pannonica 
besprochen, welche der Vortragende 

Gentiana Pannonica Scop. var. Ronnigeri 

bezeichnete. Die Farbe derselben bewegt sich zwischen rein weiss, zart lila ange- 
hauchtem Weiss und blasslila. Die Pflanzen sind von gedrungenem Wüchse, die 



Versamiulung der Section für Botanik am i). Febniar 1897. 



113 



Grösse schwankt zwischen 25 und 35 cm, die Stengelinternodien sind infolge dessen 
relativ sehr kurz. 

Der Vortragende fügt hinzu, dass sein Freund Carl Bonniger schon im 
August 1891 bei einer Besteigung des Stuhleck in Ober-Steiermark durch den 
Anblick zahlreicher weissleuchtender Büsche einer grossblumigen Gentiana über- 
rascht worden sei, welche er dann auf dem ganzen Urgebirgsstocke des Stuhleck 
in grosser Menge und ausschliesslich zu beobachten Gelegenheit fand, als er im 
Jahre 1894 die Tour wiederholte. Unter vielen hunderton Exemplaren fanden 
sich nur zwei Individuen, welche sich einigermassen der normalen Färbung 
näherten. 

In einzelnen Individuen wurde diese Varietät schon mehrfach beobachtet, 
so auf dem Boden wiesberge bei Reichraming (St ein Inger) und dem Pjrgas bei 
Admont (Ronniger). Desgleichen fand Dr. Dürrnberger im Jahre 1894^) 
auf der Kroissenalpe bei Windischgarsten einige Stöcke solcher in der Färbung 
abweichender Gentiana Pannonica, und glaubte damit Hybride der G. pannonica 
mit der G. punctata entdeckt zu haben. 

Auf dem Gebirgsstocke des Stuhleck hat sich jedoch diese Farbenspielart 
zu einer Localrasse ausgebildet, die wohl Erwähnung verdient. 

In Niederösterreich scheint dieselbe nicht vorzukommen, nachdem G. v. 
Beck 's bis in die kleinsten Einzelheiten gründliche „Flora von Niederösterreich" 
sie nicht erwähnt. 

Da Gentiana Pannonica eine entschieden kalkholde Pflanze ist, so wäre 
man versucht, an einen Einfluss des Schiefersubstrates bei dieser Farbenabweichung 
zu glauben; indessen theilte Herr L. Keller mit, dass er völlig normale G. 
Pannonica auf Urgestein in Menge beobachtet habe, weshalb diese Annahme hin- 
fällig ist. 

Im Anschlüsse an diesen Vortrag theilt Herr Dr. M. v. Eichen- 
feld mit, dass er von Farben Varietäten beobachtet bat: 

Gentiana asclepiadea weiss, bei Mühlbach nächst Spinges (Tirol), G. ohtusi- 
folia weiss, ziemlich häufig, mit der violetten vermischt; G. excisa weiss, im 
hinteren Travignolothale; daselbst auch eine violette Färbung der letzteren und 
der G. havarica; diese Pflanze aber auch mit weisser Blüthenfarbe, ferner eine 
rose uro the Primula minima und eine weisse Pr. longiflora. 

Herr Prof. Dr. C. Fritsch bemerkt, dass die der Gentiana 
Clusii Perr. et Song, nahe stehende G. Bocheiii Kern, in der Blüthen- 
farbe nicht constant ist. Ihre Färbung ist relativ häufig violett, 
kiipferroth oder weiss, aber auch oft ebenso blau wie die von G. 
Clusii (vergl. diese „Verhandlungen", 1893, Sitzungsber., S. 34). 



') Nach einer brieflichen Mittheilung vom 17. August 1894 an den Verfasser. 

16* 



114 



Versammlung der Section für Botanik am 9. Februar 1897. 



Ferner theilt Dr. Fritsch mit, dass er die rein weiss blühende 
Form der Gentiana verna L. in einer Gruppe beisammen stehender 
Exemplare auf dem Tannberg bei Neumarkt (Salzburg), ferner einen 
Stock derselben Art mit der Länge nach gestreiften CoroUen- 
Zipfeln von blass bläulicher und dunkelblauer Farbe am Semmering 
(nächst dem „Erzherzog Johann") unter den normalen Pflanzen 
beobachtet habe. 

Herr L. Keller macht noch die hieher gehörige Mittheilung, 
dass auf der Rothsohlwiese (Hohe Veitsch) die Gentiana purpurea 
in beinahe ganz weisser Farbe massenhaft auftritt, während die 
typische Blüthenfarbe daselbst sehr selten ist. 

Herr J. Dörfler demonstrirt ferner Zweige einer Lonicera 
aus Niederösterreich und bemerkt hiezu: 

„An den gezeigten Exemplaren sind die Fruchtknoten der Blüthenpaare 
bis auf den Grund frei; sie unterscheiden sich daher von der in diesen „Ver- 
handlungen", 1896, Heft 10, S. 473 beschriebenen Lonicera Formanekiana Hai. 
nicht. Um sich hierüber vollständig sicher aussprechen zu können, müssten 
allerdings Zweige mit reiferen Beeren vorliegen. Die vorgelegten niederöster- 
reichischen Exemplare dieser Lonicera alpigena L. var. (?) Formanekiana v^^urden 
von Herrn C. Jetter im Juni 1890 in der Umgebung von Lunz gesammelt," 

Zum Schlüsse bringt der Genannte noch das prachtvoll aus- 
gestattete Werk zur Vorlage: F. Johow, Estudios sobre la Flora de 
las Isias de Juan Fernandez. 



Versammlung der Section für Zoologie 

am 12. Februar 1897. 

Es fanden folgende Vorträge statt: 

Herr Director Theodor Fuchs: „lieber Netisina Ägassizii 
Goes, ein angeblich neues Foraminiferen-Genus im pacifischen Ocean." 

Herr Dr. Carl Camillo Schneider: „lieber die Beziehungen 
zwischen Hydroidpolypen und Siphonophoren." 



Versumiulungeu der Sectiou für Zoologie am 12. Februar und 12. März 1807. 



115 



► In der am 12. März 1897 stattgefundeneii Ve r sammln ug 
wurden folgende Vorträge gehalten: 

Herr Dr. Tad. Garbowski: „Zur Analyse des Keimblatt- 
begrilfes." 

Dieser Vortrag, welcher den Inhalt eines Capitels aus den „Morpho- 
genetischen Studien", einer demnächst erscheinenden Publication des Genannten, 
wiedergibt, wird gleichzeitig von der „Deutschen anatomischen Gesellschaft" in 
Jena veröffentlicht. 

Herr Dr. Emil y. Marenzeller: „Ueber die nordischen Arten 
der Gattung Holothuria.'^ 



IV. und V. Bericht der Section für Kryptogamenkunde. 

Versammlung am 26. Februar 1897. 
Vorsitzender: Herr Dr. Alexander Zahlbruckner. 

Herr Dr. Fr. Krasser hält einen Vortrag „lieber den Zell- 
kern der Kryptogamen". 

Vortragender besprach unter Anlehnung an Zimmermann's „Morpho- 
logie und Physiologie des Zellkernes" und mit Berücksichtigung der seither er- 
schienenen neuen Arbeiten die morphologischen Verhältnisse des Zellkernes bei 
den Classen und wichtigsten Ordnungen der Kryptogamen, sowie das Verhalten 
des Zellkernes der Thallophyten bei der Bildung der Sporen und der sporen- 
bildenden Organe. 

Sodann macht Herr Dr. S. Stockmayer eine vorläufige 
Mittheilung über seine den Zellbau der Cyanophyceen be- 
treffenden Studien. Dieselben wurden vornehmlich an Oscillarieen, 
und beinahe ausschliesslich an lebendem Materiale ausgeführt 
und führten zu Resultaten, welche denen Nadson's noch am 
nächsten stehen: Das „Protoplasma" besteht aus einem „V^aben- 
gerüste" im Sinne Bütschli's, die peripheren Theile desselben sind 
meistens durch Aufnahme des charakteristischen Farbstoffes diffe- 
renzirt, wodurch ein differenzirter Centraikörper vorgetäuscht wird. 



116 



Versaramlnng der Sectioii für Kryptogamen'kuudo am 2(;. März 18ü7. 



Selten ist das ganze Wabengerüste durchaus gefärbt oder durchaus 
ungefärbt. — Die besprochenen Verhältnisse demonstrirte der Herr 
Vortragende an lebendem Materiale. 

Zum Schlüsse legt Herr Dr. Alex. Zahlbruckner die seit dem 
letzten Sprechaljeud neu eingelaufene kryptogamische Literatur vor 
und bespricht in Kürze die wichtigsten und allgemeineres Interesse 
beanspruchenden neueren Erscheinungen derselben. 



Versammlung am 26. März 1897. 
Vorsitzender: Herr Dr. Alexander Zahlbruckner. 

Herr Hofrath Dr. A. Kornhub er hielt nachfolgenden Vortrag, 
an welchen sich eine eingehende Discussion knüpfte. 

Uelber fossile Bakterien. 

Die ausserordentliche Menge der kleinsten Lebewesen, die in der Gegen- 
wart die Luft, den Boden, die Wässer, besonders die stillestehenden, bevölkern, 
ihr ungewöhnlicher Einfluss, den sie auf die Zersetzung der Organismen und auf 
deren Ueberführung in unorganische Substanz ausüben, legte den Gedanken nahe, 
dass sie auch in den früheren Schöpfungsepochen bereits aufgetreten sein mussten, 
um ähnliche Wirkungen, wie heute, zu vollziehen. 

Es war Ph. Van Tieghem, der zuerst an gelungenen Dünnschliffen, die 
M. B. Renault am Museum für Naturgeschichte zu Paris aus verkieselten 
Pflanzenresten aus der Umgebung von Grand-Croix bei Saint-Etienne angefertigt 
hatte, das Dasein vorweltlicher Mikrobionten erkannte und auf die von ihnen 
veranlassten Zersetzungen in einer Abhandlung aufmerksam machte, die er unter 
dem Titel: „Sur le ferment butyrique ä Fepoque de la houille" in den Coniptes- 
Rendus de l'Institut, 1879, Tome LXXXIX, p. 1102, veröffentlicht hat. Van 
Tieghem untersuchte alle Pflanzenbruchstücke, deren Gewebe schon eine mehr 
oder minder weitgehende Veränderung in dem Augenblicke erlitten hatten, wo sie 
von den kieselsäurereichen Gewässern plötzlich überi'ascht und dauernd festgelegt 
wurden. Es waren dies Samen von Gymnospermen und dergleichen Gebilde, au 
denen die Zerstörung zuweilen selbst bis auf die übrigbleibenden Tracheiden oder 
bis auf die Cuticula vollführt worden war. Die Form und Grösse des stäbchen- 
förmigen Mikrobs, das in der Kieselraasse in grosser Vollkommenheit mit feinen 
Einzelheiten, in der Mitte deutliche Sporen einschliessend, zahlreich anzutreffen 
war, erinnerte lebhaft an den heutigen Buttersäure-Bacillus, B. Amylobacter Van 



Versammlung der Section für Kryptogamenkunde am 20. März 1897. 



117 



Tieghem, den dieser Gelehrte eingehend erforscht und seine bevorzugte Thätig- 
keit bei der Zersetzung sogenannter faulender, besonders weicherer Pflanzentheile 
nachgewie.sen hat. Da die Mitthcilungon in den Comptes-Rendus nie von Abbil- 
dungen begleitet sind, scheint der Abhandlung Van Tieghem's nicht die ver- 
diente Beachtung zu Theil geworden zu sein. Erst im Jahre 1892 führten 
B. Renault und C. Bertrand in den Berichten der Societe d'Histoire naturelle 
d'Autim vom 24. April einen neuen Bacillus aus der Dyasformation vor, worüber 
Albert Gaudrj in der Pariser Akademie am 6. August 1894 berichtete. Comptes- 
Rendus, 1894, Jul.-Dec, Tome CXIX, p. 377: „Sur une bacterie coprophile de 
Tepoque permienne". Im neuesten Hefte der Annales des Sciences naturelles, 
65® annee, huitieme Serie: Botanique, publice sous la direction de Mr. Ph.Van 
Tieghem, Tome II, N''^ 4, 5 et 6 (Paris, 1896), veröffentlicht nun B. Renault 
auf S. 275 — 350 eine von 46 schönen Abbildungen begleitete Abhandlung unter 
dem Titel: Recherches sur les Bacteriacees fossiles, bei denen er zu höchst inter- 
essanten Ergebnissen gelangt. 

Er liefert vor Allem den Nachweis, dass Bakterien von der oberen Stufe 
der Juraformation an, die er von Le Mans an der Sarthe untersuchte, im Perm 
und im Ober-Carbon der Gegend um Autun, im Mittel-Carbon von Manchester 
und in Schottland (bituminöse Schiefer von Oakbank), im Culm von Frankreich 
(d'Esuost, de Combres, Lay et Regny) und Russland (Blätterkohle bei Tovarkovo 
im Gouvernement Toula), im Kohlenkalk der Grafschaft Glatz (bei Falkenberg) 
und im Ober-Devon Thüringens (Cypridinen-Schiefer von Saalfeld) vorkommen. 
Pflanzenreste aus jüngeren Formationen, nämlich den cretacischen, tertiären und 
quartären, hatte Renault noch nicht Gelegenheit zu untersuchen; doch unter- 
liegt es keinem Zweifel, dass in solchen, wenn sie. in Zersetzung begritfen, der 
Verkieselung unterworfen waren, ferner auch im Calcium])hosphat fossiler Knochen- 
reste oder Schuppen von Fischen oder Reptilien dieser geologischen Epochen eine 
grosse Zahl von Bakterien sich finden wird, welche die Zerstörung all' dieser 
organisirten üeberbleibsel hervorgerufen haben. Ebenso sicher darf auch ange- 
nommen werden, dass in geologischen Zeiten, die vor dem Devon liegen, im Silur 
und im Cambrium, die damaligen Organismen bereits den Angriffen von Mikro- 
bionten unterworfen waren. 

Man könnte wohl fragen, wie es möglich war, dass so kleine Wesen, wie 
die Bakterien, deren Zellwände so wenig scharf unterschieden sind, sich so deut- 
lich erhalten konnten, dass sie oft leichter zu erkennen sind, als recente 
Formen. Aber ihre zarte Zellhaut färbte sich, indem sie sich verkohlte, und in 
gewissen Fällen hat sich in ihr ein brauner Farbstoif des IJlmins abgelagert. 
Zudem mu.s.sten die Kiesellösungen die Gewebe äusserst schnell durchdrungen 
haben, so dass die Bakterien in ihrer Zerstörungsarbeit überrascht wurden, die 
einen im Begriffe, sich zu theilen und .sich zu vermehren, die anderen an Ort 
und Stelle selbst, innerhalb der Zellwandungen, die sie eben daran waren auszu- 
höhlen und aufzulösen, bis sie nach gethaner Arbeit zu Zoogloeen sich verbanden. 

Freilich entbehrt man zur Unterscheidung der fossilen Formen 
und zur sicheren Fe.ststellung ihrer Arten der Methode, die man bei lebenden 



118 



Versaininlung der Section für Kryptogamenkundc am 2(i. März 1897 



anzuwenden vermag, nämlich der Züchtung auf verschiedenen Unterlagen. Aber 
ihre Form, ihr Wuchs, die Art und Weise ihrer Zellverbände und ihrer Grup- 
pirung in natürlichen Colonien, ihre Vermehrungsweise durch Theilung und 
eigenthümliche Sporenbildung, das Keimen derselben, Vorgänge, bei denen allen 
die Mineralisation sie übei-rascht hat, endlich das geologische Alter der Gesteins- 
formation selbst, in der sie begraben sind, bieten ebenso viele treffliche Charaktere 
dar, um sie zu unterscheiden, mit lebenden Formen zu vergleichen und an solche 
sie systematisch anzuschliessen. In schwierigeren Fällen, wo die vegetabilischen 
Eeste nur verkohlt und nicht verkieselt sind, wie z. B. in der Blätterkohle von 
Tovarkovo, kann man anorganische Körnchen quarziger Natur durch ihre Un- 
löslichkeit in warmer Salzsäure, kalkige durch Aufbrausen in Säuren, Harz- 
tröpfchen durch ihre Löslichkeit in heissem Alkohol oder in Toluen und Gummi- 
kügelchen durch Löslichkeit in reinem Wasser nachweisen, während die Bakterien 
derlei Verhalten nicht zeigen. 

Was die Formen der fossilen Bakterien betrifft, so wiegt die der 
Kokken bei weitem vor. Sie fanden sich in allen vorhin erwähnten Formationen, 
und zwar in zweierlei Grössenverhältnissen, in denen sie, wie ihr Auftreten er- 
kennen lässt, auch zweierlei Thätigkeit äusserten. Die von kleinerem Wuchs, 
deren Durchmesser zwischen 4 und 0"8 /u schwankt, zersetzten besonders die 
Mittellamellen (Intercellularsubstanz) der Zellen. Typische Beispiele solcher sind 
Micrococcus hymenophagus im Ober-Carbon und Micrococcus priscus aus dem 
Culm. Diejenigen von grösserem Wuchs, deren Durchmesser zwischen 2"2 und 
3*3 /u schwankt, haben ihre Thätigkeit besonders auf die Verdickungsschichten 
(sogenannte secundäre und tertiäre Membran) der Zellen, Tracheiden etc. ge- 
richtet. Typisch für diese ist der Micrococcus Guignardi aus dem Ober-Carbon 
von Autun u. a. 0., dessen ungewöhnliche Verbreitung den ersten Anlass zum 
unzweifelhaften Nachweis der Mikrokokken im Carbon dargeboten hat. 

Durch das Zusammenwirken beider Gruppen von Mikrokokken, sei es gleich- 
zeitig oder nacheinander, musste allmälig die Organisation verschwinden, da die 
ersteren den Zusammenhang der Zellen untereinander aufhoben, die anderen den 
eigentlichen Zellleib zerstörten, wobei das Protoplasma schwand, und dessen Stelle 
von Zoogloeen eingenommen ward, die aus den letzten Mikrokokken sich zusammen- 
setzten. 

Die fossile Kohle, die noch organische Structur zeigt, konnte also 
nicht aus einer vollständigen Zersetzung durch Mikroben hervorgehen; nur die 
amorphe Kohle allein könnte auf diese Art entstanden sein, wenn man an- 
nimmt, dass die Producte einer solchen Zersetzung noch geeignet waren, sich in 
Kohle umzuwandeln. 

Verschiedene Bacillus-Y ovmQw fanden sich nur mitten in Geweben, die 
bereits einen hohen Grad der Zersetzung erlitten hatten. Offenbar traten sie erst 
am Ende der Umwandlungen auf, die durch die Mikrokokken eingeleitet worden { 
waren. Beispiele hiefür sind Bacillus Tieghemi aus dem permischen Kiesel vonj 
Autun, der Aehnlichkeit mit B. Amylohacter hat und wohl in Van Tieghem'sji 



Versammlung der Sectiou für Kryptogamenkunde am 26. März 1897. 



119 



erster obenerWcähnteii Publication für letzteren genomineu wurde; ferner B. 
vorax aus dem französischen Culm, B. lepidopliagus in ganz desorganisirten 
Theilen von Dentinresten in den Koprolithen des französischen Perm u. s. w. 

Die Mikrokokken und Bacillen, welche die Knochen, die Schuppen 
und Zähne, die in den Koprolithen des Perm und des Carbon enthalten 
sind, zerstörten, erinnern in ihrer Form und Grösse an die recenten, von 
Miller u. A. beschriebenen Formen, die heutigen Tages die Caries der Knochen 
und Zähne bedingen. Hieher gehören Micrococciis und Bacillus lepidophagus 
und vom letzteren eine besondere Form, B. arcuatus. 

Gewisse Bacillen, wie B. ozodeus, B. Gramma trifft man im Innern der 
Sporangien von Farnen (Pecopteris), wo sie zuerst die Sporen, dann die 
Innenwand der Sporangien zersetzen und zuletzt eine Zoogloea bilden. 

Infolge der Arbeitstheilung vermögen die Bakterien gleichzeitig ver- 
schiedene Pflanzengewebe anzugreifen, zumeist aber verschwinden die 
zarteren Gewebe des Cambiums und des Weichbastes zuerst, darauf folgen die 
verholzten Zellen der Markstrahlen, die Tracheiden, der Hartbast, am meisten 
Widerstand leisten die Kork- und die Epidermiszellen und die Cuticula. Bei der 
Blätterkohle des russischen Culm z. B. sind alle Gewebe von Bothrodendron bis 
auf die Cuticula zerstört. 

Merkwürdig ist endlich die Bildung von Kiesel-Sphärolithen, wozu 
die Zoogloeen der Bakterien Veranlassung gegeben haben, wie die schönen Vor- 
kommnisse von Thelots und Margenne aus der Gegend von Autun beweisen. 

Hierauf demoiistrirte Herr Ferd. Ritt. v. Pfeiffer den neuen 
Zangen-Objectivwechsler von Fuess, wobei er dessen geringes 
Gewicht und niedrigen Preis gegen die allgemein verbreiteten Ob- 
jectivrevolver hervorhob. 

Ferner demonstrirte derselbe Herr mikroskopische Präparate, 
insbesondere von Volvox- Arten, nach neuen Methoden hergestellt 
und von ausserordentlicher Schönheit. 

Herr M. Heeg demonstrirte mikroskopische Präparate von 
Lau))- und Lebermoosen und erntete allgemeine Anerkennung. 

Schliesslich legte Herr Dr. Alex. Zahlbruckner die neue 
Literatur vor. 



Z. B. Ges. Hd. XLYII. 



17 



120 



Constantin v. Hormuzaki. 



Die SchmetterliDge (Lepidoptera) der Bukowina. 

Von 

Constautin Freili. t. Hormuzaki. 

II. Theil. 

(P^ingelaufen am 1. März 1,S!)7.) 

Die bisher aus der Bukowina bel<annt gewordenen Schmetterlinge 

(Lepidoptera). 

A. Macrolepidoptera, 
I. (1.) Hhopalocera. 
Papilio L. 

1. Podalirius L. 

Var. (Gen. II) Zanclaeus Zell. 

Ist bei uns auf das Tiefland beschränkt und streift nur die G-renzgebiete 
der montanen Eegion. Bei Czernowitz überall häufig, in zwei Generationen, 
zahlreicher als Machaon; Frühlingsgeneration an blühendem Flieder u. s. w., 
von Ende (23.) April, meist erst von Anfang Mai, den ganzen Monat hindurch; 
nur vereinzelte Nachzügler beobachtete ich noch am 1. und 3. Juni. Die Sommer- 
generation var. Zanclaeus Zell, fliegt von Mitte oder Ende Juli (nur 1892 
schon am 6. Juli) bis in den August. Bei dieser Form ist auch der sonst mehr 
schwarze Innenrand der Hinterflügel durch die blassgelbe Grundfarbe in zwei 
schmale Streifen zertheilt, ein Merkmal, das bei allen Beschreibungen übersehen 
wird (Näheres vgl. Soc. Entomol., Zürich, VIII, 1893, Nr. 1). Die Raupe lebt in 
den Gärten und der näheren Umgebung nur an Zwetschken- und Pflaumenbäumen; 
Falter auch bei Zutschka; ferner im Mai von mir bei Slobo zia-Comaresti, von 
Proc. bei Capu-CampuluT (450 ?w), dem höchsten bisher bekannten Bukowiner 
Fundorte, gefangen. Bei Radautz nur einmal gezogen (Pwl. M.), im Dniester- 
gebiet bei Zaleszczyk, zweite Generation (W.). Var. Zanclaeus scheint weiter 
nordwestlich in Galizien nicht vorzukommen und hier seine Polargrenze zu 
erreichen. 

2. Machaon L. 

Ueberau, bis in die subalpine Region, aber im Tieflande seltener als der 
Vorige. In der ganzen Umgebung von Czernowitz, jedoch nicht häufig; die 
Frühlingsgeneration beobachtete ich nur einigemale, zwischen dem 26. April und 
7. Mai, die zweite vom 20. Juni bis August, ausnahmsweise noch am 8. September; 



Die Sclimcttorliuge (Lepidoptera) der Bukowina. 



121 



bei Slobozia- C Olli a res ti u. s. w. Im Mittelgebirge zählt Macliaon zu den 
charakteristischesten Elementen der Wiesenfauna; in Krasna sehr häufig, im 
Thale und auf allen höher im Gebirge gelegenen Waldwiesen (bis 900 m). 
Sommergeneration von Mitte (13.— 19.) Juli bis erste Hälfte August (Ende 
August nur sehr spärlich). Raupen Ende August häufig an Fimpinella Saxi- 
fraga und den verschiedenartigsten anderen Umbelliferen (20. August 1896 
noch im schwarzen Kleide, doch schon am 26. beinahe erwachsen, während noch 
einzelne umherflogen); zwischen 2. — 10. September verpuppt. Alle Stücke 
der Sommergeneration sind sehr gross (9 meist bis 80??i??0; zuweilen ist der 
oberste gelbe Mondfleck am Aussenrande der Hinterflügel orangeroth angeflogen 
und die schwarze Färbung an der Wurzel reicht weiter in die Mittelzelle. Ich 
fand Machaon ferner sehr zahlreich im August bei Gurahumora, Dorna auf 
höheren Bergwiesen bis über 1000?« und Cämpulung; erhielt einige im Mai 
gefangene von Capu-Campului (Proc). Bei Eadautz zwei Generationen 
(Pwl. M); im Laubwalde von Carapciu am Sereth fand Sch. einmal am 
8. Mai 14 Stücke einer sehr dunkeln Varietät, über die ich aber nichts Näheres 
ermitteln konnte; im Thale des Tscheremusch (Now.). 

Thais Fabr. 

3. Polyxena Schiff. 

AI). Cassandra Mn. 

Bisher nur bei Czernowitz, in einzelnen Jahren nicht selten, sonst dem 
grössten Theile des Landes gewiss fehlend. Die Flugzeit ist hier auffallend spät, 
Ende Mai und Anfang Juni; nur einmal traf ich den Falter schon am 4. Mai; 
bei Zutschka, wo deren Nahrungspflanze (Äristol. Clematitis L.) zahlreicher vor- 
kommt, sogar noch Ende Juni. Im Jahre 1881 fing Herr Oberlieutenant 
V. Janosz ein Exemplar aufwiesen bei Mihalcea, im Süden der Stadt. Einige 
Stücke führen 1—2 rothe Apicalflecke, wären also zur ab. Cassandra Mn. 
(= var. Bipiinctata Cosmovici) zu ziehen. Polyxena wurde auch im benach- 
barten Dorohoi in der nördlichsten Moldau, sowie im galizischen Podolien 
beobachtet, wo die Art ihre Verbreitungsgrenze erreichen dürfte, ist demnach 
für die „pontische" Fauna charakteristisch. 

Parnassius Latr. 

4. Apollo L. var. 

Nur in der subalpinen Eegion. Ich traf mehrere Falter im Thale Co Ihn 
bei Dorna (780— 800 m ü. d. M.) Anfang August 1894 und erhielt einige Anfang 
Juli von Herrn Proc. etwas weiter aufwärts an den südlichen Abhängen des 
Kalkberges Rareu gefangene c^. Das Gestein an der zuerst genannten Fund- 
stelle gehört dem Urgebirge (Glimmerschiefer) an, worauf ich aber Sedum 
(flaucum W. Kit. und S. maximum Sutt. in Menge bemerkte, die offenbar der 
Raupe zur Nahrung dienen. Alle unsere Stücke gehören einer grossen, scharf- 
gezeichneten, lichten Varietät mit verloschenen Analflecken auf den Hinterflügeln 
an, die der var. Transhaicalensis Stgr. nahe steht. Deren Beschreibung 

17* 



122 



Constantin v. Hormuzaki. 



gab ich in diesen „Verhandlungen", Bd. XLV, 1895, S. 227 &. Einzelne eben- 
solche Stücke erhielt ich aus dem Gebirge von Ca m pulung; ferner am 
Kalkberge Gaina bei Moldova (1425m) Ende Juli (Pwl.) und im Thale des 
Tscheremusch (Now.). 

5. Mnemosyne L. 

Sehr verbreitet, vom Tieflande bis in die alpine Region, und für 
die Bukowiner Lepidopterenfauna besonders charakteristisch. In der UmgebuDg 
von Czernowitz (Horecea, Weinberg etc.) überall an Waldrändern, in Zutschka 
zahlreich; von Ende Mai bis Mitte Juni; Cernauka auf Grasplätzen (7. Juni); 
ferner bei Capu-Campului und Valesaca im Mai auf Bergwiesen häufig 
(Proc), am Eunc bei Dorna (1217 w) im Juni, am Suhard in der alpinen 
Region (1709m), 1. und 2. Juli, und Cämpulung (Proc), Hardeggthal bei 
Radautz (Pwl. M.). Die Fundorte bei Horecea und Zutschka (158m u.d.M.) 
sind im Vergleiche zu denjenigen im westlichen Mitteleuropa jedenfalls sehr 
niedrig. Die Art ist äusserst variabel. Alle zahlreichen Stücke von Czernowitz 
und Capu-Campului sind sehr licht, namentlich die cT; Vorderflügel mit kleineren 
Flecken und schmalem, unbeschupptem Rande, mitunter mit einem vom Vorder- 
rande ausgehenden, keilförmigen, unbeschuppten Fleck bis in die Zelle 5; der 
dunkle Innenrand der Hinterflügel ist sehr schmal, reicht nie über den ersten 
Medianast, höchstens steht in der Zelle 5 noch ein getrennter schwarzer Fleck. 
Die 9 dem höheren Gebirge sind oft stark verdunkelt, bisweilen wird fast 
die ganze Fläche der Vorderflügel vom Aussenrande bis gegen die Mittelzelle und 
an der Wurzel graubraun und dünn beschuppt. Hinterflügel an der Wurzel bis 
in die Mittelzelle, und vom Innenrand um die letztere herum (die x^nalflecke 
mit eingeschlossen) bis gegen den Vorderrand dunkel bestäubt, oft mit zwei 
weissen Flecken in den Zellen 2 und 3. Entweder ist auch der Aussenrand selbst 
breit graubraun, oder aber die ganze äussere Flügelfläche, so dass dann von 
der Grundfarbe blos zwei Reihen heller Halbmonde übrig bleiben, wovon die 
äussere hart an den Aussenrand zu stehen kommt. Ein 9 ^^us Dorna besitzt 
an jedem Hinterleibssegment je einen orangegelben Fleck, wie ihn nach Mene- 
tries und Nordmann die 9 dem Kaukasus aufweisen. 

Aporia Hb. 

6. Crataegi L. 

Im Tieflande gemein, in der unteren montanen Region selten, Aveiter auf- 
wärts fehlend. In der ganzen Umgebung von Czernowitz in manchen Jahren 
(z. B. 1887) in Unmenge, in anderen (1895) nur einzeln, von Ende (26.) Mai, 
meist in den ersten Tagen des Juni erscheinend, bis Mitte Juli. Die Raupen 
meist an Zwetschkenbäumen und Rosen in der ersten Hälfte des Mai erwachsen. 
In Krasna nur ganz vereinzelt aufwiesen im unteren Serezelthale, Ende Juni, 
Juli, zuweilen noch bis 27. August, überall im Thale des grossen Sereth, 
Gurahumora Ende Juli; Capu-Campului (Proc), Radautz gemein, 1890 
schon vom 25. Mai (Pwl. M.), bei Suceava fand Herr J. die Eier im Frühlinge 
1895 in Menge an Schlehen. 



Die Schmetterlinge (Lopidopteru) der Bukowina. 



123 



Pieris Schrk. 

7. Brassicae L. 

Im ganzen Lande gemein, bis in die subalpine Region, wo der Falter 
stellenweise (z. B. auf den Bergen oberhalb Colbu etc.) ebenso zahlreich fliegt, 
wie im Tieflande. Oefter traf ich (bei Czernowitz) frische Stücke schon vom 
28. März an im Freien, die off'enbar als Schmetterlinge überwintert haben. Aus 
Puppen schlüpfen die ersten vom 16. April an aus und sind auch von da an- 
gefangen den ganzen Mai hindurch bis Juni im Freien zu sehen, worauf schon 
vom 16. Juni an wieder frische Stücke der zweiten Generation bis in den Herbst 
fliegen. Die (frischen) im zeitlichen Frühlinge beobachteten Exemplare lassen 
also eine dritte Generation vermuthen. In Krasna erscheint die zweite Genera- 
tion erst Mitte oder Ende Juli; an allen übrigen Fundorten beobachtet. 

8. Bapae L. 

Ab. Similis Kroulikovrsky ; ab. Immaculata Fologne. 

Ebenfalls überall häufig, nur in der alpinen Region noch nicht 
beobachtet. Bei Czernowitz von Anfang (6.) April, die zweite Generation von 
Anfang oder Mitte Juni, eine dritte im September oder Anfang October. Auch 
in Krasna jedenfalls drei Generationen, in den ersten Octobertagen oft zahlreiche 
frische Stücke. Unter den Frühlingsexemplaren von Czernowitz finden sich öfter 
solche mit grauweisser Vorderflügelspitze und ebensolchen Flecken, die 9 sind 
dann auch oberseits aufi'allend gelblich, der Körper goldgelb behaart. Auf der 
Unterseite sind Hinterleib, Hinterflügel und Vorderflügelspitze lebhaft citronen- 
gelb. Diese Form dürfte der ab. (var.) Similis Kroul. gleich sein. Einzelne 
aus Czernowitz und vom Colbuthale sind oberseits einfarbig weiss, unten ist blos der 
Fleck in der Zelle 3 der Vorderflügel schwach angedeutet (ab. Immaculata Fol.). 

9. Napi L. 

Var. (Gen. II und III) Xapaeae Esp., ab. Intermedia Kroul., ab. Bnjoniae 0. 

Im ganzen Lande, bis in die alpine Region sehr häufig. Im Tieflande 
iu zwei bis drei Generationen; die Erscheinungszeit ganz wie bei Rapae. Die 
Sommerform gehört in der unteren und noch in der subalpinen Region der 
var. Napaeae Esp. an, die von J. auch in Anzahl Anfang August 1896 am 
ßunc bei Cämpulung und in der Mittelzone des Giumaleu, etwa bis 1.300 m 
gesammelt wurde. Um dieselbe Zeit flog jedoch in der alpinen Region am 
Giumaleu (1859 m) und Rareu die Frühlingsform, also jedenfalls die einzige 
Generation in solcher Höhe. Manche (j^ von Dorna mit oberseits intensiv 
schwarzen Rippen und dunkler Bestäubung an deren Enden, breit schwärzlich- 
grau bestäubten Rippen auf der Unterseite sind am besten zur ab. Intermedia 
Kroul. zu ziehen, hiezu gehören auch solche 9 der Frühlings- und Sommer- 
generation von Czernowitz und Krasna, die an der Vorderflügelwurzel, am Aussen- 
rande u. s. w. dunkel bestäubt sind, aber noch nicht in dem Masse, wie var. 
Bryoniae 0., von der sie sich auch durch die sonst rein weisse Grundfarbe 
unterscheiden; auch bei Radautz (ab. Bryoniae, Pwl. M.). Nur ein 9> das ich 
am 24. Juli in Krasna auf einer Wiese im Thale in einer Höhe von blos 450 m 
fing, muss zur ab. Bryoniae 0. gezogen werden; es hat fast einfarbig 



124 



Constantin v. Horrauzaki. 



graubraune Vorderflügel, blos in den Zellen 2 und 4 befindet sich je ein 
kaum lichterer, grauer Wisch. Hinterflügel an den Rippen, dem Innen- und 
Aussenrande dunkel graubi'aun bestäubt, deren Gi'undfarbe aber auch reiner 
weiss, weniger gelblich als bei alpinen Brijoniae, bei denen aber die schwarz- 
braune Bestäubung nicht so ausgebreitet ist. 

10. Daplidice L. 

Var. (Gen. I) Bellidice 0. 

Vom Tieflande bis in die alpine Region überall verbreitet; in einzelnen 
Jahren (z. B. 1893) im ganzen Lande massenhaft, auch auf den Alpenwiesen 
der Lutschina u. s. w., in anderen nur vereinzelt. Die erste Generation (var. 
Bellidice 0.) bei Czernowitz von Mitte April bis Mitte Mai, die zweite vom 
3. Juli bis Ende August und Anfang September, in Krasna im Juli, August und 
zuweilen in frisch ausgeschlüpften Stücken der Sommerform, die einer dritten 
Generation angehören, Ende September und Anfang October; fehlt keinem der 
bekannten Fundorte. Die im Juli an den Quellen des Baches Talarka (1360 m) 
gesammelten Stücke gehören der Sommerform an ; dagegen fliegt die Art Anfang 
August auf der Lutschina (1590 m) und in der alpinen Region des Rareu 
(15. August) jedenfalls nur in einer Hochsommergeneration, die, wie bei 
P. Napi, mit der Frühlingsform der unteren Regionen, also var. Bellidice 0., 
übereinstimmt. Die bei Dorna, Colbu etc. Anfang Juli fliegenden 9 sind an der 
Vorderflügelwurzel und in der Mittelzelle bis zum Mittelfleck graubraun bestäubt. 

Anthocharis B. 

11. Cardamines L. 

Sehr verbreitet, bis in die höhere Bergregion. In Czernowitz und der 
ganzen Umgebung häufig von Ende April bis Ende Mai; Slobozia-Comaresti 
auf Wald wiesen am 8. Juni, Krasna im Mai und Anfang Juni häufig, ver- 
einzelt bis 1. Juli, auf feuchten Wiesen im unteren Serezelthale. Ein frisches cT 
fand ich bei der Glashütte im obersten Serezelthale am 16. Juli, das noch der 
Frühlingsgeneration angehören mag; ein anderes, ebenfalls frisches Stück (9), 
das ich am 11. August an den zuerst genannten Flugplätzen fing, deutet aber 
auf eine zweite Generation, da den ganzen Juli hindurch dort kein Gardamines 
mehr zu sehen ist. Unsere sind ziemlich variabel, namentlich die Grösse des 
schwarzen Mittelfleckes auf den Vorderflügeln; die orangerothe Färbung ist bei 
einigen Stücken wenig über diesen Fleck, bei anderen weiter in die Mittelzelle 
verbreitet; die 9 sind unvergleichlich .seltener. Wurde ferner beobachtet bei 
Radautz nicht selten, einmal schon am 24. April (Pwl. M.), Kupka (Sch.). 
Valesaca, Capu-CampuluT im Mai häufig, Cämpulung, Dorna im Juni 
(Proc). L 
Leucophasia Steph. f 

12. Sinapis L. 

Var. (Gen. I) Lathyri Hübii., var. Diniensis B., ah. Eryshni Bokrh. 

Hat ziemlich dieselbe Verbreitung wie Cardamines und steigt bis in die' 
subalpine Region. Bei Czernowitz sehr häufig, die erste Generation (var. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



125 



Lathyri) vom 17. April bis Ende Mui, wohl auch früher; die zweite Anfang Juli 
bis Mitte September. Die Frühliugsexemplare haben mitunter eigenthümlich 
ausgebuchtete, auf der Rippe G in eine vorgezogene Ecke aushxufende Vorder- 
flügel wie bei manchen Arten der Gattung Dismorphia Hb. Bei anderen davon 
ist die Hinterflügel-Unterseite fast einfarbig graugrün, nur in Zelle 5 und der 
Mittelzelle mit weissem Fleck. Die Sommerform hat immer abgerundete Vorder- 
flügel, Ausdehnung und Intensität des Apicalfleckes sehr veränderlich. Einfarbig 
weisse Stücke (ab. Erysimi) traf ich überall unter der Stammform beider 
Generationen. In Krasna (zweite Generation) vom 9. Juli bis Ende August; im 
Jahre 1896 überall massenhaft, selbst mitten im Walde am Rune; ich fand die 
Art auch bei Slobozia-Comaresti und Gurahumora sehr häufig den 
August hindurch. Bei Radautz erste Generation vom 12. April, zweite vom 
2. Juli an (Pwl. M.); Valesaea, Capu-Campului im Mai, Dorna (Proc), 
am Rune bei Campulung, bei Valea Putna sehr zahlreich, und ein frisches 
Stück der var. Diniensis B. bei Fundu-Moldo vei im August 1896 (J.). 

Colias Fabr. 

13. Palaeno L. var. Europomene 0. 

Bei uns nur in der höheren subalpinen Region, wo deren Nahrungspflauze 
Vaccinium uUginosum L. gesellig wächst. In einem Seitenthale bei Dorna am 
Bache Rusca (750 w) flogen am 7. August 1894 mehrere auf sumpfigen 
Wiesen und liessen sich für kurze Zeit an Chrysantheimim-'Blüt'hen nieder. 
Obwohl es mir nicht gelang, eines davon zu fangen, konnte ich die Exemplare 
dennoch so genau betrachten, dass deren Identität keinem Zweifel unterliegt. Es 
waren kleine dunkelgelbe Stücke, ohne Spur von Mittelflecken auf den Vorder- 
flügeln und mit sehr dunkel bestäubter Hinterflügel-Unterseite, demnach zur 
var. Europomene 0. gehörend. Ein 9 erhielt ich vom Quellgebiete des 
Tscheremusch. Palaeno kann als für die baltische Fauna besonders charakte- 
ristisch angesehen werden, und erreicht nach bisheriger Ermittlung in der Buko- 
wina den südöstlichsten Punkt seiner Verbreitung in Europa. 

14. Hyale L. 

Im ganzen Lande, bis in die höheren Gebirgsthäler ; bei Czernowitz 
überall in zwei Generationen von Ende Mai bis 24. Juni und vom .5. Juli bis 
Ende October gemein, ebenso in Krasna im Thale und auf höheren Bergwiesen 
Mitte Juli bis Ende September, um dieselbe Zeit von mir auch an folgenden 
Orten beobachtet: im Sereththale, bei Gurahumora, Campulung, Mar- 
gin ea. Bei Radautz vom 20. Mai bis 1. November, zwei Generationen (Pwl. M.), 
Kupka gemein (Sch.), Capu-CampuluT und Valesaea im Mai, Dorna An- 
fang Juli, Werentsehanka (Proc.), Suceava (Proc. und J.), Mitoka (J.). 
Bei einem von Krasna reicht die dunkle Saumbinde der Vorderflügel bis zum 
Innenrande, der gelbe Fleck in der Zelle 2 ist klein, dreieckig und ganz von der 
schwarzbraunen Färbung eingeschlossen; auf den Hinterflügeln befindet sich an 



126 



Consta 11 tio v. Horinuzaki. 



der Innenseite des breiteren (bis über den ersten Medianast, fast bis zum Innen- 
winkel reichenden) schwarzbraunen Aussenrandes eine Eeihe ebensolcher Flecke, 
vom Vorderrande ausgehend bis in die Zelle 2, wodurch dreieckige Flecke der 
Grundfarbe (in den Zellen 3 — 6) eingeschlossen werden. Vorderflügel auf der 
Unterseite auch im Mittelfelde dunkler gelb angeflogen. Könnte vielleicht mit 
var. Sareptensis Stgr. identisch sein. 

15. Chrysotheme Esp. 

In der Umgebung von Kupka von Sch. in Anzahl gesammelt und öfter 
an Tauschfreunde versandt worden; dürfte in tieferen Lagen am Sereth gegen 
Kamenka u. s. w. gefunden worden sein. Als echt „pontische" Art dringt Chryso- 
theme nur in die Grenzgebiete der baltischen Fauna; den Karpathen fehlt sie 
ebenso, wie dem mittleren und nördlichen Deutschland, Frankreich u. s. w. 

16. Myrmidone Esp. 

Nur bei Czernowitz und auch da höchst selten; ich fing einige abge- 
flogene 9 ^lüd ein cT ^^^f Hutweiden gegen Eosch im September, später ein 
frisches 9 in einem Garten am 21. September. Bei uns sehr local und in der 
montanen Region fehlend ; im Uebrigen ist die Verbreitung ähnlich wie bei Chryso- 
theme, doch dringt Myrmidone weiter nach Nordwesten (Schlesien, Oberlausitz). 

17. Edusa Fabr. 

Ab. Heiice Hb. 

Im ganzen Lande häufig, in der subalpinen Eegion höher aufsteigend und 
zahlreicher als Hyale. Ueberall bei Czernowitz, zwei Generationen, erste vom 
29. Juni an, zweite vom 5. August bis in den Spätherbst in frischen Stücken; 
1891 flogen noch am 2. November auf Hutweiden am Cecina zahlreiche ^f; in 
Krasna meist nicht vor dem 9. August, bis October auf allen Wiesen häufig; 
1896 fand ich mehrere Stücke am 24. Juli, dann erst vom 18. September an 
sehr häufig frische Exemplare; demnach auch zwei Generationen. Auch traf ich 
den Falter in Menge Ende August und Anfang September auf torfigen Wiesen im 
oberen Dornathale bei Cändreni und an den Abhängen des Berges Ousor; 
Gurahuraora, Sereththal. Bei Eadautz nicht selten (Pwl. M.), Kupka 
ziemlich häufig (Sch.), Suceava, Jacobeni und im Thale Colbu (Proc). 

Bei den 9 "Czernowitz und Krasna ist der dunkle Aussenrand bald 
schmäler, bald sehr breit, in diesem Falle sind die gelben Flecke darin, nament- 
lich auf den Hinterflügeln stark reducirt; bei den sind die gelben Eippen im 
Aussenrande der Vorderflügel oft nur schwach angedeutet oder fast verschwunden. 
Einem solchen cT von Colbu fehlt auch die Eeihe braunrother Flecke auf der 
Unterseite der Hinterflügel, mit Ausnahme des am Vorderrande stehenden. Die 
Intensität der orangegelben Grundfarbe, ebenso die Grösse des Mittelfleckes der 
Vorderflügel ist bei beiden Geschlechtern höchst veränderlich; ein von Czerno-i 
witz (Pwl.) hat einen breit grünlichgelben Vorderrand. | 

Ab. Heiice ist sehr selten, ich fand sie nur in einzelnen heissen Som- ' 
mern, je ein Exemplar bei Zutschka und Krasna (21. August). & 



Die Schmetterlingo (Lepidoptora) der Bukowina. 



127 



Rhodocera B. 

18. Rhamni L. 

Uebenill bäiitig. nur in der liöhereu subalpinen Region nicht beobachtet. 

In Czernowitz und der ganzen Umgebung in einer fast ein Jahr hin- 
durch andauernden Generation; die frischen Stücke erscheinen Anfang (5. — 12.) 
Juli und fliegen bis Ende October, dann nach der Ueberwinterung von Mitte 
März bis Mitte (19.) Mai; 1895 beobachtete ich einige noch am 1. und 15. Juni, 
walirscheinlich auch noch verspätete Stücke; ein eierlegendes 9 '^^^ JRhavmus 
frangula am 17. A])ril. In K ras na Mitte Juli bis October sehr häufig, ferner 
im Sereththale, bei Gurahumora und auf Bergwieseu bei Dorna im August. 
Bei Radautz (PavI. M.), Capu-Campului, Valesaca, Suceava, Cämpu- 
lung (Pi-oc). 

Thecla Fabr. 

19. Betulae L. 

Verbreitet, in der montanen Region am häufigsten, im höheren Gebirge 
nicht beobachtet. Bei Czernowitz in Obstgärten und am Cecina ziemlich selten; 
die vom 8. August an, die Q, wie überall, bedeutend später, vom 10. September 
bis October (am 13. October noch frisch) beobachtet; in Krasna häufig im unteren 
Serezelthale um Zwetschkenbäume fliegend; cT regelmässig nach der ersten Ab- 
kühlung Ende Juli, meist erst Anfang oder Mitte August; 9 frühestens am 
20. August, bis October; Gurahumora, die 9 vom 19. August bis September 
sehr häufig, auch an den Köderschnüren (Apfelschnitten). Bei Radautz ziemlich 
selten (Pwl. M.). 

20. Spini Schiff. 

Bisher mit Sicherheit blos im Dniestergebiete bei Zaleszczyk in 
Laubgehölzen Ende Juni bis Anfang Juli, häufig (W.), demnach zur Bukowiner 
Fauna zu zählen; bei Radautz glaubt Pwl. ein Exemplar am 8. Juni gesehen 
zu haben. Jedenfalls äusserst local, aber in allen Nachbargebieten, an weit- 
entfernten Fundorten, sowohl im Gebirge als auch in der Ebene beobachtet. 

21. W. alhum Knoch. 

Auch sehr local; bei Czernowitz eine der gewöhnlichsten Arten der 
Gattung, zahlreich in frischen Stücken um Gebüsche fliegend und von Zweigen 
herab zu klopfen. Die Entwicklung erfolgt ziemlich un regelmässig, vom 16. Juni 
bis 1. August die ganze Zeit hindurch. 1896 waren auch die Raupen sehr 
häufig Ende Mai; zwischen 2. und 7. Juni alle verpuppt. Die Raupe ist hier 
höchst polyphag, denn ich fand sie an: Rhamnus Frangula, Berheris vulgaris, 
Vihiirnum Lantana, Cornus sanguinea und Lonicera tatarica. Bei einzelnen 9 
befindet sich im Afterwinkel der Hinterflügel ein orangerother Fleck. Son.st fing 
ich blos ein Exemplar in Krasna, im oberen Theile des engen Gebirgsthales 
Valea runcului, auf einer sehr feuchten Waldwiese am 20. August. 

22. Ilicis Esp. 

Nur in Czernowitz und Umgebung vom 30. Mai bis Anfang Juni, sehr 
selten. Mehrere Stücke fand ich in Gärten und ein Paar bei Cernauka in 
lichtem Eichenwalde. Fehlt im Gebirge, ebenso wie die folgende Art. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 18 



128 Constantin v. Hormuza'ki. 

23. Acaciae Fabr. 

Ebenfalls nur bei Czernowitz. In der Sammlung der hiesigen Uni- 
versität befindet sieb ein noch von Prof. Graber herrührendes Exemplar; 
neuerdings fand Pwl. am Weinberge vier abgeflogene Stücke am 9. Juli 1895. 

24. Pruni L. 

Die häufigste und am weitesten verbreitete Art der Gattung, bis 500 oder 
600m beobachtet. In den Gärten von Czernovsritz und der ganzen Umgebung 
gemein; die Puppe an Zwetschkenbäumen an der Oberseite der Blätter; Falter 
vom 21. Mai an, zuweilen erst im Juni, den ganzen Monat hindurch, nur 
ausnahmsweise bis 8. Juli. In Krasna blos im unteren Serezelthale, ebenso 
häufig, vom 13. Juni bis Anfang Juli. Einzelne (;f sind fast einfärbig und führen 
blos im Innenwinkel der Hinterflügel verloschene gelbrothe Randflecke. Ferner 
bei Capu-Campului und Valesaca Ende Mai (Proc), Kupka (Sch.), Ra- 
dautz (Pwl. M.). 

25. Quercus L. 

Sehr häufig in den Laubwaldgebieten am linken Pruthufer, vereinzelt in 
der montanen Region. Im Eichenwalde von Zutschka zahlreich um Gebüsche 
und Baumäste fliegend, von Mitte Juni bis Ende Juli, ebenso bei Cernauka 
mehrere Exemplare. In Krasna fand ich am Rande eines aus Linden und Weiss- 
buchen zusammengesetzten Wäldchens zwei cf am 30. und 31. Juli 1890 und 
ebendort ein drittes, frisches am 26. August 1896 (vgl. das darüber in der Ein- 
leitung Gesagte) ; in Gurahumora zwei an den Köderschnüren am 19. August; 
auch dort fehlen Eichen im weitesten Umkreise. Kupka (Sch.), Zaleszczyk am 
Dniester (W.). 

26. Bubi L. 

Local und nicht häufig, in der Ebene und im Gebirge. Ich fing einzelne 
frische Stücke um Gebüsche in Gärten von Czernowitz und auf einer Wiese 
bei Ostritza zwischen dem 28. Mai und 6. Juni, in Krasna nur ein etwas ab- 
geflogenes Exemplar im unteren Serezelthale am 4, Juli 1890. 

Polyommatus Latr.^) 

27. Virgaureae L. 

Merkwürdig local und bis jetzt nur in der Gegend von Czernowitz an- 
getroffen, und zwar blos am Cecina längs des Nord- und Westabhanges in den 
obersten Partien auf Waldwiesen und an der nach Revna führenden Strasse, 
häufig von Mitte Juli bis 21. August; bei Cernauka auf einer entlegenen Wald- 
wiese am Ufer des Hucäuteiches noch bis Mitte September. Bei allen cT ist der 
schwarze Rand breiter als gewöhnlich, ebenso sind die mit diesem zusammen- 
fliessenden schwarzen Flecke auf den Hinterflügeln bedeutend grösser. Die $ 
sind höchst veränderlich, manche ganz normal; Grösse 25— 32 wm. Bei einigen 



1) TJiersamon Esp. fing ich einmal Anfang Mai in Dulcesti (Rumänien); möglicherweise 
auch bis in die Bukowina vordringend. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der ßukowiua. 



129 



sind auf den Hinterflügeln die zwei mittleren Fleckenreihen zu einer einzigen, 
aus länglichen Flecken bestehenden, verschmolzen, die ganze Flügelfläche bis auf 
zwei kleine Fleckchen (Zelle 4 und 5) an der Aussenseite der Mittelzelle, und auf 
die Aussenrandbinde, verdunkelt. Der schwarze Saum der Vorderflügel ist öfter 
mit der davor stehenden Fleckenreihe zu einer breiten Saumbinde vereinigt. Bei 
einem solchen 9 überdies die mittlere Fleckenreihe der Vorderflügel dem 
Aussenrande sehr genähert und bildet eine fast gerade, gleichmässige Reihe kleiner 
Punkte, wodurch die Oberseite an P. Rutihis erinnert. Andere 9 besitzen auf 
den Hinterflügeln zwei sehr deutliche, getrennte mittlere Fleckenreihen, die äussere 
davon führt au der Innenseite jedes schwarzen Fleckes (Zelle 2—6) je einen licht- 
blauen Punkt. Hiebei ist auch die Grundfarbe der Hinterflügel auf der Unter- 
seite etwas mehr grau gelb, alle weissen und schwarzen Flecke sind viel grösser 
und deutlicher. Das Verbreitungsgebiet dieser Art dürfte sich so ziemlich mit der 
„baltischen Region" im Sinne Kerner's decken. Ganz vereinzelt steht der Fund- 
ort Zaleszczyk als entferntester Vorposten ausserhalb der Ostkarpathen. Weiter 
östlich und südlich kommt der Falter nur im Gebirge vor. 
28. Dispar Haw. var. Butilus Wemb. 

Var. (Gen. I) Vernnlis Hoi'ra., var. Auratus Leech, ab. Sagittifcra Horm. 

Im Gegensatze zur vorigen Art überall verbreitet und häufig, blos im Hoch- 
gebirge nicht beobachtet; bei Czernowitz überall, besonders häufig am Cecina, 
auch bei Cernauka. Die erste Generation (var. Vernaiis) erscheint in den ersten 
Tagen des Juni (bis Ende Juni beobachtet), ist grösser, beide Geschlechter lebhafter 
roth, 9 ^is 40 mm, mit unregelmässigen schwarzen Flecken auf den Vorderflügeln, 
Hinterflügel einfärbig intensiv schwarzbraun, Randbinde breit, lebhaft roth, ebenso 
die Aeste der Mediana; Hinterflügel-Unterseite bläulichweiss, Vorderflügel auf der 
Unterseite mit 1 — 2 Wurzelaugen in Zelle 1 (wie bei Ämphidamas) ; mit deut- 
lichen schwarzen Mittelflecken auf allen Flügeln. Diese Form steht dem typischen 
Dispar sehr nahe, wenn sie nicht mit diesem identisch ist (vgl. Soc. Entomol., 
Zürich, VIII, Nr. 8, p. 58 und Nr. 17, p. 130); auch bei Storojinez am 11. Juni. 
Die Sommergeneration im August bis zur ersten Hälfte September häufig, bei 
Czernowitz überall vom 1. August an, am Waldrande zwischen Kamena und 
Storojinez; Budenitz; in Krasna sehr häufig vom 12. August an auf feuchten 
Wiesen im Serezelthale; Gurahumora ebenfalls auf Wiesen im Thale; ferner 
von Cämpulung drei 9 erhalten; im Walde von Kozman ein ganz abgeflogenes 
cf am 15. August 1896 (J.), bei Radautz nicht selten (Pwl. M.). Unter meinen 
zahlreichen Stücken der Sommergeneration lassen sich zwei Formen unterscheiden. 
Die eine ist mittelgross, mit deutlichen Mittelflecken, 9 i^it graubraunen, gold- 
roth schimmernden, schwarz gefleckten Hinterflügeln, rothe Randbinde oberseits 
weniger scharf begrenzt, unterseits gegen den Vorderrand verloschen ; dürfte dem 
typischen Rutilus gleichkommen. Andere, mitunter kleinere Stücke (einzelne cT 
und 9 blos 26— 27 mm) gehören zur var. Äuratus Leech. Die führen auf 
den Vorderflügeln nur einen verloschenen Mittelfleck, auf den Hinterflügeln fehlt 
jede Spur davon; die 9 haben einfärbig schwarze Hinterflügel mit scharf be- 
grenzter rother Saumbinde, deren Unterseite ist lichtgrau (ohne bläuliche Mischung) 

18* 



130 



Constantin v. Hormuzaki, 



mit Seidenglanz, die rothe Eandbinde reicht bis zur Rippe ö gegen den Vorderrand. 
Diese Form ist unter der Sommergeneration die häufigere, während der typische 
var. Eutihis blos als Aberration auftritt. Bei beiden sind die Flecke auf den 
Vorderflügeln sehr verschieden geformt, bei var. Amatus oft punktförmig, zuweilen 
aber nach Innen bis zur Mittelzelle verlängert (ab. Sagittifera, Soc. EntomoL, 
Zürich, VIII, Nr. 8, p. 58), eine Abänderung, die nach Car. auch bei Taschkend 
und Lepsa vorkommt. 

29. Hippothoe L. 

Var. Euryhia 0. 

Sehr verbreitet, bis in die alpine Region, aber in der Ebene seltener als 
der Vorige, überhaupt an beschränkteren Flugplätzen, auf feuchten Waldwieseu. 
Am Cecina bei Czernowitz Ende Mai und Juni, selten; Slobozia-Coma- 
resti, (j^, häufig, 7., 8. Juni; Krasna nicht selten, vom 8. Juni den ganzen 
Monat hindurch; nur ein abgeflogenes cT einer hochgelegenen Bergwiese noch 
am 4. August. Von Cämpulung zwei ^ erhalten, Radautz (Pwl. M., Cliry- 
seis 0.), auf der Lutschina, cf, 30. Juli (Pwl.). Die sind durchgehends 
grösser als gewöhnliche, lebhaft gefärbt mit deutlichen Mittelflecken und inten- 
sivem violetten Schiller; Unterseite mehr grau als bei typischen Stücken, Augen- 
flecke meist deutlich, doch mitunter verschwindet die mittlere Reihe ganz, die 
übrigen sind punktförmig; die $ aus Krasna sind dunkel, die rothgelbe Rand- 
binde auf den Vorderflügeln ist blos gegen den Innenrand angedeutet, Mittelzelle 
bisweilen schwach röthlich angeflogen oder keine Spur von röthlichem Schimmer. 
Bei den 9 ^'(^^ Czernowitz ist der rothe Anflug ausgebreiteter, wodurch die Flecken- 
zeichnung mehr hervortritt, doch sind die Vorderflügel immer noch bedeutend 
dunkler als bei westeuropäischen 9- Unterseite der Hinterflügel bräunlich- 
grau, öfter mit zusammenhängender rother Randbinde und grossen Augenflecken. 
Ein von Cämpulung gehört zur alpinen var. Euryhia 0., die auch bei 
Kupka vorkommt (Sch.). 

30. Alciphron Rott. 

Aeusserst local, mehr im Gebirge. Ich fand den Falter nur in Krasna, wo 
er sehr häufig, und zwar überall in allen Thälern und auf Bergwiesen, immer an 
sumpfigen Stellen um Juncus u. s. w., vom 29. Juni den Juli hindurch (spätestens 
bis 10. August) fliegt. Einzelne cJ" sind durchaus violett Übergossen, blos in den 
Zellen 6 und 7 gegen den Vorderrand der Hinterflügel gelbroth. Meist sind je- 
doch die ganzen Hinterflügel, bis auf den Innenrand, orangeroth, und auch die 
Vorderflügel mehr oder weniger röthlich angeflogen, ähnlich wie bei var. 3Ieli- 
hoeus Stgr. Die Grösse der dunkelbraunen 9 ist sehr veränderlich, die roth- 
gelbe Randbinde oft nur gegen den Innenwinkel der Hinterflügel angedeutet. 
Nur bei einem 9 sind die Vorderflügel schwach rothgelb angeflogen. 

31. Dorilis Hufn. 

Var. Orientalis Stgr. 

Ebenfalls höchst local, grossen Strecken ganz fehlend. Sehr häufig bei 
Czernowitz in zwei Generationen, namentlich am Cecina auf Waldwiesen und 
längs der nach Revna führenden Strasse, Mitte Juni (doch wohl schon im Mai),, 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



131 



dann vom 7. August bis 8. September beobachtet; Zutschka, Cernauka im liebten 
Eicheuwalde ein 9 '^^^^ 9. Juni. Alle cT sind sehr dunkel, oft fehlen ihnen die 
gelbrot.heu Flecke im Innenwinkel der Hinterflügel, die zahlreichen 9 einfarbig 
braun mit deutlichen schwarzen Flecken und rothgelb gesäumten Randflecken, 
Unterseite der Hinterflügel graugelb (var. Orientalis Stgr.). Nur bei einem 
9 werden an der Aussenseite der schwarzen Fleckenreihe auf den Vorderflügeln 
verloschene röthliche Wische bemerkbar. Sonst nur in der alpinen Region am 
Rareu Mitte Juli von Proc. ein 9 erbeutet, bei dem die Vordcrflügel im Mittel- 
felde licht rothgelb angeflogen sind. Var. Orientalis stellt somit eine „pontische" 
Rasse dar, während die mitteleuropäische Grundform hier auf das Gebirge be- 
schränkt bleibt. 

32. Phlaeas L. 

Ab. Elens F. 

Im ganzl^n Lande gemein, bis in das höhere Gebirge. Bei Czernowitz 
in zwei bis drei Generationen, überall, von den ersten Tagen des Mai bis IG. Juni, 
dann vom 11. Juli bis in den Spätherbst; dritte Generation von Endo September 
bis October und selbst Anfang November in frischen Stücken; in Krasna ebenso; 
bei Storojinez am 12. Juni schon abgeflogen; Gurahumora. Von Capu- 
Campului, Valesaca und Dorna erhalten (Proc), Suceava, Fundu-Moldo- 
vei am 19. September frisch (J.), Radautz (Pwl. M.). Sehr veränderlich. 

Var. Eleus bei Czernowitz nicht selten unter der Sommergeneration; bei 
diesen Stücken ist nicht blos der Aussentheil der Vorderflügel bis zur Flecken- 
reihe schwarzbraun, sondern auch die Grundfarbe dunkler, fast kupferbraunroth ; 
auch bei Radautz. Andere Exemplare führen auf den Hinterflügeln vor der 
Saumbinde deutliche längliche blaue Flecke. Manche und 9 ^^s Krasna mit 
unterseits lichteren Hinterflügeln und ebensolcher Vorderflügelspitze, schärferen, 
nach Aussen noch heller umsäumten Flecken auf den ersteren, mitunter auch 
mit zusammenhängender rother Saumbinde, zeigen eine Annäherung an die var. 
Americana d'ürb. ; bei einzelnen davon ist auf der Unterseite auch die roth- 
gelbe Grundfarbe der Vorderflügel heller, die weisslichgelbe Umsäumung der 
Flecke lebhafter. 

33. Ämphidamas Esp. 

Bei uns nur im höheren Gebirge; auf den Torfmooren im oberen Dorna- 
thale Ende Mai 1894 ein grosses, lebhaft violett schillerndes erbeutet (Proc). 
Die Verbreitung dieses Falters, der in der Bukowina den südöstlichsten Punkt in 
Europa erreicht, ist dieselbe wie bei Col. Palaeno. 

Lycaena Fabr. i) 

34. Ärgiades Pall. 

Var. (Gen. I und III) Polysperchon Bgstr., ab. Myrmidon Engr., ab. Coretas 0., ab. De- 
eolorata Stgr, 



') In den Nachbargebieten kommen folgende, zum Theile vielleicht auch in der Bukowina 
noch aufzulindende Arten vor: Telicanus Lang, wovon ich ein *™ September 1895 in Dul- 



132 



Constantin v. Hormuzaki. 



Allgemein verbreitet und bis in die subalpine Region sehr häufig; in der 
ganzen Umgebung von Czernowitz sehr zahlreich. Yfir. Pohjsperchon beob- 
achtete ich zwischen dem 7. und 29. Mai (jedenfalls auch schon im April); die 
zweite Generation vom 10. Juli bis 7. August, dann eine dritte Anfang September. 
In K ras na überall gemein auf Wiesen vom 12. Juli bis Mitte (spätestens 21.) 
August. Im Jahre 1894 erschienen auch dort vom 4. September an frisch aus- 
geschlüpfte Stücke (also dritte Generation). Alle Herbstexemplare gehören 
zur var. Poh/sperchon. Bei Gurahumora sehr häufig, von Capu-Campu- 
lui, Valesaca (Mai), Dorna und Colbu (Juli) erhalten (Proc), Kupka, 
Argiaäes und Pohjsp. (Sch.), Kozman, abgeflogene 15. und 16. August 

(J.), Radautz schon vom 16. April an; unter der ersten Generation auch ab. 
Coretas 0. (Pwl. M., Amyntas 0.). Ausserordentlich variabel; cT entweder mit 
breitem oder aber ganz dünnem schwarzen Saume, dann auf den Hinterfiügeln 
eine Reihe getrennter Saumflecke. Am 18. Juni 1893 flog am Cecina infolge des 
fast ununterbrochenen Regenwetters noch die erste Generation in grosser Zahl 
frischer, durchgehends silbergrauer mit breitem, nach innen verschwom- 
menen dunkeln Saume, auf der Unterseite ohne jede Spur von röthlichen oder 
silberglänzenden Analflecken (var. Decolorata Stgr.). Bei einem normalen 
ist der erste Subcostalast der Vorderflügel mit der Costale derart (anastomo- 
sirend) verbunden, dass er oberhalb der letzteren den Vorderrand erreicht. 9 
unter einfärb ig schwarzbraun bis braungrau, ohne röthliche Analflecke und 
ohne bläuliche Bestäubung; andere normal, die Ausdehnung der violetten Bestäu- 
bung sehr verschieden. Unter den PoZ^/sperc/^on -Weibchen von Czernowitz und 
Capu-Carapului wäre eine wenig beachtete Form zu erwähnen, bei der alle Flügel 
einen dunkelblauen (nicht violetten) Schiller zeigen; am Ausseurande der Hinter- 
flügel befinden sich 1 — 2 Reihen silberblauer Flecke, eine ebensolche, etwas 
weniger lebhafte auf den Vorderflügeln bis zum Apex, Die rothen Randmonde 
sind nur schwach angedeutet. Solche 9 sind mit ab. Myrmidon (Engramelle, 
Annales de la Societe entomol. de Belgique, I, p. 13) identisch. 

35. Aegon Schiff. 

Verbreitet, bis in die montane Region, an beschränkten Flugplätzen ge- 
sellig in grosser Zahl. Bei Czernowitz am Weinberge, Cecina an durch Laub- 
wald führenden Strassen massenhaft Anfang Juni bis 21. Juli, an gleichen Stellen 
bei Cernauka am 9. Juni; Krasna in einer Schlucht des Rune sehr zahlreich, 
sonst selten; 4. Juni bis 4. August, nur eine Generation. Radautz häufig (Pwl. 
M. als Argus L. angeführt); Kupka häufig (Sch.). 

Die Bukowiner sind meist gross (bis 30 mm) mit breitem schwarz- 
braunen Saume. Den 9 fehlen gewöhnlich die rothgelben Randflecke gänzlich, 
einzelne führen blos schwarze Randpunkte auf den Hinterflügeln, andere sind 
ganz zeichnungslos. Nur wenige 9 vom Cecina und von Krasna besitzen eine 



cesti fand; Amanda Sclin., Sicbeabürgen, südliches Kumänien, Ostrussland-, Admetns Esp., 
Lemberg, Dobrudsclia; Dämon Schiff., Lemberg, Podolien, südliches Rumänien; Jolas 0., Iwo- 
nicz (galizische Karpatheu), Jassy u. s. w. 



Die Schmetterlinge (Lopidoptera) der Biikowiua. 



133 



vollständige Reihe rothgelber Sauuimonde bis zur Vorderflügelspitze. Die Unter- 
seite ist bei (j^ uud 9 ^t"^^'^ graubraun, bedeutend dunkler als bei Arrfus, an der 
Aussenseite der mittleren Augenreihe auf den Vorderflügeln meist ohne weisse 
Einmischung. Die Augeufleeke am Hinterflügelsaume haben bisweilen verloschene 
oder gar keine blauen Kerne. 

36. Argus L. 

Aeusserst sporadisch und selten, bisher nur in der unteren Region. Ein 
frisches fand ich auf den ursprünglichen Wiesen am Hügel Ocru südlich von 
Czernowitz am 25. Mai; es Ist gross, hell, mit sehr schmalem, scharf be- 
grenztem schwarzen Rande, Hinterflügel ohne Saumpunkte. Bei Koznian am 
15. und 16. August (J.) eine Sommerform (cT), die «twas kleiner und dunkler ist, 
einen breiteren schwarzen Saum und deutliche Saumpunkte besitzt. Bei allen 
Stücken ist die Unterseite bedeutend lichter als gewöhnlich, weisslich aschgrau. 
Auch bei Horecea (Pwl.). 

37. Optilete Knoch. 

Bei Radautz in der zweiten Hälfte Juni und Anfang September verein- 
zelt (Pwl. M.), sonst nirgends beobachtet. Der Falter fehlt in allen Nachbar- 
ländern, die nächsten Fundorte liegen erst in Schlesien, bei Dorpat, Kasan und 
Wiatka. Die Aequatorialgrenze dieser Art liegt also im östlichen Europa zwischen 
dem 56. und 50. Grad nördlicher Breite, ist somit etwas nach West-Südwest ab- 
gelenkt und wird, analog der Begrenzung des baltischen Florengebietes in der 
Bukowina, gegen Südosten vorgeschoben. 

38. Orion Fall. 

Von zwei vor Jahren in Laubgehölzen bei Rosch, einem Vororte von 
Czernowitz, im Mai gefangenen frischen 9 besitze ich noch eines, dessen Ober- 
seite fast ganz schwarzbraun, nur in der Mittelzelle und Zelle 1 an der Wurzel 
der Vorderflügel blau angeflogen ist; auf den Hinterflügeln besteht die bläuliche 
Zeichnung blos aus der kaum angedeuteten Umrandung der Saumflecke. Jeden- 
falls äusserst local und selten. 

t39. Baton Bgstr. 
Auch sehr local; bei Kupka (Sch., Hylas Schiff.) zerstreut in allen 
Nachbargebieten. 

40. Astrarche Bgstr. 

Var. (Gen. U) Aestiva Stgr., ab. Allous Hb. 

Verbreitet, in der montanen Region häufiger. Bei Czernowitz blos ein 
9 Mitte Mai gefangen; in Krasna die zweite Generation nicht selten, vom 
13. August bis 21. September auf Wiesen im unteren Serezelthale. Bei diesen 
Stücken ist der mittlere Theil der Vorderflügelfransen braun und sie stimmen 
überhaupt mit var. Aestiva Stgr. überein. Bei Radautz in der zweiten Hälfte 
des Mai gros.se Exemplare (Pwl. M., Agestis 0.), im Sommer 1894 auch zahlreiche 
var. Aestiva, sowie einfärbig braune ab. Allous Rh. gefangen (Pwl.). 

41. Icarus Rott. 

Ab. Caerulea Fuchs, ab. Icarinus Scriba, ab. Glauca Maassen. 



134 



Constantin v. Hormuzalti. 



Im ganzen Lande gemein, nur in der alpinen Region noch nicht beobachtet. 
Bei Czernowitz und Krasna überall 2— 3 Generationen bis October; die erste 
von Mitte Mai; bei Czernowitz abgeflogen bis 7. Juli, doch schon am 28. Juni frische 
Stücke der zweiten Generation zu sehen ; in Krasna abgeflogen bis 3. August, die 
ersten frischen Hochsommer-Exemplare schon am 1. August; überall im Sereth- 
thale, Gurahumora etc., Capu-Campului, Valesaca (Proc), Kozman, 
Fundu-Moldovei (J.), Radautz auch ab. Coerulea und ab. Icarinus 
(Pwl. M.). Ausserordentlich variabel; ein aus Krasna, dem auf der Vorder- 
flügel-Unterseite die Wurzelaugen in der Mittelzelle und Zelle 1 fehlen (ab. Ica- 
rinus), spannt blos 23 mm. Bei den $ ist die Grösse ebenfalls sehr schwankend, 
auch die rothgelbe Saumbinde höchst veränderlich, bisweilen ganz fehlend. Die 
(auch oft fehlende) violette Bestäubung ist mitunter mehr an der Flügelwurzel, 
bei anderen 9 ^los am Aussenrande verbreitet, wodurch dann die schwarzen 
Randflecke mehr hervortreten. Stücke, bei denen diese Bestäubung bis nahe an 
die Randbinde heranreicht, gehören zur ab. Coerulea Fuchs, die im August 
in Krasna nicht selten ist. Bei einem davon ist die Färbung glänzender blau, 
reicht bis zur Spitze der Vorderflügel und bis zur rothen Saumbinde ; die Hinter- 
flügel sind (mit Ausnahme des Vorderrandes) durchaus, bis zur schwarzen Saum- 
linie, blau, die schwarzen Saumflecke stehen auf lichtblauem Grunde; an die 
intensiver zinnoberrothen Halbmonde schliesst sich nach Innen noch eine Reihe 
bläulichweisser Keilflecke. Dürfte mit var. Glauca Maassen identisch sein. 

42. Eumedon Esp. 

Höchst local und grossen Strecken gewiss fehlend; von Ende Juni an, 
meist erst im Juli bei Radautz und im Hardeggthale, einigemale gefangen 
(Pwl. M.). 

43. Bellargus Rott. 

Ab. Ceronus Esp. 

Im Tieflande stellenweise nicht selten; im Gebirge sehr local. Bei Czerno- 
witz in Gärten, auf Wiesen und Eisenbahndämmen, Horecea, Cecina, den Juni 
hindurch, gewiss früher, da ich ein eierlegendes 9 (^^i Medicago sativa) schon 
am 2. Juni antraf; Herbstgeneration blos einmal, am 27. August 1895 beobachtet, 
sonst übersehen. Kozman mehrere frische 9 ^"i 15., 16. August und Fundu- 
Moldovei ein 17. Juni (J.), Radautz zwei Generationen, bis September 
(Pwl. M., Aäonis 0.). Die 9 von Kozman sind wenig oder gar nicht blau be- 
stäubt, bei solchen von Czernowitz ist dieser Anflug ausgebreiteter, ebenso bei 
Radautzer 9» die aber noch keine Ceronus sind. Zu dieser Form gehört blos 
ein (bis auf den Vorder- und Aussenrand der Vorderflügel) glänzend blaues 9 
von Czernowitz, bei dem auch die Randflecke lebhaft zinnoberroth sind, 
ein Merkmal, das bei den Beschreibungen übersehen wird. mit schwarzen 
Randpunkten auf den Hinterflügeln sind ebenso häufig, als gewöhnliche; weshalb 
solche zu ab. Ceronus gezogen werden sollen, ist nicht einzusehen, da diese 
Form weder als locale Rasse auftritt, noch auch eine Analogie mit der Zeichnung, 
des 9 besteht. 



Dio Schmetterlinge (Lepidopterii) clor Bukowina, 



135 



44. Corydon Poda. 

Scheint an Kalkboden und ursprünglichen Graswuchs gebunden zu sein; 
einerseits in der subalpinen Region auf Kalkbergen, andererseits im Tieflande, 
fehlt der Falter dem dazwischenliegenden Gebiete gänzlich. Bei Cämpulung 
ein Ende August erbeutet und ein anderes aus dem Gebirge südlich von dem 
genannten Orte erhalten (Proc); im Sommer 1896 wurden mehrere frische 
bei Czernowitz auf einer ursprünglichen Wiese im Osten der Stadt gesammelt 
(Ph.), im Dni estergebiete bei Zaleszczyk (Waga). 

45. Hylas Esp. 

Var. Almena Stgr. 

In der subalpinen und alpinen Region sehr verbreitet, fehlt der Falter 
dem Mittelgebirge und Hügellande grösstentheils, wo nur bei Czernowitz auf 
ursprünglichen Wiesen im Juli 1896 zahlreiche , eines auch am Cecina, gefangen 
wurden (J.). Ich fand den Falter noch am 1. September auf torfigen Wiesen 
zwischen Kirlibaba und Ciocanesti; ferner nur c/': im Thale Colbu im Juli 
(Proc), am Gipfel des Rareu (1653 w) am 3. August, Fundu-Moldovei (J.), 
am Kalkberge Gaina frische und 1 $ am 31. Juli (Pwl.). 

Alle sind gross (bis 37 mm) ; auf der Unterseite ist der weisse Saum 
aufifallend breit, der von diesem ausgehende Wisch füllt die Zelle 3 fast aus und 
reicht über den dritten Medianast; der weisse Mittelfleck sehr ansehnlich, alle 
Randflecke verloschen, die dunkeln gewöhnlich verschwunden, die rothen blos auf 
den Hiuterflügeln durch kleine, getrennte, nicht schwarz gesäumte Dreiecke an- 
gedeutet, an deren Aussenseite unbedeutende bräunliche Punkte im weissen Saume 
stehen. Augenflecke auf den Hinterflügeln bisweilen nur durch kleinere Punkte 
angedeutet, fehlen vollständig bei den alpinen Stücken, die auch sehr breite 
Fransen besitzen (var. Armena Stgr.). Das einzige, 2^ mm spannende 9 liat 
auf der Unterseite deutliche Augen, aber auch eine sehr ausgebreitete weisse 
Randzeichnung; Oberseite schwarzbraun, ohne blauen Anflug, nur auf den Hinter- 
flügeln mit zwei ganz verloschenen, trüb bräunlichrothen Analflecken. Fransen 
breit, hellbraun. 

46. Meleager Esp. 

Jedenfalls nur im Tieflande, auch da local und selten. Ich erhielt zwei 
frische, normale cT, die bei Zutschka Ende Juni gefangen wurden; ebendort 
sammelte auch Sch. mehrere (j^ und $. Auch am Dniesterplateau bei 
Zaleszczyk (Waga). 

47. Ärgiolus L. 

Sehr verbreitet, bis in das Mittelgebirge. In den Gärten von Czernowitz 
gemein, zahlreicher als Icarus, in der weiteren Umgebung seltener, aber überall, 
meist um Eohinia Pseudacacia, auf der die Raupe hier gewiss lebt, frisch aus- 
geschlüpfte Stücke. Die erste Generation vom 16. April bis Ende Mai, nur ein- 
zelne Nachzügler zuweilen bis Anfang Juni, in den oberen Partien des Cecina 
noch am 18. Juni 1893; die zweite Generation vom 19. Juni bis Anfang August. 
In K ras na im unteren Serezelthale, um Gebüsche, selten, vom 19. Juli bis 

1 Z. ß. Ges. Bd. XLVII. 19 



136 



Constantin v. Hormuzaki, 



6. August beobachtet, also zweite Generation. Capu-Campului (Proc), Su- 
ceava (J.), Kupka nicht häufig (Sch.), Kadautz selten (Pwl. M.). Diebeiden 
Generationen sind von einander ziemlich verschieden. Die Frühlingsexemplare 
kleiner, mehr röthlichblau, die Sommermännchen eher licht himmelblau, 9 
noch heller. Der schwarze Saum der Vorderflügel ist bei den Frühlingsmännchen 
namentlich gegen die Spitze breiter und weniger scharf begrenzt. Bei den 9 li3,t 
umgekehrt die Sommerform einen breiteren dunkeln Vorderflügelrand, der nach 
Innen concav begrenzt, bei den Frühlingsstücken schmäler, schärfer und mehr 
gerade abgeschnitten erscheint. 

48. Sehrus B. 

Ein frisches 9 ^^^f ^^''^ Alpenwiesen der Lutschina am 31. Juli (Pwl.); 
jedenfalls sehr sporadisch. Die Angabe „Krasna" bei Gar. („Iris", VIII, S. 40) 
beruht auf einem Irrthume, da ich auch in meinen früheren Publicationen nur 
den oben erwähnten Fundort genannt habe. 

49. Minima Füssl. 

Verbreitet, nur im höheren Gebirge nicht bemerkt. In der näheren Um- 
gebung von Czernowitz sehr selten (ich fand blos zwei Stücke am 13. und 
14. Juni), häufig an Waldwegen am Cecina und bei Revna Anfang August in 
zweiter Generation, die früher erscheinen dürfte; Krasna im Thale und auf 
Bergwiesen am Rune vom 8. August bis Anfang September häufig. Kozraan am 
15., 16. August (J.); Radautz Mitte Mai bis Mitte Juni und zweite Generation 
Juli bis August, selten (Pwl. M.). Den Bukowiner 9 fehlt der blaue Anflug 
gänzlich. 

50. Semiargus Rott. 

Var. Montana Frey. 

Im ganzen Lande, doch im Gebirge weitaus häufiger, bis in die alpine 
Region; bei Czernowitz traf ich nur einzelne frische Stücke auf Wiesen am 
Hügel Ocru schon am 25. Mai, häufiger nur in den oberen Partien des Cecina 
auf Waldwiesen, Mitte Juni; Slobozia-Comaresti am 6. Juni; alle Stücke der 
unteren Region sind von typischen kaum verschieden, den 9 fehlt der bläuliche 
Anflug. In Krasna sehr häufig vom 8. Juni bis Ende Juli oder Anfang August, 
auf allen Wald wiesen, meist var. Montana, doch auch einzelne gewöhnliche. 
Ferner bei Kozman abgeflogen am 15., 16. August (J.), Capu-CampuluT, 
Valesaca im Mai (Proc), Kupka ziemlich häufig (Sch.), Radautz (Pwl. M.). 
Unsere Stücke aus dem Gebirge und besonders die aus der alpinen Region spannen : 
blos 2Qmm (cf und 9)- Die sind dunkler, mehr violett, mit breiterem 
schwarzen Saume. Unterseite nicht bräunlich, sondern aschgrau, die Augen- 
flecke grösser, mit breiterer und schärferer weisser Umsäumung; dürfte mit der 
var. Montana Frey identisch sein. In Krasna (wie oben), ferner als locale 
Rasse bei Dorna, im Juli und August häufig auf Bergwiesen und den Torf- 
mooren in den Thälern der Dorna und Bistriza, bis Kirlibaba (Proc), auf der 
Lutschina Ende Juli (Pwl.), in der alpinen Region am Rareu und am Muii- 
celu (1592m) zahlreich am 3. August, Fundu-Moldovei (J.). 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



137 



51. Cyllarus Rott. var. Lugens Car. 

Aeiisserst local. bisher uiir am Ceciiia Lei Czernowitz, auf Wiesenstreifen 
längs der durch Laubwald nach Hliuitza führenden Strasse, wo ich die sehr 
zahlreich, die 9 seltener am 17. und 18. Juni in vollkommen frischem Zustande 
antraf. Alle Stücke gehören zu der obigen Localrasse; die sind gross, leb- 
haft blau, mit breitem schwarzen Saum; die 9 ohne bläulichen Anflug; Hinter- 
flügel-Unterseite an der Wurzel metallisch grünlichgelb angeflogen, bei den 
au.>5gesprochener grün, doch nicht bläulich, wie bei normalen Cyllarus. Die 
Augenflecke der Hinterflügel fehlen manchen Stücken gänzlich, bei anderen sind 

iie jedoch deutlich ausgeprägt, 
i 52. Älcon Fabr. 
f. Ab. Cecinae Hormuzaki. 
Im Gebirge sehr verbreitet und häufig, unter 400 m nicht beobachtet. Bei 
Izernowitz fand ich den Falter blos an den Waldwegen am Nordabhange des 
Cecina, am 17. Juni massenhaft in frischen Stücken, daneben vereinzelte 9; 
in Krasna selten im Serezelthale, häufig auf Bergwiesen, 3. Juli bis 2. August; 
Gurahumora ein am 14. Juli; Radautz einige (Pwl. M.), Seietin vier 
Stücke (Seh.), am Rareu in der alpinen Region ein cT am 3. August (J.). Alcon- 
Männchen aus Krasna sind von den mir vorliegenden vier (j^ aus Deutschland 
und einem fast gleichen vom Kenteigebirge nicht verschieden ; die vom Cecina 
haben eine dunklere graubraune Unterseite, " die Augenflecke sind kleiner oder 
normal, alle schärfer licht umsäumt, die am Aussenrande stehenden sehr ver- 
loschen, von den Mittelflecken bleibt fast nur die weissliche Umrandung übrig; 
Wurzel ohne jeden bläulichen Anflug. Der kleineren, schmalflügeligen ab. Ce- 
cinae fehlt bis auf Spuren der Saumflecke und auf die grossen grau weissen 
Mit(elflecke jede Zeichnung. Die Bukowiner 9 spannen bis 40 wm, sind nur 
wenig blau bestäubt, die Unterseite ist viel dunkler, bräunlich, ebenso die Um- 
randung der Augen und der verloschenen Saumflecke. Das vom Rareu ist 
Ton allen Bukowiner, ebenso von den typischen grundverschieden. Grösse 34 mm, 
Oberseite mehr röthlich-violett, Vorderflügel mit länglichem dunkeln Mittelfleck. 
Unterseite hell w ei ssl ich -graubraun mit Muschelglanz, Mittelflecke dünn 
und verloschen, Wurzelauge in Zelle 7 der Hinterflügel kaum angedeutet, mittlere 
Augenreihe auf allen Flügeln aus kleinen scharfen, grösstentheils intensiv schwarzen 
Punkten bestehend, deren Umsäumung kaum lichter als die Grundfarbe. Von der 
mittleren Augenreihe bis zum Aussenrand fehlt auf allen Flügeln jede Zeichnung. 
Wurzel der Vorderflügel wenig, die der Hinter flügel fast bis zum Innen- 
winkel stark metallisch blau angeflogen. Fransen auf der Unterseite 
durchaus, bis an den Grund weiss, dunkle Saumlinien schwach angedeutet. Ist 
möglicherweise eine besondere Localrasse. 
53. Euphemus Hb. 

Sehr local und selten. Im Osten von Czernowitz beobachtete Herr J. 
am 30. Juli 1896 auf einer blumenreichen Wiese zwei Stücke, wovon er eines, 
ein stark verdunkeltes, frisches 9 erbeutete; bei Straja Ende Juli einmal ge- 
fangen (Pwl. M.). Das betreffende Stück ist ein sehr kleines, dunkles mit 

19* 



138 



Constantin v. Hormuzaki. 



trüb röthlichblaiier Grundfarbe. Beiden Exemplaren fehlt der blaue Anflug auf 
der .Hinterflügel-Unterseite gänzlich. Auf der VValdwiese „Ari^ovetu" zwischen 
Kupka und Petroutz von Seh. gefangen. 

54. Arion L. 

Ab. Unicolor Hormuzaki; var. Jasilkowskii var. nova. 

In der montanen und alpinen Eegion überall häufig, unter 400 m nicht 
beobachtet. Im Hügellande auf der rechten, südwestlichen Seite des Sereththales 
am Waldrande zwischen Ropcea und Petroutz am 27. Juli; sehr häufig in 
K ras na, namentlich in den engen Seitenthälern des Serezel und auf allen Bergen, 
auf Waldwiesen, vom 24. Juni bis 4. August, grosse, lebhaft gefärbte Stücke, 
meist mit sehr nach Innen ausgedehntem dunkeln Rande; darunter auch ab. 
Unicolor (dunkler blau mit kleineren, verloschenen Flecken, oder ganz ohne 
solche, Grösse und Unterseite normal). Bei Czernowitz ist Arion sehr selten, 
blos am Cecina im Sommer 1895 zwei 9 i^it grösseren, länglichen Flecken er- 
beutet worden (J.), bei Radautz nur einmal gefangen (Pwl. M.), von Lopuschna 
ein 9 erhalten (Proc), bei Seietin (Sch.). 

In der alpinen Region fliegt Arion zahlreich in einer besonderen Local- 
rasse. Alle acht mir vorliegenden Exemplare (7 cf, 1 $) sind einander gleich, 
blos 32 — 35 mm gross. Der schwarze Rand ist schmäler als gewöhnlich, alle 
Flecke sind klein und verloschen, oft punktförmig, auf den Hinterflügeln auch 
fehlend. Das Hauptmerkmal besteht darin, dass die iüv Arion charakte- 
ristischen Augenflecke auf der Unterseite der Vorderflügel in der 
Mittelzelle zwischen dem Mittelfleck und der Wurzel ganz fehlen. 
Ich benenne diese Localform zu Ehren des Herrn Jasilkowski, von dem ich 
eine Anzahl davon erhielt, yar. Jasilkowskii, Schon am 5. August 1894 fand 
ich diese Varietät auf den Alpenwiesen der Lutschina und hielt sie damals für 
Eiiphemus, daher die irrthümliche Angabe in meinen „Untersuchungen über die 
Lepidopteren der Bukowina", S. 177. Am 3. August 1896 fing Herr J. ein ^ am 
Muncelu und sechs frische Exemplare am Rareu, alle in der alpinen Region. 

55. Areas Rott. 

Nur im Thale des grossen Sereth; im grössten Theile des Landes gewiss 
nicht einheimisch. Auf Waldwiesen bei Carapciu Ende Juli (Sch.). Die nächsten 
Fundorte liegen bei Stanislau, im Osten erst im Wolgagebiete und dem nörd- 
lichen Kaukasus; fehlt im Südosten der Bukowina ebenso wie Amphidamas etc. 

Nemeobius Steph. 

56. Lucina L. J 
Stellenweise sehr häufig, anderen Gegenden ganz fehlend. Bei Czerno-^ 

witz in zwei Generationen; die erste vom Anfang bis 16. Mai (abgeflogen), auf- 
fallend selten, da ich blos je ein und 9 einem Garten und ein 9 ^^i 
Cernauka auf Waldwiesen fand. Umso zahlreicher ist die zweite Generation, an 
Waldwegen (Cecina, Revna, Zutschka) fast nur vom 23. Juli bis 12. August, 
noch frisch. Bei Valesaca häufig auf einer feuchten Wiese im Thale, im Mai 



Die Scbmetterliuge (Lepidoptera) der Bukowina. 



139 



(Proc); Radautz zwei Generatiouen (Pwl. M.). Alle ineiue der zweiten 
Geueratiou sind von den Frülilingsexeniplareu verschieden, bedeutend dunkler, 
auf den Vorderliügelu alle gelbbraunen Flecke kleiner, die Hinterflügel fast ein- 
farbig schwarzbraun, nur an der Aussenseite der Mittelzelle drei bräunliche 
Punkte; die kaum zu unterscheidenden schwarzen Saumpuukte blos an der Innen- 
seite von verloscheneu trüb rothbraunen Fleckchen begrenzt. 

Apatura Fabr. 

57. Iris L. 

In der Laubwaldregion stellenweise häufig; dringt nur an einzehien Punkten 
bis in die Karpathen-Sandsteinzone und erreicht zwischen 500 und (300 m seine 
Höhengrenze. In der Gegend von Czernowitz fand ich den Falter nur im Walde 
von Zutschka längs der Wege, sehr zahlreich, nach Mitte Juni bis Ende Juli, 
ebenso bei Cernauka; am Cecina selten, ein (j^ erhalten (Proc); ich fing Iris 
ferner: bei Sloboz ia-Comaresti an Waldwegen, sehr häufig, Juli und in den 
ersten Tagen des August; zwischen Kamena und Storojinez. Alle Exemplare 
sind grösser, kräftiger und lebhafter gefärbt als mitteleuropäische. Im Gebirge 
blos im Hardeggthale und bei Straja bis Anfang August (Pwl. M.), in 
Krasna gewiss nicht. 

58. lUa Schiff. 

Ab. Chjtie Schiff., ab. Rubescens Esp. 

Verbreiteter als Iris, im Hügellande und der montanen Region überall, 
von etwa 550 m aufwärts nicht beobachtet, im höheren Gebirge fehlend. Bei 
Czernowitz sehr häufig, mehr in grösseren Obstgärten, an Dorfwegen, in der 
ganzen Umgebung; ein schon abgeflogenes fand ich am 28. Juni, somit auch 
diese Art schon nach Mitte Juni erscheinen dürfte; die Hauptflugzeit ist der Juli 
(bis 22. beobachtet). Oefter stellen sich (J' und 9' ebenso auch in Krasna, an 
den Köderschnüren ein. Bei Czernowitz ist Ilia ebenso häufig als ab. Clytie; 
bei Cernauka zwei 67^/^■ie -Männchen. Ferner fand ich den Falter Ende Juli bei 
Kamena CCZ^/ite), Storojinez und Carapciu (Clytie), Slobozia-Comaresti 
sehr häufig {Ilia und Clytie), bei Ropcea in Alleen von Espen und längs der 
durch Tannenwald nach Petroutz führenden Strasse {Ilia und Clytie) massen- 
haft; in Krasna sehr häufig, in den unteren Theilen aller Thäler, die $ immer 
zahlreicher als die Clytie häufiger; zwischen 6. und 11. Juli, 9 etwas 
später erscheinend; Anfang August noch sehr zahlreich, verschwinden die Falter 
regelmässig um den 12. August. Raupe nur an Weiden, bis 3. Juli verpuppt. 
Von Itzcani (Ilia) und Suceava (Clytie) erhalten (Proc), Radautz und 
Straja ziemlich häufig, Clytie zahlreicher (Pwl. M.), Die Bukowiner Ilia- 
Männchen sind meist sehr dunkel, die Binde auf den Hinterflügeln in der Mitte 
stark verengt; Uebergangsformen, bei denen man im Zweifel sein könnte, ob sie 
zu Uia oder Clytie gehören, kommen nicht vor. Umso veränderlicher ist ab. Clytie. 
Die sind meist dunkelbraun mit violettem, weniger röthlichem Schiller. Ein- 
zelne aus Krasna sind jedoch im Mittelfelde aller Flügel licht ockergelb, 



140 



Constantin v. Hormuzaki. 



der ganze Ausseiirand der Hinterflügel ist ebenso, nach Aussen kaum dunkler, 
an dessen Innenseite tritt dann eine Reihe schwarzbrauner Flecke umso schärfer 
hervor; der Schiller ist licht röthlich-violett. Solche cT müssen, wie alle sehr 
hellen Clytie zur ab. Ruhescens Esp. gezogen werden. Die 9 sind ganz 
analog gezeichnet, und unter den Stücken aus Krasna besitze ich die ver- 
schiedensten Uebergänge bis zu der eben beschriebenen hellen Form. Bei 
zwei 9 ist auch die Grundfarbe licht braungelb, von der Färbung der Binden 
und Flecke wenig verschieden; diese übergehen nach Aussen allniälig in die 
Grundfarbe, wodurch die ganze Oberseite ziemlich einfärbig erscheint. Die 
Unterseite der Hinterflügel ist licht gelbgrau, ohne violette Einmischung. Diese 
9 können als extremste Form der ab. Bubescens Esp., die mit ab. Di- 
lutior Stgr. synonym ist, angesehen werden. Bei den zwei von Cernauka 
und dem von Suceava sind die Vorderflügel etwas gestreckter, an Stelle der 
gelbbraunen (sonst allmälig in die dunkle Farbe des Aussenrandes übergehenden) 
Saumbinde befindet sich auf den Hinterflügeln eine Eeihe nach Aussen stark 
gekrümmter und scharf begrenzter Halbmonde. Die Hinterflügel sind unterseits 
licht grünlichgelb, mit einem ungekernten schwarzen, lichtgelb umzogenen 
Punkt im Innenwinkel. Auf der Unterseite der Vorderflügel tritt die schwarze 
Färbung in . der Zelle 1 stark zurück, die Grundfarbe ist licht röthlichgelb. 
Solche nähern sich somit der var. Metis Frr. 



Limenitis Fabr. 

59. Populi L. var. Bucovinensis (var. nova). 

Nur in der Laubwaldregion, bis 500 m. Ich fand die in grosser Zahl 
und ein 9 Slobozia-Comaresti an Waldwegen; von Ende Mai bis Juni, 
Anfang Juli schon verschwunden. In der Gegend von Czernowitz sammelte 
Oberlieutenant v, Janosz am 27. Mai 1882 über 50 an der durch Laubwald 
nach Dobronoutz führenden Strasse; in der näheren Umgebung sehr selten und 
erst 1896 ein frisches ^^"1 Cecina am Waldrande unterhalb des Gipfels am 
18. Juni erbeutet worden (J.); im Walde zwischen Hliboka und Mihuceni ein 
cT (Proc); bei Eadautz im Hardeggthale, einmal gefangen (Pwl. M.), wo der 
Falter den Fuss der Karpathen erreicht; in Krasna fehlt er. 

Alle Bukowiner Exemplare gehören einer grossen ((f 75 mm), grün-; 
schwarzen, breite Binden führenden Localrasse an, die ich in diesen „Verband-; 
lungen", Bd. XLV, 1895, S. 230, 231, genau beschrieben habe. Da diese Varietät 
von gewöhnlichen PopuU noch entfernter ist als selbst var. Ussuriensis Stgr.,; 
und alle zahlreichen Stücke untereinander gar nicht variiren, glaube ich sie doch* 
benennen zu müs.sen und gebe ihr den Namen var. Bucovinensis. | 

60. Camilla Schiff. ^ 
Ein normales, frisches c^, das sich gegenwärtig in meiner Sammlung be- 
findet, fing Herr 0. Ritt. v. Flondor bei Zutschka. Diese südeuropäische Art) 
kommt in Galizien nicht vor, erreicht demnach bei uns ihre Polargrenze. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



141 



Ol. Sihylla L. 

Höchst selten uud sporadisch; in einem Garten von Czernowitz fing 
ich ein abgeflogenes Exemplar am 28. Juni, das um Lonicera tatarica flog, ein 
zweites, frisches in Krasna, im unteren Serezelthale am 14. Juli. Die Raupen 
könnten dort auch an der weiter aufwärts wildwachsenden L. Xylosteum L. leben, 
bei Czernowitz sind sie auf den oben genannten Zierstrauch angewiesen, da in 
der weitesten Umgebung keine wildwachsenden Loniceren vorkommen. Die Ver- 
breitung des Falters dürfte, wie bei P. Virgaureae, mit dem baltischen Floren- 
gebiete übereinstimmen; südlich von der bekannten, von Kasan nach Brody 
ziehenden Grenzlinie zwischen Wald- und Steppengebiet fehlt Sihylla im Tief- 
lande, und auch in diesem Falle erscheint Czernowitz als eine nach Osten vor- 
geschobene baltisch-karpathische Insel. 

(Neptis Fabr. 
62. Lucilla L. 
Var. Ludmilla H.-S. 

Die Stammart wurde nur einmal im Juni 1894 in Czernowitz neben 
dem Volksgarten gefangen (J.). Im Hügellande überhaupt höchst selten und 
theilweise ganz fehlend, ist der Falter im Gebirge bis in die alpine Region überall 
verbreitet, und zwar in der Form var. Ludmilla H.-S. Bei Storojinez 
fand ich um Gebüsche ein Stück davon am 25. Juni 1896, in Krasna häufig, 
meist ausgesprochene var. Ludmilla, doch auch einzelne grössere Exemplare, die 
als Uebergangsform anzusehen sind, im Serezelthale um Spiraea salicifolia, auch 
frisch ausgeschlüpft an den Zweigen dieses Strauches, vom 23. Juni bis 27. Juli, 
bei Seietin am 4. August und im Thale Colbu massenhaft am 7. August noch 
frisch. Bei Straja (Pwl. M.), am Kalkberge Gäina (Pwl.); am Rune bei Dorna 
und am Zapu nahe der Baumgrenze bei 1500 w, im Juli (Proc); am Muncelu 
und Raren in der alpinen Region frische Stücke am 3. August (J.); im Thale 
des Ts che rem Usch (Now.) angeblich die Stammart, was wohl auf einer Ver- 
wechslung beruht. 

Die Beschreibung der Bukowiner Localformen findet sich in diesen „Ver- 
handlungen", Bd. XLV, 1895, S. 231 ff". 
63. Äceris Lep. 

Var. Intermedia Pryer. 

Die Verbreitung ist derjenigen von Lucilla ziemlich entgegengesetzt; der 
Falter ist überall im Tieflande häufig und dringt bis in die montane Region. 
Bei Czernowitz einzeln in Laubgehölzen (Rosch, Horecea, Weinberg), massen- 
haft an Waldwegen bei Zutschka, Cernauka, von Anderen auch am Cecina ge- 
fangen; erste Hälfte Mai bis Ende Juni, dann in zweiter Generation vom 25. Juli 
bis August. In Krasna höchst selten; ich fing zwei Exemplare auf Wiesen im 
Serezelthale am 27. Juli und Anfang August (zweite Generation). Im bewaldeten 
Hügellande westlich von Stupca in Unmenge vom 15. bis 22. August, einzeln bis 
über 600 m, fehlt aber am Westabhange gegen Gurahuinora. Radautz (Pwl. M., 
S. 49), im Walde von Carapciu a. S. Ende Juli (Sch.). Die Grösse unserer Exem- 



142 Constantiu v. Hormuzalci. 

plare ist sehr veränderlich, meist 33—45 mm. Bei den zwei Stücken aus Krasna 
ist die innere Binde auf den Hinterflügeln bedeutend schmäler, in den Zellen 1 
und 2 unterhalb der Trennung des ersten Mediauastes stark eingeschnürt; die 
äussere besteht aus getrennten verschwommenen Flecken; alle weissen Flecke 
auf den Vorderflügeln sind etwas kleiner, derjenige zwischen der Submediana 
und dem Innenrande ganz verloschen, die beiden obersten weniger in die Länge 
gezogen, alle nach Aussen weniger scharf begrenzt. Es sind die grössten Buko- 
winer Stücke (45 und 47 mm), Thorax und Hinterleib schillern aulfallend lebhaft 
metallisch grün. Ist wohl eine mit var. Intermedia Pryer (vom Amur und 
aus Japan) identische Gebirgsrasse. 

Arasohnia Hb. 

64. Levana L. 

Var. (Gea. II) Prorsa L., ab. Porima 0. 

Im ganzen Lande, bis in die subalpinen Thäler häufig und für die Buko- 
winer Fauna sehr charakteristisch. In den Qärten von Czernowitz und überall 
in der Umgebung gemein ; Levana vom 25. April bis 26. Mai, Prorsa bei Zutschka 
von Ende Juni, am rechten Pruthufer frühestens vom 3. Juli bis 7, August; 
Krasna besonders im Serezelthale, bis zur Glashütte, Prorsa meist sehr häufig, 
um Spiraeen vom 6. Juli bis 26. August, von Levana fand ich dort nur ein ab- 
geflogenes Stück noch am 10. Juni. Var. Prorsa ist in Krasna stets dunkler, die 
Binde auf den Hinterflügeln gegen den Vorderrand mehr verschmälert, und, wie 
alle übrigen lichten Zeichnungen, rothgelb angeflogen. Die Orangerothen Eand- 
flecke sind öfter verloschen und fehlen bei einem ganz, das also der var. 
Ohscura Fent von Jesso sehr nahe stehen dürfte. Unter Prorsa fliegt auch 
ab. Porima 0. im Freien, wovon ich ein cT und zwei $ fing. Ersteres spannt 
blos 26 mm und steht in der Zeichnung der Levana näher (entspricht ganz der 
Figur 8 c auf Taf. 7 in Hoffmann's Grossschmetterlinge Europas, II. Aufl., 
1894); die Unterseite gleicht, bis auf die mehr rothbraune Vorderflügelspitze, der, 
Levana. Die etwa 35 mm grossen 9 ^^^^ <^6r Prorsa ähnlicher, führen jedoch 
am Aussenrande breite zusammenhängende rothgelbe Binden, ebenso sind alle 
übrigen hellen Zeichnungen licht rothgelb. Die Unterseite hält zwischen Levana 
und Prorsa die Mitte. Ich fand Prorsa ferner: bei Slobozia-Comaresti, 
Gurahumora sehr häufig auch auf höheren Wald wiesen, und erhielt sie von 
Suceava, Levana von Capu- Campului (Mai) und Dorna von Ende Mai bis 
Anfang Juni (Proc), Kupka Levana und Prorsa (Sch.), Eadautz (Pwl. M.).j, 

Grapta Kirby. 

65. C. alhum L. 

Ueberau gemein, bis in das Hochgebirge (z.B. auf den Bergen ober- 
halb Colbu), wahrscheinlich die Baumgrenze erreichend. Bei Czernowitz in drei 
Generationen: erste vom (14.) Juni an, zweite von Ende Juli, meist erst Anfang 
August, die dritte vom 10. September an; auch noch im October frische Stücke; 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der l?ukowina. 



143 



tiberwintert nieist bis p]nde Mai, ausnahmsweise bis 17. Juni bemerkt. Die Kaupe 
ist Ende Juni bis Anfang Juli häufig, nur an Ulmen. 1896 fand ich einige, die 
ober- und unterseits ganz weiss waren, ebenso auch alle Dornen; blos an 
den Seiten zeigten sich zwei verloschene schwärzliche Flecken reihen, die gelb- 
braune Färbung fehlte gänzlich. Zwischen dem 28. Juni und 2. Juli waren 
alle verpuppt, die dunkeln Falter schlüpften vom 18.— 20. Juli aus. In Krasna 
ist C. alhum bis Mitte August gemein, dann vom 16. September, jedenfalls blos 
zwei Generationen; bei Radautz noch am 28. October ein Exemplar ausgeschlüpft; 
an allen übrigen Fundorten häufig, am Köder stets sehr zahlreich. Neben sehr 
dunkeln, intensiv rothbraunen Stücken mit lichteren, kleinen Saummonden kommen 
uberall und zu allen Jahreszeiten auch ganz helle mit kleineren schwarzen Flecken 
vor, bei denen sich die Randmonde von der Grundfarbe nicht unterscheiden; 
die Unterseite ist dann ebenfalls weit lichter, eintönig braungrau. Bei einem 
davon (aus Czernowitz) befindet sich an Stelle des C-artigen Mittelfleckes blos 
ein kurzer, gerader weisser Strich auf der unteren Discocellularader, der nur 
bis zur Trennung des zweiten und dritten Medianastes reicht. Eine andere helle 
Form mit weniger ausgebuchteten Flügeln und hell röthlichgelber Unterseite 
kommt bei Radautz vor (Fwl. M., Egea Gr.). 



Vanessa Fabr. 

Ijj^ 66. Polychloros L. 

Bis in die montane Region (600 m) beobachtet, überall häufig. Bei 
Czernowitz vom 19. — 25. Juni erscheinend, nach der Ueberwinterung bis An- 
fang (ausnahmsweise 19.) Mai, gemein, zahlreicher als Urticae, Krasna nur in 
den Thälern, seltener, vom 1., 2., mitunter erst von Ende Juli oder August in 
frischen Stücken; Sereththal, Gurahumora, kommt überall, oft in Menge 
an den Köder. Von Capu-Campului erhalten (Proc), Radautz gemein 
(Pwl. M.). 

67. Xanthomelas Esp. 

Ebenfalls bis in die montane Region überall häufig, in manchen Jahren 
zahlreicher als Polychloros, daher für die Bukowiner Fauna charakteristisch; in 
den Gärten und der ganzen Umgebung von Czernowitz vom 17. Juni oder 
Anfang Juli an überwinternd (1. Mai 1896 noch ziemlich frisch); Krasna in 
den unteren Theilen aller Thäler vom 29. Juni bis in den Spätherbst beobachtet, 
an Obstbaurastämmen in Anzahl; bei Ciudin 7. Juli; ferner bei Radautz die 
Raupe an Saalweiden (Pwl. M.), Kupka selten (Sch.). 

68. L. alhum Esp. 

Ebenso verbreitet wie die Vorigen, aber selten; bei Czernowitz am 
Cecina und in Cernauka im September je ein Stück; in Krasna fand ich auch 
blos einmal Anfang October auf einem Dachboden ein Exemplar; Kupka ein 
Exemplar (Sch.); bei Straja, wie es scheint häufiger; Juli bis Anfang August 
(Pwl. M.). Auf den Vorderflügeln sind die hellgelben Zeichnungen mitunter sehr 
au.sgebreitet; Unterseite meist dunkel, das Wurzelfeld scharf abgegrenzt, an dessen 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 20 



144 



Constantin v. Horuiuzaki. 



Aussenseite, sowie an der Wurzel selbst stärker weisslich gemischt, bei anderen 
Exemplaren eintöniger, gelblichgrau. 

69. Urticae L. 

Ab. Turcica Stgr., ab. Polaris Stgr. 

Ueberau, doch entschieden mehr im Gebirge einheimisch, wo der Falter 
bis in die alpine Eegion sehr häufig ist. Ueberall bei Czernowitz, am Cecina 
am zahlreichsten, wahrscheinlich drei Generationen, von Ende Mai oder Anfang 
Juni, dann frische Exemplare vom 21. August an und wieder regelmässig im 
September und October, überwinternd, spätestens bis 7. Mai; in Krasna gemein 
vom 25. Juli bis Ende August, dann vom 16. September (zwei oder drei Gene- 
rationen); ferner fand ich frische Stücke bei: Panka am 2. Juni, Storojinez, 
Gurahumora gemein; von Suceava, Capu-Campului, Valesaca, Cämpu- 
lung erhalten (Proc), Radautz drei Generationen, gemein (Pwl. M.). Anfang 
August 1896 überall im Hochgebirge in ganz frischen Stücken (J.), und zwar: 
am Rune bei Cämpulung, Fundu-Moldovei, Valea-Putna, am Fusse des 
Giumaleu, in der alpinen Region amMuncelu und Rareu in Unmenge, sicher 
die erste Generation. Einzelne Stücke von Czernowitz und die meisten aus Krasna 
gehören zur var. Turcica Stgr. (vgl. diese „Verhandlungen", Bd. XLV, S. 333); 
bei einigen, die den Uebergang zur var. Ichnusa B. bilden, fehlen die Flecke 
zwischen den Medianästen. Im Gegensatze hiezu besitzen manche Urticae von 
Czernowitz und vom Rareu eine weniger lebhafte bräunliche Grundfarbe, die auf 
den Hinterflügeln eine auffallend schmälere Binde bildet; der schwarze Saum ist 
viel breiter und nach innen verschwommener, gerade abgegrenzt, die blauen 
Randmonde auf den Vorderflügeln sehr verloschen; mitunter ist die Umgebung 
des zweiten Medianastes der Vorderflügel bis zum mittleren Vorderrandfleck schwarz 
bestäubt. Solche Stücke müssten als phylogenetisch ältere Rückschlagsform 
gelten (vgl. Standfuss, Handb. der paläarkt. Grossschmetterlinge, 2. Aufl., 1896, 
S, 276 ff.). Die meisten der 12 alpinen Stücke vom Rareu bilden blos eine Ueber- 
gangsform zwischen dieser Abänderung und gewöhnlichen Urticae. Im Sommer 
1896 fand Pwl. bei Czernowitz eine der var. Polaris Stgr. sehr nahe- 
stehende Form. 

70. Jo L. 

Ab. Joides 0. 

Ueberall häufig, nur im höheren Gebirge noch nirgends beobachtet; bei 
Czernowitz von Ende Juni oder den ersten Tagen des Juli bis Ende Juli; 
die zweite Generation vom 4. September bis Ende April, spätestens 18. oder sogar 
26. Mai, in Krasna die erwachsenen Raupen Ende Juni, der Schmetterling von 
Mitte bis 24. Juli, am 14. August 1896 sehr zahlreiche kleine Raupen, am 20. 
schon ziemlich gross und zerstreut; der Schmetterling vom 30. (sonst vom 10.) 
September an, also auch zweite Generation. Ein frisches, blos 40 mm grosses 
Stück der ab. Joides fing ich am 28. August 1890; bei diesem setzt sich der 
grosse schwarze Vorderrandfleck noch über den dritten Medianast fort, in Zelle 1 ( 
der Vorderflügel befindet sich ein schwarzer Innenrandfleck. Auch hier gilt das ' 
bei Vanessa Urticae Gesagte. Die Stammart im ganzen Sereththale: bei 



Die ScLiaetterliuge (Lepidoptora) der Bukowiiiu. 



145 



Ropcea erwachsene Raupen am 16. Juni, bei Storojinez ein abgeflogenes 
überwintertes Stück uocb am 11. Juni; Gurahumora häufig; von Capu- 
Campului, Valesaca, Suceava, Cämpulung erhalten (Proc), Radautz 
gemein (Pwl. M.). 

71. Antiopa L. 

Ist im Mittelgebirge weitaus häufiger als im Tieflande. In Gärten von 
Czernowitz fand ich den Falter mehrmals vom 11. Juli überwinternd bis 7. Mai, 
nicht häufig; in Kräsna sehr zahlreich bis in das oberste Serezelthal und auf 
Bergv/iesen, nur eine sich unregelmässig entwickelnde Generation. Raupe gesellig 
an Weidenbüschen; die Falter (50 Exemplare) schlüpften nach 11 — Htägiger 
Puppenruhe vom 11. Juli an aus; im Freien vom 9. Juli an den ganzen August 
und September hindurch ganz frische Stücke, besonders gern am Köder. Alle 
Exemplare sehr gross mit breitem Eande und lebhaften blauen Saumflecken; in 
Gurahumora gemein um dieselbe Jahreszeit; von Capu-CampuluT, Vale- 
saca, Suceava erhalten (Proc), Fund u-Moldo vei 20. September ganz frisch 
(J.), Radautz (Pwl. M.), Kupka (Sch.). 

Py rameis Hb. 

72. Ätalanta L. 

Im ganzen Lande bis in die höhere subalpine Region beobachtet. Bei 
Czernowitz und Krasna gemein; in zwei bis drei Generationen: die erste 
vom 6. Juni (in Krasna von Anfang Juli) bis 22. Juli, die zweite vom 4. (Krasna 
vom 15.) August, dann abermals vom 9. September an, auch noch Anfang 
November in zahlreichen frischen Stücken, auch am Köder; nach der Ueber- 
winterung bis 17. Mai. Sereththal, Gurahumora, bei Dorna überall, auch 
auf den Bergen oberhalb Colbu im August; von Capu-Campulu i und Cämpu- 
lung erhalten (Proc); Fundu-Moldovei frisch am 17. September (J.), Ra- 
dautz (Pwl. M.). 

73. Cardui L. 

Wie der Vorige, aber in einzelnen Jahren massenhaft, in anderen (z. B. 1886 
bis 1890) fast verschwunden; überall gemein. Bei Czernowitz in drei Gene- 
rationen: vom 15. Juni oder 1. Juli, dann abermals Ende Juli und Anfang August, 
zuletzt vom 18. September, auch noch im October frische Stücke; überwinternd 
bis 27. Mai ganz abgeflogen; in Krasna ebenso, bisweilen im August und Anfang 
September in zahllosen frischen Stücken, z. B. 1879, in welchem Jahre nach 
Rössler sich der Falter von Afrika aus über Westeuropa verbreitet hatte. 1892 
beobachtete ich eine ähnliche Erscheinung in Gurahumora, wo die Falter um 
dieselbe Jahreszeit den ganzen Tag hindurch in raschem Fluge hintereinander 
von Norden nach Süden zogen. Diese Stücke sind so lebhaft gefärbt, wie nord- 
amerikanische, und dürften von einer aus dem Süden eingewanderten Frühlings- 
generation abstammen. Im Sereththale, überall bei Dorna, Colbu u. s. w.; 
Capu-CampuluT, Valesaca (Proc), Radautz, späteste Raupe am 1. No- 
vember (Pwl. M.), Fundu-Moldovei (J.). 

20* 



146 



Constantin v. Hoimuzaki. 



Melitaea Fabr.^) 

74. Maturna L. 

Aeiisserst sporadisch und selten, dem grössten Theile des Gebietes sicher 
fehlend; ältere Sammler fanden die Kaupen an Waldrändern am Cecina bei 
Czernowitz und erzogen mehrere (j^, wovon ich eines besitze. Ein frisches 
bemerkte ich am 30. Mai 1896 in einem Garten, ohne dass ich es jedoch er- 
beuten konnte. 

75. Äurinia Rott. var. 

Ab. Merope Prun. 

Nur auf den Alpenwiesen der Lutschina (1350— 1590m) am 30. und 
31. Juli 1893 in Anzahl von Prof. Pawlitschek gefunden worden. Die vier von 
dort mitgebrachten frischen Exemplare (2 cT, 2 9) sind untereinander sehr ver- 
schieden; ein kommt der typischen Äurinia nahe, hat aber breitere schwarze 
Binden, die Flügelwurzeln sind mehr verdunkelt, die Grundfarbe intensiv roth- 
braun, Randmonde der Hinterflügel aschgrau (wie bei var. Iherica Oberth. 
Bei dem einen 9 ist die Oberseite ziemlich gleichmässig lebhafter orangeroth mit 
schmäleren, gitterförmigen Zeichnungen (fast wie bei var. Provincialis B.), 
die Hinterflügel dagegen im Wurzelfelde stärker geschwärzt, Saummonde licht 
schwefelgelb. Auf der Unterseite sind Mittelbinde und Wurzelflecke der Hinter- 
flügel dunkler, röthlichgelb, von der übrigen Färbung wenig verschieden, ebenso 
die Vorderflügelspitze, die helle Umrandung der Augenreihe auf den Hinterflügeln 
kaum angedeutet; Randmonde mehr viereckig, bilden eine zusammenhängende 
Binde. Das zweite $ hat eine weniger lebhafte, lichter bräunliche Grundfarbe 
und ist im Mittelfelde aller Flügel stark verdunkelt; die Unterseite der Vorder- 
flügel dünn beschuppt, glänzend, Grösse normal (39 mm); es bildet den Ueber- 
gang zur var. Merope. Das vierte Stück (t^) endlich ist eine ausgesprochene 
kleine var. Merope Prun. und stimmt mit Exemplaren aus den Alpen voll- 
kommen überein. Es ist jedenfalls merkwürdig, dass diese sonst so verbreitete 
Art dem grössten Theile der Bukowina sicher fehlt. 

76. Cinxia L. 

Hier und in den Nachbargebieten höchst sporadisch, hin und wieder auf- 
tauchend, um dann für Jahre zu verschwinden. Bei Kupka (Sch.). Vor Jahren 
sammelte ich bei Slobozia-Comaresti eine Art (cf und 9) iß Anzahl, die in meiner 
Sammlung als Cinxia steckte und gewiss keine der drei bei uns häufigen Arten 
war; da ich aber kein Exemplar mehr davon besitze, bleibt dieser Fundort un- 
sicher. In Ostgalizien, z. B. bei Stanislau auch blos einmal beobachtet worden, 
seither nicht mehr (W.), ebenso bei Lemberg (Now.) u. s. w. 



1) Es ist eine Eigenthümliclikeit der Bukowiner Fauna, dass die meisten Melitaeen nur höchst 
local und selten vorkommen, und man gewöhnlich blos die drei verbreiteten Arten : Didyma, Athalia 
und Aurelia zu Gesichte bekommt. In den Nachbargebieten kommen noch vor: Cynthia Hb., 
Siebenbürgen; Trivia Schiff., Eohatyn, Stanislau, Bacäu; var. Fascelis Esp., Hu^i; Par- 
thenie Borkh., Hu^i, Jassy, Bessarabien, in Galizien fraglich; var. Varia M.-D., im Banater 
Grenzgebirge. 



Die Schmetterliuge (Lcpidoptera) der Bukowina, 



147 



77. Phoehe Knoch. 

lu Krasua fing ich ein Exemplar auf einer Waldwiese am Rune am 18. Juli. 
Von der Verbreitung dieser Art gilt genau dasselbe, wie von der Vorigen. 

78. Diclyma 0. 

Var. Crasnensis Hormuzaki, var. Meridionalis Stgr., ab. üccidentalis Stgr. 

Verbreitet und häufig, bis in die montane Region. Am Cecina bei Czerno- 
witz auf Waldwiesen sehr zahlreich, ebenso bei Revna, Zutschka, am Weinberg 
und bei Horecea, von Ende Juni bis 7. August; in Krasna in manchen Jahren 
in Unmenge, in anderen fast verschwunden, frühestens am 21. Juli; einzeln im 
Thale, zahlreich auf Bergwiesen bis 750 m und in den Schluchten des Rune an 
sumpfigen Stellen; 1896 wieder massenhaft vom 30. Juli bis 15. August. Die 
Raupen fand ich am 3. Juni 1891 bei Mihuceni gesellig an Trifolium mon- 
tamim, sie waren mehr schwärzlichgrau, als bläulich, auch die Puppen stärker 
schwarz gefleckt. Nach 11 — 17tägiger Puppenruhe schlüpften die Falter zwischen 
dem 6. und 14. Juli aus; bei Slobozia-Comaresti um dieselbe Zeit häufig; 
fehlt der Gegend von Radautz. Die von mir (Entom. Nachrichten, Bd. 20, 1894, 
S. 1) nach Stücken aus Krasna beschriebene var. Crasnensis stimmt mit keiner 
der beschriebenen Varietäten ganz überein ; intensiv rothbraun, oft fast ziegel- 
roth, mit wenigen ringförmigen Zeichnungen im Wurzelfelde und theilweise 
fehlenden mittleren Fleckenbinden; in der Minderzahl kommen darunter auch 
den typischen nahestehende vor, immer ist aber der dunkle lunenrand der 
Hinterflügel gegen den Analwinkel verkürzt. Die $ haben stets dunkel grünlich- 
graue bis schwärzliche, gegen den Vorderrand lichtere Vorderflügel; Hinterflügel 
immer vom lunenrand bis zur Rippe 5 oder sogar 6 schwarz, von da bis zum 
Vorderrand lebhaft dunkel gelbroth; am Aussenrande steht eine Reihe hell 
röthlichgelber Halbmonde, im Mittelfelde eine ebenso helle oder verloschen grau- 
gelbe Fleckenbinde; Mittelzelle dunkel rothgelb, an der Wurzel grünlichschwarz, 
ein ebensolcher (oder hellgelber) schwarz gerandeter Fleck in deren Mitte; bis- 
weilen ist aber die ganze Mittelzelle geschwärzt. Auf der Unterseite sind bei cT 
und 9 die rothbraunen Binden meist ziemlich eingeschränkt und in einzelne ge- 
trennte Flecke aufgelöst. Könnte der var. Sutschana Stgr. nahe kommen. 

Die Stücke vom Cecina ändern untereinander stark ab; Vorderflügel bei 
den 9 lichter braungelb, bei zwei Stücken röthlichbraun, ganz wie bei typischen 
Didyma-W eihchen. Auch viele cf sind den normalen gleich. Bei zweien ist der 
schwarze Aussenrand der Hinterflügel von der aus grossen Flecken bestehenden 
äusseren Binde blos durch schmale röthlichbraune Halbmonde getrennt und im 
Innenwinkel mit dem sehr breiten bläulichschwarzen Innenrande vereinigt, 
die übrigen schwarzen Zeichnungen auf allen Flügeln stärker ausgebreitet; bei 
einem dieser steht gegen die Vorderflügelspitze zwischen dem dritten und 
vierten Subcostalaste ein rein weisser Fleck. Solche kommen wohl der var. 
Graeca Stgr. am nächsten. Bei Zutschka fliegen meist lebhaft gelbrothe 
mit ganz fehlender mittlerer Fleckenreihe auf den Vorderflügeln und nur einer 
Reihe vor dem Saume der Hinterflügel, die sich mitunter von typischen var. 
Meridionalis Stgr. nicht unterscheiden. Die 9 von dort haben helle grau- 



148 



Constantin v, Hormuzaki. 



gelbe Vorderflügel und bis zAim Innenrande der Hinterflügel unzusammenhängeiide 
schwarze Flecke, können aber nicht zu der obigen Varietät gezählt werden, deren 
9 hell grünlichgraue Vorderflügel besitzen. Bei einem 9 vom Cecina endlieh 
ist die Grundfarbe licht braungelb, wie bei Stücken von Grumäze^ti, die mir 
Herr v. Caradja als var. Occidentalis Stgr. sandte (vgl. „Iris", VIII, S. 48). 

79. Dictynna Esp. 

Höchst local und selten; ein frisches, sehr dunkles cT, bei dem alle roth- 
gelben Flecke ganz klein, die Hinterflügel fast einfarbig sind und nur eine 
Eeihe solcher, kaum angedeuteter Punkte führen, fing ich auf einer sumpfigen 
Wiese am Waldrand e bei Slobozia-Comaresti am 8. Juni. 

80. Athalia Eott. 

Ab. Tricolor (nova ab.). 

Im ganzen Lande bis in die subalpine Eegion, stellenweise häufig; bei 
Czernowitz erst vom 30. Juni an, bis 7. August, auf Wald wiesen am Cecina, 
gegen Eevna u. s. w., Zutschka, Cernauka; Krasna vom 18. Juli bis Anfang 
August einzeln im Serezelthale, häufig auf einer Waldwiese am Gipfel des Berges 
Cruei; im Thale der Bistritza Yon Dorna bis Kirlibaba im Juli (Proc), am 
Eareu in der Waldregion über 1000m am S.August ein dunkles Stück (J.), 
bei Eadautz in der zweiten Hälfte des Juni und im Juli, häufig (Pwl. M.), dort 
die einzige Melitaea. Die Abänderungen dieser Art habe ich schon in diesen 
„Verhandlungen", Bd. XU, S. 233 ff"., eingehend besprochen, möchte aber eine 
dort S. 239 ei'wähnte, 42 mm spannende Aberration vom Cecina, die inzwischen 
auch von Pwl. wieder gefunden wurde, alt). Tricolor benennen (mittlere 
Fleckenreihe orangeroth mit hellgelben Kernen gegen den Vorderrand der 
Vorderflügel, Flecke an der Aussenseite der Mittelzelle und in der stark ge- 
schwärzten Basalhälfte ebenfalls dunkel rothgelb, Wurzelflecke, innere und 
äussere Binde hell rothgelb). Neuerdings fand ich am Cecina auch zahlreiche 
dunkle Stücke mit kleinen Flecken, wobei mitunter nur die sonst undeutliche, 
innerste der drei Fleckenbinden stark hervortritt. 

81. Aurelia Nick und var. i 

Trans, ad var. Veronicat Dorfm. J 

In einer (in diesen „Verhandlungen", Bd. XLI, S. 283 ff", ausführlich be- ; 
sprochenen) Localrasse überall häufig, bis in die alpine Eegion, namentlich auf 
Waldwiesen. Bei Czernowitz traf ich ein Stück schon Ende Mai, sonst von 
Anfang Juni bis 18. Juli, am Cecina massenhaft, bei Zutschka, Cernauka; 
Kamena, Storojinez (12. Juni), Slobozia-Comaresti, Eopcea, Krasna, 
vom 9. Juli bis 5. August an anderen Flugplätzen als Athalia, am Eunc und in 
den höheren Seitenthälern ; von Lopuschna und Vilavcea erhalten (Proc); 
auf den Alpenwiesen der Lutschina am 30., 31. Juli frisch (Pwl.). Unter den 
sehr zahlreichen, seit 1895 am Cecina gesammelten Stücken sind auch einige} 
den (a. a. 0. beschriebenen) typischen ganz gleich, ein ist auf der Ober- i 
Seite von Dictynna nicht zu unterscheiden, intensiv schwarzbraun, Vorderflügel " 
mit sehr kleinen rothgelben Flecken, Hinterflügel nur mit einer Eeibe deut-l 



Die Schmetterliugo (Lopidoptera) der Bukowina. 



149 



lieberer Puukte. Ein anderes, sehr grosses 9 hat licht rothgelbe Vorderflügel 
mit dünnen schwarzen Zeichnungen, ganz wie FartJienie Borkh., aber dunkle 
Hinterflügel. Ein kleines 9 endlich, bei dem die dunkelbraune Färbung heller 
röthlieh ist, die Palpen fast ganz rothgelb, Unterseite scharf gezeichnet, mit dem 
a. a. 0. erwähnten Analfleck, nähert sich der var. Veronicae, von der es sich 
aber durch den nicht verdunkelten Saum unterscheidet. 

Argynnis Fabr. ^) 

82. Selene Schiff. 

Ueberau, bis in die montane Region, weiter aufwärts nicht bemerkt. Bei 
Czernowitz aufwiesen gemein, erste Generation von Mitte Mai bis 18. Juni; 
im Juni bei Käme na, Storojinez, Ropcea (erste Generation bis 27. Juli 
1893), Budenitz; zweite Generation bei Czernowitz übersehen, in Krasna vom 
20. Juli bis Ende August überall gemein, Solca Anfang August 1894 in Unmenge 
auf einer Waldwiese, durchaus frische Stücke; eines davon hat im Basaltheile 
zusammengeflossene schwarze Zeichnungen; Gurahumora gemein; von Capu- 
Campului (Mai) erhalten (Proc), bei Kozman auf Waldwiesen Mitte August 
in zahlloser Menge (J.), Radautz zwei Generationen, vom 20. Mai an (Pwl. M.), 
Kupka (Sch.). Alle Bukowiner Stücke sind hell und lebhaft gefärbt. 

83. Euphrosyne L. 

Weiter verbreitet, bis in die alpine Region, überall nur in einer Genera- 
tion. In den Gärten und der ganzen Umgebung von Czernowitz von Mitte 
Mai bis 9. Juni; Storojinez bis 14. Juni, Krasna vom Mai bis 8. Juni im 
Thale und auf Bergwiesen am Rune. Capu-CampuluT, Valesaca im Mai, 
Dorna im Thale der Bistriza und Dorna im Juli (Proc); Radautz (Pwl. M.), 
auf der Lutschina am 30., 31 Juli (Pwl.), Fundu- Moldovei (J.), am 
Tscheremusch (Now.). Die Stücke (J^ und 9) ^^^^ Dorna und dem höheren 
Gebirge sind grösser (43 mm), weniger lebhaft braungelb, bisweilen in der Wurzel- 
hälfte schwärzlich angeflogen, der schwarze Aussenrand breiter; Hinterflügel- 
Unterseite mehr rothbraun, nicht so lebhaft orangeroth wie sonst; zwischen der 
Mittelbinde und den Saumflecken grössere, fast schwarze Punkte; die matt 
bräunlichgelben Vorderflügel sind im Apicaltheile lebhafter gelb gefleckt. 

84. Pales Schiff. 

Var. Arsilache Esp. 

Nur in der subalpinen und alpinen Region. Ich erhielt ein frisches typisches 
Stück vom Quellgebiete des Tscheremusch und ein anderes, das nach Dr. Rebel 
zur var. Arsilache gehört, von den Torfmooren im Thale der oberen Dorna; 
Juli (Proc). Zwei von Prof. Graber herrührende Stücke befinden sich im 
zoologischen Institute der Universität; sie wurden in der alpinen Region der 



') Aphirape Hb. nach Garbowski in Galizien fraglich, nach Möschlcr in Russisch- 
Polen; könnte, wie so viele andere nordische Arten, auch die Karpathen bewohnen. Hecate Esp. 
einmal bei Sambor (Ostgalizien) gefangen worden (Now.), sonst erst im Süden (Walachei, Dobrudscha). 



150 



Co ns tantin v. Hormuzalci, 



Bukowina gesammelt. Bei diesen ist die Oberseite weniger lebhaft braungelb, 
fast wie bei var, Isis Hb., doch sind die schwarzen Flecke grösser als bei 
dieser und selbst bei typischen Pales. Erreicht in der Bukowina den südlichsten 
Punkt in diesem Theile Osteuropas, kehrt jedoch im Hochgebirge Griechen- 
lands wieder. 

85. Dia L. 

Verbreitet und häufig, bis in die subalpine Kegion; bei Czernowitz nur 
auf Waldwiesen (Cecina, Zutschka, Cernauka), jedenfalls drei Generationen; erste 
wenig beobachtet, im Mai und den ersten Tagen des Juni; zweite häufig von 
Mitte Juli; dritte Ende August und September; in Krasna überall auf Wiesen 
häufig vom 12. Juli bis 6. August abgeflogen, dann am 21. August und noch den 
ganzen September hindurch in frischen Stücken, die also auch einer dritten 
Generation angehören; Slobozia-Comaresti ; von Capu-Campului, Vale- 
saca, Dorna erhalten, Fundu-Moldovei am 12. September frisch; am Fusse 
des Giumaleu (J.), Radau tz schon vom 26. April (Pwl. M.). Bei manchen 
Stücken von Krasna sind die schwarzen Zeichnungen sehr ausgebreitet und 
zuammengeflossen. 

86. Ämathusia Esp. 

Ein normales Stück (von Prof. Grab er) befindet sich in der Universitäts- 
sammlung; es wurde im höheren Gebirge in der alpinen Region erbeutet, 
doch ist mir der genauere Fundort nicht bekannt. Auch diese, sonst nirgends in 
den Karpathen beobachtete Art erreicht hier den am weitesten nach Südosten 
vorgeschobenen Punkt in Europa und kommt im östlichsten Theile des Conti- 
nents erst zwischen dem 51. und 52. Grad nördlicher Breite (Orenburg) vor. 

87. Daphne Schiff. 

Jedenfalls nur im Tieflande; bei Czernowitz fand ich einige frische 
Stücke im Juni am Rande von Laubgehölzen in der Nähe des Vorortes Rosch; 
sie stimmen mit solchen aus Südrussland ganz überein. 

88. Ino Rott. var. 

Ab. Arvernensis Guill. 

In den uQteren Regionen fehlend, im Mittelgebirge höchst sporadisch, in 
der höheren subalpinen Region überall verbreitet, gesellig (wie Niobe im Mittel- 
gebirge). In Krasna äusserst selten; blos zwei abgeflogene Stücke auf einer 
Wiese am Serezel (450 m), dem tiefsten Fundorte dieser Art, am 30. September 
und 2. October 1896 gefunden; jedenfalls zweite Generation. Bei Straja auf 
einer hochgelegenen Moorwiese am 30. Juli (Pwl. M.). In grosser Zahl sammelte 
ich die Art Anfang August 1894 auf den Alpenwiesen der Lutschina; fast alle 
Stücke, cT und $, gehören einer lichteren Varietät an, bei der die schwarzen 
Zeichnungen weniger ausgebreitet sind und die Hinterflügel-Unterseite gegen den 
Aussenrand oft ganz blass gelbbraun bleibt; sie sind aber nach Dr. Rebel viel 
kleiner als die ähnliche var. Clara Stgr. Ein $ ist stark violettschwarz be- 
stäubt (var. Arvernensis GuilL). Spärlich fand ich Arg. Ino auch auf 



Die Sclunottorlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



151 



feuchten Wiesen im oberen Thale des Tatarkabaches bei Kirlibaba, und erhielt 
sie von den Torfmooren im Thiile der Dorna (Proc); am Fusse des Giu- 
maleu am 3. August (J.). 

89. Latonia L. 

Ab. Valdensis Esp. 

Ueberau hcäufig, nur im höhereu Gebirge nicht beobachtet. In der ganzen 
Umgebung von Czernowitz in drei Generationen: Anfang Mai bis Mitte Juni; 
dann wieder vom 31. Juli den August hindurch, schliesslich in frischen Stücken 
vom September bis Anfang November, mitunter in Menge. In Krasna geraein, 
genau dieselbe Erscheinungszeit. Am 11. August 1890 fing ich dort ein der 
ab. Valdensis Esp. Bei diesem sind die schwarzen Flecke am Vorderrande 
der Vorderflügel und im Mittelfelde auffallend gross und zusammengeflossen, doch 
fehlt der Fleck unterhalb der Trennung des ersten Medianastes (Zelle 1); gegen 
den Aussenrand steht blos eine Reihe grosser länglicher Flecke, auf den fast 
ganz schwarzen Hinterflügeln sind alle Flecke zusammengeflossen. Auf der Unter- 
.seite der Hinterflügel an Stelle der Augenreihe blos verloschene rothbraune Punkte; 
alle Silberflecke zu langen Streifen vereinigt; Vorderflügel blos mit zwei Reihen 
schwarzer Flecke, im Mittelfelde gelbroth. Flügel in die Länge gezogen, 
Vorderflügel stärker ausgebuchtet und geeckt. Die Stammart ferner: überall im 
Thale des Sereth; Capu-Campului und Valesaca, Suceava (Proc), Ra- 
dau tz häufig, ein Exemplar mit zusammengeflossenen schwarzen Flecken (Pwl. 
M.), Kupka (Sch.). 

90. Äglaia L. 

Ah. Arvernensis Guill. 

Die am weitesten verbreitete Ar gynnis- Art, bis in die alpine Region nicht 
selten. Am Cecina bei Czernowitz auf Waldwiesen Anfang und Mitte Juni, 
ebenso bei Zutschka, Cernauka u. s.w.; Sereththal, Krasna auch auf allen 
Bergwiesen vom 21. Juli bis August, auf der Lutschina am 5. August einzelne 
frische Exemplare; ferner von Proc. erhalten aus: Capu-Campului (Mai), 
Dorna überall, auch auf höheren Bergen; Vantzin (1367 m), Stulpicani, 
Itzcani. Von J. gesammelt: am Berge Magura (1113 w) am 7. August; am 
Kamme des Raren am 3. August. Bei Radautz häufig (Pwl. M.), Kupka 
(Sch.). Bei einem $ vom Rune bei Dorna sind die Vorderflügel ganz, die Hinter- 
flügel an der Wurzel und dem Innenrande stark schwärzlich bestäubt (ab. Arver- 
nensis Guill). 

91. Niohe L. 

Ab. Eris Meig. 

Im Mittelgebirge durch massenhaftes Vorkommen charakteristisch, im 
Hügellande seltener, über 1113 wz nicht beobachtet. 

In der Umgebung von Czernowitz nur auf Waldwiesen (auch dunkle 
Stücke und ab. Eris) vereinzelt (Cecina, Zutschka, Cernauka) vom 30. Juni bis 
Ende Juli; in Krasna in allen Thälern, und besonders auf höheren Waldwiesen 
in Unmenge gesellig, von den ersten Tagen des Juli bis Ende August; in manchen 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 21 



i 



152 



Constantin v. Honuuzaki. 



Jahren die Form mit Silberflecken, in anderen ab. Eris vorwiegend. Die sind 
entweder normal, theilweise aber stärker schwarz angeflogen, die 9 oberseits, 
namentlich in der Basalhälfte stark geschwärzt; auf der Unterseite der Hinter- 
flügel herrscht die rothbraune Färbung derart vor, dass sie als Grundfarbe er- 
scheint; der Raum zwischen der Mittelbinde und den dreieckigen Aussenrand- 
flecken ist meist gleichmässig dunkel grünlichgrau bis tief rothbraun, in 
welchem Falle dann die Augenflecke blos als schwach angedeutete silberglänzende 
Punkte bemerkbar werden. Bei solchen 9 sind die dreieckigen Saumflecke immer 
silberglänzend, die übrigen Flecke blassgelb. Neben dieser vorherrschenden 
Form des 9 kommen auch gewöhnliche und Uebergangsformen vor. Ich fand 
Niohe ferner: bei Slobozia -Comaresti (auch ab. Eris), bei Gurahumora 
auf Bergwiesen; erhielt beide Formen von Dorna (Anfang Juli), ab. Eris von 
Vilavcea (Proc). Straja fast nur ab. Eris (Pwl. M.); am Berge Mägura 
bei Cämpulung (J.), häufig, auch ein 9 der oben beschriebenen Form und ab. 
Eris; Kupka (Sch.). 

92. Ädippe L. 

Var. (et ab.) Cleodoxa 0. 

Im Hügellande und der montanen Region verbreitet; an Waldrändern bei 
Zutsch ka und Cernauka (Stammart und ab. Cleodoxa in ziemlich gleicher 
Zahl) Juli bis Ende August, selten; in Krasna fast nur ab. Cleodoxa, im 
Serezelthale bisweilen sehr zahlreich, auch auf Bergwiesen bis 700 m, einmal am 
19. Juli, sonst immer in frischen Stücken vom 4., 6. August den ganzen Monat 
hindurch, vielleicht in zweiter Generation; nur ab. Cleodoxa um dieselbe 
Jahreszeit bei Gurahumora auf Wiesen im Thale sehr häufig, und bei Slo- 
bozia-Comaresti frische Stücke, bei denen die sonst licht rothbraunen Augen- 
flecke auf der Unterseite der Hinterflügel sehr gross und intensiv schwarz, leb- 
haft silberblau gekernt sind ; die Bestäubung in deren Umgebung und gegen die 
Wurzel graubraun, alle hellen Flecke schärfer schwarzbraun umrandet. Straja 
vom 22. bis 27. Juli, auch ab. Cleodoxa (Pwl. M.). Meine Bukowiner Exem- 
plare besitzen öfter auf der Hinterflügel-Unterseite in der Mittelzelle zwischen 
den beiden grossen (silberglänzenden oder gelben) Flecken einen eben solchen 
kleinen, mitunter schwarz gekernten Mittelfleck (wie Niohe), was bei westeuro- 
päischen Adippe nicht der Fall ist. 

93. Laodice Pall. 

Nur im Tieflande, wenig über 200 m ansteigend und höchst local ; in der 
Gegend von Czernowitz bei Zutschka an Waldwegen und in Holzschlägen, cT 
bisweilen sehr häufig, 9 seltener, vom 14. Juli bis Mitte September; schon von 
Sch. dort in grosser Zahl (150 Exemplare in einem Sommer) gesammelt; auch 
1895 sehr zahlreich. Am rechten Pruthufer nur ausnahmsweise, ein wurde am 
Weinberge {2S2m) im August 1894 erbeutet (J.). Meine 11 frischen und 3 9 
(darunter auch ein Paar von Sch.) variiren gar nicht. Die Fundortangabe „Storo- 
jinez" bei Gar., „Iris", VIII, S. 52 kann nur auf einem Missverständnisse be- 
ruhen; sonst wurde der Falter nur bei Zaleszczyk am Dniesterplateau. 
beobachtet (W.). [ 



Die Schmetterlinge (Lopidoptera) der Bukowina. 



153 



94. Faphia L. 

Ab. Valesina Esp. 

Ueberau bis in die höhere luontaDe Region au Waldrändern und an durch 
Wald führenden Strassen, Holzschlägeu, meist in grosser Zahl. In den Gärten 
und der ganzen Umgebung von Czernowitz gemein, im Walde von Zutschka, 
am Cecina etc. massenhaft; vom 25. Juni bis 31. August. Krasna bis über 
800 /«, gemein, vom 11. Juli an, Gurahumora bis 14. September, Slobozia- 
Comaresti, Ropcea, Petroutz, Stupca überall in Menge; von Itzcaui er- 
halten (Proc), Kupka (Sch.), Volovetz, Straja (Pwl. M.), Valea-Putna 
und am Fusse des Giumaleu (J.). Ab. Valesina Esp. fliegt bisweilen in 
Mehrzahl am Ufer des Waldsees Jeser in Krasna um Brombeersträucher; wurde 
auch im Sommer 1896 bei Czernowitz gefangen (Ph.). 

95. Pandora Schiff. 

Im Tieflande und bis in die Grenzgebiete der montanen Region, überall 
selten; ich fing Ende Juni und Anfang Juli je ein normales und 9 iii Laub- 
gehölzen im Vororte Rosch bei Czernowitz; 1895 ist auch im Volksgarten und 
bei Zutschka je ein Exemplar gefangen worden (Pwl.), ein Stück schon von Sch. 
bei Czernowitz, ein zweites bei Kupka erbeutet, letzteres am 4. August am 
Waldrande gegen Corcesti, also schon ganz in der Tannenregion (400 — 450 w), 
bei Radautz (Pwl. M.). Es ist eine echt pontisch-mediterrane Art, die unserem 
Gebirge ebenso w4e dem grössten Theile Mitteleuropas fehlt. 

Melanargia Meig. 

96. Galathea L. 

Ab. Leucomtlas Esp. 

Im ganzen Lande einer der gemeinsten Wiesenfalter, bis in die alpine 
Region; auf den ursprünglichen Wiesen (z. B. bei Costina am 26. Juni) in Un- 
menge; bei Czernowitz von Mitte oder Ende Juni, in Krasna vom 29. Juni oder 
Anfang Juli bis Ende August; an allen Fundorten häufig; am Muncelu und 
Raren in der alpinen Region am 3. August zwei frische Exemplare (J.), die 
klein und dunkel sind und mehr in die Länge gezogene weissgelbe Flecke führen. 
Bei vielen meiner 9 ist die Unterseite der Vorderflügelspitze und der Hinter- 
flügel lichtgelb, alle Binden im Mittelfelde und die Umgebung der Augenreihen 
intensiv goldbraun, ebenso die gelb umsäumten Augen. Typische ab. Leuco- 
melas fand ich einzeln in Krasna, Dorna und Costina; bei dem von Krasna 
ist die zeichnungslose Hinterflügel-Unterseite und Vorderflügelspitze rein weiss, 
bei den übrigen (9) lebhaft weisslichgelb; immer fehlt auch das Auge auf den 
Vorderflügeln; auch bei Radautz (Pwl. M.). Manche dunkle Stücke (von Czerno- 
witz, Krasna u. a. 0.) mit kleineren weissen Wurzelflecken, verschmälerten Binden, 
fast einfärbig braunschwarzer Vorderflügelspitze und mehr oder minder fehlenden 
Saumflecken bilden den Uebergang zu ab. Procida Hbst. Bei anderen ist das 
Mittelfeld der Hinterflügel vorherrschend weissgelb, wobei blos die Umrisse der 
Zeichnung an der Aussenseite der Mittelzelle angedeutet sind. 



154 



Constantin v. Hormuzaki. 



Erebia B.i) 

97. Manto Esp. var. 

Ab. (9) Trajanus Hormuzaki. 

Am Eareu in der alpinen Region auf Weideplätzen, namentlicti ;in felsigen 
Stellen in grosser Menge, am 3. und 15. August (Proc. und J,). Zwei variirende 
9 beschrieb ich (Soc. Entomol., Zürich, IX, Nr. 21, p. 161) als var. Trajanus. 
Unter den 52 frischen Exemplaren, die Herr J. im Sommer 1896 mitbrachte, befinden 
sich 48 ^ und blos 4 9 > darunter zwei var. Trajanus, die also nicht als Varietät, 
wohl aber als vorher rschende Abberation gelten kann. Auch die beiden neueren, 
in vollkommen frischem Zustande gefangenen, zu dieser Form gehörenden 
9 sind oberseits hellbraun (wie E. Gertlia Stgr.), die Fleckenbinden licht 
röthlichgelb mit 3 — 4 Augenpunkten auf den Vorderflügeln, die in länglichen, 
getrennten, nach Innen stark zugespitzten Flecken stehen; auf den Hinterflügeln 
3—4 kleine, getrennte, bisweilen schwarze Punkte führende Flecke. Unterseite 
der Vorderflügel licht rothbraun mit ockergelber Binde, kleinen unansehnlichen 
Augenpunkten (in Zelle 4 und 5), Vorder-, Aussenrand und Spitze der Vorder- 
flügel, ebenso die Hinterflügel grau gelb, letztere an der Wurzel graugrün behaart 
mit breiter weisslichgelber Binde, ohne Augen. Fransen weisslichbraun. Nach 
Dr. Bebel ist diese Abänderung von der (ähnlichen) var. Buhastis Meissn. 
durchaus verschieden. Die beiden anderen 9 ^^^^ sonst normal gezeichnet, 
doch ist die Binde auf der Unterseite der Vorderflügel breiter und durch die 
Rippen kaum merklich unterbrochen, auf den Hinterflügeln verloschen, von 
Basalflecken auch bei diesen keine Spur. Die sehr untereinander abändernden 
.spannen 38 — 42 mm, die Binden sind intensiv braun roth, mitunter aus kleinen 
getrennten Flecken bestehend und auf den Hinterflügeln blos schwach angedeutet, 
in anderen Fällen breit und zusammenhängend. Die Augenpunkte fehlen oft ganz 
oder es sind deren auf den Vorderflügeln zwei (in Zelle 4 und 5) oder vier (in 
Zelle 2 — 5) vorhanden, dann auch je ein schwarzer Punkt in Zelle 2, 3, 4 der 
Hinterflügel. Auf der Unterseite ist die Augenzeichnung ganz analog; die Binden 
entweder normal, meist aber führen die Hinterflügel an deren Stelle blos kleine, 
theilweise verloschene rothgelbe oder braunrothe Punkte. 

98. Medusa Fabr. und var. 

Ab. Procopiani Hormuzaki. 

Bis in die alpine Region überall häufig; in der ganzen Umgebung von 
Czernowitz, nur auf Waldwiesen, von Mitte Mai bis 17. Juni schon ganz ab- 
geflogen (nur 1893 noch am 18. Juni frisch); um dieselbe Jahreszeit in Krasna 
auf allen Wiesen häufig, ebenso bei Slobozia -Comaresti, Storojinez, Rop- 
cea, Ramena; ferner bei Capu-CampuluT, Valesaca, Dorna, Mai bis Juli/ 



1) In den Karpatlien kommen nach bisheriger Ermittlung 12 alpine Erebien vor. Da! 
in dem noch wenig erforschten Gebirge der Bukowina gewiss ausser den bisher bekannten (vier) noch 
einzelne aufgefunden werden dürften, zähle ich hier alle sammt Fundorten auf. Es sind folgende: 
Epiphron Kn., galizische Tatra, Banat ; var. Cassiope F., ungarische Tatra, Mehadia, Bucegi 
(Walachei); ab. Nelamus B., Oberungarn, Walachei; Melampus Füssl., Grenzgebirge zwischen; 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



155 



auf Bergwieseu und Torfmooren, am Suhard in der alpinen Region am 2. Juli 
(Proc), Fundu-Moldovei am 16. Juli (J.), Radautz (Pwl. M.), Kupka und 
Carapciu a. S. (Sch.). Die von mir als ab. Procopiani (Entom. Nach- 
richten, Bei-lin, Bd. 18, Nr. 1, S. 2) beschriebene Form besitze ich in ausge- 
sprochenen Exemplaren aus Capu-CampuluT, Valesaca und Dorna. Nach 
freundlicher Mittheiliing des Herrn Dr. Rebcl stellt diese, mit keiner anderen 
Abänderung zu verwechselnde Aberration die extremste Form der in der 
Bukowina bei Meduf^a vorherrschenden Variationsrichtung dar; sie ist 
ebenso gross und intensiv braun wie die Stammart, doch befinden sich bei 
den '"^^if *ien Vorderfliigeln blos zwei langgestreckte, beiderseits zuge.spitzte, 
allmälig in die Grundfarbe übergehende, licht röthlichgelbe Flecke in den 
Zellen 4 und 5 und ein kleinerer in Zelle 2; erstere führen ganz unscheinbare 
ungekernte schwarze Punkte; in Zelle 2 ein ebensolcher, der bisweilen ganz 
fehlt. Auf den Hinterflügeln stehen in Zelle 2, 3, 4 entweder nur gelbrothe 
Punkte ohne Augen, oder höchstens mit unansehnlichen schwarzen Kernen. Unter- 
seite ganz analog, doch führen die beiden Apicalaugen schwach angedeutete lichte 
Kerne. Häufiger ist eine Zwischenform, die überall in der Bukowina und 
namentlich im Tieflande als vorherrschende Aberration vorkommt. Bei dieser 
zeigen die Apicalaugen auch oberseits schwache lichte Kerne, die 
Fleckenbinden sind immerhin stark reducirt. Auf der Unterseite der 
Vorderflügel stehen die Apicalaugen zuweilen in lichteren gelben Ringen, die nach 
Innen in längliche rothbraune Flecke ausgezogen sind; ebensolche dunkle Flecke 
befinden sich in Zelle 2 und 3; alles Uebrige wie bei ab. Procopiani. Auch bei 
einzelnen 9 des Tieflandes macht sich die Neigung zur Verkleinerung der im 
Uebrigen normalen und immer weiss gekernten Augen geltend. Nur wenige cT 
aus dem Mittelgebirge mit rundlichen Flecken und zahlreicheren, grossen, weiss 
gekernten Augen (auf den Vorderflügeln bis fünf, zuweilen noch ein ungekerntes 
in Zelle 6) lassen sich nach Dr. Bebel von centraleuropäischen nicht trennen. 

99. Lappona Esp. 

Zwei frische Stücke befinden sich in der Sammlung der Universität ; sie 
stammen von Prof. Graber und wurden in der alpinen Region des Buko- 
winer Gebirges gesammelt. 

100. Tyndarus Esp. 

Ebenfalls zwei frische ^' aus dem Hochgebirge der Bukowina in der 
Universitätssammlung; bei diesen sind die rothgelben Flecke kaum angedeutet, 
die Oberseite (bis auf die Augen) fast einfarbig braun. 



Banat und Rumänien, Mehadia, Tatra: Manto Esp., Tatra, Czernahora, Kostrzyca (Galizien), Buko- 
wina, Siebenbürgen, Mehadia; Ceto Hb., Muntele Babii bei Mebadia; Oeme Hb. var. Spodia 
Stgr., Bucegi (Walachei); Melas Hb st., Mehadia, Banater Grenzgebirge, Turnu-Severin ; La2}- 
pona Esp., galizische und ungarische Tatra, Pietrosu (Marmaros), Bukowina, Ceahleu (Moldau), 
Mebadia; Tyndarus Esp., Tatra, Bukowina, Mehadia; var. Dromus H.-S., Mehadia; Goi-ge 
Hb., Tatra; var. Triopes Stgr., Ceahleu; Goante Esp., Tatra, Husla (Ostgalizien) ; Prono't 
Esp., OberuDgarn, Tatra, Husla; Euryalt Esp., überaU von der Tatra bis zum Banat, 



156 



Coustantin v. Hormuzaki, 



101. Aethiops Esp. 

Nicht nur im Gebirge bis in die subalpine Region überall häufig, sondern 
auch im Tieüande. Ich fing ein bei Czernowitz in einer Höhe von blos 
230 m am 29. Juli 1895, Herr J. ein noch frisches am Cecina am 23. August 
1896. Bei Slobozia-Comaresti; in Krasna in allen Thälern und an lichten 
Stellen im Walde, auch auf höheren Bergen vom 15. Juli bis Mitte August, 
gemein, 9 später erscheinend; bei Eadautz blos übersehen, denn ich traf Aethiops 
längs des ganzen Suceavathales von Straja bis Seietin Anfang August überall 
in Menge, ebenso im Thale Falcau, ferner auf Waldwiesen oberhalb Colbu bis 
etwa 1000m. Bei Kupka; Seietin sehr häufig (Sch.), Vilavcea (Proc), 
Valea-Putna (J.), am Dniesterplateau bei Zaleszczyk (W.). Variirt fast 
gar nicht. 

102. Ligea L. 

Var. AdTjte Hb. 

In der Laubwaldregion fehlend, dagegen überall in der montanen und bis 
in die alpine Kegion verbreitet. Selten bei Slobozia-Comaresti im August 
(etwa 400m); in Krasna vom 30. Juni bis Anfang oder Mitte August, wie die 
Vorige, jedoch bis über 1100 m, z. B. am Petruschka, auch an dessen südlichen 
Abhängen im Thale Falcau und bei Frasin a. d. Suceava; bei Dorna und 
Gurahumora überall häufig; auch von ersterem Orte und dem Berge Zapu 
im Juli in der alpinen Region gesammelte Stücke erhalten (Proc); im Hardegg- 
thale bei Radautz; Straja von der zweiten Hälfte Juni bis August, meist var. 
Aäyte Hb. (Pwl. M.); Kupka (Sch.), Valea-Putna und am Giumaleu in 
grosser Menge, am 5. August noch frisch, in der Waldzone und in der alpinen 
Region, ein Exemplar am 1859 m hohen Gipfel (J.). Die Varietäten dieser Art 
habe ich in diesen „Verhandlungen", Bd. XLV, 1895, S. 246—248 besprochen. 
Die der var. Ajanensis Men. sehr nahestehende Form besitze ich von Krasna, 
Dorna und dem Berge Zapu. Einige neuere Stücke vom Giumaleu gehören 
zur var. Adyte Hb.; von Euryale dadurch zu unterscheiden, dass die an der 
Innenseite wie bei letzterer geformten Binden breiter und nicht in Flecke auf- 
gelöst sind; Augen stehen blos in den Zellen 2, 4, 5 der Vorderflügel, 2 und 4 
(bisweilen auch 3) der Hinterflügel; etwas grösser, Flügelform weniger gestreckt 
als bei Euryale, Hinterflügel weniger gezähnt, Unterseite wie bei Ligea. Einige 
vom Giumaleu sind auf der Unterseite der Vorderflügel (wie var. Ajanensis] 
weniger rothbraun angeflogen; bei diesen und den meisten anderen Stücken von 
dort ist die Binde auf der Oberseite der Hinterflügel nach Innen gleichmässig 
abgerundet, ohne vortretende Zähne oder Ecken. 

103. Euryale Esp. var. Philomela Esp. 

In den obersten Partien der Fichtenregion und oberhalb der Baumgrenzt 
von 1200 oder 1300 m aufwärts überall verbreitet und gesellig in Menge auf-, 
tretend; ich fand den Falter sehr zahlreich auf den der Lutschina benachbarter 
Bergrücken Kitka und Tatarka (1300— 1550 m) am Waldrande an Blüther 
hoher Senecio-Sf nnden am 5. August 1894; auf der Lutschina „in Unmeng( 
29.— 31. Juli" (Pwl.); am Zapu zahlreich Anfang Juli; am Lucaciu (1777 m 



Die Schmetterliuge (Lcpidoptera) der Bukowina. 



157 



Ende Mai und Juni (Proc), am Rareu Mitte Juni bis 15. August (Proc. und 
J.), überall in der alpinen Region ; 1 $ im Quellgebiete des Tscberemusch, 
ein cT amVantzin (1367 w) Ende Juli (Proc), wo die Art den weitesten Vor- 
posten gegen das Mittelgebirge erreicht. Auf den Glimmerschieferbergen Suhard 
und Giumaleu nicht beobachtet, somit Kalk- und Eocänsandsteinberge vor- 
ziehend. Alle unsere Stücke gehören einer (in diesen „Verhandlungen", Bd. XLV, 
1895, S. 246 ff.) genauer beschriebenen Localrasse: var. Philomela Esp. an; 
auch die neuerdings gefangenen Stücke stimmen mit dieser überein, die cT haben 
eine fast einfarbige Hinterflügel-Unterseite, einzelnen fehlen auf der Oberseite 
alle Augen; bei anderen ist die Binde auf der Oberseite der Hinterflügel in 
kleine rundliche Flecke aufgelöst; 9 ^^f der HinterÜügel-ünterseite ausnahmslos 
mit breiter weisser, seltener gelblicher Basal- und Mittelbinde u. s. f. 

Satyrus Fabr. ^) 

tl04. Älcyone Schiff. 
Flog vor mehreren Jahren im August bei Cernauka in der Nähe eines 
Kalksteinbruches am Waldrande um alte Eichen ; jedenfalls höchst selten. Meine 
beiden sind gross, die Grundfarbe ist heller braun und auch die Binden reiner 
gelblichweiss als gewöhnlich. Aeltere Sammler behaupteten, den Falter auch bei 
Horecea gefangen zu haben. 

105. Circe Fabr. 

In Krasna fand ich am 27. August auf einer steinigen Wiese am Serezel 
ein frisches cf, das von gewöhnlichen nicht verschieden ist; kommt als vereinzelte 
Seltenheit auch anderwärts im Mittelgebirge am Nordostabhange der Kar- 
pathen vor, so bei Dora am Pruth in Galizien, Comanesti in der Moldau. 

106. Briseis L. 

Ebenfalls äusserst sporadisch und selten; wurde angeblich an den Abhängen 
des Rareu gefangen, was bei der Vorliebe des Falters für Kalkberge nicht un- 
wahrscheinlich ist, doch sah ich das Stück nicht. Sicher im Thale des Tscbere- 
musch, wo Now. den Falter bei dem hart am genannten Grenzflusse (gegen- 
über dem Bukowiner Dorfe Petrascheni) gelegenen galizischen Orte Bilobereska 
fand; demnach jedenfalls auch auf dem rechten Ufer einheimisch. 

107. Semele L. 

Auch diese in Mitteleuropa so häufige Art fehlt dem grössten Theile der 
Bukowina und aller weiteren Nachbargebiete. VAn von Prof. Graber stammendes 



') Von dieser Gattung gilt in noch höherem Grade das hei Melitaea Gesagte. Hermionc L. 
scheint eine Anfangs (von Westen heginnend) etwas von Nordwesten nach Südosten, dann erst gegen 
Nordosten (Wolgagehict) abgelenkte, also in unseren Gegenden nach Norden concav ausgebuchtete 
Polargrenze zu besitzen, fehlt auch in Galizien und der Moldau und kommt erst im südlichen 
Rumänien und am Innenrande der Karpathen (Ungarn) vor. Arethusa Esp., von Garbowski 
in einem Stücke in Galizien (leider ohne genauere Fundortsangabe) gefunden, Walachei, Südruss- 
land; Statilinus Hufn., Tarnow, Krakau, Turnu-Severin, Odessa; var. Allionia F., Tulcea, 
Odessa u. s. w. 



158 



Constantin v. Hormuzaki 



grosses, sehr lichtes $ aus der Bukowina (ohne nähere Fundortangabe) be- 
findet sich in der Sammlung der Universität. Ende August 1895 glaubt Herr J. 
ein Stück hier am Cecina gefangen zu haben, nahm es jedoch, da es ganz ab- 
geflogen war, nicht mit. Auch in Ostgalizien (z. B. der Gegend von Stanislau) 
grösstentheils nicht vorkommend (ebenso sporadisch in der Moldau), somit die 
Angabe Garbowski's: „überall gemein", höchstens für Nord- und Westgalizien 
gelten kann. 

108. JJryas Scop. 

Viir. Sihirica Stgr. 

In der Bukowina ebenso wie in den übrigen ostkarpathischen Gebieten 
die einzige verbreitete und häufige Satyrus-kvt; vom Tieflande bis in die 
montane Region (bis über 600 m), überall an einzelnen, verhältnissmässig be- 
schränkten Flugplätzen ; am Cecina bei Czernowitz und bei Cernauka mehrere 
und 9 im Juli auf Waldwiesen gefangen; in Krasna im Serezelthale höchst 
selten (ich fand dort blos je ein und $), hingegen gesellig und in Menge in 
den Thälern Solonez und Bilca, schon im Hügellande auf den ausgedehnten 
Wiesen mit Haselnusssträuchern, Birken u. s. w. Die cT erscheinen Mitte Juli 
und fliegen spätestens bis Anfang August; die $ vom 30. Juli bis Mitte August 
ebenso zahlreich wie die dann schon fast verschwundenen (über die 
Bukowiner Varietäten vgl. diese „Verhandlungen", Bd. XLV, S. 249). Bei Gura- 
humora fing ich am 11. August an einer ähnlichen Stelle ein 9 ^lit einfärbig 
brauner Unterseite der Hinterflügel, var. Sihirica Stgr., die bei unseren (j^ 
auch an den anderen Localitäten vorkommt. Von Cämpulung (über 600 w) 
ein 9 erhalten; Kupka „an einer Stelle häufig" (Sch.), Radautz im Juli auf 
Moorwiesen (Pwl. M.). 

Pararge Hb.^) 

109. Maera L. 

Var. Adrasta Hb., var. Montana (riova var.). 

Im ganzen Lande bis in die alpine Region einer der häufigsten Tagfalter, 
bei uns durchaus nicht auf felsige Gegenden beschränkt. In den Gärten und 
der ganzen Umgebung von Czernowitz gemein, in Krasna häufig; erste 
Generation von Anfang Mai, spätestens bis 24. Juni; zweite von Ende (in Krasna 
vom 5.) Juli bis Ende August; die cT von Czernowitz sind dunkel, alle roth- 
gelben Flecke, bis auf die Umrandung der Augen, meist verloschen, 9 sehr 
hell braun; auf der Unterseite der Hinterflügel tritt die Querbinde zwischen 
den beiden dunkeln Wellenlinien licht hervor, oberseits bei den höchstens 
zwei, bei den 9 ^^'^i Augen, bei einem blos zwei runde rothgelbe augenlost^ 
Fleckchen in den Zellen 2 und 3. Die 9 aus Krasna haben breitere Binden und 
auffallend grosse Augen, sind im Mittelfelde der Vorderflügel stärker rothgelb 
angeflogen (doch nicht var. Adrasta)-, ferner bei Slobozia-Comaresti eine 
dunkle Form. Im Hardeggthale bei Radautz in der Form m ^v. Adrasta Hb! 
j 

1) Hiera Fabr. vereinzelt in den Karpathen Üstgaliziens und der Moldau; Odessa, alsc| 
auch in der Ebene. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



159 



(Pwl. M.), Kupka (Sch.), Lopuschna (Proc). Im höheren Gehirge kommt 
nur eine sehr constaute Localrasse vor, die ich var. 3Iontana benenne. Ich 
erhielt nur diese Form von Dorna (auf Bergwiesen und Torfmooren im gleich- 
namigen Thale), Mai, Juli zahlreiche cf (Proc); Lutsch in a zwei frische 9 
(Pwl.), in der Waldregion des Giu malen; in der alpinen Region am Kamme 
des Muncelu und des Rareu (10 cf), säramtlich Anfang August gesammelt (J.). 
Die cT führen auf den Vorderflügeln eine breite, helle, trüb braungelbe Binde 
bis zur Submediana oder dem ersten Medianaste. Auf den Vorderflügeln befindet 
sich immer bei den ein sehr grosses, vom dritten Medianaste bis in die 
Zelle 6 reichendes, doppelt weiss gekerntes Auge und ein kleineres in Zelle 6 ; auf 
den Hinterflügeln drei gekernte Augen (Zelle 2, 3, 4), meist noch zwei ungekernte 
in den Zellen 5 und 6. Unterseite der Vorderflügel blasser bräunlichgelb, die 
der Hinterflügel eintönig dunkel graubraun mit sehr undeutlichen Wellenlinien 
und der gewöhnlichen Augenzeichnung; gegen den Vorderrand tritt zwischen der 
Subcostale und Costale ein weisslicher Fleck an der Aussenseite der fast ver- 
schwundenen äusseren Wellenlinie hervor, der sich bisweilen bis zur Biegung des 
dritten Medianastes ausdehnt. Die 9 sind oberseits intensiver schwarzbraun; 
auf der Unterseite ist der Raum zwischen den beiden Wellenlinien ebenso dunkel 
wie das übrige Wurzelfeld, die Aussenhälfte heller. 

110. Megaera L. 

Ueberau, bis in die höheren subalpinen Thäler häufig. In den Gärten 
und der Umgebung von Czernowitz, erste Generation vom 19. Mai bis 14. Juni, 
auch an Flieder und anderen Blüthen saugend; zweite vom 2. August an. Krasna 
auch auf höheren Bergwiesen, doch am häufigsten längs der Dorfstrassen, zweite 
Generation vom 29. Juli bis September; im Sereththale, von Capu- Campului, 
Valesaca, Suceava, Dorna erhalten (Proc), Radautz (Pwl. M.). 

111. Äegeria L. und var. Egerides Stgr. 

Die Stamm art wurde von Prof. Graber aus bei Czernowitz gefundenen 
Raupen gezogen, ebenso auch eine Abänderung der var. Egerides mit grünlich- 
grauen, theilweise ganz verloschenen Flecken, wie ich sie ähnlich auch im 
Freien fing; wahrscheinlich wurden in beiden Fällen künstliche Zuchtmethoden 
(Wärme oder Kälte?) angewendet. Eine der Äegeria L. sehr nahestehende Form 
fand Pwl. im Sommer 1896 bei Zutschka. Var. Egerides Stgr. ist im 
ganzen Lande bis in die subalpine Region gemein und einer der für die Buko- 
winer Fauna charakteristischesten Falter. In den Gärten und der ganzen Um- 
gebung von Czernowitz, auch mitten im Walde an den schattigsten Stellen, in 
drei Generationen. Erste Generation von Ende April bis 6. Juni; zweite vom 
9. Juli bis 23. August, dritte vom 1. October an frisch; auch an den Köder- 
schnüren. In Krasna nur im unteren Serezelthale von Mitte August bis 
September, vor 1877 häufig, dann ganz verschwunden, erst 1894 und 1896 einzeln 
wieder erschienen; Slobozia-Comaresti. Von Herrn Proc. erhielt ich den 
Falter von: Capu-CampuluT, im Mai gemein, Vilavcea, Lopuschna, 
Dorna (Bergwicsen und Torfmoore), Suceava zahlreich. Bei Kupka (Sch.), 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 22 



160 



Constantiin v. Hormuzaki. 



Radautz, Straja (Pwl. M., Aegeria L.). Die Bukowiner Exemplare ändern 
stark ab. In Czernowitz fing ich einzelne (j^, bei denen die Flecke sehr reducirt 
sind, blos vier auf den Vorderflügeln sind deutlich (einer in Zelle 3, ein läng- 
licher über den Subcostalästen, sowie zwei kleine ober- und unterhalb des Apical- 
auges), alle übrigen verloschen graubraun oder fehlend. Das Apicalauge steht 
ganz auf dunkelm Grunde, die Augen auf den Hinterflügeln in kreisrunden, 
sehr dünnen Ringen. Andere und $ haben zahlreiche grosse lichte Flecke 
(auf den Vorderflügeln in Zelle 1 und 2 je zwei, in Zelle 3 noch einen gegen 
den Aussenrand) und eine breite Saumbinde auf den Hinterflügeln, und können, 
wenn diese Flecke bisweilen dunkler ockergelb sind, als Uebergangsform zu 
Aegeria gelten. Die Unterseite der Hinterflügel ist entweder eintöniger dunkel 
bräunlich violett, blos mit einem von der Biegung des dritten Medianastes bis 
zum Vorderrand reichenden, in der Mitte eingeschnürten, licht gelblichen, binden- 
artigen Fleck, oder heller gelblich mit deutlicher, dunkel gesäumter Binde im 
Basalfelde. Die Augen sind bisweilen ziemlich scharf dunkelbraun mit 
lebhaft weissen Kernen, was bei gewöhnlichen westeuropäischen Stücken nicht 
der Fall ist. 

112. Achine Scop. 

Verbreitet, bis in die montane Region, überall selten. Ich fand einige 
Stücke auf Waldwiesen bei Zutschka Anfang Juli und eines in Krasna auf 
einer Wiese im unteren Serezelthale am 1. August; dieses ist lichter, die Augen 
sind oberseits lebhafter weissgelb gesäumt. Kupka (Sch.); bei Radautz im 
Hardeggthale und bei Volovetz (Pwl. M., DejaniraL.). 

Epinephele Hb.^) 

113. Lycaon Rott. 

Local; fehlt in der näheren Umgebung von Czernowitz, doch fing ich einige 
cT Ende Juni bei Cernauka; in Krasna nicht selten in allen Thälern und 
auf Bergwiesen, auch am Gipfel des Berges Cruci (871 m), Anfang Juli bis 
17. August; von Werentschanka (Dniesterplateau) erhielt ich ein kleines, im 
August gefangenes cT (Proc); dieses, sowie manche von Krasna sind den typischen 
gleich, andere, bis 42 mm grosse dürften den Uebergang zu der mir leider 
nicht vorliegenden var. Lupinus Costa bilden, da bei diesen das Mittelfeld 
der Vorderfiügel stark braungelb behaart ist. Bei den meisten $ von Krasna i.sti 
die Binde der Vorderflügel am dritten Medianast unterbrochen, bei einem dringt 
die Grundfarbe zu beiden Seiten dieser Rippe derart in die Binde ein, dass letztere 
dadurch, sowie durch den zweiten Medianast in getrennte Flecke aufgelöst wird ; 
das obere Auge ist auff'allend klein, das untere blos durch einen schwachen Punkt 
angedeutet. Bei Kupka (Sch.). 



') Epinephele Tilhonus L. scheint eine durcli die Karpathen stark von Nordwesten nach Süd- 
osten ahgelenkte Polargrenze zu besitzen, kommt an deren Westseite in Siebenbürgen, an der Ostseitet 
des Gebirges nicht, sondern erst weit südlicher (Walachei, Dobrudscha) vor. | 



Die Schmetterlinge (Lepidoptoni) der Bukowina. 



161 



114. J antra L. 

Ab. HispuUa Hb., ab. Scmialba Biuand. 

Ueberau gemein, bis in das höhere Gebirge, über 1113 ??^ nicht beobachtet, 
lu der ganzen Umgebung von Czernowitz vom 3. Juli bis Anfang September; 
Sereththal, Krasna auch auf allen höheren Bergwiesen gemein, 1896 schon 
am 26. Juni (cf), gewöhnlich von Anfang Juli bis (18.) September; weniger zahl- 
reich als Hyperanthus. Gurahumora, Dorna, Colbii; ferner von Proc. er- 
halten aus: Suceava. Itzcani, Jacoben!, Stulpicani; von J. gesammelt: 
in den unteren Partien des Raren, am Fusse des Giumaleu> am Gipfel 
des Berges Mägura, bei Fuudu-Moldovei, Kozman; bei Radautz gemein 
(Pwl. M.), Kupka (Sch.). In Czernowitz und Krasna kommen bisweilen 9 vor, 
bei denen das ganze sich an der Innenseite der etwas helleren rothgelben Binden 
anschliessende Mittelfeld diesen gleich gefärbt ist und die auf den Hinterflügeln 
eine in den Zellen 3 und 4 am deutlichsten hervortretende ebensolche Binde 
führen, daher zur var. Hispulla gehören; eine Uebergangsform erhielt ich 
auch aus Radautz und Kozman. Ein Exemplar von Czernowitz ist ein voll- 
kommener zweiseitiger Hermaphrodit: rechts cT, links 9. In Krasna fand ich 
einzelne mit mehr oder weniger (bisweilen nur auf einem Flügelpaare) aus- 
gebreiteten, unausgefärbten, rein weissen Querflecken oder Binden (ab. Semi- 
alha Brnd.). 

115. Hyperanthus L. 

Trans, ad var. Bidi Oberth., trans. ad ab. Arett Müll. 

Im ganzen Lande sehr häufig, bis in die alpine Region. Bei Czernowitz 
überall von Ende Mai bis Anfang August, in Krasna namentlich aufwiesen im 
unteren Serezelthale in so grosser Individuenanzahl, dass diese Art nebst Cidaria 
BUineata und Orthol. Limitata dort als die häufigsten Schmetterlinge 
überhaupt gelten müssen; vom 21. Juni bis Ende August. Im Sereththale, 
Gurahumora, Dorna von mir beobachtet, von den Torfmooren im Dorna- 
thale, dem Thale der Bistritza bis Kirlibaba (Mai bis Juli), Lopuschna und 
dem Berge Vantzin erhalten (Proc), Lutschina (Pwl.); Magura und Rune 
bei Cämpulung, am Fusse des Giumaleu, am Muncelu (1592m), am 
Rareu in der Waldzone und bis zum 1653 ?>i hohen Gipfel (J.). Im Gegensatze 
zu den meisten Tagfaltern steigt demnach Hyperanthus in der Bukowina 
höher auf, als in Mitteleuropa, wo er blos bis 1100 oder 1200 m vorkommen 
soll. Bei Kozman (J.), Radautz gemein (Pwl. M.), Kupka (Sch.). Viele cT 
und 9 von Krasna und Dorna, sowie alle aus dem höheren Gebirge gehören 
einer von gewöhnlichen Stücken sehr abweichenden Varietät an; sie spannen 35 
bis 42 mm, die Oberseite ist lichter graubraun, bei den meist ohne Augen, die 
Unterseite hell graugelb, von der normalen Färbung gänzlich verschieden, 
beim 9 noch heller. Auf den Hinterflügeln ist nur die Saumbinde dunkel an- 
gedeutet, sonst fehlt jede Bindenzeichnung; alle Augen ausserordentlich klein 
(auf den Vorderflügeln 1—2), diejenigen in Zelle 2 und 6 der Hinterflügel durch 
winzige Punkte angedeutet; Fransen weisslich. Nach Dr. Rebel ist diese Form 
von der var. Bieti Oberth. (vom Kuku-Noor, Westchina u. s. w.) dadurch ver- 

22* 



162 



Constantin v. Hormuzaki. 



schieden, dass bei letzterer die Saumlinie, sowie das Auge in Zelle 6 der Hinter- 
flüg-el ganz fehlt. Jedenfalls steht sie aber dieser viel näher, als dem Hyper- 
antJms L. Nicht zu verwechseln mit var. Bieti ist eine andere, seltene, in Krasna 
einzeln vorkommende Abänderung, bei der die Unterseite etwas heller gelb- 
braun als gewöhnlich ist; unter den drei Augen der Vorderflügel ist das mittlere 
(Zelle 3) am deutlichsten, die anderen sehr verloschen; auf den Hinterflügeln sind 
die schwarzen Ringe der Augen ganz dünn, die weissen Kerne umso grösser, in 
Zelle 1 und 6 stehen blos weisse Punkte. Es ist offenbar eine Uebergangsform 
zur ab. Ärete Müll. 

Coenonympha Hb.^) 

116. Iphis Schiff. 

Var. Carpathica (var. nova). 

Im Tieflande verhältnissmässig selten, im ganzen Gebirge bis in die alpine 
Region einer der häufigsten Wiesenfalter. In der Gegend von Czernowitz auf 
"Waldwiesen überall, vom 20. Juni bis 18. Juli beobachtet, nicht häufig; Krasna 
auf allen Wiesen gemein vom 6. Juli bis 15. August; Slobozia-Comaresti, 
Gurahumora, Dorna; von Itzcani erhalten (Proc); am Fusse des Giu- 
maleu zahlreich, Magura, Valea-Putna (J.), Kupka gemein (Sch.), Radautz 
nicht häufig (Pwl. M.). Ausserordentlich variabel; die (j^ von Krasna und Gura- 
humora sind den typischen gleich, einzelne vom Cecina und von Dorna grösser, 
Mittelfeld der Vorderflügel lebhafter dunkel rothbraun. Bei den 9 von Krasna 
und Gurahumora ist der Aussenrand der Vorderflügel dunkler angeflogen, meist 
in Form einer breiten graubraunen Binde, die durch eine scharfe, licht rothgelbe 
Saumlinie von den dunkeln Fransen getrennt wird. Solche 9 haben bisweilen 
eine hell rothgelbe Unterseite der Hinterflügel und der Vorderflügelspitze, die 
(vier) Augen auf den Hinterflügeln sind unscheinbar, deren Umrandung von der 
Grundfarbe kaum verschieden, weisse Flecke sehr klein, alle Saumlinien ebenso 
wie die bis zur Vorderflügelspitze reichende bleiglänzende Linie lebhaft hervor- 
tretend. Vorderflügel ohne Auge oder sonstige Zeichnung. Im Gegensatze hiezu 
führen andere 9 ^^^s Krasna auf der Unterseite der Vorderflügel zwei Augen in 
Zelle 2 und 5 und an deren Innenseite eine gelbe Querbinde, auf den Hinter- 
flügeln sechs grosse, weissgelb umsäumte Augen. Auf der Oberseite der Hinter- 
flügel fehlen den 9 Augen meist ganz, oder es können deren bis vier sehr 
deutliche vorhanden sein. In der alpinen Region fliegt eine eigenthümliche Local- 
rasse; ich fand sie in Anzahl auf der Lutschina am 5. August, erhielt mehrere 
Stücke vom Zapu (1663 m), Anfang Juli gesammelt (Proc), und aus der alpinen 
Region des Rareu vom 3. August (J.). Alle Stücke sind kleiner, oben mit 
licht braungelben Vorderflügeln. Unterseite ohne jede Augenzeich- 
nung oder nur auf den Hinterflügeln mit kleinen verloscheneu Augen, die blei- 
glänzende und gelbe Saumlinie fehlen ganz, Grundfarbe der Hinterflügel, Saum 



') Oedipus F. erst in Ungarn und Russland (Smolensk, Kasan, Orenhurg) ; Hero L., 
Stanislau, KaJusz, Lemberg, Drohobycz (W.), Moskau, Tambow; Leander Esp., Turnu-Severin, 
ßanat, Krim. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina 



163 



und Spitze der Vorderflügel dunkelbraun oder graubraun, weisser Fleck in Zelle 4 
dreieckig, in Zelle 1 punktförmig; 9 »^i* sehr hellen ockergelben Vorderflügeln, 
Aussenrand kaum merklieh verdunkelt, Unterseite wie beim cf, Vorderflügelspitze 
heller gelbgrau. Ich benenne diese Gebirgsvarietät rar. Cm^pathica, 

117. Arcania L. 

Nur im Tietiande und der montanen Region, im höheren Gebirge bisher 
noch nirgends beobachtet. In der ganzen Umgebung von Czernowitz auf 
Wiesen, mitunter massenhaft, Ende Juni bis 30. Juli; in Krasna weniger zahl- 
reich als IjpMs, doch auch sehr häufig, bis etwa 750 m; 1896 schon am 26. Juni, 
meist von Anfang Juli bis 15. August; Slobozia-Comaresti; Radautz (Pwl. 
M.). Auf der Hinterflügel-Unterseite befinden sich bei meinen Bukowiner Exem- 
plaren meist 4—5 Augen in den Zellen 2, 3, 4, (5), 6, seltener ein sechstes (in 
Zelle 1), bei einem Stück sogar blos drei (Zelle 2, 3, 6), die Vorderflügel sind 
mitunter auf der Unterseite einfarbig braungelb, blos mit dunkelbraunem Saume, 
ohne weissliche Binde, ebenso fehlen: das Apicalauge, die rothgelbe Saumlinie 
und die bleiglänzende Linie. Bei anderen Exemplaren sind alle diese Zeichnungen 
sehr deutlich ausgebildet, zuweilen befindet sich ein Doppelauge in den Zellen 4 
und 5. Die Breite der weissen Binden auf den Hinterflügeln ist sehr veränder- 
lich, bleiglänzende und orangegelbe Saumlinie sehr deutlich, in anderen Fällen 
verloschen angedeutet. Auf der Oberseite ist die Ausdehnung des rothgelben 
Mittelfeldes der Vorderflügel schwankend; Augen in Zelle 2, 3 der Hinterflügel 
und Zelle 5 der Vorderflügel zuweilen vorhanden, meist alle fehlend. 

118. Pamphilus L.^) 

Ueberau, bis 1100?«. Bei Czernowitz sehr häufig in zwei oder drei 
Generationen von Anfang oder Mitte Mai bis 17. Juni abgeflogen, dann frische 
Stücke von Ende Juni, Anfang oder sogar Ende Juli bis Ende August, schliess- 
lich vom 8. September bis October, ebenso in Krasna, namentlich im unteren 
Serezelthale; ferner: im Thale des grossen Sereth, bei Gurahumora; 
Dorna, Anfang August von mir, im Mai und Juli von Proc. gesammelt, Vale- 
saca, Capu-Campului, Werentschanka, Suceava (Proc), Fundu- 
Moldovei, Mägura, Kozman (J.), Radautz vom 20. Mai an, gemein (Pwl. 
M.). Variirt bei uns fast gar nicht und ist den westeuropäischen Stücken gleich ; 
nur ein der Sommergeneration (von Revna) hat auf der Oberseite einen 
breiteren dunkeln Rand, der gegen den Innenwinkel der Hinterflügel durch eine 
sehr .schwach angedeutete gelbliche Linie getheilt wird; auf der Unterseite der 
Hinterflügel befindet sich ein verloschenes dunkles Auge mit schwach silber- 
glänzendem Kern in der Zelle 3. 

119. Typhon Rott. 

Im Mittelgebirge local und selten, in den Moorgegenden des höheren Ge- 
birges häufig, im Tieflande nicht beobachtet. Ich fing blos ein normales helles 
9 in Krasna auf einer Wiese im Serezelthale am 17. Juli. Sehr häufig bei 
Dorna am Rune, namentlich aber auf Torfmooren im Thale der Dorna und 



') Var. Lyllus Esp., Lemberg und nördliche Moldau. 



164 



Constantin v. Hormuzaki, 



Bistritza, bis Kirlibaba, Anfang Juli (Proc), Valea-Putna, 7.-9. August 
(J.), Radautz, im Juni und Juli ziemlich häufig auf Moorwiesen (Pwl. M., 
Davus L.). Alle von Dorna und Radautz sind recht dunkel braungelb mit 
breiterem schwarzbraunen Aussenrand, bei zwei Stücken die ganzen Hinterflügel 
dunkel graubraun, unterseits mit sieben Augen; es ist wohl eine Uebergangsform 
zur var. Philoxenus Esp. Andere Exemplare kommen der var. Isis Thnb, 
nahe. Bei diesen ist auf der Unterseite der Aussen- und Vorderrand, sowie die 
Spitze der Vorderflügel und die Grundfarbe der Hinterflügel licht grünlichgrau, 
letztere sind an der Wurzel dicht graugrün behaart und führen zuweilen blos in 
den Zellen 1, 2, 3 und 6 sehr kleine, weisslich umsäumte Augen; das Apicalauge 
der Vorderflügel klein und verloschen. Bei einigen normalen Stücken sind alle 
Augen auf der Unterseite gelblichbraun umsäumt. Mehrere und 9 führen 
auch auf der Oberseite der Hinterflügel auf dunkelm Grunde licht bräunlich- 
gelb gesäumte Augen, und zwar ein Doppelauge in Zelle 1 und noch drei bis 
fünf einfache (bis Zelle 4 oder 6); bei zwei Exemplaren fehlt auf der Oberseite 
jede Augenzeichnung. 

Spilothyrus Dup 

120. Älceae Esp. 

Var. (Gen. II) Aestiva (nova var.). 

Verbreitet, bis in die montane Region, über 600 m noch nirgends beobachtet. 
In Gärten und aufwiesen der näheren Umgebung von Czernowitz Ende April 
und Mai, zweite Generation von Mitte bis 30. Juli. Krasna nur aufwiesen im 
unteren Serezelthale, in einzelnen Jahren die zweite Generation vom 22. Juli bis 
23. August, Gurahumora vom 11. — 17. August sehr häufig auf Wiesen im Thale; 
von Capu-Campului (Mai) und Suceava erhalten (Proc), Radautz in zwei 
Generationen nicht selten (Pwl. M.), Kupka gemein (Sch.). Alle Bukowiner ^ 
und 5 der Frühlingsgeneration sind von den im Sommer erscheinenden so ver- 
schieden, dass dieser ausgesprochene Saisondimorphismus auch eine Benennung 
verdient. Da erstere mit typischen Älceae (aus der Leipziger Gegend) überein- 
stimmt, muss die Sommergeneratiou einen eigenen Namen: var. Aestiva, 
erhalten. Zur Kennzeichnung dieser beiden Formen kann folgende Gegenüber- 
stellung dienen : 

1. Älceae Esp. (Bukowiner Frühlingsform). 

cT höchstens 24 ww, 9 l^is 26 mm, Glasflecke dünn, linienförmig, der an deri 
Vorderflügelspitze stehende punktförmig, Unterseite der Hinterflügel mehr grünlich-! 
grau mit ausgebreiteten weissen Zeichnungen, Adern weisslich hervortretend. i 

2. Var. Äestiva. \ 
und 9 28—30 mm und darüber, alle Glasflecke grösser, mehr viereckig. 

Unterseite der Hinterflügel dunkel graubraun, weisse Zeichnungen stark reducirt. 
Adern gar nicht oder kaum merklich lichter als die Grundfarbe. 



1) Lavatherae Esp., Westgalizien (Garbo wski, a.a.O., S. 47), Siebenbürgen, südlichesj 
Rumänien Odessa. 



Die Schuietterlinge (Lopidoptcni) der Bukowina. 



165 



121. Altheae Hb. 

Bisher nur in der alpinen Eegion, auf der Lutschina ein grosses, frisches 
am 30. Juli erbeutet worden (Pwl.). Das Exemplar ist dunkel, schwärzlich- 
grau; Mittelzelle der Hinterflügel ohne weissen Fleck, alle übrigen dunkeln und 
lichten Zeichnungen ziemlich verschwommen. 

Syrichthus B.^) {Pyrgiis Hb.)- 




122. Carthnmi Hb. 

Bei Cämpulungeiu Stück Ende August auf einer Wiese im Thale gefangen; 



in :illen Nachbargebieten zerstreut und selten, sowohl im Gebirge als in der Ebene. 

»123. Alveus Hb. 
Yar. Fritillum Hb. 

Beide Formen verbreitet und häufig; Alveus bis in die alpine Eegion, 
Fritillum im Mittelgebirge am häufigsten, steigt jedoch nicht so hoch empor. 
Bei Czernowitz fand ich in Gärten, namentlich aber auf ursprünglichen Wiesen 
am Hügel Ocru, Horecea u. s. w. nicht selten beide Formen in ziemlich gleicher 
Zahl zwischen dem 17. und 25. Mai, in Krasna in allen Thälern und auf Berg- 
wiesen (bis etwa 750 w) Fritillum sehr häufig, zweite Generation vom 20. Juli 
bis Ende August, in frischen Stücken; Alveus gleichzeitig, aber bedeutend 
seltener; Gurahumora auf Wiesen im Thale sehr zahlreich vom 11. — 17. August 
in vollkommen frischem Zustande, nur Fritillum; von Alveus erhielt ich 
einige frische Stücke aus der Waldregion des Giumaleu (J.) und der alpinen 
Region des Zapu, im Juli gesammelt (Proc). Jede der beiden Formen ist wenig 
veränderlich, Uebergangsformen kommen nicht vor. Die Flecke der Hinterflügel- 
Unterseite sind bei beiden theils mehr graubraun, theils grünlichgelb, bei Fri- 
tillum oft auch röthlich goldbraun, Oberseite bei Alveus dunkel graubraun, bei 
unseren Fritillum-Männcheu in frischem Zustande immer hell grünlichgrau. 

124. Serratulae Kamb. 

Bei uns nur in der alpinen Region von 1350 m aufwärts häufig und ver- 
breitet; ich sammelte zahlreiche frische und schon abgeflogene Stücke auf der 
Lutschina Anfang August; vom Quellgebiete des Tscheremusch ein 
frisches cT (Proc), zwei ebensolche aus der alpinen Region des Rareu erhalten 
.(J.). Alle Stücke stimmen mit solchen aus den Alpen vollkommen überein. 

125. Malvae L. 

Verbreitet, bis in das höhere Gebirge, aber merkwürdig local und grossen 
Strecken fehlend; bei Czernowitz nur am Cecina, gegen den Gipfel auf trockenen 
Grasplätzen, Anfang Mai einige normale Stücke gefangen, nicht häufig; Gura- 
humora am 17. August, Cämpulung Ende August, je ein Stück. Bei Capu- 
CampuluT und Dorna iyi Mai (Proc), Radautz häufig in zwei Genera- 
tionen vom 26. April oder Anfang Mai bis Mitte Juni und Ende Juli bis Anfang 



') Orbifer Hb., Bukarest, Taurien, Wolgagebiet; Sao Hb., Galizicn (Garbowski), 
Dobrudscha, Südmssland ; beide bei uns viellcicbt blos übersehen. 



166 



Constantin v. Horrauzaki. 



September (Pwl. M., Alveolus Hb.); vertritt die Stelle des dort fehlenden Älveus, 
während in Krasna umgekehrt Malvae gewiss nicht vorkommt. 

Wisoniades Hb. 

126. Tages L. 

Ueberau häufig, bis in die höheren subalpinen Thäler, über 900 w nicht 
beobachtet; in der ganzen Umgebung von Czernowitz, besonders zahlreich am 
Cecina, gegen Eevna an durch Laubwald führenden Strassen; erste Generation 
in der zweiten Hälfte des April bis Mitte oder Ende Mai (nur 1893 noch am 
18. Juni), zweite Generation Ende Juli bis August; Krasna im Thale und auf 
allen Bergwiesen, Hutweiden etc. sehr häufig, zweite Generation vom 24. Juli bis 
Anfang September; Gurahumora gemein, Sereththal; von Capu-Campu- 
lui, Valesaca, Dorna (Mai), Werentschanka erhalten (Proc), Radautz 
zwei Generationen (Pwl. M.). Ueberall fand ich auch eine heller braune 
Abänderung: auf den Vorderfiügeln entspricht diese Färbung den sonst weisslich- 
grauen Binden, während die sonst dunkle Grundfarbe hier blos als eine aus 
länglichen Flecken zusammengesetzte Binde erscheint; ein ebenfalls dunkel- 
brauner Mittelfleck befindet sich auf den Queradern. Auf den hellbraunen 
Hinterflügeln ist eine Reihe von (6 — 7) weisslichen Fleckchen und ein länglicher 
Querfleck am Ende der Mittelzelle, auf Ober- und Unterseite, abgesehen von den 
Saumpunkten bemerkbar. Von der im Nachbargebiete der Moldau vorkommenden 
var. Popoviana Nordm. (= ab. Clarus Gar.) ist diese Form gewiss verschieden. 
Die meisten unserer Tages bilden Uebergänge zu der beschriebenen Abänderung, 
einzelne sind den westeuropäischen gleich. 

Thymelieus Hb. {Hesperia B.). 

127. Thaumas Hufn. 

Ebenso verbreitet wie Tages; bei Czernowitz überall, nicht selten von 
Mitte Mai bis 22. Juni und 3. Juli bis Ende August, wahrscheinlich in zwei 
Generationen, weitaus weniger zahlreich als Lineola, in Krasna ist umgekehrt 
diese Art häufiger, überall, bis auf höhere Bergwiesen vom 29. Juni bis Ende 
August in frischen Stücken, fast ohne Unterbrechung; Sereththal. Dorna 
Anfang Juli und Suceava (Proc), Radautz ziemlich selten (Pwl. M.). 

128. Lineola 0. 

Wie der Vorige, aber gewiss an vielen Orten noch übersehen; in der ganzen 
Umgebung von Czernowitz, bedeutend häufiger als Thaumas, gleichzeitig mit 
diesem (zwei Generationen?) von Mitte Mai bis Ende August noch in frischen 
Stücken; Krasna sehr selten, nur im unteren Serezelthale von Anfang Juli bis 
Anfang August; Radautz überall (Pwl. M.). 

129. Äctaeon Rott. 

Bisher nur bei Czernowitz von Anfang bis 27. Juli; bei Zutschka am 
Waldrande ein cf gefangen und ein am Cecina im lichten Laubwalde erbeutetes 
Paar von Herrn J. erhalten; fehlt jedenfalls im Gebirge. 



I)io Sclinu'ttorliugo (Lcpidop(cra) Jer Bukowina. 



167 



Pamphila Hb. 

130. Sylvanus Esp. 

lu der Laubwaldregion häufig, im Gebirge sehr selten, bis in die subalpinen 
Thäler. An Waldrändern bei Czernowitz, am Weinberge einzeln, am Cecina, 
bei Revna, Zutschka, Cernauka, sehr häufig, am 17. Juni schon in Menge, daher 
früher erscheinend, bis Anfang August; Ropcea im Hügellande am linken Sereth- 
ufer aufwiesen im Laubwalde am 16. Juli zahlreich; in Krasna höchst selten ; 
erst 1896 fing ich am 26. Juli ein 9 im unteren Serezelthale ; Dorna auf Torf- 
mooren im Mai ein frisches 9 (Pi'oc); dieses, sowie das 9 '^^n Krasna sind 
einander gleich und gehören einer von allen übrigen recht verschiedenen Gebirgs- 
varietät an ; sie spannen blos 29 mm, sind oberseits intensiv dunkelbraun mit 
bedeutend kleineren und schärferen Flecken. Die Unterseite der Vorderflügel ist, 
mit Ausnahme der rothgelben Mittelzelle, dunkel graubraun mit scharf hervor- 
tretender licht i'othgelber Fleckenbinde und grünlichgelbem Aussenrande ; Hinter- 
flügel ebenfalls dunkler und schärfer gezeichnet. Bei Radautz überall häufig 
(Pwl. M.). 

131. Comma L. 

Im ganzen Lande, bis in die höhere subalpine Region häufig. Ueberall 
bei Czernowitz aufwiesen von Anfang Juni bis 23. August (9 dann mit rein 
weissen, von der Sonne gebleichten Flecken), Krasna gemein von Ende Juni 
bis Ende August; Gurahumora sehr zahlreich; Slobozia-Comaresti, Storo- 
jinez schon am 25. Juni in grosser Zahl, Dorna und auf den Bergen ober- 
halb Colbu. Am Rareu in der Waldzone und Kozman (J.). Bei Radautz 
weniger häufig als Sylvanus (Pwl. M.). Ist ziemlich variabel. Manche und 
9 führen auf der Unterseite der Hinterflügel grosse, rein weisse, andere ganz 
kleine, gelbliche, gegen den Innenrand verschwindende Flecke. In Krasna 
kommen öfter sehr helle vor, bei denen der Aussenrand der Vorderflügel 
noch weit lichter ist als bei Sylvmius, die Hinterflügel fast einfärbig, zeichnungs- 
los. Unterseite der Hinterflügel dunkler grau mit grossen Aveissen Flecken, Saum- 
linien fast nicht zu unterscheiden; dürfte höchst wahrscheinlich mit var. Mixta 
Alph. von Tura identisch sein. 

Carterocephalus Led.^) 

132. Falaemon Pall. 

Im Tieflande verbreitet und häufig, stellenweise auch in der montanen 
Region. In den Gärten und der näheren Umgebung von Czernowitz nicht 
selten vom 14. Mai bis 5. Juni, gewiss schon früher; Schipenitz (südlich von 
Kozman) an sumpfigen Stellen am 30. Mai; Slobozia-Comaresti ein schon 
ganz abgeflogenes cT auf einer feuchten Waldwiese am 8. Juni; von Valesaca 

') C. Silvins Knoch bei Janow in Galizien und in Siebenbürgen; Cyclopides Mor- 
phenn Pall. in Ostgalizien verbreitet, bei Stanislau, Brociy, Tarnopol, Okopy; letzterer Ort liegt in 
der östlicbsten Spitze Galiziens, also im näheren Grenzgebiete, daher dürfte der Falter auch bei ums 
am Duiestei-plateau vorkommen. 

lt. Ges. Bd. XLVII. 23 



168 Constant in V. Hormuzaki. Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



ein im Mai gefangenes frisches erhalten (Proc), im Walde von Volovetz bei 
Eadautz (Pwl. M.), in Krasna wahrscheinlich blos übersehen. Bei einzelnen 
Stücken aus Czernowitz sind alle Flecke auf den Hinterflügeln kleiner, die dem 
Aussenrande nächsten theilweise verloschen oder fehlend; Grundfarbe der Hinter- 
flügel-Unterseite bisweilen hell citronengelb, alle Flecke weiss, schärfer 
schwarz umsäumt. Solche Exemplare könnten zur var. Alhiguttata Chri- 
stoph gehören. 



Zur Entwicklung der Instincte. 

Von 

E. Wasmaiin, S. J., 

in Exaeten bei Roermond (Holland). 
(Eingelaufen am 3. März 1897.) 

Bekanntlich hat Darwin selbst wiederholt auf die Schwierigkeiten hin- 
gewiesen, welchen man begegnet, wenn man auf die Entwicklung der Instincte 
weiter einzugehen versucht. Er selbst beschränkte sich daher in seiner „Ent- 
stehung der Arten" und in seiner nachgelassenen Abhandlung über den Instinct 
darauf, die Variabilität mancher Instincte nachzuweisen und auf Grund dieser 
Variabilität die Verschiedenheit der Instincte bei verwandten Arten aus dem 
Princip der natürlichen Zuchtwahl zu erklären; auf eine Erklärung der ersten 
Entstehung der Instincte ging er nicht ein. Er vergleicht sie zwar treffend 
mit erworbenen Gewohnheiten, die durch Uebung zu mechanischen Fertigkeiten 
geworden sind, bemerkt jedoch ausdrücklich, dass gerade die merkwürdigsten 
Instincte, wie jene der Korbbienen und Ameisen, nicht als erworbene Gewohn- 
heiten genetisch aufgefasst werden können.^) Sogar bei Erörterung von Bei- 
spielen, welche scheinbar für die Erblichkeit erworbener Eigenschaften sprechen, 
wie bei den specielleu Instincten unserer Hunderassen (Schäferhunde, Vorsteh- 
hunde u. s. w.), macht er darauf aufmerksam, dass wohl nicht so sehr die Ver- 
erbung erworbener individueller Gewohnheiten, sondern die vielmehr consequent 
fortgesetzte künstliche Auslese der geeignetsten Individuen die eigentliche Ursache 
für die hohe Entwicklung jener Rasseninstincte gewesen sein müsse. ^) Die Varia- 
tionen der erblichen Instincte, welche der künstlichen Zuchtwahl das Material 
zu dieser Auslese boten, haben nach Darwin auch das Material für die Ent- 
wicklung der Instincte durch die Naturzüchtung geboten. Als ursächliches 



1) Entstehung der Arten, 7. deutsche Aufl., 8. Cap., S. 283. 

2) Ebenda, S. 288: „Domesticirte Instincte werden zuweilen als Handlungen bezeichnet, 
welche blos durch eine lang fortgesetzte und erzwungene Gewohnheit erblich wurden ; dies ist aber 
nicht richtig." Aus den hierauf folgenden Beispielen geht hervor, dass Darwin die Zuchtwahl auch , 
hier als massgebenden Hauptfactor betrachtet. In demselben Sinne spricht er sich auch in der Zu- 
sammenfassung der Ergebnisse des achten Capitels aus (S. 317). 



Zur Entwicklung der Instincte. 



169 



Erklärungsprihcip verwendet Darwin die „Gewohnheit" nur selten.^) Wo er 
(am Schlüsse des achten Capitels der Entstehung der Arten) seine Ansicht über 
die Entwicklung der Instincte zusamnieufasst, weist er auf die Variabilität mancher 
Instincte hin und auf deren Wichtigkeit für das Thier und gibt dann als Inbegriff 
seiner Erklärung: „Ich sehe daher keine Schwierigkeit, warum unter sich ver- 
ändernden Lebensbedingungen die natürliche Zuchtwahl nicht auch im 
Stande gewesen sein sollte, kleine Abänderungen des Instinctes in 
einer nützlichen Richtung in jeder beliebigen Ausdehnung zu 
häufen. In vielen Fällen haben Gewohnheit oder Gebrauch und Nichtgebrauch 
wahrscheinlich mitgewirkt." Die genetische Erklärung der Instincte als 
▼ ererbter Gewohnheiten ist somit keineswegs schlechthin „Darwin's In- 
stincttheorie", obwohl man sie noch immer vielfach als solche bezeichnet.^) 
Je aufmerksamer man die über Instinct handelnden Abschnitte in Darwin s 
Werken studirt, desto mehr kommt man zu der Ueberzeugung, dass die ange- 
borenen Variationen der Instincte und die Auslese derselben durch 
die Naturzüchtung für Darwin das Hauptprincip seiner Instincttheorie war. 

Im Gegensatze zu der Darwin'schen Entwicklung der Instincte durch 
die natürliche Zuchtwahl haben in neuerer Zeit namentlich Eimer und Haacke 
versucht, ihre Instincttheorie ausschliesslich auf die Vererbung erworbener 
Eigenschaften zu gründen. 

Nach Eimer^) ist der Instinct „vererbte Fähigkeit, insbesondere vererbte 
Gewohnheitsthätigkeit". Er unterscheidet zwischen „vollkommenen Instincten oder 
vererbten Gewohnheitsthätigkeiten" und „unvollkommenen Instincten oder 
vererbten Gewohnheitsfähigkeiten"; letztere bedürfen noch der individuellen 
üebung und Erfahrung zu ihrer Ausbildung, erstere nicht. Diese Unterscheidung 
bezieht sich jedoch nicht auf die genetische Erklärung der Instincte, beide 
müssen ursprünglich aus individuell erworbenen Eigenthümlichkeiten hervor- 
gegangen sein. Wie Eimer diese Erwerbung sich denkt, zeigt er insbesondere 
bei Behandlung der sogenannten Vernunf tinstincte (d. i. solcher Instincte, die 
sich auf den Nutzen der Allgemeinheit [der Art] und auf die Zukunft beziehen). 
Er erklärt sie als ursprünglich verständige oder vernünftige Thätig- 
keiten, die durch Gewohnheit mechanisch wurden und sich vererbten. 
Die Gründe, welche dieser Instincttheorie entgegenstehen, sind folgende: Erstens. 
Wenn die Vernunftinstincte, die sich z. B. bei der Brutpflege der Insecten be- 
thätigen, ursprünglich intelligente Thätigkeiten gewesen wären, müssten die Vor- 
fahren der heutigen Insecten eine ganz übermenschlich hohe Intelligenz besessen 
haben; insbesondere gilt dies für die Brutpflege der Hymenopteren, die J. H. Fahre 



') Z. B. ebenda, S. 288: „Andererseits hat auch Gewohnheit allein in einigen Fällen genügt." 

-) Ich kann daher auch Herrn H. E. Ziegler nicht ganz beistimmen, wenn er sagt: „Be- 
kanntlich fasst üarwin die meisten Instincte in ihrer phylogenetischen Entwicklung als vererbte 
Gewohnheiten auf* („Ueber den Begriff des Instinctes" in den Verhandl. der Deutschen Zool. Ges., 
1802, S. 134). 

') Die Entstehung der Arten, Bd. I, 8. 239 ff. — Vgl. auch die Abhandlung des Referenten: 
„Die Psychologie in Eimer's Entstehung der Arten" in „Natur und Offenbarung", 1889, S. 284— 297, 

23* 



170 



E. Wasmann. 



in seinen „Souvenirs Entomologiques" so meisterhaft geschildert hat, aber auch 
für die Brutpflege vieler Coleopteren, z. B. des Trichterwicklers (Rhynchites 
hetulae),''-) dessen zur Aufnahme der Eier verfertigte Blattrolle auf ein mathe- 
matisch-technisches Problem zurückzuführen ist, das erst 1673 von Huygens in 
die menschliche Wissenschaft eingeführt wurde, u. s. w. Zweitens. Jene auf die 
Brutpflege bezüglichen Thätigkeiten werden vom Individuum nur wenige Male 
am Ende des Lebens ausgeübt, können also gar nicht durch „Gewohnheit" erblich 
werden. Drittens. Auf Intelligenz beruhende Thätigkeiten werden überhaupt 
nicht erblich,^) sondern nur instinctive, daher kann man die Entstehung erb- 
licher Instincte nicht aus ursprünglich intelligenten Thätigkeiten erklären. Auf 
die speciellen Schwierigkeiten, welche die staatenbildenden Insecten für die 
Eimer"sche Instincttheorie bilden, werden wir weiter unten zurückkommen. 

Haacke hat kürzlich die muthmassliche Entstehung des Brutparasitismus 
der Kuckucke eingehend behandelt.^) Seine eigentliche Instincttheorie findet sich 
jedoch nicht dort entM'ickelt, sondern in seinem Buche „Die Schöpfung des 
Menschen und seiner Ideale"*) (Jena, 1895, S. 343—372). Obwohl Haacke gleich 
Eimer die Entstehung der Instincte auf die Vererbung erworbener Eigenschaften 
zurückführt, so unterscheidet er sich von ihm doch wesentlich dadurch, dass er 
die Instincte nicht aus ursprünglich intelligenten Thätigkeiten, sondern 
aus sinnlichen Gedächtnisseindrücken abzuleiten sucht. Mit Eecht be- 
merkt er (S. 121): „Wenn die Instincte in dieser Weise (als ursprünglich bewusste 
oder überlegte Handlungen) zu erklären sind, dann würden wir schliesslich dazu 
gelangen, die Thiere, an welchen wir Instincte beobachten, also seelische Aeusse- 
rungen wahrnehmen, die ohne Ueberlegung ausgeführt werden, von klügeren 
Vorfahren, von Ahnen, die mit Bedacht und Umsicht handelten, abzuleiten, unc 
diese Erwägung sollte uns stutzig machen in der Zurückführung der Instincte 



1) Vgl. Wasmann, Der Trichterwickler, eine naturwissenschaftliche Studie über den Thier 
instinct. Münster, 1884. 

-) Dies gilt zunächst für die intelligenten Thätigkeiten im eigentlichen Sinne, d. h. füi 
jene, die aus Ueberlegung und Zweckbewusstsein hervorgehen. Die moderne Thierpsycho- 
logie bezeichnet überdies sämmtliche auf sinnlicher Erfahrung beruhenden Thätigkeiten ah 
intelligent (vgl. hierüber meine Schrift „Instinct und Intelligenz im Thierreich. Eii 
kritischer Beitrag zur modernen Thierpsychologie", Freiburg i. B., Herder, 1897) 
Inwieweit Modificationen des Instinctes, die durch die sinnliche Erfahrung des Individuums veranlass 
werden, der Erblichkeit unterliegen, ist eine andere Frage. Bezüglich der verhältnissmässig raschei 
Entstehung des Furchtinstinctes der Thiere gegenüber neuen Feinden scheint Darwin (in seine; 
nachgelassenen Abhandlung über den Instinct) geneigt, dieselbe nicht blos dem Ueberleben des 
Passendsten zuzuschreiben. Der Verlust der ursprünglichen instinctiven Furcht der Vögel vor be^ 
stimmten Gegenständen, z. B. vor einem dah erbrausenden Eisenbahnzug, dürfte jedenfalls nicht au 
die natürliche Zuchtwahl zurückzuführen zu sein. 

ä) Zur Stammesgeschichte der Instincte und Schutzmale. Biolog. Centralbl., 189G, Nr. 5 — 10 

") Eine eingehende Kritik dieses Buches siehe in meiner Schrift „Zur neueren Geschieht! 
der Entwicklungslehre in Deutschland. Eine Antwort auf Haacke 's Schöpfung des Menschen" 
Münster i, W., 1896. — Im 9. Hefte, Jahrg. 1896 dieser „Verhandlungen" hat ein Herr T. G. dies( 
letztere Schrift einer Besprechung ab irato unterzogen. Ich hübe umso weniger Grund, auf dieselbi 
zu erwidern, da Herr T. G- meinen ihm missliebigen Standpunkt nicht durch sachliche Gründe 
sondern vielmehr durch Entstellungen und Unhöfliclikcitcn zu bekämpfen suchte. 



Zur Entwicklung der lustincte. 



171 



auf bew'usste und überlegte Handlungen." Haacke selber will die Instincte als 
„uubewusste Erbgedächtnisse", d. b. als erblich gewordene Gedächtniss- 
eindrücke erklären. Er wendet diese Erklärung sodann an auf die Stammes- 
geschichte der Nahrungsinstincte, Begattungs- und Brutpflegeinstincte u. s. w. Die 
Grundlage seiner Erklärung bildet der Satz: „Neu erworbene Organisations- 
Eigenthüralichkeiten können nur dann vererbt werden, wenn sie bei Männchen 
und Weibchen einer Organismenart in gleicher Welse ausgebildet sind; daher 
werden auch nur gleiche (d. h. bei beiden Geschlechtern gleiche) erworbene 
Gedächtnisse vererbt werden können" (S. 348). 

So richtig es auch ist, die Instincte als „unbewusste Erbgedächt- 
nisse" zu definiren, so scheint mir doch die genetische Erklärung der 
Instincte als unbewusster Erbgedächtnisse auf unüberwindliche Schwierigkeiten 
zu stossen. Dieselben ergeben sich aus folgenden Erwägungen: Erstens. Wenn 
nur bei beiden Geschlechtern gleiche individuelle Gedächtnisseindrücke zu Erb- 
gedächtnissen werden können,^) dann scheint es ganz unmöglich, die wichtigsten 
Instincte, nämlich die auf die Arterhaltung bezüglichen Fortpüanzungs- und Brut- 
pflegeinstincte auf diesem Wege zu erklären. Dieselben sind nämlich stets bei 
den Geschlechtern ein und derselben Art mehr oder minder verschieden, ebenso 
verschieden wie die betreffende körperliche Organisation. Ja gerade die wunder- 
barsten, complicirtesten und am vollkommensten erblichen Instincte im Thier- 
reiche, die Brutpflegeinstincte, sind für gewöhnlich überhaupt nur bei einem 
Geschlechte, beim weiblichen, vorhanden, und können von jeher nur bei diesem 
vorhanden gewesen sein. 2) Zweitens. Die Brutpflegeinstincte mussten von jeher 
unabhängig von der individuellen Erfahrung vollkommen erblich sein und fertig 
ausgeübt werden, weil sonst die betreffende Art zu Grunde gehen niusste; also 
können dieselben nicht in den vom Individuum erworbenen Gedächtnissein- 
drücken ihren Entstehungsgrund haben. Drittens. Es ist überhaupt nicht 
bewiesen, dass individuelle Gedächtnisseindrücke sich vererben. Viertens. Bei 
den staatenbildenden Insecten, wo die Fortpflanzungsindividuen und die mit der 
Brutpflege und den anderen Thätigkeiten für das Gemeinwohl betrauten Indi- 
viduen verschiedene morphologische Kasten darstellen, ist eine Entwicklung der 
Instincte der Arbeiterinnen durch Vererbung erworbener Eigenschaften überhaupt 
unmöglich;^) denn die Geschlechtsthiere machen nicht die betreffenden Erfah- 



') Haacke bemerkt (S. .349) in Bezug hierauf nochmals: „Namentlich wenn Männchen und 
Weibchen eines miteinander Junge erzeugenden Paares sehr verschiedene Erlebnisse gehabt und dadurch 
Terschiedeue Gedächtnisse erworben haben, werden Erbgedächtnisse nicht leicht entstehen können." 

-) Ich füge dies deshalb bei, weil Haacke die Ansicht vertritt, dass ursprünglich die männ- 
liche Brutpflege im Thierreich, die gegenwärtig nur eine Ausnahmeerscheinung ist, die allgemeine 
Regel gewesen sei. Hiernach müssten also z. B. die Männchen sämmtlichcr Hymenopteren, die nie- 
mals einen Stachel besitzen, ehemals einen solchen besessen und mittelst desselben ihre für die Brut 
bestimmten Bcutethiere gelähmt haben u. s.w.; derartige Hypothesen scheinen mir schwerlich an- 
nehmbar. 

^) Vgl. hierüber Wasmann, Die zusammengesetzten Nester und gemischten Colonien der 
Ameisen (Münster, 1891), III. Abschn., 2. Cap. : Zur Entwicklungsgeschichte der Ameisengesellschaften, 
Auf diese Arbeit be/.ioht sich auch Weismann, Allmacht der Natnrzüchtung (189.'J), S. 17. 



172 



E. Wasmann. 



rungen, die sich vererben sollen, und die Arbeiter, welche die Erfahrungen machen, 
pflanzen sich nicht fort. Bei manchen Instincten, z. B. bei dem Sclavereiinstincte 
von Formica sanguinea, Polyergiis und Strongylofjnathus, kann man — von 
descendenztheoretischem Standpunkte — als sicher annehmen, dass sie erst nach 
Vollendung der morphologischen Ditfereuzirung in Weibchen und Arbeiterinnen 
aufgetreten seien. Für diese ist offenbar jede Möglichkeit ausgeschlossen, sie durch 
Vererbung erworbener Eigenschaften zu erklären. 

Wenden wir uns nun zu Weis mann und seiner Schule, welche die natür- 
liche Zuchtwahl als alleinigen Factor der Stammesentwicklung gelten lässt. 
In eonsequenter Anwendung seiner Theorie auf die Entwicklung der Instincte 
vertritt Weismann^) die Ansicht, „dass alle Instincte rein nur durch Selection 
entstanden sind, dass sie nicht in der Uebung des Einzelwesens, sondern in Keim- 
variationen ihre Wurzel haben". Diese Weis mann "sehe Instincttheorie hat 
H. E. Ziegler in seiner Schrift „Ueber den Begriff des Instinctes"^) (S. 134 
bis 136) näher formulirt und begründet. An Ziegler schliesst sich u. A. auch 
Carl Groos in seinem Buche „Die Spiele der Thiere" (2. Aufl.. Jena, 1896, S. V) 
an, indem er ebenfalls die Instincte ausschliesslich auf die natürliche Auslese 
zurückführt, obwohl er hiemit nicht für die „Allgenugsamkeit" des Selections- 
princips überhaupt einzutreten beabsichtigt. 

In Weis mann 's Theorie wie in der Anwendung derselben auf die Instincte 
dürften zwei wesentlich verschiedene Punkte unterschieden werden, von denen man 
den einen annehmen kann, ohne deshalb mit dem anderen einverstanden zu sein. 
Erstens: Wie die Ontogenese auf die Keimesanlage als auf ihre hauptsächliche 
und eigentliche Ursache zurückzuführen ist, so haben auch die in der Phylo- 
genese vorgekommenen Veränderungen ihre hauptsächliche und eigentliche 
Ursache in Keimesvariationen der betreffenden Vorfahren, nicht aber in den 
äusseren Einflüssen (Entwicklungsreizen), welche auf die Individuen einwirkten, 
also auch nicht in einer Vererbung erworbener Eigenschaften. Zweitens: Diese 
Keimesvariationen sind aus sich völlig unbestimmt, d. h. durch kein inneres 
Entwicklungsgesetz des Organismus geregelt; daher wird die Eichtung der Ent- 
wicklung ausschliesslich durch die Selection (sei es nun in Form von Personal-, 
Histonal- oder Germinalselection) bestimmt. — Schon früher, bei Behandlung 
der Stammesgeschichte der Instincte in den Ameisengesellschaften ^) hatte ich' 
bezüglich des ersteren Punktes mich mit Weis mann einverstanden erklärt, ob-l 
wohl ich die Erblichkeit erworbener Eigenschaften nicht überhaupt und ganz! 
läugnen und ihr nicht jegliche Bedeutung als Entwicklungsfactor absprechen! 
möchte. Bezüglich des zweiten Punktes dagegen konnte und kann ich nicht mit; 



1) „Ueber die Vererbung" (1883), S. 37—48. 

2) Sep.-Abdr. aus den Verhandl. der Deutschen Zool. Gesellscb., 1892, S. 122—136. — Wenn! 
Ziegler daselbst den Begriff des „Bewusstseins" aus der Definition des Instinctes ausschliessen zu 
müssen glaubt, so kann ich ihm hierin nicht beistimmen, da biedurch der Unterschied zwischen In-j' 
stinct und Keflexthätigkeit aufgehoben wird. Näheres siehe in meiner Schrift „Instinct und Intelligenz! 
im Thierreich" (Freiburg i. B., 1897), S. 7 ff. ( 

3) Die zusammengesetzten Nester und gemischten Colonien der Ameisen, 1891, S. 214 — 254.1 



Zur Entwicklung der Instincto. 



173 



Weis manu übereinstimmen; ich glaube die zweckmässigen Keimesvariationen, 
sowohl nach ihrer organischen wie nach ihrer psychischen Seite, in letzter 
Instanz auf innere Entwicklungsgesetze zurückführen zu müssen, welche 
die Variabilität zu einer bestimmt begrenzten und bestimmt gerichteten 
machen; daher kann die natürliche Zuchtwahl^) nach meiner Ansicht nur einen 
regulativen, controlirenden Einfluss auf die Entwicklungsrichtung ausüben und 
nur die Bedeutung einer nebensächlichen Entwicklungsursache haben. 

Die Annahme innerer Entwicklungsursachen, welche völlig unabhängig 
von den modificirenden Einflüssen der Umgebung wären, würde namentlich für 
die sämmtlichen Anpassungscharaktere die gewünschte Erklärung nicht bieten. 
Weis mann hat dies zur Widerlegung „innerer Entwicklungsgesetze" .wiederholt 
hervorgehoben und insbesondere an der Mimicry bei Schmetterlingen erläutert.^) 
Aus demselben Grunde vermag ich mir das erste Auftreten zweckmässiger Varia- 
tionen des Instinctes, welche für die Erhaltung der Art unter Umständen von 
der entscheidensten Bedeutung sein können, ohne die Annahme einer zweck- 
mässigen Wechselwirkung zwischen Organismus und Umgebung nicht zu 
erklären. Die Selection, die Personal- und die Germinalselection zusammen- 
genommen, scheinen mir hierfür nicht ausreichend; denn die Germinalselection 
kann in der von Weis mann ihr gegebenen Form eventuell wohl die allmälige 
Steigerung bereits gegebener zweckmässiger Keimesvariationen bewirken; für das 
erste Auftreten derselben wird jedoch bereits vorausgesetzt, dass Individuen 
vorhanden seien, die mit den Anfängen jener Variationen schon ausgerüstet sind; 
diese Anfänge aber können nicht dem Zufalle zugeschrieben werden. 

Ein besonders interessantes Gebiet für die Anwendung und Prüfung der 
eben erwähnten Entwicklungsfactoren wären die instinctiven Wechselbeziehungen, 
welche zwischen den Ameisen (resp. den Termiten) und ihren sogenannten echten 
Gästen aus verschiedenen Coleopterenfamilien obwalten, die Symphilie (Myr- 
mecoxenie und Termitoxenie) mit allen ihren mannigfaltigen Anpassungs- 
charakteren, den eigenartigen Trichombildungen, der Fühlerbildung, der Bildung 
der Mundtheile, der passiven und activen Mimicry u. s. w. An einem anderen Orte 
habe ich bereits eine ziemlich vollständige Zusammenstellung jener Anpassungs- 
charaktere gegeben,^) ohne jedoch wegen der Fülle des einschlägigen Materiales 
auf die ursächliche p]rklärung derselben eingehen zu können. Auch hier muss ich 
die philosophische Behandlung dieses Gegenstandes auf ein späteres grösseres Werk 



1) Auf die von G. Romanes (Linn. Soc. Journ. Zool., Vol. XIX, p. 337 sq.) iiufgestellte 
Theorie der physiologischen Zuchtwahl hrauche ich wohl nicht weiter einzugehen, da ihr Autor seihst 
sie in seinen diesbezüglichen Werken nicht zur Erklärung der Instincte, sondern der biologisch in- 
differenten Artdifferenzen verwendet hat. Auch hiefür hat er in seinem letzten Werke (Darwin and 
after Darwin) ihr nicht mehr die frühere Wichtigkeit beigelegt. 

^) lieber Germinalselection (Compt. rend. du IIP Congr, Internat, d. Zool., Leyden, 1896, 
p. 35—70). 

^) Die Myrmekophilen und Termitophilen. Leyden, 1896. (Extr. d. Comptes-Rend. du IIP 
Congr. Internat, d. Zool., p. 410—440.) Sep.-Abdr. in Commission bei F. L. Dames, Berlin. — Auf 
S. 421, Zeile 4 von unten ist ein Irrthum zu berichtigen; es muss heissen „nach aussen sich be- 
wegen". 



174 



E. Was mann. 



verschieben und micli darauf beschränken, die Anwendung des Selections- 
principes auf einige der betreffenden Erscheinungen zu prüfen. 

Aus der Vogelperspective betrachtet, bieten die echten Gäste der Ameisen 
und Termiten die schönsten und scheinbar überzeugendsten Beweise für die 
„Allmacht der Naturzüchtung". Biologisch indifferente Charaktere treffen wir 
bei ihnen verhältnissmässig nur selten und in untergeordnetem Masse. Die 
natürlichen Verwandtschaftscharaktere sind oft — ähnlich wie bei manchen 
Parasiten aus den verschiedensten Thierordnungen — unter den Anpassungs- 
charakteren dermassen versteckt, dass man grosse Mühe hat, die richtige syste- 
matische Stellung ihrer Träger heraus zu finden. Ein neues Beispiel hiefür 
bietet die kürzlich von mir aufgestellte termitophile Coleopterenfamilie der 
Rhysopaussidae^). Die erhabene Kielung der Oberseite, die sie den Ehjsodiden 
nähert, die Kopfbildung, die sie den Gnostiden und manchen Paussiden nähert, 
die Fühlerbildung, die sie ebenfalls manchen Paussiden nähert, sind sämmtlich 
Anpassungscharaktere, die über den wahren systematischen Charakter dieser 
Thiere in Irrthum zu führen geeignet sind. Ihre natürliche Stellung ist un- 
mittelbar bei den Tenebrioniden; als ihre nächsten Stammesverwandten dürfte 
die Dichillus-Grvi])Y)e unter den Stenosini zu betrachten sein. Man kann ohne 
wesentliche Uebertreibung sagen, dass die Atemeies, Lomechusa, Claviger und 
viele andere echte Gäste gleichsam aus lauter Anpassungscharakteren zusammen- 
gesetzt seien, welche sämmtlich auf die Symphilie berechnet sind. Je mehr man 
in die Lebensweise dieser interessanten Thiere eindringt, desto klarer erkennt 
man die biologische Bedeutung der Einzelheiten ihrer Körperbildung. Selbst für 
Charaktere, die auf den ersten Blick völlig indifferent zu sein scheinen, wie die 
ausgehöhlten Halsschildseiten der Arten der Lomechusa-Gr\i]}\)e und der verdickte 
Halsschild rand von Lomechusa, konnte ich ihre biologische Bedeutung nachweisen. 
Die Selection hatte somit auch für die Entwicklung dieser Charaktere und der 
mit ihnen zusammenhängenden Instincte die denkbar günstigste Handhabe. 

Die JLowec7^^^sa- Gruppe, die Gattungen Lomechusa, Atemeies und 
Xenodusa umfassend,^) ist bezüglich ihrer Lebensweise wohl am Genauesten 
erforscht unter allen Myrmekophilen, und bietet daher auch um so zuverlässigere 
Belege für den innigen Zusammenhang, der hier zwischen Morphologie und 
Biologie obwaltet. Die morphologischen Unterschiede jener drei Gattungen,} 
ebenso wie die zwischen den Arten innerhalb derselben bestehenden Verschieden- 
heiten lassen sich, soweit die bisherigen Beobachtungen reichen, fast ausschliesslich 
aus der Biologie dieser Thiere erklären, insbesondere aber aus der Verschiedenheit 
der normalen Wirthsameisen, denen sie „angepasst" sind. Die Lomechusa haben 



') Neue Temitophilen und Termiten aus Indien. Ann. Mus. Civ. Gen., (2) XVI (ISüß), 
p. 613—630; (2) XVII, p. 149—152. — Zu den Rhysopaussiden gehören die ostasiatischen Gat-j 
tungen Rhysopaussus Wasm., Xenotermes Wasm., Azardius Fairm. und Ziadas Fairm. ; ferner <li' 
abyssinische Gattung Rhysodiva Chevrol. und wahrscheinlich auch die westafrikanischen Gattung 
Synoiiticus Thoms. und Gonocnemis Thoms. 

2) Vgl. E. Was mann, Revision der Lomec7»<sa-Gruppe (Deutsche Entora. Zeitschr., 1896,1 
Heft II, S. 244 ff.). l 



Zur Entwicklnng der Instiucte. 



175 



Furmica- Alten zu Wirtheu uud inncheu ihre gauze Eutwickluug bei je einer 
Furmica-A-vt durcli. Die Atemeies dagegen sind nicht einwirthig, sondern 
doppelwirthig; sie haben je zwei Wirthsameisen aus zwei verschiedenen 
Gattungen, Myrmiea und Formica, von denen stets die betreffende Formica- 
Art die Larven der betreffenden Atemeles-kri ei'zieht.^) Aus der Kleinheit de)' 
Myrmiea erklärt sich die Kleinheit der Atemeies gegenüber Lomechusa strumosa; 
aus der verschiedenen Grösse der Formica -Arten, welche die secundären Wirthe 
der Atemeies sind, erklärt sich z. B. die verschiedene Grösse von Atemeies paradoxus 
und puhicollis. Aus der Doppelwirthigkeit der Atemeies, welche wenigstens zwei- 
mal im Leben die Wirthsart wechseln müssen, erklärt sich die hohe Initiative 
ihres Benehmens den Ameisen gegenüber, die höhere Vollkommenheit ihrer „activen 
Mimicrj" im Vergleich zu Lomechusa. Die amerikanischen Xenodusa haben, 
soweit bisher bekannt, meist Camp onotus -Arten zu primären Wirthen, woraus 
ihre verhältnissmässig langen Fühler und Beine zu erklären sein dürften. Der 
Umstand, dass ihre Körpergrösse hinter jener der betreffenden Camponotus be- 
deutend zurückbleibt, weist, in Uebereinstimmung mitWickham 's Beobachtungen, 
der Xenodusa cava auch bei anderen Ameisenarten traf, darauf hin, dass die 
Xenodusa wahrscheinlich doppelwirthig sind wie unsere Atemeies, nicht ein- 
wirthig wie unsere Lomechusa. Auch eine neue, mit Xenodusa montana Gas. 
verwandte, aber bedeutend kleinere, bei Formica suhpolita Mayr durch P. Mod. 
Winter, 0. S. B., in Colorado entdeckte und mir durch P. J. Schmitt freundlichst 
zugesandte Xenodusa- Art deutet durch ihre geringe Grösse, die noch hinter unserem 
Atemeies emarginatus zurückbleibt, darauf hin, dass sie ausser jener Formica noch 
eine andere, kleinere normale Wirthsameise besitze. Vermuthlich ist dieselbe 
unter den nordamerikanischen Angehörigen der Myrmiea n«ö?'a-Gruppe zu suchen. 
Auch bei uns in Europa hat es viel länger gedauert, bis man die Atemeies in den 
Nestern der Myrmiea als in jenen der Formica entdeckte. Der Grund hiefür 
liegt theilweise in der verborgeneren Lebensweise der Myrmiea, zum Theil aber 
auch darin, dass die Atemeies die Wintersaison (einschliesslich Herbst und Vor- 
frühling) in den il/«/mica-Nestern zubringen, die Sommersaison in den Formica- 
Nestern. Die genaue Feststellung der doppelten normalen Wirthe unserer drei 
Atemeies -Arten gelang mir erst ganz allmälig im Laufe zwölfjähriger Beob- 
achtungen. 

Wenden wir nun unsere Aufmerksamkeit noch einigen allgemeineren Er- 
scheinungen zu. Die Formen der passiven und activen Mimicry,^) die uns unter 
den Myrmekophilen und Termitophilen begegnen, sind ebenfalls scheinbar sehr 
vortheilhaft für die Selectionstheorie. Denn die zwischen Gast und Wirth be- 
stehende täuschende Aehnlichkeit lässt sich hier, wo es sich um Angehörige ganz 
verschiedener Ordnungen handelt, nicht mit Eimer durch „parallele Entwicklung" 



') Nähere Angaben siehe in meinem „Kritischen Verzeichniss der myrmekophilen 
nnd termitophilen Arthropoden" (Berlin, 1894), S. 61—65. 

-) Unter passiver Mimicry verstehe ich die Aehnlichkeit der Farhuug, Sculptur und Gestalt 
zwischen Gast und Wirth, unter activer Mimicry die Nachahmung des Benehmens der Wirthe durch 
den Gast. Vgl. Die Myrmekophilen und Termitophilen, S. 429 ff. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 24 



176 



E. Wasmann. 



erklären, wie dies bei manchen irrthümlich als Mimicry gedeuteten Färbungs- 
und Zeichnungsähnlichkeiten der Schmetterlinge der Fall ist. ^) Allein schon die 
Thatsache, dass die Mimicry bei Gästen von Ameisen, die relativ gut entwickelte 
Augen besitzen, einen ganz anderen Charakter annimmt als bei solchen, die bei 
blinden oder fast blinden Wirthen leben, ist nur daraus erklärlich, dass wir es 
wirklich mit schützenden Aehnlichkeiten zu thun haben, die auf Täuschung der 
betrelFenden Wirthe berechnet sind. Bei ersteren beginnt sie mit Aehnlichkeit 
der Färbung zwischen Gast und Wirth und schreitet fort zu einer Aehnlichkeit 
der Gestalt, die meist mehr auf täuschenden Lichtreflexen als auf wirklicher 
Formenähnlichkeit beruht: sie ist hier auf Täuschung des Gesichtssinnes, und 
zwar des Gesichtssinnes der Ameisen angelegt. Bei letzteren dagegen beginnt sie 
mit Aehnlichkeit der Sculptur (und Behaarung) zwischen Gast und Wirth und 
schreitet bei zunehmender Körpergrösse des Gastes fort zu einer Aehnlichkeit 
der Gestalt, die auf wirklicher Forraenähnlichkeit der einzelnen Körpertheile 
beruht und schliesslich in der Gleichheit der Fühlerbildung von Gast und Wirth 
gipfelt: sie ist hier auf Täuschung des Fühlertastsinnes der Ameisen angelegt. 
In den „Ameisen- und Termitengästen von Brasilien" (I. Theil, S. 167 
[33 Sep.])2) und in den „Myrmekophilen und Termitophilen" (S. 428ff.) 
habe ich dies näher nachgewiesen und verweise deshalb auf jene Ausführungen. 

Ferner treten manche mit der Symphilie in engster Beziehung stehende 
Anpassungscharaktere, z. B. die eigenthüralichen Büschel gelber oder rothgelber 
Haare, diese räthselhaften Exsudattrichome eines ätherischen Oeles, an denen die 
echten Ameisengäste von ihren Wirthen mit besonderer Vorliebe beleckt werden, 
bei Angehörigen der verschiedensten Coleoptereufamilien auf, völlig unabhängig 
von den natürlichen Verwandtschaftsbeziehungen der betreifenden Symphilen. 
Wir trelfen sie bei Staphiliniden, Clavigeriden, Gnostiden, Paussiden, Histeriden, 
Thorictiden, Scarabaeiden, Curculioniden und Endomychiden, und zwar an den 
verschiedensten Körpertheilen. Diese homologen Trichombildungen lassen sich 
weder durch Stammesverwandtschaft noch durch specifische Wachsthumsgesetze 
erklären, da sie in gleicher Weise in den verschiedensten Familien vorkommen, 
und zwar blos bei denjenigen Gattungen und Arten, welche als echte Gäste in 
der Gesellschaft von Ameisen leben. Sie sind Anpassungscharaktere im 
eigentlichsten Sinne des Wortes. Aber mit diesem Worte sind sie noch nicht 
ursächlich erklärt; es wird damit nur angedeutet, dass sie ihren Zweck in 
jener Symbiose haben, und dass wahrscheinlich auch ihre causa efficiensin der- 
selben Richtung zu suchen ist. Die Selection konnte sich dieser Trichombildungen, 
dort wo sie auftraten, wohl bemächtigen und zu ihrer Weiterentwicklung bei- 
tragen; aber es erscheint unerlässlich anzunehmen, dass dieses Auftreten 
homologer Bildungen bei Käfern der verschiedensten Familien nicht zufällig 
war, sondern durch einen und denselben äusseren Entwicklungsreiz 



') Vgl. hierüber auch den Vortrag über „Mimetisme" von M. C. Piepers (Comptes-Rend.' 
du IIP Congr. internat. d. ZooL, Leyden, 1896, p. 460—476). 

2) In diesen „Verhandlungen", Jahrg. 1895. , 



Zur Entwicklung der Instincte. 



177 



veranlasst wurde. Als diesen Entwicklungsreiz könnte man sich schliesslich 
wohl nur die häufige Beleekung der Gäste durch ihre Wirthe denken. Die- 
selbe beginnt bereits bei solchen Arten, welche, wie unser Hetaerius ferrugineiis, 
einen Uebergang von der Synoekie zur Sjmphilie bilden und ausser der fett- 
glänzenden rothgelben Symphilenfärbung nur zerstreute gelbe Börstchen von 
gewöhnlicher Bildung besitzen. Bei dem nordamerikanischen Hetaerius tristriatus 
sind die Trichome bereits zu typischen gelben Haarbüscheln auf dem Thorax 
verdichtet, und bei Tylois trilunatus aus Cayenne sind sie noch bedeutend 
stärker ausgebildet. Aber es ist andererseits sehr schwer einzusehen, wie die 
Beleckung der mit einem harten Chitinskelett ausgestatteten Käfer auf die Ent- 
wicklung jener Trichome wirken soll. Die Larven von Atemeies und Lomechusa, 
die doch ebenfalls von den Ameisen eifrig beleckt werden, besitzen ferner keine 
Spur von gelben Haarbüscheln. Wir stehen hier vor einem schwierig zu lösenden 
Räthsel. 

Versucht man dagegen, die Entstehung jener Trichombildungen ohne die 
Hilfe eines bestimmten äusseren Entwicklungsreizes, blos durch die Selection 
zu erklären, so stösst man auf noch grössere Schwierigkeiten. Derartige Trichome 
kommen nämlich nur bei Symphilen vor und treten nirgendwo sonst zufällig 
einmal auf. Analoge, aber nicht homologe Trichombildungen begegnen uns 
allerdings auch bei anderen Insecteu, aber in anderer Form und zu anderen 
Zwecken; z. B. in den Duftbüscheln mancher Lepidopteren, in den secundären 
sexuellen Auszeichnungen mancher Coleopterenmännchen, in den anscheinend 
biologisch indifferenten Fühlerpinseln mancher Cerambyciden, in besonders merk- 
würdiger Form aber in den Bestäubungsbürsten mancher anthophiler Coleopteren. 
Bei einigen Arten der Gattungen lulodis (Buprestiden), Trichostetha (Cetoniden), 
EurhampJms (Curculioniden) ist entweder die ganze Oberseite oder wenigstens 
der Körperrand mit groben oder feineren Haarbürsten besetzt, die sich ihrem 
Zwecke nach nur als Bestäubungsvorrichtungen für die von jenen Käfern be- 
suchten Blüthen deuten lassen. Wie soll die Selection diese Trichome gezüchtet 
haben, deren Nutzen nur auf Seite der Pflanze ist, während sie für die Käfer 
selbst biologisch indifferent sind? Allerdings erscheint es fast ebenso undenkbar, 
wie äussere Entwicklungsreize, z. B. die Keibung bestimmter Körpertheile der 
Blumenbesucher an den Blüthenwänden, zur Entstehung derselben Veranlassung 
gegeben haben sollen. 

Die Frage „cui bono", die wir bei allen Selectionsproblemen stellen 
müssen, hat aber für die Symphilie und deren Anpassungscharaktere noch 
bedenklichere Consequenzen. Wenn es bei Thieren hoch entwickelte Instincte 
gibt, deren Nutzen ausschliesslich anderen Thieren zu Gute kommt, 
während sie ihren Besitzern selbst positiven Schaden bringen, so kann die 
Naturzüchtung an der Entwicklung derselben jedenfalls keinen Antheil gehabt 
haben, weder in der Form von Personal- noch Germinalselection; denn sie 
musste jener Entwicklung positiv entgegenwirken. Man kann sich in 
diesem Falle auch nicht mit Weismann darauf berufen, dass die kleinsten 
Variationen in der betreffenden Entwicklungsrichtung nützlich gewesen sein 

24* 



178 



E. Wasmann. 



müssen, wenngleich wir ihren Nutzen nicht 7ai erkennen vermögen. Schon 
Darwin^) hat bemerkt, dass derartige Beispiele, wenn sie sich wirklich nach- 
weisen Hessen, die ganze Selectionstheorie erschüttern würden. Es scheint mir, 
dass die Symphilie nicht nur ein solches Beispiel, sondern deren viele bietet. 
Nachdem ich im Obigen das pro für die Selectionstheorie in den Erscheinungen 
der Myrmekophilie und Termitophilie- objectiv dargelegt, wird man mir es nicht 
verübeln, wenn ich nun auch das contra in derselben Weise beleuchte. 

Wem kommt die Symphilie, das echte Gastverhältniss, das zwischen 
Coleopteren und Ameisen (Termiten) obwaltet, zu Gute? Dass es für die Gäste 
von Nutzen ist, steht ausser Zweifel. Die Pflege und die Fütterung durch ihre 
Wirthe gewährt ihnen grosse Vortheile, und diese Vortheile werden ihnen gesichert 
durch die Annehmlichkeit, die sie durch den Besitz der genannten gelben Haar- 
büschel und anderer Anpassungscharaktere ihren Wirthen zu bieten vermögen. In 
manchen Fällen {Atemeies und Lomeclmsa) werden überdies die Larven der be- 
treffenden Käfer von den Ameisen gleich den eigenen Larven, ja mit noch grösserer 
Sorgfalt, erzogen,^) wodurch die Zugehörigkeit der Gäste zu ihren Wirthen offen- 
bar eine noch weit innigere wird. Wegen des grossen Nutzens, den die Symphilen 
aus ihrem Verhältniss zu ihren Wirthen ziehen, sind selbstverständlich auch alle 
ihre mit der Symphilie in Verbindung stehenden Anpassungscharaktere für sie 
selber nützlich. Die Symphilie ist aber ein gegenseitiges Verhältniss. Wir 
müssen daher fragen, ob sie auch dem anderen Theile, den Wirthen, einen Nutzen 
für die Erhaltung der Art bringe. Diese Frage ist nach den bisherigen Beobach- 
tungsthatsachen verneinend zu beantworten. Die Annehmlichkeit, welche 
durch die Beleckung der echten Gäste dem Geschmack- und Geruchsinne der 
Wirthe geboten wird, oder die angenehme Bethätigung des Pflegetriebes, welche 
sich aus der Erziehung der Adoptivlarven ergibt, ist noch kein Nutzen. Im 
Gegentheile lässt sich gerade bei jenen Symphilen, deren Lebensweise wir bereits 
genauer kennen, der Nachweis führen, dass sie ihren Wirthen positiv schädlich 
sind. Sie entlarven sich als die unverschämtesten Brutparasiten, die 
unter einer liebenswürdigen Maske die schlimmsten und gefähr- 
lichsten Feinde der Ameisen sind. 

Dass die Hetaeriini grossentheils von den Larven ihrer Wirthe sich 
nähren, ist durch die Beobachtungen von Lewis und mir festgestellt. Dasselbe 
ist auch für die Paussus nach Peringuey's Beobachtungen der Fall. Dass die 
Claviger namentlich an den grossen weiblichen Larven ihrer Wirthe zehren, habe 
ich häufig beobachtet, und A. Hetschko hat es bestätigt. Den grössten Schaden 
als Brutparasiten richten aber nach meinen Beobachtungen die Larven von Atemeies 
und Lomechusa an. In wenigen Tagen verzehren sie oft Hunderte und Tausende 



Entstehung der Arten, 7. deutsche Aufl., S. 317. 

Diese für einen oberflächlichen Blick durchaus intelligenzähnliche Thatsache zeigt sich 
hei näherer Prüfung als das gerade Gegentheil eines Beweises für die Thierintelligenz. Im Anschluss 
an andere Adoptiverscheinungen im Thierreich hahe ich dies in einer soeben erscheinenden Schrift 
„Vergleichende Studien über das Seelenleben der Ameisen und der höheren 
Thiere" (Freiburg, Herder, 1897) des Näheren nachgewiesen. 



Zur Entwickluug der lustiucte. 



179 



von Eiern und jungen Larven der Ameisen in einer einzigen Colouie und ver- 
uicliten nianehnial die ganze gleichzeitig vorhandene Brut. Ueberdies veranlasst 
die Erziehung der Atemeies und Lomechusa in den JT'orm/ca- Colon ien die Ent- 
stehung einer krüppelhaften Zwischenform von Weibchen und Arbeiterin, die ich 
als Pseudogynen bezeichnete;^) dadurch wird die allmälige Degeneration der 
betrefleudeu Colonien herbeigeführt, da diese Individuen weder zur Fortpflanzung 
noch zu den Berufsgeschäften der Arbeiterinnen taugen. Füi- Lomeclmsa strumosa 
habe ich ihren ursächlichen Zusammenhang mit den Pseudogynen von Formica 
sangumea durch eine bereits 250 Colonien dieser Ameise umfassende Statistik 
nachgewiesen.^) Für die Pseudogynen der übrigen Formica -Arten besteht ein 
ähnlicher Zusammenhang mit den betreffenden Ätemeles -Arten, die bei ihnen ihre 
Larven erziehen lassen. Sehr interessant war mir daher auch eine briefliche Mit- 
theilung meines Freundes Prof. Emery (Bologna), dass ihm ein pseudogynes 
Individuum einer Rasse von Camponotus senex Sm. aus Bolivien zugekommen 
sei. Die einzige bisher bekannte mittelamerikanische Art der Lomechusa-Gru-p])e, 
Xemdusa Sharpi Wasm., lebt nämlich gerade bei einer Rasse desselben Campo- 
notus, bei C. auricomus Rog. 

Der Schaden, den Lomechusa strumosa ihren normalen Wirthen zufügt, 
ist ein so bedeutender und so handgreiflicher, dass man unbedenklich sagen kann: 
wenn die Selection die auf die Pflege und Erziehung von Lomechusa 
bezüglichen Instincte der Ameisen gezüchtet hat, so hat sie gerade 
das Gegentheil von dem gethan, was sie als natürliche Zuchtwahl 
hätte thun sollen. Hieraus darf man wohl schliessen, dass die natürliche 
Zuchtwahl an der Entwickluug der Symphilie auf Seiten der Wirthe durchaus 
keinen Antheil haben kann. 

Die Richtigkeit dieser Schlussfolgerung wird sich noch klarer aus der 
Prüfung einiger Einwände ergeben, die man gegen dieselbe machen könnte. 

Die Hetaeriini sind durch die allen Histeriden eigene „Trutzgestalt"^) 
gegenüber den Angriffen der Ameisen vorzüglich geschützt. Sie konnten sich daher 
ihren Wirthen gewaltsam aufdrängen und als Brutparasiten in deren Nestern 
leben, ohne dass die Ameisen ihrerseits dieses Verhältniss zu befördern brauchten; 
auf diese Weise sind ja die Synechthren und Synoeken sämmtlich ihren Wirthen 
einseitig angepasst, ohne dass letztere einen Instinct zur gastlichen Pflege der- 
selben besässen. — Diese ganz richtige Erwägung mag vielleicht eine Erklärung 
dafür bieten, wie die Hetaeriini ursprünglich in die Gesellschaft der Ameisen 
kamen; aber sie leben gegenwärtig thatsächlich in derselben nicht als feindliche, 



') „Die ergatogynen Formen bei den Ameisen und ihre Erklärung" (Biolog. Centralbl., XV, 
1895, Nr. 16 und 17). — Man muss die Thatsache dieses ursächlichen Zusammenhanges von der 
näheren Erklärung der Entstehungsweise der Pseudogynen unterscheiden. Erstere finde ich immer 
sicherer bestätigt, bezüglich letzterer dagegen habe ich meine früher im Biol. Centralbl. entwickelte 
Hypothese in manchen Punkten modificirt. 

2) Dieselbe wird später veröffentlicht werden mit allen betreffenden Details, Yersuchs- 
methoden u. s. w. 

^) Vgl. hierüber „Die Myrmekophilen und Termitophilen", S. 435 ff. 



180 



E. Was mann. 



widerwillig geduldete Eindringlinge (Synechthreii), auch nicht als indifferent ge- 
duldete Gäste (Synoeken), sondern als echte Gäste (Symphilen), wenngleich manche 
hieher gehörige Arten einen gewissen Uebergang von der Synoekie zur Symphilie 
darstellen. Selbst Hetaerius ferrugineus, der keine ausgeprägten gelben Haar- 
büschel besitzt, wird von den Ameisen manchmal beleckt und bei Störung des 
Nestes im Maule fortgetragen und in Sicherheit gebracht; dieser Transport von 
Hetaerius, den auch E. Janson und Rupertsb erger beobachtet haben, beweist 
mit Sicherheit das echte Gastverhältniss dieses Käfers. Durch die positive Zu- 
neigung, welche die Ameisen für die Gäste hegen, wird letzteren die Ausübung 
ihres Brutparasitismus selbstredend erleichtert. Dieser Zuneigung hätte die 
Naturauslese entgegenwirken können, indem sie die entgegengesetzten Keimes- 
variationen bei den Ameisen weibchen als nützlich bevorzugte. Dass die Ameisen 
sich dieser Gäste entledigen könnten, wenn sie wollten, steht ausser Zweifel. In 
einem meiner Beobachtungsnester von Formica sanguinea wurde ein Hetaerius, 
den ich von F. rufa dorthin versetzt hatte, von den Ameisen aufgefressen. Sie 
hatten ihn bei der gewöhnlichen spielenden Behandlung dieses Gastes zufällig 
verwundet und vermochten nun bei der Beleckung der Wunde ihre Naschhaftig- 
keit nicht mehr zu zügeln. 

Selbst von den Hetaeriini, die durch ihre Trutzgestalt unangreifbar 
scheinen, könnten somit die Ameisen sich befreien, wenn die Selection ihnen eine 
instinctive Abneigung gegen dieselben anzüchten würde. Noch klarer ist dies bei 
den Clavigeriden, den Paussiden und der Zomec7^^tsa-Gruppe, da die- 
selben keine Trutzgestalt besitzen. Die Selection hat aber thatsächlich keinen 
Schritt in dieser Richtung gethan. Sie hat im Gegentheile die instinctive Vor- 
liebe der Ameisen für diese echten Gäste bis zu den höchsten Stufen der Sym- 
philie sich entwickeln lassen, trotz des Schadens, der daraus für die betreffenden 
Wirthe erwachsen musste. 

Aber vielleicht ist dieser Schaden nicht so gross, oder er wird durch irgend 
einen noch unbekannten Nutzen ausgeglichen, den jene echten Gäste ihren 
Wirthen bringen! — Auf diesen Einwand ist Folgendes zu erwidern: Selbst für 
den Fall, dass der den einzelnen Ameisencolonien durch den Brutparasitismus 
ihrer echten Gäste zugefügte Nachtheil nur ein geringer wäre, müsste dies nach 
den von Darwin und Weis mann entwickelten Principien der Selectionstheorie 
genügen, um der Neigung zur Symphilie bei den Ameisen erfolgreich entgegen 
zu wirken. Wenn die kleinen Variationen des Instinctes durch kein inneres Ent- 
wicklungsgesetz geregelt sind, sondern in jeder beliebigen Richtung erfolgen und 
bis zu jedem beliebigen Grade gesteigert werden können, falls sie sich nur ein 
wenig nützlich erweisen, — dann musste es der natürlichen Zuchtwahl auch un- 
schwer gelingen, die Entwicklung des Symphilie-Instinctes der Ameisen wenigstens 
zu verhindern; dass sie dieselbe nicht bewirken konnte, ist ohnehin bei dieser 
Voraussetzung klar. 

Was den unbekannten Nutzen anlangt, den die Ameisen aus der Sym- 
philie ziehen sollen, so ist dieses argumentum ex ignorantia deshalb hier nicht 
anwendbar, weil es wenigstens für die am besten bekannten Symphilen that- 



Zur EutwickluiiR der lustiucte. 



181 



sächlich feststeht, dass sie ihren Wirtheu nicht nutzen, sondern schaden. 
Ein imaginärer, possibler Nutzen kann dieser Thatsache gegenüber nicht in An- 
rechnung kommen. Durch zahlreiche Beobachtungen und durch eine ausgedehnte 
Statistik habe ich es als völlig sicher nachgewiesen, dass Lomeclmsa striimosa 
die Colonien von Formica sanguinea schwer schädigt. Jene Colonien, welche 
keine Lomechusen halten, besitzen einen grossen Vortheil im Kampfe ums 
Dasein. Vom Standpunkte der Selection betrachtet, ist die Vorliebe dieser Ameise 
für Lomeclmsa strumosa somit eine unselige Leidenschaft, welche die Ameisen 
verführt, einem bösen Dämon zu huldigen, der ihnen in Gestalt eines Lichtengels 
erscheint. Oder, minder bildlich ausgedrückt: den Vortheil von der Lomechusa- 
Zucht haben blos die Lomechusen, die Ameisen haben nur den Schaden davon. 
Lomechusa strumosa spielt im Naturhaushalte die Rolle des Hemmschuhes, durch 
den die zu starke Vermehrung der Wirthsameise verhindert und das Gleichgewicht 
aufrecht erhalten wird. Nach diesen als sicher bekannten Thatsachen müssen wir 
aber auch das Verhältniss der übrigen Symphilen zu ihren Wirthen beurtheilen, 
wenigstens derjenigen, die gleich den Lomechusa Brutparasiten sind. 

Man könnte vielleicht, um diese Schwierigkeit etwas zu vermindern, auf 
andere Erscheinungen des Brutparasitismus im Thierreich hinweisen, z. B. auf die 
Erziehung der Kuckucksbrut durch die Pflegevögel. Auch hier, so könnte man 
sagen, war eine Entwicklung des Brutparasitismus auf Seite des Parasiten ganz 
gut möglich, trotz des Nachtheils, der daraus für die betreflFenden Wirthe erwuchs. 
Man möge jedoch nicht übersehen, dass die Adoption der Eier und Jungen des 
Kuckucks durch die Pflegevögel blos einen Specialfall des allgemeinen Brutpflege- 
instinctes der Vögel darstellt. Ein besonderer Instinct zur Erziehung des 
Kuckucks ist bei keiner Vogelart vorhanden. Wir haben hier also den schon von 
Darwin berücksichtigten Fall, dass ein Thier aus dem Listincte eines anderen 
Thieres Nutzen zieht, ohne dass man deswegen behaupten könnte, dieser letztere 
Instinct gereiche blos dem fremden Thiere zum Vortheil. Ferner wehren sich 
die Pflegevögel meist energisch gegen die Belegung ihres Nestes mit dem 
Kuckucksei; sie haben gegen den alten Kuckuck eine in.stinctive Abneigung, ob- 
wohl sie seine Jungen vermöge des allgemeinen Brutpflegetriebes erziehen. Bei 
der Symphilie liegen die Verhältnis.se jedoch ganz anders. Die Ameisen besitzen 
eine positive Zuneigung für ihre echten Gäste und einen besonderen In- 
stinct zur Pflege dieser von den Ameisen und ihrer Brut durchaus verschiedenen 
Thiere. Allerdings hängen auch diese Symphilie-Instincte mit dem im ganzen 
Thierreiche verbreiteten Adoptionstriebe p.sychologisch zusammen; sie sind jedoch 
in ganz eigenen Richtungen weiter entwickelt. Wir dürfen nämlich, 
vom descendenztheoretischen Standpunkte aus, unbedenklich sagen: die echten 
Gäste der Ameisen und Termiten sind mit ihren Anpassungs- 
charakteren ein Züehtuiigsproduct ihrer Wirthe. 

Bei der Entwicklung der Anpassungscharaktere der Symphilen bethätigt sich 
neben der gewöhnlichen Naturauslese noch eine andere Form der Selection, eine 
instinctive Auslese von Seiten der Wirthe. Manche Eigenschaften derechten 
Gäste, z. B. die bedeutende Körpergrösse von Lomechusa strumosa, ihr verdickter 



182 



E. Was mann. 



Hiilsscliildraiid und die stämmigen, verdickten Schenkel sind bereits aus ersterer 
wenigstens theilweise erklärlich, weil sie die passive Widerstandsfähigkeit 
des Gastes gegen die oft sehr plumpe Behandlung von Seite der Wirthe erhöhen. 
Bei der Beobachtung der „internationalen Beziehungen" der Atemeles^) konnte ich 
mich wiederholt von der biologischen Wichtigkeit der höheren passiven Widerstands- 
fähigkeit von Lomechusa überzeugen. War ein Atemeies emarginatus oder para- 
doxiis in einer Colonie von Formica sanguinea einmal endgiltig aufgenommen, 
so wurde er von dieser Ameise ebenso freundschaftlich behandelt, beleckt und 
gefüttert wie Lomechusa strumosa. Aber die kleinen Käfer vermochten die oft 
ziemlich gewaltsame naschhafte Beleckung von Seite der grossen, starken Ameise 
nur wenige Wochen auszuhalten; dann erlagen sie ihr und wurden schliesslich 
meist aufgefressen. 

Diejenigen Anpassungscharaktere, welche die passive Dauerfestigkeit der 
Gäste im Verkehr mit ihren Wirthen bezwecken, sind jedoch von untergeordneter 
Bedeutung im Vergleich zu jenen, durch welche die Gäste eine instinctive 
Anziehungskraft auf ihre Wirthe ausüben. Die für ihre Wirthe angenehm- 
sten Gäste werden von diesen am meisten bevorzugt, am besten gepflegt und 
gefüttert. In diese Classe von Anpassungscharakteren gehören beispielsweise die 
sämmtlichen Exsudattrichome und ähnliche Secretionsorgane der Symphilen; ferner 
die zum freundschaftlichen Verkehr mit den Wirthen geeignete Fühlerbildung der 
Gäste, und die active Mimicry, wodurch sie das Benehmen der Ameisen in der Auf- 
forderung zur Fütterung nachahmen u. s. w. Vom phylogenetischen Standpunkte 
aus wird man dieser Classe von Anpassungscharakteren, welche auf die Symphilie 
als solche hinzielen, eine noch grössere Wichtigkeit beilegen müssen. Gegenüber 
diesen Anpassungscharakteren wurde aber von Seiten der Wirthe eine eigene in- 
stinctive Auslese geübt. Im Sinne der Selectionstheorie wird man dieselben 
daher als ein positives Züchtungsprod uct des Symphilie-Instinctes 
der Wirthe ansehen müssen. 

Schon bei einer früheren Gelegenheit^) wurde darauf aufmerksam gemacht, 
dass die wunderbare Mannigfaltigkeit, welche in der Fühlerbildung der Paussiden 
und Clavigeriden und in der Entwicklung der gelben Haarbüschel bei Angehörigen 
der verschiedensten Käferfamilien sich zeigt, erst durch die Annahme einer in- 
stinctiven Auslese von Seite der Wirthe einigermassen verständlich werde. Die 
Fühlerformen der echten Paussus übertreffen an unerschöpflichem Wechsel und 
an launenhafter Willkür der Gestalten und Ornamente vielleicht alle andere 
Formenmannigfaltigkeit im Thierreich; nur die secundären Sexualcharaktere der 
männlichen Lucaniden und Dynastiden könnten mit ihnen einen Vergleich aus- 
halten. Wer eine reiche Sammlung von Paussus aus verschiedenen Welttheilen 
vor sich hat und die abenteuerlichen Fühlerformen dieser Thiere betrachtet, wird 



') Meine Beobachtungen und Versuclie über die internationalen Beziehungen der Atemeies 
werden wahrscheinlich im Laufe dieses Jahres veröffentlicht werden als Fortsetzung meiner früheren 
Arbeiten über die internationalen Beziehungen der Ämeisengäste (Biolog. Centralbl., XI [1891], Nr. 11; 
XII [1892], Nr. 18—21). 

-) Die Myrmekophilen und Termitophilen, S. 426 und 427. 



Zur Eiitwickluug der lustincto. 



183 



unwillkürlich an die sonderbaren Schopfbildungen mancher unserer Hühner- und 
Taubenrasseu erinnert, in denen die künstliche Zuchtwahl so hohe Erfolge erzielt 
hat. Ich wüsste nicht, wo im Thierreich Wirkungen einer instinctiven Selection 
zu finden wären, die eine so auffallende Aehnlichkeit besässen mit den Producten 
der durch bestimmte Geschmacksrichtungen geleiteten künstlichen Zuchtwahl. 
Und diese wunderbaren Anpassungscharaktere der Symphilen sind 
— im Sinne der Selectionstheorie — Züchtungsproducte eines Instinctes, 
welcher für die betreffenden Züchter nicht als nützlich, sondern 
als schädlich sich erweisen musste! 

Das sind einige Gedanken zur Entwicklung der Symphilie. So schön die 
einschlägigen Erscheinungen, aus der Ferne betrachtet, mit den Principien der 
Selectionstheorie zu stimmen scheinen, so verhängnissvoll erweisen sie sich für 
dieselbe bei tieferer Prüfung. Man wird es daher begreiflich finden, wenn ich 
von der Allmacht der Naturzüchtung nicht überzeugt bin, und überhaupt den 
phylogenetischen Speculationen gegenüber eher einen kritischen als einen ver- 
trauensseligen Standpunkt einnehme. Dass eine Entwicklung der Arten wie der 
Instincte stattgefunden habe, halte ich zwar, sowohl als Philosoph wie als Natur- 
forscher, für wahrscheinlich. Bezüglich der Grenzen und der Ursachen dieser 
Entwicklung wird man jedoch um so skeptischer, je tiefer man in die phylo- 
genetischen Erklärungsversuche eingeht. 



Beiträge zur Kryptogamenflora des Riesengebirges 
und seiner Vorlagen. 

Von 

Y. T. Cypers. 

1^ (Eingelaufen am 25. Fetruar 1897.) 

Laubmoose. 
I. 

Zu den bryologisch best durchforschten Gebieten gehört das Eiesengebirge, 
dies gilt in erster Reihe von dem schlesischen Antheil desselben und der gesammten 
Kammpartie, sodann den zunächst angrenzenden Theilen der Süd-, also öster- 
reichischen Seite. Die auf österreichischer Seite viel weiter als auf schlesischer 
Seite ausgebreitete Partie des Riesengebirges, soweit dieselbe dem Urgebirge an- 
gehört, noch mehr die dem Rothliegenden angehörenden Vorberge sind bryologisch 
viel weniger durchforscht, so dass viele Moose, die in Limp rieht 's Moosflora von 
Schlesien als im Riesengebirge verbreitet angegeben werden, im Gebiete der Süd- 
seite nur von wenigen oder selbst gar keinem speciellen Fundorte bekannt sind. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 25 



184 



V. V. Cyp ers, 



Ichi führe deshalb in der Folge auch bei häufigeren Arten die Fundorte, an welchen 
ich dieselben beobachtete, an, nur bei ganz gemeinen gebe ich die allgemeine Ver- 
breitung im Gebiete nach der Höhenlage an. In der Nomenclatur halte ich mich 
im Allgemeinen an ßabenhorst's Kryptogamenflora von Deutschland, die Moose 
bearbeitet von G. Li mp rieht. 

Sphagnum cymhifolium Ehrh. Im Gebiete verbreitet. 

Spli. medium Limpr. Im „Sumpf" bei Harta. — Var. congestum (Schimp.). 
Melzergrund. 

Sph. papillosum Lindb. Im „Sumpf" bei Harta; weisse Wiese (1400?»). — 

Var. confertum. Elb wiese. 
Sph. imhricatum Hornsch. Moorige Waldhänge bei Füllenbauden (780 m) in der 

f. flagellare Schlieph. 
Sph. fimhriatum Wils. Im Böhmischen Walde bei Harta, im Walde bei Märzdorf, 

Johannisbad. 

Sph. Girgensohnii Russ. In niederen Lagen an feuchten Waldstellen, so bei 
Hennersdorf, Märzdorf, Harta nicht selten; in der Bergregion sehr ver- 
breitet: Spiegel, Fülleubauden, Krausebauden, Elb- und Weisswassergrund, 
Bärengraben etc., gemein auf verhältnissmässig trockenen Stellen der Hoch- 
gebirgsmoore und hier, so auf der Elb- und weissen Wiese oft weite Strecken 
überziehend. — Var. strictum (Lindb.) Russ. Füllenbauden, Elb- und Weiss- 
wassergrund. — Var. squarrosulum Russ. Auerwiese, Füllenbauden, Elb- 
grund, Bärengraben. 

Sph. Bussowii Warnst. (S. Girgensohnii Russ. var. roseum Limpr., S. acutifolium 
Ehrh. var. roseum Limpr.). Pommerndorf, grosse Schneegrube. 

Sph. acutifolium Ehrh., das gemeinste unserer Sphagna. — Var. purpureum 
Schimp. Im „Sumpf" bei Harta, Pinner bei Langenau, grosse Schnee- 
grube. — Var. deflexum Schimp. Krkonosch. — Var. alpinum Milde. Eine 
auffällige, in den Formenkreis dieser Varietät gehörige Form mit langen, 
verdünnten (nicht wie bei der var. alpinum Milde nicht verdünnten) Aesten 
unter Knieholz an den Teichrändern. — Var. rubelliforme m., eine eigen- 
thümliche, zwischen S. acutifolium und S. ruhellum Wils, die Mitte haltende 
Form, die ich an nassen Waldhängen bei Füllenbauden fand. Der Rasen 
macht den Eindruck des S. acutifolium Ehrh. var. purpureum Schimp., 
ist carminroth angelaufen und zum Theile schmutziggrün gescheckt. Aeste 
dünner als bei S. acutifolium, doch viel kräftiger als bei S. ruhellum, die 
Astblätter mit jenen des S. acutifolium vollkommen übereinstimmend, die 
Stengelblätter denen des S. ruhellum entsprechend, jedoch sind die Seiten- 
ränder derselben kaum nach Innen geschweift, die hyalinen Zellen sind 
zwei, selten dreimal getheilt, schwach fibrös. 

Sph. compactum Brid. Im Böhmischen Walde bei Harta, Ziegenrücken, Teieh- 
ränder, grosse Schneegrube. L 

Sph. suhsecundum Nees. Zwischen S. teres im „Sumpf" bei Harta (426 m). . j 



Beitrage zur Kryptogaineutlora des Kiesengebirges und seiuer Vorlageu. 



185 



Sph. contortum Schultz. An sumpfigen üferstellen und an nassen Felswänden 
im Bärengraben. 

Sph. squarrosum Pers. In der Waldregion verbreitet; höchster von mir im Ge- 
biete beobachteter Fundort: Ziegenrücken, bei ca. 12G0 w. 

Sph. teres Angstr. In der f. subtercs Lindb. im „Sumpf bei Harta. — Var. sqiiarro- 
sulum (Lesq.) Schlieph. Im Bärengraben. 

Sph. cuspidatnm Ehrh. In den Torfsümpfen der weissen, Elb- und Pauschwiese 
sehr häufig, ebenso die var. suhmersum Schimp. und plumosum, Bryol. germ. 

Sph. recurvum Pallis var. ohtusum Warnst. {S. cuspidatum var. majus Euss., S. 
menäocimim Sull. var. ??mjws Russ. in Warnstorf, Die Cuspidaten-Gruppe). 
In Moorlöchern der Elbwiese (1320 m) oft massenhaft, bis 0'5 m lang, 

Änclreaea petrophüa Ehrh. In der Urgebirgszone des Riesengebirges verbreitet, 
am Fusse desselben im Gebiete des Rothliegenden fand ich es bi.sher nicht, 
jedoch an sehr kalkreichen Glimmerschieferfelsen im Raubbach bei Hohen- 
elbe (500 w). — Var. riipestris (Hedw.) Wallr. Im Hochgebirge verbreitet; 
f. alpicola, Bryol. eur., in dichten Rasen am Basalt der kleinen Schneegrube. 

A. alpestris (Thed.) Schimp. Am gleichen Tage, als Limpricht dieses Moos für 

das Riesengebirge entdeckte (Wörlichgraben am Brunnenberg), nämlich am 
27. Juli 1876, fand ich dasselbe gelegentlich einer in Gemeinschaft mit 
Prof. Hibsch unternommenen Excursion an feuchten Granititfelsen in 
der grossen Schneegrube in wenigen, spärlichen Rasen (Oesterr. botan. 
Zeitschr., 1877). 

Ephemerum serratum (Schreb.) Hampe. Auf feuchten, thonigen Aeckern nächst 
dem Hartaer Walde. 

Fleuridium nitidum (Hedw.) Rabenh. An Grabenwänden bei Füllenbauden 
(760 m). 

Gymnostomum rupestre Schleich. Auf Kalkfelsen um das alte Bergwerk am 
Kiesberg in reichlich fruchtenden Rasen. 

Gyroiceisia tenuis (Schrad.) Schimp. Auf Permsandstein am Abhang des rechten 
Elbeufers in Pelsdorf (ca. 420 w), an mehreren Stellen, fruchtend. 

Hymenostylium curvirostre (Ehrh.) Lindb. An Urkalkfelsen bei Johannisbad. 

Weisia viridula (L.) Hedw. Auf Erdblössen in der Bahngrube in Harta. 

Dicranoiceisia cirrata (L.) Lindb. Auf Baumwurzeln im Hutgarten bei Harta. 

D. crispiila (Hedw.) Lindb. Von der niederen Bergregion bis auf das Hoch- 
gebirge verbreitet und reichlich fruchtend. — Var. atrata (N. et H.) 
Schimp. Auf Glimmerschieferfelsen bei Füllenbauden. 

Bhabdoiceisia fugax (Hedw.), Bryol. eur. Weisswasser- und Elbgrund, Elbfall, 
hohes Rad, Kesselkoppe. 

B. denticulata (Brid ), Bryol. eur. An feuchten Felsen nächst dem Elbfall, Weiss- 

wassergrund. 

Cynodontium polycarpum (Ehrh.) Schimp. Auf Grünsteinfelsen im Silbergrunde 
bei Schwarzenthai; nächst dem Elbfall, Riesengrund. 

C. fttrumifemm (Ehrh.) de Not. Auf Grünsteinfelsen im Silbergrunde bei Schwarzen- 

thal. 



186 



V. V. Cypers. 



Dichodontium pellucidum (L.) Schimp. An der kleinen Iser im Kessel, am Bock- 
flössel bei Krausebauden, bei Füllenbauden, am Keilbach bei der Hameil- 
müble, überall steril, reich fruchtend am Elbehang in Pelsdorf. — Var. 
fagimontanum Brid. Steril am Bockflössel bei Krausebauden. 

Dicmnella squarrosa (Starke) Schimp. Von 600 m (so bei Niederhof) aufwärts 
an Quellen und Bächen verbreitet, oft in Massen auftretend, Frucht sehr 
selten : an Wasseradern am Abhänge der Kesselkoppe. 

D. Schreberi (Sw.) Schimp. An Wegböschungen bei Mönchsdorf nächst Arnau. 

D. varia (Hedw.) Schimp. In mit Lehm gefüllten Spalten des ürkalkes im Raub- 
bach bei Hohenelbe (520 m). 

D. suhulata (Hedw.) Schimp. Auf sandigen Wegböschungen im Elb- und Weiss- 
wassergrunde, im Silbergrunde bei Schwarzenthai, im Riesengrunde, nahe 
am Gipfel der Schneekoppe. 

D. cerviculata (Hedw.) Schimp. Am Abhänge des Krkonosch gegen den Elbgrund, 
reichlich fruchtend. 

D. heteromalla (Dill.) Schimp. Gemein, namentlich an feuchten Waldwegen: 
Harta, Hennersdorf, Hohenelbe, Füllenbauden, Silbergrund, Riesengrund, 
Elbgrund, Ziegenrücken, Spindlerbaude, Harrachsdorf, Wurzelsdorf etc. 

Dicranum falcatum Hedw. Auf feuchten Felsen in der grossen und kleinen 
Schneegrube, Elbfall, Kesselkoppe. 

D. StarMi Web. et Mohr. In der Berg- und Hochgebirgsregion verbreitet : Elb- 
grund, Weisswassergrund, Kessel, Kesselkoppe, Schneegruben, Brunnen- 
berg u. A. 

D. undulatum Ehrh. Auf Waldboden bei Pelsdorf massenhaft, steril, am Pinner 
bei Langenau, c. fr. 

D. Bonjeani de Not. Im „Sumpf" bei Harta, Sumpfwiesen im Raubbach bei 
Hohenelbe und am Pinner bei Langenau, überall steril. 

D. majus Sm. Im Walde bei der Hammerlmühle nächst Niederhof, c. fr. 

D. scoparium (L.) Hedw. Ueberall gemein. — Var. ortJiophyllum Brid. Am Pinner 
bei Langenau. — Var. coeruleum Brid. Im Elbgrunde. — Var. cdpestre 
Milde. Am Basalt der kleinen Schneegrube, Brunnenberg. — Var. j^alu- 
dosum Schimp. Im „Sumpf" bei Harta. 

D. congestum Brid. var. flexicaule (Brid.), Bryol. eur. Auf Granitit am kleinen 
Teich. 

D. fuscescens Turn. Zwischen Wurzeln und unter Knieholz im Elbgrunde, in der 
kleinen Schneegrube und am Brunnenberg. 

D. elongatum Schleich. Am Grat zwischen der grossen und kleinen Schneegrube. 

D. montanum Hedw. In niederen Lagen seltener und meist steril, so bei Hutten- 
dorf (500 m), im Böhmischen Walde bei Harta (445 m); verbreitet und reich- 
lich fruchtend in der Berg- und Hochgebirgsregion: Füllenbauden, Schüssel- 
berg, Kessel, Neuwelt, Elb-, Weisswasser-, Silber- und Riesengrund etc. 

D. longifolium Ehrh. An Kieselgestein und an Baumstämmen von der Hügel- 
region bis auf das Hochgebirge verbreitet, z. B. am Pinner bei Langenau 
(560 m), Silbergrund, Johannisbad, Riesen-, Elb- und Weiss wassergrund, 



Beiträge zur Kryptogamenflora des Riesengebirges und seiner Vorlagen. 



187 



Schneegruben. — Var. suhalpinum Milde. Im Weisswassergrunde, Festimg 
bei Spindelraühle. 

Bicranodontium longirostre (Starke) Schimp. In der Berg- und Hochgebirgsregion 
verbreitet, nur stellenweise fruchtend. Bärengraben (fr.), Weisswassergrund 
(fr.), Elbgrund, Krkonoscb, grosser Teich, Riesengrund. — Var. alpinum 
(Schimp.) Milde. Am Abhänge des Krkonosch gegen den Elbgrund (1240 m). 

D. circinaUun (Wils.) Schimp. Am Abhänge der Kesselkoppe gegen den grossen 
Kessel (1360 w). 

Leucohrj/im glaucum (L.) Schimp. Von der Ebene bis in das höhere Gebirge, 
jedoch nur hie und da. Im „Sumpf bei Harta, am Ziegenrücken an 
mehreren Stellen, hier bis 1200m emporsteigend; massenhaft in Aders- 
bach und Weckelsdorf. 

Fissidens hryoides (L.) Hedw. Verbreitet in Waldschluchten und auf thonigem 
Boden; bei Harta, Hennersdorf, Langenau, Forst, Füllenbauden. — Var. 
gymnandrus (Buse) Ruthe. In der Weissbach bei Harta, am Pelsdorfer 
Gehänge. 

F. osmundoides (Sw.) Hedw. Am Abhänge der Kesselkoppe gegen den grossen 
Kessel (1360 m). 

F. adiantoides (L.) Hedw. Im „Sumpf" bei Harta, fruchtend, in der Wustlich 
bei Harta, im Raubbach bei Hohenelbe. 

F. decipiens de Not. Am Eingange zum Sattler bei Langenau auf der ersten 
Urkalkfelsmasse an der linken Thalseite in Menge, fruchtend, hier von 
mir schon 1878 aufgefunden; in sterilen, auffallend üppigen Rasen in einer 
Waldschlucht im „frischen Wasser" bei Langenau. (In den „Bryologischen 
Mittheilungen aus Mittelböhmen" schreibt Prof. Dr. Schiffner in der 

I Oesterr. botan. Zeitschr., 1896, S. 413 bei dieser Art: „Wurde von mir für 

l die böhmische Flora am 10. Juli 1886 entdeckt" ; abgesehen von meinem 

y viel früheren Funde, den ich in der gleichen Zeitschrift, 1889, S. 188 ver- 
öffentlichte, ist dieses Moos schon seit dem Erseheinen der Kryptogamen- 
flora von Schlesien, die Moose von G. Limpricht, für die Flora von 
Böhmen bekannt, indem Limpricht dasselbe in den Nachträgen, S. 424 
vom alten Bergwerk und dem Teufelsgärtchen, beides Fundorte auf der 
böhmischen Seite des Riesengebirges, angibt.) 

F. taxifolius (L.) Hedw. Im Mangelwalde bei Harta, Fuchsberg. 

Blindia acuta (Hedw.), Bryol. eur. Auf feuchten Felsen am Abhänge der Kessel- 
koppe (1360 m), am Elbfall, grosse Schneegrube. 

Brachydontium trichodes (Web. fil.) Bruch. Im Elbgrunde, Weisswassergrunde, 
hier bis ca. 900 m herabsteigend. 

Ceratodon purpureus (L.) Brid. Ueberall gemein. 

Ditrichium vaginalis (Sull.) Hampe. Fruchtend auf Erdblössen nächst dem aus 
dem Elbgrunde zur Elbfallbaude führenden Weg, spärlich (1200 m). 

D. Jiomomallum (Hedw.) Hampe. Verbreitet bis auf das Hochgebirge: Hackels- 
dorf, Heidelberg, Füllenbauden, Krkonosch, Wurzelsdoi'f. — Form major. 
Im Bette des Weisswassers, Kiesberg. 



188 



V. V. Cypers. 



D. flexicaule (Schleich.) Schimp. Bis auf das Hochgehirge verbreitet: Sattler 
und Pinner bei Langenau, Schwarzenthai, Füllenbauden, Kesselkoppe; nur 
an letzterem Fundorte spärlich fruchtend. 

Distichium capillaceum (Sw.), Bryol. eur. Auf der Kesselkoppe reichlich fruchtend, 
am Kiesberg steril. 

Pottia minuta (Schleich.), Bryol. eur. Auf lehmigen Aeckern in der Wustlich 

bei und in der Bahngrube in Harta, 
P. trunctata (L.) Lindb. An Grabenwänden und Erdblössen in der Bahngrube, 

Weisbach und im Hutgarten bei Harta, Fuchsberg; auch in Blumentöpfen 

im Zimmer. 

P. intermedia (Turn.) Fürn. In der Bahngrube in Harta. 

Didymodon ruhellus (HofFm.), Bryol. eur. Auf Erde und Felsen, namentlich 
kalkhaltigen, verbreitet: Am Pelsdorfer Gehänge, Sattler und Pinner bei 
Langenau, Schwarzenthai, Johannisbad, Marschendorf, Kesselkoppe. 

D. rigidulus Hedw. Auf Permsandstein am Pelsdorfer Gehänge, auf Urkalk im 
Sattler bei Langenau in einer 5 mm hohen Zwergform, am Pinner. 

Trichostomum cylindricum (Bruch) C. Müll. Fruchtend am Pinner bei Langenau. 

Tortela inclinata (Hedw. fil.) Limpr. Auf der Sohle eines alten Kalksteinbruches 
am Pinner bei Langenau, fruchtend. 

T. tortuosa (L.) Limpr. Auf (kalkhaltiger) Erde und auf Felsen, namentlich auf 
Urkalk verbreitet, an den angeführten Standorten fruchtend: Raubbach 
bei Hohenelbe, Pinner und Sattler bei Langenau, Schwarzenthai, Johannis- 
bad, Marschendorf, Füllenbauden, Gross -Aupa, Kiesberg, St. Peter, Kessel- 
koppe. — Var. fragilifolia Jur. (Juratzka, Die Laubmoosflora von Oester- 
reich-Ungarn, S. 123). Auf Urkalk im Sattler bei Langenau, spärlich 
fruchtend. 

Barhula imguiculata (Huds.) Hedw. Auf verwittertem Permsandstein am Pels- 
dorfer Gehänge. — Var. ohtusifolia (Scholtz), Bryol. eur. Auf Erde in der 
Bahngrube in Harta. 

B. fallax Hedw. Auf Permsandstein am Elbehang in Pelsdorf, auf Urkalk im 
Raubbach bei Hohenelbe; an beiden Localitäten fruchtend. 

B. Hornschuchiana Schultz. Auf dem wüsten Platze der ehemaligen Kupfer- 
schmelzhütte in Johannisgunst bei Hermannseifen, fruchtend. 

B. convoluta Hedw. Auf Mauern, Wegrändern und namentlich auf kalkhaltigem 
Boden verbreitet: Weissbach bei Harta, Strassenböschungen in Nieder- 
Hohenelbe, Johannisbad, Füllenbauden (750 w). 

Aloina rigida (Hedw. ex p.) Kindb. In Menge und reichlich fruchtend auf kalk- 
haltiger Erde an Strassengräben in Nieder-Hohenelbe, auf erdbedeckten 
Kalkfelsen im Raubbach bei Hohenelbe. 

Ä. amhigua (Bryol. eur.) Limpr. Auf verwittertem Permsandstein am Elbehang 
in Pelsdorf, fruchtend (420 m). 

Tortula muralis (L.) Hedw. Allgemein verbreitet. — Var. incana, Bryol. eur. 
Auf Urkalk im Sattler und am Pinner bei Langenau. — Var. rupestris 
Schultz. Raubbach bei Hohenelbe, am Pinner bei Langenau. 



Beiträge zur Kryptogameaflora des Kiesengebirges und seiner Vorlagen. 189 



T. aestiva (Brid.) P. Beauv. Au Mauern im Hohlwege hinter dem „Hofe" in 
Harta, an Capellenmauern am Pinner bei Schwarzenthai. 

T. suhulata (L.) Hedw. Verbreitet und reichlich fruchtend in der Hügel- und 
Bergregion : Arnau, Trautenau, Harta, Pelsdorf, Hennersdorf, Langenau, 
Schwarzenthai, Johannisbad, Füllenbauden, Stupnej, Studenetz, Starken- 
bach etc. 

T. montana (N. v. E.) Lindb. Auf sonnigen Urkalkf eisen am Pinner bei Langenau, 
auf Melaphyr bei Studenetz und am Ziegenrücken (Kosinetz) bei Starkenbach. 

1\ riiralis (L.) Ehrh. Bis in die untere Bergregion verbreitet und häufig fruchtend: 
Widach, Studenetz, Starkenbach, Pelsdorf, Harta, Hohenelbe, Pinner, Füllen- 
bauden. 

Schistidium apocarpum (L.), Bryol. eur. Durch das ganze Gebiet gemein und 
reichlich fruchtend. 

Sek. (jracüis (Schleich.) Limpr. Auf Urkalk bei Füllenbauden, auf Basalt in der 

kleinen Schneegrube. — Form nigrescens Mol. Füllenbauden, Kesselkoppe, 

hier auch die f. rufescens Limpr. 
Sch. alpicola (Sw.) Limpr. var. rivularis (Brid.) Wahlb. An überrieselten Felsen 

am Abhänge der Kesselkoppe, am kleinen Teich. 
Sch. confertum (Funck), Bryol. eur. Auf Kalk am Pinner bei Langenau und 

im Raubbach bei Hohenelbe, auf Glimmerschiefer am Pinner. 
Grimmia anodon, Bryol. eur. Auf besonnten Urkalkfelsen am Pinner bei Langenau 

in wenigen, fruchtenden Rasen. 
G. Doniana Sw. In der Berg- und Hochgebirgsregion verbreitet: St. Peter, Kessel, 

Kesselkoppe, hohes Rad, Sturmhaube, Brunnenberg etc.; im Böhmischen 

Walde bei Harta, an Feldsteinen bei 445 c. fr. 
G. commutata Hüben. An Feldsteinmauern im Langengrund bei St. Peter. 
G. incurva Schwägr. Auf Granit an den Mädelsteinen, Schneegrubenränder, auf 

Quarzschiefer an der Kesselkoppe. 
G. pulvinata (L.) Sm. Bis in die niedere Bergregion gemein. — Form longipila 

Schimp. Auf Urkalk am Pinner bei Langenau. 
G. Muehlenheckii Schimp. Reichlich fruchtend auf Glimmerschiefer am Pinner 

bei Langenau. 

Bryoptodon patens (Dicks.) Brid. Auf Glimmerschieferfelsen an der kleinen Iser 
im grossen Kessel (1060 m). 

Macomitrium aciculare (L.) Brid. An überrieselten Felsen der Berg- und Hoch- 
gebirgsregion sehr verbreitet und reichlich fruchtend: Im Reschthale bei 
Johannisbad, Langengrund, Bärengraben, Elbgrund, Elbfall, Pauschfall, 
Weisswasser, Koppenplan, Kessel etc. 

B. sudeticum (Funck), Bryol. eur. Im Hochgebirge verbreitet: am Weisswasser, 
Riesengrund, nächst dem Elbfall, Kesselkoppe, Ziegenrücken, Krkonosch. — 
Form compacta Limpr. Am Brunnenberg. 

-R. fasciculare Brid. An feuchten Felsen der Berg- und Hochgebirgsregion ver- 
breitet: Klemme bei Hackelsdorf (564 m), Elb- und Weisswas.sergrund, 
Ziegenrücken, Schneegruben, Kesseikoppe. 



190 



V. V. Cypers, 



B. micTOcarpum (Schrad.) Brid. In der Bergregioii verbreitet: Niederhof, Haidel- 
bachthal, Füllenbauden, St. Peter, Langengrund, Elbgrund u. a. 0., im 
Hochgebirge selten, jedoch noch am Fusse der Schneekoppe, Krkonosch. 

R. canescens (Weis) Brid. Bis auf die Gebirgskämme gemein, oft weite Strecken 
überziehend. — Var. ericoides (Web.), Bryol. eur. An sonnigen, trockenen 
Stellen, gemein. — Var. prolixum, Bryol. eur. Abhang der Kesselkoppe. 

R. lanuginosum (Ehrh., Hedw.) Brid. In der oberen Bergregion verbreitet, um 
die Felsmassen des Kammes oft Massenvegetation bildend, wie um die 
Kesselkoppe, Rübezahlkanzel; seltener in der niederen Bergregion, hier 
noch bei Füllenbauden (760 m). 

Hedwigia alhicans (Web.) Liudb. Bis in die Bergregion gemein und reichlich 
fruchtend. — Var. leucophaea, Bryol. eur. Am Pinner bei Langenau, 
Schwarzenthai. 

Ämphidium Mougeottii (Bryol. eur.) Schimp. An feuchten, beschatteten Gesteinen 
bis in das Hochgebirge verbreitet, sehr selten fruchtend, so am Basalt der 
kleinen Schneegrube. 

ülota Ludiüigii (Brid.) Brid. Auf Sorhus-Stämmen in der Schneegrube, im 
Elbgrunde und im Kessel. 

U. Bruchii Hornsch. An Eichen bei Märzdorf (500 m), an Buchen im Elbgrunde. 

JJ. crispa (L.) Brid. An Laub- und Nadelholzstämmen verbreitet: Pelsdorf, 
Harta, Elbthal, Elbgrund, Festung, Weisswassergrund, Rudolfsthal, Silber- 
grund, Wurzelsdorf etc. 

JJ. intermedia Schimp. An Buchen im Silbergrunde bei Schwarzenthai (840 m). 

U. crispula Bruch. Wie U. crispa. 

Orthotrichmn anomalum Hedw. Auf Urkalk im Sattler bei Langenau, im Raub- 
bach bei Hohenelbe. 

0. cupulatum Hoffm. Auf Urkalk im Sattler und am Pinner bei Langenau, 

Raubbachfelsen und Raubbachthal bei Hohenelbe, Füllenbauden (790 m). 
0. diaphanum (Gmel.) Schrad. Auf Rainsteinen in der Wustlich bei Harta, an 

Pappeln in Harta und Nieder-Hohenelbe. 
0. stramineum Hornsch. Verbreitet, besonders an Rothbuchen: Silbergrund, 

Schwarzenthai, Rudolfsthal, Elbgrund, Weisswassergrund; an Sorhus: kleine 

Schneegrube, Elbgrund. 
0. pumilum Sw. An Weiden und Pappeln in Harta und Nieder-Hohenelbe, auf 

freiliegenden Ahornwurzeln am Fuchsberg. 
0. Schimperi Hammar. Auf Pappeln in Fuchsberg bei Harta. 
0. fastigiatum Bruch. An Alleebäumen bei Josefstadt. 

0. affine Schrad. An Bäumen und altem Holz gemein bis in die untere Berg- 
region, so im Elbgrund bis ca. 900 m; selten an Steinen, so an Granit- 
kugeln am Elbedamm in Nieder-Hohenelbe. 

0. rupestre Schleich, var. rupincola (Funck) Hüben. Auf Glimmerschiefer im 
Raubbach bei Hohenelbe. 

0. Sturmii Hornsch. Auf Glimmerschiefer im Sattler und am Pinner bei 
Langenau. 



Beiträge zur Kryptogamenflora des Riesengebirges und seiner Vorlagen. 



191 



0. speciosum N. v. E. An Weiden im Hutgarten bei Harta, an Sorbus im Elb- 
grunde, an Ahorn in Niederhof. 

0. leiocarpum, Bryol. eur. An Linden in Harta und Nieder-Hohenelbe, an Ahorn 
in Rudolfsthal. 

Encalypta vulgaris (Hedw.) Hoifm. Bei Josefstadt (leg. Traxler). 

E. ciliata (Hedw.) HotFm. Auf Permsandstein bei Pelsdorf, auf Waldboden in 
Harta, auf Protogyn in der Klemme unterhalb Hackelsdorf, auf mit Erde 
bedecktem ürkalk im „frischen Wasser" bei Langenau, auf Gneis im 
Riesengrunde, überall fruchtend. 

E. contorta (Wulf.) Lindb. Verbreitet, oft fruchtend; auf Urkalk: am Sattler 
und Pinner bei Langenau, Raubbach bei Hohenelbe, Füllenbauden, Wald- 
schenke bei Johannisbad, Kreuzschenke bei Dunckelthal; an Permsandstein 
am Elbehang in Pelsdorf. 

Georgia pellucida (L.) Rabenh. Verbreitet, oft mit Früchten und auch mit 
Brutknospen, bis in das höhere Gebirge: im Mangelwalde bei Harta (440m), 
Füllenbauden, Kreuselberg, Bärengraben, Festung, Rothes Floss, Elbgrund, 
Weisswassergrund, am Abhänge des Ziegenrückens noch bei 1260 m. 

Schistostegea osmundacea (Dicks.) Mohr. In einem hohlen Erlenstumpf in der 
Weissbach bei Harta, steril. 

Tayloria serrata (Hedw.), Bryol. eur. Schneegrube (Dr. Bail), 

T. splachnoides (Schleich.) Hook. Auf einem feuchten schattigen humösen Hang 
im Weisswassergrunde bei ca. 880 ni, fruchtend. 

Fumaria liygrometrica (L.) Sibth. Bis auf den Kamm des Gebirges gemein. 

Leptohryum pyriforme (L.). Auf Mauern eines alten Kalkofens im Raubbache 
bei Hohenelbe. 

Webera elongata (Hedw.) Schwägr. Von der Hügelregion bis in das Hochgebirge 
verbreitet: Am Pinner bei Laugenau (540 wi), St. Peter, Langen-, Elb- und 
Weisswassergrund, Elb- und Pauschfall, Krkonosch, Kesselkoppe, Teich- 
ränder etc. 

W. cruda (L.) Bruch. Bis in das Hochgebirge: Sattler bei Langenau, Heidel- 
berg, Kesselkoppe, Riesengrund (c. fr.). 

W. nutans (Schreb.) Hedw. Gemein bis auf das Hochgebirge. — Var. bicolor 
(H. et H.) Hüben. Weisswassergrund. — Var. elongata m. Hals so lang 
als die Büchse, letztere im hinteren Theile licht, im vorderen dunkel roth- 
braun. Auf faulem Holze im Mangelwalde bei Harta (440 w). 

W. commutata Schimp. Auf durchfeuchtetem Kies im Mundloche des alten Berg- 
werkes am Kiesberge. 

W. annotina (Hedw.) Bruch. Auf feuchtem Boden in einer Waldpflanzung bei 
Hermannseifen in Menge, reichlich fruchtend. 

Mniobryum albicans (Wahlb.) Limpr. Am Pinner bei Langenau, Silbergrund, 
Abhang des Brunnenberges gegen Rennerbauden, hier fruchtend! 

Brtjum pendulum (Hornsch.) Schimp. Auf Urkalk im Sattler, in einem alten 
Steinbruche am Pinner bei Langenau, auf Permsandstein am Pelsdorfer 
Gehänge. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 26 



192 



V. V. Cypers. 



B. inclinatum (Sw.), Bryol. eur. Am Pelsdorfer Gehänge, im „frischen Wasser", 
im Sattler und am Pinner bei Langenau, Kesselkoppe. 

B. himum Schreb. Bis auf das Hochgebirge, verbreitet auf feuchten Felsen, 
nassen Wiesen und Torfmooren, auf letzteren oft massenhaft. 

B. intermedium (Ludw.) Brid. Auf feuchtem Permsandstein am rechten Elbe- 
ufer in Pelsdorf (420 m). 

B. cirratum H. et H. Auf der Mädelwiese, an der feuchten Mauer der Koppen- 
capelle. 

B. pallescens Schleich. Gänshals bei Harta, Riesengrund. — Var. horeale (Schwägr.), 
Bryol. eur. An den Quellbächen am Abhang der Kesselkoppe in grossen 
Polstern, steril. 

B. capillare L. Bis auf das Hochgebirge verbreitet: Harta, Pelsdorf, Hohen- 
elbe, Langenau, Ziegenrücken bei Starkenbach, Rudolfsthal, FüUenbauden, 
Krkonosch, Schneegrubenränder. — Var. 2i'i'opaguliferum SehiSn. („Lotos", 
1890). Auf Schotter im Hutgarten bei Harta. 

B. caespiticum L. Bis auf das Hochgebirge gemein. 

B. alpinum Huds. Elbwiese, an der Pausche auf der Pauschwiese, fruchtend. 

B. atropurpureum Wahlb. In der Schottergrube bei Pelsdorf (425 m), spärlich. 

B. argenteum L. Gemein bis auf das Hochgebirge. — Var. lanatum (P. B.), 
Bryol. eur. Auf Schotter bei Arnau, auf Kalkfelsen bei Hohenelbe. 

B. JDuvaUi Voit. Auf quelligen Wiesenstellen bei der Brettsäge, im Gänshals 
und in der Wustlich bei Harta, im Raubbach bei Hohenelbe, überall steril. 

B. pallens Sw. Auf feuchten Felsen, an Bachufern bis auf das Hochgebirge ver- 
breitet: Im Sattler bei Langenau, Raubbach bei Hohenelbe, Elbgrund, am 
Elb- und Pauschfall, kleine Schneegrube, Riesengrund. 

B. turhinatum (Hedw.), Bryol. eur. Auf nassen Permsandstein bei Pelsdorf, im 
„Sumpf" bei Harta, im Silberwasser bei Schwarzenthai. 

B. pseudotriquetrum L. Verbreitet, besonders im Gebirge, selten fruchtend: Im 
„Sumpf" bei Harta, Sattler bei Langenau (fr.). Pinner, altes Bergwerk am 
Kiesberg, Aupagrund, Abhang der Kes.selkoppe etc. 

Mnium hornum L. Silbergrund bei Schwarzenthai (730 m), Weisswassergrund, 
hier noch bei ca. 840 m. 

M. serratum Schrad. Nach Limp rieht (Kryptogamenflora von Schlesien) in 
Schlesien bis 600 m verbreitet. In meinem Besitze findet sich ein Exemplar 
von v. üechtritz mit der Angabe: „Pauschwiese" (also ca. 1300 m); von 
mir im Gebiete noch nicht beobachtet. 

M. spinulosum, Bryol. eur. In der Wustlich bei Harta, Wald in Johannisbad. 

M. spinosum (Voit) Schwägr. Im Walde in Johannisbad (e. fr.), Spindelmühle, 
am Abhänge der Kesselkoppe gegen den grossen Kessel (1380 m), an be- 
schattetem Basaltgerölle in der kleinen Schneegrube. 

M. undulatum (L.) Weis. Sehr verbreitet bis in die obere Bergregion, doch 
meist steril. 

M. rostratum Schrad. Bis in die niedere Bergregion verbreitet und häufig fruchtend: 
Pelsdorf, Harta, Hennersdorf, Hohenelbe, Langenau, Schwarzeuthal etc. 



Beitrage zur Kryptogameuflora des Kicsougebirgcs uud seiner Vorlagen. 



193 



31. cuspidaturn (L.) Leyss. Gemein bis auf den Kamm des Gebirges, häufig 
fruchtend. 

M. medium, Bryol. eur. Quellige Waldstellen im Silbergrunde bei Schwarzenthai, 
steril. 

M. affine Bland. Bis in die Bergregion verbreitet. — Var. integrifoUum Lindb. 
Auf feuchtem Permsandstein am Hang am rechten Elbeufer in Pelsdorf, 
steril. 

M. Seligen Jur. Auf nassen Hängen und Sumpfwiesen nicht selten: Pelsdorfer 
Gehäuge, im „Sumpf" und in der Weissbach bei Harta, Raubbach bei 
Hohenelbe. 

M. stellare Reich. Bis in das Hochgebirge verbreitet. 

M. pimctatum (L.) Hedw. Verbreitet bis auf das Hochgebirge. — Var. elatum 
Schimp. Nicht selten, namentlich in der Berg- und Hochgebirgsregion, 

|k| doch meist steril: In der Wustlich bei Harta, Elbehang in Pelsdorf (c. fr.), 

^ Pinner bei Langenau, Dunkelthal unterhalb der Eichelburg, Rudolfsthal 
(c. fr.), St. Peter, Weisswassergrund, Abhang der Kesselkoppe. 

Meesea triquetra (L.) Angstr. Im „Sumpf" bei Harta, fruchtend. 

Äulaeomnium androgynum (L.) Schwägr. Auf einer quelligen Wiesenstelle in 
Krausebauden (720 m), fruchtend. 

Ä. palustre (L.) Schwägr. Bis auf das Hochgebirge verbreitet, selten fruchtend, 
so in Krausebauden (740 w). — Yn,r. polycephalum (Brid.), Bryol. eur. 
Im „Sumpf" bei Harta, Sumpfwiesen in der Wustlich bei Harta. 

Bartramia ithyphylla (Haller) Brid. Verbreitet bis auf das Hochgebirge. 

B. Halleriana Hedw. Nicht selten, namentlich in der Berg- und Hochgebirgs- 
region: Klausengrund, Weisswassergrund, Brunnenberg, Kesselkoppe. 

B. crispa (L.) Hedw. Verbreitet bis auf das Hochgebirge. — Var. crispa (Sw.), 

Bryol. eur. St. Peter, Weisswassergrund. 
Plagiopus Oederi (Gunn.) Limpr. Auf Urkalk im Sattler bei Langenau, reich 
fruchtend. 

Philonotis calcarea (Bryol. eur.) Schimp. In kalkhaltigen Quellsümpfen im 

„frischen Wasser" und am Pinner bei Langenau, in Krausebauden (720 m). 
Fh. fontana (L.) Brid. Bis auf das Hochgebirge, häufig. — Var. falcata Brid. 

An der kleinen Iser im Kessel (1080 m). 
Catharinaea undulata (L.) Web. et Mohr. Gemein bis in die untere Bergregion, 

höchstes beobachtetes Vorkommen am Ziegenrücken oberhalb St. Peter bei 

ca. 960 w, fruchtend. 

C. teyiella Röhl. Auf Erdabhängen in der Weissbach bei Harta, fruchtend. 
Oligotrichum hercynicum (Ehrh.) Lam. In der oberen Berg- und Hochgebirgs- 
region verbreitet. 

Pogonatum nanum (Schreb.) P. B. In der Hügelregion verbreitet; Harta, 
Hennersdorf, Hohenelbe, Langenau, am Heidelberg bei Hohenelbe noch bei 
ca. 750 m. 

P. aloides (Hedw.) P. B. Bis in die niedere Bergregion verbreitet. 
P. urnigerum (L.) P. B. Häufig bis auf das Hochgebirge. 



194 V. V. Cypers. Beiträge zur Kryptogamenflora des Riesengeb. u. seiner Vorlagen. 



Folytrichum alpinum L. In der oberen Bei'g- und Hochgebirgsregion verbreitet, 
nicht selten fruchtend; noch bei St. Peter (900m). 

P. formosum Hedw. Bis in die obere Bergregion verbreitet, seltener im Hoch- 
gebirge, so an den Teichrändern. 

P. gracile Dicks. Bis in die Bergregion verbreitet, aber auch noch auf den 
Mooren des Hochgebirges, so auf der Bausch- und Elbwiese. 

P. piliferum Schreb. Bis auf das Hochgebirge gemein. 

P. jitniperinum Wild. Wie Voriges. 

P. strictum Banks. Auf Torfmooren bis auf das Hochgebirge, verbreitet. — 

Var. alpestre (Hoppe) Eabenh. An den Teichrändern. 
P. commune L. Bis auf das Hochgebirge verbreitet. — Var. minus Weis. An 

trockenen Waldrändern bei St. Peter. 
Buxbaumia indusiata Brid. Auf Waldboden am Elbehang in Pelsdorf in wenigen 

fruchtenden Pflänzehen. 



Referate. 

Dalla Torre, C. W. v. Catalogus Hymenopterorum hucusque de- 
scriptorum systematicus et synonymicus. VIII. Fossores (Sphegidae). 
Lipsiae, Engelmann, 1897. 749 S. 

Dieser stattliche Band umfasst die Gruppe der Grabwespen im weitei-en 
Sinne, d. h. die drei meistens als Heterogynen, Pompiliden und Sphegiden oder 
Crabroniden bezeichneten Familien mit zusammen über 9000 Arten. 

Dalla Torre nimmt sechs Familien an: ]. Mutilliden, 2. Thynniden, 
3. Scoliiden, 4. Sapygiden, 5. Pompiliden und 6. Crabroniden, welch' letztere 
wieder in 17 Unterfamilien zerlegt werden. Diese „Unterfamilien" entsprechen 
so ziemlich den „Gattungsgruppen" im Sinne Kohl's und Handlirsch's und 
heissen bei Dalla Torre: Pemphredoninae, ÄmpuUcinae, Sphecinae, Philan- 
thinae, Bemhecinae, Stisinae, Exeirinae, Gorytinae, Entomosericinae, Mellini- 
nae, Älysoninae, Nyssoninae, Sericophorinae, Crahroninae, Larrinae, Nitelinae 
und Trypoxyloninae. 

Weder die Unterfamilien noch die Familien Dalla Torre 's sind gleich- 
werthig, und nach meiner Ansicht sind die Familien 1 + 2 + 3 + 4 = 5 = 6. 
Trotzdem würde ich aber nicht sagen, dass diese vier ersten Familien nur den 
Rang der 17 Unterfamilien von Familie 6 einnehmen sollten. ' 

Es ist ebenso unmöglich, die systematischen Kategorien nach einem be-i 
stimmten Masse zu messen und so ganz gleichwerthig zu machen, als sie linear: 
und doch natürlich anzuordnen. Und gerade der Katalogograph steht hier grossen 
Schwierigkeiten gegenüber, weil die Anschauungen der Bearbeiter einzelner Gruppen^ 
die er zu einem möglichst einheitlichen Ganzen vereinigen soll, oft sehr divergiren.' 

Was man von einem grossen Kataloge verlangen kann, ist ausschliesslich 
die gewissenhafte und möglichst vollständige Compilation alles Bekannten und 



Referate. 



195 



Publication des immensen Citatenschatzes in möglichst praktischer und einheit- 
licher Form. Von diesem Standpunkte aus betrachtet, verdient Da IIa Torre's 
Werk volle Anerkennung. Er schöpft ausnahmslos aus erster Quelle, vergleicht 
alle Citate und hält sich streng an einheitliche Nomenclaturregeln. Auch bezüg- 
lich des Citatenreichthums steht der Hymenopterenkatalog entschieden an der 
Spitze aller bisher auf dem Gebiete der Entomologie erschienenen ähnlichen 
Werke, denn er enthält nicht nur die Citate aller Beschreibungen und Abbil- 
dungen, sondern auch die Hinweise auf alle biologischen, anatomischen und 
physiologischen Angaben. 

Das ganze umfangreiche Manuscript ist durch Kohl's Hände gegangen 
und hat dadurch in Bezug auf kritische Durcharbeitung vielfach gewonnen. 

A. Handlirsch. 

Kohl, F. Die Gattungen der Sphegiden. Annalen des k. k. naturhistor. 
Hofmus. in Wien, Bd. XI, Heft 3—4, S. 233-516, Taf. V-XI, 1897. 

Viele Gattungen oder Gattungsgruppen der grossen Familie SpJiegidae 
haben in der neueren Zeit den Gegenstand mehr oder minder ausführlicher 
monographischer Arbeiten gebildet. Kohl selbst hat nach einander die mit 
Larra verwandten Gattungen, Oxyhelus, Ampulex, die Pemphredonen, Sphex 
und Sceliphron studirt, Schletterer die Gattung Cerceris und Handlirsch 
die mit Nysson, Gorytes und Bembex verwandten Foi-men. Ausserdem wurden 
im Laufe der letzten Decennien von verschiedenen Autoren viele einzelne Gat- 
tungen aufgestellt, und so hat sich immer mehr das Bedürfniss nach einer zu- 
sammenfassenden Uebersicht der ganzen Familie herausgestellt. 

Niemand Anderer konnte dieser schwierigen Aufgabe in demselben Masse 
gerecht werden, W'ie Kohl, der sich schon seit vielen Jahren mit besonderer Vor- 
liebe dem Studium der Fossorien widmet und ausser seiner reichen Erfahrung 
auch über die grösste Sammlung und Bibliothek verfügt. 

Die reich illustrirte Arbeit beginnt mit einer gedrängten geschichtlichen 
Uebersicht über das allmälige Bekanntwerden der Sphegidengattungen. Darauf 
folgt eine Bestimmungstabelle der Genera, in welcher zumeist sehr leicht sicht- 
bare Charaktere zur Unterscheidung verwendet werden. 

Eine ausführliche Charakterisirung der einzelnen Gattungen mit kurzer 
Angabe der Synonymie. Biologie und geographischen Verbreitung füllt den 
grössten Theil der Arbeit. In den Beschreibungen werden viele Merkmale er- 
wähnt, die bisher nicht oder doch zu wenig berücksichtigt worden waren. 

Den Schluss bildet die natürliche Gruppirung der Genera. Kohl fasst 
die Mehrzahl von den 86 Gattungen in 11 Hauptgruppen zusammen, die er kurz 
mit den Namen der bekanntesten dahin gehörenden Gattungen bezeichnet, und 
zwar: 1. Crabro, 2. Pison, 3. Miscophus, 4. Larra, 5. Astata, 6. Bembex, 7. Alyson, 
8. Philanthus, 9. Sphex, 10. Ampulex, 11. Pemphredon. Mehrere Hauptgruppen 
zerfallen wieder in Untergruppen verschiedenen Grades. Zwischen den Haupt- 
gruppen stehen zahlreiche isolirte Genera mit mehr oder minder sicher nachweis- 
barer Verwandtschaft nach verschiedenen Seiten. Der Verfasser hebt ausdrücklich 



196 



Referate. 



hervor, dass weder Gruppen noch Gattungen als vollkommen gleichwerthig zu 
betrachten sind. 

Für die Gattung Psen Dahlb. wird der neue Name Psenulus eingeführt 
und eine Anzahl ganz neuer Genera creirt: Motes (auf zwei Notogonia-Arten), 
Parapiagetia (auf eine Piagetia-kri), Leianthrena Bingh. nov. gen. (zwischen 
Laphyragogus und Palarus), Handlirschia (auf Sphecius aethiops Handl.), 
Saliostethus und Miscophoides Brauns nov. gen. (verwandt mit Miscophus) und 
Oxyhelomorpha Brauns nov. gen. Nitelopsis und Sylaon werden mit Solierella 
vereinigt, Didineis mit Älyson, dagegen die Bembeces aberrantes mit dem Namen 
Microbemhex von Bembex abgetrennt. Infolge eines Druckfehlers ist bei Kohlia 
die Zahl der Fühlerglieder des cT niit 12, statt mit 13 angegeben (S. 418, Note). 

Es würde zu weit führen, hier den reichen Inhalt der Arbeit noch aus- 
führlicher zu besprechen, und wir begnügen uns damit, die Aufmerksamkeit 
weiterer Kreise auf ein werthvolles Handbuch gelenkt zu haben. 

A. Handlirsch. 

Schmiedeknecht, 0. Das Studium der Braconiden nebst einer Re- 
vision der europäischen und benachbarten Arten der Gattungen 
Vipio und Bracon. Neudamm, J. Neumann, 1897. 8°. 24 S. 

Der durch seine hervorragenden Werke bekannte Verfasser gibt in dieser 
kleinen Abhandlung eine gewiss allen Hymenopterologen sehr erwünschte Be- 
stimmungstabelle der Vipio- und Bracon-Arten. Obwohl gerade in der neueren 
Zeit einige grössere Werke über Braconiden erschienen sind, ist doch Schmiede- 
knecht 's Arbeit sehr werthvoll, weil sie die Ergebnisse dieser Werke durch neue 
Beobachtungen ergänzt und die Bestimmung der 36, resp. 130 Arten und Varie- 
täten durch die glückliche Wahl leicht sichtbarer Merkmale und durch klare 
Ausdrucksweise wesentlich erleichtert. A. Handlirsch. 

Wasmann, E., S. J. Die My rmekophilen und Termitophilen. Vortrag, 
gehalten am 16. September 1895 zu Leyden. Auszug aus Compte-Rendu des 
Seances du IIP Congres international de Zoologie. Leyde, 16. — 21. Sept. 1895. 
Leyden, E. J. Brill, 1896. 

Ein üeberblick über eine Reihe interessanter Gesichtspunkte, die sich auf 
das biologische Studium der myrmekophilen und termitophilen Arthropoden be- 
ziehen, nebst einigen neuen Beobachtungen. 

Auf eine allgemeine Erklärung der Ausdrücke Myrmekophilie und Termito- 
philie folgt eine Eintheilung der Ameisen- und Termitengäste „nach der Natur 
der instinctiven Wechseibeziehungen, die zwischen Gast und Wirth obwalten". So 
unterscheidet Wasmann: a) Echte Gäste, d. h. solche Gesellschafter, die eine 
wirklich gastliche Pflege von Seite des Wirthes geniessen (Myrmeko- oder Termito- 
xenie = Symphilie), h) Indifferent geduldete Gäste (Metoekie = Synoekie), 
c) Feindlich verfolgte Einmiether (Synechthrie) und d) Eigentliche Schmarotzer, 
Ento- oder Ectoparasiten. 

Kriterien für echte Myrmekophilie oder Termitophilie sind: I. Das that- 
sächlich constatirte gesetzmässige Zusammenleben. II. Anpassungscharaktere, und 



Referate. 



197 



zwar: 1. Eigenartige Trichombildungen, 2. Reduction bestimmter Mundtheile 
(oder stärkere Ausbildung- anderer), 3. Pbysogastrie (abnorme Verdickung des 
Hinterleibes), 4. Eigenartige Fühlcrbildung, 5. Mimicry (a. Passive Mimicry, 
h. Active Mimicry), 6. Sehutzformen (speciell Trutztypus). 

Zum Schlüsse folgen noch vergleichende Bemerkungen über die Symphilie, 
über ihre Beziehungen zur Symbiose und zum Parasitismus. A. Handlirsch. 



Die zoologischen und botanischen Abhandlungen in den im Jahre 
1896 erschienenen Jahresberichten österreichischer Mittelschulen 
mit deutscher Unterrichtssprache. 

Von 

Dr. Alfred Burger stein. 

(xlowacki, Julius. Die Fischfauna der Save und des Isonzo (Staats- 
Uutergymnasium in Cilli). 

Der Verfasser gibt zunächst theils auf Grund eigener Untersuchungen, 
theils mit Berücksichtigung der einschlägigen Literatur eine systematische Ueber- 
sicht der Fische der im Titel genannten Flussgebiete mit Angaben neuer Fund- 
orte, Synonymen etc. Von der Ichthys der beiden Flüsse (incl. deren Nebenflüsse) 
gehören 36 Arten der Save, 24 dem Isonzo an, und 19 Arten sind beiden Fluss- 
gebieten gemeinsam. Von diesen letzteren stehen relativ viele einander sehr 
nahe und bilden gewissermassen Parallelformen der beiden hydrographischen 
Systeme, z. B. Acipenser stellatus und A. sturio, Salmo hucJio und S. dentex, 
Chondrostoma nasus und Ch. Genei, Barhus fliwiatiUs und B. pleheius, Leu- 
ciscus rutilus und L. aula etc. Eine merkwürdige Erscheinung der Fischfauna 
der Save und des Isonzo ist die verhältnissmässig grosse Zahl von Meeresfischen, 
welche in diese Flüsse aufsteigen. Die Wanderfische, welche des Laichgeschäftes 
wegen aus dem schwarzen Meere via Donau in die Save und deren Nebenflüsse 
gelangen, sind: Acipenser huso L., A. Gueldenstaedtii Br. et Ratz, A. stellatus 
Pall,, A. shipa Güldenst., A. ruthenus L, und Clupea alosa L. Von Meeresfischen 
der Adria, welche aus verschiedener Veranlassung (Laichabsetzung, Nahrungs- 
gewinnung) in das Mündungsgebiet des Isonzo aufsteigen, sind zu nennen: 
Petromyzon marinus L., Acipenser huso L., A. Heclcelii Fitz., A. sturio L., 
Clupea alosa L., Pleuronectes passer L., Mugil cephalus L., M. capito Cuv., 
M. chelo Cuv., 31. auratus Risso, M. salicus Risso, Ldbrax Idbrax L. 

Der Verfasser bespricht weiters die Fischfauna jener Gewässer, welche in 
den Mulden des Karstes allseitig eingeschlossen, oft erst nach meilenweitem Laufe 
durch die Höhlen des Kalkgebirges zu Tage treten, um sich mit dem Netze der 
Save zu vereinigen. Diese Fauna stimmt (mit Ausnahme des von Steindachner 
in der Lika entdeckten Phoxinellus croaticus) artlich mit der des allgemeinen 
Flussgebietes überein, zu dem diese Gewässer als Dependenzen gehören. Hin- 



198 



Referate. 



sichtlich des Ursprunges der Ichthys der Save und des Isonzo kann man folgende 
Elemente unterscheiden: 1. Aeltere Formen, wohin der grösste Theil der gemein- 
samen Arten zu stellen wäre. 2. Jüngere Arten, welche erst von der pliocänen 
Zeit her entstanden sind. Dahin wären unter anderen auch die oben erwähnten 
Parallelformen zu rechnen. 3. Formen, die erst nach dem Pliocän aus dem 
Meere eingewandert sind und in den Flüssen sich zu selbstständigen Arten um- 
gebildet haben. Dahin dürften Gohius fluviatilis und Blennius vulgaris gehören. 
4. Gelegentliche Einwanderer über die Hauptwasserscheiden. Dahin ist auch der 
Karpfen der mitteleuropäischen Gewässer zu rechnen, welcher aus den Fluss- 
gebieten des Mittelmeeres dahin versetzt wurde. 

Plouer, P. Innocenz. Die Oligochaeta. Gedrängte Charakteristik und allge- 
meine Schilderung des anatomischen Baues dieser Würmer (Franziskaner- 
Gymnasium in Bozen). 

Die Arbeit will hauptsächlich den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse 
über die armborstigen Anneliden feststellen und fusst vorzüglich auf der von 
dem Prager Universitätsprofessor Vejdovsky (1884) herausgegebenen Mono- 
graphie: „System und Morphologie der Oligochaeten". Doch bietet der Verfasser 
mehr als einen mageren Auszug dieses grossen Werkes, da er die meisten An- 
gaben von Veydovsky überprüfte und controlirte, „eine oder die andere auch 
richtig stellte". Der Autor bezeichnet seine Schrift als „eine auf neuere Literatur 
und auf selbstständige Untersuchungen gestützte Studie". Nach einem „Syste- 
matischen Ueberblick" der Oligochaeten folgt die „Schilderung des Körperbaues" : 
a) Allgemeines, h) Hautmuskelschlauch, c) Verdauungsapparat, d) Blutgefäss- 
system, e) Nervensystem, f) Leibeshöhie, g) Excretionsorgane, h) Reproductions- 
organe. Im Texte sind 50 histologische, vom Verfasser in Stein radirte Figuren 
eingedruckt. 

Scholz, Eduard. Schlüssel zur Bestimmung der mitteleuropäischen 
Farnpflanzen (Staats- Gymnasium in Görz). 

Der Zweck dieser Arbeit war, „die Gruppe der Pteridophyten weiteren 
Kreisen zugänglich zu machen, indem sie in kurzer Zeit und auf möglichst einfache 
Weise zur Bestimmung der mitteleuropäischen Gefässkryptogamen führen soll". 

Diesen Zweck hat der Verfasser durch seine populär-wissenschaftlichen 
Bestimmungstabellen in vorzüglicher Weise erreicht. (Vergl. hierüber das Referat 
in Bd. XL VI, S. 328.) 

Plitzka, Alfred. Einiges über die Gymnospermen. Ein Blick auf die, 
Gymnospermen Linne 's nebst eingehender Besprechung der gegenwärtig 
gleichbenannten Pflanzengruppe, unter besonderer Berücksichtigung der bereits 
entschiedenen und noch schwebenden Streitfragen (Landes-Oberrealschule in 
Neutitschein). 

Die Abhandlung zerfällt in folgende drei Abschnitte: a) Die Gymnospermen 
im Sinne Linne 's und im Geiste der Gegenwart; h) Vergleich der Gymnospermen 
mit den Angiospermen; c) Ueberblick der Gymnospermen. Die beiden ersten Theile 



Kefcrate. 



199 



sollen die richtige Vorstellung des Begriffes „Gymnospermen" erwecken und bilden 
eine Art Einleitung zum letzten, gründliches Studium bekundenden Abschnitte, 
welcher die beiden vorhergehenden hauptsächlich deshalb bedeutend an Umfang 
und Inhalt übertrifft, weil hierin — bei den Unterabtheilungen der Nackt- 
samigen — im Anschlüsse an genaue morphologische Beschreibungen klare und 
objective Erörterungen der schwierigen Frage nach der Natur der Blüthe auf 
Grund der Ansichten neuester Forschung geknüpft sind. Eine Tafel mit 22 Copien 
aus Werken von Baillon, Celakovsky, Eichler, Strasburger und Will- 
komm ermöglicht die Vergleichung von normalen Abietineen- Fruchtschuppen 
mit ihren Bildungsabweichungen. Die Abhandlung ist zu einer schnellen und 
doch gründlichen Orientirung auf dem Gebiete der Gymnospermen sehr geeignet. 

Vogl, Balthasar. Die Rosenblüthler des salzburgischen Flachgaues^) 
(Gymnasium am Collegium Borromaeum in Salzburg). 

Nach Vorausschickung der reichhaltigen Literatur der salzburgischen Flora, 
welch' letztere namentlich von Sauter, Hinterhuber und Fritsch erforscht 
wurde, bespricht der Verfasser die morphologischen Verhältnisse der Eosifloren 
und die Eintheilung derselben in Familien; daran reiht sich ein Gattungs- 
schlüssel an. Den Haupttheil der Abhandlung bildet die Beschreibung der wild- 
wachsenden oder häufig cultivirten Arten des Salzburger Flachlandes nebst An- 
gabe der Blüthezeit, der Fundorte, der Heimat etc. Unter den 24 Gattungen 
enthält Rosa 19, Potentilla 21, Buhns 27 Arten. Bezüglich der Pomaceen ist 
es auffallend, dass der Verfasser Maltis communis Lam., Sorhus aucuparia L., 
Aria nivea Host, Cormus domestica Spach und Pirus communis zu der Gattung 
Fii'us vereinigt. 

Steiger, Carl. Ein Versuch, den Schülern auf experimentellem Wege 
die Ernährung der Pflanzen zu erläutern (Deutsches Staats-Unter- 
gymnasium in Prag-Smichow). 

Der Verfasser führt eigentlich nicht einen Versuch, sondern 15 (leicht aus- 
zuführende) Experimente an, die geeignet sind, den Mittelschülern ernährungs- 
physiologische Erscheinungen zu demonstriren. Gerade durch das Experiment ge- 
winnt der Schüler nicht nur Interesse an den physiologischen Vorgängen, er erhält 
auch richtigere und länger in der Erinnerung bleibende Vorstellungen als durch 
Worte und Bilder. Wir können daher die Abhandlung besonders jenen Lehrern 
der Naturgeschichte empfehlen, welche über grössere pflanzenphysiologische Werke, 
z. B. Sachs, „Vorlesungen über Pflanzenphysiologie" oder Detmer, „Das pflanzen- 
physiologische Practicum", nicht verfügen. — Nur wenige Bemerkungen: Was 



') Der Verfasser hat vor mehreren Jahren mit der Herausgabe von Bestimmungstabellen der 
»Izburgischen Flora begonnen, welche durchwegs in den Programmen des oben genannten Gymna- 
siums erschienen sind. Die früher erschienenen Theile enthielten alle Familien des De Candolle- 
schen Systems von den Kanunculaceen bis einschliesslich Papilionaceen (vergl. auch das Eeferat in 
Bd. XLV, S. 268). — Gewiss hätte der Verfasser seine verdienstvolle Arbeit noch fortgesetzt, wenn 
ihn nicht im verflossenen "Winter der Tod vom Schauplatze seiner Thätigkeit abberufen hätte. 

Fritsch. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 27 



200 



Referate. 



die Kraft oder die Kräfte betrifft, durch welche die Wasserhebung in den Holz- 
pflanzen vermittelt wird, so sind diese noch nicht in befriedigender Weise er- 
mittelt; aber so viel ist sicher, dass die Capillarität für die Bewegung des so- 
genannten Transpirationsstromes ohne Bedeutung ist. — Ebenfalls bedeutungslos 
für die Ernährung der Pflanzen sind die minimalen, in der Luft enthaltenen 
Mengen von Salpetersäui-e und Ammoniak. — Um Wurzelhaare zu zeigen, em- 
pfiehlt es sich, die Wurzeln im feuchten Eaume, statt im Wasser zu ziehen. 

Solla, Dr. R. F. Die Pflanze und ihre Umgebung. Ein Blatt aus der 
Biologie der Gewächse (Deutsche Staats-Ober realschule in Triest). 

Ein anregend geschriebenes Essay über den Einfluss verschiedener klimati- 
scher Factoren (Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung, Regenmenge etc.) 
auf die Vegetation, insbesondere jene der Algenpflanzen. 

Ein kurzes Referat zu geben ist nicht leicht möglich; es sei nur bemerkt, 
dass der Verfasser seine Ausführungen auf eine reichhaltige Literatur (namentlich 
Wiesner, v. Kerner, Drude), sowie auf eigene Beobachtungen stützt. 

Duffek, CarL Die Wetterpropheten aus den drei Natur reichen (Staats- 
Obergymnasium in Cilli). 

Dieser Aufsatz, den der Verfasser selbst als „eine naturgeschichtliche Cau- 
serie" bezeichnet, wurde verfasst, um' den Schülern „eine kleine Feriallectüre" 
zubieten. Nach einer historischen Einleitung, in welcher neben Humboldt und 
Leverrier auch — Herr Falb und der „hundertjährige" Knauer genannt 
werden, kommen die Wetterpropheten an die Reihe, und zwar aus dem Thier- 
reiche: Fledermäuse, Schwalben, Frösche, Schlampeizker, Bremsen, Mücken, 
Spinnen, Blutegel etc.; aus dem Pflanzenreiche: Carlina acaulis (Involucral- 
blätter), Geraniaceen (Früchte), Funaria hygrometrica (Sporangienträger) etc. ; 
aus dem Mineralreiche: Steinsalz. Eine über Gebühr lange Behandlung (13 Seiten) 
ist der „Wetterpflanze" (Abrus precatorius) des Herrn Noväk gewidmet. Da die 
betreffenden Mittheilungen nicht für Fachmänner, sondern für Mittelschüler be- 
stimmt sind, so wäre es zweckmässig gewesen, die Pflanze abzubilden. Indess 
würde Referent den Schülern eine nützlichere Feriallectüre empfehlen, als die 
aus Tagesblättern geschöpften prophetischen Gaben der „Wetterpflanze". 



Eritsch, Dr. Carl. Excursionsflora für Oesterreich (mit Ausschluss 
von Galizien, Bukowina und Dalmatien). Mit theilweiser Benützung 
des botanischen Excursionsbuches von G. Lorinser. Wien, C. Gerold's Sohn, 
1897. Kl.-8°. LXXII und 664 S. — Preis 4 fl. Oe. W. 

Ein Buch, das geeignet ist, einem schon lange gefühlten Bedürfniss zu 
entsprechen, von dem wir einen segensreichen Einfluss auf die Entwicklung 
der botanischen Kenntnisse in Oesterreich erwarten dürfen! Eine kurze und 
gute Excursionsflora für die gesammten österreichischen Länder fehlte bisher: 
Lorinser 's „Excursionsbuch" war längst veraltet und schon bei seinem ersten 
Erscheinen nicht glücklich angelegt, Garcke's vortreffliche „Flora von Deutsch- 



Referate. 



201 



land'* war nur im nördliebsten Theile des Gebietes gut verwendbar, Gremli's viel 
erprobte Excursionsflora liess sich blos in Tirol vielfach gut anwenden und Ha- 
lacsy's neueste Excursionsflora ist ein guter Führer im Bereiche der niederöster- 
reichischen Flora; alle anderen Theile von Oesterreich entbehrten bisher aber eines 
den neueren Forschungen auf botanischem Gebiete entsprechenden Excursions- 
buches, da Willkomm 's „Schulflora" diese Bezeichnung nicht verdient. Wenn 
schon aus diesem Grunde das Erscheinen des vorliegenden Buches mit Freude 
begrüsst werden muss, so wird aber die Bedeutung des Buches noch vergrössert 
durch die Art und Weise, in der sich der Verfasser seiner Aufgabe entledigte. Er 
hat keineswegs das alte Lorinser'sche Buch blos überarbeitet und ergänzt, 
sondern es liegt ein vollständig neues Buch vor, das auf jeder Seite erkennen 
lässt, dass es einen Mann zum Verfasser hat, der ebenso den praktischen Bedürf- 
nissen des Sammlers und Anfängers, wie den Anforderungen der Wissenschaft 
gerecht zu werden versteht. Dass gerade in der Befriedigung beider Ansprüche 
die grossen Schwierigkeiten beruhen, die sich der Abfassung solcher Bücher ent- 
gegenstellen, ist bekannt. Der Anfänger und Sammler will Klarheit und Einfach- 
heit, er verlangt einen weiten Art- und Gattungsbegriff. Die Wissenschaft fordert 
die Beachtung jeder einzelnen, sich der Beobachtung darbietenden Form, sie fordert 
Wiedergabe der natürlichen Verhältnisse, die keineswegs klar und einfach sind. 
In diesem Widerstreite der Bedürfnisse die richtige Mitte zu finden, ist sehr 
schwer, und wir glauben sagen zu können, dass Verfasser diesen richtigen Mittel- 
weg gefunden hat und dass darin der Werth des Buches in erster Linie liegt. Das 
Einschlagen eines solchen Mittelweges wird naturgemäss zur Folge haben, dass 
manchem Anfänger und Sammler dieses Buch schon als zu weit gehend erscheinen 
wird, und andererseits der Mann der Wissenschaft hie und da Einzelnes ver- 
missen wird; das war aber in diesem Falle nicht zu vermeiden. 

Was die Einrichtung des Buches anbelangt, so ist es im Allgemeinen in 
der bekannten alterprobten analytischen Schlüsselform angelegt. Es beginnt mit 
einer allgemeinen Erörterung der wichtigsten morphologischen Grundbegriffe, es 
bringt eine Aufzählung der wichtigsten Florenwerke des behandelten Gebietes, 
eine Uebersicht des Linne 'sehen Systems und einen analytischen Schlüssel zum 
Bestimmen der Gattungen nach dem Linne 'sehen Systeme. Ueberdies findet 
sich aber bei jeder grösseren Abtheilung des Systemes ein weiterer Bestimmungs- 
schlüssel der Gattungen. 

Die Anordnung und Umgrenzung der Familien und Gattungen (mit ver- 
einzelten Ausnahmen) folgt den dem Abschlüsse nahen Werke Engler -Prantl, 
„Die natürlichen Pflanzenfamilien", was dem Referenten als in vielfacher Hinsieht 
sehr zweckmässig erscheint. Die Nomenclatur der Gattungen und Arten folgt 
strenge dem Prioritätsprincipe, sie ist berechtigter Weise conservativ in strittigen 
Fällen. In der Auffassung des Artbegrifies ist Verfasser dem Principe gefolgt, 
dass alle Formen, deren Artrechte kaum zu bezweifeln sind, in den Tabellen auf- 
gezählt erscheinen, auf beachtenswerthe Formen von geringerer morphologischer 
Selbstständigkeit oder nicht genügender Klarheit hingegen in Fussnoten auf- 
merksam gemacht wird. Die Hybriden sind am Schlüsse jeder Gattung zusammen- 

27* 



202 



Referate. 



gestellt. Grosse Sorgfalt wurde den gerade für ein derartiges Buch sehr wichtigen 
Verbreitungsangaben gewidmet. Von der Angabe der Blüthezoit hat Verfasser — 
mit Ausnahme jener Fälle, in denen gerade in der Blüthezeit ein Hauptunter- 
scheidungsmerkmal gelegen ist — abgesehen mit Eücksicht auf die ausserordent- 
lich verschiedenen, gerade in der Blüthezeit der Pflanzen naturgemäss zum Aus- 
drucke kommenden klimatischen Verhältnisse in dem Gebiete, auf welches das 
Buch sich bezieht. In diesem Punkte möchte es dem Referenten scheinen, dass 
der Verfasser etwas zu weit ging. Grosse Sorgfalt bekundet die Auswahl der 
deutschen Pflanzennamen. Es ist dem Referenten nicht möglich, auf alle Einzeln- 
heiten hier einzugehen. Er möchte sein ürtheil über das Buch dahin zusammen- 
fassen, dass es Jedem, der auf leichte Weise sich eine dem heutigen 
Stande der Wissenschaft entsprechende Kenntniss der Pflanzen des 
im Titel des Buches gekennzeichneten Gebietes erwerben will, auf 
das Wärmste empfohlen werden kann. R. v. Wettstein. 



In dem vor Kurzem ausgegebenen Mitglieder -Verzeichnisse wurde in Folge 
eines Versehens 




Herr Waisbecker, Dr. Anton, Bezirksarzt 
ausgelassen, was hiemit berichtigt wird. 



Güns, Ungarn 



Die Bedaction. 



Section für Lepidopterologie. 



Versamuiliing am 5. März 1897. 

Als neu eintretendes Gesellschaftsmitglied wird Herr Robert 
Spitz in die Section aufgenommen. 

Herr Dr. H. Rebel fährt in seinen Mittheilungen zur „Ein- 
führung in ein wissenschaftliches Studium der Lepidopteren" fort 
und spricht über „Mimicry". 



Versammlimg am 2. April 1897. 

Der Obmann Herr Dr. H. Rebel legt nachfolgende literarische 
Erscheinungen der Versammlung vor und bespricht dieselben: 

1. Forbush and Fernald: The Gypsy Moth. Boston, 1896. 
Eine eingehende, reich ausgestattete Monographie über den Schwamm- 
spinner {Ocneria dispar L.), welcher Ende der Sechzigerjahre in die 
Vereinigten Staaten durch einen Seiden Züchter aus Europa importirt 
wurde und seither in der Union eine verderbliche Ausbreitung ge- 
wonnen hat. 

2. Meyrick, E. : A Handbook of British Lepidoptera. London, 
1895. Eine überaus concise Arbeit, die Stainton's „Manual" in 
der modernen Literatur vertritt. Vom nomenclatorischen und syste- 
matischen Standpunkte aus wird das Buch nur eine getheilte Auf- 
nahme finden können. 

3. Buckler, W.: The Larvae of the British Butterflies and 
Moths. Vol. VIL Dieser Band des von der Ray Society heraus- 
gegebenen ausgezeichneten Werkes enthält den ersten Theil der 
Georaetridenraupen . 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 28 



204 



VersammluDg der Section für Lepidopterologie am 2. April 1897. 



Hierauf macht Herr Dr. Kebel die Mittheilung, dass sich 
anlässlich der Einreihung der Rogenhof er 'sehen Sammlung in die 
Landessammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums (vgl. die 
Sections -Versammlung vom 5. Februar d. J.) nachfolgende vier 
Arten, welche vorgezeigt werden, ergeben haben, für deren Vor- 
kommen innerhalb der Monarchie bisher keine Angaben in der Lite- 
ratur vorliegen: 

1. Sesia Aerifrons Z. Ein tadelloses Pärchen mit der Be- 
zeichnung: „Anker, Szegszard, 1871". Die Art steckte unbestimmt 
in Rogenhofer's Sammlung. An der Richtigkeit des Fundortes 
dieser von Anker selbst gefangenen Stücke kann kein Zweifel 
bestehen. 

2. Ägrotis Molotliina Esp. Ebenfalls ein von Anker ge- 
fangenes Exemplar mit der Bezeichnung: „Ofen". 

3. Dryohota Furva Esp. Ein Pärchen von Geiger aus 
Zara. Das Vorkommen dieser mediterranen Art in Dalmatien findet 
sich auch in einer Eintragung Rogenhofer's. 

4. Dryohota Saportae Dup. Ein Exemplar, ebenfalls von 
Geiger aus Dalmatien; nach der bisher bekannt gewordenen west- 
mediterraneu Verbreitung darf dieses Vorkommen nicht überraschen. 

Herr Metzger macht nachträglich die Mittheiluug, dass er 
ebenfalls ein Exemplar dieser Art mit der Bezeichnung: „Geiger, 
Lissa" besitze. 

Ferner demonstrirt Dr. Rebel eine kürzlich von Josef Haber- 
hauer in Slivno (Ostrumelien) gezogene seltene Eule, Taeniocampa 
Borida H.-S., deren Vorkommen auch in unserer Monarchie, u. zw. 
in Dalmatien (Geiger) und Südkrain (Streckfuss) nachgewiesen 
erscheint. Die Art hat in Taeniocampa Incerta Hufn. ihre nächste 
Verwandte. 

lieber das von Herrn Otto Hab ich in der Sections -Versamm- 
lung vom 5. Februar 1. J. zur Sprache gebrachte Deckhäutchen bei 
Puppen macht Dr. Rebel die vorläufige Mittheilung, dass es sich 
nach Untersuchungen von Puppen der EupitJiecia Veratraria H.-S. | 
um kein Häutchen im eigentlichen Sinne handelt, sondern wahr- i 



Versammlung der Scction für Lcpidopterologie am 2. April lSi)7. 



205 



scheiulicli um eine Art von Efflorescenz, die schon zur Zeit der noch 
weichen und durchlässigen Cuticula der Puppe entstehen dürfte. 

Schliesslich fährt Herr Dr. H. Rebel in seinen Mittheilungen 
zur „Einführung in ein wissenschaftliches Studium der Lepidopteren" 
fort und spricht über die „Ernährung". 



VIII. u. IX. Bericht der Section für Botanik. 

Yersammliing am 16. März 1897. 
Vorsitzender: Herr Prof. Dr. G. Beck v. Mannagetta. 

Herr Sectionschef Dr. J. Lorenz v. Liburnau hält einen 
mit Demonstrationen verbundenen Vortrag „lieber die Nicht- 
berechtigung der Art, Varietät oder Form Fotamogeton 
acuminatus'^ (vgl. Seite 240). 

Sodann hält Heir Dr. W. Figdor unter Vorzeigung schönen, 
aus der Sammlung Hofrath Wiesner's stammenden Alkoholmate- 
riales einen Vortrag über „Cauliflore Blüthen und Früchte". 

Herr Dr. E. v. Haläcsy bespricht und demonstrirt Achillea 
Urutnoffii, eine neue Schafgarbenart der Balkanhalbiiisel, 
welche ihm von Prof. Urumoff in Bulgarien mitgetheilt worden 
war. (Die ausführlichere Beschreibung siehe in der Oesterr. botan, 
Zritschr., 18D7, Nr. 4.) 

Die Herren Dr. F. Ostermeyer und F. Anger theilen mit, 
dass sie heuer am 2. März, resp. am 28. Februar blühende Colchi- 
cum autiminalc im Wienerwalde gefunden haben. 

Herr Prof. Dr. G. v. Beck regt zum Schlüsse gemeinsame 
Excursionen an, die er sich unter Anderem auch zu pflanzen- 
geographischen Zwecken unternommen denkt. 



28* 



206 



Versammlung der Section für Botanik am 13. April 1897. 



Versammlung am 13. April 1897. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. G. Beck v. Mannagetta. 

Der Vorsitzende macht der Versammlung Mittheilung von dem 
Dahinscheiden ihres Mitgliedes Herrn Dr. Ludw. Juränyi und theilt 
weiters mit, dass der derzeitige Mitgliederstand 163 beträgt. Der 
Schwerpunkt der heutigen Versammlung liege in der Besprechung 
einiger interner Sectionsangelegenheiten, nämlich der Veranstaltung 
einer gemeinschaftlichen botanischen Excursion und der von vielen 
Herren gewünschten Verlegung der Sectionsabende. 

Nach längerer Discussion erklärt Herr Prof. Beck die erste 
Excursion Anfangs Mai an einem Sonntage führen und den be- 
treffenden Tag durch Anschlag im Gesellschaftsiocale rechtzeitig 
bekanntgeben zu wollen. 

Bezüglich der Verlegung der Sectionsabende einigt man sich 
schliesslich dahin, vom nächsten Herbste angefangen den dritten 
Freitag jeden Monats als Sectionsabend zu bestimmen. 

Herr L. Keller demonstrirt einen augenscheinlich durch Ver- 
wachsung der Schäfte zweiblüthig gewordenen Galanthus nivalis, 
ferner eine ganz weisse Frimula acaulis von einer Bergwiese 
bei Kaltenleutgeben. 

Herr Prof. Beck berichtet, dass er heuer im Prater keine 
normalen männlichen Kätzchen von Populus nigra finden konnte. 
Alle Kätzchen blieben klein, deformirt und waren total zerfressen. 

Herr Hirsch erklärt, nach der Art der Deformation und der 
Gestalt der Käupchen zu urtheilen, seien die Urheber der genannten 
Erscheinung wahrscheinlich Xanthien. 

Herr Dr. E. v. Haläcsy macht folgende Mittheilung: In „Flora", 
1879, S. 277 ff. findet sich ein Aufsatz Drude's über Agrostis 
tarda, welche Pflanze, in Tirol bei Bozen und Siegmundskron ge- 
funden und von Bartling in seinem Herbar beschrieben, von Drude 
genauer untersucht wurde. Sie steht der A. vulgaris zunächst, ist 



Versainuilung der Sectiou für Botanik am lo. April 1897. 



207 



aber von dieser in mancher Beziehung wesentlich unterschieden. 
Vortragender meint nun, dass dieser Pflanze wohl eine grössere Ver- 
breitung zukommen dürfte und hält es für wünschenswerth, der- 
selben mehr Aufmerksamkeit zuzuwenden. 

Herr Dr. v. Haläcsy erwähnt noch, dass in einer kürzlich 
erschienenen Publication Form an ek 's die genannte Pflanze von 
Hackel als „species distinctissima" angeführt werde, dieselbe also 
wohl, auf die Autorität solcher Gewährsmänner hin, als gute Art zu 
betrachten sei. 

Hiezu bemerkt Herr Prof. Dr. C. Fritsch, dass Ägrostis 
tarda Bartl. im Jahre 1878 von F. Sauter am Originalstandorte 
in grösserer Menge gesammelt worden sei und von dort in einer der 
nächsten Centurien der „Flora exsiccata Austro-Hungarica" ausge- 
geben werden wird. Unter den von Sauter gesammelten Exemplaren 
finden sich auch solche mit lang begrannter Deckspelze (var. 
Satitevi Fritsch), während Drude nur die grannenlose Form 
kannte. Die var. Sauteri ist der Ägrostis canina L. ähnlich, aber 
durch flache Blätter, kürzere Blatthäutchen, deutlich entwickelte 
Vorspelze etc. von dieser leicht zu unterscheiden. 



VI. Bericlit der Section für Kryptogamenkimde. 



Versammlung am 30. April 1897. 
Vorsitzender: Herr Dr. Alexander Zahlbruckner. 

Herr Josef Brunnthaler hält einen Vortrag über „Pogonatum 
aloides X nanum, einen neuen Laubmoos-Bastard" (siehe Oesterr. 
botan. Zeitschr., XLVII, S. 46). 

Sodann macht Herr Hugo Zukal „Mittheilung über die Zygo- 
?porenbildung von Circinella umhellata Van Tieghem et Le Mouuier 
rar. asperior Schröter" und demonstrirt hierauf bezügliche Präparate, 
^Ausführliche Publication folgt später.) 



208 



Versanimlung der Sectioa für Kryptogamenkuude am 30. April 1897. 



Hierauf bringt Herr Dr. Franz Ostermeyer Folgendes zur 
Kenntniss : 

Die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft in Wien besitzt ein ziemlich 
umfangreiches Kryptogamenherbarium, welches jedoch mit Ausnahrae der Moose 
bisher nur theilweise geordnet war und wegen Abganges eines geeigneten Index 
lediglich von Eingeweihten und auch von diesen nur schwer beuützt werden 
konnte. Es ist mir nun nach mehrjähriger Vorarbeit, die hauptsächlich die Adju- 
stirung des Pflanzenmateriales betraf, gelungen, dieses Herbarium so weit in 
Ordnung zu bringen, dass dasselbe allen Mitgliedern unserer Gesellschaft, welche 
sich hiefür interessiren, leicht zugänglich ist. 

Nachdem der die Kryptogamen behandelnde Theil in den „Natürlichen 
Pflanzenfamilien" von Engler und Prantl erst in letzterer Zeit in Angriff 
genommen worden ist und zur Vollendung noch geraume Zeit beanspruchen wird, 
habe ich in Ermanglung eines Bessern die kryptogamischen Pflanzengenera nach 
Leunis, Synopsis der Pflanzenkunde, 3. Auflage von Dr. A. B. Frank, Hannover, 
1883, einer Numerirung unterzogen und weist der diesbezügliche Index 1353 Genus- 
nummern auf. Die vielen in Leunis' Synopsis nicht vorkommenden Genera wurden 
mit Zuhilfenahme einschlägiger Werke, als Hauck, De Toni für Algen, Krempel- 
huber und Koerber für Flechten, Kabenhorst's Kryptogamenflora für Pilze, 
je nach ihrer systematischen Stellung bei den Leunis'schen Gattungen eingefügt, 
und zwar mit Buchstabenbezoichnung als Anhang der Zahl des nächst verwandten 
Genus. 

Ein im Gesellschaftslocale zur Benützung aufliegender alphabetisch ge- 
ordneter Index ermöglicht das rasche Aufsuchen der einzelnen Gattungen. 

Die Moose des Ilerbars wurden bereits vor Jahren von dejn geehrten 
Vereinsmitgliede Herrn J. Breidler in so musterhafter Weise geordnet und auf- 
gestellt und wurde von dem Genannten hiezu ein genauer Katalog verfasst, so 
dass von einer Neuaufstellung dieser Classe füglich Umgang genommen werden 
konnte. 

Die roth geschriebenen Nummern in dem oben erwähnten Index beziehen 
sich auf die Genusnummern der Moose nach der Breidler 'sehen Aufstellung. 

Unter den neu aufgestellten Kryptogamen umfassen die Algen die Nummern 
172 bis 499, die Flechten die Nummern 500 bis 087, endlich die Pilze die Num- 
mern 688 bis 1353. 

Die Sammlungen der Gesellschaft sind, wie bereits oben erwähnt, ziemlich 
reichhaltig. 

Unter den Algen sind zu erwähnen die Collection der Meeresalgen des 
Herrn Baron Lichtenstern, ferner zahlreiche Algen der Collection Rabenhorst. 

Unter den Flechten befinden sich die Rehm 'sehen Cladonien Nr. 1—150 
und ein grosser Theil der allbekannten Flechtenexsiccaten Arnold's. Diese! 
Sammlung zerfällt in zwei Theile: a) die von Arnold in den Jahren 1867 bis' 
1872 in Tirol gesammelten Flechten, welche alphabetisch (rothe Nummern im 
Herbar), und h) die in den späteren Jahren gesammelten Flechten, welche nach; 



Versammlung der Scction für Kryptogamenkunde am 30. April 1897, 



209 



der vom Sammler selbst herrührenden Numerirung arithmetisch geordnet auf- 
gestellt sind. Letztere Sammlung wird nach der freundlichen Zusage des Herrn 
Ober-Landesgerichtsrathes Arnold completirt. Die Flechtenexsiccaten des letzt- 
genannten Sammlers im Gesellschaftshcrbare bestehen aus ca. 600 Speeles. 

Zu beiden Sammlungen wurde ein Zettelkatalog angelegt und befindet sich 
dieser bei der Sammlung zur Benützung. Als erwähnenswerth sei in dieser 
Sammlung noch auf die nach Photographien in Lichtdruckbildern reproducirten 
Originale der Cladonien der Sammlungen Wallroth in Strassburg, Floerke in 
Rostock und Flotow in Berlin hingewiesen. 

In der Pilzsammlung befinden sich viele Fungi exsiccati von Raben hör st, 
die Centurien X— XV (883—885) der North american fungi von J. B. El Iis, die 
Fase. 1—13 von Thümen's Fungi austriaci, eine Collection von Thümen, haupt- 
sächlich Parasiten der Nährpflanzen enthaltend. 

Es wird zum Schlüsse der Wunsch ausgesprochen, dass die nunmelir ge- 
ordnete und allgemein zugänglich gemachte Sammlung recht fleissig benützt 
werde, und dass die neue Auf.stellung, welche einzig und allein das leichte und 
rasche Auffinden des Herbarmateriales bezweckt, recht lange beibehalten werde. 

Diese Mittheilungen werden von den Anwesenden mit lebhaftem 
Beifalle begrüsst mid Herrn Dr. Ostermeyer der Dank für seine 
Bemühungen ausgesprochen. 

Nachdem noch Herr Ferd. Eitt. v. Pfeiffer eine Eeihe von 
mikroskopischen Präparaten demonstrirt hatte, legt Herr Dr. Alex. 
Zahlbruckner schliesslich noch die neue Literatur vor. 



In der A uss chuss-Sitzung am 7. April 1897 wurde die 
Mittheilung gemacht, dass der Gesellschaft von ihrem Mitgliede 
Herrn C. K ei eher t ein grösseres Mikroskop mit umkippbarem 
Stativ, Abbe'schem Beleuchtungsapparat, Irisblende und blauer 
Schei])e, drei Objectiven (0, 3 und 7) und einem Ocular (2) zum 
Geschenke gemacht wurde. Es sei hiemit auch an dieser Stelle dem 
Spender der verbindlichste Dank ausgesprochen. 



210 



F. Arnold. 



Liehenologisehe Ausflüge in Tirol. 

Von 

Dr. F. Arnold. 

(Eingelaufen am 15. März 1897.) 



XXX. 



I. Brandenberg (917 m). Die Buchenwälder nördlich von Rattenberg im 
Innthal werden mehr und mehr gelichtet und durch andere Waldbäume, haupt- 
sächlich Fichten, ersetzt. Am Gehänge nördlich bei Brandenberg und um Bineck 
sind zwar einige alte Buchen übrig geblieben und in den Waldungen bis zur 
baierischen Grenze mögen ausgedehnte Bucheubestände erhalten sein, welche 
noch immer die charakteristischen Lichenen des Buchenhochwaldes bewahren, 
allein in der Gegend zwischen Rattenberg und Bineck, in welcher ich im August 
1896 drei Regentage zubrachte, überschreitet die Flechtenflora der Buchen nicht 
die Grenzen der gewöhnlichen alpinen Waldflora. An den Buchen, welche gegen 
Brandenberg hinauf behufs Sicherheit der Fahrstrasse nicht wohl entfernt werden 
können, prägt sich die Beschaffenheit der Lichenenvegetation hauptsächlich in 
folgenden Arten aus: 



1. JRamalina pollinaria West. 

2. Imbricaria perlata L. 

3. I. revoluta FL: med. C purpurasc. 

4. I. pertusa Schk. 

5. Parmelia speciosa Wulf. 

6. Sticta pulmonaria L.: c. ap. 

7. Stictina silvatica L. 

8. Pannaria caeruleobadia Schi. 
Ochrolechia tartarea : androgyna 

Hoff., exs. Arn. 1582. 



9. 



10. Lecanora suhfusca L. 

11. L. intumescens Rebt. 

12. L. pallida Schb. 

13. Thelotrema lepadinum Ach. 

14. Pertusaria amara Ach. 

15. Lecidea parasema Ach. 

16. Stenocyhe euspora Nyl. 

17. Normandina pulchella Borr., über 

Frullania. 

18. Celidium stictarum De Not. 



An dünnen Zweigen junger Fichten Alectoria hicolor Ehr. und Ramalina 
farinacea L.; an älteren Fichten Cyphelium dirysoceplialum und trichiale. 
An der glatten Rinde jüngerer Tannen: 

1. Lecanora pallida Schreb. 

2. Arthonia leucopellaea Ach. univ. 1810 p. 138 sec. Almquist Arth. 
Scand, 1880 p. 28; Ä. marmorata Ach. herb. sec. Nyl. Scand. p. 258, Stizenb. 
helv. p. 222, Lahm Westf. p. 120; A. Schaer eri M^ss. symm. 1855 p. 68, Kplh. 
Lieh. Bay. p. 263; L. leucoc. arthonioidea Schaer. Enum. 1850 p. 131 sec. spe- 
cimen in monte Gurnigel collectum, a Guthnik acceptum; Trachylia melor 
leuca Fr. (exAnglia, Brandsdale Yorkshire, 1863, plantam mihi misit Mudd). 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



211 



exs. Fries suec. 23, Stenh. 150, Arn. 315 a, h, 1711 a, h, Rabh. 778, 
851, Norrlin 46, Zw. 1092. 

Die Flechte bei Brandenberg gehört hieher: sporae parvulae, incol, 
3septat., 010— 12 mm lg., 003 mm lat., octonae. 

3. Opegrapha viridis Pers., Nyl. Paris. 1896 p. 108, Op. involuta Wallr., 
Koerb.; die Exemplare von Brandenberg: thallus leprosus, ochraceoferrug. (Chroo- 
leptis), sporae 11 septat. et guttatae, 036— 45 mm lg., 006— 7 mm lat., sper- 
matia non inveni. 

Psora ostreata Hoff., steril, thalli squamulae C ruhescentes, und Biatora 
Caduhriae Mass., Arn. Tirol XXI p. 132, exs. Arn. 594 «, h, c; eine Form mit 
fast fehlendem Thallus, apotliecia fuscorufa, epithec. fuscesc, hyp. incolor, sporae 
ohlongae, 012 — 15 mm lg., 005 mm lat., octonae, traf ich nebeneinander an 
der Rinde einer alten Lärche. 

Vogelbeerbäume und Espen werden heutzutage gerne als Gewächse er- 
achtet, welche der nutzbringenden Fichte im Wege stehen. Gleich ausserhalb 
Brandenberg, wo der Karrenweg gegen Bineck hinabführt, befinden sich dem 
Rande des bewaldeten Abhanges entlang einige Sorbus aticuparia-B'iume, deren 
Durchmesser 20 — 30 cm beträgt. Während im Waldschatten an der glatten Rinde 
der jungen Stämmchen dieser Baumart nur wenige Flechten fortkommen, sind 
jene Bäume bis zu den dünnen Zweigen hinauf reichlich mit Eichenen bedeckt. 
Die Mehrzahl derselben gehört zu derjenigen Gruppe, welche ebenso sehr frei- 
stehende, dem Lichte ausgesetzte Bäume bevorzugt, als die dem geschlossenen 
Walde angehörigen Bäume meidet: 



1. Usnea harbata L. 

2. Evernia prunastri L. 

3. Ev. furfuracea L. 

4. Imbricaria perlata L. et f. ciliata DC. 

5. I. saxatilis L. et f. sulcata T. 

6. I. tiliacea H. f. ftirfuracea Sch. 

7. I. dubia W. 

8. /. caperata L. 

9. I. fuliginosa Fr. 

10. I. glabra Schaer. 

11. Parmelia aipolia Ach. 

12. P. tenella Scop. 

13. P. pulverulenta argyphaea Ach. 

14. P. obscura f. virella Ach. 



15. XantJioria parietina L. 

16. X. lychnea Ach. 

17. Candelaria concolor Dcks. 

18. Pinodina exigua Ach. 

19. Lecanora subfusca L. 

20. Pertusaria amara Ach. 

21. Lecidea parasema Ach. 

22. Biatorina nigroclavata Nyl. 

23. Buellia parasema Ach. 

24. Arllionia astroidea Ach. 

25. Normandina pulchella Borr. 

26. Mallotium myochroum Ehr. 

27. SynecJioblastus nigrescens Pers. 

f. thysanaeus Hepp. 



SynecJioblastus nigrescens thysanaeus Hepp 932, Arn. München Nr. 413 
(comp. Huc lieh. exot. 1892 p. 23): thalli pulvimdi winuti, steriles, lobi dense 
congesti. 

Obstbäume werden nicht in Wäldern angepflanzt und sind daher regel- 
mässig mit Waldflechten nicht bewachsen. Stehen jedoch solche Bäume in der 
Nähe des Waldes, an der durch den Wald führenden Landstrasse oder um die 
z. B. Gos. P.d. XLVII. 29 



212 



F. Arnold. 



in Waldlichtiingen angelegten Einzelhöfe, so tritt ein erheblicher Theil der 
Waldflechten auf die Obstbäume über. Massgebend ist hier nicht die Baumart, 
sondern der Ort, wo der Baum steht. In Brandenberg befinden sich die Obst- 
bäume nicht blos in den Hausgärten, sondern an der Strasse bis zum Beginn 
des Waldes, und an einem Apfelbaum (Pyrus Malus) daselbst bemerkte ich 
folgende Flechten: 



1. üsnea harbata L. {florida L. et 

f. dasopoga Ach.). 

2. Evernia prunastri L. 

3. JEv. furfuracea L. 

4. Imbricaria perlata L. (med. C —). 

5. I. saxatilis L. atque f. sulcata T. 

6. I. tiliacea Hoff. f. furfuracea Sch. 

7. I. dubia Wulf. 

8. I. fuliginosa Fr. et f. subaurifera 

Nyl. 



9. I. exasperatula Nyl. 

10. Parmelia tenella Scoj). 

11. P. piilverulenta argypliaea Ach. 

12. P. obscura ciliata Hoff., ulothrix 

Ach.; receptac. apoth. nigrofibril- 
losura. 

13. Callopisma cerinum Ehr. 

14. Lecanora subfusca L, 

15. Abrothallus Parmeliarum Somft., 

auf dem Thallus der I. saxatilis. 



Hie und da trifft man in den Wäldern um Brandenberg die Eeste alter 
Baumstrünke an. Am vorhin erwähnten Waldgehänge ragt ein kaum 1 m hoher 
alter Stumpfen, welcher von einer Lärche im Stammesdurchmesser von 1 m her- 
rührt, hervor und hieran hatten sich in Längsstreifen einige Kleinflechten ein- 
gestellt: 

1. Biatorina glomerella Nyl. Scand. p. 203, Th, Fries Sc. p. 578, Arn. 
München 1891 p. 83: thallus minute granulosus, sordide albescens, K — , apoth. 
nigricantia, non raro tuberculata, epithec. sordide lutesc., K — , hyp. incol., 
sporae Iseptat., non raro subfusiformes, 015 mm lg., 003 mm lat., octonae. 

2. Bilimbia melaena Nyl. 

3. Calicium trabinellum Schi.; thallus subnidlus, excipulum flavovirescens. 

4. Calicium cladoniscum Sehl, : thallus tcnuis, subleprosus, albescens, 
stipites nigri, validi, breves, excipulum cinereopruinosum, sporae pallide canae, 
viridulae, fusc, obtusae, 010— 12 mm lg., 005— 6 mm lat. 

5. Cyphelium chrysocephalum Turn. 

6. Cyphelium trichiale Ach., Ällodium trichiale Nyl. Flora 1880 p. 392, 
Paris 1896 p. 24; pl. vulgaris, thalli granuli pallide virescentes, gonidia sphaerica, 
009— 16 mm lat., sporae fuscidulae, 005— 6 mm lat. 

7. Cyphelium brunneolum Ach. : thallus subnullus, stipites hic inde ramosi, 
sporae lutesc, 003— 4 mm lat. 

Am morschen Holze der nicht eben häufigen Fichtenstrünke: Cladonia 
silvatica und squamosa, Icmadophila aeruginosa, Bilimbia melaena. 

An alten Stangen einer Wieseneinfassung beim vorhin erwähnten Abhänge: 
Platysma pinastri Scop.; Imbricaria aleurites kdh., Koerb., Arn. (ziemlich häufig); 
Lecanora subfusca; L. varia Ehr. 

Beachtenswerth sind die Brettstücke, mit welchen die Kirchhofmauer ge- 
deckt ist, weil darauf Imbricaria conspersa und sorediata gedeihen, während f 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



213 



doch in der Nähe der in den Kalkalpen liegenden Ortschaft Brandenberg Kiesel- 
gestein mangelt: 



4. I. pertusa Schk. 

5. I. conspersa Ehr, 

6. I. sorediata Ach. : thallus um- 
hrinonigricans, sorediis albis ad- 
spersus. 



1. Ecernia furfuracea L. 

2. Cladonia fimhriata f. cormita Ach. 

(suhidata L.). 

3. Tmbricaria saxatilis f. furfuracea 

Schaer. : thallus furfure cinerasc. 
conspersus. 

Die Landschaft von Brandenbei'g ist wegen Mangels grösserer Kalkfelsen 
zum Studiuni der Kalkflechten wenig geeignet. An den aus dem Waldhoden 
hervorragenden, nicht selten bemoosten Kalkblöcken am Gehänge gegen Ratten- 
berg hinab sind Petractis clausa Hoff., Gyalecta cupularis Ehr., Vemicaria 
murina Ach., Arn. Jura Nr. 485, F. hiascens Arn. Tirol XXI p. 146, eine Flechte, 
deren wahrer Name noch heutzutage nicht ermittelt ist, Collema granosum Scop., 
welches Hypnum molluscum überdeckt, zu finden. 

II. Im August 1896 begab ich mich von Brandenberg auf die Mendel 
oberhalb Bozen. Dort sind, wie v. Heufler 1870 mir mittheilte, die Wiesen 
mit Lärchen bewachsen. Auf dem Penegal (1733 w) erblickt man jetzt fast nur 
noch Jungholz, von dessen frischen und abgedorrten Zweigen einige Flechten- 
species Besitz ergriffen haben: 



Lecanora suhfusca. 
L. angulosa Schreb. 
L. Hageni Ach. 
L. symmictera Nyl. 
Lecidea parasema Ach. 



Evernia furfuracea. 
Imhricaria aspidota Ach. 
I. exasperatula Nyl. 
Farmelia tenella Sc. 
Callopisma pyraceum Ach. 
Blastenia caesiorufa f. cortieicola Anzi. 

Diese Flechten siedeln auch auf die an den Zweigen haftenden alten 
Fruchtzapfen über. Für Arn. lieh. exs. wurden am 11. August 1896 gesammelt: 
Nr, 1580 Blastenia caesiorufa f. cortieicola Anzi, 
Nr, 848 h: Lecidea parasema Ach, 

Am Abhänge westlich vom Meudelhof (1362 m) kommt Evernia furfuracea 
mit grossen Apothccien an Föhren und Lärchen vor. Eine Viertelstunde weiter 
reicht der magere Nadelwald bis an die Strasse. Anaptychia ciliaris L., deren 
Apothecien nicht selten die f. actinota Ach., margine foliolis ciliato, bilden, von 
hier in Arn. exs, 580 h enthalten, wächst an jüngeren Fichten und Tannen. 
Hier auch: 1. Imbricaria perlata f. ciliata DC: thallus K flavesc, med. C — , 
loht margine hic inde ciliati; sowie 2. Synechoblastus aggregatus Ach., Arn. 
München 1891 Nr. 414, Tirol XXIX p. 124, exs. Zw. 1143, Harmand lieh. 
Lorrain. 66: thallus pulvinatus, lobis adscendentibus nec depressis, apoth. nume- 
rosa, sporae varie curvata, circa 15 septat., 060—75 mm lg., 004—5 mm lat. 

3. Auf dem Thallus der Imbricaria saxatilis bemerkte ich einen kleinen, 
nur mit der Lupe erkennbaren Parasiten, welcher habituell der Sphaerella 

29* 



214 



F. Arnold. 



araneosa Eehm ähnlich, ein sehr zartes Netz mit zerstreuten punktförmigen 
Apothecien "bildet: Echinothecium reticulatum Zopf in lit. 21. Februar 1897: 
thallus (mycelium) reticulatovenosus, venae suhtilissimae, apoth. pimctiformia, 
perithecium glohosum, atrofusc, hymen. absque paraphysibus, sporae incol., 
Iseptat., 0'0089—95mm lg., 0035 — 45 mm lat., 8 in ascis latiorihus, 018 ad 
22 mm lg., 010— 125 mm latis. 

Ob das unbewohnte Waldgebiet, welches sich, vielfach von Wiesen unter- 
brochen, weithin von der Mendel bis über den Roen (2053 m) hinaus erstreckt, 
die Flechtenflora des einstmaligen Hochwaldes noch beherbergt, mag dahingestellt 
bleiben. Am Wege zum Roen sah ich an den keineswegs häufigen Buchen nichts 
Bemerkenswerthes. An alten Lärchen Evernia vulpina und thamnodes (Wainio 
lieh. Sibir. merid. 1896 p. 9), Platysma eomplicatum und glaucum, Cyphelium 
clirysoceplialum.. Zahlreiche Baiimbärte hängen an dem bewaldeten Abhänge, 
ober welchem der Steig gegen die Roener Alpe abbiegt, von den Aesten alter 
Fichten und Lärchen herab: Usnea harbata dasopoga Aeh., U. microcarpa Avn., 
Wainio lieh. Sibiriae merid. 1896, p. 4; Alectoria jubata und eana, Mamalina 
thrausta. Stizenb. Alectoria 1892 p. 132 hebt hervor, dass canaf. fuscidtda 
Arn. herb, mit Kali gelb gefärbt wird, welche Farbe dann in ein intensives Roth 
übergeht. Derartige Exemplare sind hier am Roen nicht selten, und es macht 
keinen Unterschied, ob die Alectoria einen weisslichen oder braunen Thallus be- 
sitzt. Für letztere Pflanze wurde von Kernstock Zur Lichenenflora Steiermarks 
1892 p. 2, Beitr. 1894 p. 207 der Name f. rubescens Kst. vorgeschlagen. Meines 
Erachtens wird sieh durch genauere chemische Untersuchungen ergeben, dass 
bei AI. cana der if-Färbung keine besondere Bedeutung beizulegen ist. 

Epicoccum üsneae Anzi anal. p. 25, Arn. Flora 1874 p. 109, Zopf in 
Hedwigia 1896 p. 364, exs. Anzi 523, ein Parasit, welcher auf der Apothecien- 
scheibe der ÜS7iea barbata biassbläuliche Flecken verursacht, ist an jener Wald- 
stelle ziemlich verbreitet und von dort in Arn. exs. 1718 aufgenommen. 

III. Das alte Gemäuer der zerfallenen Burgen in Tirol konnte bisher 
nur wenig berücksichtigt werden (vgl. Tirol XXII p. 61). Ich benützte den Nach- 
mittag des 15. August 1896 zu einem kurzen Besuche der Ruine Maultasch ober 
Terlan. An den Porphyrfelsen, auf welchen die Mauerreste stehen, bemerkte ich 
Mallotium saturninum Dcks. {Hildenbrandii Garov.), welches von Fraxinus 
Ornus herübergesiedelt war. Xanthoria suhstellaris Ach., Wainio lieh. Sibiriae 
merid. 1896 p. 12; ulophylla Wallr., Nyl. Paris. 1896 p. 41, Arn. München 
1891 Nr. 99, incrustirte die an einem Felsen wachsenden Moose. An demselben 
verbreitete sich Endocarpon miniatum f. canum Kplhbr. Lieh. Bay. 1861 p. 229: 
thallus sterilis, pallide cinereus, subtus laevis, luteofuscesc. vel umbrinofuscus, 
med. C — . Callopisma aurantiacum f. erubescens Nyl., Arn. Tirol XXI p. 123, 
eine Form der Lecanora subfusca f. campestris Schaer., mit f. lainea Tirol XXI 
p. 126 übereinstimmend, thallus albesc, areolatorimulosus, K flavesc, apoth. 
minora, rufa, margine albo, integro, und andere Flechten überdeckten den block- 
artig vorstehenden Porphyr. Im Innern der Ruine war der Boden mit nur band- 



Lichenologischo Ausflüge in Tirol. 



215 



grossen Steinen belegt, worauf Verrucaria aethiohola Wbg. zu erblicken war: 
iliallus viridis, gelatinosus, teniiissime rimulosus, apothecia apice atro promi- 
nentia, perithec. dimidiat., sporae ohlongae, 018 mm lg., 006 — 7 mm lat. 



IST a c h t r ä e. 
V. Rettenstein. 

Pyrenodesmia Jiehj geoides Wainio Adiiim. 1883 p. 148: an Kalkfelsen un- 
weit der oberen Al])liütte am grossen Rettenstein (2. August 1869): ihallus 
cineretis, miniite vermcosorugosus, K — , C — , strahis corticalis sub micro- 
scopio violasc, apoth. atra, nuda, innata et leviter convexa, margine tenui, 
cimrasc, mox evanescente, epith. fuscesc, K violasc, hyp. incolor, sporae 
incol., piolaridyhlastae, 018 mm lg., 007 — 9 mm lat., octonae. Die Flechte 
wurde mit einem Original-Exemplare vonWainio verglichen. 

YIII. Bozen. 

Hinodina ramuiicola Est., von ian'^-Rinde bei Jenesien in Kerner 
Austro-Hung. 2749 ausgegeben: Kernst. Beitr. 1896 p. 23. 

Biatora lygaea Ach. : hieher gehört die als Varietät der B. rivulosa er- 
wähnte Flechte Tirol VIII p. 297 Nr. 62, XXI p. 133 Nr. 401 var., auf Porphyr 
der Eislöcher. 

Von Herrn Prof. Kernstock erhielt ich einige beim Dorfe Jenesien ge- 
sammelte, in seinen Beiträgen erwähnte Flechten: 

Biatorella microhaema Norm. bot. Not. 1865 p. 99, Th. Fries Sc. p. 400, 
Kernst. Beitr. 1891 p. 736; die an der Rinde abgedorrter Zweige bei Jenesien 
vorkommende Pflanze stimmt mit der von Norman mitgetheilten B. micro- 
haema in allen Stücken, insbesondere dem äusseren Habitus und der Farbe überein : 
sporae globosae, 003 mm lat., circa 64 in ascis latis, supra rotundatis, 036 
ad 45 mm lg., 021— 30 mm latis. 

Scoliciosporum vermiferum Nyl. bot. Not. 1853 p. 98, Th. Fries Scand. 
p. 363, Arn. Flora 1871 p. 50, Comm. it. 2 p. 395, Baglietto Anacrisi 1881 
p. 291, Kernst. Beitr. 1891 p. 725, 1892 p. 342, 345; ic. Stizenb. Krit. Bern. 
1863 t. 1 fig. 9; exs. Koerb. 284, Rabh. 917, Erb. critt. it. II 321, Norrlin 317. 
An Rinde von Fraxinus, Quercus puhescens bei Jenesien. 

Arihonia punctiformis Ach., Almquist Arth. Scand. p. 42, Arn. Jura 
Nr. 405, München Nr. 311, Kernst. Beitr. 1896 p. 729, 735. An Bhamnus- und 
Corylus-Kmde bei Jenesien: sporae speciei, 4septatae. 

Mycoporum ptelaeodes Ach., an den Aesten jüngerer Kastanien unterhalb 
Jenesien, von hier in Arn. 1595 ausgegeben. 



I 



216 



F. Arnold. 



XIY. Finstertlial. 

Placodium chrijsoleucum f. melanophthahnum Ram., Arn. Tirol XXIII 
p. III: an Glimmerfelsen zwischen Kühthei und den Finsterthaler Seen. 

Thelidium papilläre Fr. L. eur. 1831 p. 434, Nyl. Flora 1883 p. 103, 
Arn. Jura Nr. 512, Tirol XXIII p. 125; f. algovicum Rehm in Arn. exs. 131, 
Flora 1874 p. 377, Lahm Westf. 1885 p. 135; Lojka sammelte diese Flechte 
am 16. Juli 1884 an Glimmerfelsen beim Wasserfalle (Abfluss des Plendele-Sees) 
am Gehänge zwischen Kühthei und den Finsterthaler Seen: die Exemplare sind 
in Arn. exs. 1600 enthalten: thallus partim evolutus, sordide albesc, apoth. 
maiora semiglohoso-emersa, perithec. exterius dimidiat., sporae incol., Sseptat., 
hie inde uno aUerove septo semel diviso, 036 — 39 mm lg., 015 — 18 mm lat. 

XV. C^urgl. 

Die Tirol XVIII p. 294, XXI p. 126 Nr. 260 erwähnte Lecanora atro- 
sulphurea vom Gipfel der Kreuzspitze ist zwar habituell der Wahlen berg'schen 
Flechte: Th. Fries Scand. p. 257, Nyl. Flora 1883 p. 107, Arn. Labrador 1896 
p. 9, sehr ähnlich, wird jedoch durch C nicht gefärbt und ist daher als Alpen- 
form der L. polytropa f. intricata Schrad. zu betrachten. 

XVII. Mittenberg. 

Arn. exs. 1530: Bhizocarpon geograpliicum auf BJiododendron ferrugineum 
in einem Glimmerge rolle ober Mittelberg am Wege zum Taschachgletscher. ^ 

1 

XX., XXIII. Predazzo und Paneyeggio. 1 

Cladonia rangiferina L. f. major Fl. Comm. p. 163, Wainio Clad. 1 
p. 15: im Porphyrgerölle am Travignolo im Fichtenwalde unterhalb Paneveggio: 
von hier in Rehm Clad. 316 enthalten. 

Cladonia hellidiflora Ach.: das Tirol XXIII p. 108 Nr. 20 erwähnte Exsic- 
cat Rehm Clad. 274 gehört zu C. hellidiflora: podetia minora, simplicia, sub- 
sterilia; comp. Wainio Clad. 2 p. 68, Arn. Rehm Clad. exs. 1895 p. 11. 

Cladonia cornuta L. : auf Erde eines bemoosten Porphyrblockes im Gerölle 
am Travignolo unterhalb Paneveggio: von hier in Rehm Clad. 325 ausgegeben. 

Cladonia nemoxyna Ach. f. subacuminata Wainio Clad. 2 p. 306, 470, 
Arn. Rehm Clad. 1895 p. 15: die in Rehm Clad. 335 & vertheilten Exemplare 
stammen aus dem Walde unterhalb Paneveggio, wo sie gemeinschaftlich mit 
Nr. 335 a (inter nemoxynam et fimhriat. tubaeformem) auf Erde eines verlassenen 
Kohlenmeilers wuchsen. 

Lecanora thiodes Spr., Tirol XXVIII p. 121: auf Porphyrblöcken gegen 
den Rollepass. 

Äspicilia cinereorufescens Ach., Th. Fries Sc. p. 284: sanguinea Kplhb. 
f. subcandida Arn., Ä. cinereorufescens Tirol XXIII p. 118 lin. 2 Nr. 11, atque 



Lichenologische Ausflüge iu Tirol. 



217 



XXIV p. 264 XI Nr. 2. Auf Porphyrbreccie am Satteljöchl und auf dem Wiesen- 
berg (Viesena). 

Conida pimctella Nyl. : parasitisch auf dem Tliallus von Diplotomma 
epipolium an Sandsteinen des Abhanges östlich ober dem Rollepasse: hym. jodo 
caeriil., hyp. fuscum, sporae incol., obtusae, Iseptat., 015 mm lg., O'OOGmmlat. 

Phaeospora propria Arn. Tirol IX (XXVI p. 130), an Kalksteinen auf 
dem Castellazzo: thalliis macula pallescente indicatus, apoth. atra, punctiformia, 
perithec. fuscum, hym. jodo vinosum, absque imraphysihus, sporae incol., fusce- 
scentes, utroqiie apice ohtusae vel ohtusiusculae, 018—21, rarius 23 mm lg., 
006 mm lat., 8 biseriatae in ascis oblongis. 

Phaeospora supersparsa Arn., Zopf in Hedwigia 1896 p. 338: parasitisch 
auf dem Thallus der Lecidea platycarpa Ach. auf Sandsteinen der Campiler und 
Seisser Schichten am Abhänge ober dem Rollepasse bei Paneveggio (1888): 
habituell wie Tichothecium ; apoth. atra, punctiformia, emersa, perithec. integr., 
sub microscopio fuscum, paraph. nullae, sporae fuscae, Sseptat., 016—21 mm 
lg., 0007 — 12 mm lat., 4 — 6 in ascis cylindricis. 

Epicoccum Usneae Anzi : dieser Pilz verursacht auf der Fruchtscheibe der 
Usnea barbata dasopoga bläuliche, schliesslich bläulichbraune Flecken und kommt 
in den Wäldern um Paneveggio an der von den Aesten älterer Fichten herab- 
hängenden Usnea nicht besonders häufig vor. 

XXI. 

Cladonia amaurocraea Fl. f. fasciculata Kernst, in lit. 27. September 1894, 
Kernst. Beitr. 1896 p. 10, auf Thonschiefererde zwischen Blöcken der Hügel bei 
Ehrenburg im Pusterthal: podetia sterilia apice fasciculatim divisa; von Kern- 
stock für Arn. exs. 1605 gesammelt. 

Parmelia albonigra Schi. (1806), Arn. Flora 1884 p. 170, Tirol XXIII 
p. 83: an Glimmerfelsen bei Hinterdux von Metzler im Juli 1863 gesammelt. 

Urceolaria ocellata Vill. (1789), Nyl. Flora 1863 p. 234, Arn. Flora 
1881 p. 172. 

ic. Mich. 52, 34, Vill. Delph. t. 55, Ach. univ. t. 6 fig. 1, Mass. ric. 
fig. 57, Tul. mem. t. 5, Reinke Abhdgen. 1895 p. 166 fig. 85. 

exs. Schleich. II 75, Schaer. 477, M. N. 942, Mass. 140, Rabh. 122, 
Anzi Etr. 48, Erb. er. it. I 72, II 616, 1422, Roumeg. 259, Jatta 67, Lojka 
univ. 232, (Desmaz. 542, 1142, sec. Nyl. et Lamy). 

Auf Nummuliten-Kalkmergel bei Varone im Val Tenne unweit Arco von 
Herrn Ober-Bergdirector v. Gümbel aufgefunden: thallus K rubescens, sporae 
speciei. 

Biatora lygaea Ach. : an Granit bei Mittenwald am Südabhang des Brenners 
im Juli 1863 von Metzler gesammelt (Nr. 225). 

Pyrenula CoryliM^HH., Kernst. Beitr. 1896 p. 19: an Corylushci Ehren- 
burg im Pusterthale: habitu omnino congruit, sporae speciei, 015 mm lg., 
0-006 mm lat. 



218 



F. Arnold. 



Krypt. Vindob. exs. 172: Acolium lucidum Th. Fries gen. het. 1861 p. 101, 
Kplhb. Gesch. II p. 696, C. viridulum D. Not. et Autt., Tirol XXV p. 406 (non 
Track, viridula E. Fr,); comp. Zahlbruckner schedae 1896 p. 96; an Rinden 
im Paschbergwalde bei Innsbruck, leg. Schul er. 

Krypt. Vindob. exs, 173 b: Stenocyhe hyssacea Fr., an dünnen Zweigen 
von Älnus incana in der Egerdacher Au bei Innsbruck, leg. Schul er, 

Folgende von mir gesammelte Tiroler Laubmoose sind in den beigesetzten 
Exsiccatis enthalten: 

Husnot Musci Galliae Nr. 853: Dicranum Starläi W. M., auf festem 
Glimmerboden ober dem Bache der Albon-Seen auf dem Arlberg, Tirol XXV p. 388. 

Rabenhorst Bryotheka Nr. 1398: Bryum pendulum H., auf Kalkboden 
der Gipfelhöhe des Sonnwendjoches, Tirol XII p. 531 lin. 5. 

Husnot Musci Galliae Nr. 868: Tayloria serraia Hedw., auf altem Kuh- 
dünger im Fichtenwalde zwischen Valsur und Mathon bei Galtür, Tirol XXVII 
p. 106. 

Husnot Musci Galliae Nr. 869: Splachnum sphaericum L., auf altem 
Kuhdünger im Fichten walde des Verwallthales ober St. Anton, Tirol XXV p. 377. 

XXIL Siilden. 

Krypt. Vindob. exs. 152: Stereocaulon älpinum Laur., auf steinigem Boden 
bei Sulden, leg. Zahlbruckner. 

XXY. Arlberg. | 

Conida rutescens Arn., Zopf Hedwigia 1896 p. 325, C. punctella Arn. 
Tirol XXV p. 369, 402: diese Flechte unterscheidet sich von C. punctella Nyl. 
hauptsächlich durch die Jodfärbung des Hymeniums (hym. jodo vinosum) und 
das hellere Hypothecium (hyp. suhincolor), auch sind die Sporen etwas grösser. 

XXYIII. Wolkeiisteiii. 

Aufenthalt vom 17.— 26. August 1896. 

I. Unmittelbar an der Strasse gegen St. Ulrich sind durch Absprengen des 
Porphyrs kahle Felswände entstanden. Einige Felsen blieben jedoch unberührt 
und an einem derselben, begleitet von Äspicilia flavida Hepp, war Biatora lygaea 
Ach. in grösserer Menge verbreitet; von hier in Arn. exs. 1706 a aufgenommen. 

Biatora lygaea Ach. syn. 1814 p. 34, Schaer. Enum. p. 117, ic, Mass, 
ric. fig. 247; exs. Schaer. 626, Anzi 121, Rabh. 768, Erb. critt. it. I 692, II 
620, Arn. 1706 a, h. 

Auf einem Blocke an der Strasse bemerkte ich auf dem Thallus von 
JRhizocarpon geographicum einen kleinen, habituell dem Ticliothecium macro- 
sporum ähnlichen Parasiten, welcher sich nach der durch Herrn Prof. Dr. Zopf 
vorgenommenen Untersuchung als neue Art ergab: Mhymhocarpus punctiformis 



Licbcnologiscbo Ausflüge in Tirol. 



219 



Zopf in Hedwigia 1896 p. 357: epithec. viride, hyp. incolor, sporae incol., sim- 
plices, eUipsoid. rel oUongae, 010 — 12 mm lg., 004 — 5 ??m lat., octonae. 

An einer jenseits des Baches ansteigenden Wand überzieht unweit der 
sterilen Lecanora suhradiosa Nyl. die gleichfalls weiss gefärbte L. suhcarnea Sw. 
1791, Th. Fries Scand. p. 246, Arn. Flora 1870 p. 216, Tirol VIII p. 296, das 
Gestein: planta albesc, thallus crassior, rimosoareolatus, C —, K flavesc, apoth. 
carneoalhesc, C—, sporae ohlongae, 012— 15 mm lg., 006— 7 mm lat. 

Biplotomma porphyricum Arn. ist von diesem Standorte in Arn. exs. 1710 
enthalten. 

Geht man nunmehr von der Strasse hinweg in der Richtung gegen St. Peter 
durch die bewaldete Berghalde, in welcher Stictina fuliginosa und Pannaria 
caeruleobadia (conoplea) an den bemoosten Blöcken durch Häufigkeit auffallen, 
so gelangt man bei einer Wegbiegung an wandartige Felsen, woran Buellia saxa- 
tilis Schaer. vorherrscht. Daneben befindet sich der äusserlich ähnliche sterile 
Thallus der rertusaria WulfeniiBC. f. variolosa Sch., Arn. Tirol XXIV p. 263. 
Auf diesem Thallus sah Herr Prof. Zopf unregelmässige schwarze, nur 1mm 
breite Flecke: Rosellinia Groedenensis Zopf in Hedwigia 1896 p. 350: apoth. 
atra, aggregata, suhglohosa, hasi immersa, paraph. tenues, sporae simplices, 
fuscae, ovales, 016 — 24 mm lg., 010— 12 mm lat. 

Weiter aufwärts an der Bcrghalde sind da und dort grössere Gruppen von 
Porphjrblöcken in Geröllmassen vereinigt. Auf dem von Pichten beschatteten 
Gestein liegt häufig eine Pflanzendecke, an welcher sich besonders Moose und 
Flechten betheiligen: Gladonia silvatica L., Gl. amaurocraea und die von einem 
solchen Blocke in Arn. exs. 1607 & aufgenommene Gl. cy anipes Smft; ferner die 
nicht häufige Gl. fimhriata f. carpopJiora Fl. Comm. p. 56 (est quasi f. tubae- 
fonnis gracilior, margine scyphi apotheciis ohsita) ; Stictina scrohiculata Scop. 
(blos ein Exemplar). Der Pilz Illosporium carneum Fr. S. Myc. 3 p. 259, Sacc. 
sjll. 4 p. 657, Rabh. D. Krypt.-Flora 1844 p. 225, Zopf in Hedwigia 1896 
p. 345, exs. Arn. Monac. 456, verursacht kleine blassröthliche Staubhäufchen auf 
dem Thallus der Feltigera polydactyla. — An den von Bäumen nicht beschatteten 
Geröllmassen treten fast alle Tirol XXVIII p. 120 erwähnten Flechten auf; hiezu 
kommen : 

1. Biatora lygaea koh., ausgegeben in Arn. 1706 

2. Lecidea speirea Ach., mit Tichothecium gemmiferum T. 

3. Biatorina nigroclavata Nyl. f. lenticularis Arn. Jura Nr. 324, exs. Arn. 
Monac. 180, 404, Harmand lieh. Lorrain. IX Nr. 519: zerstreut zwischen anderen 
Arten: thallus suhnullus, apoth. minuta, plana, atra, epithec. granulat., fusco- 
nigricans, K — , hym. incolor, paraph. discretae, clava suprema fusca, hypt. 
lutesc, sporae incol., indistincte Iseptat., non raro cum 2 — 3 guttulis, 000 ad 
12 mm lg., 003 mm lat., octonae. 

4. Buellia verruculosa Borr., Arn. Jura Nr. 380, München Nr. 287: selten. 

5. Bhizocarpon excentricum Ach., Nyl. 

6. Lithoicea nigresccns Pers. : thallus sat tenuis, minute areolatus, sporae 
001S—25mm lg., 008— 12 mm lat. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 30 



220 



F. Arnold. 



7. Verrucaria papulosa Fl., Koerb., Arn.: thallus tenuis viridis, apoth. 
atra, parva, emersa, sporae oblong., 0' 018 mm lg., 006— 8 mm lat. 

In einer Waldquelle waren die Steine mit Verrucaria aethiohola Wbg., 
Arn. München Nr. 365, Jura Nr. 498, überzogen: thallus gelatinosus, nigricans, 
siccus viridis, nitidus, apothecia thallo ohtecta, apice prominentia, sporae oblong., 
elongato-oblong., 030mm lg., 012mm lat. Diese Verrucaria ist in Arn. exs. 
1712 enthalten und bedeckt an Ort und Stelle noch gegen 8 m abwärts die vom 
Quellwasser befeuchteten Steine. 

Die höchste Erhebung des Porphyrs in Groden ist der den Namen Ra- 
schöz (2283 m) führende Bergrücken nördlich ober St. Ulrich. Ober dem Gemeinde- 
walde zieht sich ein mit blockartigen Porphyrfelsen besätes Wiesengelände hin, 
dessen Steinflechtenflora die alpinen Arten der obersten Bergkämme noch keines- 
wegs in sich schliesst: Cornicularia tristis (selten), Imbricaria encausta, Gyro- 
pliora vellea (nicht über 4 cm breit), Placodium murale Schb. (specimina sat 
robusta). Besonders häufig ist Lecanora cenisia Ach., von hier in Arn. exs. 1701 
ausgegeben : apothecia regulariter fusconigricantia, spermatia curvata, 024 mm 
lg., porrecta essent 033 mm lg.; Aspicilia caesiocinerea Nyl., Psora atro- 
brunnea Ram., Lecidea confluens Fr. 

Conida punctella Nyl., Arn. Jur. 1890 p. 46 Nr, 654, Rehm in Rabh. 
D. Krypt.-Flora 1896 p. 423, Zopf Hedwigia 1896 p. 325, parasitisch auf dem 
Thallus von Diplotomma porphijricum, wurde von Herrn Prof. Zopf an Porphyr- 
blöcken am Wege von Christina zur Regensburger Hütte beobachtet. 

II. Der Weg von St. Ulrich nach Pufels hinauf ist lichenologisch ohne 
Bedeutung. p]inzelne Funde können an jeder Stelle gemacht werden. An einer 
abschüssigen Erdböschung hatte sich auf dem vorstehenden Sand- und Augit- 
porphyrgestein die unscheinbare Aspicilia flavida Hepp angesiedelt: sie ist von 
hier in Arn. exs. 1552 & enthalten. 

Celidium varians Dav. findet sich auf der Apothecienscheibe der ohnehin 
schon mit Lecidea intumescens Flot. und Buellia saxatilis f. insularis Arn. 
behafteten Lecanora sordida auf Augitporphyr am Gehänge bei Plan (Tirol 
XXVIII p. 119). 

Am gleichen Standorte Lecidea vitellinaria Nyl. auf dem Thallus von 
Candelaria vitellina. 

III. Die gewaltigen Dolomitwände des Langethals bei Wolkenstein (v. Richt- 
hofen p. 198) haben die natürliche Farbe des Gesteins und ein Flechtenüberzug 
ist daran nicht zu erkennen. Auf der Thalsohle sind Ueberreste des Fichten- 
waldes vorhanden, welcher jedoch im Hintergrunde des Thaies gänzlich aufhört; 
einzelne der Axt nicht leicht zugängliche Bäume sind noch an den obersten Steil- 
gehängen sichtbar. Die wenigen, unten im Thale an zerstreuten grösseren Kalk- 
und Dolomitfelsen beobachteten Flechten sind an keiner Stelle häufig: 
Parmelia obscura lithotea Ach. Gyalolechia aurea Schaer., Anzi exs. 
Placynthimn subradiatum Nyl. (steril). 314. 

Physcia obliterans Nyl. (steril). Acarospora glaucocarpa Wbg. 



Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



221 



Thelidium dominans Arn. 
Lethagrium pohjcarpon Schaer. 
L. multipartitum. Sm., c. ap. 
Synalissa mmulosa Hoif. 
Tichothecium pygmaeum Kb. auf dem 
Thallus von Lecidea lithyrga. 



Gyalecta cupularis. 
TItalloidima candidum Web. (var.). 
Biatora rupestris : calva Dcks. et in- 

crustans DC. 
Lecidea lithyrga Fr. 
Encephalograplia cerehrinaltinm. (thal- 
lus pallide caesius). 

Gyalolechia aurea Scb. f. mpicola Arn., Anzi exs. 314 (sporae 018 mm 
lg., 005— 6 mm lat.); a plauta terrestri nonnibil diffort tliallo distinctius lobato, 
apotheciis minus numerosis, laetius coloratis. Sporae plantae tirolensis suhfusi- 
formes, Iseptat., 018 — 24 mm lg., 005— 6 mm lat. 

Thalloidima candidum Web., sparsam an ein(^m Felsen: forma babitu 
exteriore ad Iii. diffractum Mass. accedens: thalli glehulae discretae, minute 
papillatae, apoth. minora, glebidis adfixa, nuda vel caesiopruinosa, epith. 
fuligin., K ciolaceopurpurasc, hyp. subincolor, sporae fusiformes, Iseptat., 
018 mm lg., 003 mm lat. Diese Form scbliesst sieb babituell an Th. diff'ractum 
Mass. an (apud specimen Massalongi, in herb. v. Kplbbr. asservatum: epithec. 
fuligin., K roseoviolasc, hyp. lutescens, non incolor, sporae Iseptat., non rare 
cum 3 — 4 guttidis, 010—18 mm lg., 003 mm lat.). Die alpinen, in den Exsic- 
catis fast gar nicht eutlialtenen Formen von Th. caeruleonigricans und candi- 
dum können lioiit zutage deshalb nicht genügend unterschieden vi^erden, weil er- 
schöpfendes Material noch nicht vorliegt: comp. Arn. Tirol XVI p. 403. XVIII 
p. 267, Th. Fries Scand. p. 339. 

Blickt man von Wolkenstein nördlich auf die letzten obersten Höhen des 
Laugethals, so lässt sich ein kleiner Felszacken unterscheiden, in dessen N<ä,he die 
Ladinia-Hütte errichtet wurde. Weiter nach rechts erkennt man die bei Sonnen- 
licht weiss schimmernden Kalkfläclien, deren Flechten Vegetation jetzt wenigstens 
einigermassen aufgeklärt ist. Am 23. August 189G vermochte ich zwar nur bis 
in die Nähe jener Hütte zu gelangen, iillein einige Tage später drang Berghut- 
mann Edmund Neugschwenter von Kastelruth bis zu den Kaikflächen vor und 
brachte, die ertheilte Weisung, Steinflechten blos einer günstigen Localität, nicht 
aber mehreren Standorten zu entnehmen, richtig erfassend, eine grössere Zahl 
von Exemplaren mit, so dass Lecidea subumbonata Njl. in Arn. lieh. exs. 1707, 
1708, unter Nr. 1708 mit dem parasitischen Tichothecium pygmaeum Kb. ver- 
öffentlicht werden konnte. Dort oben treten die Schichten des Wenger Kalkes zu 
Tage, deren Flechtenflora mit der Flora am Gatschkopf (Tirol XXVI p. 102) zu 
vergleichen ist. Eine Viertelstunde vor der Ladinia-Hütte ragt aus dem begrasten 
Boden eine niedrige Kalkbank hervor; dunkelblaues Aconitum fing eben zu blühen 
an. Hier nahm ich Proben von Erdflechten mit: 



Species terrestres. 

Cladonia pyxidata : simplex et pocil- 

lum Ach. 
Gyalolechia aurea Schaer. 



Species muscicolae. 

Parmelia caesitia Nyl. 

Callopisma cerinum stillicidiorum H. 

Blastenia leucoraea Ach. 

30* 



222 



F, Arnold. 



Dimelaena nimhosa Fr. 

Binodina mniaraeiza Nyl. 
Secoliga foveolaris Ach. 
Tlialloidima caeruleonigricans. 



Binodina turfacea W. f. roscida Smft. 
Lecanora Ilageni Ach. 
Lecidea Wulfeni Hepp. 
Thelo])sis melatlielia Nyl. 



Psora decipiens Ehr. 

Dacampia Hookeri Borr. 

Placidium cartilagineum f. daedaleum 

Kplhbr. (terrestre). 
Pharcidia Schaereri Mass. auf Da- 

campia. 

Cladonia pyxidata pocillum Ach.: squamae fiiscescentes, crassae, crustam 
confluentem formantes. 

Parmelia caesitia Nyl. in Norrliii Berätt. 1873 p. 326: subsimilis P. 
caesiae, sed raox distincta medulla K — ; Wainio Adj. 1883 p. 135: est forma 
P. tribaciae, thallo intricato differens, nomine proprio vix distingiienda; exs. Arn. 
745, teste Nyl. in lit., Tirol XX p. 384. Die Flechte bei der Ladinia-Hütte hat 
nicht den Habitus der P. caesia (laciniae stellari-adpressae), sondern schliesst 
sich an P. trihacia Ach. an : laciniae breviores, latiores, subadscendentes, non- 
nihil intricatae, margine hic inde leviter sorediosae, med. K — . 

Binodina turfacea roscida Smft., Arn. Tirol XV p. 372: nicht häufig: 
thallus minute granulahis albesc, K—, apoth. minora, nigricantia, subpruinosa, 
margine albesc, integro, sporae incanae, viridulae, fuscesc, 030— 34 mm lg., 
0010— 15 mm lat. 

Lecidea Wulfeni: spermog. atra, pimctiformia, spermat. varie curvata, 
0014— 25 mm lg., 001mm lat. 

Die dort zerstreut umherliegenden, handbreiten Kalksteine fand ich vor- 
wiegend mit Lecidea rhaetica und L. enteroleuca f. granulosa bewachsen. Der 
Dolomit eines ßinnsals, worüber bei Regenwetter das Wasser hinwegfliesst, wiir 
mit Amphoridium Ilochstetteri Fr., pl. alpina Tirol XXIII p. 131, überzogen: 
apothecia pro maxima parte elapsa. Auf dem Wenger Kalk in der weiteren 
Umgebung der Ladinia-Hütte wurden folgende Flechten beobachtet: 

1. Parmelia caesia Hoff., steril. 

2. Pai-melia caesitia Nyl. : laciniae breviores et apicem versus latiores 
quam apud P. caesiam. 

3. Phgscia elegans Lk. 

4. Callopisma aurantiacum. (Lghtf.), Tirol XXI p. 122: thallus plus minus 
crassus. 

5. Gyalolechia lactea Mass. sched. p. 133, Arn. Jura Nr. 132, Tirol XXIII 
p. 120: thallus albescens, sat tenuis vel subnullus, K — , apoth. rubesc. auran- 
tiaca, saepe nonnidla aggregata, K sporae dyblastae, loculis valde approxi- 
matis, 0' 018 mm lg., 006 mm lat., octonae. 

6. Gyalolechia aurella Hoff'., pl. saxicola alpina Arn. Jura Nr. 133, G. 
aurella Arn. Tirol XXI p. 122 Nr. 177. {C. aurella Arn. Tirol XXI p. 122 Nr. 173 
est eadem species, colore apotheciorum autem nonnihil differt.) 



Lichenologisclie Ansflttge in Tirol. 



223 



7. Pyrenodesmia varidbilis Pers. f. granulosa Arn. Tirol IV p. 640: diese 
in den Kotlkalpen ober der Waldregion nicht seltene Form gleicht habituell einer 
Binodina oder Acarospora und kommt am obigen Standorte gerne längs des 
Randes der auf dem begrasten Boden zerstreut umherliegenden Steine vor: thalhis 
granulatus vel tenuis et areolatorimiilosus, fuscidulus, apothecia fusca, rufo- 
fusca, margine concolore, epith. fuscesc, K roseoviolasc, sporae polaridyblastae, 
0015— 17 mm lg., 0-008—lOmm Tat. 

Pyr. Agardhicma Mass. (1853), Arn. Jura Nr. 141; ecrustacea 'biß. (ISQl), 
Crombie brit. 1804 p.391 ; intercedensTvev. (1869); alboirniinosa T. Fries Sc. (1874). 

f. alpina Hepp ad specimen a cel. Met zier prope St. Moriz, 1860 Nr. 46 
collectum, Arn. Tirol XXI p. 123, Stizenb. helv. 1882 p. 101: thalhis minus 
evoliitiis, tenuis, sordide albesc, areolatorimiilosus vel siibnidlus, apothecia mi- 
nora, nigricantia, margine evanescente concolore. Auch diese Form kommt bei 
der Ladinia-Hütte auf Steinen vor. Wahrscheinlich fallen beide Formen, wie 
Stizenberger helv. p. 101 vermuthet, unter f. ocellulata und percaena Ach.; 
comp. Nyl. Sc. p. 138, Th. Fries Sc. p. 173. 

[Pyrenodesmia olivacea Mass. Mon. Blast. 1853 p. 124, Beltram. Bassan. 
1858 p. 133 est forma P. variabilis et secundum specimen ex herb. Massal. ab 
Anzi acceptum parum differt tliallo rimosoareolato, pallide cervino, K — , C — ; 
apoth. magnitudine ab Ulis P. variabilis non diversa, fusconigric, margine albo, 
epith. fuscesc, K violasc, spor. 015 mm lg., 0'007 mm lat^ 

8. Placodium dispersoareolatum Schaer., Arn. Tirol XXIII p. 120. 

9. Acarospora glaiicocarpa Wbg. f. conspersa Fr. 

10. Pinodina Bischoffd f. immersa Kb. : thalhis maciila indicatus, apoth. 
parva, i)lana, non raro jam elapsa, epith. fusc, sporae speciei, 018 mm lg., 
010—14 mm lat., octonae. 

11. Lecanora dispersa Vers.: apoth. sordide lutesc, albomarginata; atque 
f. coniotropa Fr.: apoth. fiiscorufa, margine cinerascente. 

12. Aspicilia calcarea L. f. contorta Fl.: areolae discretae, apoth. areolis 
impressa, albidopruinosa. 

13. Aspicilia cinereorufescens Ach. : sanguinea Kplhbr. f. subcandida Arn. 
(huc ])ertiuet Tirol XXIII p. 118 lin. 2 Nr. 11, XXIV ]). 264): thalhis subcandidiis, 
amylaceus, tenuiter rimulosiis, K — , C — , hyph. amyloid., apoth. saepe irregu- 
lariter elongata, minor a, disco fiiscorufo, margine albo, integro, epith. fuscesc, 
hyp. incolor, gonidiis subjacentibus, sporae oblongae vel ovales, 018 — 21 mm 
lg., O'OlO — 14 mm lat., octonae. 

14. Hymenelia caerulea Kb., Arn. Tirol XXI p. 129: thalhis subnullus, 
apoth. sat parva, atra, plana, epith. laete smaragduhim, ac nitr. colorat., hyp. 
incol., sporae oblong., 012— 15 mm lg., 008 mm lat., octonae. 

15. Lecidea subumbonata Nyl. Flora 1872 p. 358, Stizenb. helv. p. 185, 
Arn. Tirol XXVI p. 103: thallus albus, amylaceus, K—, hyph. amyloid., apoth. 
atra, nuda, opaca, non raro plura aggregata et rosulata, epith. atrocaerul., ac 
nitr. colorat., hym. incol, hyp. sordide fuscum, sporae ovales, 010 mm lg., 
007 mm lat. vel oblongae, 012— 15 mm lg., 007 mm lat. 



224 



F. Arnold. Lichenologische Ausflüge in Tirol. 



16. L. rhaetica Hepp. 

17. L. atronivea Arn. Flora 1870 p. 123, Tirol XXI p. 136: in gut aus- 
gebildeten Exemplaren: thalhis albus, crassior, tenuiter rimulosus, amhitu non- 
nihil pseudoeffiguratus, K — , C — , hypli. non amyloid., apoth. minor a, ater- 
rima, numerosa, epith. saturate smaragdulum, ac. nitr. colorat., apice non 
granulat., hym. leviter smaragdulum, suh microscopio incolor, hyp. sordide 
fuscesc, sporae elongatoohlongae, 012 mm lg., 004 mm lat. 

18. L. petrosa kn\. Flora 1868 p. 36: thallus macula albcscente indicatus, 
apotheeiorum discus glaber, epith. fere caeruleum, hyp. sordide nigric.-caerul, ep. 
hyp. ac. nitr. colorat., sporae amplae, 018 — 21— 24 mm lg., 012— 14 mm lat. 

19. L. lithyrga ¥r., Arn. Flora 1868 p. 35: apoth. saepe itnpressoplicata, 
epith. smaragdulum, K — , hyp. rufofuscum, K colorat., sporae minores, non 
raro uno apice nonnihil cuspidatae vel fere subfusiformes, 0010 — 12 mm lg., 
005 mm lat., species ab affinibus tute distinguenda. 

20. L. subtumidula Njl., Arn. Tirol XXVI p. 103: thallus subnullus, 
apoth. minuta, atra, plana, epith. et hypoth. viridulo-fusconigric, ac. nitr. 
colorata, hym. incolor, paraphyses laxae, clava suprema fuliginea, sporae ovales, 
006— 7 mm^ lg., 005 mm lat., octonae. 

21. L. enteroleuca Ach., Nyl. f. granulosa Arn. Tirol XXI p. 137 Nr. 109. 

22. Endocarpon miniatum L. 

23. Stigmatomma clopimum W. f. protuberans Schaer. exs. 483, Arn. 
Jura Nr. 469, Tirol XXI p. 145: a) initia thalli, dendritice effigurata (comp, 
adnotationes apud Mass. Sclied. crit. 1855 p. 40); b) thallus crassus, crustam 
continuam fuscam formans. Planta in alpibus calcareis sat vulgaris. 

24. Lithoicea tristis Kplhbr. 

25. Verr. rupestris Schrad., muralis Ach., Arn. Tirol XXVI p. 105: minus 
evoluta, apothecia minora, apice prominentia, sporae 018 mm lg., 012 mm lat. 

26. Ämphoridium dolomiticum Mass., foi'ma: thallus tenuissimus, albesc, 
apoth. parva, immersa, apice prominentia, sporae 024 mm lg., 012 mm lat. 

27. Thelidium decipiens Hepp f. scrobiculare Garov. tent. p. 67. 

28. Folyblastia hyperborea Th. Fries f. abstrahenda Arn. Tirol XXIII p. 125. 

29. Tichothecium pygmaeum Kb.: auf dem Thallus von: a) Callopisma 
aurantiacum; b) Lecidea subumbonata, Arn. exs. 1708; c) L. rhaetica; d) L. 
petrosa; e) L. enteroleuca f. granulosa. 

XXIX. Plaiisee. 

Biatorella campestris Fr., Rehm Ascomjc, 1170: dieses Exsiccat stammt 
von einer verkohlten Stelle an der Strasse, welche vom Plansee in östlicher 
Eichtung durch den Fichtenwald führt. (Biatorella campestris, vgl. Rehm in 
Rabh. D. Krypt.-Fl. 1896 p. 308, Arn. Jura 1890 p. 49; exs. adde Koerb. 385, 
Anzi 307, 551, Rehm Ascomyc. 1170.) 



Ein Beitrag zur Kcnntniss der böhni. Peronosporoen, Ustilaginecn und Urcdinccn. 225 



Eiu Beitrag zur Kenntniss der böhmischen Perono- 
sporeen, Ustilagineeii und Uredineen. 



* 22 Jahre sind verflossen seit der Zeit, wo J. v. Thümen^) in diesen 
„Verhandlungen" ein Verzeichniss böhmischer Pilze veröfl'entlichte, worin auch 
eine ansehnliche Serie von Arten obiger Familien enthalten ist. Seitdem wurde 
bis zum Jahre 1893 — soweit mir die Literatur bekannt ist — nichts mehr 
publicirt. In dem betreffenden Jahre erschien nämlich, ebenfalls in diesen „Ver- 
handlungen", eine Liste von Pilzen aus dem Riesengebirge und seiner südlichen 
Vorlagen von V. v. Cypers.^) Die älteren Verzeichnisse von Opiz, Veselskj, 
Kirchner und Peyl sind in vielen Hinsichten, besonders was die mikroskopi- 
schen Schwämme anbelangt, unbrauchbar, wenn nicht zugleich Beleg-Exemplare 
existiren, was auch schon Thümen, 1. c. bespricht. 

Mein vorliegendes Verzeichniss enthält Arten, die ich theils selbst im Jahre 
1896 gesammelt habe, theils vom Herrn Director E. Kabät in Welwarn und 
Herrn Oberlehrer Anton Weidmann in Wittingau bekam. Herr Director Kabät 
(K.) sammelte um das Jahr 1882 bei Hoch-Vesell, Herr Oberlehrer Weidmann 
(W.) hauptsächlich im Jahre 1890 in Südböhmen bei Lomnic a. d, Luznitz und 
bei Wittingau. Dem Herrn Director Kabät danke ich wärmstens für das ge- 
schenkte und dem Herrn Oberlehrer Weidmann für das zur Ansicht geschickte 
Material. Dem Herrn Prof. Dr. Paul Magnus in Berlin bin ich sehr verbunden 
für seine werthvollen Abhandlungen, die er mir schenkte, ebenfalls den Herren 
J. A. Bau raier in Pressburg, Prof. Axel Blytt in Christiania und Prof. Dr. 
J. Eriksson in Albano bei Stockholm für die zugesandten Separata. 

Ich selbst sammelte fast nur in der nördlichen Hälfte Böhmens, nämlich 
bei Turnau, Rovensko, Lomnic a. d. Cidlina, Böhm. -Aicha, Bodenbach, in der 
böhmisch-sächsischen Schweiz und dann um Prag. Ausserdem bekam ich einige 
gemeine Arten von Eleonorenhaiu im Böhmerwalde. Das ganze Verzeichniss ent- 
hält 136 Speeles, und zwar 8 Peronosporeen, 13 Ustilagineen und 115 Uredineen. 
Besonders was die Uredineen betrifft, ist dasselbe am reichhaltigsten von beiden 
citirten Beiträgen. Beleg-P]xemplare von den Arten, die ich und Herr Director 
Kabät gesammelt haben, befinden sich in meinem Herbar, die Arten von Wittingau 
und Lomnic a, d. Luznitz im Herbar des Herrn Oberlehrers Weidmann. 




Von 



Prof. Frauz Bubäk 



in Hohenstadt (Mähren). 



(Eingelaufen am 5. April 1897.) 



') J. V. Thümen, Beiträge zur Pilzflora Böhmens, 1. c, Bd. XXV, S. 523— .554. 
2) V. V. Cypers, Beiträge zur Kryptogamenflora des Riesengehirges und seiner Vorlagen. 
I. Pilze, 1. c, Bd. XLIII, S. 43—53. 



226 



Franz Bubäk. 



Peronosporaceae De Bary. 

1. Cystopus Candidus (Pers.) Lev. Capsella hursa pastoris: Kosif bei Prag, 

Eovensko. 

2. C. spinulosus De Bary. Cirsium arvense: Hetzinsel bei Prag; C. oleraceum: 

Rovensko. 

3. Phytophthora infestans (Mont.) De Bar3^ Solanum tuberosum: Rovensko, 

Turnau, Böhm. -Aicha, Bodenbach. 

4. Plasmopara pusilla (De Bary) Schroet. Geranium pratense : Bechovic bei Prag. 

5. P. densa (Rabh.) Schroet. Euphrasia odontites: Gross-Skal bei Turnau. 

6. Bremia Lactucae Regel. Tracjopogon pratensis: Neratovic. 

7. Peronospora parasitica (Pers.) Tul. Cardaria draba: Um Prag. 

8. P. effusa (Grev.) Rabh. Clienopodium album: Eleonorenhain. 

TJstilagineae Tul. 

1. TJstilago longissima (Sow.) Tul. Glyceria aquatica: Wittiugau (W.)! 

2. ü. nuda (Jens.) Kell, et Swingle. Hordeum vulgare: Bei Rovensko; Lomnic 

a. d. Luznitz (W.) ! 

3. U. Hordei (Pers.) Kell, et Swingle. Hordeum vulgare: Lomnic a.d. Luznitz (W.)! 

4. U. Avenae (Pers.) Jens. Bei Rovensko; Lomnic a. d. Luznitz (W.)! 

5. TJ. Panici miliacei (Pers.) Wint. Panicum miliaceum: Platz beiWittingau (W.)! 

6. U. violacea (Pers.) Tul. In den Staubbeuteln von Saponaria officinalis am 

Elbufer bei Bodenbach. 

7. U. utriculosa (Nees) Tul. Polygonum lapathifolium: Ktovä und Präslavice 

bei Rovensko. 

8. Cintractia Caricis (Pers.) P. Magn. Carex glauea: Rovensko, Böhm.-Aicha. 

C. brizoides: Wittingau (W.)! 

9. Sphacelotheca Hydropiperis (Schum.) De Bary. Polygonum Hydropiper: 

Wittingau (W.)! 

10. Tilletia Tritici (Byerk.) Wint. Tritieum vulgare: Wittingau (W.)! 

11. T. controversa J. Kühn. Schwarzerberg bei Brüx im Fruchtknoten von Triti- 

eum repens (1890). 

12. Urocystis Änemones (Pers.) Schroet. Manunculus repens: Gross-Skal. 

13. JhJntyloma serotinum Schroet. Symphytum officinale: Wittingau (W.)! 

Uredineae Biogn. 

1. Uromyces fabae (Pers.) De Bary. Vicia faba, II, III: Rovensko, Stepänovice; 

Hoch-Veseli (K.)! F. sativa, II, III: Um Rovensko verbreitet; Wittingau 
II (W.)! V. cracca, II, III: Wittingau (W.)! V. sepium: Bila bei Böhm.- 
Aicha. 

2. ü. Polygoni (Pers.) Fuck. Polygonum aviculare: Vysehrad bei Prag (II, 

28. /VII.); Wittingau (III, März, auf vorjährigen Stengeln, W.)! 



Ein Beitrag znr Kenntniss der böhin. Peronosporeen, Ustilaginecn und Uredineen. 



227 



3. ü. Silenes (Schlecht.) Fuck. Silene nutans, II, III: Skalicka bei Rovensko; 

Wittingaii (W.)! 

4. U. Trifolii (Hedw.) Lev. Trifolium repens, II, III: Vysehrad bei Prag, 
|br Gross-Skal; Hoch-Veseli (K.)! Wittingau I, III (W.)! T. Jiyhridum, II, 
^ III: Hoch-Veseli (K.)! 

5. U. Gerami (DC.) Otth. et Wartm. Geranium pratense,!: Hoch-Veseli (K.)! G. 

palustre: Schönborn bei Bodenbach (II, III, 16./ VIII.), Rovensko (III, 4./IX.). 
C. U. Betae (Pers.) Tul. Beta vulgaris, II, III: Hoch-Veseli (K.)! 

7. U. Acetosae Schroet. Mumex Acetosa: Lomnic a. d. Luznitz II, III (W.)! 

8. U. Dactylidis Otth. Dactylis glomerata, Trisetum flavescens: Vrane bei Prag 

II, III (14./VII.). 

9. U. Poae Rabh. Ranunculus ficaria, 1: Hoch-Veseli (K.)! Poa annua, II: 

Gross-Skal. 

10. U. Pisi (Pers.) De Bary. Euphorbia cyparissias, I: Um Prag, Neratovic, 

Lobositz, Böhm.-Aicha; Wittingau (W.)! E. esula, I: Oparner Thal bei 
Lobositz. Pisiim sativum., II, III: Rovensko; Hoch-Veseli (K.)! Wittingau 
(W.)! Lathyriis pratensis, II, III: Studene bei Rovensko. 

11. Uromyces Medicaginis falcatae (DC.) Wint. Trifolium agrarium, II, III: 

Rovensko. T. arvense, II: Wittingau (W.)! Medicago lupulina, II, III: 
Rovensko. M. falcata, II, III: Hoch-Veseli (K.)! 

12. ü. lineolatus Desm. Scirpus maritimus: Hoch-Veseli (II, III, K.)! Wittingau 

(II, W.)! 

13. TJ. Rumicis (Schum.) Wint. Bumex ohtusifolius, II, III: Zävist bei Prag, 

Gross-Skal, Rovensko, Dechtar bei Böhm.-Aicha, Neu-Biela bei Bodenbach; 
Hoch-Veseli (K.)! 

14. U. Alchemillae (Pers.) Fuck. Alchemilla vulgaris, III: Trosky, Gross-Skal. 

15. U. Astragali (Opiz) Schroet. Astragalus glycyphyllus, II, III: Bilä bei 

Böhm.-Aicha. 

16. U. Scrophulariae (DC.) Berk, et Br. Scrophularia nodosa, I, III: Gross- 

Skal (23./VII.). 

17. U. Ervi (Wallr.) Plowr. Vicia Ursuta, I, III: Wittingau (W.)! 

18. Puccinia Galii (Pers.) Schw. Galium uliginosum, II, III: Studene bei Ro- 

vensko; G. verum, II, III: Hoch-Veseli (K.)! G. mollugo, II, III: Rovensko, 
Trosky; Wittingau (W.)! G. silvaticum, II: Hoch-Veseli (K.)! 

19. P. ohtusa Schroet. Salvia verticillata : Zwischen Oujezd und Ktovä bei Ro- 

vensko II, III (4./VIII.); Wittingau III (W.)! 

20. P. Cirsii lanceolati Schroet. Cirsium lanceolatum, II, III: Ötepänovice bei 

Rovensko (l./IX.). 

21. P. Prenanthis (Pers.) Fuck. Prenanthes purpurea, II, III: Bad Wartenberg; 

Peiperz und Obergrund bei Bodenbach; Edmundsklamm, Rainwiese, Prebisch- 
thor. Lactuca muralis, II, III: Rovensko, Ti-osky (nur II), Gross-Skal; 
Hopfeuberg, Sperlingshäuser, Vogelgcsang bei Bodenbach. 

22. P. Lampsanae (Schultz) Fuck. Lampsana communis, I, II: Wittingau (W.)! 

II, III: Roztok bei Prag, Rovensko, Hopfenberg bei Bodenbach. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 31 



228 



Franz Bubäk. 



23. P. pulverulenta Grev. Epilobium monianum, II, III: Hopfenberg bei Boden- 

bach. 

24. P. Violae (Schum.) DC. Viola liirta, II, III: Eoztok bei Prag, Eovensko; 

Hoch-Veseli (K.)! Neschwitz bei Bodenbach. F. collina, II, III: Sichrov 
bei Tnrnau. F. silvestris, II, III: Rovensko, Rväcov bei Lomnic a. d. Cid- 
lina, Roztok bei Prag, Neu-Biehi bei Bodenbach. F. canina: Blatec bei 
Rovensko. 

25. P. PimpineUae (Strauss) Link. Pimpinella Saxifrago, II, III: Hoch-Veseli 

(K.)! Lomnic a. d. Luznitz (III, W.)! CerefoUum silvestre, II, III: Hoch- 
Veseli (K.)! 

26. P. Menthae Pers. Mentha arvensis, II, III: Häufig bei Rovensko, Sejkofic, 

Ktovä, Stepänovice, Lomnic a. d. Cidlina, Gross-Skal; Hoch-Veseli (K.)! 
Wittingau (W. )! Mentha silvestris, 11, III: Rovensko^ Gross-Skal; Wetter- 
stein und Dechtar bei Böhm. -Aicha; Nieder -Welhotten bei Bodenbach. 
Mentha piperita, II, III: Rovensko. Calamintha Clinopodixim, II, III: 
Rovensko, Trosky; Wittingau (W.)! 

27. P. graminis Pers. Berberis vulgaris, I: Büi-glitz, Baamgarten bei Prng, 

Gross-Skal; Hoch-Veseli (K.)! Wittingau (W.)! Triticum vulgare, II, III: 
Rovensko häufig, Gross-Skal, Turnau; Hoch-Veseli (K.)! Triticum repens, 
11, III: Rovensko, Gross-Skal; Wittingau (W.)! Avena sativa, III: Hnanic 
bei Rovensko. Agrostis vulgaris, II, III: Bora bei Rovensko. 

28. P. coronata Corda. Frangula alnus, I: Babka bei R4vnic; Hoch-Veseli 

(K.)! Wittingau (W.)! Rhamniis cathartica, I: Bubenc und Kinskj-Garten 
bei Prag. Holcus lanatus, II, III: Studene bei Rovensko. Holcus moUis, 
11, III: Bora und Blatec bei Rovensko. Melica nutans, II: Rovensko unter 
einem Strauche von Frangula alnus. Avena sativa, II, III: Turnau, 
Rovensko, Jicin verbreitet. Festuca pratensis, II, III: Hopfengarten und 
Sperlingstein bei Bodenbach, Rovensko. Triticum repens, II, III: Bilä 
bei Böhm. -Aicha. Triticum caninum, 11, III: Hoch-Veseli (K.)! Bei 
Wittingau auf nicht näher bestimmten Gramineen (W.)! 

29. P. sessilis (Schneid.) P. Magnus. Smilacina bifolia, Paris quadrifolia, I: 

Wittingau (W.)! 

30. P. Rubigo-vera (DC.) Wint. Lycopsis arvensis, I: Wittingau (W.)! Seeale 

cereale, II: Um Prag, Rovensko; Hoch-Veseli (K.)! Triticum vulgare, II: 
Bubenc bei Prag, Rovensko. Bromus sterilis, II: Roztok bei Prag. Bei 
Wittingau III auf Blättern einer nicht näher bestimmten Graminee (W.)! 

31. P. Simplex (Körn.) Eriks, et Henn. Hordeum vulgare: Hoch-Veseli II, III , 

(K.)! Wittingau III (W.)! 

32. P. Poarum Niels. Tussilago farfara, I: Um Rovensko, Turnau, Gross-Skal 

verbreitet, oft mit Coleosporium Tussilaginis ; Hoch-Veseli (K.)! Eleonoren- 
hain. Petasites officinalis Ötepanov bei Bilin (August 1895). Poa pra- 
tensis: Hoch-Veseli II, III (K.)! Wittingau II (W.)! 

33. P. Caricis (Schum.) Rebent. Urtica dioica, 1: Hoch-Veseli (K.)! Wittingau- 

(W.)! Carex sp. Hoch-Veseli II (K.)! Wittingau II, III (W.)! 



Ein Beitrag zur Kenntniss der bölim. Poronosporoon, Ustilaginccn und Uredinocn. 



229 



34. P. silvatica Schroet. Taraxacum officinale, I: Elbufer bei Bodenbach (l./IX.); 

Hoch-Veseli (Mai, K.)! Wittingau (W.)! 

35. P. Pringsheimiana Kleb. JRibes grossularia, I: Wittiugau (Juni, W.)! 

36. P. obscura Sebroet. Luzula campestris, II: Hoch-Veseli (K.)! Wittingau (W.)I 

37. P. Phragmitis (Schum.) Körn. Bumex crispus, I: Hoch-Veseli (Mai, K.)! 

Phragmites communis: Hoch-Veseli II, III (K.)! Wittingau III (W.)! 

38. P. Magmisiana Körn. Phragmites communis, II, III: Palda bei Eovensko; 

Hoch-Veseli (K.)! 

39. P. Ägrostidis Plowr. Äquilegia rulgaris, I: Chotebor (Dr. Mühlbach). 

40. P. Moliniae Tul. Molinia coerulea, II, III: Hoch-Veseli (K.)! Lomnic a. d. 

Luznitz (W.)! 

? 40 b. P. perplexans Plowr. JRanunculus acer, I: Hoch-Veseli (K,)! 

41. P. suaveolens (Pers.) Rostr. Prag: im Stadtpark, bei Roztok; Rovensko, 
|k Lomnie a. d. Cidlina, Bodenbach, Hoch-Veseli (K.)! Wittingau (W.)! auf 
P' Cirsium arvense. 

42. P. Hieracii (Schum.) Mart. Hieracium pilosella, II: Ruine Rothstein bei 

Rovensko; H. miiroriim, II, III: Rovensko, Neudörfel bei Bodenbach. H. 
horeale. II, III: Vrane bei Prag. Cichorium intybus: Pankräc bei Prag II, 
III, Ktovä bei Rovensko II, Hopfengarten und Sperlingstein bei Boden- 
bach II, III. Leontodon hastile: Vysehrad bei Prag II, III, Wittingau 

II (W.)! Crepis biennis, II, III: Rovensko, Hopfenberg bei Bodenbach. 

43. P. Taraxaci Plowr. Taraxacum officinale: Vysehrad bei Prag II, ver- 

breitet um Rovensko, Trosky, Gross-Skal, Turnau II, III, Sperlingstein 
und Bodenbach II; Hoch-Veseli II, III (K.)! 

44. P. Centaureae Mart. Centaurea jacea, II, III: Sejkorice bei Rovensko. 
I Centaurea Scabiosa, II, III: Lochtuse, Lestkov bei Rovensko. Serratula 
^ tinctoria, II, III: Hoch-Veseli (K.)! 

45. P. Cirsii Lasch. Cirsium canum: Lhotka bei Rovensko II, Dorf Hopfen- 

garten bei Bodenbach II, III. Cirsium oleraceum, II, III: Studene bei 
Rovensko, Wetterstein bei Böhm. -Aicha. Carduus crispus, II: Elbufer in 
Bodenbach. Lappa tomentosa: Lhotka bei Rovensko II, III, Elbufer bei 
Bodenbach III; L. minor: Roztok bei Prag III; Lappa sp., II, III: 
Wittingau (W.)! 

4G. P. bullata Pers. (Schroet.). Peucedanum Cervaria, III: Nesvic bei Boden- 
bach. 

47. P. Polygoni Alb. et Schw. Poh/gonum convolvulus: Bei Rovensko II, III, 

Lomnic a. d. Cidlina II; Hoch-Veseli IL III (K.)! AVittingau II, III 
(W.)! P. dumetorum, II, III: Roztok bei Prag. 

48. P. Poh/goni amphibii (Pei's). Poh/gonum amphibiiim, II, III: Lomnic a. d. 

Cidlina, Rovensko, Gross-Skal; Hoch-Veseli (K.)! 

49. P. Tanaceti DC. Tanacetum vulgare: Rovensko II, III; Hoch-Veseli II, 

III (K.)! Wittingau III (W.j! 

50. P. oblongata (Link) Wint. Kn(''zska Sti-an bei Rovensko auf iMZula pilosa 

II und erst 28./ VIII. III. Wittingau II, III (September, W.)! Die Teleuto- 



230 



Franz Bubäk. 



sporenlager sind schwarzbraun; besonders im Frühjahre erscheinen sie auf 
dürren Blättern mehr bräunlich als schwärzlich. 

51. P. Anthoxanthi Fuck. Anthoxanthum odoratum: Hoch-Veseli II, III (K.)! 

Lomnic a. d. Luznitz III (W.)! 

52. P. Maydis Carr. Zea Mays, II, III: Hoch-Veseli (K.)! 

53. P. Baryi Berk, et Br. Brachypodium silvaticum: Hopfenberg bei Boden- 

bach II (16./VIIL). 

54. P. Acetosae (Schum.) Wint. Bumex Acetosa: Bei Eovensko mehrfach II, 

selten III, Elbufer bei Bodenbach II, Hoch-Yeseli II (K.)! 

55. P. Bistortae (Strauss) DC. Polygonmn Bistorta, II, III: Mehrfach bei 

Rovensko; Neu-Biela und Schönborn bei Bodenbach; Wittingau (W.)! 

56. P. mamillata Schroet. Polygonum Bistorta, II, III: Bora bei Rovensko 

(29. /VIII.) unweit der voranstehenden Speeles; Hoch-Veseli (Juni! K.)! 

57. P. argentata (Schultz) Wint. Impatiens noli tangere, II, III: Gross-Skal 

viel, Wetterstein bei Böhm. -Aicha. 

58. P. Tanaceti Balsamitae DC. Tanacetum Balsamita, II, III: Rovensko in 

Gärten nicht selten; Hoch-Veseli (K.)! 

59. P. Pruni Pers. Primus domestica: Lomnic a. d. Luznitz III (W.)! Prunus 

spinosa, II, III: Hoch-Veseli (K.)! 

60. P. Falcariae (Pers.) Fuck. Falcaria Bivini, Spermog. und I: Bürglitz. 

Vjsehrad bei Prag, Rovensko, Lobositz, Oparner Thal. 

61. P. Liliacearum Duby. Ornithogalum tenuifoUum, III: An der Elbe bei 

Neratovic. 

62. P. Tragopogonis (Pers.) Corda. Tragopogon pratense, Spermog.: Oparner 

Thal bei Lobositz (25. /V.). 

63. P. fusca Relhan. Anemone nemorosa, III: Hoch-Veseli (Mai, K.)! 

64. P. Bibis DC. Bihes rubrum: Hoch-Veseli (K.)! 

65. P Arenariae (Schum.) Schroet. Stellaria media: Hoch-Veseli (K.)! Stellaria 

nemorum: Bora bei Rovensko. Cerastium triviale, Spergula arvensis: 
Wittingau (W.)! 

66. P. Malvacearum Mont. Malva silvestris: Stepanovice bei Rovensko. M. 

rotundifolia, Althaea rosea: Hoch-Veseli (K.)! 

67. P. Circaeae Pers. Circaea alpina: Witting;i,u (W.)! 

68. P. Glechomatis DC. Glechoma liederaceum: Mehrfach bei Rovensko; Hoch- 

Veseli (K.)! Wittingau (W.)! 

69. P. Anemones virginianae Schwein. Anemone silvcstris\ Bilä bei Böhm.- 

Aicha (28./VIL). 

70. Triphragmium Ulmariae (Schum.) Link. Spiraea Ulmaria, III: Studene 

bei Rovensko. 

71. Phragmidium fragariastri (DC.) Schroet. Potentilla alba, II, III: Hoch- 

Veseli (K.)! Die Teleutosporen sind allmälig zum Stiele verschmälert, bei 
folgender Art überall gleich breit. Set. Prokopiusthal bei Prag I (15. /IV.). 

72. Phr. Sanguisorbae (DC.) Schroet. Bei Rovensko, Trosky, Turnau nicht selten 

auf Poterium Sanguisorba, II, III. Hoch-Veseli (K.)! 



Ein Beitrag zur Kenntniss der böhin. Pcroaosporeen, Ustilagineon und Urcdineen. 231 

73. Phr. Potentillae (Pers.) Wint. Potentilla argentea, II, III: Rovensko, Ruine 

Rothsteiu, Rvacov bei Lomnic a. d. Cidlina, Neschwitz bei Bodenbach, 
Roztok bei Pra^; Wittingau (W.)! P. cinerea, II, III: Hoch-Veseli (K.)! 
P. Verna, II, III: Neschwitz und Sperlingstein bei Bodenbach; Wittingau 
(W.)! 

74. Phr. Tormentillae Fuck. Potentilla Tormentilla, II: Charouzküv häj bei 

Rovensko (4./IX.), Spitzhüttel bei Bodenbach (13./VIII.); Hoch-Vesell (K.); 
Wittingau II, III (October 1890, W.)! Die Teleutosporen entwickeln sich 
gewöhnlich erst Mitte October. 

75. Phr. violuceum (Schultz) Wint. Pubus vilUcaulis, II, III: Bei Rovensko nicht 

selten; Gross-Skal. R. thyrsoideus, II, III: Rovensko, Trosky. P. nemo- 
rosus, II, III: Neschwitz bei Bodenbach. P. radula, amoenus, II, III: 
Wittingau (W.)! Im Walde Bora bei Rovensko fand ich diesen Pilz mit 
dreizelligen, seltener vierzelligen und auch mit zweizeiligen Teleutosporen. 
7G. Phr. Puhi tPers.) Wint. Ruhus nemorosus, II, III: Rovensko nicht selten, 
Trosky, Wetter.steiu bei Böhm. -Aicha, Gabrielensteig in der böhmisch- 
sächsischen Schweiz; Hoch-Ve.seli (K.)! R. plicatus, II, III, Wittingau 
(W.)! R. caesiiis, II, III: Wetterstein bei Böhm. -Aicha. 

77. Phr. siibcorticium (Schrank) Wint. Rosa canina, II, III: Um Rovensko 

nicht selten, Dechtar bei Böhm. -Aicha. Rosae cultae, II, III: Rovensko; 
Hoch-Veseli (K.)! Neschwitz bei Bodenbach; Wittingau (W.)! Rosa canina, 
I: Hoch-Veseli (K.)! R. turhinata, I: Welwarn (K.)! Rosae cultae, I: Prag. 

78. Phr. tuherculatum J. Müller. Rosa canina, II. III: Hoch-Veseli (K.)! 

79. Phr. Rubi Idaei (Pers.) Wint. Ruhus Idaeus, I: Hoch-Veseli (K)! II, III: 

Rovensko auf cultivirtem R. idaeus, Wald Babylon auf spont., Gross-Skal, 
Prebischthor; Hoch-Veseli (K.)! Wittingau (W.)! 

80. Phr. carhonarium (Schlecht.) Wint. Sanguisorha officinalis, III: Hoch- 

Veseli (K.)! 

81. Gi/mnospoi'anfjium Sahinae (Dicks.) Wint. Pirus communis, I: Stepanovice 

und Sejkofice bei Rovensko; Königgrätz (Uzel)! 

82. G. confusum Plowr. Crataegus monogyna, I: Wittingau (W.)! 

83. G. juniperinum (L.) Wint. Pirus aucuparia, I: Gross-Skal, Dechtar bei 

Böhm.-Aicha; Hoch-Veseli (K.)! Eleonorenhain. 

84. Melampsora Helioscopiae (Pers.) Wint. Euphorbia Helioscopia : Mehrfacli 

bei Rovensko; Hoch-Veseli (K.)! PJ. esula: Viel auf den Elbufern bei 
Bodenbach. 

85. 31. Lini (Pers.) Tul. Linum catharticum: Lickovka bei Ifovensko; Wel- 

warn (K.)! 

8G. 3/. farinosa (Pers.) Schroet. Salix Caprea: Viel bei Rovensko, Gross-Skal, 
Böhm.-Aicha. Bodenbach, Eleonorenhain; Hoch-Veseli (K.)! S. aurita: 
Bora bei Rovensko, Neudörfel und Spitzberg bei Bodenbach. 

87. M. epitea (Kunze et Schmidt) Thüm. Salix viminalis, rubra: Wittingau (W.)! 

88. M. mixta (Schlecht.) Schroet. Salix purpurea: Rovensko. 

89. M. Vitellinae (DC.) Thüm. Salix fragilis: Stepänovice, Rovensko. 



232 



Franz Bubäk. 



90. M. Tremulae Tul. Populus Tremula: Geraein bei Rovensko, Gross-Skal, 

Turnau, Sichrov, Böhm. -Aicha, Bodenbach, Stepanov bei Bilin, Eoztok 
bei Prag; Hoch-Veseli (K.)! 

91. 31. aecidioides (DC.) Schroet. Populus alba: Wittingau (W.)! 

92. M. populina (Jacq.) Lev. Populus nigra: Hoch-Veseli (K.)! Wittingau (W.)! 

93. M. Hypericorum (DC.) Schroet. Hypericum montanum: Hoch-Veseli (K.)! 

94. M. hetuUna (Pers.) Tul. Beiula alba: Verbreitet bei Rovensko, Spitzberg 

bei Bodenbach; Hoch-Veseli (K.)! Wittingau (W.)! Betula puhescens: 
Neu-Biela und Spitzberg bei Bodenbach, Edmundsklamm .und Prebisch- 
thor; Hoch-Veseli (K.)! 

95. Melampsorella Cerastii (Pers.) Schroet. Cerastium arvense, II: Im Walde 

beim Dorfe Hfedly unweit Zdic (4. /VI.), zwischen Votvovic und Minie bei 
Kralup (l./VL). Stellaria nemorum, 11: Gross-Skal (23. /VII.). Die Sporen 
von der letzten Pflanze sind bleicher als von C. arvense. 

96. Pucciniastrum Epilohii (Chaill.) Otth. Epilohium roseum: Nicht selten 

bei Rovensko, Gross-Skal, Dechtar bei Böhm. -Aicha; Wittingau (W.)! E. 
angustifolium : Knezska- Sträu bei Rovensko, Hopfenberg, Sperlingstein 
und Neschwitz bei Bodenbach; Wittingau (W.)! 

97. P. Circaeae (Schum.) Speg. Circaea alpina: Wittingau (W.)! 

98. Thecopsora areolata (Wallr.) Magn. Prunus Padus: Gross-Skal; Hoch- 

Veseli (K.)! 

99. Th. Galii (Link). Galium, mollugo-. Rovensko II, Roztok bei Prag III. 

100. Th. Vacciniorum (Link) Karst. Vaccinium myrtillus, II: Bora bei Rovensko; 

Hoch-Veseli (K.)! 

101. Th.? Pirolae (Gmel.) Karst. Pirola chlorantha: Bilä bei Böhm. -Aicha im 

W^alde „Babylon" (28./VII.). i) 

102. Th. Agrimoniae Eupatoriae (DC.) Diet. Agrimonia Eupatoria: Lomnic 

a. d. Luznitz (W.)! 

103. Coleosporium Senecionis (Pers.) Fr. Senecio vulgaris, II: Hoch-Veseli (K.)! 

S. viscosus: Rväcov bei Lomnic a. d. Cidlina II, III. S. silvaticus, II: 
Set. Johann bei Revnic, Schäferwand und Spitzberg bei Bodenbach, Rain- 
wiese und Prebischthor; Wittingau (W.)! 

104. C. Sonchi (Pers.) Schroet. emend. Sonchus arvensis: Mehrfach bei Rovensko, 

Hopfenberg bei Bodenbach; Wittingau (W.)! S. oleraceus: Hoch-Veseli (K.)! 

105. C. Tussilaginis (Pers.) Lev. Tussilago farfara: Verbreitet bei Rovensko, 

Gross-Skal, Turnau, Bodenbach. Senecio Fuchsii: Hopfenberg bei Boden- 
bach mit demselben Pilze auf T. farfara. 

106. C. Petasitidis (DC.) Lev. Wetterstein bei Böhm. -Aicha auf Petasites offi- 

cinalis, II. 

') Bei dieser Gelegenheit erwähne ich Chrysomyxa Pirolae (DC.) ßostr., welche ich am j 
31. März 1. J. hier hei Hohenstiidt auf P. minor fand. Zwischen üherwinterten Pflanzen fanden .sich , 
einige, bei denen alle Blätter mit noch nicht ganz entwickelten und über die ganze Blattuntersoite | 
sich erstreckenden Urcdolagern bedeckt waren. Das Mycelium dieses Kostpilzes überwintert also und 
erzeugt im Frühjahre neue Uredolager. 



Ein Beitrag zur Kenutuiss der böhra. Peronosporeen, Ustilagineen und Uredineen. 



233 



107. C. Campanulae (Pers.) Lev. Campanula rapunculoides : Verbreitet um 

Lomnic a. d. Cidliua, Rovensko, Gross-Skal, Turnau, Böhm. -Aicha, Boden- 
bach; Roztok bei Prag; Hocb-Veseli (K.)! Wittingau (W.)! C. Trache- 
lium: Rovensko. C. rotundifolia : Hopfenberg bei Bodenbach. C.patula: 
Wittingau (W.)! Phyteuma spicaHim: Wittingau (W.)! 

108. C. Euphrasiae (Schum.) Wint. Melampyrum arvense: Bora bei Rovensko. 

31. nemorosum : Knözska Stran bei Rovensko, Schafberg bei Böhm. -Aicha, 
Hopfenberg bei Bodenbach. M.pratense: Bora bei Rovensko; Hoch-Vesell 
(K.)! Wittingau (W.)! Euphrasia pratensis: Gross-Skal; Hoch-Veseli (K.); 
E. nemorosa: Ruine Rothstein bei Rovensko, Schaf berg bei Böhm.-Aicha. 
E. odontites: Hoch-Veseli (K.j! Bhinanthus hirsutus: Bei Böhm.-Aicha 
(28./VII.). 

109. Cronartium asclepiadeum (Willd.) Fr. Vincetoxicum officinale: Trosky 

(3./IX.). 

110. Cr. ribicolum Dietr. Rihes rubrum: Gross-Skal (9. /VIII.). B. aureum: 

Hoch-Veseli (K.)! 

111. Uredo Symphyti DC. Symphytum officinale: Sehr viel im Baumgarten bei 

Prag (5./VI.), Krüglitz und Schönborn bei Bodenbach (IG./VIII.); Hoch- 
Veseli (K.)! 

112. Uredo Scolopendrii Fuckel. Nur auf einem einzigen Blatte von Polypodium 

vulgare bei Gross-Skal. 

113. Aecidiiirti leucospermum DC. Anemone nemorosa: Hoch-Veseli (K.)! 

114. Peridermium Pini (Willd.). Roztok bei Prag auf einem Aste von Pinns 

silvestris (22. /VI.), ebenfalls zwischen Rican und Mukarov. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 

Von 

Colistautin Freih. t. Horiiiiizaki. 

II. Theil (Fortsetzung). 

(Eingelaufen am 1. März 181)7.) 



II. Ileterocera. 

2. Sphinges. 
Aoherontia 0. 

1. Ätropos L. 

Im ganzen Lande, bis in die höheren Gebirgsthäler, Herbstgeneration 
häufig, fliegt gerne an das Licht. Czcrnowitz 24. September bis 2. November 



234 



Constantin v. Horrauzalci 



frische Stücke, Krasna von Anfang September an, bisweilen in Menge; überall 
im Thale des grossen Sereth, im Juli auch die Raupen auf Kartoffelfeldern; 
Kloster Putna Ende August; ferner von Fundu-Moldo vei und Capu- 
Campului erhalten (Proc), Onut am Dniester (Petrino), Kupka „gemein", 
auch als Raupe (Sch. und Sch.'s S.), Radautz im Herbste häufig, selten aus 
überwinterten Puppen im Juni (Pwl. M.). Diese Art, sowie auch Deil. Livor- 
nica und Nerii sind hier regelmässigere Bewohner als im Westen, weil deren 
Verbreitung längs der Küsten des schwarzen Meeres und der zur Donau fliessenden 
Gewässer auf keine territorialen Hindernisse stösst, wie in den nördlich von den 
Alpen gelegenen Gegenden. Mein grösstes Bukowiner Exemplar spannt 118 mw. 

Sphinx 0. 

2. Convolvuli L. 

Im Tieflande und der montanen Region, nicht häufig. Bei Czernowitz 
und Slobozia-Comaresti an blühendem Geisblatt Mitte Mai bis (17.) Juni, 
dann die zweite Generation Ende August bis October, ziemlich selten; in Krasna 
nur ein c;^ im September, ein anderes Mitte August in dem benachbarten Bude- 
nitz gefangen; Gurahumora 9. September; Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s 
S.); Radautz nicht häufig (Pwl. M.). Die Bukowiner Exemplare übersteigen 
meist die gewöhnliche Durchschnittsgrösse. 

3. Ligustri L. 

Im Tieflande und vereinzelt bis in die montanen Grenzgebiete. In den 
Gärten von Czernowitz gemein, hier nebst D. EupJiorhiae der häufigste 
Sphingide; nur in einer, aber lang andauernder Generation, die sich ziemlich 
unregelmässig entwickelt, von Ende Mai oder den ersten Tagen des Juni bis 11., 
öfter bis 19. Juli noch in frischen Stücken, 1893 sogar noch am 3. August. Die 
Puppen nicht selten in lockerer Gartenerde in der Nähe von Planken, die er- 
wachsenen Raupen bis 9. September, nur an Flieder {Syringa vulgaris L.). Eine 
im Herbst 1889 verpuppte Raupe ergab den Schmetterling erst nach zweimaliger 
Ueberwinterung am 4. Juli 1891, obwohl ich die Puppe im geheizten Zimmer 
aufbewahrt hatte. Sonst nur sehr sporadisch und selten: Slobozia-Comaresti 
Ende Mai zwei Stücke an Geisblatt; Kupka „3. Juni ein Exemplar als grosse 
Seltenheit" (Sch.). Variirt wenig; bei einem von Herrn J. in Czernowitz ge- 
fangenen Exemplar ist der ganze Basaltheil der Hinterflügel bis zur inneren 
Querbinde einfarbig schwarz, die übrige röthliche Färbung eigenthümlich ver- 
blasst und ins Graue spielend, Vorderflügel grösstentheils schwärzlich bestäubt. 

4. Pinastri L. 

Nur in der montanen Region; in Krasna nicht selten, aber als Schmetter- 
ling schwer zu erlangen; nur in einer Generation. Ich fand einzelne von Fleder- 
mäusen oder Vögeln zerrissene Exemplare unter blühenden Linden, 18. und 20. Juli 
1894 und 26. Juli 1896, eine Raupe am Rune an einer Tanne {Äbies pectinata 
DC), dann wieder im Serezelthale auf einer Fichte {Äbies excelsa DC.) am 
30. August 1896 eine halberwachsene, die zuerst blos grün und weisslich gestreift 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina, 



235 



war; der braunrothe Rückenstreif kam erst nach der am nächsten Tage erfolgten 
letzten Häutung zum Vorschein; die Raupe verkroch sich am 11. September, lebt 
bei uns nur auf den genannten Baumarten. Bei Kupka „Raupe auf Tanne, 
ziemlich selten" (Sch.). Volovetz einmal Ende Mai gefangen (Pwl. M.). 

Deilephila 0.^) 

5. Galii Rott. 

Verbreitet und nicht selten, in zwei Generationen; Czernowitz und 
Slobozia-Comaresti, an beiden Orten in der zweiten Hälfte des Mai und 
Anfang Juni an Geisblatt, dann vom 1. August an Verbenen etc.; Krasna erste 
Generation um Echium vulgare am 1. Juni 1890, zweite zwischen dem 31. Juli 
und 3. August, wohl auch später, die erwachsene Raupe im Juli an Galium verum. 
Kupka häufig, auch Raupen (Sch. und Sch. 's S.). Radautz einmal gefangen, 
Raupe auch an Wegerich und Vogelgras (Pwl. M.). 

6. Euphorbiae L. 

Ab. Rubescens Garbo wski. 

Bis in die höheren Gebirgsthäler überall häufig in zwei Generationen ; bei 
Czernowitz oft massenhaft an den bei den vorigen Arten genannten Blüthen 
Ende Mai bis spätestens 10. oder sogar 22. Juni: zweite Generation vom 1. August 
bis September. Raupen Ende Juli fast erwachsen, auf Hutweiden in Menge, hier 
wie überall in der Bukowina nur an Euphorbia Cyparissias; Slobozia-Coma- 
resti dieselbe Erscheinungszeit; Krasna gemein, von Mitte Juni bis 23. Juli, 
dann einzelne frische Stücke Anfang September. Raupen überall, auch in der 
benachbarten Ebene bei Krasna-Putna und Althütte, Anfang August erwachsen, 
Ende August verpuppt. Im Zimmer gehaltene Puppen ergaben die Falter von 
Ende Februar bis 9. Mai. Von Cämpulung und Suceava erhalten (Proc); 
Radautz (Pwl. M.) 1893 eine Raupe noch am 12. September, die sich erst am 
21. verkroch (Pwl.); Kupka „gemein" (Sch. und Sch. 's S.). Ist bei uns äusserst 
veränderlich; Grösse 60— 76m?w. üeberall finden sich mehr oder weniger rosen- 
roth angeflogene Stücke, wobei die rothe Färbung zuweilen fast die ganzen hellen 
Partien der Vorderflügel einnimmt; der Aussenrand ist dann meist dunkler weichsel- 
roth (ab. Bubescens Garbowski) oder ebenso licht carminroth wie das 
Mittelfeld. Unterseite bei solchen Exemplaren intensiver rosenroth, bei lichtgelben 
zuweilen ganz blass, mehr gelblich. Bei einzelnen der letzteren ist der Vorder- 
rand ebenso licht wie das Mittelfeld, der mittlere Vorderrandfleck sehr klein, der 
äussei-e fehlt, wie bei J). Nicaea. Unter den Raupen finden sich auch solche mit 
carminrothen (statt gelben) Flecken; bei anderen herrscht die gelbliche Zeichnung 
derart vor, dass die schwarze Farbe blos die Form grösserer und kleinerer Flecke 



') />. Vespertilio Esp., von Caradja (^Iris", VIII, S. 03) als in der Bukowina fraglich 
genannt, kommt hier nicht vor. Die Angabe bezieht sich auf ein Exemplar, das ich aus Sch. 's 
Sammlung besitze, doch erwähnt Sch. Vespertilio als in seiner Sammlung vorhanden, aber nicht 
aus der Bukowina stammend. D. Hippoplia'iis Esp. bei Costi^a in der nördlichen Moldau. D. 
Celcrio L. bei Bukarest (Caradja, „Iris", IX, Nachtrag), daher bei der grossen Flugkraft dieses 
Schwärmers gewiss bis in die Bukowina vordringend und bisher blos übersehen. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 32 



236 



Constantin v. Hormtizaki. 



annimmt (ähnlich wie bei den jungen Raupen), also möglicherweise ab. Para- 
lias Nick. 

7. Livornica Esp. 

Ist hier bis in die Grenzgebiete der montanen Region ein ziemlich ständiger 
Bewohner, aber gewöhnlich selten ; in einzelnen Jahren tritt eine ausserordent- 
liche Vermehrung der Herbstgeneration ein. In Czernowitz ein 9 Mitte Mai 
1882 im Volksgarten, dann im September zahlreichere frische Exemplare, im 
Herbste 1892 an den verschiedensten Punkten der Bukowina in Menge (gleich- 
zeitig auch in der Marmarosch und in Rumänien); ich beobachtete täglich bis 
sechs Stücke an Blüthen bei Gurahumora vom 7. — 15. September meist Abends, 
einmal auch um zwei Uhr Nachmittags bei Sonnenschein, dann in Czernowitz 
an jedem Abende bis 21. September; in demselben Herbste bis 9. October in Menge 
bei Radautz (Pwl. M., Lineata ¥ .) . Kupka „ziemlich selten", 1867 18 Exem- 
plare gefangen (Sch. und Sch.'s S.). 

8. Elpenor L. 

Verbreitet; im höheren Gebirge noch nicht beobachtet. In und um Czerno- 
witz häufig von Mitte Mai bis spätestens 22. Juni (nur 1893 noch am 8. Juli). 
Krasna zwischen 13. und 28. Juli, dann in zweiter Generation Ende August 
nicht selten; Slobozia-Comaresti sehr zahlreich im Mai und ganz abgeflogen 
bis 6. Juni, dann Mitte August. Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.); Ra- 
dautz ziemiich selten (Pwl. M.), 1893 eine Raupe im September gefunden, die 
sich am 24. verkroch (Pwl.). 

9. Porcellus L. 

Wie der Vorige, aber seltener; Czernowitz einzeln Mitte Mai bis 15. Juni, 
seltener bis Anfang Juli; Krasna zahlreicher; erste Generation an JEchium 
vulgare fliegend am 1. Juni, auch wohl schon im Mai; zweite Generation vom 
20. August an; die erwachsene Raupe Ende Juli an Galium verum, Anfang 
August verpuppt. Slobozia-Comaresti zweite Generation Mitte August; Ra- 
dautz (Pwl. M.); Kupka (Sch. und Sch.'s S.). 

(Daphnis Hübn.) 

10. Nerii L. 

Nur im Tieflande, erreicht in der Bukowina den nördlichsten Punkt seiner 
Verbreitung an der Aussenseite der Karpathen. Im Volksgarten von Czernowitz 
fing Oberlieutenant v. Janosz Ende Mai 1882 ein grosses Exemplar der ersten 
Generation; ebendort fand Sch. im Jahre 1864 neun Raupen an Oleander, die 
er sämmtlich aufzog (ein Exemplar in Sch.'s S.); neuerdings 1895 von einem 
hiesigen Sammler aus bei Czernowitz gefundenen Raupen zwei Stücke erzogen. 
Radautz einmal gezogen (Pwl. M.). 

Smerinthus 0. 

11. Tiliae L. 

AI). Brunnea Stgr. 

Im Vergleiche zum westlichen Mitteleuropa recht selten, bis in die montane 
Region verbreitet. Bei Czernowitz fing ich blos zwei Stücke an Lindenstämmen 



Die Sclimctterliugc (Lepidoptcia) der Bukowina. 



237 



im Mai, und zwar eiu mit olivengrüner Zeiclinung und ein sehr hell gelb- 
liches, durchaus rothhraun gezeichnetes 9; in Krasna eine erwachsene Raupe 
an einer Linde Anfang August, zwei intensiv röthlichgelbe 9 "lit rothbraunen 
Flecken auf den Vorderflügelu (ab. Brunnea Stgr.) am 18. Juli 1894; Kupka 
„gemein" (Sch., in Sch.'s S. 2 $); bei Radautz erst 1894 aus im Frühlinge 
unter Linden ausgegrabeneu Puppen in Anzahl gezogen ; Falter im Mai, alle cT 
klein, Vorderflügel licht-, fast weisslichgelb mit grüner Zeichnung, Hinterflügel 
dunkelbraun; 9 g^^z braun (Pwl.). Obwohl die Raupe hier nur an Linden lebt, 
ist die Art ebenso veränderlich, wie anderwärts. 

12. Quercus Schiff. 

Nur im Tieflande, selten. Ein frisch ausgeschlüpftes, im Eichenwalde bei 
Zutschka gefangenes erhielt ich vor Jahren von Freiherrn v. Petrino; im 
Jahre 1882 grub Oberlieutenant v. Janosz ebendort die Puppen in Mehrzahl 
aus; neuerdings eine Raupe im Walde von Kozman am 15. August 1896 an einer 
Eiche gefunden (J.). Diese entschieden pontisch-mediterrane Art erreicht in der 
Bukowina einen der nördlichsten Punkte ihrer Verbreitung, fehlt in Galizien, 
ebenso auch in unserem baltisch-karpathischen Gebiete, sowie in dem grössten 
Theile Mittel- und Westeuropas. Von hier nach Süden verbreitet: Grumazesti etc. 

13. Ocellata L. 

Ueberau, bis in die höheren Gebirgsthäler. Bei Czernowitz die einzige 
häufige Smerinthus -Art, in Obstgärten frisch ausgeschlüpfte Stücke an den 
Stämmen von Apfelbäumen, an denen die Raupe hier vorzugsweise lebt, von 
Mitte Mai bis 17. Juni. Aus am 28. Mai 1896 gelegten Eiern krochen die Raupen 
am 11. Juni aus; Anfang August waren alle erwachsen, einzelne rothgefleckte 
entsprachen der Abbildung Qh auf Taf. 8 in Hoffmann's „Raupen der Gross- 
schmetterlinge Europas"; die erste war am 15. August, die übrigen in den darauf 
folgenden Tagen verpuppt. Andere Sammler fanden die Raupen auch an Weiden 
und Maulbeerbäumen. In Krasna sehr selten, blos ein abgeflogenes Stück am 
14. Juli, das gewiss noch der ersten Generation angehörte. Von Suceava und 
Cämpulung erhalten (Proc), Ku])ka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.), Radautz, 
Raupen von Ende Mai bis Ende September (Pwl. M.), Hadikfalva am 19. Juli 
1893 (Pwl), wahrscheinlich auch noch verspätete erste Generation; eine zweite 
wurde bisher in der Bukowina nicht beobachtet. 

14. Popiili L. 

Verbreitet, auch im höheren Gebirge, im eigentlichen Tieflande am 
seltensten, so z. B. bei Czernowitz, wo ich blos zwei frische, bräunlichgraue 
Stücke zu Anfang und am 13. Mai an Pappeln und Weidenbüschen fand; bei 
Cernauka ein dunkelbraunes Exemplar. In Krasna weitaus häufiger, auch unter 
blühenden Linden und am Lichte; von Mitte bis 26. Juli, dann zwischen dem 
25. und Ende August, also jedenfalls in zweiter Generation, der auch die Ende 
Juli gefundenen frischen Stücke angehören dürften; alle Stücke aschgrau. 
Raupen Anfang September erwachsen, nur auf hochstämmigen Weiden {Salix 
alba und S. fragilis); in Storojinez ein aschgraues, frisch ausgeschlüpftes 

32* 



238 



Constantin v. Hormuzaki. 



9 am 27. Juli 1893 gefaDgen, gewiss noch erste Generation, ebensolche von 
Cämpulung und Suceava erhalten (Proc). Kupka „gemein" (Sch. und 
Seh. 's S.); hei Kadautz gemein, Mitte Mai bis zweite Hälfte Juli, Raupen 
erwachsen am 1. Juli, kaum halb erwachsen am 25. September, spätestens am 
9. October (Pwl. M.), demnach zwei Generationen. Kommt dort in den ver- 
schiedensten Färbungen vor: grau, dunkel und licht röthlichbraun, auch ganz 
licht gelblich, wobei das Mittelfeld gar nicht verdunkelt erscheint, infolge dessen 
darin noch eine dritte bräunliche Wellenlinie deutlich hervortritt. Solche ?itid 
bisweilen blos halb so gross als normale, bei den 9 sind alle Flügel schwächer 
gezähnt. 

Pterogon B. 

15. Proserpina Fall. 

Local und selten; bei Kupka „sehr selten", je ein Stück am 8. und 
25. Mai an blühendem Geisblatt gefangen (Sch. und Sch. 's S.). Eadautz ein 
Stück (Pwl. M., Oenotherae Esp.), ein zweites aus einer am 14. August 1893 
an Epilohium gefundenen Raupe gezogen (Pwl.). 

Maeroglossa 0. 

16. Stellatarum L. 

Ueberau gemein, in der alpinen Region blos übersehen. Bei Czernowitz 
und Krasna vom 15. Mai, den Juni hindurch, dann zweite Generation von 
Ende Juli oder Anfang August massenhaft bis in den Spätherbst, auch noch bis 
14. December im Freien fliegend, überwinternde Stücke öfter im Zimmer. Sereth- 
thal, Gurahumora; von Capu-Campului und Suceava erhalten (Proc), 
Fundu-Moldovei (J.), Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.), Radautz, zwei 
Generationen, häufig (Pwl. M.), 

17. Bomhyliformis 0. 

Diese und die folgende Art sind bei uns merkwürdig local und selten, 
vielleicht aber an manchen Orten doch blos übersehen worden. In Czernowitz 
fing ich zwei frische Stücke im Juni und am 11. Juli an blühenden Lobelien, 
und erhielt ein ebensolches, das am Berge Zapu in der alpinen Region, nahe 
dem Gipfel in einer Höhe von über 1600 m Anfang Juli erbeutet wurde (Proc); 
Kupka „ziemlich selten" (Sch.). Meine drei Stücke sind den typischen gleich 
(vgl. Gar., „Iris", VIII, S. 22 und 66). 

18. Fuciformis L. 

Ebenfalls in der alpinen Region häufiger, sonst höchst vereinzelt. In Czerno- 
witz im Juni ein auffallend grosses Stück mit schmalem dunkeln Saume an einem 
Fenster gefunden; am Todirescu, einem Ausläufer des Rareu, zwischen 1400 
und 1500m, und auf der Lutschina an den Quellen des Tatarkabaches je ein 
Stück in den ersten Tagen des Juli (Proc). Diese Exemplare sind kleiner, aber 
von gewöhnlichen auch nicht verschieden (vgl. Car., a. a. 0., S. 66); Kupka 
„ziemlich selten" (Sch.). 



Die Schmetterlinge (Lcpidoptera) der Bukowina. 



239 



Trochilium Scop. ^) 

19. Api forme Cl. 

Bei Czeruowitz sehr selten; ich fing ein Stück Ende Mai an blühenden 
Himbeersträuchern, in Panka ein frisch ausgeschlüpftes Exemplar am 3. Juni 
an einer Pappel; bei Radautz in grosser Menge vom 5. Juni bis Mitte Juli 
(vgl. Pwl. M., S. 27). Im Gebirge gewiss blos übersehen. 

m Seiapteron Stgr. 

P 20. Tahani forme Rott. 

Bisher nur bei Czernowitz, Ende Mai ein an Grosse der vorigen Art 
gleichkommendes Exemplar an Himbeerblüthen gefangen; am 16. Juni 1896 fand 
ich in einem Erlenzweige eine bräunlichgelbe Raupe mit schwarzem Kopf und 
Nackenschild, die trotz der verschiedenen Nahrungspflanze doch nur dieser Art 
angehört haben dürfte: später, Anfang Juli, lagen zahlreiche, infolge der Bohr- 
löcher abgebrochene Zweige von Schwarzi)appeln am Boden umher, die nach der 
Grösse der Gänge zu schliessen, wahrscheinlich auch von Ta&am/orme-Raupen 
bewohnt gewesen sein mussten. 

H Sesia Fabr. 2) 

■ 21. SpTiecif ormis Gerning. 

^ Ich erhielt ein Exemplar aus Hilcea, einem im Gebirge nordwestlich von 
Krasna gelegenen Orte. 

22. Cephiformis 0. 

Ende Juni 1896 fand ich bei Ropcea in Tannenzweigen (Ahies pecti- 
nata DC.) sehr zahlreiche Bohrgänge und Fluglöcher in gallenartigen Auswüchsen, 
die ganz den von Mijopaeformis-U-äwi^en bewohnten glichen, und nui- von Cephi- 
formis, die auch in den Nadelwäldern bei Varatic und Neam^u in Menge vor- 
kommt, herrühren konnten. Jedenfalls nur in der montanen Region. 

23. Tipuliformis Cl. 

Im Tieflande sehr häufig, bei Czernowitz in Gärten, in frischen Stücken 
an Johannisbeersträuchern, dann an Blüthen (Spiraea, Philadelphus coronarius 
und Asclepias syriaca) bisweilen in Menge, vom 5. Juni bis spätestens 19. Juli. 
Bei einem Exemplar ist der Afterbusch an den Seiten gelb. Radautz nicht 
selten, Raupe bis Mai (Pwl. M.)- 

1) Tr. Melanocephalum Dalra. am 8. Juli 1895 in Grumaze^ti (Car., „Iris", TX, Nachtrag), 
sonst in Nordeuropa. 

Diese Gattung ist hei uns noch wenig erforscht ; in den Nachbargebieten kommen folgende 
Arten vor, wovon ein Theil jedenfalls auch in der Bukowina mit der Zeit entdeckt werden dürfte. 
Scoliaeformis Borkh. und Stomoxyformis Hb., beide bei Stanislau ; Formicaeformis 
Esp. erst in Westgalizien ; Ichneumoni formis F., Varatic, Grumazeiyti, Lemberg; Annel- 
lataZ., Lemberg; Astatiformis H.-S., Varatic; Stelidiformis Frr. ■anA.Affinis Stgr., beide 
in Grumaze^ti; Leucopsiformis Esp., Kl.-Neam^u und Ostgalizien. Auch die aus der Bukowina 
schon bekannten Arten dürften im Lande weiter verbreitet sein, als nach den bisherigen 
Sammelergebnissen anzunehmen wäre. 



240 



Constantiü v. Hormuzaki, 



24. Gonopiformis Esp. 

In Gärten von Czernowitz Anfang Jnni, sehr selten an den bei Tipuli- 
formis erwähnten Blüthen; ein frisches Stück Ende Juni am Waldrande bei 
Zutschka. 

25. Asiliformis Rott. 

Ebenfalls nur in der Gegend von Czernowitz und wohl auf das Tief- 
land beschränkt, Ende Mai und Anfang Juni vereinzelt in Gärten, ein frisches 
Stück an einem Eichenstamme im Walde von Zutschka. 

26. Myopaeformis Borkh. 

Nur bei Czernowitz, hier aber sehr häufig; die Puppen und besonders 
die leeren Puppenhülsen bisweilen in Menge in alten Apfelstämmen und dürren 
Zweigen auch jüngerer Apfelbäume, Puppen zwischen dem 25. Mai und 6. Juni 
beobachtet; der Falter auch an den bei Tipuliformis genannten Blüthen vom 
4. Juni bis 17. Juli; ein eierlegendes 9 17. Juni beobachtet. 

27. Culiciformis L. 

Einzelne frische Stücke in Gärten von Czernowitz von Mitte bis 20. Juni 
1896 gefangen. 

28. Empiformis Esp. 

In K ras na auf Hutweiden in einer Schlucht am Kunc am 8. Juni ein 
Stück von EupJiorhia Cyparissias mit dem Netze abgestreift. Bisher die einzige 
dort beobachtete Sesienart. 

29. Muscaeformis View, 

In einem Garten von Czernowitz fing ich ein Stück an Blüthen von 
Philadelphus coronarius am 3. Juni. 

Bembeeia Hb. 1 

30. Hylaeiformis Lasp. 

Ein Stück fand ich in einem Garten von Czernowitz in der Nähe von 
Himbeersträuchei-n am 25. Juni. 

Ino Leach.^) 

31. Glohulariae Hübn. 

An dürren Abhängen gegen den Gipfel des Cecina bei Czernowitz 
selten; Mitte Juni zwei Stücke gefangen. Kupka (Sch.). 

32. Budensis Spr. 

Ebenfalls am Gipfel des Cecina bei Czernowitz wurde ein Stück am 
29. Juni 1895 gefangen (J.), auch in der nördlichen Moldau, doch nicht in Galizien; 

An dieser Stelle weist die Bukowiner Fauna eine grössere Lücke auf, die nur zum Theile 
auf mangelhafter Erforschung beruht. Ino Ampelophaga Bayle bei Costi^a an der Bistritza; 
Pruni Schiff., Stanislau, Lemberg, Grumaze^ti; Chloros Hb., Holosko bei Lemberg. Thyris 
Fenestrella Scop., Grumaze^ti etc., vereinzelt bei Lemberg; fehlt wahrscheinlich thatsächlich 
in der Bukowina, da deren gewöhnliche Nahrungspflanze, Clematis Vitalba L., hier nirgends wild | 
wächst. Aglaope Infausta L. bei Comanesti (vgl. Car., „Iris", YIII, S. 69). 



Die Sclimetterlin<jo (T.opidopfor.i) dor Bukowina. 



241 



somit eiTeicht auch diese der pontisclien Fauna augehörende Art in der Bukowina 
ihre Nordgrenze. 

33. Statices L. 

Die einzige weit verbreitete 7?io-Art, bis in die subalpine Region. Bei 
Czernowitz, wie die anderen blos am Cecina, auf Waldwiesen von Mitte Juni 
bis 18. Juli nicht selten; Krasna überall in allen Thälern und auf höheren 
Bergwie.sen häufig vom 24. Juni bis 4. August. Bei einem kleinen schmal- 
flügeligen Stück sind die Vorderflügel und der Körper durchaus metallisch licht- 
blau; es könnte eine Uebergaugsform zur var. Mannii Led. darstellen. Die 
Stamraart ferner auf dem 1113 hohen Berge Mjigura bei Cämpulung am 
7. August (J.). 
|i 34. Geryon Hübn. 

w Am Cecina bei Czernowitz ein frisches Stück auf Wiesen nahe dem 
Gipfel am 18. Juli gefangen. Nach Süden weiter verbreitet, in Galizien noch 
zweifelhaft. 

Zygaena Fabr. ^) 

35. Pilosellae Bsp. 

Var. Nubigena Led., ab. Pluto Ochs. 

Bis in die alpine Region verbreitet und nur wenigen Localitäten (z. B. 
bei Radautz) fehlend. In der Umgebung von Czernowitz auf Wiesen häufig 
(Weinberg, Cecina, Zutschka, Cernauka), ein frisches Stück fand ich an dem zu- 
erst genannten Fundorte schon am 8. Juni, die spätesten am 27. Juli; ein Exem])l;ii- 
der ab. Pluto 0. (von Dr. Rebel bestimmt) bei Zutschka am 19. Juli 1890 
(Pwl.); Slobozia-Comaresti, Krasna in manchen Jahren sehr zahlreich, nur 
auf höheren Waldwiesen, namentlich am Rune, von Anfang Juli spätestens bis 
10. August. Dorna und im Thale Colbu Anfang Juli (Proc), am Gipfel des 
Giumaleu (1859 m) am 5. August (J.). In Schirl's Sammlung zahlreiche Stücke. 
Meine Exemplare aus Czernowitz haben bisweilen licht gelbgrün metallisch 
schimmernde Vorderflügel, bei anderen, wie auch bei den meisten aus Krasna 
sind die Vorderflügel schwarzgrau und matt, bei einzelnen der letzteren und allen 
aus dem höheren Gebirge dünn beschuppt und durchscheinend, grau; der eben- 
falls graue Saum der Hinterflügel ist breiter; es dürfte eine mit var. Nubi- 
gena Led. identische Form sein. 

36. Brizae Esp. 

Selten, nur im Tieflande. Ich fing je ein Stück bei Zutschka und Cer- 
nauka auf Waldwiesen am 10. Juli und 30. Juni, besitze auch zwei Exemplare 



•) Zygaena Punctum 0. bei Iwonicz in den ostgalizischen Karpathen (Garbowski), bei 
Gmmaze^ti (Caradja), Roman (Leon); Cynarae Esp. bei Brody (Klemensiewicz), Hotosko 
(Garbowski). 

Schirl erwähnt blos Trifolii von Kupka, dann von Zutschka Ephialtes nebst Varie- 
täten „und noch zehn andere Arten" ; welche das aber sind, lässt sich aus dessen schriftlichen Auf- 
zeichnungen nicht entnehmen. Aus Schirl's Sammlung besitze ich ausser den beiden erwähnten 
noch sechs Zygaenen, die gewiss nur von Zutschka herrühren, da auch ich alle in der dortigen 
Gegend fand. 



242 



Constantin v. Hormuzaki, 



aus Schirl's Sammlung (gewiss auch von Zutschka). Meine frühere Angahe 
(Entom. Nachr., 1892), wonach diese Art bei uns häufig wäre, beruht auf einer 
Verwechslung mit den kleinsten Scabiosae. Dringt nördlich bis Lemberg. 

37. Scabiosae Scheven. 

Ab. Divisa Stgr. 

Im Tieflande weit verbreitet und häufig, im Mittelgebirge sehr vereinzelt, 
weiter aufwärts fehlend. Am rechten Pruthufer bei Czernowitz fing ich blos 
ein Stück am 6. Juli, dagegen sehr häufig im Walde von Zutschka, ebenso bei 
Cernauka, schon von Mitte Juni bis Ende Juli (am 10. noch sehr zahlreich); in 
Krasna nur ein typisches, frisch ausgeschlüpftes Stück im unteren Serezel- 
thale am 11. Juli; von Itzcani und Suceava in Mehrzahl erhalten (Proc), 
auch in Schirl's Sammlung; bei Radautz ziemlich häufig (Pwl. M.). Ist im 
Allgemeinen sehr variabel, doch lassen sich zwei gut umschriebene Formen 
(ohne Rücksicht auf die Zertheilung der rothen Flecke, die bei beiden vor- 
kommt) unterscheiden. Die eine, zu der alle Stücke aus den unteren Regionen 
bis auf drei aus Zutschka gehören, ist durchschnittlich kleiner als die normalen 
Scabiosae: 2b— 29 mm, Vorderflügel durchscheinend schwarzgrau, die rothen 
Streifen gleichmässig schmal, öfter ist der mittlere in zwei, zuweilen weit 
von einander entfernte Flecke getrennt, wovon der äussere oval oder fast kreis- 
rund erscheint (ab. Divisa Stgr.). Vorderflügel immer schmal, gegen den 
Apex ziemlich spitz zulaufend, deren Aussenrand gerade, Hinterflügel 
mit dünnem dunkelgrauen Saum, die rothe Färbung mehr zinnoberroth (bei 
einem Exemplare aus Zutschka in's Gelbliche spielend), Fühler sehr dünn. Drei 
Stücke aus Zutschka gehören einer anderen Form an, sind intensiver schwarz 
und mehr carminroth gefärbt; der mittlere Streif auf den Vorderflügeln ist am 
Ende stark erweitert und abgerundet, bei einem Exemplar auch in zwei Flecke 
getrennt. Vorderflügel nach aussen bedeutend breiter, an der Spitze 
abgerundet, Aussenrand mehr convex; die Hinterflügel haben einen 
breiteren schwärzlichen Saum, Fühler vor dem Ende etwas stärker verdickt, 
Grösse 29 — 30 mm. Von Orion H.-S. ist eines dieser Stücke blos dadurch ver- 
schieden, dass der (bei Orion in der Mitte stark eingeschnürte) untere rothe 
Streif hier nicht verdünnt ist und die beiden getrennten Mittelflecke einander 
näher stehen; könnte vielleicht der var. Subalpina (Calberla, „Iris", VIII, 
S. 204 ff.) gleich sein. Jedenfalls bleibt es auffallend, dass zwei in entgegen- 
gesetzter Richtung von typischen Scabiosae entfernte Formen hier an denselben 
Flugplätzen vorkommen. 

38. Achilleae Esp. 

Ab. Bellis Hb. 

Nur bei Czernowitz, im Walde von Zutschka in frischen Stücken von 
Ende Juni den ganzen Juli hindurch; auch zwei Exemplare aus Schirl's Samm- 
lung. 1895 und 189G von Pwl. in Anzahl am Weinberg zwischen dem 2. und 
14. Juli gesammelt, darunter mehrere sehr grosse Exemplare mit dunkeln, fast; 
schwarzen Vorderflügeln (ab. Bellis Hb.); bei Horecea ein Stück, am 18. Juli! 
1896 (J.). Meine Exemplare sind klein, Vorderflügel metallisch gelblichgrün, nur 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



243 



eines könnte infolge der duukelbläulichen Vorderflügel und der bedeutenderen 
Grösse als Uebergangsform zu der oben genannten Varietät betrachtet werden. 

39. Meliloti Esp. var. 

Nur im Walde von Zutschka auf Wiesen zwei frische 9 10- Juli 
gefangen, die jedenfalls einer eigenen, von der westeuropäischen Grundform ganz 
verschiedenen Rasse angehören. Da ich aber unter den Varietäten von Meliloii 
(vgl. auch „Iris", VIII, S. 72, dann S. 213—218 und 264) keine finde, die mit 
meinen Exemplaren übereinstimmen würde, muss ich mich vorläufig darauf be- 
schränken, letztere genauer zu beschreiben. Die Grösse beträgt 23, beziehungs- 
weise 25m?». Alle Flügel sind sehr schmal und mehr zugespitzt als ge- 
wöhnlich, der Aussenrand der Vorderflügel schräg verlaufend. Die Grundfarbe 
der dünner beschuppten Vorderflügel ist ein dunkles Grau mit schwachem 
grünlich-metallischen Schiller, die Fransen bedeutend dunkler, fast schwarz. 
Alle lichtrothen Flecke sind viel kleiner als gewöhnlich, Fleck 3 punktförmig, 
Fleck 5 länglich. Die Hinterflügel haben einen ganz schmalen lichtgrauen 
Saum und dunkle schwärzliche Fransen; Fühler dünner als bei typischen 
Meliloti. Die Beschreibung der Localform von Grumaze^ti (Gar., „Iris", VIII, 
S. 72) stimmt in vieler Beziehung auch auf die Bukowiner Exemplare, nur fehlt 
den letzteren das Hauptmerkmal: der sehr breite schwarze Saum der Hinter- 
flügel. Var. Dahtirica B. soll nach Calberla (a. a. 0., S. 217) stärker kolbige 
Fühler und breitere Flügel besitzen, also gerade das Gegentheil von der Buko- 
winer Form. 

40. Trifolii Esp. 

Merkwürdig local; bei Kupka „gemein" (Sch.). Ein Stück, das ich aus 
SchirTs Sammlung besitze, ist grösser als westeuropäische, die rothe Färbung 
heller und lebhafter, alle Flecke gross und in die Länge gezogen, Fleck 2, 3 und 4 
theilweise zusammengeflossen, also Uebergangsform zu ab. Confluens Stgr. 
Ich möchte diese Art als mehr dem baltischen Faunengebiete angehörend 
betrachten, da sie in Westgalizien, West- und Mitteleuropa bis England und 
Schweden, ebenso in den Waldgebieten Ru.sslands und Nordasiens häufig ist, bei 
uns auf die montane Region beschränkt erscheint. Dementsprechend ist Trifolii 
auch in Südeuropa auf Gebirgs- und Sumpfgegenden angewiesen, fehlt einem 
grossen Theile von Rumänien, in Ostgalizien bis Lemberg, in Südrussland bis 
zum Wolgagebiet, Bulgarien u. s. f., ebenso auch der ungarischen Tiefebene. 

41. Lonicerae Esp. 

Bis in die alpine Region überall sehr häufig, im Mittelgebirge verhältniss- 
mässig weniger zahlreich als die folgende Art. In der ganzen Umgebung von 
Czernowitz die gemeinste Zygaene, aufwiesen massenhaft von Ende Juni oder 
Anfang Juli bis 26. Juli beobachtet; Slobozia-Comaresti eine Puppe am 
8. Juni, Schmetterling Ende Juli häufig; K ras na häufig, genau um dieselbe 
Jahreszeit wie Filipendulae, doch in geringerer Zahl. Von Lopuschna und 
Suceava erhalten (Proc), Magura und Rareu zwei Stücke in der alpinen 
Region am 3. August (J.), Radautz (Pwl. M.), Lutschina Ende Juli (Pwl.), 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 33 



244 



Constantin v. Hormuzaki. 



auch in SchirTs Sammlung. Die Stücke aus der alpinen Eegion gehören einer 
kleineren Varietät an; die Vorderflügel sind tief stahlblau mit kleinen Flecken, 
Fleck 3 punktförmig, Hinterflügel mit breiterer Saumbinde. Fast ebensolche 
Stücke kommen einzeln auch in Krasna vor; ein 9 "^on dort hat hingegen lichtere 
grünliche Vorderflügel, bei einem Exemplar von Czernowitz sind die Hinterflügel 
und Flecke mehr orangeröthlich. 

42. Filipendulae L. 

Var. Ochsenheimeri Z., ab. Cytisi Hb. 

Wie die vorige Art, aber im Mittelgebirge am häufigsten; bei Czerno- 
witz auf Grasplätzen, am Weinberge, Cecina, bei Zutschka, Cernauka, weniger 
zahlreich als Lonicae, gleichzeitig mit dieser; Slobozia-Comaresti häufig; 
Krasna gemein, bisweilen in Unmenge an Juncus und anderen Gräsern Anfang 
(1896 erst am 24.) Juli bis 7. August noch massenhaft, am 14. regelmässig ver- 
schwunden; Gurahumora am 17. August; Solca, Dorna, auf Bergwiesen bei 
Gura-Negrii im August. Von Suceava, Dorna (Anfang Juli), Colbu er- 
halten (Proc); am Muncelu in der alpinen Region (1592 w) am 3. August (J.), 
in Schirl's Sammlung viele, Radautz häufig (Pwl. M.), auf der Lutschina 
am 30. und 31. Juli mehrere, in einer alpinen Localform: rein blau, unten ohne 
gelblichen Anflug, mit kleineren Flecken, der sechste getheilt, Hinterflügel mit 
breitem schwarzen Rande = var. Ochsenheimeri Z. (Pwl.). Einzelne diesen 
sonst gleiche Exemplare aus Krasna können trotz der mehr dunkel grünlich- 
blauen Vorderflügel ebenfalls zu dieser Varietät gezogen werden. Die Mehrzahl 
der Bukowiner Stücke hat bei sonst normaler Zeichnung dunklere Vorderflügel 
und breiter geränderte Hinterflügel; manche licht goldgrüne, mit sehr schmalem 
Hinterflügelsaum, sind den typischen gleich. Ab. Cytisi Hb. wurde im Sommer 
1896 am Weinberge bei Czernowitz gefangen (Pwl.). 

43. Ängelicae 0. 

Höchst local; bisher blos zwei auf Waldwiesen am Cecina bei Czerno- 
witz am 18. Juli gefangen. Beide sind kleiner als normale und fünffleckig, die 
rothe Färbung des einen entspricht der gewöhnlichen, bei dem anderen ist sie 
mehr carminroth, wie bei Transalpina Esp,, was nach Car. (a.a.O., S. 73) 
auch bei dessen Stücken aus Rumänien der Fall ist. 

44. Ephialtes L. var. Medusa Pall. ^) 

Ab. Trigonellae Esp., ab. Aeacus Esp. f. 5-maculata, ab. Peucedani Esp., ab. AthamantJiae Esp. 
und Uebergangsformen. 

Im Tieflande stellenweise sehr häufig, im Mittelgebirge höchst sporadisch, 
weiter aufwärts fehlend. Es kommen fast nur fünffleckige Formen vor; die 
Stammart und var. Coronillae Esp. wurden noch nirgends, var. Peucedani 
sehr selten beobachtet, somit die ausserhalb Czernowitz allein vorherrschende 
var. Medusa für die Bukowina als locale Rasse gelten muss. In der ganzen 

Vgl. auch Soc. EütomoL, Züricb, VIII, Nr. 22; meine damalige Angabe, dass Cynarae 
und Tr i/o Iii bei Czernowitz vorkommen, wäre dabin richtig zu stellen, dass ich diese Stücke aus 
unsicherer Quelle erhielt, daher über deren tbatsächliches Vorkommen in dieser Gegend im Zweifel 
bin. Wohl aber wurde CarnioUca auch neuerdings hier gefangen. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



245 



Umgebung von Czernowitz häufig und für die hiesige Localfauna charakte- 
ristisch, in allen oben genannten Formen schon von Mitte Juni bis Mitte (18.) 
Juli, selten bis 1. August; auch von Sch. als im Walde von Zutschka gefangen 
angeführt: „im Juli 1871 über 60 Stück in allen Varietäten"; in Schirl's 
Sammlung befinden sich aber auch nur fünffleckige. In Krasna fing ich ein 
Stück (Zwischenform Ä) auf einer etwa 750 m hoch gelegenen Waldwiese am 
Berge Eunc am 31. Juli. Bei Radautz nur var. Medusa (Pwl. M.). Ich lasse 
der Uebersichtlichkeit wegen alle in der Bukowina einheimischen Formen sammt 
Fundorten folgen: 

Yar. Medusa P.ill. Czernowitz überall aufwiesen der näheren Um- 
gebung und bei Zutschka, häufig; Eadautz. 

Ab. Trigonellae Esp. Zutschka, Cernauka, selten; bisweilen ist 
der untere Wurzelfleck fast rein weiss. 

AI). Aeaciis Esp. Nur in der fünffleckigen Form (Hinterflügel und 
alle Flecke gelb). Czernowitz, Cecina, Zutschka (ein Stück von Sch.). 

Ab. JPeucedani Esp. Weinberg bei Czernowitz (Pwl., 1896), Horecea. 

Ab. Athamanthae Esp, Czernowitz überall, Horecea, Weinberg, 
Cecina, Zutschka, Cernauka sehr häufig. 

Zwischenform A. Medusa Esp. und Athamanthae Esp. Fleck 1, 
2, 3 roth, 4 und 5 röthlichweiss, ersterer durch eine rothe Ader getheilt, Hinter- 
flügel schwarzblau, von der Wurzel aus roth angeflogen, gegen den Vorderrand 
mit einem bis zwei hellen röthlichen Flecken, Adern im Wurzelfelde schwarz. 
Bei Czernowitz und Zutschka fast ebenso häufig wie Medusa; in Krasna 
ein Stück, das letzterer noch näher steht (Fleck 4 und 5 rein weiss, Hinterflügel- 
wurzel nur gegen den Innenrand röthlich). 

Zwischenform B, Ephialtes L. und var. Peucedani Esp. Ganz 
wie die Form A, jedoch noch mit einem sechsten weisslichen Fleck, einzeln bei 
Zutschka. 

Zwischenform C. Athamanthae Esp. und Aeacus Esp. Wie Atha- 
manthae, aber Vorderflügel mit lichteren rothen Flecken, Hinterflügel trüb orange- 
roth mit breitem verschwommenen Saume; ein Stück von Zutschka. 

Zwischenform 1>. Aeacus Esp. und Trigonellae Esp. Hinter- 
flügel und Wurzelflecke gelb, aber Flecke 3, 4 und 5 weiss; je ein Stück 
von Czernowitz und Zutschka. 

45. Carniolica Scop. 

An den südlichen Abhängen des Cecina bei Czernowitz auf trockenen 
Lehnen vor einigen Jahren und neuerdings im Juli 1894 von Herrn J. je ein 
Stück gefangen worden, von Suceava erhielt ich ebenfalls ein Exemplar (Proc). 
Alle Stücke klein, Grundfarbe der Vorderflügel lichter grünlich, die rothe Färbung 
heller, mehr carminroth, die gelbliche Umrandung der Flecke ziemlich breit, im 
Ganzen also heller als normale, aber von solchen wenig verschieden. Ist jedenfalls 
auf die unteren Regionen beschränkt und bevorzugt die natürlichen Wiesengebiete. 

33* 



246 



Constantin v. Hormtizaki. 



Syntomis 11].^) 

46. Phegea L. 

Ab. Phegeus Esp, 

Im Tieflande verbreitet, scheint der Falter dem ganzen Gebirge zu fehlen. 
In Gärten von Czernowitz selten, häufig bei Horecea, Zutschka, Cernauka, doch 
nicht am Cecina, mitunter schon in der ersten Hälfte des Juni den ganzen Juli 
hindurch (1893 bis Anfang August); bei Vilavcea, dem höchsten bisher bekannten 
Fundorte (300 — 400 w), Anfang August (Proc), bei Suceava häufig und bei 
Petroutz a. d. Suceava (Proc), bei Radautz erst 1893 Anfang August ge- 
fangen (Pwl.). In Czernowitz fand ich unter anderen ein Exemplar, bei dem 
alle Flecke bedeutend kleiner sind, und zwar stehen blos vier auf den 
Vorderflügeln (Wurzelfleck und der untere von den drei äusseren fehlen) und zwei 
auf den Hinterflügeln, wäre also jedenfalls zu ab. Phegeus Esp. zu ziehen, ob- 
wohl diese Form blos einen Fleck auf den Hinterflügeln besitzen soll. 



Ueber die fragliche Erklärung und Berechtigung der 
Art, Varietät oder Form ,,acuminatus" von der Gattung 

Potamogeton. 

Von 

Dr. Josef Ritter Lorenz y. Lilbiirnau, 

k. k. Sectionschef i. P. 
(Eingelaufen am 16. März 1897.) 

Im unteren Theile des Hallstätter Sees kommen ziemlich viele Exemplare 
einer auff'allenden Form von Potamogeton lucens L. vor, nämlich der von Schu- 
macher in seiner „Enumeratio plantarum in partibus Saellandiae" (Kopenhagen, 
1801) mit lakonischer Kürze aufgestellten Speeles P. acuminatum,^) welche seither 



1) Naclia Ancilla L. bei Grumaze^ti, Kloster-Neam^u, Varatic und Slanic in der oberen 
Moldau recht häufig (Car.), ferner bei Halicz in Ostgalizien von Now., bei Holosko und Lancko- 
rona von Garbowski beobachtet, demnach in der Bukowina gewis.s bisher blos übersehen. 

Linne und nach ihm Schumacher, sowie andere ältere Autoren nehmen das Wort 
Potamogeton als neutrius generis, wohl mit Rücksicht auf den Ausgang on. Der Ausgang getan, 
der früher auch geiton geschrieben wurde, kommt aus dem griechischen yeiTwv o rj (nicht TO), welches 
„Nachbar" oder „Nebenwohner" bedeutet; daher ist die jetzige masculine Schreibart richtiger. 

Die Diagnose lautet bei Schumacher, der diese Art zwischen P. lucevs und P. hetero- 
phyllum stellt: „. . . foliis ovato-lanceolatis, acuminatis ^ subalatis, rigidis, fej-e pungentibus, supe- 
riorihus oppositis. Jul., Aug.'^ 

Dazu die Bemerkung: „Per plures annos plantam lianc ohservavi, sed tantum bis ßorendi (?) 
(wahrscheinlich soll es heissen ^orentem'"'') vidi.'"'' 

Die Worte ^rigidis'"'' und „pungentibus'^ sind einigermassen auffallend, da die Blätter im 
frischen Zustande nicht wesentlich steifer sind, als die anderer verwandter Arten, und die vor- 
ragenden Spitzen nur im trockenen Zustande annähernd so aussehen, als ob sie stechen könnten. 



Ueber die fragliche Erklärung u. Berechtigung der Art, Var. od. Form „amminatus'^ etc. 247 



uuter demselben Namen als Varietät oder als Form ^) fortgeführt wurde. Es drängte 
sieh mir der Gedanke auf, ob diese Form, bei welcher die Mittelrippe (Mittelstrang 
nach Kerner) mehr oder minder weit über die Lamina hinausragt und diese 
letztere sich nicht an der Zuspitzung betheiligt, etwa biologisch zu 
erklären wäre. Es liegt nämlich nahe, zu vermuthen, dass diese Form eine 
Dehnungserscheinung mit horizontaler Componente sei, weil an dem genannten 
Standorte eine Strömung des Abflusses mit einer Geschwindigkeit bis zu 0"5 m 
per Secuude stattfindet. 

Aber die Exemplare mit den Blättern der acuminatus-Gestalt^) kommen 
nicht als besondere Gruppen oder ziisammengesellt, sondern untermischt mit den 
normalen an demselben Standorte vor. Diese Gestalt der Blätter findet sich auch 
nicht an allen Blätterbüscheln desselben Exemplares, sondern vorwiegend an den 
oberen; auch im selben Büschel haben einige Blätter die gewöhnliche Normal- 
figur, andere bilden einen üebergang zur acuminatus-Gest-alt, und andere sind 
entschieden zugespitzt mit vortretender Mittelrippe. 

Da nun alle diese Exemplare, die Büschel und die einzelnen Blätter der 
gleichen Strömung ausgesetzt sind, kann die acuminatus-¥ orm wohl nicht zu- 
nächst eine Folge der Dehnung sein. 

Beim Austausche von Ansichten über diesen Gegenstand wurde mir auch 
die Meinung ausgesprochen, „dass beim Streben der Pflanzen nach dem Lichte 
und nach der Oberfläche des Wassers verschiedene Folia floralia nicht die „Kraft" 
besitzen, Laminas zu entwickeln, sondern nur Costas und noch seltener 
Spicas; eben deshalb komme die fragliche Form nur in tiefem Wasser vor, weil 
eben die Pflanze an solchen Standorten, mehr als an seichten, Kraft aufwenden 
muss, um emporzuwachsen". 

Diese Ansicht kann ich nun weder mit meinen Beobachtungen, noch mit 
den Kesultaten meiner eifrigen Durchsuchung von Exsiccaten in volle Ueberein- 
stimmung bringen, nachdem ich zu diesem Zwecke die Herbarien der Universität, 
des Herrn Hofrathes v. Kerner, des k. k. naturhistorischen Hofmuseums und 
das in der Universitätssammlung befindliche Herbar von Tiselius (Potamo- 
getones exsiccati suecici) durchgesehen habe. 

Wenn man sagt, es fehle die „Kraft", normale Blätter zu entwickeln, so 
könnte gemeint sein, entweder die Kraft, genug Substanz zu entwickeln, oder 



') Die Bezeichnung „Form" wird hier im Sinne der Systematik, nicht im Sinne der Mor- 
phologie der Blätter gebraucht; in letzterer Beziehung wende ich, der Unterscheidung wegen, 
die Worte „Gestalf, „Umriss" oder „Figur" an. 

Für die hier in Rede stehende Gestalt, wobei die Spitze nur aus der hervorragenden 
Mittelrippe ohne Betheiligung des Mesophylls besteht, gibt es in der gebräuchlichen Terminologie 
kein kurz bezeichnendes Wort; denn „zugespitzt", „acuminatus", „mucronatus" wird für jede starke 
Verjüngung der Blattspitze angewendet, mag sich das Blattparenchym daran betheiligcn oder nicht. 

Ich bezeichne also der Kürze wegen die hier gemeinte Figur als „acuminatus-Gosta.Xt'-'' im 
engeren Sinne, wie sie in Bezug auf unsere Fotam.ogeton-B\ä,ttev von Schumacher bis Tiselius 
aufgefasst and in den Herbarien zu finden ist. 



248 



J. Lorenz v, Liburnau. 



die Kraft, um ein hinreichend normales Gewebe zu entwickeln. Es müsste 
also durch die Bildung von acuminatus-BlUtern an Substanz oder an Gewebe- 
bildung erspart werden, d. h. ein einfacheres Gewebe zu Stande kommen, als bei 
der normalen Gestalt. Keines von beiden stimmt aber mit dem wirklichen Vor- 
kommen. 

Bei genauer Betrachtung sieht man, dass die Verlängerung der Mittelrippe 
über die Lamina hinaus immer zugleich mit einer bedeutenden Verstärkung der 
ganzen Mittelrippe auftritt. Es ist nicht nur eine Verlängerung, sondern die 
Mittelrippe ist dann auch zwei- bis dreimal so breit und auch dicker, hat also 
mehr Masse als eine normale und stellt eine Hypertrophie dar. Ueberdies 
ist die Vergrösserung der Mittelrippe nicht immer zugleich vorhanden mit der 
Verschmälerung der Lamina; es gibt auch Laminas von normaler Form mit 
sehr verlängerter und verstärkter Mittelrippe. Es ist dabei also eigentlich keine 
Ersparung an Substanz; denn die Masse, um eine nach allen drei Dimensionen 
vergrösserte Eippe zu bilden, ist viel grösser als die Ersparung, wenn die Lamina 
schmäler wird, oder die Verstärkung der Mittelrippe ist relativ stärker, als die 
Schwächung der Lamina. 

Die zweite Auslegung gilt wohl auch nicht; denn das Gewebe einer Mittel- 
rippe, hauptsächlich aus langgestreckten Zellen bestehend, ist offenbar kein minder 
entwickeltes, als das sehr lockere Parenchym der Lamina. Ich kann also hierin 
eine Ersparung an Kraft nicht finden. 

Hingegen zeigt sich bei Betrachtung vieler Exemplare, dass die Natur 
allerdings ein Mittel besitzt, um nach Bedarf, insbesonders wenn während des 
Wachsens die Wassertiefe stark zunimmt und zur Streckung nöthigt, an Kraft 
zu sparen; dieses besteht darin, dass der sich bedeutend streckende Stengel viel 
dünner wird und zugleich an den längeren Internodien viel weniger Büschel 
und in diesen viel weniger Blätter ansetzt. Während für gewöhnlich bei den 
normalen Formen der Abstand der Büschel auf den Aesten 10 oder 15 — 20 cm 
beträgt, sind es hier oft 30—50 cm, bis wieder ein Ansatz zu einem Blattbüschel 
erscheint, welches überdies weniger Blätter hat, als sonst gewöhnlich der Fall 
ist. Solche Exemplare erreichen nicht selten fast 3 m Länge. Also eine drei- 
fache Kraftersparung ermöglicht es, dass mit demselben Aufwände und derselben 
Substanz ausgekommen wird, um aus grösserer Tiefe bis an die Oberfläche zu 
gelangen. 

Ja, es liegt nahe, den erwähnten Erklärungsversuch gerade umzukehren 
und zu sagen: Durch die Verdünnung der Stengel und Verminderung der Büschel 
und Blätter in den unteren Etagen wird bisweilen so viel an Kraft erspart, 
dass zuletzt ein Ueberschuss resultirt, der zur Hypertrophie der Mittelrippen in 
den oberen Etagen verwendet wird. 

Zur weiteren Aufhellung der Frage könnte vielleicht die Embryologie bei- 
tragen, wenn man nachsuchte, ob schon in der Anlage der Blätter die Bildung 
der Eippe und der Lamina parallel geht, oder das eine früher vorhanden ist 
und das andere dann nachfolgt. 



Ueber die fragliche Erklärung u. Berechtigung der Art, Var. od. Form „acu7ninatus'^ etc. 249 

Nach meiner Ansicht liegt übrigens hier, d. h. zur richtigen Deutung der 
acummatus-BVätter, nicht nur eine Aufgabe der Physiologie, sondern auch 
eine Frage der Phylogenie und der Artberechtigung vor. 

Ich glaube nämlich die Sache so auffassen zu sollen, dass es sich um einen 
jener nicht seltenen Fälle handelt, in denen es einer Pflanzenspecies eigenthümlich 
und ganz normal zukommt, Blätter von verschiedener Gestalt zu entwickeln. 
Das kommt, um nur zwei sehr bekannte Beispiele anzudeuten, bei Ilex aquifoliiim 
vor (Blätter desselben Zweiges ganzrandig oder entfernt dornig gezähnt, oder aus- 
geschweift und mit einem Dorne endigend oder auch nicht), und ist sehr auffallend 
auch bei Morus (Broussonetia) papyrifera u. s. w. 

Dass nun auch die acuminatus-G^it-ält der Blätter von Potamogeton liicens 
ähnlich aufzufassen sei, folgere ich aus den nachstehenden Prämissen. 

Diese Gestalt der Blätter kommt, wie schon erwähnt, nicht an allen 
Büscheln vor, und nicht an allen Blättern desselben Büschels. Man kann eigent- 
lich nicht sagen: dieses hier ist ein Exemplar der Form acuminatus, sondern 
nur: hier ist ein Exemplar, an dem einige Blätter die acuininatus-Gestddt 
haben. Es scheint nun durchaus nicht zulässig, eine systematische Einheit — Art, 
Varietät oder Form — zu gründen auf eine morphologische Eigenschaft, welche an 
demselben Exemplar nur hie und da wiederkehrt. So spricht man auch z. B. 
nur dann von einer Varietät: „lacmiata^ oder ^niitans'', wenn alle oder die aller- 
meisten Blätter, resp. Blüthen zerschlitzt oder nickend sind. Man trägt der er- 
kannten Mehrgestaltigkeit der Blätter einer und derselben Art dadurch Rechnung, 
dass man in der Diagnose die Bezeichnung „von — bis" (z.B. eiförmig bis lanzett- 
lich) oder „theils — theils" gebraucht, aber nicht durch Aufstellung von Varie- 
täten oder besonders benannten Formen. 

Aus solchen Gründen hat denn auch SchlechtendaH) unter sehr ein- 
gehender Darstellung die Form acuminatus als eine besonders zu benennende 
Varietät oder Form nicht acceptirt, sogar die ganze Art Potamogeton lucensL. 
nicht als richtig begrenzt anerkannt, sondern diese und einige andere Arten 
zusammengefasst als „Pota7nogeton Proteus'*, weil die Blätter der betreffenden 
älteren Arten ausserordentlich variiren, mit so viel Uebergängen, dass man eine 
bestimmte Grenze nirgends ziehen kann, während die Früchte, welche das wesent- 
lichste Merkmal abgeben, übereinstimmen. 

Schlechten dal sagt wörtlich: „Potamogeton Proteus nob. Sub Proteo 
nostro species ah auctoribus receptas plures comprehendimus, quippe quae fructu 
distinqui nequeunt, nec ullo charactere, mter se confluentes, certis possint distrahi 
limitibus. 

A. P. Proteus lucens. 

B. P. „ Zizii. 

C. P. „ heterophyllus. 

D. P. „ curvifolius."' 



*) De plantis in expeditione speculatoria Romanzoffiana ohservatis. Im II. Bande der ^Linnaea", 
Jahrg. 1827, S. 157 ff. 



250 



J. Lorenz v. Liburnau. 



Bei der weiter folgenden Diagnose von Potamogeton Proteus lucens heisst 
es: ,^Forma foliorum variahilis: lanceolata, elUptica, obovata, nunc utrinque 
acuminata, nunc apice obtusa mucronata, basi leviter attenuata.^ 

Was die Form acuminatus, die damals noch als Species nach Schuh- 
macher galt, betrifft, sagt Schlechtend al von den Blättern seiner Subspecies 
P. Proteus lucens: 

,^Folii pagina interdum tantopere diminuitur, ut nervus medius, crassus, 
longissimus, nudus, solus superstet mit in medio tantum utrinque habeat alam 
foUaceam, qua ala per omnes gradus dilatata, in normalem redit formam. 
Qualia specimina erunt: Potamogeton cornutum Presl. et P. acuminatum 
Schum.; sed quum haec defiguratio rarius totam occupet plantam, saepius hinc 
inde praesertim in foliis caulinis prorumpat, reliquis foliis normalibus, nec 
varietatis, nec speciei nomen meretur.^^ 

Es ist also für die Linne 'sehe Art Potamogeton lucens charakteristisch, 
dass sehr häufig die Lamina zusammenschrumpft, der Mittelnerv hervortritt, 
manche Blätter dann wie geflügelte Ri])pen aussehen, und dass solche Ueber- 
gänge stattfinden, dass man keine bestimmte Varietät nach den Blättern daraus 
ableiten könnte, noch weniger die Schumacher'sche Art „acuminatum'^. 

Dass nun dieses Zusammenfassen mehrerer Arten gerechtfertigt ist, davon 
glaube ich nach der Durchsicht der schon erwähnten Herbarien überzeugt sein 
zu können. 

Was zunächst die Figur des Blattumrisses betrifft, so fand ich unter 
nahezu 100 Exemplaren von P. lucens L., bezw. der Schlechtend al'schen vier 
Subspecies (Ä — D) folgende Typen nebst zahlreichen Uebergängen: kurz rundlich- 
elliptisch, elliptisch, zugespitzt -elliptisch, lang elliptisch, eiförmig, verkehrt 
eiförmig, verkehrt herzförmig!!^), eiförmig-lanzettlich, breit lanzettlich, 
schmal lanzettlich, verlängert lanzettlich, linear. 

Ich habe die erwähnten Herbarien auch nach folgenden Gesichtspunkten 
durchsucht. 

Zunächst nach der Art und Länge der vorragenden Spitze. Wollte man 
sehr weit gehen, so könnte man nach der Gestalt und Länge der Spitze unter- 
scheiden: mucronatus, acuminatus, cornutus, flagelliformis, alatus, linearis, 
holoneurus. 

Sodann untersuchte ich, an welcher Stelle, an welchem Stockwerke der 
Pflanze besonders die acuminatus-G estalt vorkommt. Es ist das vorzüglich in 
den oberen Etagen der Fall, doch ist diese Figur bisweilen auch in den aller- 
untersten Büscheln schon ziemlich entschieden ausgebildet. 

Ich forschte ferner nach, ob auch bei anderen Arten von Potamogeton 
diese Anlage zu übermässiger Rippenbildung vorkommt. Dieselbe fand ich aber 
nur bei jenen Arten vor, welche Schlechtendal zu seiner Art Proteus gezogen 
hat, und bei einer einzigen anderen, nahestehenden Art, Potamogeton rufescens. 



') Der Rarität wegen führe ich. an, dass das betreffende Exemplar aus einem See der Malser 
Haide sich im Herbar Kern er findet. 



Ueber die fragliche Erklärung u. Berechtigung der Art, Var. od. Form y,actminatus^ etc. 2öl 



Endlich wurden die Herbarien auch bezüglich der StandÖrtlichkeiten 
durchgesehen, ob vielleicht aus den beigegebenen Indicationen eine Beziehung 
zwischen dem Standorte und der aciiminatiis-Gestiilt der Blätter zu finden sei. 
Es wurde nur gefunden, dass die Tiefe des Wassers entscheidet, aber eine vor- 
handene Strömung des Wassers nicht massgebend ist; das spricht nun für die 
Zulässigkeit meines oben angedeuteten Erklärungsversuches. 
1^ Nach all' dem kann ich nun zu folgendem Schlüsse kommen: 
W Nachdem Schlechte ndal schon vor 70 Jahren aus den triftigsten Gründen 
die Subspecies „lucens"" seiner Art Potamogeton Proteus aufgestellt und die 
1801 von Schumacher aufgestellte Art acuminatus weder als solche, noch als 
Varietät oder Form berechtigt nachgewiesen hat, so würde es nach den hier 
neuerlich dargestellten Beobachtungen und Erwägungen dem thatsächlichen Vor- 
kommen in der Natur, dessen möglichst getreues Abbild das System mit seiner 
Nomenclatur sein soll, sowie der botanischen Logik besser entsprechen, zwar 
nicht die ganze Speeles „Protetis^^ wieder herzustellen, aber der Linne 'sehen 
Art „P. lucens"' den von Schlechtend al seiner Subspecies „lucens" zuge- 
schriebenen Inhalt zu geben und in den Charakter dieser Art die weitgehende 
Vielgestaltigkeit der Blätter, sowie die oft — insbesondere in tiefem Wasser — 
eintretende Verstärkung und das Hervortreten der Mittelnerven aufzunehmen, 
ohne aus der letzteren, unsteten, und bereits im Artcharakter inbegriffenen 
Gestaltung Anlass zur Aufstellung einer Varietät oder besonders benannten 
„Form" zu nehmen.^) 

Es muss einer eventuell künftig einmal stattfindenden Revision des Genus 
Potamogeton vorbehalten bleiben, dieser meiner Anregung Folge zu geben. 

* * * 

Als Beleg der von mir angeführten Beispiele aus dem Hallstätter See 
habe ich dem botanischen Museum der Wiener Universität ein Cahier grösseren 
Formates mit Exemplaren übergeben, durch welche folgende Punkte illustrirt 
werden : 

1. Die bedeutende Verdünnung der Stengel und Aeste und gleichzeitige 
Verminderung der Blätterbüschel und der Blätter an ca. 3 m langen Exemplaren 
aus der Tiefe von 3 m. 

2. Die Verstärkung der Mittelrippe als stete Begleiterscheinung der acumi- 
wa<!*s-Gestalt der Blätter. 

3. Das — wenngleich nur selten beobachtete — Vorkommen der acumi- 
nafMS-Blätter auch schon in den untersten Etagen mancher Exemplare. 



') Die Unterscheidung und Benennung der Blätterformen ist Sache der Morphologie und 
ihrer Terminologie, nicht der Systematik und ihrer Nomenclatur. 



Z. B. Ges. Bd. XLVII. 



34 



252 



Referate. 



Referate. 



Pulblicationen über Lepidopteren. 

(Eeferent Dr. H. Eebel.) 

The Entomologist. ^) Vol. XXVIII (Jahrg. 1895). 

Hopkins, F. G. „The Pigments of the Pieridae: A Contribution to the 
study of excretorj substances which function in Ornament" (p. 1). 

Die weissen und gelben Pigmente bei Pieriden sind Harnsäure-Derivate; 
in anderen Tagfalterfamilien haben gleichgefärbte Pigmente eine andere chemische 
Constitution. 

Hewett, W. „Spüosoma Luhricipeda and its varieties in Yorkshire etc." 
(p. 3, 27). 

Ausführliche Mittheilungen über das Vorkommen und Literaturkunde der 
Varietäten: radiata, ehoraci und fasciata (cfr. diese „Verhandlungen", 1895, S. 212). 

Tugwell, W. H. „On Zygaena Exulans and var. Suhochracea White" 
(p. 8 und 285). 

Tugwell vertheidigt die Namensberechtigung dieser kleineren, subhyalinen, 
weniger lebhaft gefärbten Exulans-Form aus dem schottischen Hochland gegen- 
über der Ansicht Tutt's, der sie mit var. Vanadis Dahn, identificiren will. 

Kane, W. F. de Vismes. „A Catalogue of the Lepidoptera of Ireland" (p. 13, 
79, 155, 180, 195, 250, 272, 327). 

Durch ausführliche Mittheilungen über Varietäten und Lebensweise z. B. 
bei Bianthoecia Luteago var. Barrettii Dbld. (p. 328 — 331) gewinnt diese local- 
faunistische Arbeit, welche bis zu den Noctuen gediehen ist, allgemeines Interesse. 
Von Phothedes Captiuncula Tr. wird (p. 155) eine neue Varietät: „tincta^, von 
der Färbung der Miana (Hadena) literosa beschrieben. 

Shipp, J. W. „On the lanceolate Form of Epinephele Hyperanthes"' (p. 17). 

Die im „Entomologist", Vol. XXVI, p. 281, abgebildete Hyperanthus-Aher- 
ration mit ausgezogenen Augenflecken wird Janceolata^ benannt. 

Wy tsman, M. „Reissue of Hübner's Works on Exotic Lepidoptera" (p. 22). 

Besprechung der von Wy tsman veranstalteten Neuherausgabe der Hübner- 
schen Exotenwerke. 

„Dr. Francis Buchanan-White" (p. 25—27). 

Nekrolog (mit Porträt) des am 4. December 1894 verstorbenen schottischen 
Entomologen, der auch mehrfach publicistisch thätig war. Unter Anderen ver- 
öffentlichte er bereits im Jahre 1875 (in den Transactions of the Linnean Soc.) 
eine morphologische Arbeit über den männlichen Geschlechtsapparat bei euro- 
päischen Rhopaloceren. 



') Wie in früheren Jahren wurde auch diesmal eine für continentale Leser herechnete Aus- 
wahl aus dieser Zeitschrift getroffen. Der Eeferent. 



Referate. 



253 



Watson, John, „The Sense-Organs of Insects : A Speculation" (p. 30), und 
Arkle, J. (p. 243). — Beide Publicationen handeln hauptstächlich über das in 
den Fühlern gelegene Gehörorgan. 

Arkle, J. „The Gold Autumn of 1894 and its Effects on certain species 
of the Genus Vanessa^ (p. 54). 

Diese Naturbeobachtungen verdienen mit Rücksicht auf die zahlreichen 
künstlichen Zuchtversuche in dieser Gattung Erwähnung. 

Will an, Ed. „Chaerocampa Celerio in Lancashire" (p. 57). — Eine neuere 
Angabe für das Vorkommen dieser seltenen Sphingide in England. 

Stand fu SS, Dr. M. „On the Ganses of Variation and Aberration in the 
Imago Stage of Butterflies, with Suggestions on the Establishment of New Spe- 
cies" (p. 69, 102, 142). 

Durch F. A. Dixey besorgte üebersetzungen der bekannten Publicationen 
dieses Verfassers über Temperaturversuche. 

Rothschild, W. „Description of a new Localform of Troides Victoriae 
(Gray) from Bougainville Island, Solomon group" (p. 78). 

Die neue Subspecies von Troides {= Ornithopterä) Victoriae wird „Regis^^ 
genannt und comparativ beschrieben. 

Adkin, R. „Vanessa Urticae var. Connexa (Butl.) in Scotland" (p. 83). 
— Diese aus Japan beschriebene Varietät findet sich als Aberration auch in Europa 
und wurde im „Entomologist«, XXII, PI. VIII, Fig. 3, abgebildet. 

Schneider, H. „Life-History of Ornitlioptera Uichmondii^ (p. 93, mit 
Holzschnitt: Eier und Puppe). 

Ausführliche Beschreibung der ersten Stände dieser in Australien auf 
Äristolochia praevenosa lebenden Ornithopterä. 

Olliff, A. S. „Australian Hepialidae'' (p. 114). 

Sehr interessante Mittheilungen über die vorzugsweise in Eucalyptus 
lebenden gigantischen Hepialiden Australiens mit Beschreibung dreier neuer 
Charagia-Arten (Ch. Celsissima, Ch. Walsinghami und Ch. Coreeba). 

Butler, A. G. „Notes on the Synonymy of Noctuid Moths" (p. 120, 222, 
275). — Fortsetzung der sehr werthvollen synonymischen Bemerkungen dieses 
bekannten Autors über Heteroceren. 

Hodgkinson, J. B. „Emmelsia (Cidaria) Taeniata"" (p. 141, mit Holz- 
schnitt). — Kurze Beschreibung und Abbildung der an Moosfrüchten, besonders 
auf Bri/iim gefundenen Raupe. 

Watson, J. „On the Rearrangement of the Fabrician Genus Colias, and 
the Proposal of a new Genus of Pierinae^ (p. 166). 

In höchst überflüssiger Weise wird das Vorhandensein des oft besprochenen 
männlichen Duftschuppenfleckes auf der Oberseite der Hinterflügel bei gewissen 
CoUas-Arien zur Begründung einerneuen Gattung: EriocoUas henützt, als deren 
Typus Edusa F. aufgestellt wird. Zweifellos haben derartige Sexualmerkmale 
keinen generischen Werth. 

Smith, W. W. „Notes on the New Zealand vegetable Caterpillar" (p. 173). 

34* 



254 



Referate. 



Mitthe Hungen über einen eigenthümlichen, im Nacken gewisser Raupen 
sich entwickelnden Pilzparasiten (Cordiceps Rohertsii), der schon ifiehrfach be- 
sprochen wurde. 

Crompton, S. „A few Notes on the Butterflies of Barbados" (p. 175). 

Eine Literaturstudie, namentlich das seltene Werk von Hughes: The 
Natural History of Barbados (1750) betreffend. 

Christy, W. H. „Notes on the Yellow and other Varieties of Zygaena 
Trifolii^ (p. 214). — Gelbe und andere Varietäten dieser Art werden besprochen. 

Frohawk, F.W. „Life History of Nyssia (Biston) Lapponaria^ (p. 237 
bis 240, PI. I). 

Ausführliche Beschreibung und Abbildung aller Stände dieser wiederholt 
in Schottland gefundenen Art, wo die Raupe auf Betula lebt, aber auch Crataegus 
als Nahrung nimmt. Auch Teich (Stettiner entom. Zeitschr., 1883, S. 174) gibt, 
entgegen den centraleuropäischen Beobachtungen, wonach die Raupe auf Larix 
lebt, ebenfalls die Birke als Nährpflanze an. 

Bath, Harcourt W. „On the Origin of the European Rhopalocera and 
the EiFects produced by the glacial Period upon their present distribution and 
diversity" (p. 247—250). 

Eine kurze, aber lesenswerthe Darstellung der hauptsächlichsten Verände- 
rungen, welche die Eiszeiten für die Rhopalocerenfauna Europas zur Folge hatten, 
— Im Zusammenhange damit stehen zwei spätere Artikel desselben Verfassers 
über die alpine Rhopalocerenfauna (p. 286—290, 322 — 327). 

Rickard, J. C. „Observation on Plusia Moneta^ (p. 261). — Erfahrungen, 
die Zucht dieser Art betreffend. 

Frohawk, F. W. „Productiveness of CoUas Edusa"" (p. 263—266). — Es 
wurden bei 500 Eier von einem einzigen 9 dieser Art erhalten. 

South, R. „Orkney Lepidoptera" (p. 298). 

Ein Nachtrag zu der im „Entomologist", XXI, p. 28, 98, publicirten Fauna 
dieser bereits nordische Anklänge zeigenden Inselgruppe. 

„Will. Henr. Tugwell" (p. 315). Nekrolog des am 20. September 1895 
verstorbenen englischen Lepidopterologen. 

Adkin, Rob. „Mesogona Acetosellae F." (p. 317, Fig.). — Von dieser Art 
wurde in England (Sussex) das erste Stück am 26. October 1895 an Reitze gefangen. 

„A new Classification of Lepidoptera" (p. 318 tf.). — Eingehende 
Besprechung des Meyr ick 'sehen Handbuches. 



Stoll, Dr. Otto. Zur.Zoogeographie der landbewohnenden Wirbellosen. 
113 S. mit zwei Tafeln. Berlin, R. Friedländer & Sohn, 1897. Preis 4 Mk. 
In ähnlicher Weise wie die jüngst erschienenen Arbeiten von Apstein und' 
Hamann handelt auch dieses Buch über ein allgemeines Thema und hat den 
Zweck, uns in zusammenfassender Darstellung mit dem gegenwärtigen Stande 
einer gewiss nicht minder interessanten Frage bekannt zu machen. Finden wir 
in solchen Schriften keine durchaus gleichraässige und gleichartige Behandlung 



Referate, 



255 



des Stoffes, so ist das wohl zum grössten Theile dem Umstände zuzuschreiben, 
dass nicht alle Thiergruppen gleich gut und gründlich bearbeitet worden sind, 
und so den Autor veranlassten, an manchen Stellen ausführlicher zu werden, an 
anderen wieder nur kurz abzuhandeln. 

In dem ersten Theile des Buches, der die Aufschrift trägt: „Allgemeine 
Bemerkungen", verweist Verfasser auf die bekannte Sei ater-Wallace 'sehe 
Terminologie, bemerkt aber zugleich, dass sich schon innerhalb der relativ 
artenarmen Grup]ien der Landvertebraten einige recht bemerkenswerthe Aus- 
nahmen finden, welche beweisen, dass die Wallace'schen Eegionen doch nicht 
für alle Fälle ausreichen. Geht mau erst daran, im Reiche der terrestrischen 
Wirbellosen mit einigem Detail die Verbreitungsareale der einzelnen Familien 
und Gattungen zu umschreiben, dann zeigt es sich noch deutlicher, dass vielfach 
die Verbreitungsbezirke in kartographischer Darstellung wesentlich anders aus- 
fallen, als wir es nach dem Schema der zoogeographischen Provinzen erwarten 
würden. 

Nach einigen allgemeinen Bemerkungen über actives und passives Wandern 
und die Bedeutung besonders jener terrestrischen Thiertypen für unsere Frage, 
deren migratorische Fähigkeiten sehr beschränkt sind, kommt der Verfasser zu 
folgenden Ergebnissen : 

1. Es zeigt sich, dass in allen der hier in Frage kommenden Gruppen 
wirbelloser Landthiere eine nicht unerhebliche Anzahl von mehr oder weniger 
isolirten, scharf charakterisirten Gattungen vorhanden sind, die trotz der geringen 
Zahl und der relativen Seltenheit ihrer Arten über so weite Erdbezirke verbreitet 
sind, dass ihre Verbreitung mehrere, in einigen Fällen sogar sämmtliche der grossen 
zoogeographischen Regionen umfasst; eine recente Verbreitung durch active oder 
passive Wanderung kann bei ihnen fast mit Sicherheit ausgeschlossen werden. 

2. Die Verbreitungsareale dieser Gattungen sind zonenförmig in der 
Richtung der Parallelkreise gelagert. 

3. Wo die Verbreitungsringe Lücken aufweisen, fallen diese bei einzelnen 
Gattungen durchaus unregelmässig. 

4. Es gibt eine Anzahl von gut charakterisirten Gruppen, bei denen die 
Gattungscharaktere bereits in der Weise sich zu differenziren begonnen haben, 
dass sehr nahe verwandte, aber doch nicht mehr völlig identische Genera oder 
Subgenera vicariirend für einander in den verschiedenen Abschnitten des Ver- 
breitungsringes auftreten. 

5. In Bezug auf die Breitenerstreckung kommen, bei deutlicher Tendenz 
zu ringförmiger Lagerung der Areale, verschiedene Fälle vor, nämlich: 

a) Beschränkung der Gattung entweder auf die borealen oder auf die 

notialen Regionen der thierischen Oekumene. 
h) Beschränkung auf die borealen und notialen Regionen mit Ausschluss 

des intratropischen Gebietes. 

c) Beschränkung im Allgemeinen auf das intratropische Gebiet. 

d) Indifferente Verbreitung durch die intra- und extratropischen Gebiete. 



256 



Eeferate. 



6. Bei besonders günstigen Verhältnissen zeigt es sich, dass im Allgemeinen 
eine Einengung früher ausgedehnterer Verbreitungsgebiete stattgefunden hat. 

Auf den folgenden Seiten werden nun die einzelnen der hier in Betracht 
kommenden Thiergruppen (Würmer, Peripatus, Crustaceen, Milben, die echten 
Spinnen, Myriopoden, Orthopteren, Neuropteren, Hemipteren, Dipteren, Lepido- 
pteren, Coleopteren, Hymenopteren, Landmollusken) in Bezug auf ihre geo- 
graphische Verbreitung mehr minder ausführlich besprochen. 

In dem nun folgenden zweiten Theile werden zwei specielle Fälle (die 
Acaridengattung Megisthanus Thor, für die Arthropoden und die Pulmonaten- 
gattung Clausilia Drap, für die Mollusken) herausgegriffen, um bei ihnen die 
geographische Verbreitung etwas genauer zu untersuchen.^) Bei Megisthanus 
nun zeigt es sich, dass dieselbe Gebiete umfasst, welche auf die Tropen sämmt- 
licher Erdtheile — mit Ausnahme des continentalen Asien — vertheilt sind. 

In dem dritten Theile des Buches endlich (Schlussbetrachtungen) wird die 
Bedeutung der Zoogeographie für geologische Fragen erwogen. Sind die Resultate, 
zu denen Verfasser diesbezüglich gelangt, auch nicht durchwegs neu, so inter- 
essiren sie doch in Anbetracht des Materiales, auf das der Verfasser seine Thesen 
gründet, die im Folgenden noch kurz angeführt werden mögen: 

1. In sämmtlichen Gruppen von landbewohnenden Wirbellosen finden sich 
eine Anzahl von Formen, deren Verbreitungsareale so ausgedehnt und eigenthümlich 
sind, dass ihnen sichtlich nicht die gegenwärtige Vertheilung von Land und Wasser 
zu Grunde liegt. Eine befriedigende Erklärung dieser Areale gelingt nicht ohne 
Zuhilfenahme von ausgedehnten, jetzt wieder zerstörten Landverbindungen, von 
denen ein wesentlicher Theil auf der Südhemisphäre, zwischen Südamerika und 
Afrika und zwischen Chile und Australien, gelegen sein musste. 

2. Für eine Reihe der hierher gehörigen Formen, wie z. B. Peripatus, 
Phrynus, Telyphonus, Megisthanus, Clausilia etc. lassen die heutigen Areale 
eine so autfällige Anlehnung an die geographischen Verhältnisse des Mesozoicums 
erkennen, dass wir in ihnen mit Wahrscheinlichkeit persistirende Relictenformen 
aus vortertiärer Zeit erblicken dürfen. 

3. Wenn auch bei der heutigen Configuration der Erdoberfläche der 
Schwerpunkt der Neubildung generischer Typen auf der Nordhemisphäre liegt, 
so spricht doch eine Reihe zoogeographischer Thatsachen dafür, dass gewisse 
thierische Formen ihr Entstehungscentrum nicht im Norden, sondern mindestens 
in niederen Breiten, andere sogar weit südlich vom Aequator besessen haben und 
von da aus nach Norden vorgedrungen sind. 

4. Bei dem beständigen Hin- und Herfluthen der landbewohnenden Wirbel- 
losen infolge der topographischen und klimatischen Oscillationen wird es höchst 
zweifelhaft, ob da, wo heute ein bestimmter Typus in der Jetztzeit die grösste 
Artenzahl aufweist, auch sein ürsprungsherd gelegen sei. 

5. Die Annahme einer recenten Einwanderung längs der hohen Gebirgs- 
ketten infolge der glacialen Klimaschwankung genügt nicht, um das Auftreten 



') Die vom Verfasser hier beschriebene Species Megisthanus afer ist für die Wissenschaft neu ! 



Referate. 



257 



borealer Gattungstjpen, wie GoUas, Argynnis, Caräbus, in einzelnen Theilen der 
Südhemisphäre, wie Chile, Argentinien und Südafrika, zu erklären. 

6. Besondere Schwierigkeiten der Erklärung bieten die Fälle generischer 
Typen, welche die heutige Invertebratenfauna von Madagaskar mit dem tropischen 
Südamerika gemeinsam, und zwar unter Ausschluss des äquatorialen Afrika, besitzt. 

A. Steuer. 

Albert I Prince souTerain de Monaco. Resultats des campagnes 
scientifiques, accomplies sur son yacht. Imprimerie de Monaco. 

Schon früher einmal wurde an dieser Stelle auf die wissenschaftlichen 
Arbeiten des Fürsten Albert I. von Monaco aufmerksam gemacht. Im Jahre 1889 
erschien in diesen „Verhandlungen" ein Bericht unter dem Titel: „Ueber die 
wissenschaftlichen Untersuchungen des Fürsten Albert I. von Monaco in den 
Jahren 1885—1888. Von Dr. Emil v. Marenzeller." Heute mag es gestattet 
sein, über die seither erschienenen, prächtig ausgestatteten Abhandlungen kurz 
zu berichten. 

Fascicule I. 

^ Contribution ä la faune malacologique des iles Agores. Par 
P. Dautzenberg. 1889. Avec quatre planches. 

Verfasser beschränkt sich nicht nur auf die Verarbeitung des von der Yacht 
„Hirondelle" gesammelten Materiales (148 Speeles), sondern führt alle Formen 
an, die überhaupt bisher in den azorischen Gewässern gefunden wurden; dazu 
kommen noch die an der sandigen Küste von San Miguel von M. Henrique Maria 
d'Aguyar gesammelten Arten (58 an der Zahl). Wenn man nun in Rechnung 
zieht, dass sich davon 21 Speeles zugleich in den beiden Sammlungen finden, so 
reducirt sich die Zahl der untersuchten Speeles auf 185. 84 von diesen Arten 
(davon 24 neu) sind von den Azoren noch nicht bekannt gewesen. 

Mit Rücksichtnahme auf andere Arbeiten enthält nach dem gegenwärtigen 
Stande unseres Wissens die marine Molluskenfauna der Azoren folgende Summe 
von Speeles: 

8 Cephalopoden, 

246 Gasteropoden, 
91 Pelecypoden. 

Den einleitenden Bemerkungen folgt in dieser wie in allen folgenden Ab- 
handlungen eine genaue Ort und Zeitangabe der einzelnen Fänge, der sich die 
genaue Beschreibung der gefundenen Thiere nebst einem ausführlichen Literatur- 
verzeichniss anzuschliessen pflegt. Den Schluss bilden genaue Tabellen, die einen 
Ueberblick über das gesammelte und verarbeitete Material gewähren. Noch dürfen 
wir ausser den meisterhaft ausgeführten Tafeln (von Werner und Winter in 
Frankfurt a. M.) die beiden einem Bande beigegebenen Karten nicht unerwähnt 
lassen, die uns über die Reiserouten der „Hirondelle" genau orientiren. 



258 



Referate. 



Fascicule II. 



Contribution ä l'etude des spongiaires de l'Atlantique üord 
(Golf de Gascogne, Terre-Neuve, A9ores). Par E. Topsent. 1892. Avec 
onze planclies. 

Im Ganzen fanden sich in der Sammlung des Prinzen von Monaco 167 Spe- 
eles, von denen 58 neu für die Wissenschaft sind. 

Qualität und Quantität des von den einzelnen Expeditionen (1886 — 1888) 
gelieferten Materiales war sehr verschieden. Im Jahre 1886 brachte die „Hiron- 
delle" von der Küste von Asturien 48 Spongien, wovon 10 noch unbekannt waren. 
Im folgenden Jahre war das Resultat trotz zweier sehr glücklicher Operationen 
an der Küste von Neufundland bedeutend ungünstiger: es wurden 38 Spongien- 
arten, davon neun schon aus dem Vorjahre bekannte, gesammelt; nur sechs Arten 
waren neu. Weit glücklicher war man bei der letzten Campagne (1888). Sie 
brachte 120 Speeles ein, wovon nur 30 theils im Jahre 1886, theils 1887 schon 
gefischt worden waren ; 42 von ihnen waren bisher nicht bekannt. Dieser reiche 
Fang war um so erfreulicher, als von der Spongienfauna der Azoren bisher fast 
nichts bekannt war. 

Eine auf p. 17 — 20 zum Abdruck gebrachte Liste ergibt für die drei ge- 
nannten Expeditionen folgende Zusammenstellung des gesammten erbeuteten 
Materiales : 



Brachyopodes de l'Atlantique nord. Par P. Fischer et D. P. Geh- 
lert. 1892. Avec deux planches. 

Die beiden Verfasser verweisen in der Einleitung auf eine von ihnen ver- 
fasste resumirende Publieation, wo bereits eine provisorische Liste der gefundenen 
Brachyopoden gegeben wurde. Die vier von der „Hirondelle" im Golfe von 
Gascogne gedredschten Speeles waren schon früher durch die Arbeiten anderer 
Autoren theils von der Westküste von Frankreich, theils aus dem Litorale des 
nördlichen Spanien, zum Theile wohl auch aus grösseren Tiefen bekannt. Die 
Operationen der „Hirondelle" haben uns für diese Speeles in Bezug auf ihr Vor- 
kommen zuverlässige Daten gegeben, welche im Verein mit den Ergebnissen der 
Forschungsreisen des „Travailleur" und „Talisman" unsere Kenntnisse über die 
bathymetrische Verbreitung der Brachyopoden wieder bedeutend erweitern. Der 
an Brachyopoden bei weitem reichhaltigste Golf von Gascogne enthält 16, bezw. 
18 Arten. 



Calcarea . . 

Hexactinellida 

Tetraetinellida 



3, 3, 11 

1, 6, 11 (12?) 

8, 3, 25 

0, 0, 2 (3?) 

1, 0, 

34 (35?), 24 (26?), 63 (69?) 



Carnosa 
Ceratina 



Monaxonida 



Fascicule III. 



Referate. 



2b9 



Fascicule IV. 

Opisthob ranches provenant des campagnes du yacht r„Hiron- 
delle". Par Rodolphe Bergh. 1892. Avec quatre planches. 

Die Zahl der während der Expeditionen der „Hirondelle" gesammelten 
Opisthobranchen ist nur eine geringe; es sind nur vertreten: Cratena, Fiona, 
Scylloea, Eiiplocamus, Doriopsis und einige Formen von Pleurohranchus. Aber 
in dieser kleinen Collection fanden sich auch einige neue und sehr interessante 
Formen: Cratena fructuosa, Euplocavms atlanticus, Pleurohranchillus morosus^ 
(nov. spec. nov. gen.). 

Fascicule V. 

Bathyphysa Grimaldii (nova species). Siphonophore bathy- 
pelagique de TAtlantique nord. Par Maurice Bedot. 1893. Avec une 
planche. 

Die im Jahre 1888 während der vierten Campagne der „Hirondelle" er- 
beuteten Siphonophoren sind zumeist schon aus dem Mittelmeere bekannt. Am 
häufigsten fanden sich: Agalmopsis Sarsii Kölliker, Bhizophysa Eysenhardti 
Gegenbauer, Gieba hippopiis Leukart, Praya sp. Leukart. Die neu beschriebene 
Form gehört zu dem sehr schlecht bekannten Genus Bathyphysa, das von Studer 
aufgestellt wurde, welcher im Jahre 1875 eine Bathyphysa abyssorum aus dem 
atlantischen Ocean beschrieb. Die vom Verfasser beschriebene Siphonophore fand 
sich nie in den zu verschiedenen Tageszeiten in grosser Anzahl an der Oberfläche 
oder in geringer Tiefe mit den verschiedenen Apparaten ausgeführten pelagischen 
Fängen. Die aufgefundenen Fragmente wurden immer in einer Tiefe von 500 m 
im Minimum gefischt (den Neigungswinkel des Kabels schon in Rechnung ge- 
zogen). Es ist also nach diesen Funden wohl erlaubt, diese Bathyphysa zu der 
bathypelagischen Fauna zu zählen. 

Fascicule VI. 

Contribution ä l'etude des holoturies de l'Atlantique nord 
(Golf de Gascogne, iles A9ores). Par E. v. Marenzeller. 1893. Avec 
deux planches. 

Zur Untersuchung gelangten 14 Species aus den Familien : Aspidochiroti- 
dae (5), Elasipididae (3), Dendrochirotidae (4) und Synaptidae (2). Vier von 
diesen Species sind neu, nämlich: Holoturia lentigimsa, Benthodytes jantina, 
Pentagone azorica, Chiridota abyssicola. Ausserdem enthält die Arbeit Angaben 
über die geographische und bathymetrische Verbreitung der gefundenen Thiere, 
von denen viele bisher nur von anderen Oertlichkeiten bekannt waren. 

Fascicule VII. 

Crustaces decapodes provenant des campagnes du yacht 
r„Hirondelle" (1886—1888). Par A. Milne-Edwards et C. L. Bouvier. 
Premier partie: Brachyures et Anomures. 1894. Avec onze planches, dont une 
double, et huit figures dans le texte. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 36 



260 



Referate. 



Das von der „Hirondelle" gesammelte Material von podophthalmen Crusta- 
ceen ist sehr zahlreich und bietet namentlich wegen der verbesserten Fangmethoden 
in Bezug auf die bathjmetrische Vertheilung der gefundenen Arten bedeutendes 
Interesse. 

Neu sind eine Varietät von Pilumnus hirtellus L. inermis, ferner Geryon 
affinis, Merocryptus holetifer, Lithodes Grimaldii, Sympagurtis ruticheles. 

Fascicule VIII. 

Zoanthaires provenant des campagnes du yacht r„IIirondelle" 
(Golf de Gascogne, A9ores, Terre-Neu ve). Par E. Jourdan. 1895. Avec 
deux planches. 

Die Mehrzahl der Arten von Zoantheres. die auf den Fahrten der „Hiron- 
delle" gesammelt wurden, sind schon von Moseley untersucht worden, andere — 
eine kleine Zahl nur — sind neu. 

Verfasser unternahm es, die einen wie die anderen möglichst genau zu 
beschreiben. Das Material enthielt hauptsächlich Formen aus zwei Unter- 
ordnungen, den Malacodermen und Madreporen, erstere vertreten durch ver- 
schiedene, zum Theil schwierig zu bestimmende Actinien (Sagartia, Adamsia, 
CalUactis, Änemonia, Bunodes, Phellia, Gephyra, Actinoloha, Chüonactis) und 
Zoanthidae (Palythoa, Epizoanthus), letztere durch zumeist sehr interessante 
Formen ( CaryophylUa [fnargaritata n. sp.], Paracyathus, Deltocyathus, Cyatho- 
ceras, Stephanotrochus [crassus n. sp.], Amphihelia, Bathelia, Balanopliyllia, 
Bathyactis). 

Fascicule IX. 

Contribution ä l'etude des cephalopodes de TAtlantique nord. 
Par Louis Joubin. 1895. Avec six planches. 

Das Untersuchungsmaterial entstammte den während der Reisen 1886 bis 
1888 zusammengebrachten Sammlungen, deren Thiere hauptsächlich im Golfe von 
Gascogne und an der Küste der Azoren gefischt wurden. Die beschriebenen 
Cephalopoden wurden theilweise an der Oberfläche, theilweise selbst in grossen 
Tiefen gefischt, andere wieder, und nicht minder interessante Formen, fand man 
in den Mägen von Fischen und Cetaceen. 

Von den nun bekannten 18 Arten sind fünf für die Wissenschaft neu 
(Tremoctopus Hirondellei, Octopus Alberti, TracheloteutMs Guernei, Chiro- 
teuthis Grimaldii und Taonius Bichardi). 

An mehreren Stellen weicht Verfasser von dem sonst zumeist eingehaltenen 
Plane ab, indem er interessante histologische Beobachtungen in die Darstellung 
einflicht. 

Fascicule X. 

Poissons provenant des campagnes du yacht r„Hirond eile" 
(1885—1888). Par Robert Coli et. 1896. Avec six planches. 

Es wurden von der „Hirondelle" in den vier Jahren 95 Speeles gefischt, 
und zwar im Golf von Gascogne 28, im offenen Meere zwischen dem Golf von 



Referate. 



261 



Gascogne und den Azoren 16, bei den Azoren 52 und auf der Fahrt zu den Neu- 
fundland-Inseln 21. Sechs Speeles davon sind neu für die Wissenschaft, wovon 
fünf schon in einer vorläufigen Anzeige im „Bulletin de la Societe zoologique 
d^ France" beschrieben wurden. Die sechste (Macrurus hirundo) wird in dieser 
Arbeit zum ersten Male als neue Species angeführt, zu gleicher Zeit mit einer 
Form des Genus Lycodes, welche ebenfalls, wenngleich mit einigem Vorbehalte, 
als neu bezeichnet wird. 

Fascicule XI. 

Contribution a l'etude des stellerides de l'Atlantique nord 
(Golf de Gascogne, Ayores, Terre-Neu ve). Par Edmond Perrier. 1896. 
Avec quatre planches. 

Die Zahl der gefundenen Species beträgt 35 (27 Genus). Sechs davon sind 
neu; eine, Pedicellaster parvulus, gehört zu einem zwar schon lange bekannten, 
aber noch schlecht definirten Genus, eine zweite, Stolasterias neglecta, früher als 
Untergattung von Asterias angesehen, macht Verfasser zu einem selbstständigen 
Genus. Die vier weiteren bilden Typen neuer Genera; es sind das: Prognaster 
Grimaldii, Calycaster monaecus, Sderasterias Guernei, Hexaster ohscmus. 

A. Steuer. 

Braun, Prof. Dr. M. Die Umformung der Gliedmassen bei den höheren 
Thieren. (258. Heft der Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher 
Vorträge. Neue Folge, 11. Serie.) Mit 18 Abbildungen. Hamburg, 1896. 
Das bekannte, von Virchow und v. Holtzendorff begründete Werk ist 
durch die vorliegende Arbeit um eine treffliche Abhandlung bereichert worden. 
Verfasser versteht es, in schlichter, klarer Sprache dem grossen Publicum, für das 
die Schrift berechnet ist, eine der wichtigsten Fragen der Osteologie verständlich 
zu machen. Auf vergleichend-anatomischem Wege werden die Extremitäten der 
einzelnen Thiergruppen dem Leser vorgeführt, und mit Hilfe guter Zeichnungen 
die Homologien erläutert. Ausserdem werden Embryologie und Paläontologie ent- 
sprechend berücksichtigt und die Entstehung und Fortentwicklung des Extremi- 
tätenskeletes im Sinne der Descendenzlehre erklärt. 

Gut geschriebene populärwissenschaftliche Abhandlungen haben einen doppel- 
ten Werth: den Laien interessiren sie durch ihren Inhalt und dem gelehrten Fach- 
manne sollen sie beweisen, dass man auch streng wissenschaftliche Themen in 
gefälliger, allgemein verständlicher Form behandeln kann. A. Steuer. 

Ward, Lester Frank. The Potomac Formation. (Fifteenth Annual Report 
of the United States Geological Survey to the Secretary of the Interior 
1893—1894 by J. W. Powell, Director. Washington, 1895; p. 307—397.) 
3 Tafeln und Textfiguren. 

Das stattliche, prächtig ausgestattete geologische Jahrbuch bringt eine 
beachtenswerthe, der Hauptsache nach paläophytologische Arbeit über die Potomac- 
Formation des atlantischen Nordamerika. Ueber die Flora dieser Formation hatte 
Fontaine im Jahre 1889 Mittheilungen gemacht, welche nun bedeutend erweitert 

35* 



262 



Referate. 



und ergänzt werden. Namentlich die Flora des Mount Vernon lieferte interessante 
Funde an Farnen (darunter neu Sderopteris vernonensis, ähnlich der Scleropteris 
tenuisecta Sap.), Cjcadeen (Zamia Washingtoniana n. sp.), Coniferen, Casuarinen 
{Casuarina Covillei n. sp.), sowie Blattabdrücke einer neuen Sagittaria (S. Victof- 
Masoni) und verschiedener Dicotylen (darunter neu: Populus potomacensis, Po- 
pulus auriculata, Celastrophyllum Hunteri). 

Auch der Abdruck einer interessanten, auffallenden Blüthe hat sich am 
Mount Vernon gefunden. Ward dachte zuerst an eine Iris-Bliithe, überzeugte 
sich aber bald von der Unmöglichkeit dieser Deutung, kam dann auf die Idee, 
dass vielleicht eine Frucht (eine aufgesprungene Kapsel etwa) vorliege, oder die 
fünfzählige Blüthe einer dicotylen Pflanze. Er nannte schliesslich den fraglichen 
Eest Äntholithiis Gaudium- Bosae. — Da dieser Eest auf einer der Tafeln abge- 
bildet ist und die Abbildung denselben recht gut wiederzugeben scheint, so mag 
es dem Referenten gestattet sein, auf die grosse Aehnlichkeit dieser Figur mit 
einer Bombacaceenblüthe aufmerksam zu machen. Man sieht deutlich eine 
fünfzählige Blüthe mit sehr grossen Fetalen und einem kurzen, aber unverkennbar 
deutlichen Kelch. Selbst die Oberständigkeit des Fruchtknotens lässt sich aus 
dem Bilde erschliesseu. Ich habe hiebei namentlich die Gattung Chorisia im 
Auge, bei welcher Blumenkroile und Kelch an Grösse und Gestalt vollkommen 
dem fraglichen Eeste entsprechen. Auch würde möglicher Weise die Bekleidung 
der C/iomm-Petalen mit Wollhaaren die an dem Reste sichtbaren Unebenheiten 
erklären lassen. Fritsch. 

Wiesner, J. Zur Physiologie von Taeniophyllum Zollingeri. (Pflanzen- 
physiologische Mittheilungen aus Buitenzorg. VI.) Sitzungsber. der kais. Akad. 
der Wissensch, in Wien, mathem.-naturw. Classe, Bd. CVI, 1897. 

Taeniophyllum Zollingeri ist eine der interessantesten epiphytischen Orchi- 
deen. Diese Art lebt in Java auf den Stämmen verschiedener Bäume, besonders 
häufig auf Palmen, und besteht — wenn man von den Blüthenständen absieht — • 
fast nur aus radiär ausstrahlenden, der Baumrinde dicht angeschmiegten Wurzeln, 
Diese Wurzeln haben, wie Verfasser feststellte, ein ausserordentlich langsames 
Wachsthum und weisen keine Spur von Geotropismus auf. Die Wurzeln wachsen 
nur im Lichte, sind jedoch negativ heliotropisch und zeigen auch deutliche 
Hyponastie; hiedurch erklärt sich das Anschmiegen an das Substrat. Inter- 
essant ist der Umstand, dass in den Tropen, wo die am schnellsten wachsenden 
Pflanzenorgane (Bambusstämme) beobachtet wurden, auch daneben die am lang- 
samsten wachsenden zu finden sind. Die Wurzeln des Taeniophyllum Zollingeri 
wachsen unter den günstigsten Bedingungen in 24 Stunden nur um 0'283 mm 
in die Länge, während ein Bambusrohr sich in einer Stunde um 23"7 mm 
verlängern kann, also etwa 2000 Mal schneller wächst. Wir finden also unter 
den günstigen Vegetationsbedingungen der Tropen nicht überall sehr rasches, 
sondern oft auch aussergewöhnlich langsames Wachsthum. Die in den Tropen 
herrschenden Verhältnisse ermöglichen eben, wie Verfasser sagt, „die grösste 
Mannigfaltigkeit der Erscheinungsformen der Pflanzenwelt". Fritsch. 



Geiieriil-Versaniiiihiiijf am 5, Mai 1897. 

Vorsitzender: Heri* Gustos Dr. Emil v. Marenzeller. 



Eingesendete Gegenstände: 

500 Stück lusecten für Schulen von Herrn J. Kaufmann. 
100 Stück Insecten für Schulen von der zoologischen Abtheilung des k. k. 
naturhistorischen Hofmuseums. 



Berieht des Präsidenten - Stellvertreters Herrn Custos Dr. Emil 

V. Marenzeller. 

Als ich im Vorjahre die Ehre hatte, in der Jahres -Versammlung den 
Vorsitz zu führen, war ich bemüssigt, über eine Reihe von Veränderungen und 
Reformen innerhalb unserer Gesellschaft zu berichten oder deren Beschlüsse ein- 
zuholen. Ich wies darauf hin, dass alle diese theils unsere Publicationen, theils 
unser gesellschaftliches Leben betreffenden Neuerungen von einem fortschrittlichen 
Geiste eingegeben seien und dass wir von ihrer Durchführung eine erspriessliche 
Förderung unserer Aufgaben zu erhoffen hätten. Es handelte sich keineswegs 
um überstürzte Versuche, sondern um wohlüberlegte Entschlüsse, die im Schosse 
unseres so thätigen Secretariates, das am besten die Wünsche und Bedürfnisse 
unserer Mitglieder kennen zu lernen Gelegenheit hat, gereift und vom Ausschusse 
der Gesellschaft gutgeheissen waren. 

Ganz anders heute. Wir hatten im abgelaufenen Vereinsjahre nur die 
Wirkung der neuen Einrichtungen zu beobachten und uns Rechenschaft zu geben, 
ob sie den gehegten Erwartungen entsprechen. Mit Befriedigung kann ich es 
aussprechen, dass die Ergebnisse günstige waren. Die Verwaltung der Gesellschaft 
nahm trotz der verringerten Anzahl der Ausschusssitzungen ihren regelmässigen 
Gang, und in den fünf bisher constituirten Sectionen (Zoologie im Allgemeinen, 
Lepidopterologie, Coleopterologie, Botanik im Allgemeinen, Kryptogamenkunde) 
fanden sich die Betheiligten bei den Vorträgen zahlreich ein. Es wird an die 
weitere Ausgestaltung solcher Zusammenkünfte gedacht. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 36 



264 



General -Versammlung am S.Mai 1897. 



Die Zahl der Mitglieder unserer Gesellschaft weist eine leichte Zunahme 
auf; sie hetrug ausser 60 Lehranstalten 460. Im Schriftentausche stehen 347 Ge- 
sellschaften. 

Se. kgl. Hoheit der Herzog von Cumberland trat in die Reihe der 
hohen Gönner unserer Gesellschaft. 

Der XLVI. Band (1896) unserer „Verhandlungen" hat 495 Seiten und 
9 Tafeln. 

Leider hielt der Tod unter unseren Mitgliedern eine reiche Ernte. Wir 
beklagen den Verlust der Herren: Amrhein, Benda, Benseier, v. Bergen- 
stamm, H. Burmeister, Erschoff, Haszlinski, Horcicka, Kaspar, 
Koelbel, Margo, Raimann, Rogenhofer, Senoner, Stohl, Tief. 

Unter diesen Verstorbenen haben sich die Herren J. v. Bergen stamm 
und A. Rogenhofer besondere Verdienste um die Gesellschaft erworben, die den 
älteren Mitgliedern in lebendiger Erinnerung stehen werden. J. v. Bergen- 
stamm war vom Jahre 1865 bis 1872 Bibliothekar, bis 1889 Ausschussrath. Gustos 
A. Rogenhofer gehörte der Gesellschaft seit 1852 an; er war Ausschussrath 
von 1857—1896, Secretär von 1873—1883. Dr. L. Stohl war Ausschussrath von 
1892—1896. 



Berieht des Seeretärs Herrn Prof. Dr. Carl Fritseh. 

Der XLVI. Band unserer „Verhandlungen" übertrifft seinen Vorgänger an 
Umfang und an Anzahl der Tafeln beträchtlich, und es hat den Anschein, dass 
der XLVII. Band noch umfangreicher weiden wird. Der ursprünglich für ein 
Monatsheft als Norm festgesetzte Umfang von drei Druckbogen genügt nicht 
mehi-, und die Hefte erscheinen gegenwärtig oft in der Stärke von 4 — 5 Druck- 
bogen, um die Publication der stets reichlich einlaufenden Abhandlungen nicht 
zu sehr zu verzögern. 

Wissenschaftliche Abhandlungen enthält der Jahrgang 1806 der 
„Verhandlungen" (mit Ausschluss der in den Sitzungs- und Scctionsberichten 
enthaltenen Mittheilungen) 28, und zwar zoologische von den Herren Bergh, 
Escherich, Gangibauer, Klemensiewicz, König, Melichar, Rebel, 
Steuer, Verhoeff, Werner; botanische von den Herren Arnold, Brunn- 
thaler, Cypers, Evers, Förster, Haläcsy, Keissler, Kernstock, Lippert, 
Magnus, Pernhoffer, Rehmann und Teyber. 

Da zu Beginn des Jahres 1896 die Statuten der Gesellschaft eine wesent- 
liche Aenderung erfuhren und an Stelle der Monatsversammlungen und Discussions- 
abende nunmehr Sectionsversammlungen getreten sind, so mussten auch die 
Sitzungsberichte eine entsprechende Umgestaltung erfahren. Dieselben be- 
stehen gegenwärtig der Hauptsache nach aus den Berichten der Sectionen. 

Da seit der Auflassung der Monatsversammlungen die Mitglieder nicht 
mehr Gelegenheit haben von den Beschlüssen des Ausschusses Kenntniss zu 



General -Vcrsamiuhiug am 5. Mai 1897. 



265 



nehmen, so werden nunmehr auch kurze Berichte über die Ausschusssitzungen 
in den „Verhandlungen" veröftentlicht. 

Referate haben im Jahre 189G die Herren Brunn thaler, Burger- 
stein, Fritsch, Garbowski, Handlirsch, Knapp, Kohl, Kornhuber, 
Linsbauer, Lorenz, Rebel, ytapf, Steuer, Stockmayer, Werner, Zahl- 
bruckner und Zukal geliefert. — Die Zusammenstellung des Sachregisters über- 
nahmen wieder, wie im Vorjahre, die Herren A. Handlirsch und Dr. A. Zahl- 
bruckner in liebenswürdigster Weise. 

Als Beilagen kamen mit dem XLVI. Bande der „Verhandlungen" die 
neuen Statuten und die neue Geschäftsordnung der Gesellschaft zur Ausgabe. 

Da nach dem seinerzeitigen Beschlüsse des Ausschusses nach je drei Jahren 
ein Mitglieder- Verzeichniss zu veröffentlichen ist, so wurde mit Abschluss des 
Jahres 1896 ein solches zusammengestellt und in Druck gelegt. Die Mitglieder 
haben dasselbe als Beilage mit dem zweiten Hefte des Jahrganges 1897 unserer 
„Verhandlungen" erhalten. 

Allen jenen Herren, welche im abgelaufenen Vereinsjahre die Publications- 
thätigkeit unserer Gesellschaft in irgend einer Weise unterstützt haben, sei im 
Namen des Secretariates und des Redactions-Comites hiemit der verbindlichste 
Dank ausgesprochen. 



Bericht des Secretärs Herrn Anton Handlirsch. 

Im abgelaufenen Jahre wurden an 21 verschiedene Lehranstalten im 
Ganzen über 9600 zoologische und botanische Lehrmittel unentgeltlich abgegeben. 
Die Zusammenstellung, Adjustirung und Vertheilung besorgten wie bisher Herr 
Dr. Oster meyer und der Referent. Materiale lieferten das k. k. naturhistorische 
Hofmuseum, das botanische und das zoologische Institut der k. k. Universität 
und die Herren Anger, Ginzberger, Handlirsch, Kaufmann, Kautetzky, 
Keissler, Keller, Lach, Linsbauer, Metzger, Müllner, Ostermeyer, 
Reimoser. Besonders hervorzuheben ist eine grössere CoUection sehr gut 
präparirter Coleopteren mit biologischen Präparaten, welche Herr J. Kauf- 
mann dem Vereine überlassen hat. 

Dem botanischen Institute der Wiener Universität verdanken wir neuer- 
dings zwei Lieferungen der Flora exsiccata Austro-Hungarica, Herrn Primarius 
Dr. Lütkemüller ein Stativ und der durch ihre ausgezeichneten Leistungen 
bekannten Firma Reichert ein ganz neues completes Mikroskop, welches bei 
den Demonstrationsabenden sehr gute Dienste leisten wird. 

Ich schliesse mit dem Antrage, die General -Versammlung möge allen vor- 
hin genannten Spendern den Dank votiren. 



36* 



266 



General -Versammlung am 5. Mai 1897. 



Uebersicht der im Laufe des Jahres 1896 an Lehranstalten abgegebenen zoologischen 
und botanischen Lehrmittel. 



Postnummer 1 


Bezeichnung der Schule 


Wirbelthiere 


1 


Glieder- 

füssler 


Strahlthiere,! 
Würmer 


Pflanzen 


Zusammen 


1 




_ 




_ 


_ 


350 


350 


2 


Lana in Tirol, Volksschule 


17 


40 


120 


3 


350 


530 


3 




3 


2 




5 




10 


4 




13 








350 


363 


5 


Wien, XVIII., Anastasius Grüngasse, Bürger- 


















25 


45 


120 


5 


350 


545 


6 


Neudorf, Post Kronstadt, Schlesien, Volks- 




















40 


120 




350 


510 


7 









120 







120 


8 




10 


40 


120 


2 


350 


522 


9 




10 


40 


120 


2 


350 


522 


10 


Höflein a. d. Thaya, Volksschule 




40 


120 




350 


510 


11 


Donaufeld, Volksschule 


10 


40 


120 


2 


350 


522 


12 


ßömerstadt, landwirthschaftliche Schule . . . 


10 


40 


120 




350 


520 


13 




5 


40 


120 




350 


515 


14 






40 


120 




350 


510 


15 






40 


120 




350 


510 


16 


Prakschitz in Mähren, Volksschule 




40 


120 




350 


510 


17 




10 


40 


120 


2 


350 


522 


18 


Wien, II., Zweite k. k. Staats-Realschule . . 


10 


4Ü 


120 


2 


350 


522 


19 






40 


120 




350 


510 


20 






40 


120 




350 


510 


21 




10 


40 


120 




350 


520 




Summe . . . 


133 


687 


2160 


23 


6650 


9653 



Bericht des Rechnungsführers Herrn Josef Kaufmann. 

Eiuuahmeu pro 1896: 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Mehrzahlungen und Eintritts- 
taxen von zusammen fl. 169.23 fl. 2.826 

Subventionen „ 1.310 

Vergütung des h. n.-ö. Landesausschusses für die Naturalwohnung 

im Landhause „ 2.500 

Zins für den vermietheten Wohnungstheil „ 400 

Für die Benützung der Vereinslocalitäten vom Ornithologischen 

Verein und von den Gärtnern „ 80 

Für Annoncen in den Monatsheften „ 45 

Verkauf von Druckschriften und Druck-Ersätze „ 319 



General -Versammlung am 5. Mai 1897, 



267 



luteressen von Werthpapiereu und Sparcasseeinlagen . . . . fl. 315 . 48 

Porto-Ersätze „ 22 . — 

Beitrag auf Lebensdauer „ 90 . — 

Für den Wolmungsfond angekaufte 500 fl. Wiener 

Verkehrsanleihe fl. 500 . — 

Spende der Frau Louise Damianitsch, Geueral- 

Auditorsgattin, zum Andenken an ihren am 

19. October 1867 verstorbenen Sohn Rudolf 

Damianitsch, Stud. jur., zwei ungarische 

Kronenrenten a 100 Kr., zusammen 200 Kr. „ 100 . — 

Summa . . fl. 7.908 . 68 

in Baarem und fl. 600 . — 

in Werthpapieren; und mit Hinzurechnung des am 
Mty Schlüsse des Jahres 1895 verbliebenen Cassa- 

I restes von „ 4.800.— „ 2.490.87 

P im Ganzen . . fl. 5.400 . — fl. 10.399 . 55 

Ausgaben : 

Besoldung des Kanzlisten fl. 600 . — 

Quartiergeld des Kanzlisten „ 180 . — 

Versicherungsprämie für den Kanzlisten „ 50 . 52 

Remunerationen und Neujahrsgelder „ 77 . — 

Gebühren -Aequivalent „ 10.53 

Miethzins vom Mai 1896 bis Mai 1897 „ 2.000 . — 

Versicherungsprämie für Bibliothek, Herbar, Möbel etc. . . . „ 36 . 85 
Beheizung, Beleuchtung und Listandhaltung der Gesellschaf ts- 

localitäten „ 197 . 03'5 

Kanzleierfordernisse „ 177 . 61 

Porto- und Stempelgebühren „ 365 . 53 

Erforderniss für das Museum „ 3 . — 

Büchereinkauf „ 566 . 45 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek „ 300 . 77 

Ankauf von 500 fl. Wiener Verkehrsanleihe für den Wohnungsfond „ 503 . 13 

Entlohnung für Referate „ 127.50 

Sonstige Auslagen „ 53 . 50 

Herausgabe von Druckschriften: 

Für den Band XL VI der Verhandlungen, Druck 

und broschiren fl. 2.187 . 71 

Ulustrationen 307 . 74 fl. 2.497 . 45 

Tumma . . fl. 7.746 . 87'5 
Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres 1896 ein Cassarest 

von fl. 2.652 . 67'5 in Baarem und fl. 5400.— in Werthpapieren; ersterer ist 
grösstentheils bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt. 



268 



General -Versammlung am 5. Mai 1897. 



Die Werthpapiere bestehen aus: 

1 einh. Silberrente vom 1. Juli 1868 zu 50 fl. 

5 einh. Silberrenten vom 1. Juli 1868 ä 100 fl. 

2 einh. Silberrenten vom 1. October 1868 ä 100 fl. 

6 einh. Notenrenten vom 1. August 1868 a 100 fl. 

1 einh. Notenrente vom 1. November 1868 zu 1000 fl. 
20 einh. Notenrenten vom 1. November 1868 ä 100 fl. 

1 ungarische Kronenrente vom 1. December 1892 zu 100 fl. (200 Kronen). 

2 ungarische Kronenrenten vom 1. December 1892 ä 50 fl. (100 Kronen). 
8 Wiener Verkehrsanleihe vom 31. März 1894 a 100 fl. (200 Kronen). 

1 Rudolfslos zu 10 fl. 
1 Clarylos zu 40 fl. 

Hievon 1 Notenrente zu 100 fl., 1 ungarische Kronenrente zu 100 fl. und ein 
Rudolfslos (zwei sind bereits ohne Treffer gezogen worden) als Spende des 
Herrn k. k. General -Auditors Martin v. Damianitsch und 2 ungarische 
Kronenrenten a 50 fl. als Spende der Gattin desselben, Frau Louise Da- 
mianitsch, zum Andenken an ihren am 19. October 1867 verstorbenen 
Sohn Rudolf Damianitsch, stud, jur. 

Verzeichniss 
der im Jahre 1896 der Gesellschaft gewährten 
Subventionen : 

Von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef I. fl. 200 . — 



„ Ihren k. und k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erz- 
herzogen: 

Ludwig Victor „ 20. — 

Josef Carl „ 50 . — 

Rainer „ 50 . — 

Eugen „ 50.— 

Friedrich „ 50.— 

Von Sr. Majestät dem Könige von Baiern „ 40 . — 

Von Sr. kgl. Hoheit dem Herzoge von Cumberland „ 20. — 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht . . . . „ 300 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 500 . — 

Verzeichniss 

der für das Jahr 1896 geleisteten höheren Jahresbeiträge von 7 fl. aufwärts. 

Von den P. T. Herren: 

Dräsche Freih. v. Wartimberg, Dr. Richard fl. 100. — 

Liechtenstein, regierender Fürst Johann von, Durchlaucht . . . „ 25. — 



General -Versammlung^ am 5. Mai 1807. 



269 



D II ni b a Nikolaus, H o i d m a n n Alberich, K i n s k y, Fürst Ferdinand, 
Durchlaucht, Newed Carl, Pelika n v. Plauenwald, Anton 
Freiherr v., Rothschild, Albert Freiherr v., Schwarzen- 
berg, Adolf Josef Fürst, Durchlaucht, je fl. 10 . — 

Bachinger August, Draskovic Marie, Gräfin, je ...... „ 8. — 

Navaschin, Sergius v „ 7.80 

Schnabl, Dr. Johann „ 7.70 

Berg, Dr. Carl, Fritsch Josef, Röder, Victor v., Rossi Ludwig, 

Vogel Franz A. je „ 7 . — 



Bericht des Bibliothek-Comites. 

Das Bibliothek-Comite bestand zu Beginn des Jahres 1896 aus Herrn 
Secretär A. Haudlirsch als Obmann und den Herren J. Brunn thaler, 
Dr. Fr. Krasser und Dr. A. Zahlbruckner. 

Herr Dr. Frid. Krasser war durch anderweitige Inanspruchnahme ge- 
nöthigt, seine Stelle Anfangs Mai 1896 niederzulegen und wurde als Ersatz Herr 
Dr. A. König cooptirt. Leider war derselbe infolge seiner Versetzung als Gym- 
nasial-Professor nach Saaz schon Mitte Juli gezwungen, seine Mitwirkung ein- 
zustellen. 

Die Geschäfte der Bibliothek sind nunmehr dergestalt vertheilt, dass Herr 
Dr. A. Zahlbruckner die Einzelwerke und Separatabdrücke, Herr J. Brunn- 
thaler die periodischen Schriften verwaltet. 

Der Zuwachs der Bibliothek im Jahre 1896 beträgt an Einzelwerken und 
Separatabd rücken 360 Nummern, und zwar: 

5 Nummern in 25 Theilen durch Kauf, 
38 „ „ 38 „ „ Tausch, 
317 „ als Geschenke. 
Es befinden sich darunter ein ganze Reihe wichtiger Handbücher, und 
muss auf eine Aufzählung auch nur der wichtigsten P]ingänge an dieser Stelle 
verzichtet werden. Genaue Verzeichnisse der Einläufe finden sich übrigens auf 
S. 262—264 und S. 479—484 unserer „Verhandlungen", Bd. XLVI, 1896. 

Allen Spendern sei an dieser Stelle nochmals unser bester Dank ausge- 
sj)rocheu. 

Der Zuwachs an periodischen Schriften beträgt 336 Bände. 
Mehrere Serien wurden completirt, resp. vergrössert und seien davon 
hervorgehoben: 

Hedwigia mit 31 Bänden, 

Botaniska Notiser mit 29 Bänden, 
erstere durch Kauf, letztere durch Tausch. 

16 Zeitschriften wurden durch Kauf (resp. Abonnement) erworben, die 
übrigen sind im Tauschwege eingelaufen. 



270 



General -Versammlung am 5. Mai 1897. 



Die Zahl der Tauschverbindungen beträgt dermalen 347. Dieselbe ist 
trotz Anknüpfung mehrerer neuer Verbindungen eine kleinere, als im Vorjahre, 
weil eine grössere Anzahl Tauschverbindungen, als nicht wünschenswerth, abge- 
brochen wurden. 

Die im vorigen Berichte erwähnte Anfertigung eines Zettelcataloges schreitet 
fort und sind bis Ende 1896 circa 3600 Zetteln angefertigt worden. Die Zahl 
der Soennecken'schen Ordner wurde von 6 auf 12 erhöht. 

Ferner wurde mit der Neunumerirung und Neuaufstellung der periodi- 
schen Schriften, sowie mit der Anfertigung des Zettelcataloges dieses Theiles der 
Bibliothek begonnen. 

Schiesslich sei noch erwähnt, dass sich die Ausgaben für die Bibliothek 
wie folgt stellen: 

Bücher- und Zeitschriftenankauf fl. 566 45 

Buchbinderarbeiteu „ 30077 

Zusammen . . fl. 867 22 



Herr Prof. Dr. C. Grebben hielt einen Vortrag: „Ueber die 
Auffassung der Heterogonie bei Nematoden." 

Hierauf sprach Herr Prof. Dr. C. Fritsch: „lieber die Ver- 
werthung vegetativer Merkmale in der botanischen Syste- 
matik." 



In dieser Versammlung wurde auf Antrag des Ausschusses Herr 
Dr. Anton Dohm, Director der zoologischen Station in Neapel, zum 
E h r e n m i t g 1 i e d e gewählt. Am Tage des Jubiläums der genannten 
Station war von Seite der Gesellschaft an Herrn Dr. A. Dohm ein 
Glückwunschtelegramm abgesendet worden. 

Ferner wurden die Herren Dr. Carl Graf Attems, Moriz 
Heeg und Dr. Ludwig Linsbauer zu Ausschussräthen und die 
Herren Dr. L. Melichar und Dr. F. Spaeth zu Kechnungs-Revi- 
soren gewählt. Als Scrutatoren fungirten die Herren Dr. F. Krasser, 
Dr. C. Rech Inger und Dr. Fr. Werner. 



Bericht über die Ausschuss- Sitzung 

am 5. Mai 1897. 

Da der Miethcontract der Gesellschaft am 1. November d. J. 
abläuft, so wird auf Antrag Dr. Ostermeyer's beschlossen, den- 



Versammlung der Section für Lepidopterologie am 7. Mai 1897. 



271 



selben auf weitere fünf Jahre, d. i. bis 1. November 1902, abzu- 
schliessen. 

Secretär Dr. Fritsch berichtet, dass Herr Hermann Kall- 
bruner, Apotheker in Langenlois, die Herbarien seines Vaters und 
des Botanikers Andorf er der Gesellschaft als Geschenk angeboten 
habe. Es wird beschlossen, dieses Geschenk dankbarst anzunehmen. 



Section für Lepidopterologie. 



Versammlung am 7. Mai 1897. 

Herr Dr. Rebel bespricht die in Druck gelegte Desiderateu- 
Liste der Macrolepidopteren- Sammlung Oesterreich -Ungarns am 
k. k. naturhistorischen Hofmuseum und betheilt jedes Sectionsmit- 
glied mit einem Exemplar derselben. 

Derselbe stellt regelmässige Berichte über den Zuwachs dieser 
Sammlung in Aussicht. 

Für den 21. Mai ergeht eine Einladung an die Sectionsmit- 
glieder zu einem allgemeinen Besuch der lepidopterologischen Abthei- 
lung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. 

Ferner bringt derselbe den beabsichtigten Verkauf der grossen 
Macrolepidopteren-Sammlung des Herrn Notars Jäggi in Bern unter 
Vorlage des Sammelverzeichnisses zur Kenntniss der Versammlung 
und ersucht Interessenten, behufs Ertheilung weiterer Auskünfte sich 
an Herrn Hofrath Wiesner (Universität Wien) zu wenden. 

Herr Dr. Braun eis macht Mittheilung über den Fang von 
sieben männlichen Exemplaren von Telesilla Amethystina Hb. an 
Köder in der Zeit vom 3. — 8. Juli 1896 unweit der rothen Villa in 
Weidling bei Klosterneuburg. Die Art wurde bisher in Niederöster- 
reich noch nicht beobachtet. 

Derselbe berichtet ferner über die Zucht von Hahryntis Scita 
Hb. aus Raupen, welche erwachsen Anfangs Mai in der Umgebung 
Weidlings auf feuchten Sandstollen zusammengeringelt gefunden 
wurden. 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 3? 



272 



Versammlung der Section für Lepidopterologie am 7. Mai 1897. 



Herr Wagner sen. macht Mittheilung über die Zucht von 
Hadena Illyria Frr. Die Raupe glich beim ersten Anblick jener 
von Mamestra Leucophaea View. 

Herr Kindervater berichtet über die Zucht einer zweiten 
Generation von Nola Cristatula Hb. in Pernitz bei Gutenstein. Die 
vorgewieseneu Stücke zeichnen sich durch dunklere, mehr graue 
Färbung der Bindenzeichnung aus. 

Schliesslich fährt Herr Dr. H. Rebel in seinen „Mittheilungen 
zur Einführung in ein wissenschaftliches Studium der Lepidopteren" 
fort und spricht „lieber die biologische Bedeutung der Färbung". 



Versammlung der Section für Zoologie 

am 14. Mai 1897. 

Es fanden folgende Vorträge statt: 

Garbo wski, Dr. T.: „Aus der Embryologie der Tracheaten." 
Kareil, Dr. L.: „Acarideu im Meere." 



VII. Bericht der Section für Kryptogamenkunde. 

Versammlung am 28. Mai 1897. 

Vorsitzender: Herr Dr. Alexander Zahlbruckner. 

Herr Prof. Dr. G. v. Beck bespricht in eingehender Weise die 
Bewegungserscheinungeii der Bacillarien. 

Die Bewegungserscheinungen der Bacillarien (Diatomaceen) können als ein 
rubiges, gleichmässiges Vorrücken oder als ein stossweises Vor- und Zurückgleiten 
besonders schön bei den scheinbar gallertlosen Arten beobachtet werden und sind 
daher schon lange bekannt. Das Zustandekommen derselben versuchte aber den- j 
noch erst Ehrenberg (1838) zu erklären, indem er ein schneckenfussartiges ' 
Bewegungsorgan aufgefunden zu haben glaubte, welches sehr oft aus der Schale 
hervorzuragen scheine. Bei Surirella fand Ehrenberg sogar Bewegungswimpern, | 



Versammlung der Section für Kryptogamenkunde am 28. Mai 1897. 



273 



welche eingezogen und ausgestreckt werden konnten. Der Glaube an solche selbst- 
ständige Bewegungsorgane wurde jedoch schon durch Kützing (1844) stark er- 
schüttert, indem derselbe erklärte, „er habe dieselben mit aller Anstrengung und 
der schärfsten Beobachtung nicht bemerken können", und da andere Forscher 
diese Bewegungsorgane ebenfalls nicht auffinden konnten, wurde durch Nägeli 
(1855), Rabenhorst (1853), Dippel (1870) und zuletzt durch Borscow (1873) 
die Behaujttung aufgestellt, die Bewegung der Kieseinigen werde durch den Er- 
nährungsprocess, d. Ii. durch die Aufnahme und Ausscheidung (Diffusion) flüssiger 
Stoffe hervorgerufen. Doch auch diese Erklärung, die Diatomaceenbewegung der 
Energie diosmotischer Vorgänge zuzuschreiben, wurde von Pfitzer (1871) und 
Engel mann (1879) als unbegründet verlassen, indem sie auf eine ältere Beob- 
achtung Max Schultze's (1865) zurückgreifend, die Bewegung der Kieselalgen 
durch das Hervortreten von Plasmafäden an bestimmten Stellen der Zellmembran 
zustande kommen Hessen. Es wurden zwar sofort von verschiedener Seite gegen 
das Vorhandensein von OefFnungen im Schalenpanzer Einwendungen erhoben; 
Pfitzer konnte sie jedoch in klarer Weise widerlegen. 

Nun galt es, die austretenden Plasmamassen und deren Bewegung nachzu- 
weisen. Brun (1880) nahm als Erster eine äusserliche Bewegung derselben an, 
welche sich zwischen dem Centraiknoten und einem der beiden Pole vollführt 
und plötzlich wechselt, um zu dem anderen Pole zu schreiten ; hingegen meinte 
Hauptfleisch (1895), dass die Raphe, jene offene, den Kieselpanzer durch- 
setzende Spalte vom Protoplasma ausgefüllt sei, von welchem kleine, knöpfchen- 
förmige Fortsätze durch feine Membranporen nach aussen ragen und die Kriech- 
bewegung ausführen. 

0. Müller (1896) und andere Forscher wiesen jedoch überzeugend nach, 
dass diese Knöpfchen das coutrahirte Plasma der Riefenkammern darstellen und 
mit der Bewegung nichts zu thun haben, ferner unmöglich an den von Haupt- 
fleisch angeführten Stellen austreten könnten. Nun bemächtigte sich 0. Müller 
(1896) des Studiums der Ortsbewegung der Bacillarien und fand, dass die Raphe 
bei Finnularia die Leitung lebenden Plasmas auf die äussere Schalenfläche ver- 
mittle und dass anderweitige Plasmaorgane ausserhalb der Zellwände nicht nach- 
weisbar seien. Die Raphe der Naviculeen sei hiezu besonders eingerichtet, indem sie 
eine Propellereinrichtung besitzt, die den Plasma.strom tordirt und in Schrauben- 
linien zu fliessen zwingt. Dem hielt Lauterborn (1894 und 1896) entgegen, 
dass man in Tuschemulsionen bei Finnularia zwei Plasma- oder Gallertströmungen 
beobachten könne. Die eine offenbare sich durch das Fortreissen der Tusch- 
körnchen an der Schalenseite von dem Pole der bei der Bewegung vorderen 
Hälfte über die Raphe bis zur CentralöflFnung (Knoten), die zweite, ebenfalls 
nach rückwärts gerichtete, aber durch einen aus dieser Oeffnung hervorschiessenden, 
die Tuschkörnchen mit sich reissenden Gallertfaden. Wenn nun von dem Zell- 
innern nach bestimmter Richtung eine klebrige Substanz (hier der Gallertfaden) 
mit grosser Gewalt ausströme, müsse die an der Berührungsfläche mit dem um- 
gebenden Wasser entfaltete, lebende Kraft genügen, um die Bacillarienzelle weiter 
zu bewegen. 

37* 



274 



Versammlung der Section für Kryptogamenkunde am 28. Mai 1897. 



Darob nun, ob ein oder zwei Plasma-, resp. Gallertströme vorhanden seien 
und die Bewegung der Kieselalgen (speciell bei Pinnularia) vermitteln, hat sich 
zwischen den genannten Forschern, denen wir die wesentlichste Klärung der Be- 
wegungserscheinungen der Bacillarien danken, ^) ein ziemlich heftiger Streit ent- 
sponnen. Da sich beide Ansichten nicht auszuschliessen brauchen, dürfte die 
Wahrheit zwar nicht in der Mitte, wohl aber in der Annahme beider Erklärungen 
zu finden sein. 

Herr Primarius Dr. J. Lütkemüller wies im Anschlüsse 
daran auf die ähnlichen Erscheinungen bei den Desmidiaceen hin 
und gab eine ausführliche Schilderung der bisher bekannten That- 
sachen. 

Hierauf demonstrirte Herr Dr. Alex. Zahlbruckner frisches 
Materiale von Rhüopogon ruhescens TuL, -Reiches er auf einer Anhöhe 
über Soos zwischen Baden und Vöslau in einem Schwarzföhrenwalde 
sammelte. Er besprach daran anknüpfend den morphologischen und 
anatomischen Bau dieses Hypogaen, sowie seine systematische Stellung. 

Ferner demonstrirt Herr Dr. Hecke vom selben Fundorte her- 
stammendes Material von Pustularia coronaria (Jacq.) und legt die 
bezügliche Abbildung vor. 

Schliesslich bespricht Herr Dr. A. Zahlbruckner die neue 
Literatur. 



X. Bericht der Section für Botanik. I 



Botanische Excursion ins Marchfeld 

am 30. Mai 1897. 
Unter Führung des Vorsitzenden: Prof. Dr. G. v. Beck. 

Ein stark gefüllter Frühzug der Kaiser Ferdinands-Nordbahn brachte die 
Mitglieder der k. k. zoologisch -botanischen Gesellschaft, denen sich mehrere 
Universitätshörer des Herrn Prof. v. Beck angeschlossen hatten, in Summe 



1) Vgl. 0. Müller, Die Ortsbewegung der Diatomeen in: Berichte der Deutschen botanischen 
Gesellschaft, 1893, 1894, 1896. — R. Lauterborn, Untersuchungen über Bau, Kerntheilung und 
Bewegung der Diatomeen. Leipzig, 1896. Hier weitere Nachweise. 



Botanische Excursion ins Maichfeld am 30. Mai 1897, 



275 



15 Personen, nach Gänserndorf, von wo nach einem kleinen Imbisse bei herr- 
lichem Wetter der Marsch durch Culturen zu den Sandfeldern angetreten wurde. 

Bald waren die Sauddünen und damit die der pannonischen Flora ange- 
hörige Formation der Sandheide des Marchfeldes oder die Sand- 
nelkenflora*) betreten. Auf- und niederwogende Grasfluren deckten den losen 
Sand. Sie bestehen aus Unmengen von Festuca mginata W. K. und F. siilcata 
Hackel, zwischen welchen bald die Koeleria glauca DC, letztere leider noch nicht 
in vollster Bliithe, an ihrem einzigen Standorte in Niederösterreich reichlich auf- 
gefunden wurde. Nun tauchten auch Koeleria gracilis Pers., Ävenastrum pube- 
scens Jess., Stipa pemiata L. var. Joannis Celak. auf. zwischen deren Rasen eine 
Menge von Tulostoma squamosum Pers. mit weissen Köpfchen aus dem hell- 
bräunlichen Sande hervorleuchteten. Zum Theile waren die Exemplare über- 
ständig, theils aber hatten sie noch eine sporenerfüllte Gieba. Eine weitere 
Umschau bot unter Anderem: Silene conica L., Alsine verna Bartl., Fuphorhia 
Gerardiana Jacq., Gruppen von Änthyllis polypJiylla Kit., Gypsopliila pani- 
culata L. und von Oxytropis pilosa DC, welch' letztere im Marchfelde bisher 
noch nicht beobachtet worden war und off'enbar ihr Vorkommen daselbst jüngster 
Einwanderung verdankt. 

Am Saume der Weikendorfer Remise erwartete uns der Stiftsförster 
Müller, um als willkommener Führer zu der Pinns nigra X silvestris zu dienen. 

Da es in den Sandfeldern empfindlich warm geworden war, gab ein Trunk 
frischen Wassers aus einem im Föhrenwalde befindlichen Brunnen willkommene 
Labung, üeberall stand am Waldrande Koeleria glauca DC. in mancherlei 
Grössenformen; an einer Düne gab es in grosser Menge die bisher nur von 
Fuckel im Rheinlande und von Baron Thümen bei Klosterneuburg gesammelte 
Helcella albipes Fuckel. Kleine, kaum 3 cm hohe Exemplare und Riesen mit bis 
12 cm Höhe wuchsen da zerstreut im lockeren Sande, der von Föhrenbäumen 
etwas beschattet wurde. Es sei hier die Diagnose dieses seltenen Pilzes nach 
dem Leben eingeschaltet: 

„Helvella alhvpes Fuckel, Symb. mycol., p.334. Fruchtkörper 3—12 cm 
hoch. Stiel rundlich oder mehr abgeplattet, ohne oder mit vereinzelten Gruben 
versehen, weiss oder an dem im Sande steckenden Theile etwas grau, hohl. Hut 
2 — 8 cm breit, anfangs dunkel kastanienbraun, verstäubt oder später hell reh- 
braun oder lederfärbig, unterseits anfangs bräunlich, später weiss, mehr minder 
zweilappig eingefaltet. Schläuche 300—360 X 20—22 ,u. Sporen einreihig, wasser- 
hell, mit einem grossen Tropfen versehen, ellipsoidisch, 21— 21"5 X 14'8— 16 ^. 
Paraphysen meist etwas candelaberartig verzweigt, an der Spitze keulig oder 
kopfig verdickt und daselbst braun. Keine Bläuung durch Jod." 

Stimmt gut mit den Abbildungen: Puckel, Symb. Mycol., Tab. V, Fig. 2 
und Cooke, Mycogr., Fig. 336 überein. 

Der aus schönen Schwarz- und Rothföhren {Pinns nigra Arn. und P. 
sylvestris L.) gebildete Wald ergab ebenfalls eine interessante Ausbeute. Hier 



') Beck, Flora von Niederösterr., S. 32. 



276 



Botanische Excursion ins Maichfeld am 30. Mai 1897. 



gab es Trupps von Cephalanthera pallens Rieh., dort in Menge Oplirys myodes L.; 
zur allgemeinen Freude wuchs auch die für Niederösterreich seltene Pirola 
chlorantha Swartz, in voller Blüthe befindlich, zu ungezählten Exemplaren auf 
dem fast vegetationslosen Nadelboden. 

Förster Müller führte uns nun zu einem Baume, der „nicht Schwarz- 
föhre, nicht Rothföhre" war. Es war ein zweites, bisher noch nicht bekanntes 
Exemplar der Pinns permixta G. Beck (nigra X silvestris) (s. diese „Verhand- 
lungen", 1888, S. 766 — 767). Leider waren die Aeste des hoch aufgeschossenen 
Baumes unerreichbar. Zapfen lagen zwar genug am Boden, doch Wenigen gelang 
es, gut erhaltene hie von aufzulesen. Die Hoffnung, den von Prof. v. Beck ent- 
deckten Originalbaum aufzufinden, tröstete die Gesellschaft. Mittelst der Karte 
und den Notizen Prof. v. Beck 's wurde zwar die Stelle ermittelt, aber ein böses 
Geschick hatte den Baum erreicht, er war einem Schlage inzwischen zum Opfer 
gefallen. 

In nächster Nähe aber gab es dafür im Föhrenwalde eine Unmenge 
becherförmig in die Erde versenkter Pezizen.' Es war die grösste aller bisher 
bekannten, die gigantische Pustularia coronaria Rehm. var. macrocalyx Rehm., 
Discom. Deutschi., S. 1020, eine für Niederösterreich neue Varietät. ^) 

Die nahe Mittagsstunde zog nun die Theilnehmer in rascherem Tempo 
aus der Weikendorfer Remise gegen Ober-Siebenbrunn, In den sandigen Heiden 
flatterten die Grannen der Stipa pennata L. var. Joannis Gel., dazwischen 
standen: Baphne cneorum L. in voller Blüthe, Silene otites L., Carex nitida 
Host, Ästragalus austriacus Jacq., auch wieder Oxytropis pilosa DC. in einzelnen 
Gruppen. 

Das massenhafte Auftreten von Cladonia pungens Achar. und Parmelia 
conspersa Achar. var. hypodysta Nyl. fiel in diesen baumlosen Sandheiden eben- 
falls sehr auf. 

Knapp vor Ober-Siebenbrunn bedeckte ein Heer von Rumex acetosella L. 
var. angiocarpus Murbeck eine sandige Brache und in einer Remise standen 
mannshohe Exemplare von Isatis tinctoria L. 

Nach der Mittagspause, während welcher zur allgemeinen Freude Prof. 
Fritsch zugestossen war, wurde den sumpfigen Wiesen zwischen Ober- und 
Unter-Siebenbrunn gegen Neuhof ein botanischer Besuch abgestattet. 

In dem beide Orte verbindenden, die Strasse begleitenden Wassei-graben 
konnten Unmengen von Algen herausgefischt werden. Grosse Mengen von Ni- 
tella capitata Ag. var. brevifolia A. Br. , BatracJiospermum moniliforme Rth., 
Zygnema cruciatum Ag. und Spirogyra -Arten füllten ihn. Ausserdem wurden 
ChaetopJiora elegans Ag., endiviaefolia Ag., pisiformis Ag. an den untergetauchten 
Stengeln in grosser Menge angetroffen. Desmidiaceen fehlten fast vollständig, 
indem nur die häufigen Cosmarium margaritiferum Men. und C. hotrytis Men. 
zwischen den Algenwatten aufzufinden waren. Ebenso waren nur die gewöhnlichen 



1) Sporen 14-8— 17-3 X 9-9 ^; Schläuche 258— 360 X 12-3 ;U., durch Jod gebläut. 



Botanische Excursion ins Marchfehl am 30. Mai 1897. 



277 



Biicillarien mitgebraclit worden, wie: Syneära ulna Ktz., capitata Ehrb., Coeco- 
neis pedicnlus Ehih., Achnanihes minutissima Ktz., Cijmhella cistula Hempr., 
Gomplionema constrictmn Khrli., Navicida lanceolata Ktz., radiosa Ktz. ii. a. 

In den Wiesen blühten in vollster Ueppigkeit Orchis latifoUa L., inear- 
nata L., palustris Jacq., an den mit Salix rosmarinifolia L. besetzten Gräben 
7ns pffeudacoriis L. und in denselben Nymphaea alba L. typ. 

Eine schöne Ansbeute lieferte aber ein Wassergraben beim Wirthschafts- 
hofe Neuhof, welcher mit Potamogeton plantagineus Du Croz. und mit dem für 
Niederösterreich sehr seltenen Potamogeton gramineus L. (ohne Schwimmblätter), 
ferner mit Utriciilaria vulgaris L. und minor L. fast erfüllt war. Aber auch 
eine Menge Characeen gab es aus diesem Graben herauszufischen, so Ohara 
hispida L., aspera Willd. und foetida A. Br., was freilich nicht immer ohne un- 
freiwillige Berührungen mit dem Wasser gelang. 

Knapp vor Unter-Siebenbrunn wurde noch Ornithogalum comosum L. und 
Wilckia africana Hai. aufgesammelt und sodann in fröhlicher Stimmung mit 
der Staatseisenbahn der Rückweg angetreten. Dr. G. v. Beck. 

> 

Versammlung am 8. Juni 1897. 

Ii Vorsitzender: Herr Prof. Dr. G. Beck v. Mannagetta. 

Der Herr Vorsitzende theilt der Versammlung mit, dass der 
für heute angekündigte Vortrag wegen Nichterscheinens des Herrn 
Vortragenden leider ausfallen müsse. 

^ Herr Prof. Dr. G. v. Beck erstattet nun den Bericht über den 
am 30. Mai stattgefundenen Sectionsausflug ins Marchfeld 
(siehe oben, S. 274). 

Es wird hierauf beschlossen, in Kürze wieder eine gemein- 
same Excursion zu veranstalten, über die Näheres rechtzeitig be- 
kannt gegel)en werden wird, und zwar wird dafür das Hügelgebiet 
zwischen Fischamend und Bruck a. d. Leitha in Aussicht genommen. 

Zum Schlüsse bespricht Herr Prof. Dr. G. v. Beck, unter Vor- 
lage des Werkes, Carlo v. Marchesetti's jüngst erschienene „Flora 
von Tri est". 



278 



A. Rehmann. 



Neue Hieracien des östliehen Europa. 

Von 

Dr. A. Relimann. 

(Eingelaufen am 30. März 1897.) 
III. 

Mit dieser dritten Serie „Neuer Hieracien" gelangen meine Studien über die 
Piloselloiden einstweilen zum Abschlüsse, indem ich gleichzeitig zur Bearbeitung 
der Arhieracien meines Herbars übergehe. Das Material für diese Serie hat haupt- 
sächlich Hieracium magyaricum N. P. und die nächstverwandten Speeles geliefert. 
Die Schwierigkeiten, mit welchen die Bearbeitung dieser Gruppe verbunden war, 
waren noch grösser als diejenigen, w^elche H. Pilosella geboten hat. Sie sind zwei- 
facher Natur, denn sie liegen theils im Gegenstande selbst, theils in den unzu- 
länglichen Hilfsmitteln. H. magyaricum N. P. wird im östlichen Galizien und 
in den Nachbarländern durch fast unzählige, aber überhaupt schwach begrenzte 
Sippen vertreten. Die Haupttypen sind, insbesondere, wenn sie isolirt vorkommen, 
gut markirt und differiren unter einander nicht weniger, als die Typen anderer, 
nicht polymorpher Gattungen; gleichzeitig zeigen sie aber in ihren Merkmalen 
so weit gehende Oscillationen, dass bei ihnen die Unterscheidung sehr zahlreicher 
Varietäten unerlässlich wird. Durch diese Varietäten wird aber einerseits die 
Aufstellung einer allgemein giltigen Diagnose sehr erschwert, andererseits muss 
eine Diagnose mit grösster Vorsicht angewendet werden. Das Verständniss der 
Formen kann nur mit Hilfe eines sehr reichen Materiales erreicht werden, denn 
nur dann kann man beurtheilen, was als Typus und was als Varietät gelten soll. 
Bei dem Reichthum der Formen schien es mir aber geboten, vor Allem nach der 
Fixirung der Typen zu trachten, und deswegen habe ich bei H. magyaricum N. P., 
sowie bei H. Pilosella L. überwiegend nur die besser markirten Sippen berück- 
sichtigt, indem ich die Beschreibung der Varietäten und der Uebergangsformen 
für eine eventuelle Monographie der osteuropäischen Hieracien, deren Umfang 
ich vorderhand nicht zu bestimmen vermag, überlasse. 

Die zweite Schwierigkeit, welche bei der Bearbeitung des H. magyaricum 
N. P. (und der nächstverwandten Formen) entgegentritt, liegt in den unzuläng- 
lichen Hilfsmitteln. Denn während bei B. Pilosella L. die reichhaltigen und 
musterhaften Exsiccaten werke von Dahlstaedt, Norrlin, von Nägeli und 
Peter in den meisten Fällen einen festen Anhaltspunkt bieten, wird das H. 
magyaricum^. P. nur durch die wenigen von Nägeli und Peter ausgegebenen 
Formen vertreten. Wenn man dazu einige, von Kaeser und Sagorski vertheilte, 
von Dr. Peter revidirte Formen hinzufügt, so wird damit das Exsiccatenmaterial 
für die genannte Speeles fast erschöpft. Nicht weniger hemmend auf die Kennt- j 
niss des H. magyaricum N. P. wirkt der Umstand ein, dass in der Monographie 



Neue llicrucieu des östlichen Europa. 



279 



voll Nägeli und Peter weder der Sammler, noch die Collectioii, welche das bei 
der Aufstellung einer Form benützte Material geliefert hat, genannt werden, und 
es ist nicht zu entnehmen, wo die betreffende Pflanze zu suchen wäre. So hat 
mein Versuch, in dem Wiener Hofherbar einige Originale der Wiener Flora auf- 
zufinden, ein negatives Eesultat ergeben. Der ausserordentlichen Freundlichkeit 
von Prof. Luerssen habe ich es zu verdanken, dass ich die sehr reichhaltige 
(14 Fascikel) Piloselloidensammlung des Universitätsherbars in Königsberg nach 
Lemberg zur Kevision und Benützung bekommen konnte; wie gross war aber 
meine Enttäuschung, als ich auch hier von den zahlreichen in der Monographie 
beschriebenen, für die Flora des östlichen Europa höchst wichtigen Piloselloiden 
Ost- und Westpreussens nicht ein einziges Original vorgefunden habe. Diese Col- 
lection enthält dagegen viele von Dr. Peter, wie ich vermuthe, schon nach 
dem Erscheinen der Monographie bestimmte Formen, und diese haben mir einen 
guten Dienst geleistet. Angesichts solcher Schwierigkeiten will ich nicht behaupten, 
dass ich in allen Fällen das Richtige getroffen habe, und werde auch Rectificationen 
meiner Bestimmungen mit Dank annehmen. 

- In einem Beitrage für die Flora von Galizien (Allgem. botan. Zeitschr., 
1896, S. 163) hat Herr Blocki der ersten Serie meiner „Neuen Hieracien" 
einige Worte gewidmet und die Ansicht geäussert, dass diese ganze Arbeit so- 
wohl vom wissenschaftlichen, als vom praktischen Gesichtspunkte verfehlt ist 
und für die Gliederung der galizischen Hieracien nicht benützt werden kann. 
Es geschieht schon zum zweiten Male, dass ich von B. in dieser Weise ange- 
griffen wurde. Da in dem ersten Falle B. nicht einmal den Versuch gemacht 
hat, die mir gemachten Vorwürfe zu begründen, so habe ich diesen Angriff 
einer Antwort nicht für würdig gehalten und auch ohne Antwort gelassen. 
Nachdem es sich diesmal um einen concreten Fall, und zwar um Hieracien 
handelt, so halte ich es für angemessen, im Interesse des Gegenstandes der An- 
gelegenheit einige Worte zu widmen. Der Vorwurf „verfehlt" kann sich weder auf 
die Form, noch auf den Inhalt meiner Arbeit beziehen, denn bei der Verfassung 
der Diagnosen bin ich dem anerkannt besten, und zwar dem von Nägeli und 
Peter aufgestellten Muster gefolgt, und nachdem B. meine Exsiccaten nicht 
kennt, kann er auch nicht urtheilen, inwieferne meine Beschreibungen zutreffend 
sind. Mit dem Vorwurfe „verfehlt" sollte nichts Anderes gesagt werden, als das, 
dass ich die von B. aufgestellten neuen Speeles der Hieracien und seine Exsic- 
caten nicht berücksichtigt habe. Ich will in kurzen Worten die Gründe an- 
geben, die mich zu einem solchen Verfahren bewogen haben. 

1. Die von Herrn Bio cki veröffentlichten Beschreibungen seiner Hieracien 
berücksichtigen nicht die neuere Literatur, entsprechen nicht der heutigen Kennt- 
niss des Gegenstandes und sind in den meisten Fällen so oberflächlich verfasst, 
dass sie für eine sichere Bestimmung der Hieracien kaum angewandt werden 
könn^. Um sich davon zu überzeugen, reicht es aus, die Beschreibungen der in 
der neuesten Zeit veröffentlichten Formen, und zwar des H. fragillimum BL 
(Allgem. botan. Zeitschr., 1896, S. 175), des H. leopoUense Bl. (ebenda, 1897, 
S. 5) und des H. Kiiappn Bi. (ebenda, 1897, S. 45) durchzulesen; weder die 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 38 



280 



A. Reliraann. 



Länge des Acladiums, noch die Zahl der Strahlen zweiter Ordnung oder die 
Zahl der Ordnungen werden angegeben, und man sieht sofort, dass B. von der 
Analyse des Kopfstandes keinen Begriff hat. Weiter unten sieht man, dass dem 
Autor die Ausdrücke Drüsen und Flocken nicht geläufig sind, dass er also nicht 
einmal mit der Terminologie der Trichome bei den Hieracien hinreichend ver- 
traut ist. Das B-. Knappii vergleicht B. mit seinem H. galiciense, „welches sich 
durch ausschliesslich blühende, aufrechte Stolonen auszeichnet" — , Für H. 
galiciense hat aber B. zwei total verschiedene Pflanzen ausgegeben 
(s. unten), welche beide zahlreiche Nebenstengel entwickeln, aber nicht eine 
Spur von Stolonen besitzen. Wenn B. die Nebenstengel dieser beiden Pflanzen 
als Stolonen bezeichnet, so versteht er nicht einmal so viel vom Aufbau der 
Hieracien, dass er im Stande wäre, eine correcte Beschreibung einer Piloselloide zu 
liefern. Bei der Beschreibung seines H. Kleparoviense (Allgem. botan. Zeitschr., 
1897, Nr. IV) gibt B. sorgfältig die Breite und Länge der Blätter an, welche 
Verhältnisse gerade für die magyarica von untergeordnetem Werthe und ohne 
systematische Bedeutung sind, er findet aber nicht für zweckmässig, die Zahl der 
Köpfchen im Kopfstande anzugeben! Mit Hilfe solcher Beschreibungen ist es 
absolut unmöglich, ein Hieracium zu bestimmen. Nicht einmal die Hauptspecies, 
geschweige denn die Subspecies kann festgestellt werden. Nach der Beschreibung 
zu urtheilen, kann z. B. H. fragillimum dem H. magyaricum N. P., dem H. arvi- 
cola N. P., dem H. Obornyanum N. P., dem H. umheUiferum N. P. oder endlich 
dem H. pannonicum 1^ . P. angehören; nachdem aber diese fünf Hauptspecies in 
der Literatur bereits mit nicht weniger als 119 Subspecies, nebst vielen Varietäten 
vertreten sind, wäre es ein vages Unternehmen, sich auf Grund der von B. 
gelieferten Beschreibung überzeugen zu wollen, ob seine Pflanze eine bereits be- 
schriebene, oder eine thatsächlich neue Form darstellt. Wer nur einigermassen 
damit vertraut ist, wie viel Vorsicht es erfordert, um eine Piloselloide nach einer 
blossen, wenn auch ganz correcten Beschreibung zu bestimmen, der wird sich 
nicht wundern, dass Nägeli und Peter in ihrer Monographie alle solchen ober- 
flächlichen oder gar defecten Beschreibungen unberücksichtigt gelassen und in 
dieser Hinsicht für alle künftigen Forscher ein nachahmungswürdiges Beispiel 
geliefert haben. 

2. Nur in einem Falle könnte man solche Beschreibungen berücksichtigen, 
nämlich, wenn sie von verlässlichen Exsiccaten begleitet wären. Von Bio cki 'sehen 
Exsiccaten kann man das aber nicht sagen; seine Pflanzen sind nicht genug sorg- 
fältig sortirt, er gibt die heterogensten Sachen unter einem Namen aus. Ich will 
nur einige Beispiele anführen : H. ciliatum Bi. ist zum Theile ein H. collinum 
Gochn., zum Tbeile ein H. magyaricum N. P.; beide Exemplare erhielt ich 
direct vom Autor auf einem Bogen unter einer Etiquette. Das von B. vertheilte 
H. glomeratum ist zum Theile das allergewöhnlichste H. florentinum All. subsp. 
ohscurum Rchb., zum Theile eine (schwach entwickelte) lax rispige Pflanze mit 
1^2 mal grösseren Hüllen. Beide Exemplare auf demselben Bogen mit einer 
Etiquette. Für H. galiciense Bi. erhielt ich einmal ein H. florentinum, ein 
anderes Mal ein H. arvicola N, P. H. pseudoflagellare erhielt ich auch zweimal, 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



281 



jedesmal eine andere Pflanze. Aber auch entgegengesetzte Fcälle sind vorge- 
kommen, dass nämlich eine und dieselbe Pflanze unter zwei Namen ausgegeben 
wurde. So stellt H. Kleparoviense Bl. und H. pseudoincanum BL eine und 
dieselbe Pflanze dar, und zwar ein H. magyaricum N. P. Dies alles nach 
Original-Exemplaren des Autors. Von dem, was im botanischen Garten cultivirt 
wird, sind H. pseudoßagellare Bl. (eine von den schon oben erwähnten Pflanzen) 
und H. incrassatum eins und dasselbe. Von einer Etiquettenverwechslung 
kann nicht die Rede sein, da die Pflanzen im botanischen Garten jedes Jahr 
von B. revidirt werden. 

3. Pflanzen, welche den Specialisten seit vielen Jahren gut bekannt sind, 
werden von BJocki als neu beschrieben. Ich citire nur einige der direct von 
B. erhaltenen Exsiccate, welche ich bei der Ausarbeitung meiner dritten Serie 
eingehender untersucht habe. H. Andrzejowskii B\. = H. florentinum subsp. 
Älhulae N. P.; B.. ÄiiriculaXpratense BL n. hybr. = H. collinum subsp. 
colliniforme N. P.; H. ciliatum Bl. = pr. p. das allergewöhnlichste H. collinum 
subsp. collinum a. genuinuni 1. longipilum N. P., pr. p. ein H. magyaricum 
N. P.; H. galiciense Bi". = pr. p. ein H. florentinum subsp. canipedunculum 
N. P., pr. p. ein H. arvicola N. P. ; H. Kleparoviense Bl. = H. magyaricum 
subsp. tliaumasium N. P. ; H. polonicum Bl. = H. collinum subsp. hrevipilum 
N. P. ; H. pseudoincanum Bl. = H. magyaricum subsp. thaumasium N. P. ; H. 
SlendzinsJcii Bl. = H. cymosum subsp. cymigerum Rchb. fil. Was von B. als 
H. Bauhini Schult., H. floribundum Wimm, et Grab., H. glomeratum Froehl., 
H. Nestleri Vill., H. praealtum Vill. und H. succicum Fr. bezeichnet wurde, ist 
alles falsch determinirt. 

4. Herr Block i kümmert sich gar nicht um die Gesetze der Nomenclatur 
und ändert nach Willkür die Namen seiner neuen Species. In der Oesterr. botan. 
Zeitschr., 1883, S. 273, Corr. vom 24. Juni bringt B. die Nachricht von einem 
neuen Hieracium, welchem er den Namen H. Kerneri Bl. gegeben hat; in der 
Correspondenz vom 7. Juli, welche auf derselben Seite der Oesterr. botan. Zeitschr. 
abgedruckt wurde, macht B. urbi et orbi bekannt, dass diese Pflanze jetzt Sr. 
Exc. dem Grafen Wlodzimierz Dzieduszjcki gewidmet wurde und H. Dziedu- 
szyckii Bl. heissen muss ! In einem Beitrage zur Flora von Galizien in derselben 
Zeitschrift, 1892, S. 350 führt B. ein Galium polonicum X verum an und nennt 
es G. elegans Bl. Ofi'enbar hielt B. diesen Beitrag für ungemein wichtig, denn 
er übersandte ihn auch an die Deutsche botan. Monatsschr., welche ihn auf S. 101 
gleichzeitig mit der Oesterr. botan. Zeitschr. veröffentlichte; hier wird aber jenes 
Galium nicht mehr G. elegans Bl., sondern G. Honoratae Bl. genannt. Die 
Ursache dieser Namensänderung wird nicht angegeben. 

5. Herr Blocki macht mir in seiner Kritik (1. c, S. 164) zum Vorwurfe, 
dass ich bei den hybriden Pflanzen nirgends die Stammeltern angegeben habe; 
hiermit stellt er sich aber das Zeugniss aus, dass er nie in seinem Leben die 
Monographie von Nage Ii und Peter benutzt hat, denn in diesem Werke wurden 
die Stammeltern für alle Hybriden zweimal angegeben, einmal in dem beschrei- 
benden Theile, ein anderes Mal am Ende des Buches in der diagnostischen Ueber- 

38* 



282 



A. Reliinann. 



sieht des ganzen Systems. Deswegen habe ich es auch für überflüssig gehalten, 
das allen Specialisten hinlänglich Bekannte zu wiederholen. 

6. In der Notiz, um die es sich handelt, heisst es weiter: „Sämmtliche 
von K. beschriebene pilosellae furcatae-F ormen stellen Mischlinge dar, entstanden 
durch Kreuzung des — je nach dem Standorte — ziemlich veränderlichen H. 
Pilosella mit Arten aus der Gruppe Praealta, collina und cymosa."' B. stellt sich 
also vor, dass die 200 Subspecies des H. Pilosella L., welche bis jetzt von Nägel i 
und Peter, von Dahlstaedt, Norrlin und Anderen unterschieden wurden, 
nichts Anderes als Standortsmodificationen sind! Hiermit stellt sich aber B. das 
Zeugniss aus, dass er das H. Pilosella der Flora von Lemberg gar nicht kennt, 
dass er sowohl mit dem relativen Werth der Merkmale bei den Piloselloiden, als 
auch mit dem Einflüsse der äusseren Verhältnisse auf das Wesen der Pflanze gar 
nicht vertraut ist. Dass ihm dieses letztere Thema fremd ist, beweisen seine 
Culturversuche. Bei seinem H. Kleparoviense, bei Aconitum Pseudo -Äuthora 
und in einigen anderen Fällen sagt B.: „. . . hat sich in der Cultur als durch- 
aus constant bewährt." Dieses „in der Cultur" sagt aber so viel, dass der Wurzel- 
stock der betreffenden Pflanze in den Garten hinübergebracht wurde, daselbst seit 
einer Eeihe von Jahren vegetirt und dem Autor das Material für seine Exsiccaten 
liefert. Ein Versuch, die betrefi'ende Pflanze aus dem Samen zu ziehen, um ihr 
Verhalten in der zweiten, dritten, oder gar in einer weiteren Generation zu beob- 
achten, wurde nie angestellt. 

Dies sind die Gründe, welche mich bewogen haben, die von Herrn Blocki 
beschriebenen Hieracien und die von ihm vertheilten Exsiccate zu ignoriren. 

B. steht mit seiner Hieracienkenntniss noch immer auf dem Standpunkte 
von Fries' Epicrisis; was in der letzten Zeit für dieses Genus von Nägeli, 
Peter, Norrlin, Dahlstaedt und Arvet-Touvet geleistet wurde, ist ihm 
ganz fremd. Da er sich bei alledem vorstellt, er wäre competent, über neue 
Hieracien zu urtheilen und es wäre ihm gestattet, den Arbeiten anderer Forscher, 
ohne Angabe der Gründe und Motive, jeden Werth abzusprechen, so habe ich es 
für angemessen gehalten, im Interesse des Gegenstandes das Wort zu ergreifen 
und zu zeigen, wie B. arbeitet, welchen Werth seine neuen Hieracien darstellen 
und welches Mass an seine kritischen Enunciationen zu legen sei. Pacta loquuntur! 

Um den Gebrauch meiner Beschreibungen zu erleichtern, wird am Schlüsse 
dieser Serie ein systematisches Verzeichniss sämmtlicher in den drei ersten Serien 
beschriebener Sippen, conform mit der Monographie von Nägeli und Peter, 
sowie ein alphabetisches Verzeichniss der von mir gebrauchten Namen gegeben. 

Gleichzeitig beabsichtige ich, einen Theil meiner Piloselloiden-Doubletten 
zu vertheilen. Serien von 40 bis 120 Nummern stark, in welchen sehr viele der 
von mir beschriebenen Pflanzen enthalten sind, liegen zum Versenden bereit und 
können von mir im Tausch gegen andere Hieracien bezogen werden. 

Hieradum Pilosella L. (grex: Trichoscopmn N. P.) subsp. 
X>olycomoides, Ehizom meist schief, dicklich. Schäfte 1 — 3, 18 — 38 cm hoch, 
aufrecht, dicklich, gerade, leicht gestreift. Blätter in der Rosette 5—6, äussere 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



283 



schmal obovat, gerundet, innere breit lanzettlich, mit kurz aufgesetzter Spitze, 
bläulichgrün. Hülle 11 — 12mm lang, kugelig, nach dem Verblühen etwas 
gestutzt. Schuppen breit, graulich, etwas hellrandig. Haare überall 
hell und weich, an der Hülle reichlich, 2 — 3 mm lang, am Schafte oben 
reichlich, unten massig, 3 — bmm laug, auf den Blättern massig bis 
reichlich, 1 — Smtn lang, am Blattstiele bis 5mm lang. Drüsen der 
Hülle 0, am Schafte nur vereinzelt, sonst 0. Flocken auf der Hülle reichlich, 
Schuppenrand d= filzig, der Schaft oben grau, unten db weissfiockig, Blätter 
unterseits grau. Blüthen hellgelb, die randständigen aussen nicht gestreift. 
Stolouen mässig lang, schlank, grossblättrig. 

Eine starke, etwas robuste, meist breitblättrige Pflanze. Das nahe ver- 
wandte H. Pilosella subsp. tricJwscopum N. P. unterscheidet sich von dieser Sub- 
species durch bauchige Hüllen, breitere Schuppen mit dunklem Haarschopf an 
der Spitze, dunkle, steife Haare und gestreifte Randblüthen. H. Pilosella subsp. 
polycomum N. P., welchem unsere Pflanze nach der Beschreibung habituell ähn- 
lich zu sein scheint, hat eine 12 mw lange Hülle, schmale Schuppen, Haare an 
der Hülle grau, am Schafte dunkel, Ausläufer verlängert, dünn. 

Auf sandigem Boden in Wäldern an der Eisenbahnstation Zimna woda- 
Rudno (Lemberg). 

Hieradum Pilosella Jj» (grex: minuticeps ^f. P.) subsp. clari- 

florutn, Schaft 1, 6 — 27 cm hoch, aufrecht oder etwas aufsteigend, dünn, 
schwächlich, leicht gestreift. Blätter in der Rosette 5—6, lanzettlich, stumpf bis 
stumpflich, bläulichgrün. Hülle 6 5 — 7 5 mm lang, ovalr mit gerundeter Basis. 
Schuppen breitlich, grünlichgrau, hellrandig. Haare der Hülle vereinzelt 
bis mässig, hell, mit schwarzem Grunde, am Schafte vereinzelt, 
hier und dort 1— 15 mm lang, auf den Blättern mässig, weich, 2 bis 
4'5 mm lang. Drüsen der Hülle und am Schafte bis zum Grunde nur 
vereinzelt. Flocken auf der Hülle reichlich, Schuppenrand filzig, am Schafte 
oben reichlich, unten mässig, Blätter unterseits weisslichgrau. Blüthen blass- 
gelb, die randständigen nicht gestreift. Stolonen dz verlängert, dünn. 
Eine schlanke, schwächliche Pflanze, dem H. Pilosella subsp. minuticeps N. P. 
verwandt, dieses hat aber 1 — 2 Schäfte, Haare an Hülle und Schaft sehr spärlich 
oder 0, Drüsen an der Hülle reichlich, Randblüthen stark rothgestreift. 

Auf sandigem Boden in Wäldern von Bilohorszcze und Rudno bei Lemberg. 

Hieradum acrotrichum u. hybr. (= flagellare subsp. tatrense 
N. P. X H. pilosella L.) subsp. acrotrichum, Rhizom schief, kriechend, 
schlank. Stengel 28 cm hoch, aufrecht, dünn, steiflich, leicht gestreift. Kopf- 
stand gabelig, etwas übergipfelig. Acladium Vio — ^/lo des Stengels einnehmend. 
Strahlen zweiter Ordnung 1, kaum ab-stehend, Ordnungen 2—3, Kopfzahl 2—4. 
Blätter in der Rosette 5, äussere spatelig, stumpf, innere eiförmig, 
spitzlich, in den breiten Blattstiel verlaufend, bläulichgrün. Kein 
Stengelblatt. Hülle 7 5 mm lang, cylindrisch mit gerundeter Basis. Schuppen 
breitlich, stumpflich, schwarz, breit hellrandig. Bracteen helL Haare 



284 



A. Eehmann. 



schwarz, an der Hülle massig, 1 — 15mm lang, an den Kopfstielen 
reichlich, 2— 4 mm lang, am Stengel oben ± reichlich, unten massig, 
etwas heller, 2— 4 mm lang, auf den Blättern beiderseits zerstreut, 
am Eande gegen die Basis und am Hauptnerv reichlich, borstig, 
1—3 mm lang, auf den Stolonen ziemlich reichlich. Drüsen der Hülle massig, 
auf den Blüthenstielen reichlich, am Stengel bis zum Grunde zerstreut, auf den 
Bracteen vereinzelt, auf den Blättern 0. Flocken auf der Hülle mässig, 
Schuppenrand nackt, auf den Kopfstielen dicht, am Stengel zerstreut, auf den 
Blättern oberseits 0, unterseits reichlich. Blüthen? Stolonen kurz, 
schwächlich, mit spateligen, stumpfen, Äuricula-^rtigen Blättern. 
Die Phyllome eines H. Auricula L., der Kopfstand, die Hüllen und die Be- 
haarung eines H. flagellare subsp. tatrense N. P. H. callimorphum N. P., das 
der Combination collinum- Auricula- Pilo sella entspricht, hat einen lax rispigen, 
nach oben oft doldigen Kopfstand mit 6—15 Köpfchen. 

Auf Bergwiesen bei Mikuliczyn im Stanislawower Kreise in Galizien. 

Hieracium ßorentinum AU. subsp. setosopetiolatum, Stengel 
38 — 68 cm hoch, aufrecht, schlank bis dicklich, steif, leicht gestreift, glatt. bis 
6 Nebenstengel, etwas aufsteigend. Kopfstand rispig, locker, meist stark über- 
gipfelig. Acladium 8 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 6 — 8, dünn, alle ent- 
fernt, 1 — 2 untere zuweilen weit abstehend. Ordnungen 4—5, Kopfzahl 20—60, 
Blätter in der Eosette 4—5, lanzettlich, äussere ± kurz, stumpflich, innere zu- 
gespitzt bis faltspitzig, entfernt gezähnelt, glaucescirend. 1—3 Stengelblätter, die 
oberen sehr schmal, rasch decrescirend. Hülle 6 mm lang, cylindrisch, schlank. 
Schuppen schmal, fast schwarz, etwas hellrandig. Bracteen weiss- 
lich. Haare der Hülle und an den Kopfstielen vereinzelt, dunkel, 
1 — 2mm lang, am Stengel oben zerstreut, dunkel, am Grunde reichlich, 
sehr hell, steif, TS — 2 mm lang, auf den Blättern oberseits fast 0, am Eande 
gegen die Basis und am Hauptnerv sehr reichlich, borstig, 1— 3m?)z 
lang. Drüsen schwarz, gross, auf der Hülle zerstreut, auf den Blüthenstielen 
mässig, am Stengel oben vereinzelt, abwärts verschwindend, sonst 0. Flocken 
auf der Hülle mässig, Kopfstiele graulich, am Stengel + 0, auf den Blättern 
oberseits 0, unterseits und am Eande mässig. Blüthen goldgelb. Sto- 
lonen 0. Eine durch sehr lockeren, meist stark übergipfeligen, reichköpfigen 
Blüthenstand, fast weisse Bracteen, borstige Behaarung der unteren Pflanzen- 
theile und flockige Blätter gekennzeichnete Sippe, dürfte der grex: Floccosum 
N. P. beigezählt werden. Der Typus dieser Gruppe, H. florentinum All. subsp. 
floccosum N. P. hat einen 7 — lOköpfigen Blüthenstand, kul'ze Blätter, 5— 5'5 mm 
lange, gestutzte Hülle, dunkelgraue Schuppen, Haare an Hülle und Caulomen 0, 
auf den Blättern sehr spärlich, 1— TS mm lang. 

Auf Wiesen bei Welesnica an Ufern der JasioMa im südlichen Lithauen 
(Gouvernement Minsk, Kreis Pinsk) in grösserer Menge gesammelt und mitgetheilt 
von Frau Marie Twardowska. 

Hieracimn florentinum All. subsp. dilutius, Ehizom schief, dünn. 
Stengel 33 — 40 cm hoch, aufrecht, schlank, leicht gestreift, zusammendrückbar; 



Neue Hicracicn des östlichen Europa. 



285 



1— 2 dünne, etwas aufsteigende Nebenstengel. Kopfstand lax rispig, übergipfelig. 
Acladiiim 8 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 3—7, obere genähert, untere 
etwas entfernt, schief abstehend. Ordnungen 3, Kopfzahl 5—10. Blätter in der 
Rosette 4—5, äussere kurz, obovat, innere lanzettlich, spitz, glaucescirend, 
dünn, matt; 8—4 Stengelblätter, rasch decrescirend, obei-e bracteenförmig. Hülle 
G-bmm lang, cylindrisch mit gerundeter Basis. Schuppen schmal, dunkel- 
grün, hellrandig. Bracteen schmal, grau. Haare der Hülle ± reichlich, 
dunkel, 2 — 3 wm lang; an den Kopfstielen vereinzelt, 2— 3 mm lang; am 
Stengel 0; auf den Blättern nur am Rande und am Hauptnerv unten 
mässig, hell, 1*5 — 3 mm lang. Drüsen an der Hülle, auf den Blüthenstielen und 
am Stengel oben vereinzelt. Flocken auf der Hülle reichlich, Kopfstiele grau, 
am Stengel oben mässig, sonst 0. Blüthen hellgelb. 2—4 obere Blüthenstiele 
zuweilen so genähert, dass sie zusammen mit dem Acladium eine falsche Dolde 
darstellen. Die Pflanze dürfte der Gruppe VII Insigne N. P. beigezählt werden, 
hat aber mit den darin aufgezählten Formen keine Aehnlichkeit. Sie ist dem 
H. florentinum All. subsp. Bernmae Griseb. nahe verwandt, aber durch das kurze 
Acladium, glauke Blätter, grössere Köpfchen, schmale, dunkelgrüne, deutlich 
gerandete Schuppen, helle Bracteen und die Behaarung verschieden. 

Auf feuchten Wiesen um Kulparkow bei Lemberg. 

Hieracium florenUniini All, sul)sp. dolinense, Stengel 45—60 cm 
hoch, schlank bis dünn, zuweilen 1—2 sehr dünne Nebenstengel entwickelnd, 
steif. Kopfstand doldig, locker, + gleichgipfelig. Acladium 12 mm lang. 
Strahlen zweiter Ordnung bis 6, obere genähert, 1 — 2 untere entfernt. Ord- 
nungen 4, Kopfzahl 7—17. Blätter in der Rosette 3—5, lanzettlich, spitzlich, 
bläulichgrün, glaucescirend. Stengelblätter in der unteren Hälfte 3, auf den Neben- 
stengeln bis 4, sehr klein. Hülle 7 — 7 '5 mm lang, cylindrisch mit gerundeter 
oder fast gestutzter Basis. Schuppen schmal, spitz, schwärzlich, schmal grün- 
randig. Bracteen dunkel. Haare der Hülle mässig, dunkel, TS— 2'5 mm 
lang, an den Kopfstielen oder vereinzelt, 2*5 mm lang, am Stengel vereinzelt, 
oben dunkel, unten hell, steif, bis 3 mm lang, auf den Blättern nur am Rande 
und am Hauptnerv mässig, steif, 1'5— 2 mm lang. Drüsen der Hülle spärlich, 
auf den Blüthenstielen mässig, am Stengel oben vereinzelt, unten 0, auf den 
Blättern 0. Flocken auf der Hülle mässig, Kopfstiele grau, am Stengel oben 
zerstreut, unten vereinzelt, auf den Blättern oberseits 0, unterseits am Hauptnerv 
und am Rande zerstreut. Blüthen gelb. Dem H. florentinum subsp. s?(&c?/m^- 
gerum N. P. verwandt, dieses hat aber 6-5-7 mm lange, kaum dunkle Hüllen, 
breitliche, breit hellgrün gerandete Schuppen, Haare an Hülle und Kopfstielen 0. 

Auf torfigen Wiesen bei Dolina und Kniazioluka, Stryjer Kreis in Galizien. 
Hierher gehört auch H. florentinum subsp. suhcymigerum in Baenitz, Herb, 
eur.: Breslau, Wiesen an der Hundsfelder Chaussee, 12. Juni 1893, leg. Baenitz. 

Hieracium florentinum All. subsp. JahlonsMi. Rhizom? Stengel 

2— 3, bis 60 cm hoch, etwas aufsteigend, dicklich, leicht gestreift. Kopfstand rispig, 
locker, gleichgipfelig. Acladium bis 17 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 5—6, 



286 



A. Rehmann. 



obere geiiäliert, schief abstehend, untere sehr entfernt, aufsteigend. Ordnungen 3, 
Kopfzahl bis 16. Untere Blätter lanzettlich, spitzlich bis spitz, gezähnelt, in den 
breiten Blattstiel verlaufend, glaucescirend, derb. Stengelblätter 
in der unteren Hälfte 5, die oberen kurz, fast oval. Hülle 0mm lang, 
anfangs cylindrisch, später fast kugelig. Schuppen breit, stumpf, dunkel- 
grün, hellrandig. Bracteen dunkelgrün, hellrandig. Haare der Hülle und der 
Bracteen massig, dunkel, 1 — 2 mm lang; an den Kopfstielen oben mässig, unten 
vereinzelt, am Stengel oben vereinzelt, unten fast 0, borstig, l—2'5 mm lang, 
auf den Blättern nur am Kande gegen die Basis und am Hauptnerv unten zer- 
streut, 2 — 4 mm lang. Drüsen der Hülle und auf den Blüthenstielen mässig, am 
Stengel oben vereinzelt, unten 0. Flocken auf der Hülle nur am Grunde mässig, 
auf den Kopfstielen reichlich, am Stengel nur oben vereinzelt, sonst 0. Blüthen 
hellgelb. Dem H. florentinum All. subsp. ohscurum Echb. am nächsten stehend, 
aber sowohl habituell, als in den Einzelheiten sehr verschieden. 

a. genuinum. Das Musterexemplar dieser Pflanze erhielt ich im Jahre 
1864 vom Director des männlichen Seminars in Krakau, Wincenz JabJonski, 
aus Sieniawa in Galizien. Ich selber fand sie auf dem Bielanyberge und auf 
Sikornik bei Krakau auf Holzschlägen. 

ß. pilosius, Rosetten- und Stengelblätter stark verlängert, Haare auf 
den Kopfstielen und am Stengel oben reichlich, bis 3 mm lang. 

Auf torfigen Wiesen im Walde Jelna bei Nisko in Galizien. 

Hieracium florentinum AH. sul)si). JPseudosanii, Stengel 65 bis 
85cm hoch, dick, oben zusammendrückbar. Kopfstand rispig, locker, gleich- 
gipfelig. Acladium 12 — 14 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 5, obere genähert, 
1—2 untere sehr entfernt. Ordnungen 4—5, Kopfzahl 18 — 28. Blätter 
in der Rosette 4, äussere spatelig stumpf, innere länglich-lanzettlich, spitzlich, 
entfernt gezähnelt, unten breit, bläulichgrün. Stengelblätter in der unteren 
Hälfte 2, am Grunde ± erweitert. Hülle 8mm lang, oval mit gerundeter 
Basis. Schuppen breit, stumpflich, graulichgrün, dunkel, hellrandig. Bracteen 
grau. Haare der Hülle und an den Kopfstielen vereinzelt, dunkel, 1 — 15 mm 
lang, am Stengel vereinzelt, hell, bis 15-3 mm lang, auf den Blättern nur am 
Rande gegen die Basis und am Hauptnerv vereinzelt, bis 8 mm lang. Drüsen 
der Hülle und auf den Blüthenstielen zerstreut, am Stengel oben vereinzelt, 
unten, sowie auf den Blättern 0. Flocken auf der Hülle reichlich, Kopfstiele 
grau, am Stengel oben vereinzelt, unten 0, auf den Blättern unterseits und am 
Rande vereinzelt. Blüthen hellgelb. Eine robuste, durch dicke Köpfchen, 
fast zungenförmige, gegen die Basis nur schwach verschmälerte Blätter und 
kaum mässige Behaarung charakterisirte Pflanze. H. florentinum subsp. Sanii 
N. P. scheint, wenigstens nach einem im Königsberger Universitätsherbar von 
Dr. Peter als solches bestimmten, jedoch mit der Beschreibung in der Mono- 
graphie, S. 540, nicht besonders übereinstimmenden Exemplar die nächstver- 
wandte Form zu sein; dieses ist aber eine schlanke, bis 60 cm hohe Pflanze 
mit geknäueltem Kopfstande, 5 — 6 mm langem Acladium, 12 — 15 Köpfchen, sehr 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



287 



schmalen, lanzettlichen Blättern, 4—5 Stengelblättern, 6 5 langer Hülle, 
schmalen, weisslich gerandeteu Schuppen und dunkelgelben Blüthen. 

a. genuinum. Auf Holzschlägen in Wäldern bei Brody, gegen Radzi- 
willow und auf Hügeln bei Rokitno (Lemberg). 

ß. Lithuanorum, Koi)fstand oben doldig, Rosettenblätter unten ver- 
schmälert. Bei Wojnow im südlichen Lithauen, Kreis Nowogrodek (leg. Wl". Dy- 
bowski). 

Hiei'achim magyctincum N, P. (grex: Crypfoinastix K. P.?) 
sul>s|). chaet02)1ioriim. Stengel 65—75 cm hoch, schlank bis dicklich. Kopf- 
stand rispig, locker, schwach oder stark übergipfelig. Acladium bis 16 lang. 
Strahlen zweiter Ordnung 6 — 7, untere sehr entfei-nt. Ordnungen 4, Kopfzahl 26 
bis 30. Blätter in der Rosette 10—12, länglich-lanzettlich, äussere stumpf, 
innere spitzlich bis spitz, entfernt gezähnelt, etwas bläulichgrün. Stengelblätter 3 
bis 4, rasch decrescirend. Hülle 6 mm lang, kurz cylindrisch, später mit gestutzter 
Basis. Schuppen schmal, stumpflich, spitz, schwärzlich, grünrandig. Bracteen 
dunkel, hellrandig. Haare der Hülle reichlich, hell, r5— 2*5 mm lang, 
an den Kopfstielen oben mässig, unten vereinzelt, 2 — h mm lang, am 
Stengel zerstreut, 2— 3?w?w lang, auf den Blättern oberseits gegen den 
Rand und am Rande, unterseits nur am Hauptnerv zb mässig, bor- 
stig, 2— 4mm lang (auf den Stolonen mässig, kurz). Drüsen der Hülle 
fast 0, auf den Blüthenstielen zerstreut, am Stengel oben vereinzelt, abwärts 
verschwindend. Flocken auf der Hülle mässig, nnr gegen die Basis etwas reich- 
licher, auf den Kopfstielen, am Stengel und auf den Blättern 0. 
Blüthen goldgelb. Stolonen meist 0, zuweilen vorhanden, dann kurz, aufrecht 
oder vom Grunde aufsteigend. Eine hohe, d= robuste Pflanze fraglicher Stellung. 
Zu H. florentinum (All.) N. P. kann sie wegen der zwar selten, aber doch 
zuweilen auftretenden Stolonen nicht gestellt werden. In Tracht erinnert sie 
auch etwas an einige hochwüchsige Sippen des H. arvicola N. P., unterscheidet 
sich aber von allen durch flockenlose Kopfstiele und Blätter, sowie durch borstige 
Haare am Stengel und den Blättern. Bis neue Beobachtungen über die Zuge- 
hörigkeit dieser, sonst sehr charakteristischen Pflanze entscheiden, muss sie 
vorderhand als ein II. magyaricum aus der grex: Cryptomastix N. P. (mit 
mangelhaft entwickelten Stolonen) angesehen werden. 

1. genuinum. Auf Hügeln um Lemberg bei Wolka, Kulparkow, Stiele- 
rowka und in Wäldern von Brzuchowice häufig. 

2. oligocephaluin. Strahlen zweiter Ordnung gedrängt, Kopfzahl 8 bis 
10, Haare überall kürzer. Brzuchowice bei Lemberg. 

Hieraciam rnagyaHcum >\ P. (^rex: Cryptomastix N. P.?) 
subsp. chaetopJiOf'umf var. florentinoides. In Tracht und Köpfchenbau 
dem typischen chaetophorum (s. oben) fast vollkommen gleich, aber der Kopfstand 
fast doldig, Blätter sehr schmal und lang, Schuppen etwas bläulich, Flocken der 
Hülle mässig, Kopfstiele grau, auf den Blättern unterseits und am Rande zer- 

Z. F.. Ges. Rd. XLVIT. 39 



288 



A. Rehmann. 



streut bis massig, Stolonen 0. Möglicher Weise ein Bastard zwischen H. ma- 
gyaricum subsp. chaetopliorum und einem H. florentinum ; dieses letztere wurde 
aber in der Nachbarschaft dieser Pflanze nicht beobachtet. 
In Wäldern von Brzuchowice bei Lemberg. 

Hieracium maf/yaricum N. P. (grexll: Effusum) subsp. Ho- 
jowskiL Stengel 30 — 60 cm hoch, schlank, leicht gestreift. Kopfstand grenzlo.s, 
rispig, sehr locker, gleichgipf elig. Acladium 15 — ISnim lang. Strahlen 
zweiter Ordnung 3— 4, alle sehr entfernt, sehr dünn, die unteren bogen- 
förmig aufsteigend. Ordnungen 4 (Köpfchen vierter Ordnung meist unent- 
wickelt), Kopfzahl 6—16. Blätter lineal, lang, spitz, bläulichgrün, dünn. 
Stengelblätter in der unteren Hälfte 3. Hülle 6 mm lang, cylindrisch, nach dem 
Verblühen gestutzt. Schuppen schmal, stumpf, dunkelgrün, hellrandig. Bracteen 
verlängert, dunkel. Haare der Hülle und an den Kopfstielen vereinzelt, borstig, 
l—l b mm lang, am Stengel 0; auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis 
und unten am Hauptnerv vereinzelt, 15 — 2 mm lang, auf den Stolonen verein- 
zelt, 0"5 mm lang. Drüsen der Hülle und auf den Kopfstielen vereinzelt, sonst 0. 
Flocken auf der Hülle und auf den Kopfstielen vereinzelt, sonst 0. Blüthen hell- 
gelb. Stolonen aus den Achseln der Blätter und aus der Rosette, sehr dünn. 
Von allen Sippen der Efftisum-Gvii^i^e durch sehr lockeren Blüthenstand, sehr 
dünne Blüthenstiele (und Stolonen), sowie durch Armuth des Induments ver- 
schieden. 

Humenow (Kreis Ka^lusz) in Galizien, im neuen Parke des Gutsbesitzers 
Kazimierz Rojowski, meines Ga.stgebers und Führers in der interessanten Ge- 
gend von Humenow, dem ich auch die Pflanze widme. Auch in Gebüschen bei 
Percenkowka (Lemberg); hier sehr selten Stengelstolonen bildend. 

Hieracium magyaricum P. (grex II: Effusum) subsp. seepu- 
siense, Rhizom kriechend, dünn. Stengel 60 cm hoch, aufrecht, schlank, leicht 
gestreift. Kopfstand rispig, locker, gleichgipfelig. Acladium verlängert. Strahlen 
zweiter Ordnung 5 — 6, alle sehr entfernt, schief abstehend, dünn. Ordnungen 4 
bis 5, Kopfzahl bis 40. Blätter in der Rosette 4—5, länglich-lanzettlich, spitz- 
lich, entfernt gezähnelt, gelblichgrün, dünn. Stengelblätter 4—5, auf dem 
ganzen Stengel allmälig in die Bracteen übergehend. Hülle 6 mm lang, cylin- 
drisch, sehr schlank mit etwas eingezogener Basis. Schuppen schmal, spitz, 
dunkelgrün, hellrandig. Bracteen schmal, grün. Haare der Hülle 0, an den 
Kopfstielen und am Stengel vereinzelt, oben dunkel, unten hell, 1 — 1*5 mm lang; 
auf den Blättern nur am Rande und am Hauptnerv unten mässig, steif, 1 bis 
2mm lang; auf den Stolonen reichlich, 1— 2mm lang. Drüsen der Hülle 
reichlich, auf den Blüthenstielen und am Stengel oben zerstreut, unten 0, auf 
den Blättern 0. Flocken auf der Hülle und auf den Kopfstielen vereinzelt, sonst 0. 
Blüthen hellgelb. Stolonen aus der Rosette und aus den Achseln der Stengel- 
blätter, lang, dünn, entfernt-blättrig, mit ziemlich grossen Blättern. Scheint 
dem H. magyaricum subsp. egregium N. P. nahe verwandt zu sein, von welchem 
es sich — nach der Beschreibung — durch lockeren Blüthenstand, beblätterten 



Neue Hieracien des östliclien Europa. 



289 



Stengel, sehr schlanke Hüllen, die Haai'e am Stengel und den Blättern, sowie 
durch gross- und entfernt-blättrige Stolonen unterscheidet. 

Oberungaru, Zipser Comitat, im Parke von Lucsivna-Bad. 

Hieraeiimi niagyaricum IV. P. (grex: Effiisum P.) siibsp. 
(lobroiiiilense, Stengel 50— 60 cm hoch, schlank. Kopfstand risi)ig, locker, 
gleich- oder etwas übergipfelig. Acladium sehr dünn, 10— 15mwi lang. Strahlen 
zweiter Ordnung 6—7, obere + genähert, untere ± entfernt, schlank. Ord- 
nungen 4—5, Kopfzahl 12—22. Blätter in der Eosette 6—9, äussere spatelig, 
stumpf, innere lanzettlich, stumpf bis spitzlich, bläulichgrün. Stengelblätter im 
unteren Drittel 2. Hülle 5 5-6 wm lang, in der Knospe schlank, aufgeblüht 
breit cylindrisch, fast kugelig, später gestutzt. Schuppen breit- 
lich, stump flieh, schwärzlichgrün, sehr hellrandig. Bracteen dunkel. Haare 
der Hülle vereinzelt bis mässig, hell, 1—2 mm lang, an den Kopfstielen vereinzelt, 
bis 2'5 mm lang, am Stengel bis vereinzelt, bis 3 mm lang, auf den Blättern 
nur am Rande und am Hauptnerv vereinzelt, borstig, 2 — 2 5 mm lang, auf den 
Stolonen mässig, kurz. Drüsen der Hülle, auf den Blüthenstielen und am Stengel 
oben vereinzelt, sonst 0. Flocken am Grunde der Hülle reichlich, auf den Kopf- 
stielen zerstreut bis mässig, am Stengel und auf den Blättern 0. Blüthen gold- 
gelb. Stolonen aus der Rosette und den Stengelblattachseln, verlängert, dünn, 
steif. Durch kurze, fast kugelige Hüllen und stark hellrandige Schuppen von den 
nächstverwandten Formen verschieden, in der Behaarung ziemlich veränderlich. 

1. normale* Auf einem lehmigen Abhänge am Bahnhofe bei Dobromil 
und am Eisenbahndamme zwischen Brody und ßadziwii'low. 

2. ejnlosum. Haare an Hülle und Caulomen fast 0. Dobromil, am 
Bahnhofe. 

Hieracium magyaHctim P. (grex: Megalomastiao ^, P.) 
subsp. pseudoniegalomastix, Stengel 60 cm hoch, dicklich, steif. Kopf- 
stand oben doldig, unten rispig, anfangs gedrängt bis geknäuelt, später sehr locker, 
übergipfelig. Acladium 13— 25 lang. Strahlen ZAve iter Ordn ung bis 9, 
obere genähert, 2 — 3 untere sehr entfernt. Ordnungen 4 — 5, Kopfzahl bis 45. 
Blätter in der Rosette 8—12, äussere ± obovat, stumpf, innere lanzett- 
lich, spitzlich, rb entfernt gezähnelt, etwas glaucescirend. Stengelblätter in der 
unteren Hälfte 3—4, meist sehr schmal, =b zugespitzt. Hülle 6'5 — 7mm 
lang, anfangs schlank, cylindrisch, später mit gerundeter, fast gestutzter Basis. 
Schuppen schmal, stumpflich, schwärzlich, hellrandig, die äussersten, sowie 
die Bracteen hell. Haare der Hülle i reichlich, schwarz, 2 — 3mm lang, 
an den Kopfstielen mässig, 2 — 4 mm lang, am Stengel vereinzelt, hell, borstig, 
2 — 3 mwi lang, auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis und am Haupt- 
nerv unten mässig, borstig, hell, 15 — 2"5 mm lang, auf den Stolonen reichlich, 
kürzer. Drüsen der Hülle mässig, auf den Blüthenstielen zerstreut, am Stengel 
! oben vereinzelt, abwärts verschwindend, sonst 0. Flocken auf der Hülle ver- 
, einzelt, auf den Kopfstielen oben mässig bis reichlich, unten fast 0, am 
. Stengel 0, auf den Blättern nur am Hauptnerv unten und am Rande i ver- 

39* 



290 



Ä. Rehmann. 



eilizelt, auf den Stolonenblättern unterseits ± reichlich. Blüthen hellgelb. 
Stolonen verlängert, schlank. Eine der stärksten unserer Piloselloiden, durch 
armflockige Kopfstiele, reichblüthige Inflorescenz und sehr schmale, meist zuge- 
spitzte Stengelblätter ausgezeichnet. Das nächstverwandte H. magyaricum subsp. 
megalomastix N. P. hat einen mehr rispigen Kopfstand, Acladium 8—17 mm 
lang, Strahlen zweiter Ordnung 5—6, Kopfzahl 20—25, nur 6'5 mm lange Hülle, 
Bracteen dunkel, Haare auf den Blättern oberseits zerstreut, dickborstig, 3 bis 
4 mm lang, unterseits sehr spärlich, Drüsen auf den Caulomen und dickliche 
Stolonen. 

Unsere Pflanze variirt stark in der Trichomausbildung und in der Breite 
der Stolonenblätter. Folgende Formen lassen sich vorderhand unterscheiden: 

«. genuinum, Stolonenblätter breit, elliptisch. 

1. parcifloccum. Flocken auf den Kopfstielen massig. Am Eisenbahn- 
damme bei Kleparow und auf der Gora Wronowskich bei Lemberg. Auch bei 
Brody (leg. Klo eher) in Galizien. 

2. nudipedunculum. Flocken auf den Kopfstielen 0. Sygniöwka bei 
Lemberg und am Eisenbahndamme zwischen Brody und RadziwiWow. 

ß. lancifoliuni, Stolonenblätter lanzettlich, schmal. 

1. normale. Haare an der Hülle und den Kopfstielen mässig bis ver- 
einzelt, Drüsen zahlreich, Flocken der Hülle mässig, an den Kopfstielen oben 
reichlich, unten zerstreut. An Ufern des Dniester bei Uuiz in Galizien. 

2. subpilosum. Haare der Hülle massig, an den Kopfstielen i 0. 
Drüsen der Hülle mässig, au den Kopfstieleu zei'streut, Flocken dort und hier 
mässig. Auf dem Eisenbahndamme bei Kulparkovv, Percenkowka und Brzucho- 
wice (Lemberg). 

3. subglandulosum. Haare der Hülle + reichlich, an den Kopfstielen 
vereinzelt, Drüsen der Hülle vereinzelt, auf den Kopf stielen 0, Flocken 
dort und hier mässig (bis reichlich). Wolka, Brzuchowice und Zawadow bei 
Lemberg; bei Dobromil. 

4. sub floccosum. Haare an der Hülle uud den Kopfstielen mässig bis 
zerstreut, Drüsen an der Hülle vereinzelt, an den Kopfstielen reichlich, Flocken 
der Hülle vereinzelt, auf den Kopfstielen 0. Kulparkow bei Lemberg. 

5. haplotrichum. Drüsen und Flocken der Kopfstiele i 0. Auf 
Wiesen bei Hermannstadt in Siebenbürgen (leg. Schur, 1846). 

6. sasoviense. Hüllen und Kopfstiele weisslichgrau. Haare an 
der Hülle und den Kopfstielen vereinzelt, Drüsen lang, dort und hier ver- 
einzelt, Flocken am Grunde der Hülle und auf den Kopfstielen ziemlich reichlich, 
Stolonen sehr dünn. Die weisse Farbe der Schuppen wird nicht durch Flocken, 
sondern durch das Pigment verursacht. Habituell dem typischen H. magyaricum 
subsp. pseudomegalomastix gleich, aber in den einzelnen Merkmalen stark ab- 
weichend; möglicherweise ein Bastard zwischen diesem und einem anderen H. 
magyaricum. Am Waldrande bei Sassöw in Galizien, 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



291 



Hieviicitim magyaHciini X. P. (grex: 3Iegalofnastioß P.) 
subsp. fei'voviae, Stengel 67 cm hoch, oben schlauk, unten dick, zusammen- 
drückbar. Kopfstand rispig, locker, schwach übergipfelig. Acladium V2,mm 
laug. Strahlen zweiter Ordnuug 7—8, ± entfernt, dünn. Ordnungen 5, Kopf- 
zahl 45 (Köpfchen fünfter Ordnung unentwickelt). Blätter in der Rosette 7, 
lanzettlich, spitzlich bis spitz, entfernt gozähnclt, hellgrün mit weiss- 
lichem Hauptnerv. Stengelblätter 2, Hülle 7 5 mm lang, schlank, cylindrisch, 
anfangs mit in den Stiel eingezogener, später mit gerundeter Basis. Schuppen 
schmal, spitzlich, dunkelgrün, hellrandig. Bracteen hell. Haare der Hülle massig, 
dunkel, Vh—l mm lang; an den Kopfstielen und am Stengel oben zerstreut, bis 
4*5 mm lang, unten hell, kürzer; auf den Blättern nur am Rande und am Haupt- 
uerv massig, borstig, bis 8 myn lang, auf den Stolonen reichlich, bis 4 mm lang. 
Drüsen lang, an der Hülle und auf den Blüthenstieleu massig bis reichlich, 
am Stengel oben zerstreut, unten höckerförmig. Flocken auf der Hülle und den 
Kopfstielen zerstreut, sonst 0. Blüthen hellgelb. Stolonen sehr lang, schlank, 
ziemlich grossblättrig. Dem H. magyaricum N. P. subsp. pseudomegalomastix 
Rehm. (s. oben) nahe verwandt, aber durch die reiche Drüsenentwicklung ver- 
schieden. Die deutlich gezähnelten Blätter mit weissem Nerv erinnern an H. 
coUinum. 

Am Eisenbahndamme bei Kulparkow (Lemberg). 

Hicracium magijavicum N. P. (grex: Mefjaloniastijc N. P.) 
subsp. saevuin, Rhizom schief, dick. Stengel 55 — 85 m hoch, oben dünn, 
unten dick, steif, gestreift. Kopfstand oben doldig, unten rispig, locker, gleich- 
gipfelig. Acladium? Strahlen zweiter Ordnung 7 — 12, dünn, obere genähert, 
2 — 5 untere sehr ejitfernt. Ordnungen 5, Kopfzahl 18 — 24. Blätter in der 
Rosette 6—8, äussere schmal lanzettlich, innere lineal, spitzlich bis 
spitz, entfernt gezähnelt, in den langen Blattstiel verlaufend, bläulich- 
grün. Stengelblätter in ^/a Höhe 4—5. Hülle 'o'h—l mm lang, anfangs cylin- 
drisch, schlank, später mit gerundeter Basis. Schuppen schmal, spitz, dunkel- 
grün, schmal hellrandig. Bracteen dunkel. Haare überall borstig, an der Hülle 
dr reichlich, dunkel, \—2 hmm lang, an den Kopfstielen oben Hb reichlich, 
unten und am Stengel oben mässig, unten wieder reichlich, rostig, 2 — i mm 
lang, auf den Blättern ober- und unterseits, sowie am Rande mässig, am 
Hauptnerv reichlich, bis 5mm lang, auf den Stolonen reichlich. Drüsen lang, 

i au der Hülle mässig, auf den Blüthenstieleu sehr reichlich, am Stengel oben 
mässig, abwärts verschwindend, sonst 0. Flocken auf der Hülle und den Kopf- 
stielen oben mässig, sonst 0. Blüthen? Stolonen meist kurz, dünn, aufsteigend. 
Eine östliche, dem H. magyaricum N. P. subsp. pseudomegalomastix Rehm. (s. 

i oben) verwandte Form. Ausgezeichnet durch die reiche Behaarung der ganzen 
Pflanze, stark drüsige Kopfstiele und die Gestalt der Stolonen. Die im Jahre 

I 1870 gesammelten Exemplare sind nicht ganz aufgeblüht, daher die Länge des 

i Acladiunis unsicher. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Form unter dem 
Einflüsse von H. echioides Lumn., mit dem es den Standort theilt, entstand. 
An Ufern des Sereth bei Monastyrek in Galizisch-Podolien. 



292 



A. Rehmann. 



Hieraciuni magyaricmn N. P. (grex: 3Iegalonuistioc X. P.) 
subsp. myrlotricJmin, Stengel 70 cm hoch, schlank. Kopfstand rispig, locker. 
AcladiumV Strahlen zweiter Ordnung 9, obere genähert, 3— 4 untere sehr ent- 
fernt. Ordnungen 4—5, Kopfzahl ca. 20. Blätter in der Rosette 8—10, länglich- 
lanzettlich, stumpf bis spitzlich, bläulichgrün, dünn. Stengelblätter in der 
unteren Hälfte 3, sehr schmal. Hülle 6 5—7 mm lang, cylindrisch. Schuppen 
breitlich-stumpf, dunkel, weissrandig. Bracteen dunkel. Haare hell, borstig, 
an der Hülle und den Caulomen reichlich, dort TS— 2mm, hier 3 bis 
6mm lang, auf den Rosettenblättern beiderseits, auf den Stengel- 
blättern nur am Rande und am Hauptnerv massig, r5 — 3mm lang. 
Drüsen nur an den Schuppenspitzen vereinzelt, sonst überall 0. 
Flocken nur auf der Hülle und den Kopfstielen oben vereinzelt, 
sonst 0. Stolonen verlängert, dünn, mit sehr entfernten, ziemlich grossen 
Blättern. In der Tracht dem H. magyaricum N. P. subsp. pseudomegalomastix 
Rehm. (s. oben) ähnlich und offenbar verwandt, aber in allen wesentlichen Merk- 
malen sehr verschieden. Die reichen, hellen, steifen Haare erinnern an ein H. 
echioides Lumn. Die Pflanze wurde in den ersten Tagen des Juni 1893 nicht 
aufgeblüht gefunden, wesshalb die Angaben über das Acladium und die Blüthen- 
farbe einer Ergänzung bedürfen. Sie ist aber so charakteristisch, dass sie auch 
ohne dieses sehr leicht wieder erkannt werden kann. 

An steilen Dniesterufern in Galizisch-Podolien bei Uniz an der Czerwona. 

Hieraciuni magyaricum N. P. (grex: Magyaricum 1^, P.) 
subsp. filiferum Tauscli var. atroluteum, Stengel 13— 33 cm hoch, sehr 
dünn. Kopfstand lax rispig, i gleichgipfelig. Acladium 10 mm lang. Strahlen 
zweiter Ordnung 3, alle sehr entfernt, dünn. Ordnungen 2 — 3, Kopfzahl 3 — 10. 
Blätter lanzettlich, spitz, glaucescirend. Stengelblätter 1 — 2, rasch decrescirend. 
Hülle 6 mm lang, cylindrisch, schlank. Schuppen schmal, stumpf, schwarz, kaum 
hellrandig. Bracteen dunkel. Haare der Hülle an den Kopfstielen und am 
Stengel unten zerstreut bis vereinzelt, schwarz, l"5—2"5 mm lang, unten ver- 
einzelt bis 0, hell, 1 — 2 mm lang; auf den Blättern nur am Rande gegen die 
Basis mässig, borstig, hell, bis 4 tnm lang. Drüsen der Hülle und auf den 
Blüthenstielen vereinzelt, sonst 0. Flocken auf der Hülle und auf den Kopf- 
stielen zb zerstreut, am Stengel vereinzelt oder 0, auf den Blättern 0. Blüthen 
intensiv gelb. Stolonen oder mässig lang, dünn. Dem H. magyaricum. N. P. 
subsp. filifermn Tausch habituell fast vollkommen gleich, aber durch das 
Indument stark abweichend. Das typische magyaricum subsp. filiferum Tausch 
hat Haare der Hülle 1 — r5mm lang, an den Caulomen 0, Drüsen an den 
Caulomen 0, Blüthen hellgelb. H. magyaricum N. P. subsp. filiferum Tausch in 
Callier, Fl. siles. exsicc, Nr. 1120 mit doldigem Kopfstande, Stolonen = 0, 
aus Breslau bei Scheiting (leg. Callier, determ. Oborny) ist ein H. floren- 
tinum All. 

Auf Bergwiesen der Westkarpathen. Rosenbeig, Gubalowka und Jaszczu- 
röwka bei Zakopane (Tatra). 



Neue Hieracien des östliclien Enropa. 



293 



Hieraciitm magyaHaim N. P. (grrex: MagyaHcufn N. P.) 
siibsp. adenocladtnii. Stengel 50—63 cm hoch, sclilank, unten stark gestreift. 
Kopfstand oben doldig, unten ris}>ig, locker, stark übe rgipf el ig. Acladium 
12 mm laug. Strahlen zweiter Ordnung 7—8, dünn, 2—3 untere entfernt, schwach 
abstehend. Ordnungen 4. Kopfzahl 16 — 30. Blätter in der Rosette 5, äussere 
spatelig gerundet, stumpf, innere lanzettlich, spitzlich bis spitz, entfernt 
gezähuelt. langgestielt, hellgrün, gla ucescirend. Stengelblätter in der unteren 
Hälfte 3. Hülle (^mm lang, cylindrisch, schlank, später gestutzt. Schuppen 
schmal, grünlichgrau, weissrandig. Bracteen grau, hellrandig. Haare an 
der Hülle vereinzelt, hell, 1 — 15 wm lang, au den Kopfstielen oder vereinzelt, 
bis 1h mm lang, am Stengel oben zerstreut, dunkel, unten reichlich, hell, 
borstig, 3— 5 Wim lang, auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis und 
am Hauptnerv unten reichlich, 2—hmm lang, auf den Stolonen reichlich. Drüsen 
sehr lang, an der Hülle, auf den Blüthenstielen und am Stengel oben 
reichlich, abwärts verschwindend, sonst 0. Flocken auf der Hülle unten reich- 
lich, Schuppenrand nackt, auf den Kopfstielen oben reichlich bis massig, unten 
massig bis 0, am Stengel und auf den Blättern ±0. Blüthen sehr hell. 
Stolonen sehr lang, dünn. Habituell einem kleinköpfigen magyaricum ent- 
sprechend, aber der flockigen Kopfstiele und oben doldigen Rispe wegen dem 
Cymantha näher stehend. Sehr charakteristisch durch die langen, reichlichen 
Drüsen. Ohne Zweifel mit H. magyaricum N. P. subsp. fastigiatum Tausch 
nahe verwandt, dieses unterscheidet sich aber durch einen gleichgipfeligen Kopf- 
stand, lanzettliche Blätter, längere, cjlindrisch-ovale Hüllen, dunkle Schuppen 
und Bracteen und kürzere Haare. — //. magyaricum N. P. subsp. adenocijmum 
N. P. aus Montenegro, welches mit unserer Pflanze in mancher Hinsicht über- 
einstimmt, hat einen 32 cm hohen Stengel, rispigen Kopfstand, Strahlen zweiter 
Ordnung 4, Kopfzahl 10, Hülle 4*5— 5 ww? lang, dunkle Schuppen, Haare am 
Stengel zerstreut, 1 mm lang, Flocken an Hülle und Kopfstielen fast 0. 

Auf der Gora Wronowskich und im Kilinski'schen Park bei Lemberg. 
Hieradum magyaricum P. (grex: Cymanthum) subsp. 
callicymtim, Stengel 55—65 cm hoch, schlank, leicht gestreift. Kopfstand 
doldig, locker, gleich (oder etwas über-) gipfelig. Acladium 7 — 13 mm lang. 
Strahlen zweiter Ordnung 6—7, genähert, der untere zuweilen etwas entfernt. 
Ordnungen 4, Kopfzahl 12—20. Blätter in der Rosette 6—7, sehr schmal lanzett- 
lich, äussere gerundet stumpf, innere spitzlich bis spitz, hellgrün, dünn, glauces- 
cirend. Stengelblätter auf dem ganzen Stengel 3—4, lang zugespitzt, decrescirend. 
Hülle 6—7 mm lang, cylindrisch, schlank, später gestutzt. Schuppen schmal, 
stumpf, dunkelgrün bis schwärzlich, schmal hellrandig. Bracteen hell. Haare 
der Hülle db reichlich, dunkel, 2 — 3, an den Kopfstielen und am Stengel oben 
zerstreut, dunkel, bis 5 mm lang, unten vereinzelt, hell, 3 — 4 mm lang, auf den 
Blättern nur am Rande und am Hauptnerv unten zerstreut, hell, borstig, bis 
j 3wiwlang. Drüsen der Hülle auf den Blüthenstielen und am Stengel 
i oben vereinzelt bis 0, sonst 0. Flocken auf der Hülle massig, Kopfstiele 
[ ± grau, am Stengel sehr wenig, unten und auf den Blättern 0. Blüthen gelb. 



294 



A. Rehmann. 



Stoloneu verlängert, dünn. Eine hohe, schlanke Pflanze mit kleiner, meist sehr 
regelmässiger Dolde, schmalen Blättern nnd fast drüsenlosen Kopfstielen. Die 
Länge des Acladinms, die Dicke der Köpfchen und die Aushildung der Trichome 
schwankend. 

Auf Hügeln um Lemberg (Wolka, Kulparkow, Zimna Woda). 

Hieracium magyaricum P. (grex: Bauhini IN. P.) sult>sp. 
agathanthimi, H. Obornijanum N. P. subsp. hauhiniforme in Gallier, Fl. 
siles. exsicc, Nr. 1125, non N. P. (determ. Oborny). Stengel 54 — 56 m hoch, 
dick, rt zusammendrückbar. Kopfstand rispig oder i doldig, anfangs 
geknäuelt, später etwas locker, gleichgipfelig. Acladium kurz. Strahlen 
zweiter Ordnung 7 — 8, obere genähert, 1 — 2 untere entfernt. Ordnungen 4, 
Kopfzahl 20—23. Blätter in der Rosette 4, lanzettlich, spitzlich bis spitz, ent- 
fernt gezähnelt, langgestielt, etwas glaucescirend, matt. Stengelblätter 2 — 4, 
meist breit, gezähnelt. Hülle 6mm lang, kurz cylindrisch, dick, mit gerun- 
deter Basis. Schuppen breitlich, dt stumpf, schwärzlich, breit hellrandig. 
Bracteen grau. Haare der Hülle reichlich, dunkel, 1 — 2, an den Kopfstielen 
und am Stengel oben mässig, 1—4 mm lang, unten bis zum Grunde zerstreut, 
hell, bis 4'5 mm lang; auf den Blättern am Eande und am Hauptnerv unten 
mässig, borstig, hell, 2 — Smm lang; auf den Stolonen und Stolonen- 
blättern beiderseits reichlich, 3 — 5mm lang. Drüsen der Hülle und 
auf den Blüthenstielen vereinzelt, sonst 0. Flocken auf der Hülle mässig, 
Kopfstiele grau, am Stengel vereinzelt bis 0, auf den Stolonenblättern unterseits 
mässig, sonst 0. Blüthen intensiv gelb. Stolonen mässig lang, dünn. Vom H. 
magyaricum subsp. arvorum 2. floccifolium N. P., dem es am nächsten steht, 
durch geknäuelten Kopfstand, lanzettliche, nicht spatelige Blätter, dicke Hüllen, 
breite, stumpfe Schuppen, kurze Haare, wenige Drüsen und dunkelgelbe Blüthen 
verschieden. 

In dei- Tracht dem H. magyaricum subsp. pseudomegalomastix Rehm. 
(s. oben) nicht unähnlich, aber schon durch breite, meist gezähnelte Stengel- 
blätter verschieden. 

{H. Bauhini subsp. arvorum 2. floccifolium in Baenitz, Herb, europ., aus 
Znaim-Leska, 16. Juni 1891, leg. Oborny, und eine andere, unter demselben 
Namen aus Znaim, 5. Juni 1890, von Prof. Oborny vertheilte Pflanze haben 
mit der subsp. arvorum N. P. nichts zu thun und gehören beide zu H. umhelli- 
ferum N. P. Dagegen sind H. Bauhini Schult, subsp. polyanthemum N. P. in 
Baenitz, Herb, eur., aus Königsberg, am Wege zwischen Speichersdorf und 
Aweyden, 4. Juni 1890, leg. G. Baenitz, und H. Bauhini Schult, f. normale N. P. 
daselbst, aus Königsberg, P]isenbahndamm bei Kellermühle, 17. Juni 1892, leg. 
G. Baenitz, eine und dieselbe Pflanze und stellen das echte H. magyaricum 
subsp. arvorum 1. nudifolium N. P. dar.) 

H. Obornyanum subsp. hauhiniforme N. P. (ein im Münchener botanischen 
Garten spontan entstandener Bastard), für welches unsere Pflanze von Oborny 
gehalten wurde, hat einen nur 36 cm hohen, dünnen Stengel, Kopfzahl 15, Haare 
der Hülle 5 mm lang, auf den Kopfstielen u. s. w. 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



295 



Breslau bei Scheituig (leg. Hentschel) imd in lehmigen Schluchten bei 
Holosko (Lemberg). 

Hieracium magyaviciim N. P. (grex : Baiihini X. P.) subsp. 
sediitrix ii. sp. H. maguaricum subsp. decolor f. astolona in Fl. polon. exsicc, 
Nr. 192, non N. P. (determ. Oborny). — H. magyaricum subsp. iephrops in 
A. Gallier, Fl. sil. exsicc, Nr. 1113, non N. P. (determ. Oborny). Stengel 32 
bis 52 cm hoch, schlank bis dicklich, leicht gestreift. Kopfstand rispig, anfangs 
gedrängt, später locker, gleich- oder übergipfelig. Acladium Q—1 mm lang. 
Strahlen zweiter Ordnung 4 — 6, obere genähert, 1 — 2 untere zh entfernt, schief 
abstehend. Ordnungen 3 (4), Kopfzahl 6 — 20. Blätter in der Rosette 3—4, 
schmal lanzettlich, spitzlich bis spitz, glaucescirend, derb. Stengelblätter 2 — 3, 
rasch decrescirend. Hülle 6"5 — 1mm lang, kurz cylindrisch mit gerundeter 
bis etwas gestutzter Basis. Schuppen schmal, stumpf, dunkelgrün bis schwärz- 
lich, etwas hellrandig. Bracteen grau. Haare der Hülle vereinzelt bis 
mässig, dunkel, 1 — 15 mm lang; an den Kopfstielen bis vereinzelt, schwarz, 
r5—2"5 mm lang; am Stengel oben bis vereinzelt, unten kaum reichlicher, hell, 
1— r5mm lang; auf den Blättern am Ptande und am Hauptnerv unten mässig, 
hell, 1 — I bmm laug. Drüsen der Hülle mässig, auf den Blüthenstielen (0) ver- 
einzelt bis zerstreut, am Stengel oben vereinzelt, abwärts verschwindend. Flocken 
auf den Schuppen mässig, am Grunde der Hülle und auf den Kopfstielen 
reichlich, am Stengel zerstreut, auf den Blättern 0. Blüthen hellgelb. Stolonen 
oder verlängert, dünn, steif. H. magyaricum subsp. decolor, für welches unsere 
Pflanze von Prof. Oborny gehalten wurde, unterscheidet sich von derselben 
durch einen doldigen Kopfstand und armflockige Kopfstiele, weshalb es auch von 
Nägel i und Peter (Mon., I, S. 574) der Grex Megalomastix N. P. beigezählt 
wurde. Ausserdem hat es einen lockeren, stark übei'gipfeligen Blüthenstand, 
10—18 mm langes Acladium, eine schlank cylindrische Hülle, spitze Schuppen, 
Haare der Hülle 0, auf den Blättern oberseits spärlich. Stolonen immer vor- 
handen, sehr verlängert. — Nur um ein Missverständniss zu vermeiden, halte ich 
es für zweckmässig, anzuführen, dass von Herrn Oborny für H. magyaricum 
subspec. decolor N. P. noch zwei andere Pflanzen ausgegeben wurden, und zwar 

1. H. Zizianum subsp. laeve N. P. aus Znaim-Leskathal und vom Zuckerkandl, 

2. H. magyaricum subsp. thaumasium N. P. aus Znaim-Pöppitzerschlucht. Die 
letztere Pflanze wurde auch als H. Weissianum N. P., ein anderes Mal als H. 
magyaricum subsp. filiferiim Tausch (Znaim-Konitz) ausgegeben. 

ci. genuinum, 

1. astolonum — H. magyaricum subsp. decolor f. astolona in Fl. polon. 
exsicc, Nr. 192, non N. P. Auf sandigen Hügeln bei Niarikow im südlichen 
Litthauen, Gouvernement Minsk, Kreis Nowogrodek (leg. Wl. Dybowski). 

2. stoloniferum = H. magyaricum subsp. decolor f. stolonifera in Fl. 
polon. exsicc, Nr. 193, non N. P. Bei Niankow (leg. Wi. Dybowski). 

ß. vratislaviense. H. magyaricum subsp. tephrops in Gallier, Fl. 
siles. exsicc, Nr. 1113, non N. P. (determ. Oborny). Von der typischen Pflanze 

Z. B. Ges. Bd. XLVIT. 40 



296 



A. Rehraann. 



nur durch breitere Blätter, etwas stärker behaarte Hülle und Floekeu auf den 
Blättern verschieden. H. magyaricum subsp. tephrops"N. P., für welches diese 
Pflanze von Oborny gehalten wurde, ist durch einen doldigen, stark übergipfe- 
ligen, sehr lockeren Kopfstand, armflockige Kopfstiele, hohen Wuchs (bis 75 cm) 
und zahlreiche, sehr verlängerte, kleinblättrige Stolonen ausgezeichnet und gehört 
der Grex Megalomastix N. P. an. Ausserdem unterscheidet es sich von unserer 
Pflanze durch spitze Schuppen, dunkle Bracteen, haarigen Stengel und flockenlose 
Blätter. Breslau: Brache bei Pöpelwitz (leg. Gallier). 

y. ruhristolonuni, Hülle 7'5 mm lang; Haare der Hülle ziemlich i-eich- 
lich, sehr hell, 1 — Vh mm lang, auf den Kopfstielen zerstreut bis mässig, schwarz, 
borstig, bis 3'5 mm lang. Der Stengel unten und die Stolonen meist röthlich 
gefärbt. 

1. normale. Auf Hügeln um Lemberg bei Pelczyiiskistaw und Bajki und 
am Eisenbahndamme bei Kulparkow. 

2. multifloccum. Flocken am Stengel bis zum Grunde und am Blatt- 
nerv unterseits zerstreut; Stolonen sehr dünn. Auf Wiesen bei Stieleröwka, 
Kulparkow und Dublany. 

Hieracium magyaricum X. P. (grex: Bauhini P.) subsp. 
mnoocladum, Stengel 30 — 36 cm hoch, dünn. Kopfstand rispig oder doldig, 
ziemlich gedrängt, gleichgipfelig. Acladium 8 mw lang. Strahlen zweiter 
Ordnung 4 — 6, alle genähert. Ordnungen 3 — 4 (Köpfchen vierter Ordnung 
unentwickelt), Kopfzahl 8 — 10. Blätter in der Rosette 3, lanzettlich, breitlich, 
spitz bis zugespitzt. Stengelblätter 2, das obere bracteenförmig. Hülle 6 mm lang, 
kurz cylindrisch mit gerundeter Basis. Schuppen schmal, stumpf, schwärz- 
lich, hellrandig. Bracteen hell. Haare der Hülle vereinzelt, borstig, schwarz, 
1 — 2 mm lang; an den Kopfstielen und am Stengel oben ebenso, aber bis omm 
lang, unten dr 0; auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis und am 
Hauptnerv mässig, heller, 2 — 3*5 wm lang; auf den Stolonen reichlich. 
Drüsen der Hülle und auf den Blüthenstielen mässig, am Stengel bis mässig, 
sonst 0. Flocken auf der Hülle mässig, Schuppenrand nackt, Kopfstiele filzig, 
am Stengel, am Blattrande und am Hauptnerv unten zerstreut. 
Blüthen gelb. Stolonen verlängert, dünn. Eine schlanke, kleinköpfige Pflanze, 
vom H. magyaricum subsp. filiforme Tausch und subsp. ihaumasium N. P. durch 
filzige Kopfstiele, ausserdem vom ersten durch eine gedrängte Rispe, vom zweiten 
durch mehr rispigen Kopfstand verschieden. Scheint auch mit H. magyaricum 
subsp. macrocaule N. P. aus Wien verwandt zu sein. Dieses hat aber eine lockere 
Rispe, Acladium 8 — 16 mm lang, sehr dünne Kopfstiele, etwas spatelige Blätter, 
5 — 5'5 wzm lange Hülle, spitze, grüngraue Schuppen, nur 1 — 2 mm lange Haare 
und nur mässig flockige Kopfstiele. 

Auf Bergwiesen bei Jablonica im Stanislawower Kreise, wo auch die subsp. 
filiforme Tausch häufig vorkommt. 

Hieracium magyaricmn N. P. (grex: Bauhini P.) subsp. 
hyperadenimn, Stengel 40— 43 m hoch, schlank. Kopfstand rispig, locker, 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



297 



gleichgipfelig. Acladiuin 5— 7 lang. Strahlen zweiter Ordnung 5, entfernt, 

1 — 2 untere sehr abstehend. Ordnungen 4, Kopfzahl 8 — 16. Blätter in der Ro- 
sette 4— 5, lanzettlich, etwas breit, spitz bis faltspitzig, grün, glaucescirend. 
Stengelblätter 1 — 2 tief unten. Hülle 7 — Ihmm lang, oval mit gestutzter, Jr 
eingedrückter Basis. Schuppen schmal, äussere stumpf, innere spitz, grün, 
hellrandig. Bracteen grau. Haare der Hülle, an den Kopfstielen und 
am Stengel oben 0, unten vereinzelt, am Grunde reichlich, hell, 2 — 3mm 
lang, auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis reichlich, borstig, 

2— hmm lang, auf den Stolonen mässig. Drüsen lang, an der Hülle, auf 
den Blüthenstielen und Bracteen reichlich, am Stengel oben vereinzelt, 
abwärts verschwindend, sonst 0. Flocken der Hülle reichlich, Kopfstiele filzig, 
am Stengel oben zerstreut, unten 0, auf den Blättern 0. Blüthen gelb. Stolonen 
verlängert, schlank. Habituell dem H. magyaricum N. P. subsp. anisocladum 
Rehm. (s. unten) sehr nahe, aber durch dicke, grüne Köpfchen, lange Drüsen 
und Mangel der Haare verschieden. 

Auf Steinhaufen am Rande der Felder auf der Gubalowka bei Zakopane. 

Hieraciuni magym'icmn N. P. (grex: Bauhini ^, P.) subsp. 
((nlsoclaclum, Stengel 40 — 45cm hoch, schlank. Kopfstand rispig, sehr locker, 
gleichgipfelig. Acladium 5 — 6 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 5 — 7, alle 
entfernt, stark abstehend, schlank. Ordnungen 3— 4, Kopfzahl 14— 20. Blätter 
(in der Rosette?) schmal lanzettlich, äussere gerundet, dr stumpf, innere spitz, 
bläulichgrün, glaucescirend. Stengelblätter in der unteren Hälfte 1—2. Hülle 
7— 7 5 mm lang, kurz cylindrisch, anfangs etwas eingezogen, später gestutzt. 
Schuppen breitlich, stumpflich, schwarz, grünrandig. Bracteen schwarz. 
Haare schwarz, an der Hülle mässig, 1 — r5mm lang; an den Kopfstielen 
mässig bis zerstreut, 2'5— 3'5 7?im lang; am Stengel bis zum Grunde zer- 
streut, dunkel, 1*5 — 2"5 mm lang; auf den Blättern am Rande gegen die Basis 
und am Hauptnerv unten zerstreut, hell, 1 — 2 mm lang, auf den Stolonen fast 
reichlich, 2 — 3'5 mm lang. Drüsen lang, an der Hülle und auf den Blüthen- 
stielen mässig, am Stengel oben vereinzelt, sonst 0. Flocken auf der Hülle 
mässig, auf den Kopfstielen oben reichlich, unten mässig bis 0, am Stengel 
nur oben vereinzelt, sonst 0. Blüthen gelb. Stolonen verlängert, schlank. Vom 
H. magyaricum subsp. hypermelanum Rehm. (s. unten), mit dem es die schwarzen 
Hüllen und den Standort theilt, an der lockeren Rispe, den etwas mehr schlanken 
Köpfchen und schmalen Blättern sofort zu unterscheiden. H. magyaricum subsp. 
Branae N. P., mit dem es in einigen Merkmalen (schmale Blätter, schwarze 
Schuppen, Bracteen und Haare) übereinstimmt, wird 48— 60 cm hoch und hat 
eine gedrängte, rt übergipfelige Rispe, 6 — 6'5 mm lange Hüllen, Drüsen am 
Stengel 0, fast armflockige Kopfstiele. Unsere Pflanze verbindet sich aber mit 
den Subspecies filiforme Tausch, hypermelanum Rehm. und einigen anderen und 
bildet schwer zu enträthselnde Bastarde. 

1. normale. Aufwiesen bei Zakopane (Nosal, Krupowki). 

2. 2}arcifloccum» Strahlen und Stolonen dünn, Kopfstiele armflockig. 
Am Nosal und Maty Regel bei Zakopane. 

40* 



298 



A. Rehmann. 



Hieracium magyaricum IST. P. (^rex: Bauhiui N. P.) subsp. 
hy2>ermelafium. Stengel 40 — 55 cm hoch, schlank bis dicklich, zusammen- 
drückbar. Kopfstand doldig, d= geknäuelt, gleich- oder etwas übergipfelig. Acladium 
6—10 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 5—6 (8), genähert (der untere zuweilen , 
entfernt). Ordnungen 3—4, Kopfzahl 12—18 (30). Blätter in der Rosette 5—6 
(10), kurz oder lang, äussere + spatelig bis länglich, stumpf, innere lanzettlich, 
spitzlich, bläulichgrün, glaucescirend, glatt. Stengelblätter 1 — 2, das obere 
klein. Hülle 6—1 mm lang, kurz cylindrisch, gestutzt. Schuppen schmal, 
spitz, schwärzlichgrün, schmal grünrandig. Bracteen grau. Haare der 
Hülle, an den Kopfstielen und am Stengel oben massig bis vereinzelt, schwarz 
(bis dunkel), dick und steif, 1— 3 mm lang, unten vereinzelt, hell, ebenso lang; 
auf den Blättern oberhalb vereinzelt, am Rande und unten am Hauptnerv 
etwas reichlicher, hell, 1 — 1"5 mm lang; auf den Stolonen vereinzelt bis 
massig. Drüsen der Hülle und auf den Blüthenstielen mässig, am Stengel oben 
vereinzelt, abwärts verschwindend. Flocken auf der Hülle mässig (Schuppenrand 
zuweilen etwas flockig), auf den Kopfstielen grau, am Stengel bis zum Grunde 
zerstreut (oder 0), auf den Blättern unterseits mässig. Blüthen gelb. 
Stolonen schlank, mässig lang. Die typische Pflanze durch geknäuelten Kopf- 
stand, grosse schwarze Hüllen und spatelige, oberseits haarige, unterseits flockige 
Blätter charakterisirt, mit keiner anderen Sippe zu vergleichen. Gehört zu den 
spätblühenden Pflanzen und wird in der zweiten Hälfte des Juli gemäht, wes- 
wegen die Angaben über Acladium und vollständig entwickelte Inflorescenz einer 
Ergänzung bedürfen. 

a. normale* 

1. (jenuinum. Stengel dunkel, zb flockig. 

2. nudicaule. Stengel grün, unten nackt, glatt, Flocken auf den 
Blättern 0. 

ß. moiieres. Kopfstand fast rispig, Strahlen zweiter Ordnung genähert, 
Acladium 10 — 12 mm lang, Köpfchen gestutzt, Blätter schmäler. Möglicher Weise 
ein Bastard zwischen subsp. hypermelanum und subsp. anisocladum (s. oben). 

y. (luplicicynium, Strahlen in der Dolde 9, hievon 3 (Acladien) einköpfig, 
20 mm lang, 5 andere bis 35 mm lang, kleine, regelmässige, 5— 6köpfige Döldchen 
tragend. Sonst der Varietät 2. nudicaule vollkommen gleich. Ohne Zweifel ein 
Bastard zwischen H. magyaricum subsp. hypermelanum Rehm. und einem H. 
cymosum, welcher die vegetativen Merkmale des ersten und den Kopfstand des 
zweiten angenommen hat. 

Auf Wiesen unter dem Nosal bei Zakopane in der Tatra, «. und ß. durch- 
einander. Die var, y. in einem einzigen Exemplar. 

Hieracium magyaricum IS^. P. (grex: Bauhini Is, P.) subsp. 
chaunocymum, Stengel 60—65 cm hoch, schlank, leicht gestreift. Kopfstand 
doldig, locker, übergipfelig. Acladium 6— 13 mm lang. Strahlen zweiter 
Ordnung 4 — 5, dünn, der unterste i entfernt. Ordnungen 4, Kopfzahl 6—21. 
Blätter in der Rosette 4—5, schmal lanzettlich, spitzlich bis spitz, glaucescirend, 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



299 



derb. Stengelblätter in der unteren Hälfte 2—3. Hülle 6— 7 wm lang, kurz 
cylindrisch mit gerundeter Basis. Schuppen schmal, stumpf, grün (bis schwärz- 
lich), hellrandig. Bracteen hell. Haare der Hülle mässig bis reichlich, hell, 
1 — l"5mm lang; an den Kopfstielen und am Stengel oben vereinzelt, 15— 2'5m??i 
lang, unten 0; auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis vereinzelt, 
borstig, bis 5 mm lang. Drüsen der Hülle vereinzelt, an den Kopfstielen ver- 
einzelt bis 0, sonst 0. Flocken der Hülle und an den Kopfstielen oben 
reichlich, unten mässig, am Stengel ± 0, auf den Blättern 0. Blüthen 
gelb. Stolonen laug, dünn, kleinblättrig. Den Merkmalen nach scheint es dem 
H. magyaricum subsp. transgressum N. P. (cult.) verwandt zu sein. Bei diesem 
ist der Kopfstand rispig oder oben doldig, die Kopfzahl beträgt 20—35, Hülle 
7 — 7*5 mm lang, Schuppen spitz, Bracteen dunkel, Blätter oberseits borstig und 
am Hauptnerv ± flockig, Drüsen auf den Kopfstielen 0. Andererseits nähert 
sich unsere Pflanze dem H. magt/aricuvi subsp. magyaricum N. P., von welchem 
sie sich durch doldigen, armköpfigen Blüthenstand und grössere Köpfchen unter- 
scheidet. H. magyaricum N. P. subsp. chaunocymum Rehm. dürfte wegen des 
doldigen Kopfstandes der Grex cymanthum N. P. beigezählt werden, es zeigt aber 
mehr Verwandtschaft mit der Grex Bauhini N. P., und die Dolde ist nicht immer 
typisch entwickelt. 

Auf Hügeln um Lemberg bei Kulparköw, Zawadow, Malechöw, Krzywczyce 
(Homiec) und bei Dobromil an der Lehne am Bahnhofe. Dieselbe Pflanze am 
Friedhofe in Wilno (leg. Symonowiczowna) und bei Prag (leg. K. Poläk, 1872). 

Hieracitmi paragogimi N. P. subsp. hifornie. Stengel 30— 50 cm 
hoch, sehr schlank, einfach oder in der oberen Hälfte getheilt. Kopf- 
stand ri.spig, locker, übergipfelig. Acladium 7 — 10 m?^i lang. Strahlen zweiter 
Ordnung 3, genähert oder sehr entfernt. Ordnungen 4, Kopfzahl 7—9. 
Blätter in der Rosette 4, länglich-lanzettlich, kurz oder lang, s])itzlich bis falt- 
spitzig, entfernt gezähnelt, mit breiter Basis sitzend, glaucescirend. Stengel- 
blatt 0—1. Hülle 7'5—8"5 mm lang, cylindrisch mit gerundeter Basis, 
später gestutzt. Schuppen schmal, spitz, schwärzlich, hellrandig. Bracteen 
grau. Haare der Hülle mässig, hell, 0'5 — r5mm lang; an den Kopfstielen und 
am Stengel vereinzelt bis mässig, 1— r5mm lang; auf den Blättern nur am 
Rande gegen die Basis und am Hauptnerv mässig, 1 — r5 mm lang. Drüsen 
kurz und lang durcheinander, an der Hülle, auf den Blüthenstielen 
und am Stengel oben reichlich, unten verschwindend, auf den Blättern 0. 
Flocken auf der Hülle mässig, auf den Kopf stielen reichlich, am Stengel oben 
mässig, unten dr 0, auf den Blättern oberseits 0, unterseits und am 
Blattrande zerstreut. Blüthen hellgelb, die randständigen aussen 
etwas gestreift. Stolonen oder sehr kurz. — Die Strahlen zweiter Ordnung 
sind zuweilen so entfernt, dass der Stengel gabelig erscheint; ein jeder Strahl 
trägt an seinem Gipfel eine 3— 4köpfige Äuricula-'drt\ge Rispe. Stolonen 0, nur 
an einem Exemplare ein einziger, nicht über 10 mm lang, vorhanden. Die 
Blätter erinnern an H. florentinum All. subsp. suhfrigidarium ß. aquilonare N. P. 
der blattlose Stengel, der Drüsenreichthum und Kopfstand deuten auf ein H. 



300 



A. Rehmann. 



Auricula, während die Flocken auf den Blättern, die gestutzten Köpfchen und 
die gestreiften Randblüthen die Hei'kunft dieser Pflanze von einem H. Püosella 
unzweifelhaft verrathen. 

Auf Wiesen unter dem Nosal in der Tatra bei Zakopane. 

Hieracium arvicola ^. P. sulbsp. rectipes, Hauptstengel 25—45 cm 
hoch, aufrecht, schlank bis dicklich, gerade, steif, schwach gestreift, oben schwärz- 
lich. Nebenstengel 1—5, viel kürzer, dünn, ± aufrecht. Kopfstand rispig, 
gedrängt, gleichgipfelig. Acladium 10 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung bis 6, 
gedrängt (1—2 untere zuweilen etwas entfernt). Ordnungen 4, Kopfzahl 9—20 
(auf den Nebenstengeln 3 — 6). Blätter in der Rosette 5 — 7, äussere kurz, spatelig, 
stnrapflich, innere lanzettlich, spitzlich, entfernt gezähnelt, hell, glauk. Stengel- 
blätter in der unteren Hälfte 2 — 3, auf den Nebenstengeln 4—5. Hülle 6-6 5 mm 
lang, cylindrisch mit gerundeter Basis. Schuppen breitlich, spitz, schwarz, 
äussere kaum hellrandig. Bracteen grau. Haare der Hülle dunkel, reichlich, 
1 — 2mm. lang; an den Kopfstielen und am Stengel zerstreut, heller, \ b—2hmm 
lang; auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis massig, borstig, bis 3 mm 
lang. Drüsen der Hülle auf den Blüthenstielen und am Stengel oben zerstreut, 
abwärts verschwindend, sonst 0. Flocken: auf der Hülle mässig, Kopf- 
stiele grau, am Stengel oben reichlich, unten mässig, über dem 
Grunde noch zerstreut, auf den Blättern oberseits 0, unterseits 
und am Rande zerstreut. Blüthen gelb. Stolonen meist 0, wenn vorhanden, 
kurz, dünn. Eine zierliche, schlanke, kleinblättrige Pflanze, welche im Kopf- 
stande und in den Hüllen mehr einem H. collinum, in den Blättern fast ganz 
einem H. florentinum entspricht. 

An einer verlassenen Ziegelei bei Zofijowka in Lemberg. 

Hieracium florihimdum Wimm, et Gralb. subsp. psetulodoli- 
netise, Stengel 23— 60 cm hoch, schlank bis dicklich, zusammendrückbar, 
häufig i-oth angelaufen. Kopfstand rispig (nach oben ± doldig), anfangs ge- 
knäuelt, später etwas locker, gleichgipfelig. Acladium 6 — 15 mm lang. Strahlen 
zweiter Ordnung 4 — 5, gedrängt. Ordnungen 3—4, Kopfzahl 8 — 18. Blätter in 
der Rosette 3 — 6, äussere spatelig, stumpf, innere lanzettlich, kaum spitzlich, 
glaucescirend. Stengelblätter 2 — 3. Hülle 7—8 mm lang, anfangs cylindrisch, 
später oval mit gerundeter Basis. Schuppen schmal, stumpflich, dunkelgrün bis 
schwärzlich, hellrandig, die äussersten kurz, fast weissrandig. Bracteen grau. 
Haare der Hülle mässig bis reichlich, hell, 1 — 2mm lang; an den 
Kopfstielen und am Stengel oben mässig, dunkel, r5— 3 mm, unten 1— PSrnm 
lang, am Grunde wollig; auf den Blättern beiderseits nur vereinzelt, am 
Rande und am Hauptnerv d= reichlich, weiss, ]'5— 2'5mm lang. Drüsen der 
Hülle nur vereinzelt, auf den Blüthenstielen und am Stengel oben reichlich, 
abwärts allmälig verschwindend, sonst 0. Flocken: auf der Hülle mässig, Kopf- 
stiele grau, am Stengel oben sehr reichlich, sonst fast bis zum Grunde zerstreut, 
auf den Blättern oberseits 0, unterseits zerstreut. Blüthen goldgelb. 
Stolonen schlank, mässig lang, grossblättrig oder ± unterirdisch dünn, fast 
blattlos. Dem auf die Sudeten beschränkten H. floribundum subsp. atramentarium 



Nene Hieracien des östlichen Europa. 



301 



N. P. sohl- iiliiilicli. dipsos lint. aber kleinero Köpfchen, schwarze, etwas breitere, 
randh^se 8chup])eii. Bracteen schw'arz, Haare an der Hülle 0, Randblütheu aussen 
rothsj>itzig. Bei üpi)ig gewachsenen, z. B. durch Maulwürfe zugeschütteten 
J^flanzen gehen die unteren Wurzelblätter zu Grunde, die oberen werden breit 
und die Pflanze nimmt einen ganz coUinum-iirtigGu Habitus an. Die typische 
Pflanze aus Kniazioluka, ohne Zweifel ein Bastard zwischen H. florentinum 
subsp. (loHnenffe Rehm. (s. oben) und einem //. collinum Gochn., entspricht, sowie 
auch H. florihundum subsp. atramentarmm N. P., mehr einem H. arvicola N. P. 

1. pilosins, Haare an allen Theilen der Pflanze reichlicher und etwas 
länger. Auf torfigen Wiesen am Fusse der Karpathen im Stryjer Kreise bei Dolina, 
Kniazioluka und Nowosielce und bei Brodj in Wäldern gegen Radziwi•^'■^öw^ 

2. suhpilosum. Haare überall kurz, steif. Bei Ochow und Welesnica, 
Kreis Pinsk in Lithauen (leg. Twardowska). 

Hieracitim florihundum Wimm, et Grab, subsp. pseudoflovi- 
bundum, Stengel 34 — 40 cm hoch, schlank. Kopfstand doldig oder rispig, 
ziemlich locker, gleichgipfelig. Acladium 6—7 mm lang. Strahlen zweiter Ord- 
nung 4—5, genähert, der untere zuweilen entfernt. Ordnungen 3, Kopfzahl 4 
bis 8. Blätter in der Rosette bis 8, äussere kurz, spatelig, gerundet, stumpf, 
innere lanzettlich, schmal, zugespitzt oder etwas faltspitzig, glaucescirend. Stengel- 
blätter 2, ± wellig. Hülle 6'b—7 mm lang, oval, später gestutzt. Schuppen 
schmal, spitzlich, graulichgrün, hellrandig. Bracteen grau, hell- 
randig. Haare der Hülle massig, hell, 1 — I bvwi lang; an den Kopfstielen 
massig, am Stengel oben dr reichlich, dunkel, 1 b—2 b mm lang, unten mässig, 
hell, ebenso lang; auf den Blättern nur am Rande und am Hauptnerv mässig 
bis vereinzelt, 1 — l"5??m lang. Drüsen an der Hülle, auf den Blüthenstielen und 
am Stengel oben ziemlich reichlich, unten vereinzelt, auf den Blättern 0. Flocken : 
am Grunde der Hülle und am Stengel oben reichlich, Kopfstiele grau, auf den 
Blättern unterseits und am Rande zerstreut. Blüthen hellgelb. Stolonen dünn, 
kurz. In der Tracht und den schmalen, derben Blättern dem H. florihundum 
subsp. florihundiwi Wimm, et Grab, fast vollkommen gleich, aber durch kleine 
Hüllen und helle, stark hellrandige schmale Schuppen, helle Haare an der Hülle 
und helle Blüthen verschieden. 

Auf etwas feuchten Wiesen bei Zawadöw (Lemberg) in der Nachbarschaft 
des typischen H. florihundum subsp. florihundum. Wimm, et Grab. 

Hieracium florihundum Wimm, et Grab, subsp. atonanthum, 
Stengel 25—40 cm hoch, ± aufsteigend, schlank. Kopfstand rispig, locker, gleich- 
oder etwas übergipfelig. Acladium 4—6 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 2—4, 
genähert. Ordnungen 3, Kopfzahl 3—10. Blätter in der Rosette 5—7, äussere 
spatelig, stumpf, innere länglich, spitzlich, glaucescirend. Stengelblätter 0—2. 
Hülle 6*5 Wim lang, cylindrisch, später gestutzt. Schuppen schmal, spitz, 
schwärzlich, hellrandig. Bracteen dunkel. Haare der Hülle vereinzelt, hell, 
1—2 Wim lang; auf den Kopfstielen oder nur vereinzelt, am Stengel oben ver- 
einzelt bis mässig, fast schwarz, hier und dort TS— 2*5 mm lang, unten zerstreut, 



302 



A. Rehmann. 



Über dem Grunde reichlich, weiss, weich, 1*5 — 2*5 mm lang; auf den 
Blättern nur am Rande gegen die Basis und am Hauptnerv reichlich, bis 3 ww 
lang. Drüsen der Hülle, auf den Kopfstielen und am Stengel oben massig bis 
reichlich, sonst 0. Flocken : auf der Hülle massig, Kopfstiele dz grau, am Stengel 
oben zerstreut, sonst 0. Blüthen hellgelb. Stolonen etwas verlängert, dünn. 
Von H. florihunclum subsp. indescripium N. P. durch kleinere, schwärzliche 
Köpfchen und meist schmale Blätter verschieden. 

a. genuinum. Auf Wiesen bei Kulparkow und Humenow (Galizien). 

ß. evytJiropliilum» Der Stengel, die Blattstiele und Stolonen meist 
roth. Haare am Stengel unten und auf den Blättern massig, höchstens l'Smw 
lang, Blätter mehr lanzettlich, Habituell nähert es sich dem H. ßoribundum 
subsp. succicum a. genuinum 1. normale N. P., dieses bleibt aber stets kleiner, 
mehr Auricula-i'6Ym\g. Auf torfigen Wiesen bei Kulparkow, Dolina, Kniazioluka 
und Nowosielica in Galizien. 

Hieracium floribundum Wimm, et Grab, subsp. Iaetice2)s, H. 
fJorihundum subsp. regimontanum in Fl. polon. exsicc, Nr. 54, non N. P. (determ, 
Oborny). Rhizom kriechend, dünn. Stengel 33— 50 cm hoch, schlank bis dick- 
lich, schwächlich. Kopfstand doldig oder rispig, gedrängt (anfangs geknäuelt), 
gleichgipfelig. Acladium 10mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 4— 5, ge- 
drängt, der untere zuweilen entfernt. Ordnungen 3, Kopfzahl 5—9. Blätter in 
der Rosette 4 — 5, äussere spatelig, gerundet, stumpf, innere lanzettlich, spitzlich, 
mit breiter Basis sitzend, sehr dünn, grün, etwas glaucescirend. Stengelblätter 
in der unteren Hälfte 1—2 (das obere meist breit und faltspitzig). Hülle 7 bis 
8 m?/i lang, oval mit gerundeter Basis. Schuppen schmal bis breitlich, stumpf, 
rt schwärzlich, hell randig. Bracteen weisslich mit einem dunkeln 
Streifen in der Mitte, die unterste häufig blattartig entwickelt. Haare der 
Hülle zerstreut bis reichlich, hell, dünn, 1 — 1*5 mm lang; an den Kopfstielen 
mässig, am Stengel oben reichlich^ in der Mitte mässig, steiflich, bis 2 mm lang, 
unten ± reichlich, weich ; auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis und 
am Hauptnerv mässig, 1 — 1"5 mm lang; auf den Stolonen ± reichlich, wollig. 
Drüsen der Hülle nur am Grunde mässig, auf den Blüthenstielen 
und am Stengel oben reichlich, abwärts verschwindend, auf den Blättern 0. 
Flocken: auf der Hülle zerstreut, Köpfst iele grau, am Stengel oben reichlich, 
unten 0, auf den Blättern nur am Rande ± vereinzelt. Blüthen dunkelgelb. 
Stolonen kurz, dünn, grossblättrig, Auricula-^vt\g. Eine den nordischen H. 
floribundum Wimm, et Grab, subsp. amUycepJialmn N. P. und subsp. amhly- 
ceplialoides Dabist, verwandte, durch dicke, ovale Hüllen und spatelige, stumpfe 
Blätter charakterisirte Form. Durch die Behaarung der Hülle und Caulome 
nähert es sich etwas dem H. colUnum Gochn. subsp. hrevipilum N, P., welches 
aber durch beiderseits behaarte Blätter und kleinere, zahlreiche Köpfchen leicht 
zu unterscheiden ist. Nichtsdestoweniger bilden beide Pflanzen schwer zu beur- 
theilende Bastarde, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass einige derselben in der 
Fl. polon. exsicc, Nr. 53 für das echte H. colUnum subsp. hrevipilum N. P. aus- 
gegeben wurden. — H. floribundum Wimm, et Grab, subsp. regimontanum N. P., 



Neue Hieracien des östlicben Europa. 



303 



für welches unsere Pflanze von Prof. Obornf gehalten wurde, zeigt, besonders 
in üppigem Zustande, einige Aehnlichkeit mit unserer Pflanze, es hat aber 
länglich-lanzettliche Blätter, 7 — 8"5wi?n lange, etwas gerundete, später gestutzte 
Hülle, spitze, fast weissrandige Schuppen und beiderseits behaarte Blätter. Nebenbei 
sei es bemerkt, dass in Baenitz, Herb, eur., H. floribundum subsp. regimontanum 
N. P., Königsberg, 7. Juni 1891, leg. Baenitz, subsp. suhauricula N. P. von dem- 
selben Standorte und Sammler und subsp. sudavicum N. P., Königsberg, 17. Juni 
1892, leg. Baenitz, von einander nicht verschieden sind und dem H. floribundum 
subsp. regimontanuvi N. P. augehören. 
cc. genuintim, Blätter grün. 

ß. pseudoiiidescriptum. Blätter klein, stark glaucescirend. Habituell 
dem H. floribundum subsp. indescriptum N. P. nicht unähnlich, aber in allen 
wesentlichen Merkmalen mit der typischen Pflanze übereinstimmend. 

An grasigen Orten bei Niankow in Lithauen, Gouvernement Minsk, Kreis 
Nowogrodek (leg. Wl. Djbowski). 

Hieracium fioHhundum Wimin. et Grab, subsp. heterodesmum. 

Stengel 20 — 38 m hoch, dünn, steiflich, gelblichgrün. Kopfstand rispig, ge- 
drängt oder locker, gleichgipfelig. Acladium 4— 34 mm lang. Strahlen 
zweiter Ordnung 3—4, genähert oder sehr entfernt. Ordnungen 4, Kopfzahl 5—12. 
Blätter in der Rosette 3 — 5, spatelig bis länglich-lanzettlich, dr gerundet, 
stumpf bis spitzlich, gelblichgrün. Stengelblatt tief unten 1, ein anderes bracteen- 
förmig. Hülle 6mm lang, cylindrisch, schlank mit anfangs etwas eingezogener, 
später gerandeter Basis. Schuppen schmal, schwärzlich, schmal hellrandig. 
Bracteen dunkel. Haare der Hülle mässig, hell, 5 — 15 mm lang; an den Kopf- 
stielen bis vereinzelt, 1 — 2 mm lang; am Stengel mässig (über dem Grunde 
zuweilen ziemlich reichlich), hell, 1 — 2 5 mm lang; auf den Blättern nur am Rande 
und am Hauptnerv unten mässig (zuweilen reichlich), 1 — 2'5 mm lang. Drüsen 
der Hülle mässig, auf den Blüthenstielen ziemlich reichlich, am Stengel oben 
mässig, unten verschwindend, sonst 0. Flocken: auf der Hülle mässig, Kopfstiele 
grau, am Stengel oben mässig, unten vereinzelt, auf den Blättern 0. Blüthen 
blassgelb, Kronenzähne verlängert. Stolonen oder sehr dünn, nur am 
Gipfel einige kleine, unentwickelte Blätter tragend. Eine sehr gut ausgeprägte 
Form, verbindet breite, stumpfe Blätter eines H. floribundum mit steifem, 
dünnem Stengel und kleinen Köpfchen eines H. magyaricum. Auff'allend durch 
die Mannigfaltigkeit im Bau des Kopfstandes und in der Länge des Acladiums. 
Man könnte zwei durch alle möglichen Uebergänge verbundene Formen unter- 
scheiden, und zwar: 

1. corymhosum» Kopfstand gedrängt, Acladium nicht über 10 mm lang. 

2. subfurcatmn. Kopfstand fast hochgabelig, Acladium bis 34 mm lang. 
Auf einer kleinen Waldwiese auf einem Fusspfade vom Dorfe Brzuchowice 

(Lemberg) zur Eisenbahnstation. 

Die Pflanze entspricht keiner der 11 Gruppen, in welche H. floribundum 
von Nägeli und Peter eingetheilt wurde, und muss als Repräsentant einer 

Z. B. Ges. Bd. XLVII. 41 



304 



A. ßelimann. 



eigenen Grex: Heterodesmum, mit kleinen, magyaricum-üi't'igen Köpfchen, be- 
trachtet werden. 

Hiet'acimn piloselliflorum P. sulbsp. Mrrojjhyllum, Stengel 
24—34 cm hoch, kaum aufsteigend, schlank, gerade, steiflich, leicht gestreift, 
oben dunkel-, unten weisslichgrün, glaucescirend. Kopfstand gabelig, unter- 
gipfelig. Acladium V2— V3 des Stengels einnehmend. Strahl zweiter Ordnung 1. 
Ordnungen 2, Kopfzahl 2. Blätter in der Rosette 6 — 7, äussere spatelig, 
kurz, stumpf, innere breit lanzettlich, spitzlich bis faltspitzig, sehr hell, 
glaucescirend. Stengelblätter oder durch Auseinanderrücken der Rosette 
zahlreich. Hülle 10—11 mm lang, oval mit gerundeter Basis. Schuppen 
schmal, spitz, schwärzlich, hellrandig. Bracteen dunkel. Haare der Hülle mässig, 
schwarz, 1 — 2 mm lang; an den Caulomen zerstreut bis mässig, oben dunkel, 
unten hell, 3 — b mm lang; auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis und 
am Hauptnerv mässig, TS— 2 5 lang. Drüsen der Hülle und auf den Blüthen- 
stielen mässig, am Stengel bis zum Grunde zerstreut, sonst 0. Flocken 
auf der Hülle und den Kopfstielen reichlich, am Stengel bis zum Grunde 
mässig, auf den Blättern oberseits 0, unterseits und am Rande zerstreut. 
Blüthen sehr hell. Stolonen kurz, sehr dünn. Eine durch reichblättrige Rosette 
und breite, helle, stark glaucescirende, glatte Blätter sehr gut charakterisirte 
Pflanze. 

a. genuinum. Auf torfigen Wiesen bei Rudno (Lemberg). 
ß. brevipilum» Haare am Stengel zerstreut, nicht über 3 mm lang, 
Stolonen verlängert. Auf grasigen Lehnen im Kilinski'schen Park (Lemberg). 

Hieracium piloselliflorum P. sulbsp. kirrolepiimi, Stengel 
18 — 24 cm hoch, aufrecht, etwas aufsteigend, schlank, schwächlich, kaum gestreift, 
zusammendrückbar. Kopfstand hochgabelig, untergipfelig. Acladium ^/g — ^/s des 
Stengels einnehmend. Strahl zweiter Ordnung 1. Ordnungen 2, Kopfzahl 2. 
Blätter in der Rosette 1—2, spatelig, stumpf, hellgrün, etwas glaucescirend. 
Stengelblätter in der unteren Hälfte 2—3, breit lanzettlich, das 
oberste ± oval, db sitzend. Hülle 9 mw lang, cylindrisch mit etwas gerun- 
deter Basis. Schuppen breit, stumpflich, sehr hellgrün, am Rande blass. 
Bracteen grau. Haare hell, an der Hülle vereinzelt, 1 — l"5mm lang; an den 
Kopfstielen und am Stengel oben zerstreut, unten mässig bis reichlich, unter 
den Stengelblättern angehäuft, weich, 2 — 4 mm lang; auf den Blättern mässig, 
1 — rS mm lang. Drüsen der Hülle ziemlich lang, mässig, auf den Blüthenstielen 
kurz, mässig, am Stengel oben zerstreut, unten 0, auf den Blättern 0. Flocken 
auf der Hülle reichlich, Schuppenrand etwas flockig, auf den Kopfstielen dicht, 
am Stengel bis zum Grunde ziemlich reichlich, auf den Blättern oberseits 0, 
unterseits reichlich. Blüthen hellgelb, die randständigen sehr schwach 
angelaufen. Stolonen etwas verlängert, dünn, mit kleinen, aber breitlichen 
Blättern. 

Auf torfigen Wiesen in Rudno (Lemberg) und bei Kniazioluka (Kreis Stryj) 
in Galizien. 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



305 



Hieracium piloselliflorum X. P, sul)sp. melanoglaucum, 

Stengel 17— 23 m hoch, aufrecht, schlank, dünn, steiflich, leicht gestreift. Kopf- 
stand gabelig, ± untergipfelig. Acladium Vs — des Stengels einnehmend 
Strahlen zweiter Ordnung 1—2. Ordnungen 2, Kopfzahl 2—3. Blätter in der 
Rosette 6 — 7. länglich-lanzettlich, gerundet, stumpf, die inneren etwas spitz- 
lich, dunkel bläulichgrün mit hellem Nerv, matt. Stengel blattlos, 
nur am Grunde des unteren Kopfstieles eine verlängerte, schmale Bractee tragend. 
Hülle 8—9 mm lang, kugelig. Schuppen ziemlich schmal, spitz, schwarz, hell- 
randig. Bracteen dunkel. Haare an Hülle und Caulomen oder nur vereinzelt, 
hei], steif, dort 1 — V^mm, hier bis 3mm lang; auf den Blättern beider- 
seits zerstreut bis mässig, weiss, 1 — 2mm lang; auf den Stolonen reichlich, 
weich. Drüsen lang, an der Hülle und auf den Blüthenstielen reichlich, auf 
den Bracteen und am Stengel bis zum Grunde zerstreut, auf den Blättern 0. 
Flocken auf der Hülle und an den Kopfstielen reichlich, am Stengel oben mässig, 
unten vereinzelt, auf den Blättern oberseits 0, unterseits reichlich. Blüthen 
sehr hell, die randständigen aussen gestreift. Stolonen verlängert, 
schlank, grossblättrig. 

Auf torfigen Wiesen bei Rudno, gegen Stryjow zu (Lemberg). 

Hieracium Loharzewshii ii. liybr. = magyaricumXflorihundum. 
Unter diesem Namen fasse ich einige unzweifelhafte Bastarde zwischen den oben 
genannten Hauptspecies zusammen, von welchen zwei unten beschrieben werden. 
Die Zusammenstellung einer gemeinschaftlichen Diagnose kann erst dann erfolgen, 
wenn der ganze Formenkreis genauer erkannt wird. Ich widme diese Pflanzen 
dem Andenken des ehemaligen Professors der Botanik an der Universität in Lem- 
berg, Hiacinth v. Lobarzewski, welcher schon in den Fünfzigerjahren ein 
reiches Material (bis jetzt nicht bearbeitet) für polymorphe Gattungen zusammen- 
gebracht hat und welchem der vorzeitige Tod nicht gestattete, die begonnene 
Flora von Galizien zum Abschlüsse zu bringen. 

Hieracium LoharzewsMi Rehm. (s. oben) siilbsp. Loharzeivskii, 
Stengel 2h— Ah cm hoch, aufrecht, schlank, steiflich, leicht gestreift, oben 
schwärzlich, unten grün. Kopfstand rispig, locker, übergipfelig. Acladium 8 mwi 
lang. Strahlen zweiter Ordnung 2 — 5, ± entfernt, dünn. Ordnungen 4, Kopf- 
zahl 5—12. Blätter in der Rosette 4—6, äussere spatelig, stumpf, innere länglich- 
lanzettlich, spitzlich, entfernt gezähnelt, mit breiter Basis sitzend, hellgrün, 
glaucescirend. Stengelblätter in der unteren Hälfte 1—2, meist breit, mit er- 
weiterter Basis sitzend. Hülle 7 — 8 mm lang, cjlindrisch mit gerundeter, später 
gestutzter Basis. Schuppen schmal, zugespitzt, schwärzlich, etwas graulich, die 
äussersten kurz, hellrandig. Bracteen grau, in der Mitte dunkel. Haare hell, an 
der Hülle vereinzelt, 15 mm lang; an den Kopfstielen rb 0; am Stengel oben 
zerstreut bis mässig, steif, mit verdicktem Grunde, 2 5—3"5 mm lang, 
unten reichlich, weich, bis 4mm lang; auf den Blättern nur am Rande 
und am Hauptnerv mässig, fast borstig, 2 — 3 mm lang. Drüsen der Hülle und 
auf den Blüthenstielen zerstreut, am Stengel bis zum Grunde vereinzelt, sonst 0. 
Flocken auf der Hülle und den Kopfstielen mässig, am Stengel bis zum Grunde 

41* 



306 



A. Rehmann. 



zerstreut, auf den Blättern 0. Blüthen gelb. Stolonen oder dünn, schlaff, 
Anricula-iirtig. Ohne Zweifel ein Bastard zwischen H. magyaricmn N. P. subsp. 
sedutrix Kehm. a. genuinum (s. oben) und einem H. floribundum. Kopfzahl und 
die Behaarung der Blätter stark variirend. 

a. simpleoc, 25 — 30 cm hoch, Strahlen zweiter Ordnung 2 — 3, Köpfchen 
kaum gestutzt, Stolonen 0, daher in der Tracht einigen Sippen des H. florentinum 
All. entsprechend. 

ß. polycladum, 30—45 cm hoch , Strahlen zweiter Ordnung 4 — 5, 
Köpfchen etwas breiter, nach dem Verblühen gestutzt. Stolonen wie oben. 

Ich erhielt beide Formen von Dr. Wi. Dybowski aus Niankow in Lithauen, 
Gouvernement Minsk, Kreis Nowogrödek (trockene Wiesen am Rande von Saat- 
feldern, 24. Juni 1894), in zahlreichen Exemplaren, darunter auch Uebergänge von 
«. zu ß. 

Hieracium Lobarzetvskii Rehm. (s. oben) subsp. strictistolonum» 

Stengel 20— 25 cm hoch, aufrecht, dünn, steif, leicht gestreift, roth angelaufen. 
Kopfstand rispig, ziemlich locker, gleichgipfelig. Acladium 10— 15 mm lang. 
Strahlen zweiter Ordnung 3, obere genähert, der untere entfernt, dünn. Ord- 
nungen 3, Kopfzahl 5—7. Blätter in der Rosette 4, lanzettlich, spitzlich, 
bläulichgrün. Stengelblatt tief unten 1. Hülle 7 m-m lang, cylindrisch mit 
anfangs eingezogener, später etwas gerundeter Basis. Schuppen schmal, 
spitz, schwarz, hellrandig. Bracteen grau. Haare der Hülle und an den Kopf- 
stielen 0; am Stengel oben vereinzelt, dunkel, 1*5 — 2 mm lang, unten 0; auf den 
Blättern nur am Rande gegen die Basis und am Hauptnerv vereinzelt, borstig, 
hell, 15 mm lang. Drüsen der Hülle reichlich, auf den Blüthenstielen mässig, 
am Stengel oben vereinzelt, unten 0, auf den Blättern 0. Flocken : auf der Hülle 
mässig, Kopfstiele grau, am Stengel bis zum Grunde mässig, auf den Blättern 
und am Hauptnerv unten und am Rande zerstreut. Blüthen gelb. Stolonen 
kurz, dünn, steif, kleinblättrig. Habituell dem H. floribundum subsp. flori- 
bundum Wimm, et Grab. cc. genuinum, und zwar den von Caro aus Siedice in 
Russisch-Polen vertheilten, von Nägeli und Peter in der Monographie, S. 694 
citirten Exemplaren sehr ähnlich, aber durch kleinere, nie gestutzte Hüllen und 
magyaricum-^rtigQ Stolonen verschieden. H. floribundum subsp. floribundum 
hat einen meist dicklichen Stengel, nach oben de doldigen Kopfstand, Kopf- 
zahl 10 — 20, äussere Blätter d= spatelig-lanzettlich, stumpf, Hülle 7 — 8 mm lang, 
mit anfangs gerundeter, bald gestutzter Basis, breitliche, stumpfliche Schuppen, 
Stolonen verlängert, meist grossblättrig, Äuricula-?ivt\g, nicht steif. 

Auf torfigen Wiesen hinter der Janowska Rogatka in Lemberg. 

Hieracium pseudopiloselliflormn n. hybr. (— Ei. Lobarzewskii 
Rehm. + H. PiloseUa L.) subsp, pseudopiloselliflorum, Stengel 27—33 cm 
hoch, schlank, steiflich, leicht gestreift. Kopfstand hochgabelig, schwach unter- 
gipfelig. Acladium Vio — ^/lo des Stengels einnehmend. Strahl zweiter Ordnung 1. 
Ordnungen 2—3, Kopfzahl 2— 5. Blätter in der Rosette 4—6, äussere spatelig, stumpf, 
innere länglich-lanzettlich, spitzlich, grün. Stengelblatt in der unteren Hälfte 1. 



Neue Hieracien des östlichen Europa. 



307 



Hülle 9 — lOwi/w lang, oval, später gerundet. Schuppen schmal, sehr 
spitz, dunkelgrün, hellrandig, äussere kurz, scharf berandet. Bracteen 
weisslich. Haare der Hülle und an den Kopfstielen mässig bis ziem- 
lich reichlich, dunkel, dünn, dort 2—Smm, hier 3— 4mm lang; am 
Stengel vereinzelt, oben dunkel, 2— 5?>mlang, unten hell, 2— 4 mw lang; 
auf den Blättern bis vereinzelt, nur am Rande gegen die Basis und am Haupt- 
nerv etwas reichlicher, bis 3 mm lang. Drüsen der Hülle mässig, auf den Blüthen- 
stielen reichlich, am Stengel oben vereinzelt, sonst 0. Flocken auf der Hülle mässig, 
auf den Kopfstielen reichlich, am Stengel oben zerstreut, unten vereinzelt, auf 
den Blättern nur unterseits und am Rande zerstreut. Blüthen hellgelb. Sto- 
lonen oder kurz, schlank. Von den nächstverwandten Sippen derselben Gegend 
nur mit H. prussicum N. P. subsp. LipnicTcianum Rehm vergleichbar, welches 
sich aber durch einen lax rispigen Kopfstand, ein kurzes Acladium, verlängerte 
Blätter, 7—Smni lange Hülle und die kurze Behaarung unterscheidet. 

1. normale. Haare wie oben, Stolonen 0. 
f 2. siihpilosum. Haare an Hülle und Caulomen nur zerstreut, nicht 
über 2'5 mm lang, Stolonen vorhanden. 

Bei Niankow in Lithauen von Dr. WJ. Dybowski in wenigen Exemplaren 
gesammelt. 

Hieracium Ohoruyammi N. P. subsp. subtatretise, Stengel 
44 — 56 cm hoch, aufrecht, dicklich, leicht gestreift, glatt, zusammendrückbar. 
Ko])fstand rispig, gedrängt, gleichgipfelig (?). Acladium kurz. Strahlen zweiter 
Ordnung 5 — 10, obere genähert, der untere sehr entfernt. Ordnungen 4, Kopf- 
zahl 13—26. Blätter in der Rosette 7 — 8, schmal lanzettlich, äussere kurz, 
gerundet, stumpf, innere lang, spitz bis faltspitzig, entfernt gezähnelt, bläulich- 
grün, derb, matt. Stengelblätter im unteren Drittel 2 — 3, sehr schmal, zuge- 
spitzt. Hülle Ihmm laug, cylindrisch. Schuppen breit, stumpf, dunkel- 
grün, etwas graulich, hellrandig. Bracteen hell. Haare hell, steif, an der 
Hülle und den Kopfstielen mässig bis reichlich, dort 1 — 2 mm, hier 1 — 4 mm 
lang; am Stengel oben mässig, unten reichlich, 1 — 2>mm lang; auf den Blättern 
am Rande gegen die Basis und am Hauptnerv mässig bis reichlich, 
\ — \ hmm lang. Drüsen der Hülle auf den Blüthenstielen und am Stengel oben 
vereinzelt, sonst 0. Flocken : auf der Hülle reichlich, Kopfstiele grau, am Stengel 
bis zum Grunde mässig, auf den Blättern oberseits 0, unterseits mässig. Blüthen 
hellgelb. Stolonen in lange, blühende Nebenstengel verwandelt. Ohne Zweifel 
ein Bastard zwischen H. collinum subsp. trichoderma Rehm. und einem H. ma- 
gyaricum N. P. Die am 12. Juli 1894 gesammelten Exemplare waren noch nicht 
ganz aufgeblüht, weswegen die Angaben über den Kopfstand einer Ergänzung 
bedürfen. 

Aufwiesen unter dem Nosal bei Zakopane in Galizien. 

Hiei^acium altefurcatum ii. hybr. (= H. flagellare Willd. + H. 
magyaricum N. P.) subsp. altefurcatum, Stengel 20—27 cm hoch, etwas auf- 
steigend, schlank, steiflich, leicht gestreift, glatt, unten sehr hell, glauces- 



308 



A. Rehmann. 



cirend. Kopfstand hochgabelig, untergipfelig. Acladium ^U—^ls hing. Strahlen 
zweiter Ordnung 1—2. Ordnungen 2—3, Kopfzahl 2-3. Blätter in der Rosette 4 
bis 5, lanzettlich, äussere gerundet, stumpf, innere spitzlich, meist langgestielt, 
fast weisslichgrün, glaucescirend. Stengelblatt in der unteren Hälfte 1. Hülle 8 
bis 9 mm lang, oval mit gerundeter Basis. Schuppen schmal, graulichgrün, hell- 
randig. Bracteen dunkel. Haare der Hülle massig, schwarz, 1 — 2 mm lang; an 
den Kopfstielen vereinzelt, schwarz, am Stengel zerstreut bis mässig, hell, 2 bis 
5 mm lang; auf den Blättern nur am Rande gegen die Basis und am Hau])tnerv 
mässig, 1— 3mm lang; auf den Stoloncn mässig. Drüsen der Hülle zerstreut, 
auf den Blüthenstielen reichlich, am Stengel oben vereinzelt, sonst 0. Flocken 
auf der Hülle mässig, Schuppenrand nackt, Kopfstiele sehmutziggrau, am Stengel 
bis zum Grunde zerstreut, auf den Blättern oberseits 0, unterseits mässig. Blüthen 
hellgelb, die randständigen aussen sehr schwach gestreift. Stolonen ver- 
längert, dünn, Äuricula-^rt\g. Den grossköpfigen Formen des J?. hrachiatum 
Bert, nicht unähnlich, aber nach der Behaarung, den Stolonen und dem Stand- 
orte ohne Zweifel hybriden Ursprunges, der oben angezeigten Combination ent- 
sprechend. H. acrothyrsum N. P., welches die Combination püosella-collinum- 
magyaricum darstellt, hat einen lax rispigen Kopfstand mit 4—8 Köpfchen, eine 
eiförmige, etwas niedergedrückte Hülle und ganz andere Behaarung. 
Am Eisenbahndamme bei Kulparkow in Lemberg. 

Hieracium umhelliferum K. P. sulbsp. pycnomnoum, Rhizom 
kriechend, dick. Stengel 60 — 74 cm hoch, aufrecht, schlank bis dicklich, leicht 
gestreift, matt. Kopfstand oben ± doldig, unten rispig, locker, 4: übergipfelig. 
Acladium 5—7 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 5 — 7, obere genähert, 1 bis 
3 untere entfernt, dünn. Ordnungen 3—4, Kopfzahl 20—40. Blätter in der Ro- 
sette 5—10, äussere zungenf örmig, stumpflich, innere lanzettlich, schmal, 
entfernt gezähnelt, langgestielt, mit kurzer, aufgesetzter Spitze bis spitz- 
lich, bläulichgrün, matt. Stengelblätter in der unteren Hälfte 3—4, sehr 
schmal, zugespitzt, rasch decrescirend. Hülle 7 mm lang, cylindrisch, 
schlank, mit anfangs in den Stiel eingezogener, später gerundeter Basis. Schuppen 
schmal, spitzlich, schwärzlichgrün, hellrandig. Bracteen dunkel. Haare dunkel, 
steif, an der Hülle und den Kopfstielen mässig bis reichlich, am Stengel zer- 
streut bis mässig, 0"5 — r5m-m lang; auf den Blättern beiderseits zerstreut, am 
Rande kaum, am Hauptnerv etwas reichlicher, 0'5— r5mm lang; auf den Stolonen 
nur zerstreut. Drüsen der Hülle und auf den Blüthenstielen nur vereinzelt, sonst 
überall 0. Flocken auf der Hülle reichlich, Kopfstiele oben grau, 
unten reichflockig, am Stengel zerstreut, auf den Blättern ober- 
seits 0, unterseits reichlich. Blüthen sehr hell. Stolonen verlängert, dünn, 
steif. Eine der stärksten Piloselloiden. Habituell entspricht es dem H. magyari- 
cum subsp. pseudomegalomastix Rehm. (s. oben), nach den Merkmalen ist es aber 
mehr mit H. cymosum L. verwandt. Es scheint dem H. umhelliferum subsp. 
cymosiforme N. P., von dem ich keine Exemplare gesehen habe, am nächsten zu 
stehen. Dieses wird aber nicht über 56 cm hoch und hat ein 11— 12 mm langes 
Acladium, 7 — 8 mm lange Hülle, dunkle (nicht schwärzliche) Schuppen, Drüsen 



Neue Hieracieu des ostliclien Europa. 



309 



an den Kopfstielen fast 0, Flocken auf beiden Blatt selten und einen oben grauen 
Stengel. 

Auf der Gora Wronowskieh, auf Hügeln bei Wolka und am Eisenbahn- 
daninie bei Kulparkow (Lemberg). 

Ilievacinm umhelliferum P. subsp. cymosicephalum. Stengel 
64— 77 rm Loch, schlank, leicht gestreift, glatt. Kopfstand doldig, gedrängt, 
übergipfelig. Acladium 5—? mm lang. Strahlen zweiter Ordnung bis 13, 
obere gedrängt, 1 — 2 untere ± sehr entfernt, äussere (in der Dolde) verlängert. 
Ordnungen 5, Kopfzahl 20—40. Blätter in der Rosette 7 — 8, äussere spatelig, 
stumpf, innere lanzeltlich, spitz bis faltspitzig, entfernt gezähnelt, glatt, spröde, 
glaucescirend. Stengelblätter in der unteren Hälfte 3—4. Hülle 6mm lang, 
anfangs cylindrisch, später gerundet. Schuppen schmal, spitz, grün, stark 
he 11 r and ig. Bracteen grau. Haare hell, an der Hülle, den Kopfstielen und 
am Stengel vereinzelt, 1 mm lang; auf den Blättern nur gegen den Rand, am 
Rande selbst und am Hauptnerv mässig, 1 — 1'5 mm lang; auf den Stolonen etwas 
reichlicher, \ mm laug. Drüsen der Hülle vereinzelt, auf den Blüthen- 
stielen und am Stengel zb 0, auf den Blättern 0. Flocken: auf der Hülle 
mässig, Kopfstiele weiss, am Stengel i zerstreut, auf den Blättern oberseits 0, 
unterseits mässig. Blüthen hellgelb. Stolonen verlängert, sehr dünn, häufig 
blühend. Dem H. umhelliferum N. P. subsp. pycnomnoum Rehm. (s. oben) in 
der Tracht und Grösse sehr ähnlich, aber durch die reichst rahlige Dolde, kleine, 
grüne Köpfchen und glatte, derbe Blätter sofort zu unterscheiden. Es verbindet 
die typische Dolde und die kleinen Köpfchen eines H. cymosum L. mit den glatten 
Blättern eines H. magyaricum N, P. 

Auf dem Eisenbahndamme bei Wölka (Lemberg). 

Hieracium unihelliferuni N. P. subsp. melanolepimn, Stengel 
37— 55 cm hoch, schlank, steif, leicht gestreift. Kopfstand i doldig, an- 
fangs etwas geknäuelt, später locker, übergipfelig. Acladium 8 — 12 mm lang. 
Strahlen zweiter Ordnung 5—6, obere genähert, 1—2 untere ± entfernt. Ord- 
nungen 4—5, Kopfzahl 16 — 40. Blätter in der Rosette 5—6, lanzettlich, äussere 
stumpf, innere spitzlich, entfernt gezähnelt, grün, matt. Stengelblätter 1—2, 
schmal, zugespitzt. Hülle 7 mm lang, cylindrisch mit gerundeter Basis. Schuppen 
sehmal, spitz, schwai'z, sehr schmal hellrandig. Bracteen schwarz. 
Haare der Hülle zerstreut, schwarz, \ — Vhmm lang; an den Kopfstielen oben 
vereinzelt, unten ± 0, TS — 2 5 mm lang; am Stengel vereinzelt, hell, 1 — 2mm 
lang; auf den Blättern vereinzelt, am Rande gegen die Basis und am Hauptnerv 
etwas reichlicher, 1—2 mm lang. Drüsen lang, an der Hülle und auf den Blütheu- 
stielen zerstreut, am Stengel oben vereinzelt, sonst 0. Flocken: auf der Hülle 
mässig, Kopfstiele grau, am Stengel bis zum Grunde zerstreut, auf den Blättern 
oberseits 0, unterseits und am Rande zerstreut. Blüthen dunkelgelb, die rand- 
ständigen aussen zuweilen roth angelaufen. Stolonen kurz oder lang, dünn, 
steif. Die Köpfchen erinnern durch ihre Grösse, Gestalt und tiefschwarze Farbe 
lebhaft an H. collinum subsp. calomclanum Rehm. (Neue Hieracien, I, S. 17), 



310 



Ä. Rehmann. 



aber die schmäleren Schuppen, die schmalen, derben Blätter, der dünne, steife 
Stengel, vor Allem aber die dünnen, steifen Stolonen sprechen für eine Abkunft 
von H. magyaricum. Die Behaarung der Blätter, sowie der Bau des Kopfstandes 
(bald ausgeprägt doldig, bald mehr rispig) sind bei unserer Pflanze sehr schwankend. 

Auf trockenen Wiesen unter dem Nosal und gegen Bramka bei Zakopane 
(Tatra). 

Hieracium umbelliferum N. P. siibsp. Fleischeri, Stengel 60 cm 
hoch, dick. Kopfstand doldig, locker, etwas übergipfelig. Acladium 25mm lang. 
Strahlen zweiter Ordnung 11 — 13, gedrängt, bis 8 cm lang. Ordnungen 4 
bis 5, Kopfzahl 40—60. Blätter in der Eosette ?, lineal, sehr lang, spitz- 
lich, entfernt gezähnelt, dunkelgrün. Stengelblätter 1—2 tief unten. Hülle 
h h mm lang, cylindrisch, später gerundet. Schuppen schmal, spitz, dunkelgrün, 
hellrandig. Bracteen dunkel. Haare dunkel, an der Hülle und den Kopfstielen 
mässig, am Stengel vereinzelt, steif; auf den Blättern nur am Rande gegen die 
Basis und am Hauptnerv vereinzelt, borstig; auf den Stolonen reichlich, überall 
rS — 2'5 mm lang. Drüsen der Hülle und der Caulome zt 0, auf den 
Blättern 0. Flocken auf der Hülle zerstreut, auf den Kopfstielen reichlich, am 
Stengel oben zerstreut, unten, sowie auf den Blättern 0. Blüthen hellgelb. 
Stolonen sehr lang, sehr dick. Eine robuste, durch die ungemein starke, 
sehr regelmässige Dolde, sowie durch den Mangel der Drüsen und sehr dicke 
Stolonen ausgezeichnete Pflanze. Ohne Zweifel aus H. cymosum subsp. cymigerum 
Rchb. und einem H. magyaricum N. P. hervorgegangen. Wird der Aufmerksam- 
keit der Wiener Botaniker empfohlen. 

Auf dem Kahlenberge bei Wien im Juni 1878 von Bohumil Fleischer 
gesammelt. 

Hieracium caloclon N. P. subsp. trisemaenum. Stengel 60 cm 
hoch, sehr schlank, steif, leicht gestreift. Kopfstand doldig, gedrängt, 
gleichgipfelig. Acladium 9 mm lang. Strahlen zweiter Ordnung 10, gedrängt. 
Ordnungen 3, Kopfzahl 20. Blätter sehr schmal, in der Rosette 6—7, lineal, 
äussere etwas gerundet, faltspitzig, innere zugespitzt, bläulichgrün, nicht über 
6 mm breit. Stengelblätter in der unteren Hälfte 3, nur 2— 3 5 mm breit. Hülle 
6mm lang, cylindrisch, schlank. Schuppen schmal, spitz, grün, hellrandig. 
Bracteen grau. Haare dunkel, an der Hülle mässig bis reichlich, 1 — 2 5 mm lang; 
an den Kopfstielen zerstreut, 1'5 — 2 5 mm lang; am Stengel oben vereinzelt, unten 
reichlich, borstig, heller, 1"5— 2 mm lang; auf den Blättern oberseits mässig, 
unterseits fast 0, nur am Hauptnerv, sowie am Rande gegen die Basis 
reichlich, borstig, 1 — mm lang. Drüsen der Hülle 0, auf den Blüthen- 
stielen und am Stengel oben ± 0, auf den Blättern 0. Flocken: auf der Hülle 
mässig, Kopfstiele grau, am Stengel bis zum Grunde zerstreut, auf den Blättern 
oberseits vereinzelt, unterseits mässig. Blüthen hellgelb. Stolonen 0. Der schlanke 
Stengel und Stolonenmangel deuten auf ein H. florentinum All. hin, der doldige 
Kopfstand und die kleinen Köpfchen auf H. cymosum L., die borstigen Haare auf 
H. pannonicum N. P. 

An Ufern des Sereth bei Monastjrek im Czortkower Kreise in Galizien. j 



Neue Hieracien des östliclien Europa. 



311 



Hiercicium calodon X. P. subsp. loiigissimum. Stengel GO cm 
hoch, aufrecht, schlank, leicht gestreift. Kopfstand doldig, geknäuelt. 
Acladium? Strahlen zweiter Ordnung 8 — 9, gedrängt, der untere ± entfernt. 
Ordnungen 4, Kopfzahl 28. Blätter in der Rosette 5—6, äussere spatelig, 
stumpf, kurz, innere lineal, bis \1 cm lang, nicht über 5 mm breit, 
spitzlich, bläulichgrün. Stengelblätter 6 — 7 auf dem ganzen Stengel, allmälig 
decrescirend, die oberen bracteenförmig. Hülle 6"5 wm lang, kurz, cylindrisch. 
Schuppen breitlich, stumpflich, dunkelgrün, schwach hellrandig. Bracteen grau. 
Haare der Hülle reichlich, dunkel, \ — Vhmm lang; an den Kopfstielen zerstreut, 
rS — 2 mm lang, am Stengel oben vereinzelt, dunkel, dick, unten reichlich, hell, 
dünn, gebogen, 2— 4 mm lang; auf den Blättern mässig, nur am Rande gegen 
die Basis und am Hauptnerv reichlich, borstig, bis 2"5 mm lang. Drüsen 
überall 0. Flocken auf der Hülle reichlich, Schuppen rand flockig, Kopf- 
stiele grau, am Stengel bis zum Grunde zerstreut, auf den Blättern oberseits 
zerstreut, unterseits mässig. Blüthen hellgelb. Stolonen 0. Die in den letzten 
Tagen des Monats Juni gesammelten Exemplare waren nicht ganz aufgeblüht, 
daher die Länge des Acladiums unsicher. Dem H. calodon subsp. sphaleron N. P. 
nahe stehend, aber durch geknäuelten Kopfstand, schmale Blätter, durch den 
Drüsenmangel und den flockigen Schuppenrand verschieden. Diese beiden Sippen 
stehen übrigens dem H. echioides Lumn. so nahe und die Spuren von H. floren- 
timim All. sind bei ihnen so gering, dass es passender wäre, sie mit H. echioides 
zu verbinden. 

1^ An Ufern des Sereth bei Monastyrek im Czortkower Kreise in Galizien. 

Hiet^acium pannoiiicum 1^. P. siilbsp. echioidipilum. Stengel 
57 — 64 cm hoch, schlank, stark gestreift, matt. Kopfstand doldig. locker, 
gleichgipfelig. Acladium? Strahlen zweiter Ordnung 10, gedrängt, der untere 
± entfernt. Ordnungen 4, Kopfzahl 26. Blätter in der Rosette 9, lanzettlich, 
stumpf bis spitzlich, breitlich, entfernt gezähnelt, bläulichgrün, matt. Stengel- 
blätter in unteren zwei Dritteln 3—4, die mittleren schmal, zugespitzt. Hülle 
7 5-8 mm lang, cylindrisch. Schuppen schmal, spitzlich, dunkelgrün, schmal 
hellrandig. Bracteen dunkel. Haare borstig, an der Hülle reichlich, hell, 
1 — 1*5 mm lang; an den Kopfstielen zerstreut, hell, 2 — 3 mm lang; am Stengel 
oben mässig, dunkel, 2— 4 mm lang, unten reichlich, hell, 2 — 3 mm lang; auf 
den Blättern überall reichlich, 1— 3mm lang; auf den Stolonen mässig, 
kurz. Drüsen sehr lang, an der Hülle nur oben an den Schuppen- 
spitzen vereinzelt, auf den Blüthenstielen mässig, am Stengel oben 
zerstreut, unten verschwindend, auf den Blättern 0. Flocken auf der Hülle 
reichlich, Schuppen rand etwas flockig, Kopfstiele grau, am Stengel bis 
zum Grunde zerstreut, auf den Blättern oberseits zerstreut, unterseits mässig. 
Blüthen goldgelb. Stolonen verlängert, dünn. Habituell einem H. echioides 
Lumn. nahe stehend, aber durch magyaricum-dbYÜge Stolonen verschieden. 

Auf dem Gypsfelsen Berestki bei Olejowa, Kreis Horodenka in Galizien. 



Z. B. Ges. Bd. XLVII. 



42 



312 



Constantin v. Hormuzaki. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 

Von 

Constantin Freih. y. Hormuzaki. 

II. Theil (Fortsetzung). 

(Eingelaufen am 1. März 1897.) 



5. Bomhyces. 
Sarrothripa Grn. 

1. Undulana Hb. 

Ab. Dilutana Hb., ab. Degenerana Hb., ab. Pundana Hb., ab. Ramosana Hb. 

Bei Czernowitz häufig von Gebüschen geklopft, an blühenden Weiden 
und am Lichte, in zwei Generationen; ich fing einzelne Stücke am 3. Mai und 
27. Juni, dann wieder zahlreiche frische vom 6. October, und nach der Ueber- 
winterung im Freien vom 4. März bis 12. April. Neben gewöhnlichen grauen 
Exemplaren kommen einzelne mit grünlichen Vorderflügeln und gegen den Vorder- 
rand intensiv schwarzbraunem Mittelfelde vor (vielleicht var. i^itssmna Du p.); 
die meisten sind gleichmässig hellgrau mit in einzelne schwarze Flecke aufge- 
lösten Binden und stehen der var. Punctana am nächsten; bei anderen, zur 
var. Dilutana gehörigen schwarzbraunen Stücken mit rothbraun angeflogenem 
Mittelfelde und Thorax tritt auf den Vorderflügeln nahe dem Innenrande (Zelle 2) 
ein dreieckiger weisser Fleck lebhaft hervor. In Krasna recht selten; ich fing 
ein normales Stück am 3. Juli 1890, ein anderes, der typischen ab. Degene- 
rana angehörendes am 6. August 1896 am Lichte; beide sind vollkommen frisch, 
also zweite Generation. Kupka: ab. Dilutana zwei Exemplare und ab. Bamo- 
sana ein Exemplar (Sch.). Radautz in zwei Generationen nicht selten, in der 
Stammform, ab. Degenerana und ab. Bamosana (Pwl. M., BevayanaTv.). 

Earias Hb.i) 

2. Clorana L. 

Ueberau selten; bei Czernowitz in den obersten Partien des Cecina an 
Weidenbüschen am 23. Mai zwei frische Stücke, in Krasna ein ebensolches am 
Stamme einer alten Weide am 4. August, also in zwei Generationen. Radautz 
am 9. Juni zwei frische Stücke (Pwl. M.). 

Hylophila.2) 

3. Prasinana L. 

Bis in die montane Region, aber nicht häufig; ich fand zwischen dem 
25. Mai und 1. Juni mehrere $ in einem Garten von Czernowitz und blos ein 



1) Verna na Hb., Lemberg (Now.). 

Bicolor ana Füssl., Sambor, Janow (Galizien), Kloster-Neam^u (Rumänien). 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der BuT{owina. 



313 



am Ceciiia; an den Zweigen junger Eichen und am Lichte. In Krasna ein 
9 unter blühenden Linden am 27. Juli 1896, das wohl einer sehr verspäteten 
ersten Generation angehört. 

INola Leach. ^) 
4. Cucullatella L. 

In Czernowitz an Gartenplanken und am Lichte vom 30. Juni bis 
15. Juli, frische Stücke. Krasna an einem Baumstamme (Acer campestre) ein 
ebensolches am 15. Juli, Costina am 20. Juni; ferner bei Radautz die Raupe 
an Apfelbäumen (Pwl. M.). 

5. Strigula Schiff. 

In Kupka ein Exemplar (Sch.); im Norden erst bei Lemberg, im Süden 
bei Tulcea. 

6. Confusalis H.-S. 

In Czernowitz in manchen Jahren sehr häufig an Baumstämmen und 
Gartenplanken, in frischen Stücken vom 14. April bis 18. Mai; variirt wenig, nur 
ein kleines Exemplar, das nach Dr. Stau dinge r sicher zu dieser Art gehört, hat 
lichte, weissliche Vorder- und Hinterflügel; auf den ersteren ist blos die mittlere 
doppelte Zackenlinie, je ein Fleck in der Mittelzelle und ein dreieckiger am 
Vorderrande deutlich schwarzbraun, alle übrigen Zeichnungen verloschen. Bei 
Radautz nicht selten (Pwl. M.). 

7. Centonalis Hb. 

Diese und die folgende Art sind höchst local. Ich fing ein Stück in Gura- 
humora am 31. Juli an einer Lampe; es hat rein weisse Vorderflügel mit hellen 
gelblichen, aber deutlichen Wellenlinien etc. und verdunkeltem Saume, gehört 
demnach zur Stammart. Die einfarbig weisse var. Atomosa Bremer kommt bei 
Varatic etc., also in unmittelbarer Nachbarschaft des Bukowiner Fundortes als 
locale Rasse vor. 

8. Cristatula Hb. 

Bei Radautz Ende April bis zweite Hälfte Mai, in der Nähe der Wasser- 
minze, in manchen Jahren zahlreich (Pwl. M., Cristulalis Hb.). 



Nudaria Steph. 2) 

I ■ 9. Mundana L. 

Ein abgeflogenes Stück fand ich vor mehreren Jahren im Juni an einer 
Mauer in Czernowitz, wo diese Art den östlichsten bisher bekannten 
Punkt ihrer Verbreitung erreicht. Speyer (a. a. 0., Bd. I, S. 364) kennt 



') Togatualis Hb., Brody, Tulcea; Albula Hb., Lemberg, Südrussland, Ungarn. Paida 
Rufeola Rbr. bei Brody {Kieme nsiewicz), sonst in den südlichen Mittelmeerländern. 

-) Senex Hb. In Krechowce bei Stanislau fand W. eine Raupe an Acorus Calamus, die 
sich am 4. Juni eingesponnen hatte und am 24. ein lieferte, das sich durch zahlreiche schwarz- 
braune Flecke auf den Vorderflügeln auszeichnet. Südlich bis Socola bei Jassy, also vielleicht noch 
in der Bukowina (z. B. im Sereththale) zu finden ; sonst in Nordeuropa. 

42* 



314 



Constantin v. Hormuzaki. 



keinen Fundort östlich vom 36. Grad ö. L., seither wurde Mundana auch in 
Galizien, Siebenbürgen und dem Banat aufgefunden, 

Calligenia Dup. 

10. Miniata Forst. 

Im Mittelgebirge weitaus am häufigsten; bei Czernowitz selten, erst 
1895 und 1897 klopfte ich in der näheren Umgebung einzelne Stücke von Fichten- 
zweigen, ferner an Waldrändern bei Horecea, Zutschka und am Cecina, vom 17. 
bis 27. Juli; in K ras na in allen Thälern sehr häufig, namentlich zwischen Moos 
im Walde vom 10. Juli bis 5. August; bei Gurahumora fand ich auf dem 
820 m hohen Berge Magura zahlreiche Stücke am 14. Juli in Brombeergebüschen. 
In Radautz nur einmal am 19. Juni, in Straja öfter gefangen (Pwl. M., 
Bosea Esp.). 

Setina Schrk.^) 

11. Irrorella Gl. 

Im Tieflande selten, dagegen in der montanen und subalpinen Region überall 
häufig. Auf Wald wiesen am Cecina bei Czernowitz und bei Cernauka vom 
1. Juni bis 27. Juli; in Krasna und Ober-Vicov überall, namentlich auf 
Bergwiesen sehr zahlreich, von Anfang oder Mitte Juli bis 20. August, meist . 
Die Grundfarbe ändert von blassgelb bis intensiv goldgelb ab, die schwarzen 
Punkte mitunter sehr unansehnlich, oder grösser und länglich, auch deren An- 
zahl schwankend, in der Saumreihe der Vorderflügel stehen deren 1 — 5. Gura- 
humora, Buc^oia, Dorna, Gura-Negrii Anfang Juli bis Anfang August. 
Von Valea-Putna erhielt ich ein blos 25 mm spannendes 9 (J-)» bei dem die 
Vorderflügel unterseits nicht den geringsten dunkeln Anflug zeigen, ganz wie bei 
S. Aurita Esp. Bei Straja ein cf, bei Radautz nie (Pwl. M.). Kupka (Sch. 
und Sch. 's S.). 

12. Mesomella L. 

Ich fing je ein Stück bei Czernowitz Anfang Juni und in Cernauka im 
lichten Eichenwalde am 10. Juni; jedenfalls selten. Kupka „gemein" (Sch.); 
im Hardeggthale bei Radautz einmal am 11. Juli gefangen (Pwl. M.). 

Lithosia Fabr. ^) 

13. Muscerda Hufn. 

In Slobozia-Comaresti fing ich an einer sumpfigen Stelle zwischen 
Juncus, Mentha u. s. w. ein Stück am 22. Juli. Die nächsten Fundorte liegen 
in weiter Entfernung von einander: bei Sambor, Bukarest, in Ungarn und im 
Wolgagebiete. 

1) Roscida Esp., Lemberg, Rzeszow, Turnu-Severin u. s. w. 

2) In der Bukowina sind die meisten Lithosien höchst local und selten. L. Unita Hb. 
ab. Palleola Hb. bei Lemberg (Garbowski), Costi^a in der Moldau (Car.); var. Arideola 
Hering bei Krakau. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



315 



14. Griseola Hübn. 

Bisher nur bei Radau tz einmal am 15. Juli ein frisches 9 gefangen 
(Pwl. M.). Das Exemphir ist gross und stimmt mit den typischen ganz überein. 
Diese Art erreicht bei Slanic im Gebirge der Moldau den südlichsten Punkt in 
Osteuropa, fehlt in Bulgarien und Südrussland, gehört somit auch zu denjenigen, 
deren Areal ungefähr dem „baltischen Gebiete" Kerne r's entspricht. 

15. Deplana Esp. 

Im Mittelgebirge sehr häufig, im Tieflande nur vereinzelt; in der an Litho- 
-^ieu armen Umgebung von Czernowitz klopfte ich ein am 9. Juli, ein 9 »ii^ 
■J8. Juli von Gebüschen; in Krasna gemein, namentlich an schattigen, sumpfigen 
Stellen mit Spiraeengebüsch, in den Morgenstunden an Juncus-Blüthen saugend, 
\om 13. Juli bis 15. August, auch in der Ebene von Krasna-Putna und Althütte. 
Die sind bedeutend lichter weisslichgelb, als westeuropäische, die Vorderflügel 
gegen den Aussenrand zuweilen nicht verdunkelt. Die 9 haben einen ungleich 
breiteren gelben Vorderrand, als typische, deren Grundfarbe ist aschgrau, niemals 
röthlichbraun. Bei Straja häufig (Pwl. M., Depressa Esp.). 

16. Lurideola Zink. 

Bis in die alpine Region, aber überall selten. Ich klopfte je ein und 9 
von Fichten bei Czernowitz am 9. und 12. Juli; in Krasna flog erst 1896 
am 6. August ein cT '^^^ Licht. In Radautz und dem Hardeggthale je ein 9 
(Pwl. M.), auf der Lutschina Ende Juli (Pwl.). 

17. Complana L. 

Selten; in Slobozia-Comaresti auf Waldwiesen am 23. Juli und in 
Krasna i\m 10. August je ein Stück gefangen. In Kupka (Sch.). 

18. Lutarella L. 

Ein frisches cT fing ich am Lichte in Krasna am 10. August. 

19. Sororcula Hufn. 

Nur bei Czernowitz; ein am Lichte am 16. Mai, ein zweites schlüpfte 
aus einer Puppe, die ich Anfang April in einem Baumschwamme gefunden hatte, 
am 4. Mai aus; auch von Pwl. am 25. Mai 1895 ein Stück erbeutet. 

Gnophria Steph. 

20. Qiiadra L. 

In Gebüschen bei Czernowitz nicht selten; die Raupe an Baumflechten 
im Mai bis Anfang Juni, spätestens am 25. Juni verpuppt; der Schmetterling 
vom 29. Juni bis Ende Juli. In Krasna auch in den höheren Seitenthälern 
und an blühenden Linden häufig vom 3. Juli spätestens bis 2. August (bei 
Dulcesti in Rumänien bis October), bis 42 mm, 9 42 — 50 mm. Bei den ersteren 
sind die Vorderflügel lichter, mehr gelblich, bei den 9 ^^^^ bis intensiv gelb. 
Radautz geraein schon vom 19. Juni (Näheres Pwl. M., S. 29), Kupka geraein 
(Sch. und Sch.'s S.). 

21. Ruhricoiiis L. 

Sehr verbreitet und häufig; in Gärten und der Umgebung von Czerno- 
witz nicht selten am Tage fliegend, aber auch ara Licht, schon von Ende Mai 



316 



Constantin v. Hormuzaki. 



oder den ersten Tagen des Juni spätestens bis 5. Juli (nur 1893 noch am 24. Juli). 
In Krasna seltener, nur ein Stück am Rune am 15. Juli gefangen. Von Lo- 
p US eh na zwei Ende Juli erbeutete Stücke erhalten (Proc). Kupka ziemlich 
selten (Sch. und Sch.'s S.); in Volovetz eine Raupe am 20. September an einer 
Eiche gefunden (Pwl. M.). Das von dieser Art bewohnte Areal stimmt, wie aus 
der genauen Umschreibung, die Car. („Iris", VIII, S. 78) davon entwirft, zu 
entnehmen ist, auffallend mit dem Gebiete der baltischen Flora Prof. 
Kerner's und dringt, ganz wie Pol. Virgaureae und so viele andere schon 
in der Moldau auf die Karpathen beschränkte Lepidopteren, in der 
Czernowitzer Gegend weiter nach Nordosten. 

Emydia B.i) 

22. Striata L. 

Höchst selten; ein Stück fand ich vor mehreren Jahren auf Grasplätzen 
bei Czernowitz Mitte Juli und erhielt ein anderes von Cämpulung; auch in 
allen Nachbargebieten sehr local und grösstentheils fehlend. 

Euehelia B. 

23. Jacobeae L. 

Im Vergleiche zu Mittel- und Westeuropa sehr selten und einem grossen 
Theile des Landes fehlend; vereinzelt auf Wiesen im Osten von Czernowitz, 
auch am Weinberge, Cecina vom 9. bis Ende Juni; bei Zutschka 1894 und 1895 
von J., ebendort auch schon von Sch. in Anzahl gesammelt; bei Kupka ziem- 
lich selten (Sch. und Sch.'s S.). 

I^'emeophila Steph. 

24. Russula L. 

Ab. Pallida Stgr. 

Bis in die alpine Region überall aufwiesen; am Cecina bei Czernowitz 
und bei Cernauka, auch 9 sehr häufig vom 2. — 18. Juni beobachtet, aber gewiss 
schon im Mai; die zweite Generation spärlich in den ersten Tagen des August. 
Bei Slobozia-Comaresti und Budenitz Anfang Juni sehr zahlreich, nur 
cT; in Krasna selten, zweite Generation vom 2. — 22. August im Serezelthale, 
nur cT, die kleiner sind als normale (das kleinste 33 wm) und alle zur ab. Pal- 
lida gehören. Von Vilavcea, Ende Juli, Anfang August, Dorna, dem Berge 
Rune und dem Colbuthale, den Torfmooren im Thale der Dorna (Mitte 
bis Ende Juli) zahlreiche cT erhalten (Proc). Kupka häufig (Sch., in dessen 
Sammlung ein durchaus gelbes 9); Radautz und Volovetz einige (Pwl. 
M.), auf der Lutschina am 30. und 31. Juli ^ und 9 (Pwl.). Unter der Stamm- 
art finden sich überall Stücke, die nach Staudinger zu dessen var, Pallida 



1) Cri &r Mm L., W^estgalizien, Podolien, nördliches Siebenbürgen, Odessa, Banat ; Deiopeia 
Pulchella L., V^estgalizien, Russland, und als Zugvogel überall in Mitteleuropa, wohl auch noch 
bei uns aufzufinden. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



317 



gehören; die betrefFenden Bukowiner cf zeichnen sich durch sehr helle Grund- 
farbe, gelbliche Fransen, den fast gänzlichen Mangel der röthlichen und die (mit- 
unter) geringe Ausdehnung der schwarzen Zeichnungen aus. Auf den Hinter- 
flügeln erreicht die sehr verloschene Randbinde den Innenwinkel nicht, bei der 
Sommergeneration aus Krasna ist sie kaum angedeutet, ebenso fehlt auch die 
dunkle Bestäubung an der Wurzel. Die 9 ^^^^ heller oder dunkler ockergelb, 
meist ohne röthliche Einmischung (Näheres siehe in diesen „Verhandlungen", 
Bd. XLV, 1895, S. 249). 

25. Plantaginis L. var. {(^) Hospita Schiff. 

Ab. Floccosa Graeser. 

Nur in der höheren subalpinen und alpinen Region, von etwa 1300 w 
aufwärts häufig und verbreitet, im ganzen Tieflande und Mittelgebirge fehlend. 
Auf den Alpenwiesen der Lutschina sowohl von Proc. und Prof. Pwl., als 
auch von mir selbst Anfang Juli bis Anfang August in grosser Zahl gesammelt, 
namentlich die cf ; von Proc. ferner erhalten: von den Bergen Tatarka und 
Zapu Anfang Juli, Todirescu, den Gebirgen um Dorna und an den Quellen 
des Tscheremusch. In der alpinen Region am Rareu vom Juli bis 15. August 
(Proc. und J.) überall sehr zahlreiche und einzelne 9; Giumaleu in 
der Waldzone einige cT Jim 5. August (J.). Die Bukowiner gehören ausnahms- 
los der hier wie in Nordasien als locale Rasse auftretenden var. Hospita an; 
bei manchen davon sind die weissen Zeichnungen auf den Vorderflügeln ebenso 
schmal, wie bei normalen cf; andere mit sehr erweiterten und zusammenfliessenden 
weissen Binden und Flecken u. s. w. stehen der ab. Floccosa Graeser näher. 
Die 9 haben immer rothe Hinterflügel und breitere gelbe Zeichnungen auf den 
Vorderflügeln. Die Angabe bei Gar. („Iris", VIII, S. 80), dass in der Bukowina 
auch die Staramart vorkommt, beruht auf einem Irrthum. Näheres über unsere 
Localform, deren Verbreitung etc. findet sich in diesen „Verhandlungen", Bd. XLV, 
1895, S. 250 flf. 

Callimorplia Latr. 

26. Dominula L. 

Vom Tieflande bis in die subalpine Region, überall sehr häufig; bei 
Czernowitz verhältnissmässig am spärlichsten, einzeln in Gärten, auf Wald- 
wiesen am Cecina, von Ende Juni bis 18. Juli noch in frischen Stücken; Slo- 
bozia-Comaresti, Krasna gemein in allen Thälern und auf höheren Berg- 
wiesen, etwa vom 11. Juli bis Anfang August; öfter fand ich neben der typischen 
Form auch Exemplare, bei denen die Flecke auf den Vorderflügeln grösser und 
alle rein weiss sind. Ferner: im Thale der Bistritza von Dorna bis Kirli- 
baba im Juli (Proc), Kupka gemein (Sch. und Sch.'s S.), Radautz vom 
10. — 15. Juni an, 1892 schon am 26. Mai ausgeschlüpft, gemein, in Gehölzen oft 
mas.senhaft (Pwl. M.). 
m 27. Hera L. 

Ebenso verbreitet wie die vorige Art, aber ungleich seltener. In der 
Umgebung von Czernowitz auf Wiesen, am Weinberge, bei Zutschka und 



318 



Constantin v. Hormuzaki 



Cernauka, Anfang oder Mitte Juni bis 26. Juli, ziemlich häufig, Slobozia- 
Comaresti Mitte August ein frisches Stück; in Krasna höchst selten; ich 
fand ein Stück noch in den Siebzigerjahren, dann ein zweites erst 1890 am 
20. August am Lichte. Von Suceava und Cämpulung erhalten (Proc), 
Fundu-Moldovei (J.), Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.), Straja (Pwl. 
M.). Im Gegensatze zum westlichen Europa ist diese Art bei uns im Tief lande 
häufiger als im Gebirge. 

Pleretes Led. 

28. Matronula L. 

Verbreitet, aber nicht häufig. In Gärten von Czernowitz fand ich die 
Eaupen nach der ersten Ueberwinterung öfter auf Grasplätzen im Mai und 
Anfang Juni, den Falter einzeln;- je ein Stück (nur 9) a-m Cecina, Weinberge 
und bei Cernauka im lichten Walde und in Gebüschen von Ende Juni bis 
7. Juli; Kupka selten, als Schmetterling und Raupe (Sch. und Sch.'s S.). In 
Radautz am 8. Juli ein frisches gefangen (Pwl. M.). 

Aretia Schrk. 

29. Caja L. 

Bis in die höheren Gebirgsthäler häufig; in den unteren Regionen mit 
der folgenden Art derart abwechselnd, dass während einer Reihe von Jahren die 
eine, dann wieder die andere fast ausschliesslich vorkommt (vgl. auch 
Garbowski, a. a. 0., S. 62 — 63). Vor 1877 war in Czernowitz Villica un- 
gleich häufiger, wurde aber seither durch Caja fast ganz verdrängt, deren Raupen 
ich bis 1890 überall, einmal auch an Samhucus nigra antraf und mit dieser 
Pflanze erzog; zwischen dem 9. und 18. Juni waren alle verpuppt, die Falter 
schlüpften von Ende Juli bis 6. August aus, im Freien gewiss schon nach Mitte 
Juli; seit 1890 entschieden seltener. In Krasna alljährlich häufig. Raupen 
Ende Juni bis Mitte Juli verpuppt; Falter auch an blühenden Linden u. s. w. 
vom 31. Juli bis 1. September die ganze Zeit hindurch, meist kleinere Exemplare 
als in Czernowitz. Von Suceava und Cämpulung erhalten (Proc), Radautz 
gemein (Pwl. M.). Von Schirl nicht aus der Bukowina erwähnt, demnach 
scheint während der Sechziger- und Anfang der Siebzigerjahre diese Art ausser- 
ordentlich selten gewesen zu sein. 

30. Villica L. 

Die Verbreitung ist dieselbe wie bei der vorigen Art, und es gilt das dort 
Gesagte. In den Gärten und der Umgebung von Czernowitz war Villica bis 
1881 sehr häufig von Anfang Mai bis Juni; dann bis 1894 ganz verschollen, 
tauchte sie unerwartet im Sommer 1895 hier wieder auf (10. Juni, Pwl.); ein 
frisches 9 f^^^ ich am 28. Mai 1896; es scheint also wieder eine Vermehrung 
stattzufinden, denn auch in Radautz, wo der Falter vorher nie bemerkt wurde, 
fing Pwl. am 19. Juli 1895 ein Stück. Cämpulung (Proc), Wiznitz sehr 
häufig (Proc. und J.), Kupka ziemlich selten (Sch. und Sch.'s S.). 



Die Schmetterlinge (Lcpidoptera) der Bukowina. 



319 



31. Pur pur ata L. 

Höchst local und selten; ich erhielt zwei frische 9 ^'or Jahren und neuer- 
dings ein eben solches, das Ende Juni 1896 erbeutet wurde, sämmtlich aus dem 
Walde von Zutsch ka. 

32. Hebe L. 

p Ebenso; eine fast erwachsene Raupe fand ich auf einem Grasplatze bei 
Czernowitz am 2. April; der Falter wurde im Walde von Zutschka von Ober- 
lieutenant V. Janosz und im Juli 1896 von anderen Sammlern in Mehrzahl 
gefangen, um dieselbe Zeit auch am elektrischen Lichte an dem Zutschka gegen- 
über liegenden rechten Pruthufer (Ph.). 

33. Äulica L. 

In Gärten und auf Wiesen bei Czernowitz und Zutschka nicht selten 
von Mitte bis 31. Mai, wohl auch später; von Itzcani und Suceava in Mehr- 
zahl erhalten (Proc), Kupka ziemlich häufig (Sch.), Radautz eine Raupe am 
5. Mai verpuppt, der Schmetterling am 27. Mai (Pwl. M.). In Krasna (ebenso 
wie Villica) wohl nur übersehen. Nur ein ist den westeuropäischen ganz 
gleich, alle übrigen {(^ und 9) gehören einer etwas verschiedenen Rasse an, 
sind ein wenig grösser und kräftiger, haben hellere röthlichgelbe Vorderflügel 
mit rundlicheren Flecken, deren in Zelle 1 stets drei getrennte nebeneinander 
stehen. 

33. Maculosa Gerning. 

In Krasna fing ich auf einer Wiese im Serezelthale am 8. August ein 
frisch ausgeschlüpftes 9 ^on der Grösse der Äulica, mit ziemlich hellen, braunen 
Vorderflügeln. Leider besitze ich das Exemplar nicht mehr, es wäre möglich, 
dass es der var. Mannerheimii Dup. angehörte. Auch in der südlichen 
Moldau, doch nicht in Galizien beobachtet. Die Nordgrenze dieser Art reicht 
im westlichen Deutschland bis über den 50., in Ostrussland sogar bis zum 53. Grad 
n. Br., somit bewirkt der Zug der galizischen Karpathen eine nach Süden convexe 
Ausbuchtung dieser Linie bis zum 48. Grad (Erlau— Bukowina). 

[ Spilosoma Steph.^) 

I 85. Fuliginosa L. 

Im Tieflande und der montanen Region häufig,- in Gärten von Czernowitz, 
auch im Sonnenschein fliegend, zwischen 10. und 24. Mai; zweite Generation in 
den letzten Tagen des Juli 1893 beobachtet. In Krasna bedeutend häufiger, 
zweite Generation in grosser Zahl alltäglich in frischen Stücken, am Lichte vom 
(22.) Juli bis 14. August; Hat na ein Stück am 1. August (J.), Kupka häufig 
(Sch. und Sch. 's S.), Radautz, erste Generation vom April bis Anfang Juni, 
zweite wie oben, gemein (Pwl. M.). Bei dieser Art macht sich in der Bukowina 
ein recht auffallender Saisondimorphismus geltend. Die Exemplare der ersten 
Generation {(^ und 9 g^^z gleich) haben sehr dunkle braune Vorderflügel mit 



■) Ltictifera Esp. bei Grumaze^ti und Slänic in der Moldau. 
Z. B. Ges. Bd. XLVII. 



43 



320 



Constantin v. Hormuzaki. 



undeutlichen (oder fehlenden) Mittelpunkten; Hinterflügel und Hinterleib ent- 
schiedener carminroth, erstere stets mit zusammenhängender schwarzer Saum- 
binde, vom Vorderrande her immer schwarzgrau. Alle ^ und $ der Sommer- 
form haben hingegen helle, mehr röthlich gelbbraune Vorderflügel mit zwei 
deutlichen schwarzen Mittelpunkten; Hinterleib und Hinterflügel ausgesprochen 
hell zinnoberroth, letztere zuweilen so gezeichnet wie bei der Frühlingsform, bei 
vielen Stücken aber bis zum Vorder ran de ganz roth, blos mit zwei schwarzen 
Mittelpunkten und scharf begrenzter, schmaler, meist in einzelne kleine, 
getrennte Flecke aufgelöster Saumbinde. Unsere Frühlingsform stimmt 
mit typischen FuUginosa ziemlich überein, die Sommergencration könnte theil- 
weise vielleicht mit var. Fervida Stgr. identisch sein. 

36. Mendica Cl. var. Rustica Hb. 

Mehr im Tieflande; in Gärten von Czernowitz Ende April bis 23. Mai 
nicht selten, von Capu-Campului zwei im Juni gefangene $ erhalten (Proc), 
Radautz 27. April, Mai, var. Rustica (Pwl. M.). Fehlt nach Schirl in 
Kupka. Die 9 sind ungleich häufiger als die cf, letztere gehören ausnahmslos 
der weissen var. Rustica^h. an, die hier, wie in der Moldau, als locale Rasse 
die Stammart vertritt; in Galizien, und zwar schon bei Stanislau, scheint nur 
die dunkle Form vorzukommen, da von keinem Autor das Gegentheil erwähnt 
wird. Näheres über die Verbreitung der var. Rustica, sowie über die Zucht 
und Kreuzungsergebnisse beider Formen findet sich in den Arbeiten des Herrn 
V. Caradja (Soc. Entomol., Zürich, 1894, Nr. 5 und „Iris", VIII, S. 82 und 83), 
ferner in der zweiten Auflage des Handbuches der paläarktischen Grossschmetter- 
linge für Forscher und Sammler von Dr. M. Standfuss (Jena, 1896, S. 223—226). 

37. Luhricipeda Esp. 

Im Tieflande sehr häufig, dringt diese Art blos bis in die untere montane 
Region. In den Gärten von Czernowitz gemein vom 2. Juni bis zur ersten 
Julihälfte, 1895 ein frisch ausgeschlüpftes noch am 4, August; die cf sind 
lichter als normale und in der Färbung von den 9 ^^ur wenig verschieden. Ich 
fand den Falter auch bei Storojinez (25. Juni) und Budenitz, in Krasna 
am 5. September 1896 an Gentiana asclepiadea eine Raupe, die sich am 9. ein- 
gesponnen hatte. Bei Kupka „gemein" (Sch.), Radautz häufig (Pwl. M.). 
Nach Gar. wäre die Aequatorialgrenze dieser Art stark von Nordosten nach Süd- 
westen abgelenkt (vgl. „Iris", VIII, S. 83). 

38. Menthastri Esp. 

Ueberau, bis in das Jlittelgebirge beobachtet; bei Czernowitz sehr 
häufig, meist gegen halb 10 Uhr an's Licht fliegend, vom 29. Mai bis 11. Juli; 
die Raupe in den ersten Septembertagen erwachsen; Krasna nicht selten, auch 
auf höheren Bergwiesen vom 21. Juni bis 14. August, eine erwachsene Raupe am 
20. September; Gurahumora am 13. Juli. Die Anzahl der schwarzen Punkte auf 
der Oberseite ist sehr veränderlich, gegen den Aussenrand der Vorderflügel fehlen 
sie mitunter ganz. Kupka gemein (Sch.), Itzcani und Suceava (Proc), 
Radautz, Mitte Mai bis Anfang Juli, häufig (Pwl. M.). 



Die Schmetterlinge (Lepidopteia) der Bukowina. 



321 



39. Urticae Esp. 

Bedeutend seltener als die vorige Art; in Czernowitz fing ich zwischen 
dem 26. Mai und 19. Juli einige frische Stücke an Planken und am Licht; Ra- 
dautz, selten (Pwl. M.). 

Hepialus Fa])r. ^) 

40. Humuli L. 

Von der Ebene bis in die alpine Region nicht selten. Auf Wiesen in der 
näheren Umgebung von Czernowitz und am Cecina im Mai und Juli; zwei 
erwachsene Raupen fand ich Ende April in lockerer Gartenerde; in Krasna 
vielleicht in zwei Generationen auf Wiesen im Serezelthale, in den Schluchten 
(k's Rune, bei Tage an Distelköpfen, namentlich aber unter blühenden Linden 
p]nde Mai bis 1. Juni, dann erst vom 3. Juli ohne Unterbrechung bis Anfang 
August. Von Suceava, Jacoben i und dem 1709m hohen Gipfel des Suhard 
(Anfang Juli) erhalten (Proc), Kupka (Sch.), Radautz, sehr häufig (Pwl. M.). 
Unsere 9 ^i"^ mittelgross bis 66 mm, diejenigen von Krasna haben autFallend 
helle Vorderflügel, manche Stücke von Czernowitz sind dunkel mit breiteren, 
lebhafter rothen Binden und Flecken. Im Osten und Süden der Bukowina fehlt 
diese Art der Ebene; deren Aequatorialg.renze folgt weiter südlich dem Bogen 
der Karpathen, und es gilt hier genau dasselbe wie bei Gnophria BubricoUis. 

41. Sylvinus L. 

Ab. Pallidus Hormuzaki. 

Verbreitet und häufig; in Czernowitz und Umgebung überall auf Gras- 
plätzen vom 15. August bis 13. September; Krasna gemein, erscheint früher 
als im Tieflande, sobald im August die erste Abkühlung eintritt, zwischen dem 1. 
und 16. August, nach dem 24. nicht mehr zu sehen, Abends in Menge auf Wiesen, 
bei Tage an Grashalmen. Kupka (Sch.), Radautz selten (Pwl. M.). Es kommen 
bei uns überall zwei sehr verschiedene Formen vor, die ich in den Entom. 
Nachr., Berlin, 1894, Bd. XX, S. 6 — 8 genauer besprochen habe. Die 25 bis 
33 mm spannenden cf der grösseren Abänderung sind ziegelroth und wohl den nor- 
malen gleich, die $ oft auffallend dunkel violettbraun mit lebhaft weissen Binden 
und .spannen 28— 42 mm; die cT der sehr kleinen und beständigen ab. Pallidus 
haben blassbräunlich-gelbe Vorderflügel mit verloschener Zeichnung, dunkelbraune 
Hinterflügel und gelbbraune Fransen, es fehlt jede Spur einer röthlichen Ein- 
mischung; die $ sind hell graubraun mit wenig lichteren Querbinden, oft ist 
das ganze Mittelfeld licht und die sonst als Grundfarbe erscheinende dunklere 
Färbung in einzelne Flecke aufgelöst; Grösse der 22—24 mm, der 9 25 
bis 28 mm. 

42. Carna Esp. 

Nur in der höheren subalpinen und alpinen Region, von 1350 m aufwärts; 
am Zapu Anfang Juli, am Rareu Mitte Juli, mehrere 9 (Pi'oc), auf der 
Lutsch ina am 30. und 31 Juli ein cf und einige 9 (Pwl.). 



') Lupulinus L. bei Stanislau, Lemberg; in der Form v&i. Dacicus Car. bei Grumaze^ti. 

43* 



322 



Constantin v. Hormuzaki. 



43. Beda L. 

In Gärten von Czernowitz, in Laubwäldern bei Horecea und Zutscbka, 
an Planken und Baumstämmen zwischen dem 10. und 24. Juni. Die $ sind nach 
Staudinger heller und schärfer gezeichnet als normale. Kupka (Sch.). 

Cossus Fabr. 

44. Cossus L. 

Verbreitet; in Czernowitz fand ich nur ein $ am 26. Juli und eine 
mittelgrosse Raupe in einem Birnbaumstamme am 17. Mai, in Krasna nicht 
selten in frischen Stücken an Weiden- und Obstbäumen, auch am Lichte zwischen 
dem 23. Juli und 1. August, die erwachsenen Raupen Mitte September in alten 
Weiden, die mitunter von deren Bohrgängen stark angegriffen sind. Suceava 
(Proc), Kupka gemein (Sch. und Sch. 's S.), Radautz 18. Juni bis Juli (Pw^l. M.). 

Zeuzera Latr.^) 

45. Pirina L. 

In Czernowitz fing ich zwei an Gartenplanken im Juni, die Raupe 
traf Pwl. im Sommer 1896 in einem Apfelbaurae; ist hier jedenfalls selten; 
Radautz (Pwl. M.), Kupka, „kommt vor" (Sch.). 

Heterogenea Knoch.^) 

46. Limacodes Hufn. 

Bei Czernowitz nur in Gehölzen, wo Eichen vorkommen; bei Horecea 
und Zutschka Mitte Juni bis 15. Juli; die cf sind grösser und bedeutend 
lichter gelbbraun als normale, daher der Unterschied in der Färbung beider 
Geschlechter weniger hervortritt. In Volovetz eine Raupe am 20. September 
an einer Eiche; Falter am 9. Juni (Pwl. M.). 

Psyche Schrk.^) 

47. Unicolor Hufn. 

In der Umgebung von Czernowitz als Raupe nicht selten an Grashalmen 
im April und Mai; die Falter schlüpfen zwischen dem 20. Juni und 11. Juli aus; 
eine Puppe, die ich in Mihuceni am 3. Juni fand, ergab ein am 4. Juli. 

48. Viciella Schiff. 

In Czernowitz ein Ende Mai und mehrere erwachsene Raupen Mitte 
bis 28. Juni auf Grasplätzen gefangen. 



») Phragmatoecia C astaneae Hb. im südlicliea Rumänien verbreitet. Eine von mir 
im April in einem Schilfstengel bei Czernowitz gefundene Raupe zählte ich Anfangs zu dieser Art, da 
aber die schwierige Zucht nicht gelang, bleibt deren Zugehörigkeit noch fraglich. 

■-) As eil a Schiff., Stanislau und weiter in Ostgalizien verbreitet. 

3) Da die Familie der Psychiden bisher in der Bukowina nur wenig beobachtet wurde, 
lässt sich die Verbreitung der einzelnen Arten innerhalb des Landes nicht feststellen. In den JSachbar- 
gebieten kommen noch folgende vor, wovon ein grosser Theil gewiss auch bei uns noch zu finden 



Die Scbmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 323 



49. Viadrina Stgr, 

Mehrere iin April, eine Raupe am 24. Juni 1894 in Radautz ge- 
fangen (Pwl.). Sonst nur in Schlesien, den Karpathen der Moldau und bei Mehadia. 

50. Muscella Hb. 

Eine Raupe in Krasna Mitte August auf einer Wiese im unteren Serezel- 
thale gefunden, 

Epichnopteryx Hb. 

51. Pulla Esp. 

In Czernowitz und Umgebung nicht selten; die fliegen bei Tage in 
Gärten, auf Wiesen und an Waldrändern, z. B. bei Horecea, vom 23. April bis 
18. Mai; die leeren Säcke bisweilen in Anzahl an Planken und Obstbäumen; in 
Krasna mehrere Säcke im Juni; Capu-CampuluT ein cT im Mai (Proc). 

I 

Fumea Hb. 

52. Nudella 0. 

Ein cT fing ich in Czernowitz am 2. Juni an einer Lampe. 

53. Intermediella Brd. 

Mehrere Puppen und leere Säcke im Mai bis 30. Juni an Planken und 
Grashalmen in Czernowitz gefunden. 

54. Betulina Z. 

Aus im Frühlinge 1896 bei Czernowitz von Pwl. erbeuteten Puppen 
schlüpften die Falter (9) am 27. Juni und 11. Juli aus; einen leeren Sack fand 
ich am IG. Juni an einem Planken. 

55. Comitella Brd. 

Am 4. September 1896 fand ich an einem Tannenstamme am Berge Runcu- 
letu in Krasna einen ganz aus Tannennadeln zusammengesetzten leeren Sack, 
der nach Dr. Rebel höchst wahrscheinlich dieser, sonst nur in Süddeutsch- 
land, Frankreich etc. einheimischen Art angehört. 

Penthophora Steph. 

56. Mario L. 

Ich fing in Cernauka am 9. Juni ein cf, das an kräuterreichen Stellen 
zwischen einzeln stehenden Eichen im Sonnenscheine flog; ein zweites wurde im 
Sommer 1896 an einer elektrischen Lampe am Pruthufer bei Czernowitz er- 
beutet (Ph.). Dürfte bei Stanislau und Tarnopol in Ostgalizien die von Nord- 
osten nach Südwesten geneigte Polaj-grenze erreichen und als in der pontischen 
und mediterranen Region zu Hause, den Karpathen grösstentheils fehlen. 



wäre: Ps. Villoa ella 0;, bei Brody etc. in Ostgalizien; Grumazc^ti, Kl.-Neam|u, Slänic (Moldau); 
Op acella H.-S., Grumaze.^ti, Slänic; Hirsutella Hb., Stanislaus, Sainbor, Brody, Lemberg; Slänic; 
Wockei Standf., Centralgalizicn (Garbowski); Epichnopt. Bombycella Scbiff., Stanislau 
und weiter in Ostgalizien verbreitet ; Grumazeijti etc.; Pectinella Fabr., Lemberg, Giumaze.^ti etc. ; 
Fumea Crassiorella Brd., Slänic; Sepium Spr., Lemberg; Kl.-Neam^, Grumazei^ti. 



324 



Constantin v. Hormuzaki. 



Orgyia 0. 

57. Gonostigma Fabr. 

Bei Czernowitz fand ich die Raupen nicht selten an Apfelbäumen und 
Eichen Ende Mai, die Falter schlüpften zwischen dem 2. und 10. Juli aus; 
auch am elektrischen Lichte (Ph.). Radautz, Raupen Anfang Juni erwachsen, 
Falter (9) n^^ch neun Tagen (Pwl. M.). Kupka ziemlich selten (Sch.). Dürfte 
im Gebirge grösstentheils, in Krasna bestimmt nicht vorkommen, da zu den dort 
aus Czernowitzer Puppen ausgeschlüpften 9 niemals ein cJ' lierbeiflog. 

58. Antiqua L. 

Im Tieflaude und der montanen Region überall gemein; bei Czernowitz 
in zwei bis drei Generationen, vom 12. Juni bis Anfang August und von Anfang 
September bis 22. October in frischen Stücken, die cT sehr zahlreich im Sonnen- 
scheine, aber auch Abends fliegend. Die Raupen höchst poljphag, meist an 
Rosen, Schlehen, Obstbäumen und Spiraeen, zwischen dem 26. Mai und 4. Juli 
erwachsen, entwickeln sich sehr unregelmässig; Puppenruhe 8 — 10 Tage. In 
Krasna ebenfalls sehr häufig in mindestens zwei Generationen, Mitte Juli und 
August; eine im Juli gefundene Raupe ergab ein $ am 4. August. Gurahumora, 
selten im August, Stupca um dieselbe Zeit (IG. August) erwachsene Raupen. 
Radautz nicht häufig (Pwl. M.), eine am 12. September gefangene Raupe lieferte 
den Falter am 4. October (Pwl.); Kupka gemein (Sch.). Alle Bukowiner 
sind grösser, heller gelbbraun und weniger scharf gezeichnet als westeuropäische. 

59. Ericae Germ. 

In Storojinez fand ich am 25. Juni 1896 an Spiraea salicifolia im 
Sereththale eine erwachsene Raupe, die nach Bang-Haas nur zu dieser Art ge- 
hören kann, obwohl sie mit gewöhnlichen £'ncae-Raupen nicht ganz überein- 
stimmt. Leider blieb die Zucht erfolglos. Die Raupe war 3 cm lang, licht 
citronengelb, fast in's Grünliche spielend, mit schwarzen Seitenstreifen, Ein- 
schnitten und Rückenflecken, auf denen die vier hellgelben Rückenbürsten standen ; 
Kopf und die ganz wie bei Gonostigma-R'dVL^Qii gestellten und geformten Haar- 
pinsel ebenfalls schwarz; an den Seiten befanden sich auf jedem Segmente (im 
Ganzen 8) rosenrothe, rundliche Fleckchen, ein ebensolcher länglicher hinter dem 
Kopfe; Behaarung hellgelblich. Das Areal dieser über die norddeutsche und 
baltische Tiefebene verbreiteten Art überschreitet nach Speyer südlich nicht den 
51. Grad n. Br. (Oberlausitz), in Russland wurde sie bis Charkow (50. Grad) be- 
obachtet, kommt aber bei Mehadia in der var. Intervnedia Friv. vor, zu der 
möglicherweise auch die beschriebene Raupe gehören könnte; jedenfalls dringt 
Ericae längs der Karpathen am weitesten nach Süden. 

Dasyehira Steph. 

60. Selenitica Esp. 

Am 16. October 1896 erhielt ich eine fast erwachsene, von Herrn J. bei 
Czernowitz gefundene Raupe, die noch einige Wochen hindurch Blätter von 
Trifolium repens frass, aber später vertrocknete. Bei uns jedenfalls sehr local 



Die Sclnnettcrlingc (Lopiiloptera) der Bukowina. 



325 



und selten, erreicht, dieser nordeuropäische Spinner hier den am weitesten nach 
Südosten vorgeschobenen Punkt seiner Verbreitung. Schirl bezeichnet ihn als 
in der Bukowina fehlend; er erhielt gro.s.sc Sendungen (einmal 800 Stücke gleich- 
zeitig) aus Lemberg, wo die Art ausserordentlich häufig ist. 

Gl. Fascelina L. 

Ebenfalls sehr selten; ich erhielt ein 9, das aus einer am Cecina im 
Sommer 1895 gefundenen Raupe gezogen wurde, 51 mm spannt und sich von 
allen mitteleuropäischen, auch unter einander stark variirenden Stücken wesent- 
lich unterscheidet. Es hat fast einfärbige, dunkel schwärzlichgraue Vorderflügel 
und ebensolche, etwas lichtere Hinterflügel; erstere sind mit schwarzen und 
röthlichgelben Atomen unregelmässig bestreut, im Uebrigen ist fast jede Zeichnung 
verloschen; könnte vielleicht der var. Ohscura Zett. gleichkommen. In Kupka 
sehr selten (Sch.). 

62. Äbietis Schiff. 

In Krasna fand ich eine erwachsene Raupe am Ufer des „Jeser" an einer 
jungen Fichte (Ahies excelsa DC.) Anfang September. Sonst in Norddeutschland 
und den Hochplateaus am Nordfusse der Alpen einheimisch, erreicht auch dieser 
Spinner in den Ostkarpathen (Kloster-Neamtu) den südlichsten Punkt (Gar., 
„Iris", VIII, S. 89). Fehlt der pontischen Fauna ebenso wie Org. Ericae 
und 7). Selenitica. 

G8. Pudihtinda L 

Verbreitet und häufig; in Czernowitz frische Stücke an Haselnuss- 
sträuchern und am Lichte, Mitte Mai bis 16. Juni, in Krasna sind die Raupen 
(meist in der grünlichgelben, doch oft auch in der violettbraunen Form) häufig, 
1896 sogar in grosser Menge, klein vom 18. August an; die erste am 11. Sep- 
tember, die letzten Anfang October eingesponnen; hauptsächlich an Birken und 
Haselnusssträuchern, auch an Nussbäumen (Juglans regia) und anderem Laub- 
holz. Puppen, welche der Kälte gar nicht ausgesetzt, sondern sofort in's Zimmer 
genommen werden, ergeben den Falter regelmässig zwischen dem 10. December 
und 13. Jänner, also nach drei Monaten. Radautz nicht häufig (Pwl. M.), 
Kupka gemein (Sch.). Eine Raupe fand J. in Kozman an einer Eiche am 
15. August 1896. 

Laelia Steph. 

64. Coenosa Hb. 

Im Sommer 1896 wurden am Pruthufer bei Czernowitz (158 w ü. d. M.) 
am elektrischen Lichte zahlreiche frische cT ""d 9 erbeutet (Ph.). Alle Stücke 
gehören einer ausgesprochenen hellen Localrasse an, die 9 ^^^^ rein weiss, 
die fast ebenso, deren Vorderflügel nur unmerklich gelblich angeflogen, die 
dunkeln Saumpunkte kaum angedeutet. Diese Art erreicht hier ihre stark von 
Nordwesten nach Südosten abgelenkte Nordgrenze, welche folgenden Verlaufhat: 
Britannien, Berlin, Bukowina, Bulgarien; wohl überall nur im Tieflande. 



326 



Constantin v. Hormuzaki 



Laria Hb. 

65. L. nigrum Müll. 

Sehr local und sporadisch; in Kupka „in einem Jahre (1855) sehr häufig, 
später selten" (Sch.), auch bei Grumazesti, Stanislau u. s. w. 

Leucoma Steph. 

66. Salicis L. 

In den unteren Regionen häufig, im Gebirge noch nirgends beobachtet. 
Ueberau bei Czernowitz vom 14. Juni bis Ende Juli; die Ende Mai bis 
spätestens 2. Juli erwachsenen Raupen häufig an Pappeln und Buschweiden, das 
späteste Exemplar am 17. Juli ausgeschlüpft. Suceava (Proc), Kupka gemein 
(Sch. und Sch. 's S.), Radautz vom 11. Juni an, gemein (Pwl. M.). 

Porthesia Steph. 

67. ChrysorrJioea L. 

Hat ungefähr dieselbe Verbreitung wie die vorige Art; in Czernowitz 
in der Regel gemein, doch in manchen Jahren (z. B. 1880—1885) gänzlich ver- 
schwunden; die Raupen meist an Zwetschkenbäumen, zwischen dem 19. und 
30. Mai (spätestens bis 14. Juni) erwachsen, der Falter vom 24. Juni bis Ende 
Juli. Manche haben einen schwarzen Afterbusch, schwarze Discoidalpunkte 
und Randflecke auf den Vorderflügeln. In Gurahumora fand ich mehrere cT 
am 13. Juli am Lichte. Itzcani (Proc), Kupka gemein (Sch.), Radautz 
massenhaft, in Straja keine Spur davon (Pwl. M.). Fehlt auch in Krasna und 
dem übrigen Gebirge. 

68. Similis Füssl. 

Häufiger und bis in die Karpathen verbreitet; in Czernowitz alljährlich 
gemein; die kleinen Raupen zwischen dem 20. April und Anfang Mai an den ver- 
schiedensten Laubhölzern und Sträuchern, vom 20. Mai bis spätestens 18. Juni 
verpuppt, Falter vom 17. Juni bis 31. Juli noch in frischen Stücken. In Krasna 
recht selten ; einzelne frische auf Wiesen und am Lichte, 28. und 29. Juli. 
Radautz an Obstbäumen selten, an Eichen massenhaft (Pwl. M.); Kupka 
gemein (Sch.). 

Psilura Steph. 

69. Monacha L. 

In der Gegend von Czernowitz sehr selten, blos zwei frische am 
Cecina im Sommer 1895 gefangen worden (J.); weitaus zahlreicher in der 
montanen Region, in Krasna häufig, namentlich in Tannenwäldern des Gebirges 
und der Ebene, aber auch in frischen Stücken an Linden, Acer campestre und 
anderen Laubbäumen, vom 6. Juli bis Mitte August. Kupka gemein, auch als 
Raupe (Sch.); Radautz vereinzelt. Raupe im Juni erwachsen, besonders an 
Obstbäumen (Pwl. M.). Ueberall kommt ausschliesslich nur die helle 
Stammart vor. 



Die Schmetterlinge (Lepidoptera) der Bukowina. 



327 



Ocneria H.-S. 

70. Di spar L. 

Ueberau häufig, bis in das höhere Gebirge. Die kleinen Raupen erscheinen 
bei Czernowitz zwischen dem 18. April und 9. Mai, sind zwischen dem 24. Mai 
und 18. Juli erwachsen; der Schmetterling vom 26. Juni bis 14. August; das 
späteste 9 schlüpfte am 12. August aus; in Krasna ziemlich regelmässig gegen 
den 28. Juli und in den ersten Tagen des August erscheinend, im Allgemeinen 
.selten, doch fliegen zu frisch ausgeschlüpften 9 zahlreiche heran; Gura- 
humora ein Paar am 30. Juli. Suceava, Cämpulung (Proc), Kupka 
gemein (Sch.), Radautz sehr gemein (Pwl. M.). Unsere (j"^ sind ziemlich ver- 
änderlich; mitunter kommen grössere Exemplare vor, mit lichten, weisslich- 
gelben Vorderflügeln, dunkelbraunem Aussenrand und Mittelschatten, im Uebrigen 
analog wie beim 9 angeordneten schwarzen Zackenlinien und Flecken. Es liegt 
hier abermals ein Fall vor, wobei der Dimorphismus beider Geschlechter weniger 
ausgeprägt erscheint, was zu der Vermuthung berechtigt, dass die Bukowiner 
Stücke einer im Vergleiche mit der westeuropäischen weit älteren Rasse an- 
gehören.^) Andere sind kleiner und ziemlich eintönig hell graubraun, auch die 
dunkelsten weniger braun als grau. 

71. Detrita Esp. 

Selten und nur im Tieflande; ich traf am 29. Mai 1894 an jungen Eichen 
bei Czernowitz zwei Raupen, die sich in den ersten Tagen des Juni ver- 
puppten; ein 9 schlüpfte während meiner Abwesenheit (im Juli oder August) 
aus; in Zutschka fing schon Schirl ein Exemplar 

Bombyx B.^) 

72. Crataegi L. 

Nur bei Czernowitz, sehr selten; je eine Puppe fand ich im April 1894 
und (an einem Apfelbaume) am 17. Juni 1896, doch waren beide von Schlupf- 
wespen angegrifi'en; nach der Form und Farbe des Gespinnstes konnte es nur 
diese Art gewesen .sein. Ein frisches wurde im Sommer 1895 bei Horecea 
von Schlehen geklopft und mir gebracht. 

73. Populi L. 

Ziemlich verbreitet; bei Czernowitz sind die erwachsenen Raupen an 
Haselnusssträuchern zwischen dem 26. Mai und 6. Juni nicht selten, verpuppen 
Mrh zwischen dem 1. und 8. Juni; der Falter vom 9. bis 15. November. Radautz 



') Ganz dasselbe gilt auch für Spil. Lubricipeda, M end ica, Heter. Limaeo des, 
Laelia Coenosa, Aglia Tau, in anderer Weise für Psilura Monacha und Limenitis 
Populi (vgl. Unters, über die Lepidopt. der Bukowina, S. 167), bei deren cf in Westeuropa eine 
hier nie vorkommende Neigung zur Verdunkelung, also zur Entfernung vom Typus des 9» beginnt. 
Andererseits deuten die Kückscblagsformen ab. Porima, ab. Joides und manche Van. Urticae 
ebenfalls auf das höhere Alter der betreffenden Bukowiner Rassen. 

^) Castrensis L. und Rimicola Hb., beide in Grumäze.sti, erstere auch bei Holosko (Ost- 
galizien); Catax L., Lemberg (Now.). Schirl verzeichnet Castrensis L. und Catax L. als 
fraglich aus Kupka. 

jl Z. B. Ges. Bd. XL VII. 44 



328 



Constantin v. Hormuzaki 



im November nicht selten, ein 9 '»-ucla am 18. Deceraber ausgeschlüpft; Eaupen 
meist an Apfelbäumen. Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.). 

74. Neustria L. 

Ab. Unicolor Stgr. 

In den unteren Regionen gemein, im Gebirge höchst selten ; in und um 
Czernowitz in manchen Jahren massenhaft; die frisch ausgeschlüpften Raupen 
zwischen dem 19. April und 17. Mai an Obstbäumen, Cydonia, Eichen, Schlehen etc. 
Puppe frühestens am 20. Mai, meist Anfang Juni, Falter voni 22. Juni bis Ende 
Juli oder Anfang August, in der hellgelben und braunen (licht gestreiften) Form ; 
in Krasna sehr selten; eine erwachsene Raupe in den ersten Tagen des Juli, 
ein $ auf einer 750 m hoch gelegenen Waldwiese am Rune am 4. August und 
ein am 18. Juli am Licht erbeutet; letzteres ist ganz zeichnungslos, alle 
Flügel gleichmässig rothbraun, nicht gelblichbraun wie bei der normalen 
dunklen Form; es gehört zur ab. Unicolor Stgr. Suceava (Pr,), Kupka 
gemein (Sch. und Sch.'s S.), Radautz massenhaft, aber bei Straja nicht beob- 
achtet (Pwl. M.). 

75. Lanestris L. 

Merkwürdig local und selten; ich fand bei Czernowitz eine Raupe an 
einer Birke Ende Juni und erhielt ein im October 1895 am Lichte erbeutetes cT; 
dieses ist kleiner als normale, heller und mehr graubraun, gegen den Aussen- 
rand aschgrau, mit verloschenen grauen Binden und reiner weissen (nicht 
gelblichen) Wurzel- und Mittelflecken auf den Vorderflügeln. Nach Car. tritt 
Lanestris in Lappland und Sibirien auch in einer dunkel grauen, aber scharf 
gezeichneten Form (var. Borealis Car.) auf. 

76. TrifoUi Esp. 

Ah. Medicaginis Borkh. 

Sehr verbreitet, stellenweise im Tieflande häufig; bei Czernowitz und 
Zutschka auf Wiesen in den ersten Tagen des Juli, selten; in Krasna erst 
1896 ein 9 am Lichte am 12. August, Panka ein am 15. Juli gefangen. Bei 
Suceava und Itzcani sehr häufig, in Anzahl erhalten (Proc. und J.); 
Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.), Radautz vom Juli bis August nicht 
selten (Pwl. M.). Es lassen sich zwei Formen, die bei beiden Geschlechtern 
vorkommen, unterscheiden; die eine, vorherrschende ist sehr dunkel, roth- 
braun, Vorderflügel mit ganz dünner, scharfer Querbinde und kleinem runden 
Mittelfleck; von mitteleuropäischen (namentlich die 9) i"echt verschieden. Die 
andere, seltenere, mit Medicaginis Borkh. ziemlich übereinstimmende Form 
hat breitere, nach Aussen verschwommene Binden, längliche, grosse Mittelflecke, 
überdies sind namentlich die Vorderflügel dicht mit gelblichen Atomen bestreut, 
zuweilen alle Flügel hell gelbbraun. Unabhängig von der Färbung schwankt 
die Grösse zwischen 32 und 45 mm. 

77. Quercus L. und var. 

Bis in die alpine Region verbreitet, aber grossen Strecken bestimmt fehlend. 
In der näheren Umgebung von Czernowitz aufwiesen, ferner am Cecina und 



Die Scliiuetteiliüge (Lepidoptera) der Bukowina. 



329 



bei Zutschka nicht selten von Ende Juni bis 20. Juli, wohl auch später; die Raupen 
fand Pwl. in Anzahl im Herbste und Juni am Weinberge; Slobozia-Coma- 
resti ein am 22. Juli. Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.); gewiss nicht 
in Krasna, da auch 189G zu sehr zahlreichen gezogenen $ kein anflog, dagegen 
in der alpinen Region am Suhard 1. — 2. Juli ein cT (Proc), das einer dunkel- 
braunen Varietät mit breiteren Binden angehört, welche nach Car. zwischen 
var. Alpina Fr. und var. Bohoris Schrk. in der Mitte steht (vgl. diese 
„Verhandlungen", Bd. XLV, S. 252). Wie ich mich nachträglich durch Ver- 
gleich mit einer grösseren Anzahl von aus verschiedenen Gegenden (Elsass, 
Schlesien, Posen u. s. w.) überzeugte, stimmen auch die untereinander gleichen 
von Czernowitz, Kupka etc. nicht ganz mit typischen überein, sind etwas 
grösser, heller braun mit breiteren Binden, deren Begrenzung auf den Vorder- 
flügeln allmälig in den sehr lichten Aussentheil übergeht, auf dem sich die Adern 
lebhaft abheben ; Mittelflecke scharf schwarz gerandet, an der Wurzel ein lebhafter 
grosser hellgelber Fleck. Neuerdings wurde auch von Pwl. ein kleines, einfärbiges 
9 ohne helle Binden erbeutet. 

78. Buhi L. 

Bei Czernowitz als Schmetterling nicht häufig, ich fand blos wenige 
Stücke (cT lind 9) ^^^^ Wiesen in der näheren Umgebung und gegen Mihalcea 
zwischen dem 9. und 15. Juni; erscheint gewiss früher. In Krasna flogen zahl- 
reiche cT unmittelbar vor Sonnenuntergang am 29., 30. und 31. Mai; die Raupe 
ist Ende August oder Anfang September erwachsen, sehr häufig auf Wiesen, Hut- 
weiden u. s. w. Kupka gemein (Sch. und Sch.'s S.); Radautz in der zweiten 
Hälfte des Mai und Juni häufig (Pwl. M.). 

Crateronyx Dup.^) 

79. Dumi L. 

In Czernowitz selten; zwei <^ und ein 9 flogen zwischen dem 26. und 
Ende October an's Licht; Kupka „gemein, vom 4. — 11. Juni 33 Raupen auf 
Löwenzahn gefunden" (Sch.); in Schirl's Sammlung ein gezogenes, auffallend 
helles 9 5 l^ßi dem sich die Binden von der Grundfarbe nur wenig abheben. 
Radautz am 13. October ein bei Tag fliegendes 9 (Pwl. M.). 

Lasioeampa Latr. 

80. Potatoria L. 

Sehr local; die Raupen bisweilen in den Weidenauen am Pruthufer bei 
Czernowitz an Phleiim pratense und Lolium perenne, Ende Juni erwachsen, 
der Schmetterling am Lichte einzeln den Juli hindurch, in grosser Zahl an 
elektrischen Lampen, 9 ungleich häufiger. Kupka „gemein" (Sch. und Sch.'s S.). 

81. Pruni L. 

Die einzige überall, bis in das höhere Gebirge verbreitete Lasioeampa -kvt, 
stellenweise häufig. In Czernowitz fand ich schon am 7. Juni ein frisches 



') Taraxaci Esp., Grumaze^ti, Kl.-Neam^u. 



44* 



330 



Constantin v. Hormuzaki, 



Stück in einem Garten, meist erst im Juli am Lichte u. s. w., die Puppe bis Ende 
Juli an Obstbäumen; auch bei Zutscbka (J.). In K ras na tauchte auch diese 
früher dort nie gesehene Art im Jahre 1896 auf; ich traf zwei frische, aber 
zerrissene Stücke unter blühenden Linden am 27. und 28. Juli. Kupka ziemlich 
selten; eine Raupe am 17. März (Sch. und Sch.'s S.); Jacobeni ein frisches 
im Juli (Pro c). Kadautz häufig; Raupe auf Obstbäumen Ende Mai bis Juni 
erwachsen (Pwl. M.), 1893 erst am 15. Juli verpuppt, Falter am 3, August (Pwl.). 

82. Quercifolia L. 

Var. Meridionalis Stgr. i. 1. 

Im Tieflande verbreitet, doch in der montanen Region nirgends beobachtet. 
In Gärten von Czernowitz ziemlich selten, die Raupen an Zwetschkenbäumen 
von Mitte bis Ende Juni erwachsen, Falter von Ende Juni bis 21. Juli und 
wohl auch später, namentlich am Lichte; von Zutschka erhalten, ebenso in 
Mehrzahl (cf und 9) ^^^^ Suceava, wo die Art in der ganzen Umgebung häufig 
ist (Proc. und J.). Uidesti ein 9> Hatna ein am Lichte, I.August (J.), 
von Schirl nicht gefunden. Radautz, seltener als Primi, Ende Juni bis An- 
fang August (Pwl. M.), Im Allgemeinen von normalen Stücken nicht verschieden; 
zwei 9 ^^^^ Zutschka und Radautz haben einen auffallenden, scharfen, hellgelben 
Saum. Alle Stücke aus Suceava und Umgebung (Uidesti, Hatna) gehören einer 
ausgesprochenen Rasse an, die nach Staudinger mit dessen nicht veröffent- 
lichter, im Mittelmeergebiete und Kleinasien einheimischen var. Meridionalis 
identisch ist. Die betreffenden Exemplare (^f und 9) sind licht ockergelb, 
ganz wie Populifolia, mit eigenthümlichem, hell rosenrothem Seidenglanze. Da 
die Gegend von Suceava ein Steppengebiet ist, wird das Vorkommen einer 
mediterranen Rasse leicht erklärlich. 

83. Populifolia Esp.^) 

Hat genau dieselbe Verbreitung wie die vorige Art. In Czernowitz sehr 
selten; ich traf blos ein frisches einer Mauer am 18. Juni; von Suceava 

ein cT erhalten (Proc); Radautz vom 25. Juni bis zweite Hälfte Juli, nicht 
seltener als Quercifolia (Pwl. M.). Von Schirl als in der Bukowina fehlend 
angeführt; kommt in Krasna, wie die meisten anderen Lasiocampa- Avten, 
gewiss nicht vor. 

84. Tremulifolia Hb. 

Verbreitet, doch überall selten; in Czernowitz ein frisches, eintönig hell 
röthlichbraunes cT am 12. Mai; in Krasna eine erwachsene Raupe, die sich 
sofort verspann, Ende September an einer Esche gefunden. Kupka (Sch.), Ra- 
dautz im Mai sehr selten (Pwl. M.). 

85. Ilicif olia L. 

Bisher nur bei Czernowitz, sehr selten; ich erhielt ein im Sommer 
1895 am Cecina gefangenes, frisches 9 ^^id ein das aus einer ebendort 



') Am 6. August 1896 von Herrn v. Caradja auch in Grumaze§ti cf und 9 i" Copula 
gefunden. 



Die Schmetterlinge (Lepidopteni) der Bukowina. 



331 



gefundenen Ruupe gezogen wurde; auch Schirl fing zwei Exemphire bei 
Czernowitz. 

86. Lunigeru Esp. var. Lohulina Esp. 

In Kupka selten (Sch.). Auch diese nordeuropäische Art dringt in der 
Bukowina am weitesten nach Südosten; die nächsten Fundorte liegen erst bei 
Knikau und bei Czarny-Dunajec in den westgalizischen Karpathen (Klemensie- 
wicz), doch dürfte der überall seltene Spinner auch in den dazwischen liegenden 
Gebirgsgegenden zu finden sein, fehlt hingegen in Ungarn und dem gesammten 
pontischen Faunengebiete. 

87. Pini L. 

Bei Kupka fast alljährlich nicht selten von Schirl angetroffen, und zwar 
nur in den an der Wasserscheide zwischen dem kleinen und grossen Sereth, ge- 
legenen ausgedehnten Tannenwäldern; vier Raupen am 5. Mai, dann drei noch 
am 10. Juni, doch schon zwischen dem 30. April und 21. Mai zahlreiche Puppen, 
alle auf Tannen (Ahies pectinata DC). Aus Schirl's Sammlung besitze ich ein 
mit hellgrauen Vorderflügeln und zwei dunkelbraune 9> die sämmtlich den 
normalen gleichen, doch erwähnt Schirl auch eine „ganz dunkle, schwarze 
Varietät", die als Seltenheit unter gewöhnlichen vorkommt. Jedenfalls ist Pini 
hier sehr local und nur in der montanen Region einheimisch. 

Endromis 0. 

88. Versicolora L. 

In Czernowitz einzelne frische '<^^^ Lichte und in Laubwäldern in 
den oberen Theilen des Cecina vom 6. bis Ende April; Kupka in den bei Pini 
genannten Waldgebieten 14 Raupen am 18. Mai 3t,n WeisshnGhen (Carpinus Betu- 
lus); der Schmetterling ziemlich häufig (Sch. und Sch. 's S.). Radautz am 
1. April einmal gefangen (Pwl. M.). Fehlt sowohl in Südrussland als auch dem 
eigentlichen pontischen Gebiete Ungarns, dringt im Gebirge weiter nach Süden 
(Siebenbürgen, Slänic in der Moldau, Mehadia). 

Saturnia Schrk. 

89. Pijri Schiff. 

Dieser für die pontisch-mediterrane Fauna charakteristische Spinner ist in 
unserem Tieflande überall sehr häufig und vertritt die Stelle der fehlenden ^S*. 
Pavonia L. In den Gärten von Czernowitz vom 8. bis 31. Mai, die Raupen 
an Obstbäumen Ende August bis Anfang September verpuppt. Auch schon von 
Schirl nur in Czernowitz gefunden; von 11 gleichzeitig erbeuteten Raupen ent- 
wickelten sich zwei Falter nach der Ueberwinterung der Puppe im nächsten 
Frühling, dann fünf Exemplare nach zweimaliger, zwei sogar erst nach drei- 
maliger Ueberwinterung, alle Anfang bis Mitte Mai (Sch.). Von Capu- 
CampuluT eine Puppe, von Suceava mehrere Exemplare erhalten (Proc), 
Radautz häufig (Pwl. M.). Die Bukowiner Stücke gehören einer auch von Car. 
(„Iris", VIII) erwähnten Varietät an, bei der alle Flügel (namentlich aber die 



332 



Constantin v. Hormuzaki. 



Vorderflügel von der Zackenlinie bis zum Vorderrand auffallend dicht) weisslich- 
grau bestäubt sind. Pyri erreicht schon im östlichsten Galizien (Trembowla, 
Okopy) seine Polargrenze. 

90. S'pini Schiff. 

Sehr local und jedenfalls nur im Tieflande; im Sommer 1895 erhielt ich 
ein frisches, im Walde von Zutschka gefangenes 9» von wo auch Schirl den 
Falter als „häufig" verzeichnet (in Schirl's Sammlung ein cT)- Ebendort sam- 
melte Ph. Ende Juni 1896 die Raupen in Anzahl an Schlehen. 

91. Pavonia L. 

Im Gegensatze zu Pyri mehr der baltischen Fauna angehörend, dem- 
gemäss bei uns nur in der montanen Region, bis in das höhere Gebirge, wo 
Pavonia, ganz wie in Mitteleuropa, die einzige Vertreterin der Gattung ist. In 
Kupka selten, ein Exemplar am 30. April gefangen, häufiger in Seiet in, als 
Raupe in Anzahl in einem Holzschlage an wilden Apfelbäumen; 11 davon ergaben 
im nächsten Frühlinge die Falter vom 4. bis 8. Mai (Sch.). Ein Paar besitze 
ich aus Schirl's Sammlung; das ist analog wie viele andere Spinner heller, 
als westeuropäische, namentlich die Hinterflügel licht ockergelb, das 9 
kleinere Augenflecke, als gewöhnliche. Fehlt gewiss bei Czernowitz und Radautz. 

Aglia 0. 

92. Tau L. 

Bei Czernowitz nicht besonders häufig; ich fand einige <^ in den letzten 
Tagen des April bis 7. Mai im Volksgarten am Fusse von Birkenstämmen und 
ein frisch ausgeschlüpftes $ am Cecina nahe dem Gipfel; in Capu-Campului 
und Valesaca auf Bergwiesen die cT ißi sehr häufig (Proc); Kupka „ge- 
mein" (Sch. und 9 in Sch.'s S.), Volovetz im Mai selten (Pwl. M.). Die cp 
von Capu-CampuluT und Valesaca sind den typischen gleich, diejenigen aus 
Czernowitz jedoch den 9 ziemlich ähnlich, durchgehends grösser (64 wim), sehr 
hell, die schwarzen Querlinien auf allen Flügeln so dünn wie bei den 9> g^gen 
den Aussenrand fehlt auch auf den Hinterflügeln die sich sonst an die Querlinie 
anschliessende schwarze Bestäubung. Augenflecke grösser, mit deutlicheren weissen 
Hakenflecken, auf den Hinterflügeln heller violett. 

Drepana Schrk.^) 

93. Faleataria L. 

Häufig bei Czernowitz in zwei Generationen; ich klopfte den Falter aus- 
schliesslich von Fichtenzweigen, 17. Mai bis 6. Juni frisch, 30. Juni bis 10. Juli 
abgeflogen, dann frische Stücke vom 13. Juli bis 6. August; in K ras na sehr 
selten, nur ein abgeflogenes Exemplar Anfang August in einer Schlucht am Rune 
gefangen. Straj a Anfang August einige (Pwl. M ). 



1) Curvatula Bkh., Stanislau, Kl.-Neam^u; Harpagula Esp., Stanislau, Grumaze§ti ; 
ein angeblicli bei Czernowitz gefangenes Stück fand icli hier in einer Sammlung; beide gewiss auch 
in der Bukowina. 



Die Sclinietterliuge (Lepiiloptera) iler Bukowina. 



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94. Lacertinaria L. 

Sehr selten; nur ein normales, ganz frisches $ fing ich vor Jahren im Mai 
in Laubgehölzen in der Nähe des Vorortes Rosch bei Czernowitz. Fehlt 
durchaus dem pon tischen Faunen gebiete, also dem Flachlande Ungarns, 
Südrussland u. s. w., dringt südlich bis Comane^ti im Gebirge der Moldau. 

95. Binaria Hufn. 

p]in frisch ansgeschlüpftes 9 bei Czernowitz an einem Birkenstamme 
Mitte Mai gefangen; die Raupen fand Pvvl. an Eichen bei Horecea im August 
1895, die Falter schlüpften Mitte Mai aus. 

96. Cultraria F. 

Ebenfalls nur bei Czernowitz und wie die anderen Arten an vielen Orten 
wohl noch übersehen; mehrere frische und $ an Birken bei Horecea im Mai. 
Hat genau dieselbe Verbreitung wie D. Lacertinaria; weiter südlich 
nur im Gebirge (Moldau, transsilvanische Alpen). 

Cilix Leacb. 

97. Glaucata Scop. 

Verbreitet, doch überall selten, in zwei Generationen; ich fing blos zwei 
frische Stücke in Krasna, die zum Lichte geflogen kamen, am 26. Juli 1883 und 
7. August 1896, jedenfalls zweite Generation; Kupka, die Raupen auf Zwetschken-